Indiana Tribüne, Volume 13, Number 177, Indianapolis, Marion County, 16 March 1890 — Page 4

SJSut:!

l1 t . i k

zu r st

1 l t r 1 1

Mdiana Tribüne. l DonntagS-SluSgabe. ''" Office t 120 Ost Marylanb Qtu

Kaiser Joseph n. hundertsten ELfcbetWjr fsfeuS TodeStkgc ton F. . v. Wz,ld. ' Kaiser Joseph II. Gehört m tntn tra gischen Persönlichkeikn auf dem Throne, die sich am Ende ihres Lebens und Wirkens mit 'Unsägliche? Bitterkeit haben saoen müssen, dan fest alle ihre Plene und Bestrebunqen gescheitert, daß alle ihre ei '" f ' i e nroett, lyr iuyen und sorgen umionit gewejen lind. Ausgerujtet von vcatur mit den vortrefsiichsten Gabendes Geiund Charakters, qlühend für die Besördernng des Wohls der Me::schheit,'für Fortlchrttt, Blldung und Aufklärung, den Neaentenbernf in edelster Weise ausfaxend, ermangelte er leider, nzie dies bei ideal angelegten Naturen so häusiF hervortritt, b.x praktischen Einsicht und Klugheit, die mit den entgegenstehenden Hindern .sfen genau zu rechnenweiß und deren Mangel bei Joseph Friedrich der Grone so trenend mtt den Worten be zeichnet hat: Schade, daß er immkden zrsetten Schntt vor dem cxüm trut! Josephs Handlungen waren so schnell wie feine Gedanken, und in dem Marken Bewußtsein seiner Machtfülle glaubte er alteinaemurzte Mißbrauche auSr tten. wohlthätige Reformen sofort ausführen zu tonnen, ohne die vorbereite wen schritte gethan zu haben. Saat und Ernte sollten bei ihm, ohne die Zeit des allmählichen Wachsens und Gedeihens 'abzuwarten, zusammenfallen, und so konnte denn die Frucht kaum anders als übel gerathen. Die Juaend des am 13. März 1741 geborenen Thronerben war von den Kämpfen erfüllt, welche seine Mutter um die Herrfchast überhaupt und um Schlesien führte. Pen ,echs Monate alten Joseph kauf dem Arm, hielt sie jene berühmten tzAnzprachen an die ungarischen Stande, deren begeisternde Wirkung der bedrängten junqen Wurmn wieder 'Muth und ! Zuversicht einstößen sollten. Josephs Erziehung war zwar im all gemeinen eine sorafcitiae, im einzelnen

jfy-yovsy nirai 10 gaciici, wie es oer vjigni J thümlichkeit feiner Natur und feiner Be-

I i r x. : c. r

gabung entsprochen hätte. Ueberhaupt graten neben manchen Ähnlichkeiten, wie Hartnäckigkeit und Herrschbegkerde, vielfache Gegensatze in deik Charakteren der Mutter und Sohn schon früh auffällig hervor. War Maria Theresia ruhig und besonnen, am Alten und (Shmohm

(: . 'tcn sellbaltend. so stürmte osevb. aller

Hindernisse spottend, rastlos vorwärts. k,,Diese Verschiedenheit mußte daher, als y Joseph.oder bereits 1?G4 zum römischen König erwählt worden war, ein Jahr tpatcr, uach dem Adleden feines Baters, .... ? t M . r ccuijcjer aizer uno cliregenr lemer Mutter wurde, in der Auffassung wichtiger ragen nicht zelten zutage treten I und gu Conflicten führen, die zwar durch -okeph? kindliche Unterordnuna unter den Willen seiner Mutter äußerlich bei- ,!. gelegt, aber nie ganz ausaealichen wurden. Nur auf Umwegen, namentlich ft, x. c? ryn -. , , n. vuru? oie linlsier, gelang es Z0skpy zu T, weilen, wie bei der Aufhebung des Je ; suitenordens, mit feinen Ansichten durch zubringen, denn Maria Theresia, ob gleich sie ihrem Sohne die Mitreacnt H, schafk eingeräumt, zeigte sich doch roenig geneigt, sich in die Regierung ihrer Erb1 lande hineinsprechen zu lassen. . Mehr freie Hand hatte Joseph als deutscher Kaiser, .und er benutzte feine , Macht, soweit die Verfassung des Reichs es nur irgend gestattete, zu wohlthätigen Ne formen. Hier war viel zu thun, aber !" schwer zu helfen. Doch gelang es ihm, f die schreiendsten beim Neichshosrath und ,ie!m Reichskammergericht herrschenden , Uebelstandc einigermaßen abzustellen. ,! , Seme Bestrebungen wurden auch allgegy.uiii gewürdigt, und selbst Friedrich der , Große sagte mit Anerkennung: Einen solchen Kaiser hat Deutschland lange f uicht gehabt." :. Ein wichtiges Vildungsmitlel für Jofeph waren seine vielfachen Reisen, die ihn nicht nur' in die einzelnen Länder und j:;y Provinzen des Kaiserstaates, deren Zuß stände und Bedürfnisse er aus eigener 'f:, Anschauung kennen lernen wollte, fon1 Uxn auch in's Ausland führten. Seine ft Berichte und Briefe während seiner Reil sen .in Italien, Nußland und Frankreich , zeigen seine scharfe Beobachtungsgabe, die ihn namentlich in letzterm Lande den if; Günstigen Sturm voraussehen ließen, 5; nachdem er die betrübende Erfahrung gei wacht, daß feine einsichtsvollen Rathschlage an der Gleichgiltigkeit seines f :;: Schwagers Ludwig XVI. und an der I Oöcrsiächlichkeit seiner Schwester Maria P Antoinette, di beide erst im Unglück wahre Große zeigen sollten, wirkungsj los abglitten. g Hatte Maria Theresia diesen Reisen !; ; ihres Sohnes keinen Widerstand entY gegengesetzt, so war sie doch, Haupti: i i rt)4ftÄ mof rtttS mitHrffsfior srantn

um fein Leben, nicht zu bewegen geme- , 1. sen, dem feurigen, thaterdurstigen juni M gen Manne die innigst ersehnte Theilr. '-yt-, ". . tyn..! . ,

IS' lUtMIIMf .. MI V. UklUIUIlln : tiUkiiw, un 41. ynvyiym viv i wiii juiy V V' ..imm M G r w n . w M n nin m t nvr 1 1 n n n m .

' g(H IVi-lvlO ,1)&4U44V4I, M14V U49 )0V(y ' , "1 TTst in firttrt sr?ii ff rf nf npfritn Sv

A. f7vi.4AJp 1t ytAtfrttfAW IltlN hU

l ,,,, .Jk. j tut VUltlltUVIl V.tlVtVHUHV u vvt

1 : Spitze :nes Heeres VON 200,000 Mann

Friedrich dem Großen gegenüberstand und darcus brannte, sich mit iem alten Gegner sneS Hauses auf dem Schlachtfelde zu essen, demüthigte es ihn bitter. daß seine Mutter durch Befehle, welche die feinigen durchkreuzten, und durch Unterhandlungen mit Friedrich hinitr seine! Rücken ibn fik,,, . , ' " 7 " -w liv, '':! I , r - Den vueoen jo glanzend und ruhWoll für Oesterreich herbeizühren. roie es feinem Leiste vorschwebte. "Älllch den t von Friedrich getheilten WN'ch JoseS ewer Zusammenkunft 'mit, ihm erfüllte Maria Theresia erst nach langem Widerstreben, is sie fürchtete. lhr Sohn Möchte durch den König zu sehr bezaubert und beeinflußt werden. Diese Bcsürchtung , zeigte sich als wenig begründet, mv Josephs Bewunderung für Friedrich war niHt ohne eine starke Beimischung. von Eifersucht und N!,. jaM?:: H'und seine Berichte nach den ufaMmmttlisten - von' Neiss? und MäA-MiDdt 17Q9 - nd Nw üSec

hn lauten viel weniaer aünstia. als die

des Königs, der viel unbefangener urW 1i . ä y eitte, uver ven alier. Durch dcn Tod Maria Theresias am 2S. November 1780 wurde Joseph von dem mütterlichen Joche besreit, daS ihn, r t . r . jf Ckf.1L. V unoezcyever auer aaintgiigen. coc uno Verehrung, als Regenten doch schwor gedruSt und zur Unthatlgkeu verdammt hatte. Mit dejto qrokerem lser, mit e,nem wahren Fanatismus warf sich nun der t L - - ri cm 5 - fi im rraslianen iannesaiirr Sii Jahren stehende Herrscher auf das Gebiet der Reformen m allen Zweigen der Staatsreaierunq. bei welchen er stets in erster Linie die Einheit der Monarchie im Auae hatte, damit sie ein festgeschlossenes ST. L C ,slf .... fti . ganzes von vorwlegeno ur wem vz?evräae bilde. Deshalb führte er dann auch, nicht ohne aroken Widerstand vorZüalich in Ungarn zu finden, die deutsche , r rt . w x .iftir . jt. . pracye uoerau ais cjcuafisipracuc ein. Ebenso suchte er die Einheit des Heeres auf alle Weife zu befördern. Zur besondern Ehre gereicht es ihm. daß er durch die erhebliche Milderung in der Handhabung der bis dahin außerordentlich harten Eensursorschriften das geistige Leben von den Fesseln befreite, die es bis zur Verkümmerung eingeengt hatten. Am einschneidendsten waren Josephs Reformen aus kirchlichem Gebiet. Obgleich keineswegs Freigeist oder auch nur l. crr 1 .t . .. r . r 1 ...r: jt vornnegeno Pylivsopy, vieimeur ausrirutiger katholischer Christ, erwieö er sich doch als eifrigen Beförderer der aufklärenden Ideen des achtzehnten Jahrhunderts. Sein Streben auf diesem Gebiet war vor allem auf dieDurchsührung und Gewährleistung der Glaubens- und Cultussreiheit gerichtet, die er durch das berühmte sogenannte Toleranedict sanctionirte. Sodann wurden die vielen Klöster, welche lediglich dem mehr oder minminder beschaulichen Mäßiggange dienten, ohne durch irgend eine ersprießliche Thätigkeit mehr dem Staate zu nützen, aufgehoben und ihre Güter entweder dem Staat überwiesen oder an Private zn erheblichem Nntzen für die Volkswirthschaft verkauft. General-Semina-rien, welche neben den Universitäten und Lvceen errichtet wurden, hatten die Vestlmmung, den Geistlichen eine höhere Bildung zu geben. Daß alle diese Maßregeln wenig geeignet waren, Freude in Rom zu erregen, ist erklärlich, und die Bestürzung darüber war so groß, daß sich Papst Pius VI. zu dem ganz außerordentlichen Schritte eines persönlichen Besuches in Wien entschloß, um den Kaiser umzustimmen und davon abzubringen, ohne jedoch damit in dieser Hinsicht irgend etwas Wesentliches auszurichten. Der Hebung des öffentlichen Unter? richts, vorzüglich in den Volksschulen, war Josephs ganze Ausmerksamkeit zugewandt, und nicht minder lag ihm das Gedeihen der Volkswirthschaft am Herzen, das er namentlich durch Hinwegräumung der Zollschranken zwischen den verschiedenen Ländern und Provinzen der Monarchie, durch Freigebung des Gewerbebetriebes und.durch Verbesserung und Vermehrung der Verkehrsmittel zu befördern suchte. Die gerechtere und gleichmäßigere Besteuerung des Grundes und Bodens, welche er anordnete, um dem Ackerbau, den er sehr hoch schätzte, aufzuhelfen, stieß bei den vielfach sich hier kreuzenden Interessen auf große Schwierigkeiten in der Durchführung. Hatte Joseph bereits als Mitregcnt die Abschaffung der Folter durchgesetzt, so befahl er sofort nach seiner Thronbesteigung die Umarbeitung deS THeresianischen Strasgeetzonches im Smne emec größeren Humanität und nahm selbst ! thätigen Antheil daran. Viele der von ihm getroffenen Bestimmungen sind in die neuere österreichische Strafgefetzgebung übergegangen. Handelte Joseph in seiner inneren Politik durchaus selbständig, entsprangen hier alle Reformen seiner eigensten Anregung und unterlag ihre Einführung lediglich seiner Entscheidung, die mit der Meinung seiner Minister sich nicht selten in Widerspruch befand, so ordnete er sich in der äußern Politik mehr der bewährten Einsicht des langjährigen ersten Rathgebcrs feiner Mutter, des verdienten Staatskanzlers Fürsten Kaunitz, unter, obgleich seine Ansichten gerade hier in nicht wenigen Fällen die richtigeren waren. Suchte Kaunitz beständig das Heil Oesterreichs in eiuem Bündniß mit Ruß land und Frankreich, so, erschien Joseph ein freundfchastlichcs Verhältniß zu Preußen viel vorteilhafter. Wenn Oesterreich und Preußen," sagt er in einer an den Staatskanzler gerichteten Denkschrift, in gutem Einvernehmen stehen, so haben sie weder von einer einzelnen Macht noch von einer Eoalition mehrerer etwas zu fürchten. Der Friede und das Wohlergehen Europas wird von ihnen abhängen. EZ gibt keine Verbindung mit solideren Grundlagen." Diesen großen und gesunden Gedanken, den wir nach einem Jahrhundert des Ringens erst heute verwirklicht sehen, bekämpfte jedoch Kaunitz, und der Kaiser ließ lim leider fUen. Dagegen schloß er aus is Kanzlers Rath ein Bündniß mit Katharina II. von Rußland wider die Türkei, welches den wenig glücklichen Fcldzug des Jahres 1788 zu Folge hatte. während Preußen sich auf die Seite der angegriffenen Pforte stellte. Der bereits schwerkranke Kaiser befand sich im Kriegslager, tief niedergedrückt von körperlichen und moralischen Leiden. In feiuen Briefen an seinen Bruder Leopold nennt er sich den unglücklichsten der Menschen." Erst als Laudon, den man anfangs für zn alt und gebrechlich gehalten, im folgenden Jahre den Oberbesehl übernabm, trat eine günstigere Wendung ein, und Joseph konnte sich zu seiner Erholung in die Heimath begeben. Desto schlimmer aber gestalteten sich fc Verhältnisse in den österreichischen Niederlanden, wo Joseph seine an sich zweckmäßigen Reformen in gewohnter Uebcrstürzunq, ohne die gesetzmäßige ! i i f m . . . - ä lllninung ver Stande und gegen deren 9tifvrint'?rh Turlht itnfc m ft?imrtf Widerspruch, hartnäckig und mit Gewalt dnrchlchen wollte.' Die Folge dieses übereil: tSehens war der Abfall der

Niederlande, den Joseph, obwohl er rr t?.r-vr. je . . t i' ...tctl -t

1 et) ließ u 9 ncygo uno oic inißiicoigcn Sieformen zurücknahm, im Krieae mit der Türkei befindlich, nicht abzuwenden vermochte. Auch in Ungarn war die Mißstimmung dermaßen gewachsen, daß Joseph nach schwerem Kampfe sich herbeilassen mußte, fast alle feine seit zehn Jahren erlassenen Verordnungen, namentlich auch die der Einführung der deutschen Sprache als Geschäftssprache, zurückzunehmen. Unter so traurigen Umständen und Aussichten für die Zukunft seines Reiches ging Joseph, unermüdlich thätig fast bis zum letzten Athemzuge, seiner Auflösung entgegen, die am 20. Februar 1790 erfolgte. War Joseph als Regent nicht glücklich gewesen, so hatte ihn auch das Schicksal in rein menschlichem Sinne wenig begünstigt. Seine erste, heißgeliebte Gemahlin, Elisabeth von Parma, raubte ihm der Tod nach dreijähriger glücklichster Ehe, und die einzige Frucht derselben, ein liebliches Töchterchen, folgte bald seiner Mutter. Seine zweite ungeliebte, ihm von seiner Mutter aufgedrungene Gemahlin Jakobäa von Baiern starb ebenfalls nach kurzer, kinderloser Ehe. Weshalb Josephs Reformen theils ganz scheitern, theils nicht sogleich zu voller Wirkung gelangen konnten, ist bereits im Eingange gesagt worden. Er war dem bellte leiner Zeit zu weit vorangeellt, als da seine Absichten ,n dem überdies sehr zurückgebliebenen Oesterreich Verständniß und Würdigung hätten finden können. Die Vorurtheile, die Selbstsucht, die üble Gewöhnung, die geistige Stumpfheit traten ihm als unüberwindliche Mächte entgegen. Dennoch ist die Saat, die er ausgestreut, keine vergebliche gewesen, und das Hauptergebniß seiner Regierung liegt in der großen Nachwirkung derselben. Erst nach seinem Tode hat man ihn allmählich verstehen und anerkennen gelernt, und heute leuchtet sein Bild in der Geschichte als das eines wahren Menschenfrenndes. Diejenigen aber, die, sich an feinen Mißgriffen haltend, ihn jchmähen, sie denken, um mit Klopstock zu reden, nicht edel genug, zu sehn, wie schön fein Fehler ist. Kritische Neisebriefe. Magdeburg von der Kehrseite. (Berliner TazeblUt.) Meine Reisebriese wären keine kritischeu", wenn ich nicht auch anssprechen wollte, was unanaenehm auffällt. Und das ist hier, wie schon zum Schluß meines Maadeburaer Briefes angedeutet, die kümmerliche Entwickelung deZ Kunstsinnes und des Kunstbedürfnisses. Wie etc nüchterne rechnerliche Arbeit, so überwiegt auch hier das prosaische Veranüaen." Die Stadt zeigt kein ausgesprochenes Kunstbedürsniß ; ihre Reigungen wie ihre Vergnügungen und Zerttreuungen sind zumeist sehr reeller Art. Für die Kunst und die heitere künstlerische Erholuna wird viel zu wenig gethan. Der junge Kaufmanns stand wird bis spät Abends in den Komptoirs und Gechäften festaehaltm, und dann eilt Alles in die Kneipe und an den Skattisch. Das ist vom Uebel, und hier sollte und konnte Wandel geschaffen werden, wenn die Vergnügungssucht und das Zerstreuungsbedürfniß in edlere Bahnen gelenkt wurde. ........ Man denke nur: das große, reiche Maadeburq hat em einziges besseres Concertlokal . und das ist nur nuttleren Ranaes ; die Stadt hat keinen Zoo konischen Garten, keinen Palmengarten, keinen großen würdigen öffentlichen Saal für musikalische oder' sonstige Festveranstaltungen großen Stiles. Kopfschüttelnd fragt der Fremde, waö denn in dieser 200.000 Seelen-Stadt Abends eigentlich loseist. Er kann doch nicht alle Abend nur in die Kneipe, in den famosen Pilsener Ausschank von Franke, ins Eafö Hohenzollern oder ins Eafv Dom qeyen, wo die gute Ge ellschast verkehrt. Allerdings, es giebt das Stadttyeater. em von Äarena sehr tuch tiq und verständig geleitetes Kunstinstitut ; aber das ist auch das A und O der geistigen Genusse Magdeburgs. Das von einer Actiengesellschast er baute und in der nächsten Saison in städtischen Besitz übergehende Theater ist eine würdige und vornehme Heimstätte der dramatischen ziunst und hat sich namentlich in den letzten sieben oder acht Jahren unter Varenas Direktion einen guten Namen in der Theaterwelt ge macht. Natürlich sind die Kräfte nicht immer glelchmafilg gut ; in der lausenden Saison ist das Theater von der Helden tenor-Noth heimgesucht, während die weiblichen Opernkräfte, namentlich die Damen Iahn und Vchwartz. qan; vor züglich sind. Eine neue Öper, die ich zu hören Gelegenheit hatte, die .Margitta" des jungen Russen und bekannten Llederkomponljten Erlk MenerrHelmund, stellt dem aufstrebenden Talente des melodienreichen Komponisten wie dem Wagemuth des Direktors ein treffliches . . -rv titrt . . Hengnlö aus. as im Augemeinen recht kühle und kritijche Publikum imyrr das Erstlingswerk sehr neundlich auf. und wenn die Ausgabe des Librettisten ebenso reich xoart, roie der musikalische Schatz des aus Sturm und Drang zu den freien Hohen der Kunst sich durchringenden Komponisten, würde die neue Oper wohl bald rn wetteren Kreisen voi sich reden machen. Das Schauspiel, das der edleren vclchtung und dem Kla'jlzls mns einen breiten Spielraum gewährt bietet der Stadt und des Kunstmstitnts durchaus würdige Leistungen. , Ein zweites, kleines Theater Wil-helm-Theater pflegt die Operette und bietet bei sehr bescheidenen Preisen eben solche Leistungen.. Immerhin ist anzu? erkennen, daß es den Muth hat, die ausgefahrenen Geleise der TrottebOperetten zu verlassen und seine Erfolge im besseren Genre zn suchen. Der alte Dessauer", der unter Zugrundelegung des bekannten Hersch'schen Schauspiels Die Anne Liese" vom Kapellmeister Findciscn eine flotte musikalische Illustration erfuhr, ist gegenwartig Repertoirstück dieser vom Kleinbüraerthum bevorzugten

Bühne. Die bekannte rührende Herzensgeschichte des Fürsten Leopold u AnhaltDessau ist nun freilich nie und nimmer . . . t . . . n . r? r i ttt ist.

ein zperenennozf, aver oas i doch nicht ungeschickt zurechtgeschnltten, und der Locälpatriotismus einer Stadt, ' t :n . 's t jt t. 1 V ! . m oeren vijionjcnem !iemauer ooiu jeder Stein vom .alten Dessauer" erzählt, thut das Uebrtge zu einem recht netten Erfolge. Maadebnrq ist übriaens. wie in der Theatermelt wohl bekannt, die klassische Stätte der Theater-Skandale. schon aus dem Jahre 1346 weiß Feodor Wehl, der spätere Intendant des Stuttgarter Hoftheaters, in seinen Schriften von einem grogarllgen lanoat zu vcmyiui, der sich gegen seine eigene kritische Person richtete, die es gewagt hatte, das Magdeburger Publikum der Theilnahm- . r - c . t i r r . cm longrel! sur veoeurenoeoramaliscye vstiiz zu bezichtigen. Späteren Kritikern wurde der Besuch bald des einen, bald des anderen Theaters wegen mißliebiger Kriuken untersagt, und Stimmen ausoem Publikum" nahmen gegen die offenherzigen Kritiker Partei. Gekränkte Schauspieler - Eitelkeit, Mangel an Objektivität seitens der Theaterleitung und ein gewisser skeptischer, der frohen Kunstbegeisterung abholder Sinn des bockaeschälzten Publikums haben es seitdem noch mehrere Mal zu Wege gebracht, daß die breite Oefscntlichkeit mit Magdeburger Theater-Scandalen und -Scan-dälchen unterhalten wurde. Ein offenherziger Kritiker scheint in Magdeburg einen schweren Stand zu haben. Was nach dem Wilhelm-Theatcr noch an sogenannten Kunstgenüssen eristirt, ist bald ausgezahlt: em billiges Avendconcert im Fürstenhos" bei Bier und Tabak. Aus. Eharacteristisch für die primitive Eiaenart des Maadeburaer Musiklebens ist die Thatsache, daß Eoncerte von der künstlerischen Höhe eines Lucca-Eoncer-tes keine andere, vornehmere Heimstätte zu sinden vermögen, als eben das Volksconcertlokal Fürstenhos". Die gegen das Alter sich wehrende, in derKrast des Gesanges immer noch unerreichte Lucca hat übrigens hier wie in Braunschweig, wo wir in traulichem Kasseeplausch unsere Reiseerfahrungen austauschten, künstlerisch wie materiell brillante Erfolge erzielt. Die Künstlerin, die es doch eigentlich nicht mehr nothig hätte, geht wieder in die weite Welt gastiren, weil's jetzt iu Wien so viel fad und langweilig is", und weil sie einem jungen frischen Barin t. t s!i .1 . loniucn, oer in iyr rcii uno lingi, ein bischen auf die Strümpfe helfen will. Hat halt immer noch ein gutes Herz, die kleme, reizende Paulme ! Der Vollständigkeit halber seien noch erwähnt die Darbietungen einer unbedeu-. tenden Spceialitätenbühne und einer kleinen Singspielhalle; sie sind beide nicht der Rede werth. Das kleme Volk pflegt m aytrclchen Valllokalen, deren musikalische Genüsse natürlich mehr als zwcifelhast erscheinen, leidenschaftlich den Tanz. Im Allgenieinen hat der kleine Mann eine gewisse laute und derbe Art, die den Uneingeweihten wohl zu der Annahme verleite,n kann, die Leutchen zankten sich auf Leben und Tod, während sie sich thatsächlich nur auf ihre Art angenehm unterhalteit. Dieser feurigen Art der Konversation entspricht auch eine, liebliche, Redensart des Magdeburger Arbeiters und Kleinbürgers,' mit der er jede Llbation in ger brannten Wassern zu begleiten pflegt: In Sudenburg ist Fuer" (Feuer). Dieses verheerende Element muß natürlich geloscht werden, und daö besorgt er denn auch redlich. Eine Specialität der Stadt Magdebürg sind ihre alljährlichen Volksfeste: das Schützensest am Rothen Horn, einer hübschen Parkanlage ver der Stadt, und die Herbstmesse am nordlichen Domplatz. An beiden, namentlich aber am letztgenannten Feste, das an dem vornehm ruhigen Platz eine Vudenstadt mit dem tollsten JahrmarktS-Getümmel entstehen läßt, nimmt auch das fashionable Magdeburg Theil, und die 'elegante Damenwelt läßt sich nicht nehmen, tagtäglich en lnasse zn erscheinen, höchst eigenhändig heiße Schmalzkuchen einzukaufen und auf der Stelle ZU verzehren. Das ist ein Sport, sür den die Damen das ganze Jahr über die alten Handschuhe ausspeichern, weil sie sich die guten mit den triefenden Kuchen nicht einfetten wollen. Wie bescheiden doch die Magdeburger Ilauto volec in ihren Ansprüchen ist! Roch einer Magdeburger Eigenthumlichkeit muß ich gedenken, seines sögenannten Kunstgewerbemuseums, das im Jahre 1882 feierlich eröffnet" wurde. Das heißt, es war eine ganz hübsche, theilweise aus Schenkungen stammende Sammlung vorhanden, die man vorläusig und nothdürslig in einer Schule untergebracht Halle. Inzwischen mußte aber . das Schnlgebäude seinem eigentlichen Zweck wieder zugesührt werden, und die Sammlungen wanderten, da kein anderes Gebäude verfügbar war, in das Souterrain dieses Hauses. Dort wurden die theilweise recht kostbaren Sachen, abgesehen davon, daß sie keinem Menschen zugänglich waren, natürlich nicht besser, einiges verdarb sogar. Allerdings schenkte Ehrenbürger Grnson 100.000 Mark zum Bau eines Museums; aber das Projekt scheint nicht vorrücken zu wollen, und eine Petition der Bürgerschast an den Magistrat beschwert sich mit Recht über diesen unwürdigen Zustand. Kunstsinnige Bürger, die dem Museum" gern etwas zuwenden möchteil, halten unter diesen Umständen natürlich zurück, und erst kürzlich ging eine hübsche Sammlung schenkmeise nach Berlin, weil der Geber an der Kellerwohnung der Magdeburger Objekte gewiß nicht unberechtigten Anstoß nahm. Es ist, als ob alles Künstliche und Alles, was mit der Kunst zusammen-. hängt, hier besondere Beschwerlichkeiten verursacht und besonders .langsam vom Flecke kommt. Sind Gelderzu einem Denkmal vorhanden, so ist die Einigung über die Wahl des ausführenden Künstlers eine ungemein schwierige. Und ist das Denkmal schließlich senig. so entbrennen die hitzigsten Debatten .über den Ort, wo es zur Aufstellung kommen soll. So ist immer noch nicht entschieden, roo das Hasselbach-Denkmal, das die dankbare Stadt ihrem hochverdienten' Leiter

und Forderer geshstet hat. seine Stätte sinden wird, und dem Kaiser-Wilhelm Denkmal geht es ebenso. Vielleicht wird die Einigung spaterhin, wenn eins Denkmaleinweihung der die Errichtung von der Kunst und Wissenschaft gewidmeten Bauten nicht mehr zu den höchsten Seltenheiten zählt, der kapitalkräftigen und handelsbeflissenen Bevölkerung Magdeburgs leichter und geläufiger. Eine reiche Stadt, die so viel sür das körperliche und industrielle Wohlergehen ihrer Bürger thut, die sich in zwei Jahrzehnten baulich vollständig regenerirt hat und ununterbrochen an ihrer Verlchönerung und Verbesserung arbeitet neueitens wurden Nälksk,.ik?r errfotk

.und bedeutende Schlacht- und Viehhossr uumcu, jwiuic cm großer HUsenoan in Angriff genommen soll und darf die geistigen und künstlichen Interessen nicht so ganz nebensächlich behandeln. Xodlesse oblige. G. 11. Ein Sensattonsproeek. Wie erinnerlich sein wird, ist die Gräsin von Ehasteleer, g-b. Gräsin Marnir im Juni v. I. auf ihrem Schlosse zu Moulbair in Belgien gegen zehn Uhr Nachts, in dem Augenblicke, als sie im Speisezimmer saß, durch einen Flintenschuß getödtet worhen. Die Mordthat hatte damals das größte Aussehen erregt. Die Untersuchung des Verbrechens nahm von Ansang an einen höchst seltsamen Verlauf und schon die ersten Handlungen des Untersuchungsrichters ließen erkennen, daß man sich bet Erforschung des Thäters mtf einer falschen Fährte befand. Als muthmaßlicher Mörder wurde schließlich nach langen Nachforschungen und Zeugenvernehmungen der Jagdwächter Monnier verhaftet und vor Gericht gestellt. Die achttägige. Proceßverhandlung, während welcher über 250 Zeugen vernommen wurden, hat nun seltsame, für die belgische Justiz keineswegs schmeichelhaste Dinge zu Tage gefördert. Die Anklage wurde sofort sowohl von Juristen, wie vom großen Publikum, als gänzlich leer und haltlos bezeichnet, denn der einzige Beweis für die Schuld Monniers bestand nach der Anklage in dem Umstände, daß das Verbrechen mit einem Monnier gehörigen Jagdgewehr ausgesührt wurde. Da aber Monniers Jagdhütte im Park des Schlosses stets offen stand, so konnten auch andere Personen mit dem erwähnten Gewehr das Verbrechen begangen haben. Ueberdies erbrachte Monnier für die Zeit der Mordthat ein Allbk, indem er durch Zeugen bewies, daß er während der fraglichen Stirnde in seiner Wohnung bei seiner Frau weilte. Trotzdem bezeichnete die Staatsanwaltschast Monnier als den Morder und glaubte, mit dieser Ansicht vor den Henneqauer Geschworenen durchdrinaen in können. Der Proceß nahm aber die von Jedermann erwartete Wendung. Monniers Unschuld trat mit jeder neuen Zeugenaussage offener zu Tage, während die Vertheidiger die Aufmerksamkeit auf eine ganz andere Persönlichkeit lenkten. Der Name dieser Persönlichkeit schwebt seit der Mordthat auf allen Lippen ; es ist jedoch rorläusig nicht an der Zeit, denselben preiszugeben. Als der Staatsanwalt sah,' daß 'seine Anklage gegen Monnier wie ein Kartenhaus einfiel, ersuchte er plötzlich um Vertagung der Verhandlung, weil ihm eine neue Untersuchung zweckmäßig erschien. - Alle belgischen Blätter erklären jetzt offen, daß die Untersuchung derart gesührt wurde, als ob durch die Vcrurtheilung Monnier's jene andere Persönlichkeit, gegen welche weit mehr Verdachtsgründe sprechen, in Sicherheit gebracht werden sollte. Die soeben nnterbrochene Proceßverhandlung hat unter anderen Dingen die Thatsache zu Tage gefordert, daß der Sohn der Ermordeten. der junge Graf Ehasteleer, ein überaus lüderlicheS Leben führte. Der junge Graf gehörte zu den leichtsinnigsten Lebemännern von Wien und Pest, wo er innerhalb Jahressrist sein ganzes väterliches Erbe vergeudete und schließlich in Wucherhände gerieth. Kurz . vor ihrem Tode begab sich die Gräfin Ehasteleer nach Wien und Pest und zahlte den dortigen Wucherern die Kleinigkeit von 1,600,000 Franken aus, worauf der junge Graf nntcr Vormundschaft gestellt wurde. Graf Ehasteleer war die einzige Person, welche der Mordthat beiwohnte. (?) Das durch den eben unterbrochenen Proceß tief geschädigte Ansehen der belgischen Justiz ersordert, daß die neu angeordnete Untersuchung endlich Licht in die Angelegenheit bringe. Bulgarische VerschwöruugSNomantik. Die Verschwörungsromantik ist denn doch noch nicht aus der Welt verschwunden sie hat sich zunächst nur in'sVulgarenland zurückgezogen. Ebenso romanhast' wie daS ganze Eomplot Paniha's selber, ist auch dessen Entdeckung, und die einzelnen Episoden, welche der Entlarvung der Verräther vorangingen, lesen sich wie die Capitel irgend eines SenfationSromanes. An . jenem Balltage, dem Tage der Entdeckung, saß der Fürst mit seiner Umgebung gerade bei Tische. Der verspätet erschienene dienstthuende Flügeladjutant fragte seinen Tischnachbar, warum denn Rittmeister Märkoff nicht mitspeise. Der Befragte ' erwiderte, daß Markoff nebenbei bemerkt ein Vetter des Adjutauten nicht geladen sei und seit zwei Monaten überhaupt im Palais nicht verkehre. LZaS wundert mich zehr, erwiderte der Interpellant, denn ich u.it: sc:w rx . lOJUUC ClUCH lfliigUl ViiU v 44444 44k ren. dak ich den Herrn Rittmeister mit diesen meinen Augen, vor fünf Minuten aus den Apartements kommend, tt der Antecamera aeseben babe." ftfml fter dinand hatte lächelnd zugehört und . 1 . - ... jf. i-t--.. ft l.'-L meinie: -vsic muzcyeil NW, ncoer aupi- : . ... cu r i ..... mann ; auzzer ven uier nwejelioen rann Niemand draus'en aewelen sein." Da jedoch der Qssicier zwar respectooll, aber 1 ...u mXi . x A fV M l 1 All ' lA iittiiiciyin 1 ui4iwuii4 jcuic jrtusjuyt ;i wy derholte, so beauftragte der Fürst sowohl den wachtyadenden Gardisten als auch den Lakaien und den Leibjägcr befragen

zu lassen, ob sie Markosf oder sonst über-' Haupt einen Fremden bemerkt hatten. Die Drei verneinten. Der Zwischenfall schien beendet und der Geisterseher, wie der fürstliche Hausherr den Adjutanten benannte, hatte Einiges unter dem gutmülhigen Spott der Tafelrunde zu leiden. Noch saß man beim Dessert, als plötzlich. so meldet ein Bericht des Neuen Wiener Tagblatt", der Commandant der Palastw'ache in's Zimmer tritt und dem lügeladjutanten eine kurze Meldung tn's Ohr flüstert, woraus Beide raschen Schrittes das Speisezimmer verlassen. Schon nach wenigen Minuten kam der Adjutant zurück und theilte dem Fürsten mit, daß im Wachtzimmer ein Ossicier sich befinde, welcher etwas derout aussehe und vorgebe, er müsse zum Fürsten, da er ihm, aber nur ihm. etwas Fürchterliches entdecken müsse. Darauf begaben sich die Majore Marinoff, Markoff, Dobner mit dem Fürsten in die frühe? vom verstorbenen Geheimrath Baron Laaba bezogenen Appartements. Hier fanden sie emen jungen, leichenfahlen Ossicier mit beschmutzter Unisorm und zerrissenen Achselstücken. Was er erzählte, klang sehr abenteuerlich. Er sei ohne Urlaub in Sosia, wo er ans seiner Garnison Philippopel per Eisenbahn um 3 Uhr Nachmittags eingetroffen wäre. Der Neisezweck seien Privat-Ange-lcgcnheiten, die Aufnahme eines Darlehens zur Begleichung einer Ehrenschuld. Er habe sich vor Allem an einen Kameraden gewendet, dessen Vater öfters Geldgeschäfte mit Ofsicicren machte; da er denselben nicht in der Easerne getroffen, so sei er in eine gegenüberliegende Weinstube gegangen. Hierauf hätte er seinen Besuch erneuert, den Eapitän jedoch abermals nicht getroffen, und da ihm unterdessen, wahrscheinlich wegen des Wcingcnusses, etwas unwohl geworden, so habe et, der mit den Localitäten der Easerne sehr wohl vertraut war, das Ossicierszimmer für den theoretischen Unterricht" ausgesucht. In einem neben diesem Zimmer gelegenen Raume sei er eingeschlafen. Plötzlich wurde er durch ein lebhaftes Ge? spräch im anstoßenden Zimmer geweckt. Was gesprochen ward, konnte er nicht gut vernehmen, nur als er horte, daß der Schwabe" hinwerdcn müsse, habe er an den Fürsten gedacht. Nur einige Hauptmomente will er in seinem Gedächtnisse sirirt haben. Er gab an, daß Schlag Mitternacht zwei Druschinen Infanterie, deren Führer mit Ausnahme von drei Hanptleuten, gewonnen seien, den Kouak besetzen sollen; daß ferne? zwei ESquadronen Reiterei die Straßen und Plätze abschneiden sollten, und daß ferner die dritte Feldbatterie des 1. ArtillcriekNegiments vier Geschütze gegen die Palastfront abprotzen sollre. Er gab auch das Detail zu Protokoll, da;, um

das Klappern und Rasseln auf dem Pflaster zu verhindern, die Huse der Pferde mit Tuchlappen, die Radfelgen der Lafetten mit Strohkränzen umwuuden werden sollen. So weit der Horcher, dem die Herren vom Hose recht skcvtisch zuhörten, als mit einem Male ein Name nel, der das Jntcrejje seines Auditoriums wesentlich steigerte. Es war dies der Name des Rittmeisters Markosf, von dem angeblich einer der Verschworer bemerkt haben sollte: Der ist un Konak bekannt wie ein bunter Hund, weiß alle Schliche und Hintertreppen und hat sein Wort darauf gegeben, daß er die Drähte alle durchschneidet, ohne daß wer was bemerkt. Das Palais ist todt für alle Welt und kann Niemand um Hilfe rufen." Wie von einer bösen Ahnung ergriffen, stürmt nun jener Adjutant, der vorhin als Geisterseher verlacht worden war, aus dem Zimmer und kommt nach wenigen Minuten zurück. Mit vor Aufregung bebender Stimme ruft er: 3ch habe vorhin doch recht gesehen und den schleichenden Spitzbuben erkannt. Gehen Sie nun selbst, meine Herren, In das Schlafzimmer Seiner Königlichen Hoheit, der Telegraph ist unterhalb des öcachikästchens abgeschnitten und im Adjntantenzimmer gleichsalls." Es gelang nun bald, Markoff in dem Augenblicke festzunehmen, da er sein Zimmer betrat.' Man legte sich nun neuerdings auf die Lauer und um 11 Uhr Nachts wird ein Soldat eingebracht, der die Uniform eines CavallcrieWachtmeisters trug, bei dem CassationShos in Verwendung zu stehen. Er wird festgenommen und außer einem schmalen Papierstreisen, auf dem mir Rothstift das Wort: Urunosso" (der beimMarzputsch 1887 hingerichtete Commandant von Rustschuk) geschrieben ist, findet man bei ihm noch zwölf Goldrollen, nnd zwar acht ä 25 Napoleons und vier a 50 Napoleons ; außerdem trägt er im Bandelier unter dem Waffenrock an einer Scbnur befestigt ein Säckchen mit 150 Zehnfranks-Stücken und in Zeitungspapier eingeschlagen, ein Packchen Silbergcld. Er führte eine Quittung auf die Summe von 10,000 Francs bei sich ; sie war selbstverständlich noch nicht ausgefertigt, doch gestand der Bote, daß Mazor Panitza der Absender sei. Die Regierung hatte nun fast alle Fäden der Verschwörung in ihrer Hand und der große Schlag gegen die Eonspiratoren konnte gesührt werden. DaS neue ägyptische Museum zu Kairo. Man berichtet der Kölnischen Zeitung aus Kairo vom 10. Februar: DaS hiesige Museum der ögnptischen Alterthümer, das bisher in völlig unzulänglichen und durch die Nilsa)welle alljährlich bedrohten Räumlichkeiten in der Vorstadt Bulaq untergebracht war, ist setzt in dem vom Khedlv Zsmall 1Ö7S erbauten Palais von Giseh untergebracht. Seit dem 1. Februar ist dös Museum in seiner neuen Gestalt dem Publikum Feozfnet. Der Palast von Giseh, den ausZedchnte, gleich salls dem Besuche geöffnete Parknlagen umgeben, besteht aus drei untereinander zusammenhänacnden Abtheilun? gen, und ist, vom Khediv Ismail, dessen letzte Schöpfung . er darstellt, nur wahrend einer kurzen, Zeit bewohnt gewesen. Dem Nil zunächst aeleaen ist der sogen. neue. Salamlik. IuO.daeschoß sind die aus dem galten Zteich" I bis 11. Dynastie) stammenden Denkmäler auf-

gestellt. In dem archaischen" Saal sind alle bisher aus der Zeit vor den Pyramiden von Giseh aufgesundenen Alterthümer vereinigt, darunter die beiden neuerdings entdeckten Holzsiguren aus den alleruntersten Lagen von Memphis und vom Sphinr. Die sitzende Colossalfigur des Chesren nimmt in der großen Flurhalle den Mittelpunkt ein. Die große Gallerie des neuen Salamlik ist ohne gleichen in der Welt. Hier stehen die Alterthümer des mittleren Reiches" (12. bis 17. Dynastie) und alle bisher aus der Hyk-fos-Zeit an's Tageslicht geschaffenen Bildwerke. Die weiten Säle und Hallen des alten Salamlik beherbergen das neue Reich." Im Erdgeschoß sind alle die größeren Städte, Colosse, Sarkophage, Stelen u. dgl. zu sehen. Die ältesten Zeugen der 18. Dynastie bilden für sich eine Abtheilung. Die saitische Epoche und die äthiopischen Denkmäler vom Barkal haben ihre eigenen Säle. Als gesonderte Theile sind noch geplant ein griechisches, römisches, koptisches und byzantinisches Museum, sie wurden aber noch nicht zusammengestellt. In den oberen Räumen des alten Salamliks sind die leichteren Gegenstände niedergelegt; es gibt daselbst einen naturhistorischen, einen numismatischen, einendem Kultus gewidmeten Saal. Aus ptolemäischcr Epoche steht, im Mittelpunkte des letzteren, einzig in ihrer Art die beHufs Orakelsprechung mit einem Triebwerk versehene Aeskulapschlange, die Grebaut im vergangenen Winter aus Oberegvpten mitgebracht hat. Unzählige Gegenstände des Gewerbe? fleißes und der Kunstindustrie sind in einer anderen Reihe von Sälen schrankweise aufgestellt. Eine wahre Schatzkammer stellt derjenige Saal vor, in welchem die Goldgeschmeide und die aus edlen Steinen und kunstvoller EmailArbeit hergestellten Schmucksachcn umherlicgen. Der Harem ist in feinen ausgedehnten Hallen, Sälen und Galerien von den Grabdenkmälern und Mumicn des neuen Reiches und der griechischrömischen Epochen in Anspruch genommen. In dem großen Mittelsaale des oberen Stockes, der nicht weniger als 900 Quadratmeter Flächenraum darbietet, liegen die unvergleichlichen Königsmumien, welche 188 1 im Grabocrstcck von Der-el-babari aufgefunden wurden, Amosts, SesostriS, Thotmes, AmenophiS und viele andere der berühmtesten Herrschergestalten des neuen Reiches in leibhaftiger Person ! Auf Befehl des Khedivs ist auch daS Grabmal des französischen Alterthumsforschers Marietta, der das Museum von Bulaq vor 80 Jahren grsmdete und dessen Arbeit die werthvollsten Bestandtheile desselben zu verdanken sind, hinübergeschafft worden. Wie schwer die Spitzcn zu erreichen sind, davon wissen Touristen und Frauen zn erzählen.

q.AngUaemS''s PFEN daö cltt deutsche WltttreittigttZkgsmkttel. Tie ItHe, sichrrZle und UZi?St Z5!edi;!n gegen ZZkrdZvakbk,'chÄr,den, ThkKrpSe. L!llchmkrz. vauknlrivrn. Bonbiötigkekt. Hatkrnt, 4fejteu.Slelchsut.uS:chlege. Urkklkkik. XcitttUiDtn, (St. schwüre cnutre rkklhcitta Hei GiSgtti?, der Leber oder dcö BlukeS. ' Ebenso ??qrn die Leiden tti eidlichen Geschlecht. Vttit .10 6rntZ z in Sesklothrkk zuhake. TI& CHARLES A. Y0CELER CO., lkllwor,. Utf. Da grcße Schraerzenheilmitttl gegen Nhcllmattsmtts, fttifctn In Gesicht. RIlrtiTriicrw. Frostdrste. Gicht, PreÄsÄeK. Ärkuzdk) uud 'LfteLlriS:. Nuckettschmerzett, Ver?Lchn, Skrise KelZ. Z?rikche W2ie. Lchnittsurdkn. QnktzchRrea uö ZrRti:u Zal?z:schn:crzckZ, IfO'brt, VrandsnSr. ßtlfp.firKjr, C tfaiactj, kiusgesprunpMk psztt. Farmer und Äirhzüchtc? sindrn ir. tra 2t. I.iköS Ctl ein t:rjstjtrc5?li4e4 H!ittel gute die Gebr!, fee Tit$ l:andcS irrii. 3 Cent 4; in cCt.i Kco;5ilr u tsiits. VrlZ CMAtES K. V0CO.ES CO.. liUirncn. UL F. VILL. PÄ1ITZER, . ' Apotheker, Frische Arzneien. Maßige Preise. Recepten besondere Sorgfalt. 54 West Washington - Strabe. Unter dem Vatelauk. ' Nahe der Traxiser.Cär. - Cube.rs Saloon nebst Kegelbahn. Prachtvoller Garten für FauN lienaufenthalt. Gute Getränke, ausmech'awe Bedienung. h?o. 33S Süd Meridian Strabe. Jeden Samstag Abend ausge. zeichne ter Lunch. nnmm John M. KoenZger, Agent.- ; " ' 1 "' ' ' i TaS gröe, schönste und kttesie derartig Lokal 'ht der Stadt. ; Tie geräumige ; nr.6 schön eingerichtete Halle steht Vereinen, Ls' EUI und Privaten zur Abhaltung Len ' ' ; .MwriTtw i 1 1 i ? irii iijiii Kin i iininii rrr rw v i v i ff .M.i.l M . II t.'' H I ., ; .vx V j Wtk.M44t4l.

0 all i, Ji toIde mnK jf yt?:- """4"" - i, miZäm

iT2

rnu

A a FrtfbW 7 TODE nir MARK -5' J.vv. -sr ts? V?&Tr3zs ( Ytu.,ii y-jrs r. ; v i ..iV ik wrlLAftg3"

As

V-ter zralm BZWV zur

, r '