Indiana Tribüne, Volume 13, Number 198, Indianapolis, Marion County, 6 April 1890 — Page 7
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Die Einsame. VutOklchlchKdon Pnl ffrkMZk.
Alle freuet sich und hoffet, j,: ... fflöeaa be$ Qrugiina ii$ etaest. Heftige Stürme halten gebraust, der Winter War dem Frühling endlich in dem letzten genzaltigen Entschcidungskampfe erleg?, milde Lenzeslüske wehten, und t ging ein neues Hoffen, ein neues Leben und Weben durch die so lange erstarrt gewesene öde Welt. Ostern, das Fest des Lichtes und der Auferstehung a? Wieder herangekommen, und die Menschen und' .die Natur hatten sich zu der frohen F?ier gerüstet und geschmückt. . Die Glocken klangen feierlich durch die Aare, ulney frische Morgenluft und riefe die Andächtigen zur Kirche ; in dichten Schaaren drängten sie sich in das Gotteshaus, das bald 'bis auf den letzten Platz gefüllt war. Als eine der letzten trat ein Mad chcn, das 'nicht mehr im ersten Jugendalter stand und dessen Reize im Herwelken begriffen waren, langsam ein. " Ihre dunklen, schwermüthigen Augen verriethen ein tiefes Weh, um den feingeschnittenen Mund zuckle es oft schmerzlich, die bleichen Wangen zeugten von mancher durchwachten Nacht, und die große, schlanke Gestalt umschloß ein schwarzeJ Dewand, das die Weiße ihres Antlitzes noch mehr hervortreten ließ. Müde und abgespannt, setzte sie sich auf eine etwas abseits stehende Bank. Mächtig brauste die Orgel durch die weiten Räume, und Alle stimmten in die fröhlichen Osterlieder mit ein, auch -Marke versuchte zu singen, aber die Kehle war ihr wie zugeschnürt, sie brachte , keinen Ton hervor. In Gedanken verloren starrte sie vor sich hin und seufzte zuweilen wie unter einer schweren Last. Manches Auge richtete sich mitleidsvoll auf die Einfame", ,, wie man sie allge'mein in der Stadt nannte, und wohl mancher hätte ihr helfen und sie trösten mögen, aber sie lebte abgeschlossen' für sich, wies jeden Versuch einer Annäherung zr?ar freundlich, doch bestimmt zurück und vertraute Keinem ihren Kummer an. Man sprach zwar dies und jenes über sie, doch Niemand war genau über ihre Vergangenheit, über den Grund ihrer tiefen Traurigkeit unterrichtet. Der Geistliche hielt eine einfache, , schlichte, ergreifende Predigt über die . Auferftehüna. über ihre hehre Bedeutung r- 1 t J l mt'J.r.t..tL- r.'JZ !U? das Hen ocr luuniqani, cnu Worte athmeten Versöhnung und Liebe, Vergebung und Hoffnung, "Frieden und Freude an der Welt und mit der Welt; er wußte mit fortzureißen und .zu üterzeugen, seine Rede weckte einen lauten, harmonischen Widerhall und klang in der herrlichen Tröstung aus: O, armes Herz, sei nicht bang, nun muß flch Alles wenden. Marie war ebenfalls aus ihrem Vrüteil aufgestört worden, die verheißungsvolle Zuversicht des bedeutenden Kanzeb rednerS hatte sieruhiger,wekcher gestimmt, und sie trat gefaßter, wie sie gekommen, den Heimweg allein an. In ihrem einfachen, sauberen Siübchen angelangt, öffnete sie ein Kästchen und entnahm demselben das Bild eines jungen, hlondm Mannes. Tasselbe bildete ihren höchsten Schatz; sie stellte es vor sich auf den Tisch und betrachtete eZ mit leuchtenden Augen. Wie reich und vielversprechend war ihr Leben gewesen, wie arm, elend und ver lassen stand sie jetzt auf der weiten Gotteserde da. Ein unsägliches Weh crgrisj sie nach einem Glück, das entschwunden, durch ihre Schuld unwiederbringlich ver . loren war. Komm zurück, Geliebter, ich bin geläutert, eine andere geworden", entrang es sich sehnend ihren bleichen Lippen. Ich will Dien hegkn und pilegen. Drch entfchädttk für alles Leid, alle Enttäu: schungen, welche ich über Dich gebracht. O Gott, ich habe genug gebüßt." Sie hatte aufschreien und Erleichterung für ihren Jammer in einem Thränenz streu: suchen mögen, aber sie bezwäng sich und richtete sich muthig auf. Ein Lächeln glitt über ihr abgehärmtes Gesich?, uns frohe Träume aus der Vergan genhcit i:i ihr auf. Mi; hingebender Treue hatte Kurt um sie geworben, gern hatte er mitihr Alles, wab er besaß, getheilt und gcnofnosscn, aber erlebtem beschränkten VerHältnissen und konnte ihr als Schriftsteller ohne Namen kein glänzendes LooS , bieten wie sie es wünschte und für ihr Glück als unerläßlich betrachtete. Sie war verwohnt und mit allem Lurus erzo.gen worden, launenhaft hatre sie mit dem Manne, der ihr allein mit Aufopferung und Innigkeit huldigte, gespielt und ihn bald c:t sich gezogen, bald von sich geDgßkn. ' - " ' '"' -' Einmal war doch ihr wahres Gefühl für einen Augenblick erwacht, und Kurt hatte ihr seine unaussprechliche,, Liebe gestanden, und sie hatte glückstrahlend an feiner Brust geruht. Es war an einem Ostertae vor acht langen Jahren gewcsen, und sie ennnerte sich heute mehr ls je an die einzige, wahrhaft selige Stunde in ihrem Erdenwällen.' Sie sah ihn in feiner fchlichten, biederen Mannlichkeil vor sich, sie fühlte den warmen Druck seiner Hand, den berauschenden
Kuß seines Mundes, und seine treuen, ' blauen Augen tauchten sich voll Verlangen und Sehnsucht in die ihren. Aber von falschem Stolz, Hochmuth und Wankelmuth vergiftet, hatte sie den ehrlichen Mann immer kälter und kälter behandelt, als ihr ein hochgestellter Beamter mit feinen und' eleganten Manieren den Hof zu machen begann. J:r Eitelkeit und.Thorheit, in Verblendung und Ueberhebung warKurt schließlich von ihr gewiesen worden, verzweifelt hakte er ibr beim frostigen Abschiede zugerufen: 'Mögest Dn nie so einsam werden, wie ich es fortan bin, mögest Du nie die Enttäuschung fühlen, welche mich beinahe zum Wahnsinn treibt." . , Und sie war einfam geworden, man nannte sie sogar die Einsame".' , Kaum hatte Kurt für immer die Gegend verlassen, als ein Unglück nach dem anderen über ihre Familie hereinbrach. Marie , wähnte wohlhabend, ja ' reich zu fein, allein bei der Verschwendung und' Genußsucht ihres Vaters war die Wirthschaft zurückgegangen. Um sich wieder empsrzurasien, wagte er sein letztes Vermögen n eine Spekulation, welche fehl :!. schlug. ' Sein Gut kam unter den Ham-
mer, und er mußte, von Haus und Hof als ein gebrochener kranker Mann schciden; er überlebte den schweren Schlag nicht lange und fand bald Ruhe in der kühlen Gruft.. ii: Seine Frau und Tochter zogen mit Venig Habseligkeiteu in eine ferne Stadt, wo sie ein kümmerliches Dasein fristeten. Der schöne Eavalier hatte, als der Zusammcnbruch des Vermögens erfolgte und die reiche Mitgift zur Unmöglichkeit geworden, Marie den Nucken gekehrt, ebenso wie alle anderen Freunde, und Bekannten. Wie oft dachte sie an Kurts Worte, wie oft wollte sie ihn um Verzeihung bitten, aber sie konnte seinen AnfentHaltsort nicht in Erfahrung bringen, und alle ihre Bemühungen blieben fruchtlos. Langsam, freudlos schlichen die Jahre vorüber, das kleine Vermögen ihrer Mutter war fast aufgezehrt, und Marie mußte ernstlich an die Erwerbung ihres Lebensunterhaltes denken. Das frische Noth ihrer vollen Wangen war erbleicht, ihre Augen hatten den bezaubernden Glanz verloren, ihre Schönheit war gefchwunden wie ihr frischer, froher.Lebensmuth. Mühevoll verdiente sie nun mit Musikunterricht, was sie uothdürftig brauchte, verlegen erschien sie in den varnehmen Hausern, welche ihrem einstigen Heim glichen, und , still und ruhig ertheilte sie ihren anstrengenden Unterricht. lIhr Stolz und Hochmuth waren ge; krochen, aber ein Mutterherz schlug noch warm für sie, und in den stillen Abenden konnte sie mit der Einzigen, die ihr das Schicksal gelassen, von vergangenen, glänzenden Tagen plaudern und träumen, konnte sie der treuen Mutter das Leid, das Weh, die Enttäufchungen, welche sie durchgekostet, anvertrauen. . Umgang pflegte sie nicht, sie war ver bittert durch ihre trüben Erfahrungen. Sie haßte nicht die Menschen; aber sie waren ihr gleichgiltlg, sie, vermochte ihnen nicht Vertrauen und Freundschaft entgegenznbringen, jle, wollte sich nicht aüssprechen und sich zu einem Gegenstand des Mitleids herabwürdigen. , Als sie eines Morgens in das Wohnzimmer trat, fand sie ihre Mutter entschlafen auf dem Söpha vor, ein Herzschlag hatte schmerzlos das Leben der frühzeitig gealterten, einst hübschen Fran geendet. , Marie konnte nicht weinen, mit schreckenerregender Energie und Ent-
schlossenhett ordnete ne die traurigen Vorbereitungen zum Vcgräbniß an, alles war in ihr und um sie todt. Sorafällig hegte und pflegte sie daö einfache Grab, das ihre letzte Stütze barg. Marie trug ihr schweres Schicksal und die vollkommene Vereinsamung, ohne zu klagen; Jedes hielt sie für verschlossen und kalt, aber doch schlug ein warmes Herz in ihrem Vusm, und es fasste sie oft ein unsagbares Sehnen nach dem ei nen geltebken Manne, den sie von sich getrieben. Eitle Traume, eitles Hoffen, ihn jemals wieder mit ihren Armen zu umschlingen, sich an seiner Vrust hilse suchend zu bergen und zu lehnen. Aber trotzdem kam eS heute auch über sie wie eine Befreiung von einer schweren Last, der Frühling schien auch .ihr Vlüthen und Alumen zu streuen, der Sannenschein auch ihr umdüstertes Innere zu erhellen und zu erwärmen. Eine Wandlung bereitete sich in ihr vor, ihr besteres, sanfteres Selbst rang sich siegreich empor, sie wollte wieder mit der Welt in Frieden und Verkehr leben, dieses Ostern sollte auch für sie e'm Fest des Lichtes und der Erstehung zu einem freundlicheren Dasein werden. Sie machte sich zum Ausgehen fertig und schlug emeu Waldpfad ein, welcher zu der Vergschenke. einem viel besuchten Aussichtspunkte, fuhcte. Sie jah heute zum ersten stsa'e nach langen Zähren mit Interesse, oaß die Erde sich wieder erneut und ein färbenprächtiges Gewand angelegt hatte; sie horte auf den Gesang und das Zwitschern der Finken. Amseln und Meisen,- welche sich mit süßem Liebesgirren lockten, das Jubiliren der Lerche, welche in dem blauen Aetber emporstieg, drang wohllautend in ihr Ohr. Die weißen Auemoncn, welche so oft die Einsame gefchaut, schüttelten verwundert die Köpfe über daS eigenartige Menschenkind, das sich heute über ihren Anblick zu freuen schien. Die im ersten, zarten Grün prangenden Anchen, Eichen und Birken, welche sich fast immer, wenn Marie unker ihnen gewandelt, seltsame Geschichten über verlorenes Hossen, begrabene Liebe lind bitteres Leid zugeraunt hatten, flüsterten heute am Östertage von neuem Lieben und neuein Leben, neuer Freude ,und neuer Seligkeit. . Die weichen Lüfte nmkosten ibre Wangen und zauberten ein zartes Noth hervor, selbst die zahlreichen, fröhlichen Spaziergänger, welche daS Erwachen der?atur in vollen Zügen genießen wollten, blickten dieEinsame mit aufrichtigem Mitgefühl an. Plötzlich eilte aus einem dichten Eedlisch ein kleines, blondlockiges Mädchen, dessen älteren Geschwistern sie Elavierunterricht ertheilte, hurtig auf sie zu und streckte ihr glückstrahlend ein Veilchensträußchen entgegen.j Da,,ukmin, das hab :cy für !)iaj gepflückt", sprach die Kleine mit süer Stimme. I:' I A ::f !f ? KG , Merie beugte sich gerührt zu vem Kinde nieder und fuhr streichelnd über das weiche Haar. Die kleine, selbstlose Gabe that lhr unendlich w.chl, es war ihr, so leicht zu Muthe, und sie fühlte sich zum ersten Male wieder zu anderenMenschen hingezogen. Papa und Mama kommen mich," sagte die Kleine nach einem Weilchen ; .willst Tu m!t uns gehen?" W!arie , nickte lächelnd ja, nahm die Kleine bei der Hand und stieg ' langsam auswärts; sie erfreute sich an dem harmlosen, glücklichen Geplauder dcS Plappermäulchens, daS ihr von den blühenden Blumen, den singenden Vögeln, den bunten Ostereiern erzählte und den vorüberfliegenden Citronenfaltern nachlief. MarieS Schülerinnen und die Eltern I derselben holten sie allmälia ein und er- - neuerten die Einladung ihres Töchterchenö so liebenswürdig, deß d?e Äerlassen nicht ablehnen konnte und in der munteren Gesellschaft , ihr tiefes Leid t etwas vergaß und nicht mehr einsam war. ! Unter heiterem, anregendem Geplauder , floh der Nachmittag schnell dahin, und
mehr als einmal kam Marke daS Dichterwort in's Gedächtniß zurück: O, armes Herze, sei nickt bang, nun muß sich Alles, Alles wenden." In der Vergschenke wimmelte M hcnte von geputzten Leuten, und der große Raum reichte kaum für Alle aus welche der festliche Frühlingstag üvs Freie gelockt hatte. Ziemlich am Ende der Halle, den Jiücken dem Eingang zugewendet, faß Marke und achtete nicht auf dn'jcnigen, welche kamen und gingen ; sie war zu sehr mit dem kleinen Kreise, bei dnn sie heute Gastfreundschaft genoß und. mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Es herrfchte ein bunteS Gewühl und' eine echte, wahre Ofterstimmuug; der Bann, der auf Allen gelastet, war wie daS Eis, das bisher Alles umfangen gehalten, gebrechen, und man blickte dein Lenz und' den Sommertagen freudig entgegen. , Die svttne begann schon zu sinken, als ein großer, blonder Mann, dessen gebräuntes Gesicht ein dichter Äollbart umrahmte, und in dessen blauen Augen sich Mild? und Liebenswürdigkeit paarten, den Saal betrat und in einer Ecke Platz nahm. Niemand kannte ihn, und Verschiedene betrachteten ihn mit aussätliger Ncugier und streckten flüsternd die Kopse zusammen. Der Fremde kümmerte sich nicht darum und schaute gleichgiltig ans die Menge um ihn her; plötzlich blieben seine Blicke auf Marie, die sich gerade nach dem her? abgefallenen Veilchensträußchen niederbeugte, hakten; es ging wie ein Heller Schein über sein männlich schönes Ant!itz. und eine große Unruhe bemächtigt lich seiner. , - , I Wenn sie eö wäre, die ich so lange; sergebens gesucht, dächtt er und beöv,' achtete sie mit regem Interesse ohne thu terbrechung, aber er konnte nur ihr Prosil erkenne und Zweifel und Ungewißheit plagten ihn. Trotzdem war eS ihm, als sb er auf sie zueilen sollte; es zog ihn mit 'unwiderstehlicher Gewalt zu dem Mädchen, !von dessen traurigen Schicksalen er gehört, die verschiedensten Erreguugen spielten sich auf seinem regelmä? ßigen Gesichte wieder, und er wurde von Minute zu Minute ungeduldiger. Endlich erhob sich die Familie, zu 'der sich Marie hente gesellt, und schritt dem ölnsgange zudie Einsame mit dem klcin,n Mädchen an der Hand folgte langsam nach. Kurt zuckte bei dem Anblicke der einstigen Geliebten schmerzlich zusammen, uild ein tiefes Mitleid und eine tiefe Rührung bemächtigten, sich feiner.- Das Schicksal hatte untilgbare Spuren in die schonen Züge der früher viel bewundertcn, viel beneideten Erbin einaearabsN,
Hi,liii;iI(Ii!i:;'i(j;;:!ii!'ii!i-:lifi!!'i!i;,?lll'Si,'ffii'ill'i sie mußte unendlich gelitten und gekäinpft l aien ; nur in den Äugen lag noch etwas von dem Glanz und Schimmer der frohen Jugendzeit. , Marie verließ, ohne aufzublicken, die Halle, und Kurt hörte, wie eine Fran am Nach bartische ihrer Freundin zuflüsterte: Ei setzt, die Einsame ist beute in Ge sellschaft und schaut nicht mehr traurig fein ;k jtk . K X 1 ffc d Jt uas iiuynui um, ; Ich gönnte es ihr von Herzen, sie hat mir immer leid gethan ; sir ist noch jung und hat Rechte an daS Leben," entgegnete leise die Andere. Kurt stand auf und behielt Marie, inbeul er hinter den Bäumen Deckung suchte, im Auge. Sie trat mit dem Kinde, die Eltern und Geschwister desselbey waren ein Stück voraus auf eine Anhöhe, welche einen hübschen Ausblick gewährte. Vor ihr breiteten sich lachende, grüne Fluren und Felder, zur Stechten und Linken von Laubwäldern begrenzt, ans dem Thale grüßte die Stadt mit ihren rotLen Ziegeldächern herauf, deu Hintergrund bildeten hohe, sich thürmende. blaue Berge und Allcö war von, dem goldenen Licht der Abendsonne Hinflössen.' , Eine Amsel schlug in nahen Bnsche. und eine "andere gab ihr ü e ?lntn o t. Frieden und Ruhe war über NlleS ausgebreitet, als ob jeglichr Kampf und jeglicher Streit ein Ende haben sollten. Marie blickte wie träumverloren in die Ferne, Thränen perlten in ihren Augen, cm, Seuk;er hob ihre Brust und sie streckte die Arme sehnend und verlangend aus.' Weine nicht, ich habe Dick lieb!" sag,e die Kleine und schmiegte sich dicht an sie. Marie antwortete nicht, sie war in tieseZ Sinnen verloren und schien Alles um sich her vergessen zu haben. Marie!" schlug , es plohlich,, an ihr Ohr, doch ' sie blieb wie gebannt stehen und ihre Hände drückten sich krampshaft auf das heftig schlagende Herz. Marie!" tönte es noch eindringlicher nnd weicher zn ihr hinauf., Sie wandte sich zögernd um, ein jähes Roth bedeckte ihre Wangen, ein leiser Schrei entfuhr ihren Lippen, zitternd tlnd brbend hielt sie sich an der Brüstung fest, um nicht zü fallen. r Im nächsten Moment stand Kurt, bei ihr und stützte sie mit starken Armen. ' Hast Du mir vergeben?" flüsterte sie schüchtern und leise. Ich lieb: Dich mehr als je, Du sollst nicht mehr' ;die Einsame" sein", gab der treue Mann kamn hörbar zurück und zog sie innig an sich. ...., Das Kind blickte lächelnd zu ihnen auf und wußte nicht, was es sagen sollte, aber die Liebenden zogen eS zn sich empor und küßten es herztich. ö Langsam traten sie den Rückweg an, und die öcleine lies spielend und Blumen pflückend vor ihnen her. ' , ,,, Mary und Kurt vermochten dvor Erregung nicht viel zn sprechen ihre Augen sagten, was sie fühlten und was sie durchbebte; vorbei die Einsamkeit, die Freudlosigkeit, die Oede und Leere, der Frühling war in ihrem Herzen neu und Herrlich wieder geboren, die fast' erstorbene hoffnungslose Liebe in ihnen mit dem Östertage neu erstanden, neu entflammt; es hatte sich Alles, Alles glücklich gellroendeti lltlfll ' ' lt ' (111 .s.,, , E n o r m. Von der gradezu unheimlichen HaarerzeuaunqSfähiakcit die ses Haarbalsams machenSie sich gar keinen Begriss zderselbemardurchZufall auf meinen Fuß gelangt, und denken Sie sich kurz daraus hatte lch Auaenbrauen und Wimpern an meinen Hühneraugen. , H e r r (t n einem N e st a u rantV. . . . . .Mein Fräulein, ich liebe Sie ! ... . Lieben Sie mich wieder?" -Fräulein: Ja!" Herr: .Kellner -'n PfarrerZ-
ii Auf der großen Imker Ausstellnna zu B. war es, wo Auton Bumke leine Bienen-Königin" erstand. Er fand sie idealschon, mit dem " zierlichen Küraß.' den goldenen" Augen, und den schwarz und gelb geringelten Bcinchen. , Zu ihrer Uebersührung zu seinen Vclkern" construirte er eine schedifche Strcichholzschachict. deren Holzdeckclcr durch "einen durchlöcherten Papierdeckel ersetzte. Dahinein sperrte er die Koni' grn, und zu ihrer Gesellschaft vier Arvcitsbiencn, damit sie sich nicht bangt" wie der sinnige Jüngling bei sich dachte. Wieviel versprach er sich von der zu erzielenden Kreuzung mit der Nace seiner Btcncnttocke, w,e flo:, verzenkke er d,e Schachkelin die TMjchtroßkarritten Bcinklcider! U W M ;,3in noch eine Depesche nach der nur zwei Stationen entkernten Staor.' wo er seine Braut nebst chwlPerhmtser auf der Durchreise besuDeH 'wollieMund nun in höchster Eile nach dem, zur Abfahrt fertigen Zug. ' , Die Locomotive pfifft AntoN Gumke rast über den Perron, stürzt in das nächste bereits sehr gefüllte Coupöe, und fällt dabei über die ausgestreckten Beine eines alten Herrn, wobei, er sein Haupt sehr unsanft auf die spitzen Kniee emer spindeldürren alten Jungfer bettet, dte laut aufkreischt. Nach melen Entschuldigungen kommt Anton endlich zum Sitzen, wobei ein ziemlich deutliches der, Kerl, scheint besoffen" an des unschuldigen Jüngliugs Ohr dringt und V'H jlsV ffQ r. V " ihn tles errozhen macht. Er versucht, durch Stillsitzen und mögkichst harmloses Aussehen diesen dunkeln Verdacht von sich abzuwälzen leider fühlt er jetzt ein heftiges Kribbeln am rechten Aein. ' Verstohlen tastet Anton nach der bctroffenen Stelle wobei er ans Verfchm, feine 9!achbarin, eine dicke Schlächters frau, streift. Daß daS nicht noch 'mal vor: kommt, junger Mann", bemerkte sie cntrüstet. :- ' Anton erröthete abermals tief fährt aber im nächsten Augenblick wild in die Höhe. Jotte doch was will er nun schon wieder," kreischt die alte Jungfer. Sie sollten sich schämen, in so einem Zustand zu anständigen Menschen einzui steigen," bemerkt mißbilligenden Blickes der alte Herr. Daß so Etwas gelitten wird, ist empörend" murmelte er aus der Ecke., In diesem Augenblicke sühlt Anton Bumke einen heftigen Stich er fährt zusammen und saßt' dann vornchtlg in die Tasche. O Gott! seine Ahnung hat ihn nicht betrogen die Schachtel ist beim Sturz ins Coupöe zerbrochen der Deckel zerplatzt von einer Königin und ihrem Hofstaat keine Spur Und jetzt sticht es an zwei freuen Anton stößt einen wilden Schrei aus und fahrt verzweifelt von seinem Sitz in die Höhe. Gott im Hnnmel er wird wahnsinnig!" kreischt die Schlächtersfrau. wchamun wchalmer !a ,en Sie uns heraus ein Irrer!" schreit Alles durcheinander. Anton Bumke zchrelt von Neuem, ttm Gotteswillen er verfällt in Tobsucht" schreit die alte Jungfer. Ruhig! rnhia!" beschwichtigt der alte Herr. Was fehlt Ihnen fagen Sie es uns!" wendet er sich an Anton. 3ch rann es nicht meyr aushalten," schreit Anton sie sind auSgebrochen alle und sie stechen ich hin schon gestochcn verlassen Sie Alle daö Eoup?e ich muß allein sein sonst werden Sie aucy gejtoen. Er ist verrückt em ausaebrochenet Irrer Schaffner Schafstter" schrien I r L ne ourcucinanoer. Am 0cneii tze'ijtcr erjchlcn jetzt der Schaffner. Gleich, meine Herrschaften aleich hält der Zug was? ansgebrochcn? gleich oU das untersucht werden." Ein gellender Psiff. Station X." In wilver Flucht stürzten Alle heraus : vom Schaffner benachrichtigt, nähert sich langsam der Stationsvorsteher. . Er postirt sich, nachdem die Eoupetbür sorgfältig' Aeschlosscn,' am osfcnen Kenner. Sie geben also selbst su daß Sie ausgebrochen sind?" beginnt er das Verhör.' freilich, retllch! versicherte Anton s.tf iV fHI ... ä qnci. .'tue nnd auSgebrochen." Alle 'i wie Viele waren es denn?" , öünf," jammert Anton, vier Arweiter ach um die ,wäre eS kein so großes Unglück aber auch die Königin ist fort." Was? eine Konigin? wie sah die denn aus?" fragt fpöttisch der Beamte. Ach sie hatte goldene Augen und schwarz und gelb geringelte Beine" Nette Königin," lacht der StationsVorsteher. Und die anderen? wie sahen denn die aus?" 1 Gott V- wie eben gewohnliche Arbeiter aussehen eine Biene sieht aus wie die andere." ' .Jetzt halten Sie 'mal hübsch die Gedanken zusammen, junger Mann)" unterbricht ' ihn strafend der Stationschef. .Bleiben Sie "mal hübsch bei der Sache und haben Sir jetzt , nicht wieder Bienen im Kopf." " 1 , Aber im Kopf hab' ich sie doch nicht," jamniert Anton, .fondern in'", " ' .Na,, ,o denn?? ) ermuthkgt der Beamte.' v i ,,. 'Ki'x-4 ''ii- 2', 1 il ' .Jn den H. . , jDaS lochte Wort flüsterte Anton dem schallend Auflachenden, in die Ohren. JÄ hatte ein Loch in der Tasche da müssen sie durchgekrochen fein" Wer ist durchgekrochen?" fragt der Stationschef erstaunt. i ;, Nun, eben die Königin und die vier Arbeiter " klagt Anton. j Hähahahal" lacht der Stationschef eine Königin und vier Arbeiter in den hahahaha na I nur ruhig was schrei' n Sie denn schon wieder?" , Au ! '! , schreit Anton ich !, Halle tl nicht mehr aus!" ' i Die Glocke läutet ab. Noch immer
Wenn einer Pech hat: HllW??kkvou T. SU
U Wß .VT -'s 'ü iV! ,,:Hi,,;l. siglr , lachend tritt der Vorsteher zurück feine Schritte lenken sich zum Telegraphenburean, um dort die nothigen Anordmmgen zum Empfang des JrrM?' an der nächsten Station zn treffen. ' Der Zug fährt. Anton ist allein. Ar kann das Stechen nicht mehr ertrazen. Mit schnellem Entschluß streift er zie gcoßkarirte" ab und näherte sich )em Fenster. Drei Bienen schwirren lustig in's Freie zwei sitzen noch fest.' VaS hilft es, fort müssen sie und llnton schwenkt die Hose wild aus dem Fenster. Fahr' wohl treulose, tückische Königin!" ruft er schmerzlich, da r huhuhuhnhuhu i -rast der Schnellzug ans dem Ncbengelcis vorüber. Dem tödtlich Erschrockenen ist zn Muth, als würde ihm der Kopf abgerissen es ist aber nur die Hose, die der tückische Schnellzug ihm entreißt und triumphirend fortführt aus Nimmerwiedersehen: ;,' Anton Bumke steht starr in seiner Seele wird es Nacht. Und so steht er noch minutenlang, ohne Jtath ohne Gedanken und ohne ach ! selbst die Muse verhüllt schaudernd ihr Antlitz. Und nun wieder ein Pseisen. Gellend markerschütternd. Für ibn klingt's wie ein Todesruf. Und jetzt dampft der Zug stolz in den menschengefüllten Perton."" ' r. , ' '"' ' Da er sieht sie stehen, die Braut die Schwiegermutter und ungezählte Bekannte und schaudernd verbirgt er sich hinter der sich öffnenden Thür. ,! An ihr erscheint abermals der SchaffMitr winkt, nnd der Vorsteher nebst zwei, Gcnsdarmcn nahen sie? zerreil ihn vor. - Hahaha! jetzt hat -er auch noch Toilette gemacht", lacht der Schaffner. Na. bei dem ist allerdings kein Zwei-, fel", hört Anton den Vorsteher sagen. Nuhig ruhig bringt einen Mantel !" schreit der Gensdarm. Der zweite Gensdarm wirst seinen Mantel ab und wirft ihn über Anton ein Augenblick heftigen Sträubens, dann
lpringt der Unglückliche mit wildem atz heraus der Gensdarm packt ihn er reißt sich los der Mantel bleibt in den Händen des Gensdarms. Ein Auffchrei von 4 Lippen. Erröthend und schaudernd wendet die Braut ihr Antlitz zur Salzsäule erstarrt, steht die Schwiegermutter. So sehen sie, wie Anton abermals von Mtten Verfolgern gepackt wird, und mit ihnen in einer barmherzig geschlossenen Droschke verschwindet. Ausser Wache soll es später sehr heitcr zugegangen sein. Anton Bumke aber hat nie wieder, streuzungsverfuche" machen wollen, nie wieder eine Imker , Ausstellung besucht Mnb auch feine Braut hat er nie wieder geseh'n, da sie nicht Last hätte, einen Sansculotten' zn heirathen" wie sie ihm empört schrieb. Ja! wenn Einer Pech hat! ! Mr. Dreasfulls Seeadentcuer. Mr. Dreadfull war ein passionirter Zlngler. Im Sommer angelte er h Rorwigen Forellen, im Herbst im'grnk nen Schottland und im Winter in irgend einer Lagune des sonnigen Italiens.' Aber schließlich nmroe ihm dle Angelet m den Binnengewässern, in den Flüssen und Gietzbächen zu langweilig.,, :' (t verlegte seine fischende Thätigkeit quf daö Meer. Auf einer Dampfyacht segelte er hinaus auf den Ocean ; dort machte er bei ruhigem Wetter, während die Jacht unter Dampf liegen blieb, in einer kleinen Schaluppe seine fahrten, alles angelnd, was von wunderlichen Seesifchc'n an seinen Köder beiden wollten. So fuhr auch eines schönen Tages Mr. Dreadfull auf den Fischfang aus. Da entdeckte er mitten im Meere ganz nahe vor sich eine kleine Insel. Vcr?oä inäee').!" murmelte Mr. Dreadfull, legte bc! drr Insel an, zog Stiefel und Strumpfe aus, und schrUt etwas in's Wasser hinein, um nun mit aller Gemüthlichkeit seine Angel auszuwerfen. . Zwar schien eS ihm anfangs, als ob der Grund und Böden, auf dem er stand, und der sich als seltsam schlüpfrigerwies, gewissen Schwankungen unterworfen sei', denn er bebte und zitterte unter ihm, allein das Geschäft des AngelnS nahm bald seine ganzen Ge; danken gefangen, um o mehr, als er schon im ersten Augenblicke ein paar prächtige .Bitte" hatte. Jetzt zupst es wieder am Koocr, die schmale rothe Federpose steht sast aufrecht und taucht ein paar Mal tief hinab in die Fluth, mit aller Anstrengung schlägt Mr. Dreadfull die Scynur zurück,, da verschminoet plötzlich der Boden nnter seinen Füßen, ein orkanartiges Sausen, Bransen und Schnanfen ertönt,' wie auf einem Fontainenstrahle fühlt sich Mr. Dreadfull plötzlich in die Höhe geschleudert, und kopfüber ins Meer gestürzt, " aus dem er nur im letzten Momente gerettet! wurde., Ein dunkler, Rücken, der daS Meer überragte,'ein breiter unförmlicher Kopf, und zwei mächtige Wasserstrahlen, die 'aus demselben emporstiegen, zeigten Mr. Dreadfull seinen, bösen Irrthum. Er hatte : den Rücken" eines Walsisches für eine Insel angesehen. Drei Monate später sischte Mr. Dreadfull wieder in Storwegen. Die .Insel" hatte ihm das Fischen im Meere verleidet. : H4y- üci ii.S! iifr , . -fl, .-.gi StarnmbnchvcrS fürJung- , ge fellen H;. ;: m 1 Wer in's Eh'joch treten will, , , Möge vor den Spiegel treten 1 Sinnend doch noch sinnender ! ' ' Vor sein Spinde der Moneten. ,,; ;' : 1 B-1 W: , ,;Wiv:r;.li!' ü-n,,,.: .,, ;;it;:ii;:;'l;r '';K!!;;:i.:,t- ms Deutlich. Geschäftsführer:' Es ist mir ausdrücklich vom Principal anempfohlen worden, für den Posten nur auf einen verheiratheten Mann zu restectiren.-Stellefuchcnder Buchhalter: Dann müßte ich also erst... 1 Geschäftsführer: Heirathen, gewiß, und wenn es meine eigene Tochter wäre. , Der erledigte Apfels ch u n. Sonntagsjäger (der schon mehrere Hasen fehlte): Gott, wie danke ich Dir, daß Du mich nicht seiner Zeit als T e l l" auf die Welt kommen ließest. M, ,
HA 1 Wenn det de Herren der Schöpfung sinl keln fallen, denn kann Nch de aane Weli Krimhtrt Trtstrn nn icf mthe ut t ! w 9 1. W . -m f.m"e 9 1 deitsche Jungfrau, sich so'n Kerl zweemal '."- ( ..- -rf. !5. rtje Jli. it. jehörig anzukieken, ehe se sich mir ihm uff's Standesamt verknippcrn duht! Frau Woltz, welche vor dem $schqtii qcricht in Berlin 'mit, diesen Worten ilirem Herzen Lust machte, ist eine kleine, offenbar von den Sorgen des Lebens belastete Fran, welche um ihren Kopf ein dickes Umschlagtuch gewickelt hat und aus demselben mit ihrem geratheten und von Zornadern durchsetzten Gesicht nur mühsam herauSlugcn kann. Präs.: Lieb, Frau, es handelt sich hier lediglich nie die Scheibe, welche Sie muthwiLig mxi dem Schrubber zerbrochen haben ; Ihr, sonstigen Familienschmcrzen interessiren uns sehr wenig. Angekl. : HerrJerichtS, Hof! ,! Wenn der Mensch un er is nu mal verheirath'. denn will er doch ooch so zu sagen 'n Mann haben, aber kein Saufaus uich. Herrjott, warum bin ick blos keen Mann jemorden, denn brauchte ick mir von so'ne miserablichte Kretur nich uff meine ollen Dage noch fo fchinderhannessen lassen. So wat halt keine Kuh ans! Präf. : Wenn Sie sich mit Ihrem Mann nicht vertragen können, so Acht das uns hier gar nichts an. Hier steht nur die Scheibe zur Frage. Angekl. : Verdragen nennen Se so wat? Als ick mit meinem Willem vor dem Altar des Herrn jezängen war, da hat er mir versprachen, alle Weile immer en Mann sind zu wollen, vor den och Fluschten und Jrasen den Hut abziehen sollen. Darüber sind nu 18 Iahte Präs. (unterbrechend) : Um GötteswMen, wollen Sie uns etwa die Z8 Jahre Ihrer Ehe hier schildern? Dann entziehe ich Ihnen das Wort! Angekl. : Lieber Herr Jerichtshof, ick wollte Ihnen blos ne jedrängtc Uebersicht von so'n MusterUetNplar erjebenst vn'führen, da würden Sie ne helle Freide dadran haben un jar nicht bejrcifcn költnen, det" mir de Jalle noch nich jänzlich ins Blut jetreten is. Aber natürlich! Wir sind blos dazu da, die Herren de Knöppc anzunähen oder wenn ' 'mal det Schemifettenband abjerlsscn . sonst aber" können wir Rooch schnappen und Hungerpoten saugen. denn die Herren der Schöpfung verkrefchen Allens in de Destille, un wenn ooch ihre Plantze ... Präs.: Jetzt ist's aber zu viel des SchwatzcnS. Jetzt antworten ' Sie mir : nur aus meine Fragen. Was 'haben Sie am Montag, den 13. Januar bei dem Schclnkwirth Schultz gewollt? Attgekl. : Nich mehr un nich weniger als ' fVfc ir. memen ucannz menagenre mir schon beinahe ihm noch so zu toofen, aber bis letzt iS et rn noch meln Mann. Vräs.: Also Ihr Mann befand sich wohl beim Gastwirth Schultze und Sie wollten ihn, wie' ich Sie verstehe, zu Hanse haben! Angekl. : So'ne MannspcrUn is doch kecne Spirituslampe ! Wenn mein Wlann )o n halten Dag rn die lnfamichte Budike jesestcn .h, denn brauch' Se'n blos 'n Docht in de Jurgel ziehen ün Se haben det schemste Licht ! Ick letrau' 'mer zu itsbett, det fo'N Jndiwidebum doch ooch mal in-feine vier Pjahle jehott, zu tiw Jatttn rni rf'te'l f jfc.. f tf Nine nact Brot mrelenoe :voyre:i un Brot hubt weh, wenn et nich da is ! Präs. : DaS ist sehr lobenswerth, wenn Sie Ihren Mann dem Bannkreise des Alkohols entreißen wollen, doch dürfen Sie dabei kcmen mtt$ ausüben. , -, w Angelt. : ö.crr enqztsyos : Wenn Eener seinen Mann am Sonntag Abend die schecnsten Pellkartoffeln mit brauner Mehlstippe vorfetzen duht, und da - V (.;- m mf del aucrtet Dcrzprecyttttgen von wezm Besserung un so. un dcnn immer Mutterkcn" hier nn Muttericn neb mich noch n Happenpappen", un man is so janz iluckl'ch. oan der Himmel tain voll Kek sen hängt u am nächsten Dag da sitzt der Jemahl schon wieder Vormittag in dkeudire un sttzt ooch Vcschmittaa noch wie änjejossen denn soll 'mer doch eener ? -J ..ii .. inißcn, wenn man va icg ns auc ssunq jcht ! Präf. : Wir wollen Ihnen das aern alauben. witten aber immer noch nichts warum die Scheibe ent zwei gestoßen haben. Angekl. : In meine janze jrosze Kopflosigkeit lsofe ick zn Schultzen nn wie finden Sie die Jemeinheit ? da sitzt mein Willem mit drei Saufbrieder und sinat immer, det de Fenzter klirren: xj ihr grauen, rei zende Frauen, ihr seid der fcheenste Schmnck der Natur!" Ick schreie daZwischen: Iebt mich meinen Mann rctuhr!" aber so'ne Sorte hat ja kcenen Respect nich vor det zarteste Weib! Ick horte blos noch, wat von Schachtel", Schrulle", pinatwachtet", un denn konnte ick de' Diehre von draußen zn machen. Präs.: Vor Wuth haben Sie sich dann den Schrubber geholt und die Scheibe zertrümmert. Angekl. : Herr Jerichtöhof. . wenn ick det nich gethan hätte, wäre mein Willem in die Atbmungsfäre janz jewiß jestickt. Die hatten ja jequalmt, als wenn 'n Kossäthe backt! , Da konnte Keener mit'n Säbel durchhauen! Der Staatsanwalt bc? antragt . Mark und der Gerichtshof erkennt auf 3 Mark Geldbuße, ev. 1 Tag Gefängniß. Die Angeklagte erklärt, daß sie dann wohl sitzen müsse, da sie Ladewlgs, größtes Portemonnaie" nicht bsbc. ,S ch nad a h ü p f e l d e s S tu d. r.: . . ' Ach, die kleinen Toppchen,, Ach, die große Welt; : Ach, die vielen Kneipen, , Ach, das wenige Geld! 1 - iB'tlN 's . Tm ':, jlli Das hat der liebe Herrgott So wunderfchön gemacht: Die Sonne brennt bei Tage, , Der Durst brennt Tag und Nacht! Ursache und Wirkung. Touristen (beim Anblick, deö Waldes, voller , Entzückeni: Wer hat dich , du schöner Wald, aufgebaut!",,,, Förster (hinter einem Baume): Ich war so frei, Mi , " j ,. i:4; f K l a f f ! s ch c Variation. Fräulein Kohn wird in einer Gesellschaft. sy - j .r..jt.i. . ff - von auen eucn erzui, ein leo vorzu? traaen. Da trotz ihrer Weiaernna dies Bitten nicht aufhört, ruft ihr , Vater i plötzlich: , ordere Nlcmaud mew Echicksel zu hören." 1 .
Serllner GerlchiSseene.
aaössysza Qitie französische WöhlgeschlSie Aus der Zeit der letzten französischen Wahlen wird in einem variier Blatte eine eraövllcke Wablaeickiickite eriäblt. j f ' ' In einem kleinen Orte der Provence ist m s-: a c.. ... ft,tl.JLtt.i JtU U4 U'UUjllUy Hil VCi (tiUilU,! jit Wunsch der Gemeinde eine Station der hart an dein Orte vorbcisührendcn Eisenbahn zu erhalten. So oft die Wahlen für die Kammer ausgeschrieben waren, : wurde hier der Eändidat nicht darnach , gefragt, ob er Monarchist oder IZcpublikaner, gemäßigt oder radikal sei, fondcrir ob er in der Kammer daliin wirken werbe, daß rer Ort eine Eisenbabustaiioni erhalte. Der Eandidat, der dies versprach, wurde natürlich gewählt. Sobald der Abgeordnete aber in der Kam- , mer saß, dachte er nicht mehr an die kleine Gemeinde, ihre Eisenbahn und ihre Station, so das als dasMandat abgelaufen war, der Schnellzug nach wie vor an seinen Wählern vorbeibrauste. Was war ' natürlicher, als daß ein GegenCandidat sich den Umstand zunutze machte und un-, tcr entrüsteter Hinweisung auf daS gedrochcne Wort , des Abgeordneten sich auf's Angelegentlichste mit dem Vcrsprc-. chen, empfahl, er, werde qan; bestimmt die Station erwirken. DaS war eine Verlegenheit für den Abgeordneten, aber nicht lange. Als der Wahltaq heran- , rückte, stellte er sich den Wählern neuerdings vor. Er wisse, sagte er, fein Geaner babe dem Orte eine Station versprochen, aber was wolle das bedeuten? Eine Station hätte er bei seinen Verbindungen mit dem Ministerium längst haben können, aber feine Wünsche gingen höher, seine Fürsorge sur die Wahler weiter. WaS se, für einen fo intelligenten, gewerbflcißigen, aufblühenden Marktflecken eine Station? Der Ort müsse einen BahnHof erhalten und die Abzweigung einer längst projcctirten Flügelbahn! Er wolle nicht Abgeordneter sein. Ivcnn die Gemcinde nicht einen Bahnhof erhalte. Die guten Provenalen steckten die Kopfe zusammen. Ein Bahnhcf" riefen die Einen. ,Und eine Flügelbahn!" sagten die Anderen. Ja, wir müssen einen Bahnhof bekommen!" " , ', Und mit diesem begeisterten Rufe wurde, der Abgeordnete zum , zweiten Male gewählt. Aber dje Zession ging wieder zu Ende, nnd es war keine, Rede vom BahnHofe, von der Flügelbahn, nicht einmal von der Station, fondern die Locomotive psiff noch immer an den betrogenen Proven?alcn vorbei, als wollte siegle vcrhöhnen. ES kam wieder, der Wahltag heran, und diesmal war guter Nath noch theurer als' fönst. Aber unser Dcputirter verlor den Muth nicht. Am Morgen des Wahltages vollzog sich in dem tlcinen Orte ein großes Ereign iß. Ein Karren, mit Ziegeln beladen, gezogen von einem fremden Pferde und geführt von einem fremden Kutscher, fuhr langsam durch den Ort nach einem Felde hatt an der Eisenbahn. Nach einer Weile folgte ein zweiter mit Sand beladcncr Karren, und nach diesem ein dritter, welcher $lat geladen hatte. Was wird denn gebaut?" fragten die Leute den fremden 5iutscher. Er wisse es nicht, meinte dieser, aber er habe gehört dieZiegel seien für den neuen Bahnhof des OttcZ bestimmt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, man bringe scheu das Material für den Bahnhos; die ganze Gemeinde lief auf daS Feld, und im Angesichte der Ziegel, des KalkS und des Sandes wurde unter dem begeisterten Zurufe der Provenalen der Abgeordnete zum dritten Male gewählt. ,,, Nach den drei Karren ist aber keiner mehr erschkenen. Die Ziegel, der Sand und der Kalk liegen heute noch auf denr Felde bei der Eisenbahn, aber der Zug braust noch immer, ohne anzuhalten, an dem Orte vorbei. Das wird aber nicht hindern, meint das Blatt, welches diese Geschichte erzählte daß der Herr Abgeordnete zum Zierten Male gewählt werden wird. Aus d e m Jahre 1S70 v t röffentlich! das Lcipz. Tgbl." eine ku. riefe Einladung, die ein Leipziger Gast: wirth zum Martinsschmause ergehen ließ; sie lautet folgendermaßen: HochEdler Äest und hoch erfahrener Hochgeehrtester Herr Doktor und gcnclqrer Patron. Es gibt die Person IS Groschen, wenn Sie keine Patienten zn besuchen haben, meine Fran läßt Sie auch schöne grüßen, es kommen andeie vornehme Leute metr. Darnach geben Sie etwas Weniges in Satz in, die Schüssel vor die Mägde,, ich weiß nicht, ol nicht auch der .Hausknccyt mit , einem Bierstöpsel kommt, cS tragt, etwa noch ein -ii.tr '! 't . . . paar roicyen aus. Uno eine loue lanae Pleite mit Figuren und das Äre? ist auch fein nnd frei 'bis um R Uhr, da gibt die, Perkon,, 18, lyrozchcn. Ta5 übriz: Essen können, Sie Ihrer Fran 'revste chlSen. szit mxv,mx a euer 18 Gräschen und leinen Wein inülse Sie ja nicht trinken, so ist dcr ganze Fraß 18 Groschen.,' , Schlagen Sie mir eS nicht ab, ich stehe wieder zu Diensten, kommen Sir immer." Des hocher, fahrenen.' hochgeehrtesten Herrn Doktors ehrenwillijjer Diener Johann Man tin Hemm zum Großen Joachims Thal." t ' " ' 0 W e n n d i e h e i ß b l 5i l i g e n Töchter Jtußlands erst 1 einmal in Rage gerathen, und dann.. . . stürmen sie.n?eder rechts noch links sehend, vorwänl So raste denn auch nach der ersten Vor stellnng! des König, Lear" eine sehr hübsche, junge Zuschauerin durch schmalen Gang des Kleiucn Theaiers". der hinter der Scene zu den Garderoben der ausübenden Künstler sührt. Wfr ist das Gardcrsbezkmmer ö!ofssS?" rief sie dem erstaunt dreinschauenden Theatcrdirektor zu. , .Links im Korridor." , Sie stürzt zur Thüre, reit dieselbe auf, und mit dem Ausruf JaiUo, uudaei" axplkcirt die Ettihnnastin den, berühmten Schauspieler.! . .Patin einen, prachtvollen Kuß. Derselbe häkle eden, ?!ossi gratulirt und soll über die wechselung , nicht unzufrieden gewesen, sein. , Ob die kleine 5tunsteu!husicstik, einen zweiten SXu c die richtige Adresis abgeliefert hat. weiß die .Petcröb. Lift." nicht mit Vcflimmiheit anzugeben. ' P r o f e f f o r: ' Sie l,,iben js, hier eine große lehr schöne BiMict'f ! Bankier: Ja, ich laß oder auch alle vicr;ebn Tagcz bfegen den Staub ur? de Sxinnweb'n." ,. ,
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