Indiana Tribüne, Volume 13, Number 177, Indianapolis, Marion County, 16 March 1890 — Page 7

Zwei SSyne.

eraic von iu. RtfWfi. In dem warmen, traulichen. Wohn zimmer herrschte ein angenehmes Halb: dunkel; alles Licht konzentrirte sich um ixn Sophatisch, auf welchem eine niedrige, stark leuchtende Arbeitslam?! stand, die mit einem leichten, hcZros Schirm, angenscheinlich ein häusliches Fabrikat, behängt war. In einem Lehnstuhl am Tische fa eine altere Dame mit ihrem Strickzeug ; kin wenig vornübergebeugt faß sie da, cii emsigen Nadeln aufmerkj'am betrachtend, die Masche um Masche entstehen ließen, in Wirklichkeit aber sah sie die Arbci: nur wie durch einen Nebel ; ihre Gedaw ken nahmen alle ihre Sinne gefangen. Es lag ein intelligentes Gepräge übel ihrer ganzen Erscheinung, das Gesichi war fein geformt und verrieth Willenskraft, während ein leichtes Zucken d Mundwinkel und der tiefe Glanz ihr:, Augen von einem starken Gesühlöleber zeugten. Auf dem ergrauenden Scheitel trug si eine schwarze Haube, die, im Verein ml Wittwen stand verriethen. Es war ganz still im Zimmer. Vor. Zeit zu Zeit knisterte das Fenerim Ofen, od?? der kleine Schooßhund, der an) Xtvx warmen Teppich lag, reckte sich und gähnte hörbar vor Wohlbefinden und Müdigkeit. Sie strickte mechanisch .weh ler, ganz versunken in ihre Gedanken Plötzlich sichtete der Hund sich auf und horchte. Draußen an der Thur würd geschellt. Hastig ergriff sie einen Aricf, der vor ihr auf dem Tische lag, und fit kaum in ihren ArbeitSkorb verborgen hatte, als sich die Thür öffnete, und ein junger Mann raschen Schrittes zu ihi eintrat. Guten Abend, Mutter!" sagte er. indem er sie küßte und sich dann neben ihr auf einen Stuhl niederließ. Ein freundliches Lächeln glitt über du Züge der Mutter. , .Guten Abend, mein Junge; nun, wie geht's?" Sie sah ihn an, und ihr Lächeln hatt etwas Strahlendes, das gleichsam ein Abglanz des Sonnenscheins war, der auj seinem Antlitz ruhte. Unter seiner hohen, energischen Stirn glänzten ein Paar mandetfSrmige,.rchbraune Augen. Wäh-. rend er sich in den Stuhl zurücklehnte, drehte er den blonden Schnurrbart mit einer Miere, als wolle er die ganze S&eli erobern. Wie es mir geht? Brillant! Aber wie geht e denn Dir, mein Mütter' scheu?" Erließ seinen Blick durch das Zimmer schon fei: und runzelte die Stirn. Du sitzest hier fo einsam, es ist so still und trübe hier; Du solltest Dich ein wenig zerstreuen, Mutter!" Zch suhle mich ganz zufrieden, Fraz", erwiderte- sie mit müdem fächeln, 'hre Arbeit wieder ausnehmend, ich saß yier und dachte an Euch, als Ihr noch klein war't." Ja freilich sagte er ein wenig rcrdrießlich, al Mutter hast Du natürlich viele schone Erinnerungen aus unserer Kindheit. Aber warum willst Du immer nur an uns denken, wie wir als Kinder waren, jetzt, wo wir doch erwachsen sind? Jch will nicht behaupten, daß Otto der engenehmste Gegenstand für'Dcine Gcdanken sein kann ; aber ich selber habe Dir doch eigentlich niemals Veranlassung zu einer wirklichen Sorge gegeben!" Äckin, Du hast mir keine Sorgen ge?nacht, Franz; aber ich kann Euch Beid in meinen Gedanken nun einmal nicht von einander trennen. Wenn ich an die Vergangenheit zurückdenke, so geschieht das nicht, um den angenehmsten Ge genstand" zn finden, sondern weil es nun einmal in der Natur der Sache eiegt. daß die Gedanken einer Mutter am liebsten zu der Zeit zurückschweifen, ia ihre Kinder noch klein waren und nch unter ihrer mutterlichen Aufsicht defandeu. Jetzt kann ich Euch nur ratben und für Euch beten." (r ergriff ihre Hand und küßt: sie zärtlich! Tit f. irrn ff iVT tür- ttn2 ftitt tS " I Mllir 4.., IV Du hast viel für unö getban. Otto hat ja den größten Theil Deines Verznögeäs erhalten und Du hift ihm stets eine liebevolle Mutter gew sen, obwohl cr ein Taugenichts ist." Die Mutter zuckte zusammen. .AH, Fcaaz. Du weißt, daß ich diese parken Ausdrücke nicht leiden sann!" Verzeih'. Mutter. Aber ich thue ihm wirklich nicht Unrecht. Er hat Deinen, wie meinen gutn Willen fchlecht ge!ohnt." Jetzt sieht es ja doch so aus, als wenn er sich bessern wollte." .Es sieht so aus! Ja, eS sieht so auS, und eS hat jedes Mal, wenn Dftlgui geholfen hast, so ausgesehen. Hast Du kürzlich einen Brief von ihm gehabt?" antwortete sie, den Kopf tiefer senkend, während eine dunkle Nöthe ihre Wangen bedeckte. .Und cr bittet wohl wieder um Hilfe, wie gewöhnlich ? Nein! Also ausnahmsweise einmal nicht! Run, das kann er sich auch sparen. Ich habe t&nt ganz ausdrücklich geschrieben, wir hätten setzt für ihn gethan, was in unseren Kräften stünde, nun müsse er sehen, wie er sich weiter durchhülfe. ES muß ehr Ende haben. Er muß die Fo!gen fciucS Handelns selber tragen. Natürlich," sagte die Mutter leise. natürlich muß er daS er muß es lernen, ein Mann zu sein. Nun ja! rief Franz, indem er aufsprang und sich schüttelte, als wolle cr sich von einem angenehmen Gedanken befreien ; .hassen wir das Beste. Heute bin ich aber eigentlich gekommen, um von'mir selber zu sprechen. Die Mutter nahm sich zusammen und lächelte freundlich. Das ist sicher etwas Angenehmes?" Er setzte sich nieder, ergriff ihre Hand, und sah sie mit leuchtenden Augen an: Du weißt. Mutter, daß ich niemals ertravagirt habe, aber von meiner Buch? haltergJge hade ich mit dem besten Wlllen nicht viel znrücklegen können.' Das weiß ich, mein Junge", erwn berte die Mmter, ihm zärtlich die Hand streichelnd. JDii weiß! auch, ich stets daraus bedacht gewesen bw, eine Beschäftigung

!zu pnden, die eS mir gestaüete, selbstflan, 'dkg u werden." Sie nickte. Acer Du weißt nicht", sügte er mit Nachdruck hinzu, daß meine Bnnulzun: gen jetzt endlich mit Erfolg gekrönt sind. .Aber Franz?" rief die Mutter, das ist ja eine Freudenbotschaft!" Er ließ ihre Hand sinken und. lehnt sich in den Stuhl zurück. Sri nicht böse, Mutter, aber im viel Geld hast Du noch Y" Die Züge der Mutter wurden plötzlich starr, sie erbleichte, starrte den Sehr einen Augenblick fragend an und sagtl dann leise; Tausend Mark; das ist das am. Meine Littwcpension genügt, wie Dr weißt, gerade, nm meinen Hauöhaltauf: recht zn erhalten. Mutter!" sagte er und beugte sich zu ihr hinüber, es ist das erste Mal, daß ich Dich nm Hilfe bitte: Gieb mir du Tausend Mark, ich will sie Dir verzin, sen. Du mußt nämlich wissen, daß eu ner von meinen Bekannten durch ganj persönliche Gründe gezwungen ist, fort: zurnsen und sein Gcschäfr aufzugeben. Das Geschäft ist ein durchaus solides, und ich bin fest überzeugt, daß es sich bedeutend in die Höhe treiben ließe. Der jetzige Eigenthümer verlangt kein, sofortiae'Ausrahluna ; aber er muß aleict

süttsleknbnttdert Mark haben. Ich sel- l ber habe mir fünfhundert Mark aufge-. . frark. die fettenden taufend Mark kann j i4x rtf tilrlif k,5,,k,n CTiti !ttlirt I t4 UVV IllUJt 17 I V Möglichkeit ist, daß Du sie mir überläßt." Die Mutter schwieg. Er fuhr ir überzeugendem Ton fort: Du glaubst vielleicht, daß ich mich von der olidität deö Geschäftes nicht genügend überzeugt habe? Ich sprach aber mit meinem jetzigen Prinzipal über die Sache, und :u ibiu hast Du doch vol: lcS Vertrauen ! er ist der Ansicht, daß I von irgend euura ucijuo kerne uuöc m sonn. Sie athmete tief und starrte vor sich hin, ohne ihm zn antworten. Er fühlt, sich durch ihr zurückhaltendes Wesen ge: kränkt; Anfangs sah er verlegen ans. dann gewann der Zorn die Oberhand. Heftig schob er den Stuhl bei Seite und sprang auf. DaS hatte ich nicht erwartet! Es ist das einzige Mal, daß ich Dich um Geld gebeten habe." Sie blickte auf und sah ihn flehend an. tvr w enn ick, nur wüßte, waZ daS Recht ;r ii. n .Das Rechte?" fragte er heftig. Welch Unrecht kann dadei sein, wenn Du nnrdas Geld leihst, zumal, da ich Dir eine gute Sicherheit dafür geben kann." Nein, nein, Franz", erwiderte sie, davon ist ja gar nicht die Nede! D hast viel, viel mehr verdient, und ich würde mit Freuden Alles für dich hin: geben; aber komm, Franz. fetze Dich hierher zn mir. ich will Dir Alles er; klären. Und verzeih mir, wenn Du an: derer Ansicht bist als ich." Mit gerunzelter Stirn näherte er sich dem Stuhl, auf dem er steif und tiefge: kränkt Platz nahm. Siehst Du, Franz. Otto ist ja auch mein Sohn und Du bist sein Bruder Er sprmg in die Höhe. Otto! Otto joll doch das Geld nicht auch noch haben l Setze Dich. Franz. und sei ruhig. Als ich heute Abend, ehe Du kamst, allein mit meinen Gedanken war, da weilten sie bei meinen beiden Söhnen, bei Dir, dem rechtschaffenen, guten, und bei ihm, dem entarteten, der auf schlechten Wegen wandelt. Und während Deiner Mutter Freude und Stolz bei Dir war, folgten ihm die Angst und Sehnsucht meiner Seele; er ist mein Jüngstgeborener, e, bedürfte meiner mehr als Du. Deinet, wegen war rch so sicher, Du wurdest rmr keinen Kummer bereiten, und dafür bin ich Dir ja so vom Herzen dankbar, es war mir immer so, als könne ich es wohl verantworten, daß ich ihm mehr war, als Dir, eben weil er ohne mich nicht fertig werden konnte." Ja, jo geht's in der Welt," entgeg nete Fran in spottischem Tone, dit Tugend wird belohnt!" Die Mutter sah ihn mit einem eigenartig verschleierten Blick an. Otto hat sast mein ganzes Vermgz gen verbraucht, einmal über daS andere habe ich ihm aus dem Elend geholfen, in das sein schwacher Charakter ihn gestürzt hatte " Mutter!" brauste der Sohn auf, Mutter, ich bin Dir mein Leben lang ein treuer Sohn gewesen. Ich habe ehrlich und redlich gestrebt, mir einen Weg zu bahnen, ich habe niemals eine uncyrenhafte Handlung begangen Otto war, so lange er lebt, ein Taugenichts, er hat niemals einen ernsten Willen gezeigt, stets hat er sich und An deren Sorgen bereitet, wieder und wieder ist ihm geholfen worden; aber sretö ist er gleich schwach, gleich charakterlos und träge geblieben. Und jetzt, wo ich ein einziges Mal um Hilfe bitte, nachdem Du ihm unzählige Male geholfen hast, jetzt soll ich hinter ihm zurückstehen? Ist das gerecht? Ist das liebevoll gehan, delt?". Jch glaube, daß man einen Unter schied machen muß. Franz. Ich habt ihm ost geholfen., und jedeSMal in der Hoffnung, daß er sich bessern würde. Ein Mai über das andere ist meine Hofs: nung zu Schanden geworden; jetzt ist mein Vermögen beinahe verzehrt, ich habt nur noch eine kleine Summe übrig, und die müßte von Rechts wegen Dir zufab len. Und doch kann ich sie Dir nicht g?k bcn, Franz: Ich kann nichts dagegen machen. Zu dielen stlllen Stunden, ws ich mich uuter Thränen gefragt habe, ob i . . en zu um ch Nettunas eil uzuwerfen, ehe er zu Gründe ahm, und IX. it V. 4. iy j i " . c lyu uuyiuuj cicuacji vor vel Verderben bewahren könne. Dieser Gedanke hat mich aufrecht erhalten, Franz, hätte ich gewußt, daß ich nichts mehr thun könne, daß alle Hoffnung vorbei sei, ich glaube, ich hätte das nicht er tragen." " Gelte ich Dir denn aber gar nichts? Ich if :- -l am Scheidewege, entweder

venn mcm armerohn zugrunde geh

jou, oa r,r es mir ern .ro t gewesen, r .. C i v m

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einen letzten Versuch zu machen, daß i

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gehe ich der Selbstständigkeit und dem Fortschritt entgegen, oder ich bin zu ewiger Abhängigkeit, zu ewigem Stillstand verdammt. Soll ich zurückgehalten werden, soll meine Zukuusr vernichtet sein nnr wegen dieses Schlingels, dieses Tau genichtö? Welches Vorrecht hat sein Zukunft vor der leinen? Ist das nicht eine himmelfchreiende Ungerechtigkeit?" Die Mutter legte ihre Hand auf bis feine. Ja, Franz. eS ist eine Ungerechtizkeir; aber troydem glanbe ich, daß ich Stecht habe. Du weißt nicht. Franz. wie sehr ich leide, Du weißt nicht, was es heißt, zwischen Euch zu stehen. Ich gäbe Euch Beiden gern tnein ganzes Herz ; aber ich habe nur einS, was Zoll ich da machen?" Sie brach in Thränen aus und barg ihr Antlitz in ihren Handen, währeni er sin ster vor sich hin starrte. Dann er hob sie sich und n.hm den Brief aus dew ArbeitSkorbe. 3ch habe heute einen Brief von Otto erhalten, er schreibt, daß er alle sein Fehler einsieht, daß er jetzt im letzten kalben Jahr gezeigt hat, daß er sich ändern kann ,lnd will - Redensarten!" unterbrach Franz si, höhnisch. Aber sein Principal schreibt mir seb ber, daß eS sich so verhalt, wie Otto sagt, und daß er mir rath, ihm zu helfen, so lanze es noch Zeit ist, es rst eine lange AuScinandersetzung. und schließlich bittet er mich, ikfm Geld zn senden, wenn es nur irgend möglich ist." Und nun willst Du ihm mein Geld geben?Die Mutter wandte sich langsam ur.t, sah ihm fest in die Augen und fragte leise: WaS räthst Du mir zn thnn?" Er sah hastig auf und schaute die Mutter au; ihre Blicke begegneten sich, er taS in ihren Augen, er sah ihr grueö Haar, sah daS nervöse Zucken dcs'Munk des, er sah seine Mutter da stieg es plötzlich auf in seinem Herzen wie eine Springfluth, er legte den Kopf auf die Tischplatte und brach in Thränen aus. Sie erhob sich, kaum im Stande, sich zu beherrschen, trat zu ihm hin und schlang ihre Arme um seinen HalS. Weine nicht, Franz. weine nicht eS ist möglich, daß ich Unrecht habe." Er bat sie, ihn in Ruhe zu lassen ; die Mutter ging im Zimmer auf und nieder, dann entfernte sie sich leise und ließ ihn allein. Sie blieb eine aan:e Weile fort

sie litt und kämpfte, ohne Rath zu ,. .rr r .. ' t w:iken, ms ne wlcocr in oas ni mer trat, fand sie ihn gefaßt und ruhig vor. - Du hast Recht, Mutter." sagte er mir bebender Stimme. Es ist eine Ungerechtigkeit, aber es soll so sein. El bedarf Deiner Hilfe mehr als ich." Und Du, Franz?- fragte sie traurig. .was wird dann aus Dir?" Die Thränen eines Mannes fallen wie befruchtender Regen auf ein ausge dortes Feld, Mutter ; sie entlocken dem Boden neue Keime. Mit mir muß es gehen, fo gut es kann, und hostentlich wird es gehen, selbst wenn ,mr die Zu: kunft jetzt trübe und dunkel erscheint." Liebevoll' schlang die Mutter ihren Arm nm seinen HalS und küßte ihn, ihr Stimme bebte, ihre Auge glänzten um ter Thränen. Habe Dank. Franz, daß ich auch heute stolz auf Dich sein kann! Ich fürchtet, schon, ich müßte mir jetzt um Euch Beidk orgen machen. Deutsche Mundarten. Interessant ist die nachsolaende 3u sammenstellung einiger deutscher Mundarten, welche wir dem Werke von A. Sach: Die deutsche Heimath" entnehmen: Holsteiner: Hört to, een Seier güng ut to saien." Mecklenburger: Häret to, sü, dar zink een Saier ut to saien." Hannoveraner: Härt tau, et gunk - ? . 41 ein Vagemann ur rau zagen. - Marter: Horch tau, et gink en Buer upt Feld tum jeen.Harzer: Härt zu, sät, eS käng a Sagman aus zu sae.Pardcröorner: Höret to, sü, et chink 'n Seimann ut to seien." Thüringer: Hört zu, säht, 's gung ä mol a Siemann aus zu sian." Vöigtlauder: Horcht auf und läßt mch söge, a mol ging a Bauer näus zen M U II. Sachsen-Meininger: Hört zu, sich, es qieng ä Sämo oö zu sää.Ansbacher: Härt zu, sich, cS gieug ä Eoamä aus'S soa aus." Casseler: .Hehrt zu, sich, eS gink'en emann us zu seyen.Oberheffe: Hörrt zu, secht, eß gung en Saemann aus zu säe." Kölner: Kiek, et jing a Ziemann uS zu zien.Bonner: Aört zu, süch, et jing ene - r a aer ernus zu jani. Bewohner der Elsel : Gett ägt. seet. et geng aemol eane Sämann us, äm zu aen." Zweibrückcr: Horch zu, 's isch e mal e Bauer 'naus ins Feld gang, vor ze äe." Speierer: Härt e mal zn, seht, 'ls isch e Sämann naus gage sae." Algäuer: Hearee'zue, guek, 's rscht a Saema ansa'aanae v saeo. Stuttgarter : Hohret me an, a Bauer ischt zum säa nausgange uss Feld." Donauwörther: A Soma ischt auSi ganga sei. Soma osz'werfa." Gemünder: Hairct zue. gucket, es gäbt a Säemann'aus zum faciu Würzburger: Hör a mol, eS is a Camo ausgange z'säa." . - ' Nürnberger: Höirt zou, segt, eS is a Bauer ausgangs z'säa. - Eichstädtcr: Jza schau,' a Vaur iS zum fän ganga." Münchener: ?oßt euksogn, a :noi iS a Bauer anfS fahn nausganga." Vrixcner: Da heart's a mal zue, as licht a mal a Paur ze an außigangn.". glöckchen, das der Morgenthau geküßt hat!" Backfisch (züchtig und verschämt)! Morgenthau nein, so hieß er nicht!" '

Verschnappt. Herr (zu einem Backsisch):' Ach, Fräulein Thekla, Sie keben beut lo reifend aus wie. ein Mais

V l i n d.

AuZ dem FranzösifchtN von S. I. Lly. -mm ES berrsckte jene bedrückende JuliSchwüle über Paris, welche gewöhnlich einem schweren Gewittersturm vorangeht. Das unbestimmte Nollen des Bonners ertönte wie das entfernte Brüllen des Löwen, welches immer naher kommt. Endlich öffneten sich die Wolken mit kinem krachenden Geräusch, und in der nächsten Secunde sielen schwere Atcgentropfen klatschend auf das Straßenpfla: ster nieder. Eine hübsche Brünette von etwa zwantia Innren, überrascht von dem vlötzlichen Regenguß, suchte eiligst Schutz in einer einladenden Thürhalle. Der Anzug des Mädchens war gerade nicht danach, um von dem unfreundlichen Wetter besonders beschädigt zu werden. Seine Kleidung war in der That einfach bis ins Ertreme und deutete auf nicht allzu alänzende Verbältnisse an. Ein schlichtes Kleid aus schwarzem Merino, mit Geschmack zugeschnitten, und ein Strohhut mit rothleldenen wandern und künstlichen Blumen verziert, kennzeichnete dasselbe als eine jener armen, aber ehrlichen Näherinnen, welche stch thre Kleider selbst verfertigen müssen. Martba Duflon.' so hieß das junge Mädchen, bot ein Muster von Sauberkert dar von den klemen unbeyandjcyuy? ten weißen Händen bis zu den sorgfältig rv t. ... i . rs-ii gewtwticn nieortgen ühcicc. Obwohl erst zehn uyr, waren die Straßen von ParrS dennoch schon ziem? lich verlassen. Ein junger Mann kam eilig die Straße herauf, und, trotzdem er p. r . . ... lm i X!. i - einen ausgespannten 'jicginji ug, suchte er dennoch ein Unterkemmen vor dem Unwetter und eilte geradenwegs in die Thürhalle, in welcher die Näherin geborgen war. Er war so sehr von der Beobachtung des Wetters eingenommen, daß er das Mädchen gar nicht bemerkte, bis plötzlich ein grelle? Blitz vom Hinu mel zuckte, gefolgt von einem krachenden Donnerschlag, und seine Umgebung hell erleuchtet wurde. Unmittelbar darauf erfolgte ein schriller Entsetzensschrei, der beinahe das Geräusch des Sturmes übertönte: Barmherziger Himmel!" rief das junge Mädchen, ich kann nicht sehen es ist alles Dunkel der Blitz hat meine Augen geblendet ich bin blind!" Eine' Fluth von Thränen folgte dem Seufzen und Schluchzen des iungen erschreckten Mädchens, wie sollte sie nun ihr tägliches Brod verdienen? Sie tonnte nicht einmal den Nachhauseweg allein antreten was sollte aus ihr erden. Mußte sie nun betteln gehen? Ist Niemand hier, der mir beisteht?" fragte sie in herzbrechendem Ton, indem sie hilfesuchend die Hände ausstreckte. , Weinen Sie nicht, MademoiZelle," sagte der zange Mann, eine stattliche Figur, indem cr zu ihrem Beistand hin? zutrat. Oh ich danke Ihnen, mein Herr." Wo wohnen Sie?" In Nr. 12) Lecondamine-Straße." Die Beiden traten aus die Straße und Martha erzählte ihm von ihrcrLebenslage. Ihr Begleiter stellte sich alsdann als Pierre Earlier, Buchhalter auf dem Bureau der Westlichen Eisenbahn, vor. Um die Gedanken deS Mädchens von seinem Unglück abzuwenden, erzählte er Episoden aus seinem Leben, verschwieg aber, daß er an dem Kriege voir ! 870-71 lheilgenommcn und daß er beidcm Bombardemenl von Paris ein; Wunde davongetragen, welche eine erschreckend häßliche breite Narbe auf seinem Gesicht zurückgelassen hatte. Tief intercssirt in das junge Mädchen, welches gespa-nnt auf seine Nede borchte, ohne eine Ahnung von dem häßlichen Gesichtsäußern des jungen Mannes zu haben, welches ihn bisher dem schöneren Geschlecht gegenüber abstoßend hattt erschemen laisen, langte v.arller mit m nein Schützling an deren Loairhause an. Beim Abschied bat er, sie am nächsten Tage besuchen zu dürfen, und willig ward ihm die gewünschte Erlaubniß zu Theil, denn seine treuherzig klingcudk Stimme und sein ausrichtiges Gebühren halten lhm daZ volle Vertrauen des Mädchens gewonnen.' Am nächsten MorJen stellte sich Pierre mit einem Arzte ein, welcher die Augen desMävchens einer aenauen Untersuchuua unterwarf. Sein Ausipruch, daß die Wiederherstellung des Augenlichts sehr zweifelhast sei, oder doch nur langsam von statten gehen werde, war durchaus nicht crmuthlgend nnd erfüllte das arme Mädchen mir großer Beforaniß für die - ' -. -. . v , Zurunrr. ZNte ,ouie es i2) ernähren, da es nunmehr zur Arbeit unfähig war? Pierre schien diese Frage u ahnen. denn er sagte schnell: Seien Sie nur unbesorgt, Ihr Arbeitgeber wird bnen wohl, während Sie unter Behandlung ttttd. den reget mqvtgen oyn zukommen lalzen. ch wero.pcrionltch zu thm gec rv f . , ' u Yen uno lym qre ungmaitcye'age aus einandersetzen." Damit verließ er sie. Nach etlichen Stunden kehrte er zn .ilck und rerrchtete, dafe' ihr Prinzipal nicht auem kne teue olsenhalten, fon mehr in Anspruch genommen, und reaelmäßig brachte Earlier dem Mädchen bes.sen kärglichen Wochenlohn. Es war unter den obwaltenden Verhältnissen ganz natürlich, daß die blinde Näherin sich die Gesellschaft deS jungen Mannes gefallen ließ, er konnte sie 'so schön unterhalten. und eS gewahrte ihr zudem eine große Genugthuung, ihm ihre cifcl und Hosfaungen mittheilen Ztt dür fen; in ganz Paris hatte sie übrigens keine sympatbijch gesinnte Seele. All' mählich wurden feine Besuche hausigcr und länger, und die freundlichen Acrie hungen. welche bereits zwischen diesen, beiden kummcrcrsüllten jungen Leuten der Alinden und dem Verunstalteten bestand, entwickelte sich in ausrichtige und seurige Liebe. In völliqer Unwi'sr ...r. 'l f:.. ...i.'i.iti . cnyc i;yu im cttijirulcs .rnllll), gki wann sein edleS Wohlwollen und seine t... sZs.XyAr,is.'.l . rr.i c mcu& viiätw,'l71? vtl4 oujlanolg. - M . '-: 7: w- -J ':'. s!.f. i,::!:;!!':' Drei Monate waren verflossen und noch immer machte sich keine Wesserüna crn..c. T..crLta r.-.i...t . i iiunn jciöu a Usiano oemerr bar. Es wunderte sie einigermaßen.

dern aua, alleAnslagen decken werde, bis sie wieder arbeitsfähig sii. Pcrma nente äritlicüe Beüandluna wurde nn

daß ihr Prinzipal noch reaelmaßia ihr

den Wochenlohn zukommen ließ. Eine Ahnung des wahren Sachveehalts damwerte in ihr auf und eines Taaeö beaus? tragte sie den Portler des Hauses, sich nach dem Etablissement zu begeben und über dke Angelegenheit Erkundigungen einzuziehen. Als Pierr? am selben Abend leme Geliebte besuchte, sand er sie in einem ,hrattenstrom. Ich habe Ihre edle Natur zur Genüge auSgefunden," sagte sie; oh wie hochherzig und nobel von Ihnen, mich ' . rr . ? s yr glauoen zu isten, van jenes cio, welches Sie mir regelmäßtg brachten, von meinem Arbeitgeber stamme, der äußerst herzlos ist. Aber &it hatten doch Nicht tolche Schuld auf mich laden sollen. Es ist nun doppelt nothwendig, daß ich mein Augenlicht wiedererlange, um Ihneu mit Zinsen zurückzuerstatten, was ich hnen schuldig bin!" sie können mich mehr als doppelt bezahlen, wenn Sie nur wolleu, Mademoiselle," sagte er sanft. Wie kann ich das?" Indem Sie mich heirathen." Das kann unmöglich Ihr Ernst sein," sagte sie erstauut; als er aber seine Worte wiederholte, weinte sie ?or Freude. Ich habe Ihr Gesicht noch nie gesehen," entgegnen sie, aber ich bin überzeugt, daß Ihr gutes Herz sich darin wiederspiegelt ; ich werdeJtzre Frau untet einer Bedingung." Und die wäre?" Daß wir uns nicht eher die Hand reichen, als'bis ich mein Augenlicht wieder, erlangt." Ihre Entscheidung war einigermaßen enttäuschend für ihn, und der Wunsch stieg ihm beinahe unwillkürlich auf, daß sie blind bleiben mochte; er konnte sich nicht mit dem Gedanken vertraut machen, wie sie wohl mit Ekel erfüllt sich von ihm enden würde beim ersten Anblick der entstellenden Narbe in seinem Antlitz. Hcirathen wir sogleich," replicirte er dringend ; wir werden so glücklich sein w'eßhalb noch länger zögern?" Aber Martha war unbiegsam in ihrem Entschluß. Ich bin jetzt schon eine zn große Last sur Dich gewesen, Geliebter," entgegnete sie. eine vertrautere Tonart einschlagend. Ich werde nicht mehr einwilligen, gleich einem Mühlstein an Deinem Halse zu hängen. Sollte meine Heilung dnrchaus nicht ersolgen, wovor der Himmel mich bewahren möge, so werde ich verschwin, den und Du wirft nie icder von mir hören." Um GottcSwillcn! Ein Selbstmord!" schrie er auf; Mädchen, willst D. daß ich vor Verzweiflung sterbe ? Aber Martha hoffte mit großer Zu: versicht, in nicht gar zu langer Zeit sc ganz plötzlich, wunderbar curirt zu werden ; sie sehnte sich danach, ihrem Ge liebten eine freudige Ueberraschung zr bereiten. Es war der erste Sonntag im Monat Mai. Der Lenz hatte der ganzen 9!atu, seinen Stempel ausgedrückt und Bäum und Sträucher waren mit prachtvoller Blüthenknospen geschmückt, währeudWie sen und Haine förmlich mit Frühlings dlumen übersäet waren. -Martha hatte in Begleitung Earliers einen Spaziergang in's'Freie unternommen. Unterwegs meinte der junge Mann gedankenvoll: Wie schade ist's doch, daß Du dii Lieblichkeit der Natur nicht sehen kannst; es würde Dich sicherlich bewegen,' nichz langer unserem Glück Dich entgegenzustemmen." Ich höre die Mgel singen und riecht den kostbaren Duft der Blumen," war die Antwort des armen blinden Mäd: chens. Eines Tages stattete Pierre feiner Geliebten den regelmäßigen Besuch ab. Wer beschreibt sein Erstaunen, als er bei seinem Eintritt bemerkte, daß sie der, Verband von ihren Augen genommen ; dabei schien es ihm, als ob sie eine Bewegung machte, ihm entgegenzutreten. Kann sie sehen V dachte er erblei-. chend. Was ist Dir, Gelieblcr?" frägt Martha bei seinem momentanen Schweigen; ach, ich weiß, Du wunderst Dich wohl, daß ich meinen Verband abgelegt habe. Ich werde nie wieder sehend, der Arzt kann mir nicht helfen. Und, Pierre, ich werde Dich nnn nicht länger hinhalten ; wenn Du willst, können wir vor den Traualtar treten." In seiner Freude über diese Eröffnung glaubte Earlier zu bemerken, wie ihr Augen ihn anlächelten; im nächsten Augenblick aber lächelte er über feint Thorheit würde sie so zu ihm sprechen, wenn sie ihn sehen könnte seine Narbt sehen würde? Die Hochzeit sand vier Wochen darauj statt. Als die Trauformalitäten vorüber waren, wurde das Paar aufgefordert, seine Namen in das Register einzutragen. Pierre ergriff die Hand seiner Vranr. nm sie zum Buche zu geleiten. Sie txu zog sich jedoch seinem Grisf und Zagtt lachelud: Laß' mich nur, ich sinde das Buch chon allein." Und zu seiner Verblüffung fchritt sie geradenwegs auf das Pult zu und ergrisi die Feder. Wie, Du bist nicht blind," flüstertl er, Dn hast meine Lkarbe O, die habe ich schon seit einem Monat gesehen," sagte sie lächelnd über seine Befangenheit, und dann fügte sie weich hinzu: Glaubst Du nun, daß ich Dich wahr? hast liebe, Pierre?" Der Söulrat b so sch man der Frkf. Ztn.." kommt in eine Klasse, in welcher Unterricht in der deutschen Sprache gegeben wird. Der Lehrer läßt gerade Sätze mit Verhältniß: Wörtern bilden. Schulrath : Bildet mir einmal einen Satz, in welchem das Wort Schule" vorkommt. Ein Knabe: Jch gehe gern in d e.r Schule." Schulrath: .Aber mein Sohn, das ist ja ganz verkehrt ; der Knabe dort, der den Finger hebt, der wird uns schon den Satz richtig sagen. Wie heißt eS also? Zweiter Knabe: Ich gehe nicht ger m der Scüule!

Berliner GeriehtSseene.

Immer kalt Blut. Wat ick dazu sage? Eijcntlich sage ick jarnischt, aber ick mcene man. so Zngstcrlich muß der Mensch nich jleich sind. Wenn cet AllenS so wahr wäre, wie det so in de Anklage steht, denn adje Speck, denn wer'n Se mir wohl gleich hierbehalten und mi? mit n Ning durch de Nase mr 'n Klotz an't Veen insperren. Aber wie jesagt, ick sage nischt." Und sie sah in der That auch nicht ängstlich aus. die Fischhändlerin Emma Sch., welche obige Rede als Entgegnung vom Stapel ließ, nachdem der Vorsitzende, des Schöffengerichts ihr den Inhalt der auf Hausfriedensbruchs und Beleidigung lautenden Anklage vorgehalten. Vors.: Wenn Sie Ihre Zunge nicht zähmen und sich ungebührlich betragen, werden wir Sie allerdings sosort einsperren. Daß merken Sie sich. Sie sollen sich am Zö. Januar d. I. höchst ungebvhrlich in der Wohnung drr Frau ötentiere M. benommen haben, und nach der Art und Weise, wie Sie hier auftreken, ist das auch wohl zn glauben. Angekl: Wenn Eener sein sauer rerdieuteS Jeld oder ölos seine Auslagen haben will, dann ist er immer unjebuhrlich, det kennen wir schon. Warum steht da nischt in die Anklage von in, det sie mir seit den Sylvester eenen Karpen von jut nnn jerne sieben Fund schuldig war? Det möchte woll Manchen passen, wenn er denn erst Neujahr üben Jahr 'ne Nechnung kriejen thäte. Wo soll da woll 'ne arme Jeschästssrau bleiben? Det is ja himmelschreiend, is et. Abrr ick sage nich. Vor.: Nun sagen Sie wenigstens nicht sv viel, sondern lassen Sie alle überflüssigen Redensarten. Angekl.: Ick kann mir hier doch nicht verhandeln lassen wie so'n Karpen ! Vors.: Sie behaupten wohl, daß Sie sich zu der Frau M. begeben hatten, um sie wegen einer Schuld zu mahnen? Angekl.: Um weiter nischt. An'n Sulvesier Abend stehe ick in meiner Stub in die Marchthalle, da kömmt se auieichwänzell un riekr m meinem Bottich nn. En rechten schönen Krrpen jefällig?" srage ick. Hier is eener, en scheenen rogenen un von 'ne janz besondere Lebendigkeit" denn andere halte ick mir überhaupt nich un ick reiße ihr die Kiemen uf un mache un rede, bis sie ihr. richtig koofen dhut. Er sollte sieben Mark kosten, und damit war sie ooch einverstanden. Nu hatte sie sich aber nich uff so ville einjericht un ick sage zu ihr, det mein Mann ihr den Fisch ja nach Hanse tragen könnte, un denn konnte sie ihm det Jeld ja mitjeben. Kann eeneJetchastStran denn mehr dhun? Aber ick sage jarnischt. Vors.: Ihr Mrnn brachte nun wohl nicht daS Geld? Angekl.: Nee, det wart ja eben. Er kam zurück un sagte, er sollte den zweeten NeujahrSdag wiederkommen, sie hatte blos een Hundertmarkschein jkhatt. Ick sagte weiter nischt wie Du Schafkopp!" uu schickte ihn den zwcetcn Dag wieder hin. Er kommt zurück die janze Hand voll ohne Jeld. Sie wäre nich zu Hause jewesen. Ick schicke ihn noch zwcemal hin. von Jeld kerne Rede nich ; venn hatte sie mal hohen Besuch jchatt, denn war sie bei die Toilette jewesen, un so jing det immerzu. Znletzt sage ick zu meinen Mann, ick will man selber hinjehn, er wäre 'ue olle Tulve, un ick denn ooch los. Lors. : Nun wären wir ja endlich so wcit. Angekl.: Ja, k!i igele, und da kommt da so'n windijet Ding raus un sagt mir von vornerin schlankweg, det ihre Herr schaft noch nicht zu sprechen wäre. Vors.: ES soll noch sehr früh des Morens gewesen sein. Angekl.: Nee, sebr jnil) war es nich, ick war wenigstens schon drei Stunden uf de Becne. Aber so Eene, die quält sich den janzen Dag mit Essen un Drinkcn un 9!ichtdhun ad un kann denn uaticrlich die janze' Nackt kecn Ooge offen kriegen. Ick schiebe also zet kleene JeZtelle mit de wciße Schürze sei Seite und jehe uj'n Eortidor, un rin in die erste Stnbe. Vors. : Das durften Sie schon nicht thun. Augckl. : Ick wollte mein Jeld haben, weiter nischt. .Ick bitt kaum drinne itt die Stube, da jeht eene andere Dhüre offen un meine Nadam kommt rin. Sie war noch iu't kurze Zeich un hatte meilte Stimme wohl jehört. Nu kann ick bei mein Fischjeichäst natierlich nich nach Treu un Naglisch riechen, un ihr möcht det woll en bis ken unbequem wcr'n, denn sie zog die Z!üse so kraus un h!?lt sich den weißen Taschentuch vor, wobei sie dann sagte : Mein Jott, wie riecht daS hier ! Let mußte mir natürlich ärjcrn, un ick sage: Det wird wobl mein chrkichtt Gewerbe sind, wat Ihnen inkommandiren dhut, aber wat nützt mir die janze Stube voll püfermerirten Wohlgervch, fcemr der Syloesterkarpen noch ich be zahlr iß?" Nm kennte sie mir erst wieder in mcente. ick sollte blos raasjthn, drt Vkächen sollte die sieben Mark jleich nach ie Stande hinbringen. Ick sag aber, xk dhäte nich von die Stelle weichen, bis ick den Zaster far den Karpen hätte. yMarie, bringen Sie blos die Frau herrus!" rief sie immerzu; ick sagte aber Whig: Erst mein Geld!" Vors.: Endlich ist derVizewirth dazu gekommen, zer Sie hinausgeführt hat. Angekl.: Za, ick babe aber doch mein Jeld erst kriegt. Vors. : Dr Hausfrieden )ruZsist ja also erwiesen, Sie aeben auch vohl die beleidigenden Ausdrücke zu, die !ch Ihnen vorgehalten habe ? Angekl. : Det habe ick jesagt, aber Herr JcrichtsZof, erst en Karpeu koofen un denn keen -eld nich. haben Sie Worte? Weiter .1 . r ' . tage ick mich f. ' Mit Rücksicht auf die ganze Sachlage 'ommk , die Angeklagte mit einer Gc ammtstrafc voir 15 Mark davon. ;. - ;!?:;f ;'f'' N u h a n ro c n d'u'n'g DaS 'WirthschastSgeld war lncpp. , O 'äifSÄ? Zetzt gibt es einen Krach, bedenke dann der Ehemann: Der Klügere gibr nach. Au f dem Ball e. Herr fz n'ner als kokett bekannten Dame): Wür: Zen Sie mir den Arozug dieses Tanzes lönnen, gnädiges Fräulein ? Daure schnippisch): Danke, ich möchte sihen zleiben! Herr: Ihr Wunsch wird Hof fentlich für immer respettirt werden!

Ein Tanzkünstler. Die Geschichte der Tanzkunst weiß oou einem Manne, dem Stammvater einer bekannten Tänzezssmilie, zu berichten, welcher durch seine Selbstüberhebung fast in demselben Maße, wie die Anmuth seinerKunst erfreute, belustigend gewirkt hat. Gaetano Axolline Valkasare ÄestriS. der sich selbst der Große" oder der Gott des Tanzes" nannte, war 1759 zn Flyren geboren. Sein Künstlerrus verbreitete sich schnell übe? ganz Europa, und sehr bald erzählte man sich auch überall von seinem maßlosen Selbstbe wußtscin, das grotesk komisch wirkte, die mannigfachsten Geschichten. Zu den bezcichnendsten unter ihnen gehört die von der Abfertigung seines Leibarztes", dessen Eifer und Geschicklichkcit er seine völlige Geuesuug aus eurer langwierigen und lebensgefährlichen Krankheit zu danken hatte. Sehen Sie, meine Herren", sagte Vestris im Kreise seiner Bekannten mit dem iüm eigenthümlichen bombastlscheu Pathos, hier sehen Sie meinen Netter, meinen Schutzengel! Ohne die sm berühmten Mann, ohne diesen zwei tcn'Aeskulap, ohne dieses große Genie, diesen unvergleichlichen Arzt, wäre ich sicher ein Naub deS TodeS gewesen. Meiue Dankbarkeit wird ohne Grenzen sein. Ja, warum besitze ich nicht alleS Gold Perus, alle Diamanten von Golkonda! Mit Entzücken wütde ich sie unserm Hip pokrateS zum Opser bringen. Sagen Sie mir, lieber Doktor, wann trifft man Sie zn Hause? Ich weiß, was ich Ihnen schuldig bin. Ich brenne vor Begierde, meine Schuld abzutragen, denn der Gedanke niartert mich, Ihnen meine Erkenntlichkeit noch nicht bewiesen zu haben. Der Arzt bestimmte eine Stunde auf den folgenden Tag. felsenfest überzeugt, daß ein fürstliches Honorar nicht auö bleiben würde. VestriS stellte sich xünktlich ein. Ich eile, mein unvergleichli cher Freund," rief er aus, als er zu dem Arzt in's Zimmer trat, meine große Schuld bei Ihnen abzutragen, heilig ist mir diese Schuld, denn ich verdanke Ihnen mein Lcbcn. Der sehr be schaftigte Arzt streckte bereits gelinde die Hand aus. Vestris aöer drückte sie mit Feuer, indem er machtberedt fortfuhr: Ein Gelehrter Ihrer Art steht mit einem Künstler meiner Art fast auk gleicher i!inie. Wir sind die Ersten in unserem Fache. Nun gestatten Sie mir eine kleine Bemerkung. Mit Gram habe ich wahrgenommen, daß Ihnen ein tleinrr Fehler eigen ist der Ihren auLge zeichneten Talenten einen unbcrecheubaren Abbruch thut. Ist eS möglich," ruft man allenthalben, dieser Phonir

unter den Aerzten, aus den ganl nranrreich, ja ganz Europa stolz weiß nicht einmal ein Eompliment zu machen?" Danke für die Bemerkung," brummte der Arzt ungeduldig, .meine' Bemühungen indessen. . . . . . . . sind unschätzbar mein Freund," siel VestriS ihm itt'S Wort, und um Ihnen solche zu vergelten, darf ich Ihnen uicht wcniger geben ja, nicht weniger als zmölf Tanzstunden ! Tanzstunden?" schrie der Arzt. Sie bedürfeit ihrer, mein Bester! Ihr Gang und Ihre Haltung sind schlecht. Vorstehende Schultern, gebogener Hals, schlotternde Arme.. Kerne Würde, kein Adel, keine Hoheit mit Anmuth verknüpft. Sie sind mager wie ein Todtcngeripxe. Sie haben eine ganz klagliche, eine erbärmliche Figur. Aber durch Grazie, Doctor, durch Grazie läßt sich Alles verbessern. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß nach "zwölf Stunden die Hosdalncn Sie nicht wieder erkennen und ausrufen sollen : Er ist ein Gott, er präscnkirt sich wie ein VestriS! Wenn Sie wollen, fangen wir sogleich an. Geben Sie mir Ihre beiden Haude und heben Sie einmal das linke. . . . Lassen Sie mich in Nuh' polterte der Arzt ergrimmt, ich habe keine Zeit, ii UM " O," unterbrach Vestris ihn traurig, warum sagten Sie mir das nicht srüher? Ich will Sie ja beileibe nicht sto reu. Aber ich komme wieder, und stets unverdrossen. Ihnen meine Erkenntlichkeit zu beweisen. Inzwischen leben Sie weht!" Selbigen Taes noch erhielt VestriS le Grand eine gepsesserte Rechnung von dem tanzfeindlichen Arzte, die wohl oder übel bezahlt werde mnßte. Mit dramatischem Pathos aber und echt theatralischer Pose endet folgende Geschichte, die in Paris während der AnWesenheit deS Königs von Schweden spielte. Der König von Frankreich wünsckte, daß August Vestris, der Sohn des Musters, zsx feinem hohen Gaste tanzen möchte; der Künstler aber widersehte sich diesem Wunsche hartnäckig, obgleich die Königin selbst ihn darum bar. Darauf ließ der Minister Varon von Breteuil den Verwegenen so lange in da Hotel de la Force" einsperren, bis er sich anders besonnen hatte. Ganz Paris spaltete sich über diese Staats aehobenel neiden Augen, dies, ist der erste Zwist meines Hauses mit der Familie der Bourboncn!" Gedanken? lein. Die Erde sei dir leicht!" Es klingt Wehmüthig voll Gekübl In Gotha aber sagen sie: DaS Feuer sei dir kühl!" Auch e i n G r u n d. Du gehst im nächste Semester nach Tübingen? Fallt mir nicht ein! Warum Venn nicht? Gerade jür Deine Fakultät si:'.d ja d:e Lehrerverhaltnisse dort üuKgczeichZ nett Äog se!n, aber d!A:tt,o,:n hältllizs- dorr, sind untcr,, aller,,., Ka. t'.one ' .:,;, .1$ n j 's' : f.- iriii'i'ij!:!!::;:!!!::!11!!!! 'iinx 'ftlä:;! war luulbig, cr lzätte Ihnen las ().'nick '' !" - "'" G. - " ':,':!''' u .ii.liiM!1!!1' ' , ; ; ! i s 1 : 1 m : : . . x JL ' : ": 1 : 1 ' 1 1 1 M ' drecken können." A.: rch jüe es E i Anzeichen. Tochter : Sieh, M am a , d er moder n gekleidete H crr da vorn hat ganz schiese Absätze. Mutter: Er wandelt gcwiß viel auf schlechleu tnl":-j 'Üllin'-i-lllSlisILS; Ji :?:;'! li-isiJi,''!

action" inzwer Parteien. Der alle WeZtriS aber war wie gebrochen. Ach", jammerte er mit aehobenen Annen zn:d thra.