Indiana Tribüne, Volume 13, Number 198, Indianapolis, Marion County, 6 April 1890 — Page 3

mu h V i

:::;: Yü'i-rM-Mj&&' , 1 II k :::;,:!i:-:Jp (:,( ' i;:!:ä:i:S!-i!E.',':..l.i!iil:;-mwi i.-iMM'' M::":- 'ij; i s-! :4!' :i -jü1 ;!:äi:M! ;;!!:::!;:-- "i;:iii :;i';M;i:.: Mj 'i; "l'lsjisi-hliiiM'ijihM ;j I . ...

, ..;&

It'-'-k. I S f f':

. , ". I IS alu i'M 5 ,n' Jr "i L . "' . ' i ''lt'' 't i v 8fr -'ä :. "!: iW,, UA. ' !' i V ,4 A ."in f i - Hi lf ih T:

j -vri i 'K .:'.!!.. , . .; '! r.iwi'i.in;..

v::lf')W l

,ici'r

V 1:1

' ! ;:ifv'' Vfl., L NL v Si'i:' ;!-: V ;!; 1 1 if -r,V V :! ü

r m i'4 g 3 ' i Zi

ä$feir v

. flinj 4 . Aß-

T.

:li

Joppelleöen.

Cin rioiaoa in jisri Bünden d?5 Wilhelm JenZen. (4. FortfetzunJ.) In zn?ei Shmden dann war es Heller Tag man suchte nach ihr, fund sie hier, hielt sie gewaltsam zurück. Sie sah es vor sich, als geschehe es bereits, ihr Mund fragte ohne Besinnen : "Bot hingeht dieser Zug?" Stach Slotn." So geben Bit mir ein Billet nach Köln." Es roar seltsam, daß es einem jungen Weibe in der Nacht gleichgiltig siel, nach der .entgegengesetzten Nichtung der eben zuvor , von ihr beabsichtigten zu reisen. Doch e3 kam manches Wunderliche an der Eisenbahn vor, den Beamten ging es nichts an und außerdem dachte er an nichts, elS sich'wieder in. seinen Ohrlehnsiuhl an der Wand zurückstrecken zu ton?ien. Gähnend stempelte er das ver langte Billet ab, zog den hingelegten Schein ein nnd aab einige kleine Munzen daraus heraus. Dann indeß machte r roiderroillig doch eine Mundanstrcn, gung und rief : Sie Frau Frau: lein See vergessen Ihr Geld!" Wer Sitvana hörte nicht darauf, bei Zug wak gekonimen, sie lief achtlos wei ter, auf "den ersten Wagen zu. E!v Schaffner fragte: Zweiter Klasse? Ihre Hand hielt aS Billet hin. Dritter hier einsteigen!" Der Billeteur hatte sie, ohne zu fra: zm, darauf geschätzt, sie mit seinen ver? schlafenen Augen nicht angesehen, doch es war ihr vollkommen aleichaültia. ' Sie fühlte selöstständigcS Leben in sich. das sich vor nichts in der Welt mehr fürchtete als vor einem Einzigen. Dem mußte sie entrinnen; wohin, galt . gleich, nur von hier fort! In dem Coupee dritter Klasse befand sich Niemand außer ihr; wenn sie unbewußt inenWunsch gehegt, ward er dadurch erfüllt. So konnte sie ungestört denken ; der Schaffner schlug dieMagenthür zu. die Lokomotive zog an. Ihre Brust athmete zum ersten Mal von namenloser ?Angst befreit, sie war in Sicherheit. Ihr Blick siel noch einmal aus dem abrollenden Zug hinaus, nun auf das erhellte Zifferblatt am Bahnhofsgebäude. Der Zeiger wies auf fünf Uhr vor zwei Stunden war sie mit ihrem Mann, hier ausgestiegen. SechstesCapitel. Regen und Nebel hatten aufgehort,als Siloana gegen Mittag am Rhein ein, : traf. Sie sah blaß und überwacht aus, -in ihre Augen war kein Schlaf gekommen. Das Nadelgeld" ihres Vaters enthob sie lang hinaus materieller Be? sorgniß; durch ihren Kopf schweiften ellgemciue Vorstellungen, sich als HausVerwalterin oder als Gouvernante fünf tig ihren Unterhalt selbst zn erwerben. Der Unterricht, den sie noch bis vor einem Jahre genoß, befähigte sie jedenfalls, die Erziehung kleinerer Madchen zu üöernehzen. Doch das bildete eine Frage für später, that vor der Hand nicht noth. j "" 'Der Zug hielt jetzt, indeß nicht, wie Silvana erwartet hatte, in Köln, sondern diesseits des Flusses, über den keine Eisenbahnbrücke weg führte, in Deutz, und , alle Reisenden stiegen aus. Drüben "jenseits des Rheines lag die weitgedehnte Stadt, von dem hohen Baugerüst des Domes überragt. . Nach einem Moment der Enttäuschung sicl es dex Hwuberblickenden so lieber; sie ward nicht plötzlich in das fremde Straß engeiümmel hineinversetzt. Gedachte sie denn überhaupt in Köln zu bleiben? Ern kleinerer, stillerer Ort würde jür'S Erste daS ruhige Ueöerlcgen, das Fassen eiueö Planes leichter macheu. ! Der Kutscher eines Miethfnhrwerks rief sie, an : Kinüöerfahren Fräulein t-: Sielschüttelte mechanisch den Kopf ; von, der 'anderen Seite her trat ein Kom- . mlsstonär mit der fragenden Mabnung euf sie zu : Wcnu das Fräulein mit dem Dampllchisj will, ist's Zeit." Wie manchmal im Rn sich ein lang abgerissener Faden 1 im Gehirn anzuknüpfen scheint, regte das Wort etwas Vergessenes i.n Kopf Silvanas. Sie hatte eiz?mal geHort, daß ihr Urälter- . vater ns der Röhn gekommen, ' sein Name von einer dortigen kleinen Herrschajt',!herMmme, und ihre geographischen! U KenninisZe sagten ihr zugleich, der Rbein sühre stromauf annähernd in jene Geaend ihrer Vöterhttkunft, die cm wenzche leer-einsam es, für ihre Absicht, sich zu verbergen, 'mutmaßlich ,,,, äußerst geignetes Äergland sei. Das verband sich gleichzeitig in ihrer Besinnung zu einem raschen Entschluß ; die Nacht hatte indeß bereits fo weit in Neifeerfahrung ,llnkenichttt, daß sie sich .erst durch eine eilige Frage vergewisserte, ob das Schiff stromauf oder stromab gehe. Als es hieß .nach Coblenz", genügte dies wieder irem Wissen, und sie befand sich x nur eine Minute spater an Bord des Dampfbootes daS bald darauf die Taue löste und von der Brücke abdrehte. Es hatte,, von Köln herübergekommen, für den Eisenbahnzug hier angelegt, ging nun langsam stromauf. Silvana empfand, daß halb unbewußt noch etwas Anderes zu ihrem , schnellen Thun mitgeniir. .habe.' Wohin , hätte sie diüben in der großen Stadt denn gesollt? Hier gewann sie in der Stille noch weitere Stunden zum Denken. , Es war Samstag und das Schiff wesentlich ein Wochenmarkl6fahr:eug, der zweite Platz r ' :. .f cr).- tt hi&t Bflit brauen ulkt aeleerten Verkaufskörben eingenommen. Auf dem ersten Platz dagegen befand sich Niemand außer ihr; sie stieg ein paar Treppenstufen am ""Rückende' deS Schiffes hinunter und setzte sich in die dortige kl'.e Ausrundunq. Hier war sie so einsam, um ihmn Gedanken nachzuhängen, als sei sie allein auf der Welk. , ' : !äi;ii:i

AlleZ sprach sie Fräulein" an. wie eS teren vel oer or,!euung, wenn lyre unZa eigentlich auch richtig war, lbcr wie , ekaitru,;

sollte sie sich selbst benennen? Sie as t vermnoeri yaoc. mußte doch einen Namen haben und vor , Diese hatte sich ans die Bank in der Allem den ihr aufbetrogenen von sich wer- kleinen AuSrundung niedergelassen und fen. Gestern um diese Zeit hatte sie sah schweigsam auf die unter ihr vorüberijn noch nicht getragen, ihn noch nie mit gebenden Wellen hinab. Ab und zu ebenem Munde ausgesprochen. Wenn sch,en eS indeß, als ob sie dabei trotzdem man sie befragt hätte, würde sie wahr- auS dem Winkel des Aua.e5 die Bewe- !' ' , r' h 1 1' ::i vte1 'tiLA & - -? :. :

rsnsss scheinlich noch unwillkürlich geantwortet v r f . v , I I yaoen, ne ijcic Vlwana covwato. Doch ein Zufall konnte sein Spiel treiben, den 9!amen durfte sie auch nicht 7.K, ' 1 - -:, "' ' ' . ' ' uyren. ' Nein, das Eine unbedingt nicht, nicht nach HauS zurück! Weder zu ihrem Vater, noch zu ihrer Schwester stand sie in einem Verhältniß, um ein Fortleben mit ihnen zu ertragen, als liege ichrS dazwischen. Sie würden beide nach den ersten Tagender obendrein Mmög liehen Auseinandersetzungen die Sachlage verständ'uißloS auffassen und behandcln. Was war denn inzwischen geschehen? Es war nichtS weiter geschehen, als daß eine Stunde ihr das Herz, das Innerste, Schönste, Höchste darin getödtet hatte, daß ihr Leben zerbrochen vor ihr lag, kalt, leer und zwecklos. .Wie ein furchtbarer Stoß in die Brust, der. ihr Anfang? nur die Sinne geraubt,? eS gewesen; nun fühlte sie erst den todtlichcn Schmerz, den Verlust dessen, was sie vor dieser Nacht in sich besessen., Und mit einem so ungeheuren plötzlichen Aussturm überkam es ste, daß nur eiü einziger Gedanke ihr die Seele und den Ss'ib überwältigend durchzuckt: Da drunten im Wasser sei diese siedende Qual in einer Minute kühl ausgelöscht uud vorüber. Besinnungslos hob sie ihre Knie zur Bank auf, bog mit hastiger Bewegung ihren Oberkörper über die Brüstung vor. Um ein Weniges noch, dann glitt (ie unbemerkt leise hinunter. Da legte ich ihr eine Hand haltend auf die Schulter, und eine Stimme setzte hinter ihr: Das ist gefährlich, Sie dürfen sich rncht so weit überbücken." Es hatte sich doch .noch ein Passagier mehr, allerdings nicht wahrnehmbar, auf, dem ersten Platz des Dampfschiffs befunden., Eine Dame war aus der Salcnkajüte heraufgekommen und im letzten Augeublick raschen Fußes die Stufen zu dem kleinen Hinterplätz hinunterqetreten. Ihr Mund fügte der ersten Warnung nach: .Sie scheinen noch unerfahren, wie leicht ein Unglück geschieht." Siloanas Kopf fuhr jetzt herum und sah die Sprecherin wortlos verdutzt an. Es war eine vornehmgewinnende Erfcheinung in Haltung und Gestalt mit edelgebildeten, nur zu farblosen Gesichtszügen;' ein schmermüthig überschleierter Äugenausdruck ließ im Verein mit ihrer dunklen Kleidung eine junge Wittwe in ihr vermuthen. DerTon ihrer Stimme besaß einen sseundlichen, doch gelassengleichmüthigen Klang. Ihr Blick richtet sich jetzt kurz prüfend in die blaßverstörte Miene des stummbleibenden Mädchens, dann fragte sie: Warum weinen Sie denn,Kind? Jn Ihrem Alter braucht man das doch nicht." , Der Abstand der Jahre zwischen Bei- . den konnte j kein übermäßiger sein,'jedenfalls kaum ein Jahrzehnt betragen. Unfraalich war die Fremde selbst noch eine sunge Frau, aber in ihrem ganzen Wesen. lag etwas über rnes LebenszettmaL Hmzusgehendeö. das ihr Berechtigung lieh, die vor ihr Sitzende als ein Kind zu betrachten und mit dem Wort anzureden. Silvana wußte nichts zu antworten, ihre Augen wichen befangen an denen der Fragenden vorbei. Es war ihr erwünscht, daß eine Dazwischenkunft sie derNothigung zum Erwidern enthob; der Capitän kam mit dem Billetkasten und fragte, wohin sie fahre. Dcch nun i&iit ihr Deuken und geographisches Wissen sie verlassen, sie wiederholte stotternd: Wohin? Nach nach ich will in die Rhön," fügte sie unsicher hinzu. Der Capitän zuckte die Achsel: Da werden Sie vielleicht bis nach Mainz fahren trollen, gnäölges Fräulein." Ja nach Mainz," stimmte sie jetzt schnell zu. Erreichte ihr ein Billet, in ihrer Erregung zog sie mit zitternder Hand ihr Portefeuille hervor und gab ihm von einem Päckchen gleichartige? Banknoten- einen Hundert'thalerschem. Verwundert sah er auf den hohen Geld: betrag rn ihrer Hand; er war rncht nächtlich verschlafen, wie es der Schal terbeamte an der Eisenbahnstation ge wefev5, uM ein sünges' Mädchens das nicht wußte, wohin es fahren wollte, und einen Hundcrtthalerschein von zahlreichen anderen zum Lösen eines Billets darbot, flößte ihm sichtlich eine verdachtige Meinung ein. Er sagte kurz, daß er die Banknote erst zum Wechseln mit nehmen müsse, und wandte sich falutirend zur" andern Seite um: r Die gnädige Frau werden nach ihrem Wohnort wollen?" Wie er die Stufen wieder hinaufgestiegen, fühlte Siloana, daß .sein noch einmal von oben her zurückgewendet ter Alick mißtrauisch auf ihr verweilte. Er ging, aber er kehrte nicht mit dem zemechselten Gelde wieder. HDer offenbar von ihm gefaßte Argwohn beunruhigte Silvana stark. Sie empfand, daß sie sich etwas Unbekanntem gegenüber, der Welt, wie diese bestand, vermessen, auf ihren eigenen Muth zu bauen. Ein begleitungslos,-unoer-kennbar in der Fremde ohne Reisegepäck umherfahrendes junges Mädchen mußte überall einen Verdacht wachrufen, daß es nicht auf rechten Wegen gehe. Zwei-, fellos ward sie in jedem Gasthof bei der Einkehr noch eigenthümlicher angesehen ; kö konnte leicht eintreten, daß em Polizeibcamter einen Ausweis über ihre Persönlichkeit' und den Vesiy desGeldes von ihr verlangte. Was sollte" sie dann erwidern? , Aber noch mehr, in eine seltsame Beklom m c uheit f. verse tz t e! st e I die Gegenwart der fremden Dame, die ihr, ohne eS zu ahnen, das Leben erhalten hatte. Wäre dieselbe nicht zugegen gewesen, so triebe sie jetzt tsdt den Rhein hinunter, würde vielleicht gerade irgendwo von den Wellen an's Land , neworfcn. Sie empfand eS mtt e:nem elllgenDurchschauJern. Der Gedanke des SelbstmoroeS war so jäh aus einem ersten Aufschrei lhrcS Herzens über sie gekommen, ' der Lebensdrang der Natur doch wieder die Oberhand in 'hr gewonnen, und rhr plötzliches Wollen vorym erfüllte ,le 'zugleich Mit Grauen und mit Scham.; Mit der letz-

7SBS

gungen der ihr gegenüber Sitzenden in ihren Blick gefaßt halte. Die letztere hatte nie ein anpehenoereß, körperlich und geistig edler ausgeprägtes weibliches Antlitz wahrgenommen; , nur , an ein schönes Bild einer an einem Aschenkruge trauernden Frauengestalt, das ste früher geseben, erinnerte es. ' , Dann erschrak Siloana einmal heftig. Ihre Fahrgenossin stand auf legte ihr die Hand wieder auf die Schulter und fragte: Warum wollten Sie sich vorhin in'ö Wasser stürzen . ; , ffx . Es war in einem liebreichen Tön, ge? sprochen, doch auch mit so ernster , Gewißheit, daß eS jeden Versuch einer Ableug, nung ausschloß. Aus den kurzen Worten redete, die stillöeöbachkenden Augen der Fremden , hatten in. die Seele des .Mädch e n sl h in e i NS e seh e n , .sich ei ti allg eine lnes Urtheil über den . Gemüthsustand wie über die äuizere Lage desselben gebildet. Und eS zeugte, vzn seiner Empfindung

und xiychslsgtschem Verirandnin, dan ne kei'l? Antwort erwartete. sondern fast soir i " r " ' , , .' ' ü- 's 'i',,' i-1' '"tä1 ! gleich fortfuhr: ' Ich habe' kein Recht, darnach zu fragen und Vertrauen von Ihnen zu verlangen. Das wäre eine Forderüngß die schlimme Frucht tragen kann. Aber als die Aeltere habe ich das Recht einer Pflicht, einem Mädchen Ihres Alters, daS ich kenne, in dem auch ich einmal gestanden, zu sagen: Du bist atteiu hier in der Fremde. Kind, und weißt nicht, wohin Du willst. Wenn Du eine Heimath hast, so ist sie Dir verschlossen, Du kannst , oder . willst ) nicht . zu ihr zurück. Du besindest Dich nicht in äußerer Hilflosikeit, wie sie Menschen zu einer VerzwclflungSthat treibt, und dennoch wolllest Du Dein junges Leben fortwerfen, deu Thränen Deiner Anzen, vermuthlich Deines Herzens, nach. do?t in die Tiefe hinunter. Der Zufall fühlte mich hierher. Dich davon abzuhalten; ohne mich wäre Dein Kummer jetzt vorüber. DaS legt mir die Pflicht auf, ihn, der dadurch mein Werk geworden, nicht gleichgiltig fortdauern zu lassen, gib mir ein Recht, Dich zu fragen,, ob ich Dir helfen kann. Mcnfchen sollen sich Beistand leisten und wir Frauen vor Allem, denn die Natur hat uns schwächer geschaffen und schlimmeren Gefahren ausge'etzt, alS die MSnner. Ich will kein Vertrauen von Dir, aber ich hab! es zu Dir gefaßt und weiß, der Verdacht, mit dem der, Capitän Dich angeblickt, ist grundlos. So gib mir nur auf diese Frage Antwort: Willst Du Hilfe von mir, oder weifest Du sie ab?"- ., , ., Wie könnten Sie mir helfen DaS wollen wir uns als zwei' vernünftige A!enschm zusammen überlegen, oder vielmehr. Sie brauchen nur zu nicken, wenn Sie rnir zustimmen," antwartete die Befragte in einem veranderten, leichter anklingenden Tone. Wenn ma t sich selbst näher befragt, stellt sich zumeist Eigensucht als der wirklichste Antrieb unseres hunß heraus, das heißt, nur sind nur deshalb bereis. An-' dern zu nützen, weil wir auch für uns selbst einen Gewinn darin empfinden." Das war sehr zart, Silvanas Gesühl ward im Jsknersken angenehm davon berührt. Die, schone Unbekannte .fuhr tort: , Sie suchen für kürzer oder länger eine Zuflucht, wie ein junges Mädchen Ihres Standes, daS auS irgend emem ölnlaß heimathlos geworden, sie in der Welt braucht. Ich weiß, . was Thränen sprechen, denn ich habe auch viel geweint. Slber sie sind thi feuchter Quell, aus dem die Blume der Hoffnung aufwächst, um ihn langsam , mit ihren Wurzeln aufzusaugen. Nur ist die Einsamkeit nicht ut dafür, die Gegenwart eines Zweiten yält die Wiederkehr besser zurück, oder laßt sie doch weniger hoffnungsloS brencn. Ich lebe einsam, schon seit Jahren, seitdem ich oerwitrwet bin ich vergaß bisher, Ihnen meinen Rainen , zu nen ä:h: Osilie von Thalhof und, der ööunfch nach einer .Kheilhaheriff', und lltttheilnehmerin meines häuslichen Lebens ist oft in mir, wach geworden. Ja. lch kann sagen, er führte mich heute auS inttnec Stille nach Köln, weil ich Jemanden für jenes Bedürfniß in mir gefunden zu haben glaubte. , Doch ich hatte mich gelauscht ' ' :!: : Frau von Thalhof hielt einen Augenblick, wie nachdenkend, an, , eh sie weiter? sprach: ' ' " r Oder vielmehr, die Verhältnisse gest iktelen es nicht. Ich lebe nicht in Um: c ':-Y"r ""ftt vstanden, die ml? erlauben, eine Gezellschafterin unentgeltlich in mein Haus aufzunehmen; mir wäre eine solche erivünjcht. die nach dieser Nichtung in gevisier Weise gemeinsam mit nur zu miseren Lebenserfordernissen beitragen könnte. Sie sehen, daß ich nicht ohne Unlaß vorhin von der geheimen Eigennützigkeit'' mensch WttÄBeeggrönöe sprach, als mir der Gedanke kam, Ihrer zugenblicktichen Rathlostgkeit beizustehen und Sie zu fragen, ob Sie mir einen Ersatz sür die Hausgenossin bilden wollen, die ich ' in Köln zu sinden hoffte. Wir, könnten ja einen Versuch machen, vb wir zu einander passen, und wäre eö -richt, so . stände eö Ihnen wie mir' ja frei, uns wieder zu scheioen Die Sprecherin suhr bei dem lehten Wort leich t , zusa mm eu , ,,, e in , k na rren v er Ton aing durch das chisf. das an einer n t . ....... ? ernt M anoungsorucre anicgic. vsuuanas uiict sprach, daß sie das uttIerhoffle Anerbieten mit tiefer. Dankbarkeit annehme; mechanisch drückte ZHreHand auf das kleine Porteseullle ln rbrer Tasche, welcheS sie im Moment als eine Gabe deS Himmels bedünkte, ihr ermöglichte, das Obdach im Hause Frau von ThathosS zu smoen. Begluckt, rm Innersten beruhigt, sühlie sie, wenn sie so ihren Lebensunter&akl f ell)ftic"jjreitii ronnt c . fit! a5 ?Pdn jiche von einem derartigen Verhältniß ab. ' Sonst hätte sie dem Antrag der fremden Vame nicht nachzukommen vermöcht, sie durfte nicht völlig von einer Wohlthat abhangig sein, mußte sich eine Selbstständigkeit bewahren können. Es gab nichtsauf der Welt, das im Stande gewesen wäre, ihrer gegenroärtigen Lage, ihrem Wunsch, ihrem Gefühl vollendeter entgegenzukommen. Doch sah ,sieim nächsten Augenblick noch einmal etwas verwirrt aus, denn Ozttle von Tbalhof sagte: Ich habe noch nicht nach Ihrem Namen gesragl i' S!koana,5, x .'M Die Antwortende stockte. ff!kf

" Ilsi" ,s-,'G,A,,,Ii,,W,, Wf,,sWW,DU

RSuSSS Welchen Zunamen sollte sie denn beifügen?, ,,Den, welchen sie gestern Abend erhalten,,hatte sie von stch gethan, er war nicht, der ihrige. Aber ihr früherer gehorteihr auch nicht mehr, und es konnte obendrein bedrohlich für sie werden.vvettn sie sich mit ihm benannte:' So hielt sie rathlos inne und blickte die neben ihr Sitzende stnmmfrageud an. ; t Und mit einem leise lächelnden, unsagbar freundlich - hilfreichen Zng um die Lippen ergänzte Osilie von Thalhof: Sie haben in Ihrer heutigen Gemüthserregung vergessen, wie Sie weiter heißen ; das ist wohl zn begreifen. Vielleicht besinnen Sie sich spater einmal darauf, wenn Sie mehr, znr Ruhe gekommen sein werden. Silvana ist sehr schön und genügt für mich fa durchaus, nur können leicht Fälle eintreten, in denen Sie vor der Welt noch eines wei. teren Namens bedürfen Bis der Ihrige Ihnen tn's' Gedächtniß gerathen, wäre deshalb !, ein i Ersatz wünschenswert. . '''-.. - -'' ' as wurde tich zu suvana am Äetten f. nii 's-, '' a-ii.ii v- 1 ( ' - . eignen?" , . ",,!!:,. :: Das Schiff hielt dicht unter den Bergkuppen deS SiebengebirgS, und die Au: gen der Sprecherin, gingen grad vor sich zu dett schtosfen Abstürzen deS Drache' selS hinauf. ' ' v: Nun setzte Dsilie hinzu: Silvana Nheinfels klänge gut zummmen." Der Capitän hatte, das Anlegen deS Fahrzeuges venutzt, nur ernem am ttser besindlichttt Gendarmen einige Worte zu tauschen, kam jetzt heran und äußerte gegen Silvana:ü Ich 'muß ü,Sie ' ersuchen, mit mir zu 'kommen und sich über Ihre Persönlichkeit auszuweisen. Doch ehe er zu Ende gesprochen, sie! Frau von Thalhof verwunderten Tones ein: Was bedeutet daS Capitän? Wollen Sie uns etwa festnehmen lassen? Oder, gilt es nur Fraulern. Schetnfels allein und erlauben Sie mir, weiter zu fahren?" f - .1 Der Angeredete machte " ein ziemlich verdutztes. Gesicht. Sie kennen diese junge Dame, gnädige Frau ?!, . Sehr genau, da sie die Mitbemohnerin und Gesellschafterin in meinem Hause ist, mit der ich in'eutz zusammengctrof? fen bin." Da ' bedaure ich meinen 'Irrthum, gnädige Frau ich bitte sehr um Ent: schuldigung. Fräulein." -Der Capitän begab sich mit verlegener Miene rasch fort, und das Schiff nahm gleich darnach seine Fahrt wieder auf. Schreckhaft klopfendeÄ HeM5 empfand Silvana, daß pe ohne die Hilfe ihrer neuen Beschützerin schon hier nicht weiter gelangt, einem polizeilichen Verhör'un terzogcn worden wäre. Sie ergriff dank: bar die Hand der schönen Frau, diese sagte gelassen: So hat der Name gleich eine Prü-. fung bestanden, und da er sich so gut dabei bewährt, denke ich, behalten wir ihn, Silvana Nheinkels. Er ist ja nur ein Kleid; ob der Mensch das eine ab und das andere anlegt, bleibt er Zn jedem doch der nämliche. . Freilich der Ihrige, soweit Sie ihn mir genannt, ist. als s er Ihnen angepaßt;, ich wüßte keinen, der Sie besser bezeichnea könnte. Er erinnert an eine' Dryade in stillem,, abgelegenem Hain: hätte ich länger Zeit zum Wählen gehabt, würde ich ihm doch einen entsprechenderen beiesügt haben. Der Wald, von dem er herstammt, dünkt mich, gehört eigentlich nicht in Verbinbung mit einer Felslandschaft, sondern mit einer wttten Ebene, im Wald wogender Kornfelder oder mit der Haide. Was erschreckt Sie, Siloana?" Das Mädchen war bei dem letzten Wort zusammengefahren, uud ihr Blick wich etwas scheu vor den auf sie gerichteten Augen ihrer künftigen Hausgenossin aus. Doch auch ,Osilie von -Thalhof that um ein - Wimperzucken später daS Nämliche, drehte den Kopf seitwärts und fuhr, als ob sie rasch von etwas ablenkett wollte, mit der .Hand deutend fort: Sehen Sie die Berge dort sie find auch schön und werden an Ihnen gleichfalls ihre sanfte Kraft bewähren, die Augen zu trocknen. Kommen Sie ihnen zuvor, damit die Mägde im Hause sich nicht unnöthig fragen, weshalb Siloana geweint hat. Drüben sehen Sie unsere Heimath schon winken, das vereinzelte Dach nah unter dem Bergabhang. Jetzt ist es Herbst und die Blätter seiner Bäume schimmern bräunlich, aber wenn Sie den Frühling erwarten, blühen Veilchen drauf und Lerchen singen darüber. Jn Jhrem Alter löschtdaS noch Thränen, auf Nichtwiederkehr fort." " '" ' : t ' Gütig trostbeflissen, wie AlleS zuvor, kam es von den Lippen der Sprecherin, nur ein schwermütiger Aufklang bebte leis unter dem Letzten durch. Der Eapi tän kehrte jetzt zurück, ' um das geroech-' selte Geld zu 1 überbringen; unter nochmaliger Entschuldigung äußerte er, daß er zuvor - wohl mißverstanden habe, wohin das Fräulein zu fahren deab stchtige. ' Fran von Thalhof bestätigte dieö kurz bald hielt das Schiff an' dem LandungSplatz einer kleinen Ortschast. ' ''" Wie mit halb verwirrten, zum Denken ' unfähigen Sinnen folgte Silvana ihrer voraufgehenden: Führern , an's 1 Ufer, P" :: t L' ":'at 1 1 '' 't , , '! ( . i i? . " leg auf die Anweljung 'derselben in einen bereit haltenden, eleaanten kleinen Wagen em. Erst wie dieser schnell mit ihnen fortrollte, brach ein Erinnerungsgedanke sich in ihrem Kopse Bahn. So wr eö vor Kurzem' schon einmal gewesen ; sie blickte auf ihre Uhr, die Zeiger wiesen auf die dritte Stunde.' Grade vor zwölf Stunden war sie so von der Eisenbahnstation mit ihrem Manne nach seinem' Gute" gefahren. Deutlich standen ihr noch die Zeiger der BahnhofSuhr b, ,,.. !-.: "li,- ..ll.i ,, ,.. - 4 - , ... en Augen. ! Kini-V '11 f y': t,TYi'i!; ';!' t'( 7" KrriiW' 'i'"'''!; "" r , Die schnelle Fahrt am Rheinuser aufwärts , dauerte kaum eine Viertelstunde, dann hielt der Wagen vor einem nicht :! ." - " i i . , y: i: ,! . i jl ! t ,;, " tA, i . , grokzen,. doch vornehm auslebende, i schloßartig mit Erkern und kleinen Thürmen ausgestatteten Gebäude. Eine Zofe eilte heraus, ihre heimkehrende Herrin zu empfangen; diese faßte die Hand, Siloanas. zog sie mit sich ins Haus und durch mehrere reich und künstlerisch schon eingerichtete m Wohngcmächer 'm ein geräumiges, sonnenfreudiges Eckzimmer. SMlptlkHGeS,MtnnttS.n zut sagt, so denke ich, machen Sie den Versuch, ob Sie sich wohl darin sühlen könDie Sinne SilvanaS hatten nur einen 't rt "t L sr . '' t ' '' - i, ! - i . i !l 1f ir:,, oberstachllchen Eindruck von Allem um sie herausgenommen, doch konnte dieser'

- i''llli!l;lf

CSE nicht umhin halb unbewußt ; Verwunderung in ihr zu regen, daß die i Besitzerin eines derartigen HaiiseS nicht in der Lage seisichi eine Gesellschafterin! ohne Rücksicht auf die äußeren Verhältnisse derfelden zu wählen. Aber dieser Gedanke, des Kopfes vermochte der Fülle des Herzens gegenüber, kaum einen Augenblick zu beanfxruchcn; , stotternd antwortete ! sie: Soll ich wirklich hier ?" und wie sie es schon eittmalsauf dem? Säziff gethan ergriff sie beide Hände ihrer Beschützerin und i fügte abbrechend hinzu: Dann habe ich eine Bitte " . : .'Welche, Silvana?" , Daß Sie mich so nennen, wie Sie eS zuerst thaten.".' , , i Wenwg es?Din.!lieber: ist; warum nicht, Siloana Rheinfels." Ostlie ThalHof schwieg kurz danach, dann suhr sie, ihre Augen in die der: Angeredeten hineintauchend,' fort : i , & - . : .v . Ich habe dem Capitän erwidert, da ich Dich seh? genau kenne. Es war eine Lüge, denn ich weiß nichts von Dir, nicht einmal Deinen 3!amen , und ich bitte Dich darum ich will ihn auch nicht erfahren. Kluge? Leute würden vielleicht sagend ich sei eine unbedachte Thörin aber der, Mensch thut das Richtige, das Beste x:icht inimer ar.'? besonnener Ueberlegung. sondern manchmal auS : einem Antrieb, den er nicht kennt, dessen Wille es Dom ihm fordert !. Ich meißl, uicht, warum k, ich ! Dich hierher geführt habe Siloana es ist kein Verdienst von mir, fasse ,, es k nicht so auf ich mußte es thun.".: . ! ;: 3r:: ittef th p Sie hielt nachsinnend einenAugenblick an; ? Nun sprach sie zweiter : nm' , i , Doch,.mein Innerstes weiß,' warum. Auch Dir? gegenüber gebrauchte iich 'auf dem Schiff .eine Lüge das Leben, sordert sie zuweilen , unabweisbar, von uns. Es war eine VorgabeDir das Mitkommen zu mir! zu erleichtern, daß ich von einer gemeinsamen. Bestreitung unseres Unterhaltes.redete.- Dein, Auge lät sich hier nicht täuschen p Du siehst, ich bedarf keines äußern . Neistandes. Ab:r: ich sprach trotzdem Wahrheit, daß die Eigensucht mich treibe. Du warst unglücklich, Siloana wolltest Dich tödten und Du bist zu jung noch, um verstehen, zu, können daß eS Selbstsucht eines Lebens sein knn, ein anderes zu erhalten . und aus scmer Verzweiflung aufzurichten. Selbst-sucht,-, die sich - daran klammert das d zu vollbringen, um vielleicht etwas dadurch auszutilgen, sich ein Recht wieder zu erwerben auf ein eignes Glück, eine Hoffnungz waS, 'immer es sei. Laß es mich errkichen.?,Siloana, daß Deine Aufnahme bet mir Dir die Hülle bringt, deren Du bedurft, Dich zum Glück führt; und ich will Dir danken als meiner Wohlthäterin. Du bist gut und trägst ein warmes, Mcnschenherz in Dir. es spricht auS Deinen Augen. Versuche vb eS mich lieben kann denn ich brauche Liebe, ich bin so arm in meinem kalten Glanz." ' j 'Ostlie Thalhof schloß kurz die Arme fest, wie um einen gefundenen LebenS.halt, um Silvana, küßte sie auf die Stirn und verließ rasch das Zimmer. I Siebentes Capitel. Es war um einige Tage später, als Herr Christian Nodwald bei der Heimkunst von der Börse in seinem Comptoir unter vielen Geschäftsschreiben zwei gleichzeitig eingelaufene Prioatbriefe vorfand, von denen einer die Handschrift seines Schwiegersohnes, die andere die seiner Tochter trug., Der Empfänger betrachtete nach seiner kaufmännischen Geflogenhcit vor dem Oessnen die Umschlage, und bei oeiden setzte der Poststempel ihn in Verwundern,. Der erste zeigte als Aufgabeort Amsterdanr, ,bex zweite, .das nämliche,, Tagesdatum tragend, Eoblcnz. Dies Letztere entsprach der. Absicht, des jungen Paares, auf der Hochzeitsreise den Rhein zu besuchen; dort mußten sie, den Plan ge faßt haben, statt weiter stromauf zu gehen, sich abwärts nach Holland zu he geben. Und allerdings, vermittelst der neuen Bahnanlagen, siel eS jetzt wohl möglich, an . einem Tage von Coblen nach Amsterdam zu gelangen. , ! Ikodwqld offnere zuerst den Brief seines EidamZ. Er bestand nur aus zehn 3; . :' ' f ! eilen. . ;,: . ; . . ; Orffoff von der Heide . schrieb : ' . Ich ' theile Ihnen ' mit, daß Ihre rochier mich verlassen hat und ich jedes ' t'7 : rn tl ' ' ' : lv " t' andere Band zwischen rhr und mir. für Zclöst . betrachte, als daß sie gesetzlich meinen Namen trägt und ich verpflichtet bin," ihr dementsprechend eine' standesgemäße LebiMHylnz sichern. DicS habe ich ,Hertz.täAm, 'Morgen unseres Hochzeitstages gethan. Da ich im Begriffe siehe, eine Reise anzutreten, und Sie schon von dem Näheren unterrichtet f, ?jrt t'ifi:t'rrjf it r"fß4 AfA u vermuthen darf, beschranke ich mich aur ''a i-' " -'t " Ij H:l":': ft"M.-- '''. ,Nsi ,,' , bicjc tuxxt Erklärung ,, ,.. : !.. -'!! t1 r'r riük.iY Der Lesende sah auf die Schuft, als i?' j.. .. 'P WA.' . oh dlejelöe eine Gezchassnachricht entMstrkiWlrihätbhundMa riger Erfahrung , jede Verstäudnißmöglichkeit gebreche. .Mechanisch, wie wenn ' rÄ':v' V i1" i i'''liÄi:' :i.t''- '" I' er eltte nlaüternde Faktur zu Rathe ziehe, ergriff er den andern Brief.' Auch dieser enthielt nur Weniges von' Besagtem und :i '"Z ! oi "sr"srt .- hi, 's' ! r ohne elnae:ende Begründung : Siloana p'iSteHf? zu verlassen, well ie m den Voraussetzungen getäuscht f worden, c die sie be- ' mr ! 'r'- (.ii! r'''''- '''iKnvr1 wogen 'hatten, ihn zu. helrathen. Ihr Vater roerde begreisen, daß sie unter solchen' Umständen den Wunsch hege, we- . ., ä. :x ' r. scheiden, und bitte, jede Nachforscyanq nach:r,hreM7K'rzeittgett. 'enthältsort zu unterlassen 7! Ein, : 5' denselben ausfindig zu machen werde auch nutzlos sein. :: da sie Sorge gciragen, daß der Poststempel des Briefes nichts, von ihm kundgebe. Doch ihr Vater und Schlvester möchten sich nicht über sie beunruhigen ; sie besinde sich in der besten Obhut die irgendwo für sie zu erlangen gewesen, und i wie daS Schicksal es mit ihrem Leben gewollt, könne sie ihm noch dankbar sein, daß es , sie rechtzeitig vor Schlimmerem ' bewahrt habe, ihr sür den Trug erhofften und geglaubten LebcnsglückeZ dcniTrost'derHreundschastverheißelK Christian Nowaldö sonst so sicher und rasch jede NechnunS überschlagende? Kopf vermochte zum ersten Mal in seinem Leden aus den Schriftoorlagen auf seinem j Comtmrpult keme Bilanz zu zleben. Er hatte einen Kalkül gemacht, der auf

Nlg!enQ vor cci hiiu Hiuyi; i iqic yjzburtsstadl zurückzukehren t sie fühle sich selbstständia. über ihre Zukunft zu ent-

etwas Unvorhergesehenes gestoßen;' oZ derselbe dadurch zu einem erschreckeudelz Fchlschlag geworden cderden in'ö Augi gefaßten Gewiün im Wesentlichen trotz: dem unverändert' belasse, daS gleich zq ' üöcrblickett'wär dem von der üblen Nach, richt Betroffenen nicht möglich. Seiner Finger' hatte sich eine ihnen unbekannt, yffrrtpnprriiriif farhin&i f nt kl i-.nSL VflTstti

-."a " ""' i in seiner Hand leicht zittern ließ. Ei muzzte nch irgendwo ,doch tm alschez Zahlensactor in dem Aussatz bestnoenz der Instinkt- ließ ihn zunächst ausftchezz und aus dem Geldichran? die. von selne Schwiegersohn auf den Namen seine: Tochter gemachte GeschäftSeinlage hervornehmen. Rodwald gab nicht viel aus dichterische Erfindungen deS Menschen, geisteS, aber gegenwärtig drängte sicZ ihm unabweisbar die Erinnerung an eiri altes Kindermärchen auf, in welchem sich vermeintliche, Goldstücke bei. nähere, Besichtigung in aelbe Blätter verwanz delten. DaS mußte der Fall sein, oder, in's Neale übertragen, die Tausend-Thas ler-Banknoten mußten sich als gefälfchti herausstellen, (gewaltsam beherrschte e letzt die Zltter'crregung feiner Finger, un mit einer Loupe die Kennzeichen der Fäü schung ausstnoig'zu tnachen. Doch de, erstes hohe Geldschein erwieS sich all zweifellos echt, und alle bis zum letztem hin .'thaten dies m gleicher Weise. Diz Untersuchung hatte eine halbe Stund, gedauert nun 'athmete Christian Bob-, walb im rrpm::Mstl tief auf.! Er war noch nicht zu cinem Verständniß gelangt, aber er fühlte sich beruhigt, seine Haue zitterte nicht mehr. ES lag kein daS Fa, cit von Grund aus umgestaltender Rech: nuugSfehler vor,' die Bilanz ergab nach wie vor ein sicheres Guthaben für fein, Tochter. Durch ein Mißverständnis zwifchen den beiden Contrahenten schiel momentan allerdinaS eine Störung ihre, Verbindung verursacht; er nahm "bey Brief SilvanaS nochmals und las dii Schlußzeile. , , Erhofftes und geglauö, tes Liebcöglück," wiederholte er vor sich hin, das excentrische Wesen der Jugend, die noch Nichts vom Leben kennt. Sii hat es als Erbtheil ihrer Mutter, vor der ich auch solche Reden , geHort. Der Mann, hat ihr auf der Reise eine? Wunsch abgeschlagen, und die LiebeS: ihorheit läßt sie einen kinderhaftendum! men Streich machen. Ihn hätte ich freilich sür. vernünftiger gehalten, als daß er solchen Unverstand ernst nehmen könnte. Nun, daS da ist. eine Bürgschaft ihres , LebensglückcS und dafür, daß sit bald wieder zufammenkommen. Für eim derartige Ercentricität ist der Vorgano vielleicht nur von Nutzen. Der Kaufherr verschloß die echt bf :e ÄuratÄakt- wieder m den rank, nahm die beiden Briefe und begab sich mit ihnen zu feiner Tochter Martha in's obere Stockwerk. Er stieg um EiuigeS schneller als gewöhnlich . die Treppe hinan, eS war allerdings etwas durchaus Unerwartetes und immer-, .hin recht. Unliebsames geschehen, doch n hatte seine ruhige Fassung völlig zurück' gewonnen. Solche Divergenzen sielen im Gange der Geschäfte und des Lebens vor. man mußte sie richtig beurtheilen, ihnen ,keinf ihr . Maß überschreitende Bedeutung beilegen. Wenn der Hauptabschuß davon nicht berührt ward, glich das Ändere sich von selbst wieder aus. Man that am klügsten, sich nicht in die wechselseitigen Forderungen zweier der artig in Differenz Gerathener einzu mijchen; obendrein wäre .dies wegen.dcs unbeanntett Äusenthaltsörtcs Beider cuaenblicklich ja auch nicht möglich ge Wesen.' DaZ bildete wesentlich den Kommentar, welchen Rodwald seiner Tochter genüber den Briefen hinzufügte, um stch nach einigen Minuten wieder in sein Comptoir hinunterzubegeben. Martha Rodwalds IMaffunz. ähnelte in der Hauptsache der seinigen, nur ward sie durch ihre weibliche Natur und ihre jüngeren Jahre immerhin doch trotz dem Borhaudensein der Bürgschaft in etwas " ;, ii-Vii J1', 'Mll fclAit.., . . ' ledhastcre Erregung verfetzt. Sie 'stellte sich nach dem Fortgang des Vaters höchst peinlich , das Gereoe der Bekannten vor. sobald diese von dem Vorfall hören würden, daß sik sich sogleich , sagte, es sei das Nöthigste, vollständiges Schweigen darüber zu pt obachten. 3 Allein sie war innerlich' so ungehalten über das unglaublich kindische Benehmen , ihrer Schwester, an der sie die Stelle einer' mütterlichen Erzieherin vertreten, daß sie im nächsten Augenblick gerade, daS Gegentheil ihrer, gefaßten ' "' . " '"' ' V ' ' ' ' " Vlvstcht tyat. ; i'inna unvmarr ram, um sich bei ihr zu 'erkundigen, , ob sie fchon eine k Nachricht - von Silvana erhalten habe,HMarta konnte ihren heftigen Unwillen nicht bezmingeu, er mußte, sich wenigstens einmal Luft , machen. ,, Sie theilteHemMäbon'nnt, was die eben eingetrosfenen Briefe enthielten, fügte i(i ilJ&i- .,,.'!. '' empört . hm;u, , Jeder der, davon vernehme, werde sie dafür verantwortlich V Z-iVt'&i'Jfiy.. tflä' 'üt - '., - - v ' i '' ' halten, als ob sie Siloana nach so un weiblichen und Vernunftlosen Grundfätzen Herzögen habe. ,Dann erst besann MarHa sich auf ihren Vorsatz und fuhr schleimig fort: Ich habe das selbst177 - '.K . Vi !. . - Vtf,-.v' verständlich nur Dir allein gezagt. An na, wei l Du von Klein auf ja fast mit i'n; "'".! i'i ti ;,i !, '''.l! TT: zu innerem Hause gehört hast, und Du mußt mir in die7Händ,gelöben 'Nie ,,, , ,z, ' !, .y k '!! ." ' y. , y. manden sonst, auch Demer Mutter rncht, davon zu sprechen, damit eben, nicht solchcs Geschwätz der Leute entsteht. - Anna Lundmark hatte wortlos, mit immer größer und staunender dreinsehenden Augen zugehört, sie blieb auch nach der letzten Aeußerung MarthaNodwaldS stumm, ihre H a nd ga b nur mi t einer fch we igsamen Feierlich keit daS Versprechen und sie V-, . ' H..; ,.. ... '4.? i ?t , ... ging wieder. , r ....... . !... WiM., ! v , fc.ii. i (ortiehung 4 , Weltweisheit. Mit dem Hute in der Hand, Kommst Du durch das ganze Land,, Aber mit dem nöth'gen Geld' " Kommt man durch die ganze Welth v:t, m(: . tm ml ' ; Der Wein errreut des M Das ist'ein alter,Spruch Doch das Bezahlen bringt nur Schmerz 1 1 -V t .. r kllA . u in mmm. .Iil xAja XOIXO veroci jum umiu, . .. , st, : m. . .Mi ..in, y,i -i- -r .uif. ' . i'i iüH;

B etrunke nheit ist zuweilen nn'Zeichener,Solidität5 , Die Eifersucht verhält sich zur Liebe) wie das Desicit zum Budget.

JJ ' feüf 5S3SS3529G22I

Eingegangen !! Der Privatier Lauserle xc&xmttktt öerboshaftestcnMenschcn dcsStädrcheus; sein Hauptvcrgnügen war dab Einrücken anonymer Inserate im TageblZttchen und das Schreiben anoflMer')Mef. vermuthete allgemein in Lauscrl? den Verfasser der Gemeinheiten aber man konnte ihn nicht fassen, er entzog sich stets der Schlinge. ' r schlich er emes Tages wieder mit einem solchen Schriftstück zum Briefrasten er hatte diesmal erne ältllcke Jungfran, die zärtlichen Gefühlen für fehr geneigt alt, anonym zu einem Rendezvous eingeladen er freule sich königllm auf. den Erfolg seines Sendfchreibens! Am Abend des Stelldicheins, der mit ungewöhnlicher Kälte angebrochen war, hüllte sich Lauserle tscf in seinen Pelz, zog die dicken Galloschcn über die Füße und gewann auf Unwegen seinen Lauschcrposten. Der war nun meisterhaft gewählt. Vor sich hatte er den weiten. Schloß, platz, auf den die Jungfrau bestellt war, er selbst stand indem tiefen Schatten der tiefen Muschel deS Neptunbrunnens, dessen Figuren nun in Bretter gehüllt waren es war wie im Theater, nun konnte es los gehen! Es schlug die Nendezvousstunde, es schlug, mertel, halb, dreiviertel, ganz. Lauscrle war furchtbar ärgerlich geworden; zwei Stunden vergeblich gewartet und wie ihn fror! Nun, seine Bosheit würde schon, di,i geeignete Revanche finden für jcKi! aber stampstz er empört mit den Füßeu,,, indem erdazu rief: .Ist diese alle, verlieble Weibsperson durch die Lappen gegangen l Wer hätte das gedacht! Na warte nur, dich kriege ich doch noch dran und wenn mein ganzer Briefxapiervorrath drauf geht!" Wehe, kaum waren diese. Worte seinem Munde entflohen, als sich ein Paar krallcnartige Hände in seine natürlich gewellten, wohlconscrvirten Haare festhackten und den unersetzli . chen Hauptschmnck in ganzen Büscheln weithin in den Schnee zu streuen beganneu und ach! sie ruhten nicht eher, als bis der Hügel so ziemlich abgeholzt, war, um dann auch, vermittels der Nägel, Lauserles Gestcht so anhaltend und nachdrücklich zu bearbeiten, daß ihn selbst sein bester Freund im nächsten' Vier:?!jähr nicht mehr zu erkennen im Stande war. Lauscrle war an die Unrechte gekcmmcn! ,' In Bezug auf Rendezvous war ihm diese Jungfrau, welche auf eine tanzjährig: Praxis, hierin zurückblicken konn te, bedeutend über" ; ihr heißes Blut hatte sie die Vorsicht nicht vergessen ,,gcmacht lange vor Lauserle schon hatte sie, die strategische Wichtigkeit des Sbjektes mit dem Blicke erfassend, den Brunnen besetzt gehabt. ,Daß sie den bekanntenJnttignauten nicht sofort', in k -V V.. li. in,,:. gcbuyrender Wnje cmptmg. daran war , nur die Eitelkeit und Gewinnsucht, welche mitzunehmendem Alter intensiver zu werdeupsiegen, schuld wer weiß, es konnte za immerhin mozlich sein, daß ihre Neize diesen eingefleischten -Junggc sellen vielleicht trieb ihn nur die Schüchternheit da;u sich verbergen 4 sie wollte daS nächste Mal mitten anf dem Schloßplätze Posto fassen, er würke dann scdon cd er sollte sie nicht o) lieber gleich setzt hervortreten so nvrlcgte sie hin und her. In diese eminent friedfertige Meditation ihrerscitS sielen dann aber die, ihr die Situation sofort klar macheiiden höhnischen Worte Lau: serles und das Schicksal nahm seinen Lauf ! ' a m v". TheuieGastfreund schaf t. Dem jungen Prinzen von Orleans ist seine vierZehntagige Haft iji der Eonciergerje theuer zu ' stehen gekommen. Der Ncstaurateur, welcher für feine Be-' köstigung sorgte, hat ihm eine Rechnung gemacht, aus welcher Z. B. ein , Pfirsich mit 1 Frcs. und ein Bcessteak mit lü FreL. angesetzt war. . Der..HjtihD dadurch zum wohlhabenden Manne geworden, seine Collcgen aber sollen an den Präsidenten Earnot folgende Petition gerichtet haben : .Nachdem die Weltausstellung geschlossen und der Fremdenverkehr .bedeutend Ägenomme hat, ist auch den Pariser Hotctkers und Zieslaurateuren das nothwendige Material zum Schröpfen und Ausplündern entzogen' worden. , Die, Unterzeichneten gestatten sich deshalb die untcnhänigste Bitte: doch ab und zu ein paar Prinzen oder Kronprätendenten ,. einsperren zu lassen und ihre Petostigun,aKden Meistfordernden zu vergeben.. -.'.Die Ikechnungen könnten dann als Abschrekkungsmiltel sür Prinzen, Prateadenten u. s. ro. Veröffentlicht roerden und, dürften ihre Wirkung kaum verfehlen. Eine derartige Maßregel würde nicht nur zur Hebung ''des., Pariser EastwirlhSstandeS beitraaen, sondern auch die Nuhe und den Frieden unserer glorreichen Ncpublik ' ' V .' .' ... L ''s iil ' ' .ltll;i!l!l'l!' ri au ZJ l"JVl iV , uir i flirn w m Dle se r Tage starb in St. fcn,,'!"' Petersburg, wie von dort beuchtet wird,,; im Alter von W Jahren Ludovico Viola, einst der berühmteste Clown seiner Zeit, später als Lehrer der Gymnastik in. der russischen Hauptstadt sehr beliebt. J:n Jahre 1845 kam er mit der Eircüstruppe Guerre nach St. Petersburg , und ent-' zückte das Publikum so sehr, daß ihm der bekannte Millionär Jalomlew 200,000 Rubel schenkte, damit er sich einen eigenen Circus bauen könnte. Viola wär durch seine assenartige Behendigkeit berühmt und machte von Aeit zu Zeit ! Gastsoiel? reisen durch die Theater ' in' der da, a s) beliebten Posse Der Asse und der Brau s iigaml als vielbewunderter,; unglaublich . elenkiger.Vierhänder. m, ; ,M ' . -.2) ies e r T a g e erh i e l &t. i ü Kaufmann in Aachen ein namenloses Schreiben aus Köln, in welchein dem Empfänger für eintausend Mark bzarcö Geld angeblich aus einem Diebstahl her- . M klfl ruhrende SZanknoten imif Werthe von sechstausend Mark, angeboten wurden. Die Antwort auf das Anerbieten l sollte',, auf telegraphischem Wege unter' Chiffre postlagernd nach Köln gesandt werden. Der Kaufmann legte den Brief der Polizei vor. , Diese entsandte sofert einen Beamten nach Kolndem es Jelang7dort als Absender des Schreibens drei Gsu, ' ner zu ermitteln und zu verhaften, auf die wegen ähnlicher Vetrügercicii von der j Behörde bereits zeit einiger Zeit gefahn' det wurde. ,, !,

''!: ;Mi

lf . . '"!' ...Iifl ll : ' ;:;,.,;!.:. ;$,; M . H i:?fi !!H fit: ".ik

vmi ÄffW .!S?;:'tj ;.iß.T. M- ,,!! iill.h ll "iii!1WWMMG? At:i i.j vl : ' : i;;;:-!' mi: ik-Ml -mm ii pn1, i'Vi f& G : :! W0ßß.s Vf!r';'"'i: , A t: :,;ä';'S,lii:.:ii,i( i;

t: p:y-'.m-hm. & :wi :f , ,, 'Hl: tl'Wi 1 .; l.al'l'-. '-r . - , . " 'Y