Indiana Tribüne, Volume 13, Number 205, Indianapolis, Marion County, 13 April 1890 — Page 7
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Herrn Jachere Krach. (Sa föliicS SeschZHkchen auS Nrckleuburz. Cojr ö. Splelmanu. :rr G-rbmcnn Zacher war ein Im terloser JunggeZell, sechzig Jahre alt, noch rüstig und ein Vshlhädiger Mann. A'.chc? durch diese zum Theil nicht zu nnterschähenden Cigcnfchasken zeichnete er sich vor vielen seiner Mitmenschen da durch noch aus, daß er ehemals Kupfer schmicd gewesen und alsdann ein söge nannte? kleiner Rentier" mit solidem Auskommen wurde. Ferner war er ne benbci noch Großherzozllch Mecklenburg Schmerinischer Adels und ordensloser Staats, Lkostocker Stadt und Deut scher IteichZ -Bürger und nalional-libera' ler Urroähler. Wie oft er Sonntags zur Kirche und wöchentlich zur Berichte ging mie es überhaupt mit seiner kirchlichen Gesm nung stand wie viel er in den Klingel beute! warfund wieviele? dem Jung frauen Verein zur Bekleidung nackter Hindumadchen mit christ lichen Schurzen spendete, wie er über die Unfehlbarkeit deSOberkirchcnrathes, über das Ministerium Baßewih, die Verfas sungsfrage und die gekochten Hummer fräcke" der hochansehnlichcn Landflände, über Professor Aubert's Broschüre: .Shakespeare als Mediziner", über die theologische Fakultät, die Hühueraugvi des Bürgermeisters und das' Straßen Pflaster seiner Heimathstadt dachte, ver mag ich leider nicht anzugeben, da Herr Zacher allezeit das weise Wahrwort ie herzkgte: .Vorsicht ist die Mutter der Weisheit und die Pflegeschwester des Porzellan'S und sich deshalb gegenüber all' jenen, im Großen und Ganzen in der That ziemlich heiklen Dingen gemeinhin sehr zugeknöpft verhielt. Als Herr Zacher vor etwa zwölf Iah ren vom Geschäft sich, zurückzog, kaufte er sich in der Kröpeliner Vorstadt ein mäßig großes Gartengrundstück, ausdem er sich ein einstöckiges kleines Häuschen auf baute. Er strich dessen Wände weiß an, der sah seine Fenster mit grungemalten Jatousicn, und nannte es, da er vordem als Geselle ein paar Jahre in England ge arbeitet hatte, in tüchtiger deutscher Mann,hastigkei; seine Cottage." Obgleich Herr Zacher wohlbelkebt war und seinem Renticrstand gemäß den gan zcn Tag dem Studium der hohen Wis senschast des Nichtsthun's oblag: die weltberühmte Nostocker philomatische Gesellschaft" hatte ihn. in schnöder Ver keugnung wahrmVerdienstes, trotzdem zu ihrem ötzrcnmitgl'.ede noch immer nicht ernannt. Sein Bier aber trank er Morgens bei Eottlieb Mau, Abends auf Stcinbeck's Brauerei; Sonntags trank er Wein im Ratskeller. Für das schöne Geschlecht empfand Herr Zacher bereits mit sehr gemäßigter Lebhaftigkeit, und, als klugerMann und Hausherr, verkehrte er niemals in Fami lienlrciscn, welche durch die Mitglied schafr reiferer heirathsbemüßigter Jung frauen zu? ScyLa oder Kharybdis (ür sein Hagestolzes Lebcnsfahrzcug werden konnten. Zur Führung seines Hauswesens hielt er sich indejsen'seit langen Jahren ein Mädchen für lües, dasSophie vulgo: Fiesen hieß, AaruemiiNde als seine Vaterstadt pries und zu den persönlichen Qualitäten' ihres Herrn in entsprechen dem Verhältniß stand, indem auch sie galten kinderlos und unverwittwet war. Da ihre Mutter bereits das Zeitliche gesegnet hatte, lag auf ihrem Hcrkom men ein gewisses mystisches Dunkel, zu mal ihr Herr Vater niemals Veranlas sung genommen hatte, ihre persönliche Belanntschast zu machen. Sophiens Tugend dagegen malt: sich in ihrem Antlik. Ihre Züge waren nicht regelmäßig, über von einem so prägnanten Charak ter-Ausdruck, daß. wer sie ein zweites Mal zu betrachten den Muth kalte, er staunt sich die Frage stellte : wie Mutter Natur o ausfallend geizig mit ihren Gnnstbeweisen ein Wesen ausstatten körnte, das doch auch einen Theil der schöneren Halste des Menschengeschlechts auszumachen u. zu repräsentircn bestimmt war. Sophiens Antlitz trug, so zu ja gen, die hörnere Siegfriedshant, an der alle Pfeile der Vcrdäazligunz ihrer Tu gend machtlos abprallten, die den Un Klauben der skandalsüchtizsten Kaffee Schwester überzeugte und die boshasteste Lästerzkmge schmählich entwaffnete. Nichtsdestoweniger waren im Laufe ihre Beifammenlebens unter einem Dache Herr und Dienerin einander näher ge rückt. D Nähercücken war aber durchaus platonischer Natur und trug überdies eine ausgcpräzteEmseitigkeit zur Schau. Es beschränkte sich darauf, oa HerrZa cher seinem Hausmädchen abend, wenn sie ihm Stiefelknecht und Pantoffeln brachte, all' die kleinen Anekdötchen und KlatschgcsHichzchen, in denen von den Todten daSBe''!e,von den Lebenden das Schlechteste nach Brauch der Welt gesprochen wurde, und die er tagsüber in der Stadt aufgesammelt hatte, vortrug ; weit mehr übrigens noch aus eigener Lust om Erzählen, als zum besonderen Er göen der Maid für Alles. Selbst ständlich verließ diese zwar aus Respekt vor ihrem Gebieter ss lange das Zim mer nicht, als ScheherezadeZacher seine Rostocker Volks-Mähren zum besten gab ibre wasserblauen Aeuglein pflegten dabei eben grade nur nothdürftiz genug für den Beweis zu glänzen, daß sie noch nicht völlig fchlafe, aber sie brachte selbst den einfachsten und eindeutigsten Histo rien kaum mehr als ein blödeS Lächeln entgegen, da ihr Verständnißvermögen in so unergründlicher Tiefe geborgen war, daß auch der geübteste Schakgräber an der Hebung und Jncourssetzung des. selben vrrzweiscln mußte. Troß all' dieses pyramidalen Ueber. Fusses an Begriffsmungel (sie hätte sich in dieser Beziehung dreist mit den gc Zehrtesten Forschern im Gebiet der vier len Dimension, der Zirkel Quadratur vder des Dogma's von der unbefleckten ßmpfällgniß messen können!), war Fie kem dennoch eine überaus brave und vor treffliche Magd sür einen Mäsn von Zacherschen Qualitäten. ' Slekochte, wusch und sH?U gpa
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Herrn txtvt und redlich ; sie lcheuerleZ ihm die Stube seiner t5ottage"dlürhen.j weiß, und putzte ihm die Fenster Blifcblank, ja, sie bestrickte ihn sogar in ihrer stillen Weise von Jahr zu Jahr mehr mit langen Kniestrümpsen, die HerrZa cher zu tragen liebte, da ihn bereits dann und wann Mahnungen des Nheumatis mus an dicVergängtichkcit alles irdischen TanzbcinSchwunges erinnerten. Eines Mittags hatte Herr Zacher eben sein Lieblingsessen, Erbssuppe mit j Schweinsohren und fette Lungenwurst, mit beneidenswerthestcm Appetit ringe nommcn und bereitete sich zu seinem Mittagsschläfchen vor, als Sophie die den Tifch abräumte, ein kleines bedruck tes Stück Papier aus der Tasche zog und es ihrem Herrn hinhielt mit der Frage: Watmag dat wol sicn, Herr Lacher?" Herr Zacher nahm daö Papier entge gen, setzte seine Brille auf und studirte einige Minuten lang die daraus gedruck ten Schriftlichen. Dann warf er es mit allen Gcberden des Abscheu's dem Mädchen vor die Füße und sagte in un gewohnlich gereiztem Ton: Pfui Den bel, Dat'S jo'n Viertel to de Hambörger Staatslotterie! . So smietst Du DienGeld weg, dat Du inne Lotterie spülen deihst! Gott sall mi bewahren! Ick hem all twintig Joahr Lotterie spalt, urr mien Läwdag noch nich'n Sößling wunn'n, un ick bün doch am En'n kin'rp Nontje. de sich son'ne Plärsirlichkeit noch ihr gestatten darf! Ick hew't astchworen nie nich miehr Lottrie tau späten, un. mien oll dösiges Deinstmäten mit dörtig Dahler Lohn und drei Dahler tau Wih, nachten, satt inne Lottrse un haben in, glickst'n ganz viertel Loos?'! Dirs je wol noch schönner! Gott verdamm mi! Un sonne dömliche Nummer, 12,345!, Wecke Mensch, der sinezoor Sinne tauj sammen had, spält sonne dwatsche Num, rner? ! ; Und Herr Zacher schug im Groll bei; Erinnerung an die zahllosen Körbe, mit denen die allumworbene Fortuna ihn bedacht, mit der Faust aus den Eßtische daß der Nest der Erbssuppe in der Ter. rine in sturmfluthartige Bewegung ge rieth, und ihre dunkelgelben Wogen über: den Rand brandeten. ( . Fiesen aber stand in ihrer ruhigen Größe weit über den Ereignissen; der Zorn ihres Herrn konnte sie weder in Erstaunen, noch in Bestürzung versetzen. Mit ihrem erhabenen Gleichmuth sagte sie einfach: Jckwcit goar nicht wat dat is,Lottriespäl." Js oak cingal!"brmnm!eHerrZacher, der sich im Gedanken an das Kapital, das er in einem Zeitraum von zwanzig Jahren dem Moloch verschiedener Staatslotterien in den Nacheu geworfen noch immer nicht beruhigen konnte oak cingol, ob Du dat weilst obernich! WatföVn Husiriud hät Di dat Loos denn ausmcert? I ,Wat meinen Sei. Herr? Dumm Trin'! Wo Du dat Popper her hewwen deihst, willbweiten!" 't zag in mien verstrmene Swester ihren Kuffert, den'n'ck för vörtein Deag arwt yew." So? ! Na dat is wat anncrs! Aberfl wenn Dien Swester för dat Geld, wat sie för dat Lotterieloos .egsmaten här, stch Linn'n taun poor Hemdcu lösft, rmDie der blnnerkaten yarr,kncr's oak klanger west. D?oa;t,Aetöir:il! Fielen hobitvollkommener!emüthS' ruhe das Lotterieloos vom Boden auf steckte es in die Tasche ud machte den Tisch klar. Herr Zache? aber lege sich zum Mit? tagsschlaf' des Ecrechteinuieder; als.nach' etwa zwei Stunden. -Fielen wieder : her eintrat und den Schlummernden weckte und ihm mit ungezwungener Anmuth den Kaffee servirte, war voa dem Intermezzo nicht mit einer Silbe mehr die Äede. Acht Wochen später etwa saß Herr Zacher Vormittags um die elfte Stunde bei-Gottlieb Mauhinter seinem Gewöhn heit5Jrühfchoppen. j Verdammt!" sagte laut denkend ein anderer Gast nebcnihm uud-wars'ärger lich ein Zeuungsblatt auf den Tischs .verdammt, warum nicht 12.533, statt 12,345 ! Das ist 'nt ganz crlbcrnc Zah. lengnkppirung l" Herr Zacher verstand denJngrimm sei nes Nachbars nicht völlig, aber die von zenem einzeln aufHczählten Ziffern waren ihm zu Ohr gekommen, und beim Hören dersetben trat es wie ei: Vision vocsem inneres Auge : Fkeu's Lotterieloos ! In Lapidar fchrist trat es klarer und klarer i gnsti gen Nebeln hervor: 1, 2, 3, 4, 5? ! : Die Zahlen folgen so natürlich auseman der. wie die-Buchstabcn des.ABE ! Herr Zacher nahm die-..ZeitZlNg zur Hand, die der Gast zur-Seite geworfen hatte. Es waren die Hamburger Nach?!ch len und.darin aufgeschlagen die amt tiche Ziehungsliste der Hamburger StaatZlotterie. ' Und da stand es groß und breit und fett gedruckt : 12,35 mit 300,000Mk gezogen" .Gottlieb Mau!" sagte Herr Zacher mit zitternder Stimme zu dem Wirth, ihm das Zeitungsblatt vorhaltend und mit behendem Finger auf die verhäug nißvölle Nummer deutend. Gottlieb wat stecht do?" . ' 12,315 mit 300,000 Mark !- antwor. tete der Wirth. ' Du hast doch am En'n' dat - Svin, nich, dei Nummer tau spülen V Nnsinn !" brummte Herr Zacher mit gutgttungencrEntrüstung : Ick spal all' seit twintig Johren nich mihr Lottrie un heww Wien Leesdäg nie nich einV Söß Iinc;won'n!" Trotz der surchtbarenAusrcgung in der sich Herr Zacher befand, gelang es ihm doch mit Hülse einer wahrhast tlassisH antiken Selbstbehcrischung Verhältniß, mäßig ruhig zu erscheinen und, seine üb lichen drei Schoppen bis auf den letzten Tropfen zu leeren. Nach Vollbringung.dicser Heldenthat aber griff er hastiger als sonst nach Hut und Stock nnd karambolirte a''semenr Wege nach, dem T-elegrap.hnbureau mit zwei spielendenKindern und einem in-der Sonne gelagerten Mops. Wie, fc scharssnnige Leser-bereits errathen cha ben wird, ,', depeschirte Herr Zacher nach. Hambürg,an die Lotteriedirektion. Lüd
.Nr 12.345 mit 300 Will. NaWro'
MteA5zug Viertel 8.4V0. Gegen Loos jederzeit zu erheben." lautet das .bezahlte" !iuatelegrnmm. Sinnend irrte Herr Zacher etwa eine Stunde laug auf der Wallpromenade umher, und die ihm Begegnenden nah men an, daß er dajelbst seine Partie zu clner Llcbyabcrtheater-Aussuhrung me monre. . Dann wäre? zu einem Entschluß ge kommen : mit festem Schritte ging er nach seinem Hause zu, und Rauhe ! Vörsicht ! Mäßigkeit l". waren die einzi gen Worte, die er von seiner, imaginären Rolle noch im Gedächtniß halte. Flekcn!" rief er m derEottage augekommen in die Küche hinein. Herr V ant ortete Fielen. Kumm nah de Stuw' rin." ,, Je wol; Herr Zacher." Ficken wischte sich die spielwasserfouch ten Hände an der Küchcnschürze ab, scllug diese seitlich zurück und trat in die Stube. Fieken, hast Du außer Dien vcrstor wen Schwester süsi noch lebendige Ver wandschaft V." Ne Herr ; außer de gor kein nich mihr!" Höst Du'n Döp. Schien V Je wol, Herr. Jn'n Kuffert liegt hei." Hal' em mal rin." Fieken bringt den Tcy:fschein, und Herr Zacher fährt mit dem nächsten Steamer nach Warnemiinde und erkun digt sichdort bei der Ortsbehorde nach Fickcn's Familienverhältnissen. Diese Erkundigungen ergeben, daß Fielen in der That absolut .sippelos" in dieser Welt dasteht. Nach )e zurückgekehrt, ruft Herr Zacher Fieken abermals in die Stube, zählt ihr sechszig Mark auf die Klappe seines Schreibsekretärs und sagt : Jie ken ! mit düse s-ostig Mark geihste nach Sidenkoopmann Susemihlen an'n nigen Mark un lätst Di daför'n swart sidcn Meed affsniden, um denn drögste dat Tüg nah de Sniderin un latest Di de 5kle'dahschmahken." Is all gaud, Herr Zacher!" sagteFie ken ttlechmüthig und nimmt das Geld. Wunnerst DuDi'n gor nich'n bä)en, Fieken, dat ick Di'n swart siöm Kleed schenken dau ? fragt Zacher, die Handreibend, mit einem listigen Lächeln. .Ne Herr," entgegnet nneillÄ, ohne nur eine Miene zu verziehen. . Swant Di oak gor nicks V ?!e Herr," meint die JüngcrinJcno's des Weisender Stoa. Na, kort lln gud, Fieken ! Ick bün Wlll'n's, Di tau fliegen. Mor'n öwer viertcin Dag laten mi uns tausaminen gcwcn Is gaud, Herr Zacher ! Sall ick süst noch wat V ....Nc, Fieken. Und Fieken verläßt die prangende Halle weder erstaunt noch verwundert weder bestürzt noch erschreckt weder ge rührt noch erfreut. Ihr schönes bar monischesGemüth ist nicht außer Fassung zu bringen. Nach vierzehn Tagen fghrt Herr Za cher mit Ficken aus's Standesamt und von da aus Billigtcitsrücksichtcn nicht in die Kirche. Als amtliche Zeugen hat er sich vor sichtigermeise yati Dienstmönncr gemie cher, die in ferne persönlichen Behältnisse insofern eingemeiht sind, als sie seit Jahren bei der Verkleinerung seines Brennholzes Hand auleZten. .So Fielen," sagte He. Zacher, als das-neuoermÄhltc Paar in seinem alten Heim wieder angelangt ist, Fieken, nu sttndwMann un Fru." ,.Je wohs,'Herr Zacher ! Sall ick süst noch wat.?" .Du denkst nu wol ok. dat Du mi gor kein Utsturmit in de, Wirthschaft brecht heft?- Js'Ntich so.?" Je, wo sall ick dat weiten, Herr Za cher V .Ja ! Dar iS wshr, Du-kannst nicks weiten ! Na, kortund gaud, Fieken ! up darPaPpeer daNLotterieloos, wat in ,D:en Schwestwibn Zwsfert legen häd, nd wat Du von ihr -arwt'häst hast Du na,.verflehr Di net tm siehr ! dorup Höft Du8Dausend Mark wunn'n!" WelcheThorheit welche lacherlicheVo? aussetzung! .Eine Fieken und erschrecken! Fielen bliebso ruhig und glcichmüthig Me immer. Sie sagte blos nach einer kleinen Pause : .Ne, dit is awcrst spaßig, Herr. Zacher!" Nich ochr?" schmunzelte der junge Gatte. Dat hast Di woll in Din'n ganzen Leweu nich.drömen laten, son'n "Spaß ? ! Ick hewDi vorher keen Wurl dovon Zbxlgt, äwerst nu bicst Du mienFru nn wat Din i-, is'nu c! mien; nu hol mövfixing dat Poppeer rin; up morn will ick sü'lwst nah 'Hamborg riesen un dat Geld hal'n." Ne, dat'Z averst- spaßig, Herr Za eher!" blieb'Fieken bei ihrer ursprünglichen Äuffasiuna der Sache. ' ,Ja,'Fie!cnspaßig is't! äwerst nu ha! dat'Peppecr nn V Je Herr, dat is eben de Spaß, da! ra-dat Poppeer gor mch mtehr heazwer. dauh!" Nich miehr hewwen deihst ? I" fchrnttHerr'Zacher entsetzt auf, und wie öerholt dann tonlos, sich an die Lehne seinewSeffels klammernd : N:ch miehr häst? !?Dat Ppr nicht nuchr HSsttt
! Herr Zachen!" .herreJeses,. Gottes Sohn wim rnert Herr-Zacher und vor seinen Augen wird es jchwarz. Mit emem .Geüt sall mi bcwoah ren' ermannte er'fich indeß und,Fieken bei'den-Schultern fassend, fragte er mit flehendcr'Stimme ,: ,Fieken ! . ick bidd' Di um Gotteswillen ! wach' mal up ! nemm mal eins all' Din poar Sinn'n tausammen: Lwerleg' Di't mal eins rich tig: wo büst Du mit daf Poppecr ble -wen?" ' " Je, Herr Zecher", sagt die Neuver mahlte ohne irgendwelche äußere Spuren von Erregung : .Se meenten'jo, wenn mien Swester för,, dat Geld, wat's för datPoppecr wegsmäten.harr,Linn'n tau Hemden kösft harr? un harr mi dat hin nerlaten, wir'j oak. kläuger west. Nu, so berow ick denn vör'n Dager verteil! dat-Poppeer för 12 Ell'n tnn'n wegtzäwt an so'n Linn'nhusirer, weiten 'S, aß hier bi uns ümmer kamen daut .'Groter Gott !" schrie.Herr Zach und sank aufs Eanape undzin eine.woUhä tigeDhnmacht.
Fieken ging ohne Zogern an blt Be reitung eines Senfteigs in welchem Heilmittel ihre Kenntniffe von der Haus, arzncikunde sich concentriren und legte das Kataplaöma mit dem ganzen Aplomh ihrer Seelenruhe dem theuren Mann auf die Herzgrube. Die beißende Wirkung des Umschla ges weckte Herrn Zacher in Verhältnißmäßig kurzer Frist aus der Umnachtung seiner Sinne. Er faßte 'nach der brennenden Stelle, schleuderte das dort erfaßte Tuch mit dem Senfteig in eine Zimmerecke und schrie ausspringend : Schccr' Di taum Düwel mit dat Tüg!" .Is gaud. Herr!" entgegnete die Dame des .Haukes einfach, und. daö
Scnpfpslastcr von der Diele austesenÄ, sügte sie hinzu : Sa!l ick süst noch wat?" ..Nutschccrn sast Du Di!" toiedechoite
Herr Zacher in erklärlicher aber inoppor. tuner Heftigkeit, und Fielen gingge müthsruhig in die Küche, während Herr Zacher still und bewegt den Hut auf stülpte und zk einem '.'tövokatcn stürmte, dem er die Einzelheiten dieses Unglücks falles ziemlich unzusammenhängend vor trug. ... i i C tVH mm $n:" memte oer necut?vezui!ene. Sie einverstanden sind, will ich mich stehenden Fußes nach 5)amburg begeben und an Ort und Stelle sehen, was sich thun läßt." Reisen Sc !" sagte Hcrr.Zacher. von neuer Hoffnung beseelt, und unterschrieb die Vollmacht, welche der Lldvokat ihm vorlegte. Nach füns Tagen kehrte der Themispruste? aus Hamburg zurück, und wir dürsen in seinen Namen die Versicherung geben, daß er sich daselbst vortrefstich amüsirt hatte. .Leider war absolut gar nichts mehr in ihre? Angelegenheit zu machen,- lau tete das Herrn Zacher abgestauete Ne ferat. -?lcht Tage früher, und wir hat ten gegen Auszahlung des Gewinnes noch Protest einlegen können. Als ich hinüber kaw. war dieselbe aber bereits statutengemäß an den Vorzeiger des Looscs erfolgt, um desjen Persönlichkeit natürlich die Direktion nicht die mindeste Veranlassung hatte, sich näher zu beküm mern. Uebrigens, wissen Sie was, mein verehrter Herr Zacher? Wenn Sie sich die Sache recht überlegen: absolut haben Sie ja eigentlich in der.That nichts v:r loren ; relativ sind es freilich immerhin 08.400 Mark, aber ja, apropos, was ich noch fragen wollte: weshalb er kündigten Sie sich nicht bei Ihrer jetztgen Fran Gemahlin vor der Eheichüs ßung nach dem Verbleib jenes Looses?" Geiht Sei dat wat an ?" erwiderte Herr Zacher giftig. .Nein, durchaus nicht; ich hätte eS nur gern zurBereicherung meines psucho logischen Ersahrungssatzes gewußt. Je denfalls möchte ich mir erlauben, Ihnen hier meine Kostcnnota zu überreichen und Begleichung dieses unbedeutenden Betrag? vvn 213 Mark und 85 Ps. zu bitten." .Gott verdamm' mi ! 213 Mark Ko sien noch babenin !" Und 85 Pfennige," schaltete Hof lich der Advokat ein. .Sühso, sühso ! Nu ja,, dat Seimin Geld kriegen würden, jaden Sei mi ja wol glieks von vörnherin !" brummte, Wuth im Herzen, der junge Gatte. Aber, da ihm weiter nichts übrig blieb, zahlte er. .Statt L8 Duscnd Mark ne Fru un twölf Ell'n Linn'n ! Ficken tau vt Fru mit twölf Ell'n Liun'u! Gott fall mi bevohrn ! Un 213 Mark 85 Fcnnig an den verfluchten Kierl, den.Advokaten, un sößtig Mark to 'n swart sidenKleed! Nee. Zacher, Zacher, wat büst du vorn Esel west !" Und hohnlachend Über sein eigenes Mißgeschick trollte er heim zu Weib und Eottage. Die berühmte. Heilkünstlcrin Zeit örachte indeß, wie w'r zur Beruhigung der seinsühlenden Leserin melden können, auch Herrn Zacher allgemach wieder zu einer milderen Anschauung der Sachlage und machte tbn fähig, sein Leben tn alt gewohnter Weise zu genießen. Die Schoppen Stich'leien seiner guten Freunde verloren nach und nach ihren Stachel und hörten endlich aanz auf; .Zachers Hochlied" wurde ein Bonmot von vorgestern. In seiner Eottage und Lebensweise aber hatte sich kein Titelchen geändert. Herr Zacher blieb für Fieken: .Herr Zacher, wie bzsher, und ne thu, .Fielen für Alles." Daß Bäcker, Schlächter und Kauf, mann das dunkle Loos der Erhabnen durch die Verleihung des Titels Ma dame Zachern" aufzuhellen versuchten, hatte nicht den gertngsten Eindruck auj ihre Laune, weder in douam noch i? taakm pariern : Wie er zu seiner Fruu Lam. von Härrn Schippchen seinem Neffe ZelbA rrjaiji. Also wissen willst De. wie ick in mei ner Alten aekomm'n bin ? Na. im aatte, wie jedtt rechtschaffne Kärl ooch Heide noch nich' nodhwcndig, ärscht zu d'n Zetdungn meine ustucht zu nchm'n nich' bei All'n so zu Schtande aekomm' n is wie bei mir. Das sollst De jetzt harn. Schon zu Läbzeit'n meines Flägeva ders hatte das Geschäft, das iekt An'säb'i n und Ruf in d'r GeZchästswelt genießt, ane ganz bedeidende AusdäHnung. Mel kuder säl'gcr Onkel selbst war kinderlos und hatte mich, seines Bruders Hinten laff'nes ecnaes Kind, m Nckiaenomm'n und schbätcr. was aan; meiner Neiauna enlschbrach, in sei' Geschäft geschteckt. Als nu' mei' Onkel schtarb. fihrte ich als M At , , . Z. ' OUeeniger Aerde das Geschäft fort. D kam vor miÄ ane Srit.d'r anassckträna testen Thätigkcet, Md nor Sonntags ,t i irf fr nCl3 . ! u 1 ., Uiuuytt uj Uliu, kH 3 UJiyiUlJ, Ull undernahm dann mit meinem ffreinde dem Desilatär August Bliemchen,kleenere . . .r. , is- f.t j erntvvr?. guciicic 'suzoauicrgange.' Lyti eeoen vaten oocy vordrasstich zu änan der m'r hadd'n schon in d'r Schule xu samm'n gesessen; er war ibrigens mei iacyvar uns u)x, wre rch ooch, vorlett Y P ' -f fi.J . ... Tjora n yvünnia oas . M'r da rn
das ist em chlunmer Handel aller dings; indessen, daß ich JizrGeld kriege, halte ich doch noch Zur möglich. Wenn
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Vrther, zu metn'n Zeld'n kannte m'r solchen Schwindel nich', un' m'r kam ab'n ooch tu seiner Brau, wenn's oocb
Veede noch keene Frau mch'7 So hatt'n m'r uns denn da ooch vorgenomm'n, de säcksche Schweiz ümal zu besucy'n. Mei' FremdBliemchen war nämlich schon friher dort gewäs'n, un' där konnt's nich genug kob'n, wie schecu's dort gewäfcn wäre. Am meisten aber hatte 's 'n imbonirt, daß de Felsen mit so viel'n Nam'n beschrieb' war'n. Na, m'r wollten also in de säckche Schweiz un' wollten uns're Nam'n ooch ürgendwo anbring'n. Ich dachte schon, ä kannte vielleicht for unfre Na m'n gar kee Pla mähr da sein. Na die Sorge war tdcrstisfig, un' heile kommt
nrr tberhaubt de ganze Sache sahrc Iä cherlich und eenfältig vor. Viel Vorbereitungen haddcn m'r mch' ncethig. Frcind August nahm ä' Pro bukt seiner Fabrik, än' Seelcnwarmer", näailich ä' Flaschchkn Rum un' Karsch, mit. Ich hing m'r ä' zwechankltchcö Täppchen um; in dem Täppchen war cheencr, schwarzer Etsenlack, ä' Produkt mencr Fabrik den wollt'n m'r natürlich nich' trinken. Außerdem jchteckte ich m'r ooch än Binscl ein. Dar sollte uns're Namen verämigen. Frihzcitiq macht'n m'r uns uf de Söck'n. Mei' Freind, den De ja ooch kännst, war schon damals äi Luderchen, a' durch un' durch geripptes Kärlchen un' dorchaus nich5 schichtern; der schäkerte mit all' Mädeln, die n in Wäg kam'n; mich bracht' dadorch immer in de greeßte Äerlagenycet. Na, endlich kam'n m'r an unser Ziel.. Die Felsen sin' märschden dheels aus Sandschtecn; da d'raus ward d'r Schtreifand gemacht. Ich hatte so meine Betrachtung, wie viel Fund Lack m'r wohl gebrauch'-würde, wenn m'r de Felsen rin un' weiß anschtreichen dhäte. Meine Landsfarb'n säh ich näm ltch or met' Lav'n gerne. Während der Zeit hatte Freind August nach allen Ne gcln der Ordegrasic un' Kallegrasie sei nen Bornam n nabst Vadcrsnam'n an ane geeignete Schtelle geschricb'n. Er kinstelte nor noch an an' heechst kunstvoll' Schnarkel 'rum, da kam a' ganzer Schwärm junger, griner Schnäbels: von danen meente eener zu seinen Freinden, da wäre schon wieder so ä' Schmierstnke. Damit ment'r mein'n Frcind. Na, der hatte gllckltcherwclse nlscht gehart, därs nämlich ane sorchtbar hihige Nadur, da hätt's sicher ä Unglick gegab'n. Mich wormte es nadirlich gans eeklich; aber ich htelt 'n Schnabel,denn tch hatte dorchaus kee Verlangen nach än' blauen Vergiß meinnicht. Bliemchen war särtig, und ich mußte scineKunstsärtigkeet bewundern. Mir aber war alle Lust vergang'n, hier ob'n mein'n Namen anzuschrcib'n. 's konnt' wieder solche nasewcis'n Jungens komm'n, un' ä' Ungltck ts bald gcchäh'n. Zu August sagt' ich hier ob'n wär'märsch zu schwindlich, und där glooöte m'r ooch den Schwindel. So ging'n m'r denn wieder de Bestei 'nunter. So än' Bärg zu beschtcigen is schon ä' Heidenschtick Arbeit, zumal, wenn m'r, wie tch, an' kleen' Schmärbauch hat; aber das Nun terschteigcn is fast ä' Ding der Unmceg llchkect. So basnrte marsch denn, van ich ü' paar Mal' schtärzte, aber ich wußt'S allemal so zu drehn, daß ich uf de rächte Seite siel, uf d'r linken hatt' ich ja 's Lacktäppchen. H3, hä, meine Fremd hätte ooch schecnc lachen soll'n, wenn meine kuten, gelb'n Nangkinghosen mit 'n Eisculack in EolliZsion gckomm'n war'n. Unten anae komm'n. vervustetcn m'r rns ärscht ä wenig. 'S lagen iberall große Schtcine, iöcr die m'r, weeß Knäppchen, im Finstern hätte recht scheene schtolbern känn'n. Die mißten eegentlich von Rechtswegen bei Seide geschafft wär'n, . . , - iti oas wäre 0 ane auiflaoc iz n bärverein" Nü.ä" Bliemcken lachte, als ich 'n das sagte. Der schbin W.W. ' S vrnAAlf iß i . - rX f h uuuuiit u.;i(iiuiuivvtivi sujwiyir? un der dicke Fkcescher Schmär, lle Beede oetm Gedärgsverem ,dte und dtech!ee ne bei Seite ickatt'n! Na. ich munte ooch lachen. M'r lachten alle Beede. Die Schtcene hatten aber doch ihr Gutes; m'r setzen uns nämlich d'ruf un' ruhten dorleislg van unser' Schtrabazen aus. Der, uf den ich saß, war recht scheene glatt: Mir gings gleich durch den Kopp, tch dachte for mtch: Hare Schippchen, wie wärsch, ' wenn de dich hier verewigen dhätst. Na, ich bin a' iL'cami oer 3:90,1, lvrrgens war n oocy ... t,i.: ' ... G. Schippchen, Lackfabrikant. Ich selbst freite mich kindlich. De Na zur hatte nu' ooch gar kee Interesse wei !er for uns ud m'r schlängelten uns un' im Grunde fort nach's Städtchen Nsthen u Uf cemal meente mei' Frcind: Bst, 'Achtuna.dort kommt Dei' schcencs viso vj! Verschtcck'' 's Töppchen."" Da muß ich nu' etwas einflachten. In dem Häuschen, mir gcgeniber, war oor än' halb'n Jahr ane ältere Dame, ane gewisse Frau Pinkertcn, mit ihrer Nichte cingezog'n. Und wenn m'r schon de ältere mit d'r schbitzen Nase und d'n Harfen, grau'n Vgen, und den orlallerliebstes Stumsnäschen; die Ogen war'n ooch nischt wen'ger wie malizjes. orz un' kut, mei' scheenes visavi. hatte marsch angedhan, ohne daß m'r bis dato ä', Wort mit ünancr geredet hatl'n. Diese beeden Damen meente mei Frcind Bliemchen. Ich worde roth, w a' gesott'ner Krebs un' hatte gerade noch Jett, 's ' Lacktäppel in de Nockscheescl tasche zu wärg'n, da kam'n je angc schiebt. Ich grißte nadirlich un' Zchwänlte hcezcht ährärbietig mein'tt Hut. De alte Schachtel ging schteis vorrver, als hätt se än NägcnZchärm verschluckt. De Junge aber grißte erreetbend un' lächelte hcrÄst anmNthig. Mep Freind. bei dem 's GeftZl nich' grade sahrc tnu wickelt is, der knuffte mich in de Seite un' fragte mich recht hehnisch, ob ich etwa verschtecncrt wäre. Na ich folgt' ihni sc recht dreimerisch nach, un' so kam'n m'r :ach Rathen un' ooch andllch nachBarne) Endlick. moKtk sstn sähre schbätesein, ging'n m'r secl'nver gNtgt, Wiea paar junge Mope, Arm.ln
leene oicyen imoernnenlcn engcis Zu seh'n, also: eens, zwee, dreie! August sah ganz andächtig zu. Na, die Jreede. als 's endlich in scheinen deidlichcn Lät trn fcii ffftnnh
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;:chcrlocken gar ntch' recht behagte, p gefiel m'r ihre junge Nichte desto mähr; die lmtke ock keene i'chbitze Nase, sondern ä'
Aber yeeme gmg'n'm'r nich' gleich, m'? mußten doch ärscht de großartig' Ein dricke. des dcitiaen Taaes bei än Glasc
k,r verOau'n.
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Arm nach Hause. Bei Pinkerts war zum Gltcke kee Licht mähr, sonst hätt' ich mich in meener Säligkeet noch nach dem Be sindcn der beeden Damens erkundigt. Aber morgen wollte ich's. wecß Knapp chen, nich' vcrseim'n so än hibschen An knipsung'bunkt dorftc m'r nich' außer Acht lasten. Ich träumde de ganzeNachi von än' allerliebsten Schtumfnäschen, von blaue Vcrgißmeinichtogc un' an dcrn Zchccnen Sachen. Meine Leide rissen de Ogen ordentlich läb'Nsgefährlich weit uf, als se mich am andern Morgen anstatt imLack un' Für nisduftendcu Eomtorhabittcheu in mein' allcrgutsbcsten Kadrillgenschwanker er blickten. Ich war nämlich schon um 7 Uhr ) un' fertig zum Antreten, wie's beim Militär hceßt. Aber drib'n hing'n de Vorhange och ganz verzchlaf'n 'run-' ter, und sieb'n is ja ooch for üne Visite bei Dam'ns n' bischen zu zeit'g. Ich faßte mich also in Geduld und wartete, wartete bis achte, wartete bis eine da endlich worde drirut Lä'b'n. Na, bis 10 Uhr legte ich meiner Ungeduld noch Si gcl an, dann gkng's fort, mit gemässenen Schritten, wie sich's for'n ührsam'nLack fabrikanten ziemt, iber de Schtraße. De Magd cffnete. Is das Freil is de gnäd'gk Frau zu schbrechen?"" schlotterte ich in meiner Vcrlagcnheet. Das dumme Mädel guckte mich gans verwundert an, wie de Kuh 's neieDohr. .De Frau Pinkcrten woll' Se schöre chen?- fragte se förmlich erfchtarrt. .Nu, nadirlich, wen Se nischt d'rwi der hab'n,-" meente ich. Nu, drollte se ab; ich Härte, wie se mich drinne anmel det; woruf de Frau Pinkertcn sonder barer Wetse erwiderte : Ich käm 'r ge radc recht, sie. de Drine, solle mich nor 'rcinsihr'n. Na. ich kloppte an deDhire und buckelte mich mitten in's Zimmer, wie ich m'rsch drib'n vor'n Schbicgel cingeibt. Meine Angebetete das hatte ich glcich.weggekriegt die war nich' in d'r Schtube. Ehe ich nu' aber mit mee ner Frage nach dem Befinden der verehr ten Damen zu vchtande gekommen war, hatte sich de Frau Pinkcrt'n schon znr Herrin der. Situation 'gemacht. Se meente: Sei' lieber Harr Nachbar, ehe m'r EenS in's And're reden, woll'n m'r doch ümal ürjcht 's Geschäftliche in Ord nung bring'n; komm'n Se doch ämal mit." Na, ich dachte for mich, for so entgegenkommend hätte ich mär das alte Eisen ooch nich vorgefchtellt. Ich folgt' 'r also vergnigt' in's Nebenschtibchen. 'Dort fihrte se mich so? ä' paar Schtihle ; da driber hingen ü' rothes und ä' gelbes Kleed. Das nämliche rothe un' gelbe Klecde, welches, wie ich mich entsann, gestern '3 Freilein un' de Frau Pinkerten getragen hatten. Da druf Zeichte un' de Fran Pinkerten, ohne ä' Wort zu schbre chen, das war ooch nich' nothwendig. Msr ward's uf eenmal gans armlich zu Muthe. Da jchtand ja mitden bckann ten dcitlichenLcttern uf dem rofenrothcn; G. Schippchen und uf dem gelben : Lücksabrikant, accurat so, nor verkehrt nadirlich, wie ich mich gestern uf dem ver trackten Schtcene verewigt hatte. Mir schwärric Alles vor den Ogen und Oh ren. D'r Schreck hatte, m'r ordentlich Zunge gelähmt. Und weil ich nu' in Folge dcffen gar nischt uf das sich cnt wickelnde Zungenadd'ndad der Frau Pinkertcn erwiderte, schien se mich for an verschtockten Arzbecscwicht zu halten und bälserte nor noch mehr in mich 'nein.' Se meente, das wäre gar keene Benämität nich', sich uf de Hinderdhecle ührfam'r Frauenzimmer zu verewigen, ich sollte mein'n Lack doch lieber verkoof'n ich könnte nor ä' paar neie Kleeder kosen das hätt'. ich nu' for meine Klcxerci. Oh, die Situation war dorchaus nich' angenähm, das kann sich gewiß ü' Jed's t XUfn 1 A r7A f si ijuiiv 4uwu vwv;u;im 4, Ich dachte for mich : Häre, Schibb chen, hier biste gans gehärig in's Fett näppchen gettäten, sei geschcide und sieh. wie de dich anschtündig aus d'r Patsche ziehst. Ich entgegnete also der erzärnten Frau Pinkert mit äner ganz unterwär fig'n, gedämsten A raoll Schlimme, daß ich mei' Unrecht vollkomm'n einsähe; allerdings hätt' de verährten DamenZ ooch ä bischen mähr Vorsicht bei d'r Wahl ihres Nuhesihes gebrauchen soll'n, aber ich wäre ganz erbeedig, for den Schaden ufzukommen. Von meiner säl' gen Dante war'n noch ä paar Kleeder vorhanden, vielleicht kannte mer die zum Ausbeffern der gemißhandelten Hinder dheele verwenden; das ginge' nadirlich nich', daß se mit meiner FSrma in Bärne rumschpazierten, das sähe ja gerade aus, als wollte ich Reklame machen. Da kam tch nu aber scheene an, als ich von de Röcke meiner säl'genFlögcmutter anfing. De Frau Pinkerten meente, da gab's nischt, außerdem hätt' ich missen zum mindesten üne Tafel zu dem Schiene hinstellen, mit der Warnung: Vorsicht, hier is angeschtrichen ! Aber ooch das chatt' ich ÄNtcrlaffen. Na, das war ooch wieder richtig, und ich gab klcenc zu un' sagte, ich wärde mich nich lumben lassen, ich würde Ü paar neie Fähnchen koofen. Ei, du scheene, dheire Schweiz ! Bei de letzten Worte hatte sich uf dem eschoffirten Gesichte de? Frau Pinkertcn ä recht freindlichcs Lächeln eingeschtellt, un' weil nu gerade jetzt 's junge Frei lein hereindrat, so hällte sich ooch mecne kummervolle Miene um ä' bcdcidcndes uf. De Frau Pinkerten war nu' ooch de Liebenswardigkcet selbst; se neehdigte mich sogar, obgleich ja 's Geschäftliche voriber war, zum Sitzen, was 's jnnae Freileiu gar nich' Angärne zu sehen schien. Se erknndtgten sich nu ooch nach mem'n' Verhältnissen, was mich sähre wohldhuend berihrte un als de Frau Pinkerten nu Härte, daß ich ecgendlich mntterseclenallene daschtände, lud se mich sogar recht freindlich ein, se, wenn m'rsch sonst angenehm wäre, ja recht oft zu besuche, Jbigcns sollt ich nor vorleifig de Kleeder noch nich koofen, in zwee Monaten wäre ja Fahrmarkt, da tttcch'.k met Alles viel billiger. Na, siehstc, riei dhcirer Neffe, da hatte sich ja Alles zu kuterlekt noch recht schee gemacht. Daö ich mer de, Worte von .wegen! der Einladung hinder, de Ohren schrieb. kannstc daraus ersah, daß ich zum Michaelismarkte unter Assistenz der Frau Pinkert zwee scheene Kleed kooste, von denen das eene a weißcö, seid'nes war, das '3 junae Jrcilein ing, als aus -chr de Frau Schippchen w,rde. Sieh sie, so kam ich znänciner Frau
Victoria i
Ein kleiner Roman aus Wie.' , Di Hauptpersonen eine hübsche iunge Dam, und ein hübscher junger Mann. In der That ein Paar, rvie man eZ sich prächti: ger nicht denke könnte. Sie lernen sicZ kennen, lieben und wollen" heitathen. Aber die Eltern de3 jungen Mannes ver, roeigern ihre EZumilligunz hiczu, mcil nun, eö gab taufend Grunde für diest Weigerung und dsS Schlußrcfums gipfelte darin, dak diese Ehe auf fcii Dauer keine glückliche bleiben melde. Aber die Liebe ist eigensinnig, der jung, Mann verlies des 'elterliche Haus, um ohne die Zustimmung seiner Eltern zu erlangen, hcirathete erdas Mädchen, bzl bis dahin als die 'stolzeste Zierde einet bekanntem Wiener Damen-Medesalonj gegolten und ob ferner imposanten Er scheinung überall Aufzehen erregt bat. Sie war glücklich und rief Victoria !, als sie die Stätte ihrer bisherigen Wirksamkeit erlösten konnte, um dem Gatte zu folgen.... Die Neuvermählten rer, ließen Wien und zogen in eine klein, Prooinzstadt, wo der junge Mann ein, bescheidene Stellung annahm, denn et war auf sich selbst angen)iesen und konnt, auf die Unterstützung seiner Eltern nich mehr rechnen. Ein, zwei Jahre lang freute sich d Paar seines Mück-5. Dann, als der Rausch der ersten Liebe verflog, kernt die schöne Frau allmälig auch die Schar tenseitek des Lebens in einer Provinz stadk kennen. Die Sehnsucht nach dem czroßen Wien erwachte mit aller Macht in ihr, die Einförmigkeit ihrer Umgebnnz und ihres Verkehrs wurden ihr uncrtragt lich. Aus diesem Unbehagen flüchtete fit in ilrem Gedanken immer wieder zurück in dte Residenz, in deren Schönheiisgallerie sie einen so hervorragenden Ranz eingenommen hatte. Und eines Tages reiste der Entschluß in ihr, das Prooinz nest und den Gatteit zu verlassen und nach Wien zurückzukehren, und alS sie im Eisenbahncoupö saß, Um einer neuen Zn-. kunst entgegenzueilen, erklang es wieder voll Glück von ihren Lippen Victoria!" .... Und nun war sie da in dem schönen Wien, in dem man die Frauen verehrt und sich vsn ihnen himmlische Rosen ins irdische Leben pstechtcn laßt. Jbr erster Weg war in den Modesalon, sie erschien wieder aus der Statte ihrer er sten Triumphe, man nahm sie auf in ihre frühere Stellung und jetzt riefen die Eollegeil ihr zu Victoria !" .... Der Eheroman ist zu Ende und die Eltern deS nun rercinsamten Mannes behielten schließlich Recht: Die Ehe blieb auf die Dauer keine glückliche und als der reuigl Sohn ihnen" die vollzogene Trennung mittheilte, erklang es euch von thuen: Victoria ! NusfischesSectenroefen Im Valachna'schen Kreise in Rußland cristirt die retigiofs Gemeinschaft der Pomorjanen, roelche verschiedene eigens thümliche Sitten besitzt. Das FsmUienr leben derselben unterscheidet sich dadurch von den übrigen Bauern, daß in ihnen nicht der Vater, sondern eine cdcr meh rere Töchter die Hauptrolle spielen und das größte Ansehen genießen. Diese Mädchen merden fchsn in früher Jugend für ihren bohen Beruf bestimmt und'jlnd zu lebenslänglicher Jungfräulichkeit verpflichtet. Nichts unternehmen die HauS genoffen, ohne vorhergegangenen Se gen dieser Töchter, ,venn dieselben auch noch Kinder sind. Sie sind es auch, welche für die Verbreitung ihrer Lehre forgen. Haben sie einen Proselvten herumbekommen und ist derselbe durch Fasten und Beten genügend vorbereitet, so wird er in's Wasser gesteckt, wobei er sich das Kreut. welches er blS darnn ge tragen, abreißt und nach Norden hin wirft. Hauptsächlich sind es Frauen, und zwar womöglich wohlhabenoe, aus welche die Pomorjanen-Jungsraucn es absehen. Slu allen Festlichkeiten nihmen sie Theil, werden dabei ganz besonders gut gespeist und erfreuen sich in Folge deffen eines beneidenLwerthen Wohlseins. Mohn als Schau p fl an z e. Einige Mohnarten sind im Garten von hervorragender Wirkung als Schau pflanzen, wenn Blumenbeete oder Gruppen auf Rasen in prunkender Weise ausgestattet werden so llen. Dazu eignen sich besonders Arten, lapavjr Orientale und Papa ver bracteattirn. Die Formen von letzterer wachsen alle auf recht, und die Stengel erreichen eine hohe bis zu 3 Fuß. Jeder Stengel trägt nur eine Blume von bedeutender Größe. Von .I'avAver Orientale sind es besonders z?i Sorten, die als neu viel belobt werden: Seif Scarlet, ktne wirklich prachtige ungesteckte Äarletat, deren scharlachfarbige Blumen einen Durchmesser bis über 8 Soll erreichen. Ferner lloso Qucen, eine ganz neue Färbung, deren Ton rosalila genannt, werden kann. Von den drueteaturaBarietaten gelangen als neu ., in den Handel: Tbe Shali, tief fcharlach und weit über meterhoch; logut glühend kanno sin-fcharlach mit breiten schwärzen Flecken; und 1)ue ok eelc"kine Sorte, deren Blumen über 6 Zoll im Durchmesser halten und in dem lebhastesten Carmosin erglänzen. Alle die hier genannten Sorten halten viele Jahre au und kommen fast in jedem Voden fort. Uni der König i n r a r t. Als Karl II. von England im Jahre IL60 zur Regierung gelaugte, erließ er die Bestimmung, daß Damen im Theater auf der Bühne' nicht mehr erscheinen türften und Frauenröllen von Männern gespielt werden sollten.- Eines Tages begab sich der König in's Theater mußte ber auf den Beginn der Vorstellung lange warten. ' Endlich schickte er zu:n Theaterdirector und ließ diesem die heftigsten Vorwürfe wegen der verspäteten Vorstellung machen. Derselbe erwiderte aber schlsafertia: Saat denz König, die ex. t7 i ii t . chuld traft nicht mich ; öle Königin ei noch nicht rasirt unb daher könne nicht Küher begonnen werden." Dies wirkte dahin, daß beregte Verordnung nur in gewissem Umfange Geltung behielt. Modern. Freier: Ich weiZz nicht, was Sie gegen neine Vewerbunz tin'zuwcuden haben. Herr Eommercienrath. Ich besitze eine gute Slcttung lebe !n geordneten Verältnlsien habe klso. keine Schulden. DaS ist eZ ' kben. Mein zukünftiger söhn muß Schulden haben !
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