Indiana Tribüne, Volume 13, Number 170, Indianapolis, Marion County, 9 March 1890 — Page 2
o
taaxi
i Londoner Polzeirathsel. London, IG. Februar. Eine furchtbare Entdeckung versetzt den im cußersttn Osten Londons gelegenen Stadttheil Weftham in eine Aufregung, welche der Ausschlitzer-Pani? wenig nachgibt. Schon seit drei Jahren verschlvanden von Zeit zu Zeit junge Mädchen im Alter von 14 bis zu 16 Jahren spurlos. Alle Nachforschungen nach denselben blieben erfolglos und die von der Polizei aufgestellte Theorie, die sich übrigens ganz im Gegensatze mit den Ansichten der durch diese Verluste betroffenen Eltern befand, war, daß die Maochen verleitet .Worden seien, das Land zu verlassen, um cm ncucS Leben" in der Fremde zu beginnen. Vor 14 Tagen verschwand abermals in geheimnißvoller und unerllärlichir Weise die kaum fünfzehnjährige Tochter ciues ehrsamen HandlverkerS. Sie war nach 6 Uhr Abends ausgesandt orden, um Fische zum Nachtmahl zu holen, und lehrte nicht wieder zurück. Da aus derselben Straße vorher zwei Mädchen in ähnlicher Weise verschwunden waren, stellten die besorgten Eltern sofort die umfassendsten Nachforschungen an, die jedoch zu keinem Itesultate führten. DaS Mädchen war zuletzt von einer ihrer Schulgenossinnen gesehen worden, der sie knav? nach G Uhr begegnete und den Zweck ihres AuSganges mittheilte. Von da ab iviiv jede Spur von ihr verloren. Die Polizei mx rasch mit ihrer LieblingStheorie bei der Hand, die jedoch vf n den darob cntrüsttten Eltern des Mädchens, von ihren Lehrern nb dem Geistlichen des Beziiks, die alle die. beste Meinung von dem hübschen, bescheidenen und geistig sehr gut beanlagten Kinde hatten, nicht gelten gelasien wurde. Der Geistliche insbesondere nahm sich der Sache an und erschien zweimal vor dem Polizeirichter, um durch diesen die PoliZei zu energischen Nachforschungen nach demÄerblcid desMädchens zu veranlassen. Gestern nun wurde das Geheimniß gelöst. Am Ende der Straße, in welcher das Haus der Eltern des Mädchens sielegen ist, befindet sich eine große wüste Bauparzelle, die auf der einen Seite von einer Reihe fertiger, aber unvermiethcter Häuser begrenzt wird. Eins dieser Häuser wuröe vor drei Tagen von einem Herrn besichtigt, und er machte den Agenten des Hausherrn auf den furcht: baren Geruch aufmerksam, der daö ganze Haus erfüllte. Die Sache sprach sich herum. Die Polizei wurde davon be. uachrichtigt und begab sich in das Hauö, wo in einem Dachzimmer Linker einem Holzverschlage die bereits stark in Verwesung übergegangene Leiche des armen Mädchens aufgefunden wurde. Ein Strick um ihren Hals zeigte, welches Ende sie gefunden, und andere Anzeichen machten es auf den ersten Blick ofscnbar, daß die BdauernZwerthe das Opfer eines g.aßlichen Lustmordes geworden war. Wie 'sie in oas Haus kam, kann nur vermuthet werden. Man nimmt an, daß sie, um' den Weg abzukürzen, über den Äauplatz gegangen und dort überfallen worden ist. Ein Arbeiter sah an dem Abend ihres Verschwindens indem tiefen Halbdun kel, daS bereits eingetreten war, einen Mann ein junges Mädchen gcwalt. f. im fortschleppen ; er schenkte dem jedoch keine weitere Beachtung, da er glaubte, .ein Vater zwinge seine Tochter heiin zu kommen, anstatt sich in den Straßen lzcrnlnzutreibcn, in was sich Niemand zu mischen habe." Das Mädchen ries außerdem auch nicht um Hilfe und man nimmt NUN an, daß ihr cm Knebel in den Mund gedrückt, oder daß sie momentan mit Ehlorosorm betäubt und so durch ein nvcrsch'oiscnes Fenster von der Hosseije in daS Haus geschleppt worden fei. Im Hause selbst kam es, nach den Spuren in dem lang angesammelten Staube auf dem Flur zu schließen zu einem hartnackigen Kampfe zwischen ihr und ihrem Angreifet ; der Körper zeigt auch, daß sie sich nicht gutwillig in ihr Schicksal ergeben, schließlich aber erlag sie in dem Bodenzimmer, wohin sie sich anscheinend geflüchtet, dem Unmenschen, der sie, nachdem er ihr Gewalt angethan, erdrosselte. Im Verdachte, die That verübt zu haben, steht ein etwa dreißigjähriger, eleqant gekleideter Mann, der wiederholt in Westham gesehen wnrde und junge Mädchen in Äcrdacht erregender Weise anzusprechen pflegte. Wenn man bedenkt, wer die Opfer deS AuffchlitzerS" waren, so muß man zugejtthen, daß die West-Ham-Morde wnn sich fönst der allge. meine Glaube bestätigt, daß die verfchwundenen Mädchen ein ähnliches Ende gefunden, wie die arme Minna IessS weit gräßlicher sind. Hoffentlich wird die Polizei m Westham erfolgreicher sein als in Whitechapel und den Mörder nicht so durch ihre Netze schlüpfen lassen wie Jack den Aufschlitzer! Pastor I. H o we l l bericht tet der Dailn NewS über einen Naubanfall von Arabern auf die Familie des seit fünf Jahren am Libanon wohnenden Engländers Richard Webb. Hcrr Wcbb reiste mit seiner Frau und seinem Kutscher am 8. Januar von Acyruth nach Jaffa, begleitet von zwei Dienein. Das Gepäck war auf Kameele geladen, von denen jedes seinen Führer "hatte. Am zweiten Tage der Reise, etwa zwei Stnn.den von Jaffa, wurden te von einer Schaar bis an die Zähne bewaffnet:? Araber überfallen, welche sich die Gest'chs ter unkenntlich gemacht hatten. Die Araber forderten alle Werthsachen und verwundeten, da sie kein schnelles Entgegenkommen fanden, Herrn Webb mit rhren Speeren am Kopfe, der Hüfte und der Hand. Die Räuber nahmen dem 'Manne nicht nur alles Geld, sondern auch dc Kleider bis auf die Hosen und Skieftl. Der Frau Webb wurden sogar ihre Oberkleider geraubt und mehrere Diener wurden geknebelt. Hätte Frau Webb. die des Arabische völlig mächtig ist, sich nicht für ihren Gatten verwandt, so wäre letztere? wahrscheinlich ermors tet werden. Einer der Räuber ist qe fangen worden und wird man hoffentlich uch seiner Gennsseu habhaft werden. Ideal und Lebe n. SchlächL termetster: ,S :S doch war schonet um YerJjumumn. even imv icy wleoer n paar Zentner Makulatur SpstkzreiZ gekoost." mn wahren
Wle Pch Herr ?akeatroni röchtt. O?a Leon de Tßnseau (Paril).
I. Ganz Paris kannte ehemals den Italiener, von dem hier die 3!ede ist. und wußte, daß er während einiger Moäse der Affociö des VaronS Lerour gewefen. Dieser, ein, Bankier zweiten Ranges, kühn und bisweilen merkwürdig glücklich in seinen Unternehmungen, trennte sich von Calcatroni, ohne daß man genau erfuhr, was zwischen Beiden vorgefallen. Sie blieben uoch eine Zeit lang im Verkehr mit einander, und diefe oberflächlichen Beziehungen dauerten bis zu dem Aussehen erregenden Ereigniß bei der Hochzeit dcö jungen Antonin Lerour mit Mademoiselle de La CombeaurFontaincs, Tochter eines Landedelmanes, dessen Name niemals bis au die Pforten der Börse gedrungen war. Wieso der Pariser Bankier eine Prolnzlerin zur Schwiegertochter nahm, die kaum Millionärin war, diese Frage beschäftigte die Gemüther. Daß die Liebe diesenÄund gestiftet habe, nein, das war z unwahrscheinlich ; Niemand konnte es glauben. Denn wenn die junge Braut auch nicht ohne Reize war, so hatte doch ihr zukünftiger Gemahl, seit seinem achtzehnten Jahr ein flotter, freier Lebemann der großen Welt, absolut nicht das Talent, aus Liebe zu heirathen. Gutunterrichtcle Leute behaupteten, baß es mit der Firma Lerour bergab ginge, daß der alte Herr seinen Rum kommen sähe, auf die sinanciellen Eroberungen sei:icö Sohnes angewiesen wäre und dem jungen Manne, wie sich selbst, eine Zuflucht, fern von den Boulevards und ihren geschäftlichen Begegnungen, sichern wollte. Wie dem auch sei, die Helrath kam zn Stande, und der Banquier, der denLeuten mit der Einladung von 2000 Personen zu imponiren wünschte, verlangte, daß sie in Paris gefeiert werde. Zu den Zeugen der zukünftigen jungen Baronin Lerour gehörte auch der berühmte Desroches, Director der Nationalbibliothek, ein intimer Freund und Landsmann der Familie La Eombe-aur-Fomaines. Sein Beruf als Bibliothekar belastete ihn mit einer Nci von Pflichten, die sich bei oberflächlicher Betrachtung zu widersprechen schienen. Er mußte der gefälligste und der mißtrauischste Mensch zugleich sein. In jedem seiner Leser sollte er einen Schüler, einen Bruder der Wissenschaff, fast einen Freund scheu, aber einen Freund, der auch vielleicht ein Spitzbube sein könnte, dessen Aewegungen und dessen Taschen er mit dem Scharfblick eines Detectivs zu beobachten hatte. Seht Euch einen Bibliothekar näher an und Ihr werdet immer einen gründlichen Skeptiker und einen gewand ten Polizisten an ihm entdecken. DesrocheS sagte oft: Ich kenne Frauen, welche treu sind, und Kasstrer, welche nie gestohlen haben. Aber es gibt keinen Menschen, der nicht im Staude wäre, ein ihn besonders interessirendes Buch unter die Weste zu stecken. Also die Hochzeit fand statt und nach der Ceremonie in der Kirche vereinigte man sich bei Madame de Lerour zum Lunch. In einem der Salons waren, wie es die barbarische Sitte mit sich bringt, die Hochzeitsgeschenke ausgestellt. Unter den vorhandenen Schmucksachen zog ein Diamantenhalsband, das der Aater Antoninö der Braut gegeben, alle Blicke auf sich und widerlegte durch seinen Glanz die bösartigen Klatschereien über den Stand des HauseS. Gering genommen war das Halsband zehntausend Thaler werth. Plötzlich, als eben die elegante Menge das lukullisch ausgestattete Büffet belagerte, ertönte der Schreckens ruf: Das Halsband ist gestohlen. II. Die Lage war allerdings danach, die Nerven eines starken Mannes auf die Probe zu stellen, abcrLerour benahm sich rote ein eck, ter ?lrii!nkrnt WnsiSV,im iftm die erste Aufregung alles Blut in Kopfe aetrieben. land er kczkald s schurrn
wieder und beruhigte den zunehmenden r seine Fassung wieder gewinnend, er verTumult mit den Worten: Bitte, meine 55e aus iede AnUage. Sc.e käme man Herrschaften, ein so unwichtiges Vor- aus solchen Geschten wieder heraus kommuiß soll einen so schonen Tag nicht nd der Dlener des Gerichts gtng. wle verderben! WaS sind Verluste, die man er gekommen war. ohne auch nur den durch Geld wieder ersetzen kann! Meine Namen deS Juweliers, bei welchem daS lieben Kinder," mit zitternder Hand Diamantenhalsband gekauft war ersaherhob er das gefüllte Glas, ich trinke ?n zu haben. Man weigerte sich sogar, auf Euer Glück! Dieser leichte Schat ' tyn s leere Etui als Beweisstück zu ten sei der einziae, der eS je verdünkle!" zeigen kurzum, wenn es t einmal einem Der ist dem Teufel gewachsen," siü- 'er Leser passiren sollte, so von n. sierten einige der besten Freunde des Be- gewahr dle Diamanten eines Andern m 1 4 A k . A 4 - A ff A V jk. Il m. Att. ft jXm. M
itculcnen. Man muß die Thüren schließen und n'e anwesenden Personen verhören!" , schnei: einige Andere. Niemals," erklärte der Herr des Hauses in entrüstetem Tone ; niemals
erlaube ich, daß unter meinem Dache die , u$ Staates handeln, sagte der PolizeiEhre meiner Gäste verdächtigt werde!'' genr im Weggehen. . I i . il . n JL m. m u A L au..mI1 Vk k Mm
Annerizalv der Lcronnchen Verwandtschast flüsterte man sich in'ö Ohr: u .ii . .,-.1 . v 7 ,,vou qcuuic, wir wouen cirmanoen beschuldigen ; aber die Familie der jungen grau hat Leute eingeladen, die ganz eigenthümlich aussehen und Cii kein Mensch kennt!" In dem benachbarten Zimmer suchte ZDiadame Kräfte eben und erleickkerte ibr SSm btl ih Freunden: o gehtö in der Borfenwelt zu! Meinem Schwiegersöhne gebe ich keine Schuld, o nein! Aber die Verikndungen der Finanzleute sind immer sehr gemischt. Muth, Amelie, beherrsche Dich! Wir wollen uns zu dem Skandal ttlcht noch kucherlkch machen!" .roy aueocm, oas ereign, u war peinlich und fast Alle athmeten auf. als
sie das Haus des Banquiers hinter sich' und jetzt zu jenen Gaunern im Salonhatten. Nach ehn Minuten wäret, die rock gehört, von denen Paris geplagt ist.
Salon? verödet. Die arme , Amelie ememsam cic iiusnaii funa des Diebes. Gerade in diesem an Lerour,. Sprechums Augenblicke benachrichtigte man daß ihn jemand in seinem Sprechums mer erwarte. Er beaab sich dahin und
nahm mechanisch daS leere Etui rn die ten der versammelten Gesellschaft ettt Hand, Antonin sprach leise ruit seinem Diamantcnhalöband gestohlen. daS ich Vater, und die beiden Mütter erwogen meiner Schwiegermutter zur Ausstattung .. . - . ' i V ; m- . - "
reu aur rarer- geiazeurr uarte.
fand den alten Gelehrten Desrochcs j .Hier ans seiner Karte steht sie. Ich ruhig in einem Sessel sitzen. i bitte, suchen Sie ihn zu erwischen. Nur, Mein Herr", begann dieser, ich bin verstehen wir nS recht! Es handelt sich durch' meine BerusSpflichten gewohnt, nicht darum, ihn festzuhalten, sondern es Alles zu beobachten, waS um mich vor- handelt sich darum, ihn vor der Verhafgeht. Ich habe den Diebflahl begehen . tung durch die Polizei zu schützen, und ' ' 1 " "' ,,' . t -" -j1""!" -; ' ' " ' " f 1 . jjifj! !!l"!-jii!::!ji'J:" ""J""j " ' j ' " )" ; ' '''''
sehen.- Der Schnldige ist ein Herr über die Fünfzig diaaus.' mager und sehr brünnei Sie kennen ihn persönlich, denn S.c haben ihm in der Sakristei einige Mal die Hand geschüttelt. Uebri gens ein besonderer Umstand schließt jeden Zweifel aus: Dieser Eicnttcman war der Einzige, der heilte Morgen seine Orden an einem .fteic&eu trug ich bin ihm bis in die Straße nachgerannt, und als ich ihn efcrn packen wollte, verlor ich ihn im Gedränge uns der Lump rettete sich in einen vorbeifahrenden Fiaker. Aber ich habe die Nummer des Wagens notirt, hier ist sie. Das übrige ist Ihre Sache. ES ist übcrfllisstg zu versichern, das; ich Ihnen als Zeuge zur Beringung stehe. Geben wir !" Bei diesen Worten sprang Lerour mit einem Satze vor die Thür, ls sei der würdige Gelehrte der Dieb, den er nmer Schloß und Riegel halten wollte. Um Himmelswillen, ruhig Blut", sagte der Vater Antoniens. Jcbnieiß jeyt, wen Sie meinet! Ich kcnue die Persönlichkeit, die Sie verdächtigen.'" Verdächtigen?" schrie der Aibliothekar, der Teufel soll mich holen, wenn ich ihn verdächtige; so genau, wie ich Sie jetzt hier sehe, so genau sah ich ihn. Im Spiegel konnte ich beobachten, wie er das Halsband einsteckte, dieser Jnwclcndicb. Er wird heute Nacht im Gesängniß schlafen, wenn er überhaupt schlafe
kann. Aber kommen Ste, verlieren voit keinen Augenblick, die Zeit ist kostbar! Bitte", antwortete Lerour, ohne sich von der Stelle zu rühren, dieser Spitz: bubc wird in seinem Bette schlafen. Er soll sich anderSwo hängen lasten. Ich kenne ihn, allerdings blos oberflächlich wir machten früher einige Geschäfte zusammelt. Ich will keinen Proceß. Denken Sie sich die jungen Ehelente, ihre Eltern, ihre Verwandten, sich selber aus der Zeugenbank vor den?lfsisen! Und all dies um lumpige dreißig- oder vier, zigtalsend Francs. DaS habe ich, Gott sei Dank, nicht nothig! Also lieber Freund, Sie haben nichts, gar nichts gesehen, nicht wahr? Der Mann wird eines Tages schon gepackt werden. Ich danke Ihnen für das Interesse, das Sie mir in dieser AngelkAenhcit bewiesen haben, und fühle mich Ihnen sehr ver.pflichtet!" in. Desrochcs trat ganz bestürzt auf bit Strafte. Einen Dieb erwischt zu haben, tlnd ihn sammt seiner Beute lausen zu lassen ! Zuerst verwirrte ihn diese That fache, dann schien sie ihm ungeheuerlich. Ihm, dem goldehrlichen, offenen Menschen galt dieses übertriebene Erbarmen Lerour' wie eine Mitschuld. Räch reiflichcr Ueberleguna, ging er auf die Polizeipräfcctur. erstattete seine Anzeige, übergab daö Signalement deS Schuld!gen, die Nummer des Fiaker, dann ginz er mit erleichtertem Gewissen seines Weges. Wahrend besten erzählte unser Finanzbaron den Reportern, welche dutzendweise bei ihm vorsprachen, sein Abenteuer. Wenn ich sage erzählte", so übertreibe ich, denn die intelligentesten unter ihnen gingen genau so unaufgeklärt fort, wie sie gekommen waren. Kein Wort hatte ihnen den Thatbestand verrathen. Infolge dessen brachten die Zeitungen, auf ihre eigene Erfindungskraft angewiesen, die wieersprechendsten Berichte. Bald war der Dieb ein Diener des Hauses, bald ein Eindringling, der in der Menge verschwand, bald ein Vetter der jungen Frau, der sich rächen wollte, weil er einen Korb erhalten. Ein Alatt, das schon mehr als einmal durch feine kühnen Voranssehunqen dem Fiuger der Gerechtig: keit den Bseg gezeigt hatte, deutete diScret .an, eL scheine, als ob Leroux sich selbst Gestohlen hätte. Das Alles war aber für den unglückiichen Bantier nur das Vorspiel viel ernsterer Verwirrungen. TagS daraus besuchte ihn der Polizei-Jnspector. der durch die Aussage Desroches alle Einzel heit n des Vorfalles kannte. Mit gc j ballten Fäusten wünschte der Bankier den Schwatzer zumTemel; dann erklärte er. i" zu lauen, un, ! 1t... (V- il icj lym, va'v' er mir einem mcann zu iyui! bekäme, der so wohlwollend und nobel wäre, wie der Herr Baron Lerour. Wenn Sie die Sache durchaus nicht verfolgen wollen, werden wir im Namen Diese Zustchcrung bewirkte, daß dem Finanzmann der kalte Angstschweiß aus die Stirn trat. Er ließ auspannen und fahr an die Ecke deS Boulevards und des FanbourgS Samt " Martin. Dort schickte er seinen Wagen zurück und ging zu Fiiij in der Richtung des Westbahnhofs. Bald stand er vor einem dritten Stock verwahrlost Fünf Mi- ' nuten spater stand er vor dem berühmten Er'Vcamten der Polizeiprafectur. Leiter eS besten ErkundigungsbureauS" der Hauptstadt. Mein Herr", sagte er, ,horcn Sie in zwei Worten, was michr herführt! ' Gestern verheiratete tch meinen bohn. Unter den Eingeladenen war ein italienischer Graf, der früher mein Associe war Ealcatroni, so heint er, hat mir inmrt Und Sie wollen, daß wir ihn versols gt?" fragte der Agent, indem er sich seine Not'iren machte. Gutt Bor feine Notiren mach Allem seine Adresse!"
ich muß Sie darauf aufmerksam machen, j daß die Dummköpfe von der Präfektur ! ihm schou auf drr Spur sind! . ... Mein Versahreu wird Ste in Erstaunen setzen bemerkte Leronr; ohne auf unnötüige Einzclhkiteii einzugehen . . . . 41 lüiulj erstaunt inchlS, mein Herr," antworltte der Er-Svion, indem er hinUt seinem gotdeilen Zwicker den gewlndi ten gorschrrvlick aus die Zuge seines Elienlen richlcte. Sie sino nicht der Erste, der nach um (inen solchen Dienst ersucht. Das tommr öfters vor. Wenn das Publllllm Alles wüßte, was ich weiß, würde es in vielen Fällen weniger der die Passtvnat der Polizei erstaunen. Aber koumlcn wir m Ihren Schützling zurück! Sie wünschen, daß ,h:n nichk die geringste Uuamu-Hmlichkeik znstoßc. Dafür soll gejorgr werden. Jeoensalls muß er Jijucu tas Halsbauo zurück gedcu Der Banquier überlegte eine halbe Minute, ehe er antuiorlete. Men, Gott-, sag:e er endlich, daö wäre freilich das Beste. Aber die Geldsrage kommt erst in zweiter Reihe; nur keine Verhaftung. lctuen Lürm, kein Aussehen, keine Gcrichisverhanoluttgen, das will ich vor Allem vermeiden. Ich rechne auf Jyre Gejchicklichkcit. Ihre Intelligenz. ES ist setdslverstüi.dlich, daß hnen alle nothwenvkgen Mittel zur Vcrsüguug stchcu. Uuv was das AUcrwichtigste ist, verlieren Sie keine Zeit, die Herren vou der Prasctlur stno o)on bei dcr Ardeil !" IV. Am selben Abend ging Ealcatroni. aits der Optt zu Hau nach Hause, um frische Lust zu sch'öpsen. Als er stchcu bleibt, um seine Elgaretk anzuzünden, nähert sich ihm ein ll,:bekattllter nud bilter ihn mit vcm legeren Gruß eincS aristokratischen ÄeltmaunS um Feuer. Der Italiener gewährte iym das Erbclene unt großer Zuvorkommenheit. Jllvem der Frcmve grüßend dankte, fragte cr: Sie entschuldigen, Herr Ealcatroni, hben Sie die Avsichk, heute Abend nach Hauze zu gehend Der ktjeulalige Älssoice der Firma Lerour zuckre zuaminru, als c? seinen Namen aussprechen hörte. Aber aisbald gewann er ieine Kaltblütigkeit wieder, die seine Stärke war. und. sagte mit dem Lächeln eines Mannes, den das Ueberraschcnde amüsirl: Wirklich, mein Herr, seit einigen dreißig Jahren, seit ich lneiue Eltern verloren, beunruhigt sich heule zum ersten Male ein menschllcheS Wcseil um meine Tugend. Ilnd Sie fallen gerade aus einen meiner braven Tage! Ehe eine halbe Stunde vergeht, werde ich in meinem Bett liegen!"
Darüber täuschen Sie sich", antivortcte der Fremde. Eh zehn Minuten vergehen, werden Sie in einem Fiakcl sitzen zwischen zwei Polizisten, die beteils an Jyrer Thüre aus Sie warten. Wenn Sie mir glauben, brennen Sie schnurstracks durch uns übernachten bei mir. tt:brigens, ws sind die Diaman ken?" Einige Secunden war Ealcatroni ganz perplex. ?anil sagte cr etwas vo,r oben herab: Dr Schr; übersteigt die Grenze, llud vor Allem, wer sind Sie?" Eine Fce, ein guter Engel, ganz wie im schwarzen Domino". Ich bin der BertrauenSiuanir Ihres Freundes Lerour, der nicht wünscht, daß auch nur ein Haar JhreS Kopfes unter der Schecre des Friseurs von MazaS falle. Wollen Sie unr nicht glauben Gehen sie mit mir ! Ich zeige Ihnen von Weitem die zwei Agenten, die auf Sie lauern. Vielleicht stimmt tit dieser Umstand etwas williger, mir zu folgen. Gehcn wir lieber gleich zu Ihnen," entschied der Italiener. Wir können dort gemüthlicher plaudern." Zu behaupten, Ealcatroni habe in jener öcacht viel geschnarcht, wäre übertrieben. Die Agenten, die ihm nachspürten, gingen natürlich unverrichteter Sache ihrer Wege. Von diesem Augenblicke an entspann sich zwischen dem Vertrauensbeantten des Herrn 'Lerour und seinen früheren Berufskamcraden ein homerischer Kampf: sie überbot?,, sich an Schlauheit und Geschicklichkeit; diese waren eifrigst hinter der Spur ihres Mannes her, ;ener that alles Mögliche, ihn sicher nach England zu schassen. Die Treibjagd war im besten Gange. In aller Geschwindigkeit berichtete der Agent Herrn Lerour über die Resultate seiner Kriegslist. Zugleich theilte cr mit. daß Ealcatroni ihm aufgetragen habe, Herrn Lerour seiner Dunk'barkelt zu versichern. Ich schenke sie ihm", sagte der Bankier trocken; abec wenigttens soll er Ihnen die Diamanten zurückgeben." Im Augenblick ist dies unmöglich, sie sind für 15,000 Francs verbändet." Für 15,000 Francs?" wiederholte Lerour und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Wirklich, ich mochte die Adresse des Pfandleiberö kennen, der dieses GeHnst gemacht hat!" Ah. sie sind gewiß bedeutend mehr werth?" fragte der Agent mit voller Spannnng. 15,000 Francs! "wiederholte Lerour, ehne auf ihn zu hören. WaS ist da zu machen? Wenn sie dieser elende Hehler verkaufen will, ich flehe Sie an, bringen Sie mir morgen seinen Namen !" Aber nicht der Agent war es, der am nächsten Morgen im lnruriosen Bureau beö Herrn erour erschien. Ealtcatroni schickte stolz seine Karte hinein und geduldete sich uicht einen Ailgenblick in dem Wartezimmer, wo mehr als einmal U veutendere Persönlichkeiten ihre Zeit verloren hatten. Als die beiden Herren allein und alle Thüren gut verschlossen waren, ging der Italiener festen Schrit tes auf seinen sichtlich verwirrten Er"isociL zu, ma,r hätte glauben können, Lerour sei der von der Polizei Verfolgte. Mein H:rr," sagte der Besncher. ist ks wahr, was man sagt? Sie stchen vor dem Bankerott?" ' Was?!" stammelte der Vater Ankoniens, eine solche Sprache in Ihrem SZ!nnde " Nicht soviel Pathos, wenn ich bitten darf unterbrach det Andere. Whs rend einer Woche war ich dumm genug; ;u glauben, daß die Erinnernna an unI sere früheren Beziehungen Ihr Verhalzten gegen mich beeinflußt hatte; ich war j davon rührt, ich gestehe es. Ein schöl xtx Esel war' ich, zu glauben warum . .. X V ' : ! -- :-
Sie solche Angst hatten, die Polizei in Ihre Verhältnisse blicken zu lasten." ' .In meine Verhältnisse? ! protestirte Lerour. mit einem Nest von Energie. Heute früh. sagte der Italiener, in seinem anmaßenden Tone beharrend, that ich etwas, was ich bis seht, da ich Sie für einen Ehrenmann hielt, für überflüssig gefunden: Ich ließ die Diamanten schätzen!" Sie haben Sie also nicht verpfänd dct?" schrie der Bankier, von seinem
Stuhle ansspringend. Vcrxsändct, mein Herr? Seit wann bekommt man Geld für geschlissenes Glas?" Lerour siel aus seinen Stuhl zurück. Aha. jetzt sind Sie schon weniger stolz l Weil Sie das Publikum über den Stand Ihrer Geschäfte täuschen mochten, erröthen Sie nicht, den Hals Ihrer Schwiegertochter mit ganz gemeinen Gasperlen zn schminken? Um den Abgrund.der das Vermögen Ihrer Elientc? verschlingt.zu verdecken, betrügen Sie ein armes junges Mädchen, das gan; stolz gewesen wäre, sich mit diesen glänzenden Lügen herauszuputzen!" Ich hätte sie später schon in Ver-. krauen gezogen" stotterte der Banquier. Sie würde verstanden haben, daß in diesem Augenblicke " Ziehen Sie Niemanden ins Ven trauen, mein Herr, das ist überflüssig. Sobald ich das Haus hier verlasse, stellt ich mich den Gerichten. Aber man verurtheilt krinen Menschen um einiget Glaöstücke willen, die ihm zusällig in der Hand geblieben. Sie aber, S werden dein öffentlichen Gespötte an, heimfallen, Sie werden entehrt sein. Morgen wird die Menge Ihre Bureaur belagern und Ihre Depots zuäckverlangen. Das ist eS, was Sie fürchten. Ihre Angst um mein Erwischrwerden be' weist mir das. Aber machen Sie sich darüber keine Sorgen. Ich che jetzt dircct auf die Präsektur! Bitte, bleiben Sie " stöhnte Lerour, ,,Was rcrlangen Sie, um diesen Weg zr unterlassen?" Ich branche 15,000 Franc?. Die ist vielleicht viel, aber wenu Ihr Dia: mantenhalsband auf den GcrichtStisch wandert, kostet es Sie mehr als 15,O0C Francs. ..." Woher diese 15,000 Francs genommen wurden weiß ich nicht ; ich weist blos Eins: in der Kaste des Herrn Baron Lerour fanden sie sich nicht. Aber endlich, nach einer etwas ansgedehnteu Wartcpausc kassirte Ealcatroni die verlangte Summe ein und betrat die Straßk mit dem festen, freien Schritt eines ManncS, der einen Akt der Gerechtigkeit vollzogen hat. In seiner Brieftasche trug er ein Schriftstück, dessen gewlsteuhaftc Bcsorgung er übernommen hatte, einen Brief von Leronr an die Präfectur, in welchem der Bankier erklärt, daß das Diamantenhalsband soeben hinter einem Möbelstück des SalonS entdeckt wurde und wieder ruhig in seinem blauscidcileu Etuj liege. Seint jener Zeit haben sich die Geschäste des Bankiers wieder gehoben. Seine Schwiegertochter trägt heute echte Diamanten. Aber Ealcatroni geht jeder Bemerkung über feinen ehemaligen Asjocio und dessen Familie mit den Worten aus dem Wege: Ich sehe diese Leute gar nicht mehr. Glauben Sie mir, das ist kein Verkehr für unsereinen!" O ustige Schelme Lustige Schelme, die dem gricSgräm liehen Tod durch eiu fröhliches Begrabnin ein Schnippchen zu schlagen gesonnen, hat es zu allen Zeiten gegeben. CortusiuS, einer der berühmtesten öcechtslehrer des 15. Jahrhunderts, welcher 1418 in Padna starb, verbot so, lesen wir in den M. N. N." seinen Erben in seinem Vermächtniß alle Trauer bei hoher Strafe und ordnete an, daß Spielleute, Pfeifer und Säuger vor und hinter seinem Sarge gehen und daß deren Gesang mit dem der Geistlichkeit abwechseln sollte. Seine Bahre sollten zwölf ledige, grün gekleidete Mädchen unter dem Gesänge lustiger Lieder, wie sie ihnen eben einfielen, tragen. Die Augustiner-Eremiten schloß er ansdrücklich von der Begleitung seiner Leiche aus, da deren schwarzes Ornat die Heiterkeit des VegräbninzugeS" stören würde. Der niederländische Maler Martin Heemskerk, e:n lustiger Kumpan, errichtete eine Stiftung zur Ausstattung schöner armer Mädchen. Dieselben b'attcn nur die Bedingung zu erfüllen, daß sie an ihrem Hochzeitstage im Vrautstaate mit sämmtlichen Hochzeitszästen zu dem Grabe des lustigen Malers zogen und auf demselben mit der ganzen ÄescÄschast herumtanzten. Ein im Jahre 1630 verstorbener Oberst Hoorue verordnete, daß zu seiner Beerdigung alle feine lustigen Freunde sich versammelten und dieselbe mit einem großen Mahle festlich begingen. Eine ähnllcheAnordnung traf der 1733 z.r Withleson verstorbene Engländer I. Unterwood; er bestimmte,. daß .sechs feiner Freunde an seinem Grabe mit lauter Stimme froh und freudig die letzten Strophen aus HorazenS U0. Ode. des zweiten Buches abzusingen hatten. Etwaige ' weitere Begleitung und alles Glockengeläute verbat er sich, der Sarg sollte grün (mit der Lieblingsfarbe des Verstorbenen) angestrichen fein. Ein herrliches und fröhliches Mahl im Sterbehanse sollte den Schluß der Begräbnißseier bilden. Eine im Jahre 1791 in der Grasschaft Ester als alte Jungfer verstorbene Mänuerfeindin verfügte gleichfalls, daß ' an dem Tage ihres Begräbnisses eitel Freude herrschen sollte; sechs Jungfern sollten auf ihrem Grabe tanzen. Endlich nahm ein im Jahre 1810 zu London verstorbener Bankier Davaunes in seinem Sarg unter jedem Arm eme Flasche ereswcin mit und verma ch te seiner W l ttwe 3V0 Flaschen dieses Weines zu ihrer lünftl u Yr,': k . , ' ' ' ':,!'''!': gen Hochzelt. ;.. Irr'' u nf er er schnellleb i -gen Zeit. ' Bräutigam: Jetzt ist'S aus mit uns ; ich werde mich heute noch mit einer Anderen verloben!" Braut l ikalt): Meinetwegen ! Ich habe mich i n .. r " ';. tvt . i geilern zcyon mrr einem ANverrik veryerrathet." .
Chinesislye Leihgesellschaften. Aus Künstlers Erdenwallen. Der mit der letzten Post eingetroffen, Mr.. Philipp war einst ein großer Ostasicktische Lloyd" enthält einen Ar- Künstler. Fast allabendlich pflegte er kel über Eb,ne,tschc Leihgescllfchaften, mit seine? cmincmen GesÄ?cktlchftik im dem wir das Nachstehende entnehmen: ! EirkuS Neuz das Berliner Publikum zu In ernem Lande, in dem das GeN entzücken, nota bene, wenn Altmeister nur zu ernem so übermäßig hohen ZinS: Ncnz sich in Berlin aufhielt sonst fuße zn haben ist. wie in China, ist es vtc tt denselben auf dessen Triumpherklärlich, da man sich der Nothwendig: .u durch Europa zu begleiten. Seine keit zu entziehen versucht bat. seine Zu-! wy.eat hatte in Arabien gestanden, in fincht zu einem gewerbsmäßigen Ec!d: ! seinen Adern floß das edelste B!u:, seine
"lyer ncmncn zu müssen. )r ro-! cent monatlich ist der höchste Zinsfuß, den das chinesische Gesetz gestattet, eine Summe, die in Erwngnng der großen Gefahr, welche der Verleiher dabei länst. wobl nicht für zn hoch erachtet werden darf. Er hat zwar die Bürgschaft eines e rtr ... jti 5 , ? oder mehrerer .Vermittler", gewohnlich ? 1 : . . r . .stsc: ! Krämer, deren. Zzhlnngssähigkeit wohl kaum rn Abrede gestellt werden kann, doch kommt es mitunter vor, daß dies Biedermänner sich weigern, ihren Verpftichlungen nachzukommen, ohne eine?, triftigen Grund dafür anzuführen. In solchem Falle ist das weitere Verfahren tlict so einfach, wie man anzunchmcr gelieigt sein könnte Gläubiger sowohl wie Schuldner fliehen die bemalten Portale des Z)amen (Amtswohnung) der Beamten, wie di Pforten der Hölle. Ehe sie ihre Anlie: gen vorbringen dürfen, werden beid Parteien von dem Pförtner ein seht einträglicher Posten in allen Vamcn geschröpft; dann müssen Kläger sowohl als Verklagter einen sogenannten Schnitt machen", d. h. dem Richter und feinen Untergebenen, je nach den ans dem spiele stehenden Interessen, ein iit rt'r t , . I ldgeschenk machen; eS Siebt zwar tu " J Wi't V11 rl iAk VtiA Va i für die Gebühren, aber diese wird in der Praxis steis überschritten. Der Fall wird angehört und gelegentlich auch ttich Necht verurtheilt ; wir sagen gelegentlich, weil neunmal unter zehn Fällen cim von den beiden Parteien privatim um die Gunst der guten Meinung deS Nich: tcrs bittet. Thun dies beide Parteien, so wird das Recht dem JNcistbietcnden zuerkannt, und dem Verurteilten bleibt gelmäßkg, t!l Anbetracht weiterer Kosten und tviederhelter Vcrnrthcilnnaen, dn Idee aus dem Kopfe. Der aewinnend Theil verläßt wohlgemnth die Gerichts.Halle, doch ehe er ein freier Mann nnrd. hat er noch einer Pflicht nachzukommen: cr muß den Schnitt" beim Eintritt ir das Samen wieder gewinnen, ihn zu. sammennähcn". Ein klügerer und entschlossener Glätte bigcr nimmt das Gesetz selbst in di, Hand. Mit einem Theetopfe, einet Pfeife und einer Matratze bewaffnet, nachdem es die Umstände erfordern, begibt er sich in den Laden des widerspen: stigen Schuldners und bleibt da, bis dik Schuld bezahlt ist. Erklärt dieser Zahlungsunfähtgkeit, so besteht der selberarannte Erccutor daranf, daß die Schuld allmählich aus den täglichen Einnahmen gedeckt wird ; ist es aber lediglich Widerspenstigkeit oder der Wunsch, sich einer rechtmäßigen Verpflichtung zu entziehen, so macht der hartnackige Besucher seinem Schuldner daS Leben so schwer, daß dieser schließlich froh ist, ihn zu jedem Preise loS zu werden. Um stch vor solchen Unannehmlichkci: ien,wie den oben angeführten, zu schützen, pflegen stch die bezopften Kaufleute zusammcnzuthun und zumBesten derTheil? nehmenden sogenannte Lcihgesellschaften 9 filstt stkstfcwl' Att Iti n ikvn ,iniiinimn i , bkstimmle Summe ein. nd diife ird. kalls sich icht Jemand freiwillig da, ! r,rr k......' MvuMtv v vfc uviiiniivi ju im. nun die feiner Verwaltung anvertraute Summe mit den daraus Inzwischen er. wachsenen Zinsen zurückerstatten; ein , anderes Mitglied erbietet stch freiwillio oder wird durch das LooS um Kassirer : bestimmt, und la kort. Non diesem Mi. sin,., ?rns M?klk . '5. ri" I r kr-ti r:..r p... orT.:t. ii.ivuyui 0ll'lcu iiuciyi machen, und da keine Dividenden ausge ÄaeTn. Uü .... rn: i . V- v? 'hAfl (Iiah Tvii auch ein Geringes weniger ; doch werden die Darlehen nur auf die beste Sicherheit gegeben. Bestrafte Nengierde. Kunstsrcund (nach dem Vortrage eines Violinisten auf diesen zutretend): Alle Achtung, junger Mann, Sie spielten die t ILLiJ 1111 V ' LLI1I1 lULlllULL . UU1J iJIIDCll Rhapsodie ausgezeichnet 5 A propoS, ha.den Sie vielleicht einen Bruder, der auch Musiker ist? Violinist: Nicht nur einen Bruder, unsere ganze Familie ist mustka, lisch! Kunstfreund: Das ist ja hockst interefsant! Wohl Tradition? Violinist: Ja ! Im Besitz unserer Familie befindet sich sogar ein Instrument, das vergangenen, Jahrhunderten entstammt! Kunst' freund: Ah wohl eine Cremonescr? Violinist: Das nicht aber ein Leier kasten! Vor dem Theater. Der Herr Professor Krautlein, der mit einem pro funden Wissen und einer keifenden Gattin gesegnet ist, kommt Abends zum Theater, allwo ihm eine Tertbnchver käuferin wüt der Frage entgegentritt: Text gefällig? Danke, meine Alte hat ihn mir schon Zu Hause gelesen! sagt wehmüthig der Professor. No net übereile! Arbeiterfrau: Guata Moraa. ter. I komm no. wei i M ' M fm - : . rm"eistcr: a arum i?. k..' ,. .... ) QsCI. terfrau: Ja er würd überhaupt nemme a um 4 ii( ivuirnt x iviu komme könne.' Werkmeister: Ja warum ka'n er denn nemme komme? Arbeiterfrau: , Ja liaber Gott, weil er halt heut Nacht gejchtorbe ischt!
?lT - ?'l - i ?9r? i wieder an einen Noßschlächter verkaust. das Gesetz und seine er tutex aufl i fiei. fl6cr slll Wm .r das Thier noch zu beökrazten zn fluchen Vlelle.cht denkt i gt, um in Knoblanchswürften selneVcrer auch daran, an e.ne höhere Instanz m er zweite c?pel!,ren, schlagt sich aber schlieullch re:' UÄxA , wA;ift
-,.1- !.?? - W -i W V II
erb elet. einem durck, da &03 bett mm, '.?"' n'V": x""" " r
Un Kassirer tinachändig,. ml&t bi. i f'"' ,Mf Ti '. - T. Verpflichtung das htlb wöhreni U" tcn I,rck zu des laufend! Mna,S so rr,heilhs, '"'!-. . Hl Ä 5' als möglich anzulegen. Mi.nn.er über, ! r d,c,eZ aus de,, er' m Bl.ck etsaS nimmt auch eines der Mitglieder, dem b"br ,r,che.,de Ammnn. . überaus es anMi,'!?ln fehlt. dS Geschäft, und ! Dkr ,u,'gi (in l mte dann ist alnrlich dieser in G meiuschas, n1' B' " kS' (' ?jfm" mit allen Verwaltern für die Eich rhei, b ''. keinen Pre.S derzeit des Darlehens erantmortlich. Am End, n , Angst d,e Ellern theilen des Ma,S wird .ine Berfammlu,, ab- ?tl'L I"8 l l5um der
zahlt werden, so sind manched e er ClubZ v--"V' ; :"'.,-":." sehr reich. Jedem Mitzliede wird bei , Men,ch ,'t ch Klenngketten ie m einem Älslritte der aus dasselbe tres. Eramrn und , drack brauch, N ter sende .Theil des GesellschastSkapila 13 li "B?" e"!" Lst.Ar. - ..i,.. v.. 1 . vcilie der Jli! den Salcn des
(gestalt war herrlich anrutchaucn. daS
Vluge blitzte voller Mut) und 5z euer, seine Gliedmsßen waren zart, doch voller Krast. Muskeln und Sehnen waren wie aus Stahl gehämmert. Juni, sehr jung n?ar cr aus den sonnigen Gefilden seiner Heimat!) nach dem rauhen Noroe gekommen, um sich von dem berühmten r. , . .- 7 ... . . . ' Altmeister Nenz zunr Künstler biltcn zu lassen. Er war ein gelehriger Schüler gewesen, sein Ehrgeiz ließ ihn alle Kräfte bis auf'S 'Höchste anspornen, und er war ein ganzer Künstler geworden. Wenn er des Abends mit Beifall überschüttet wurde, da leuchtete sein Auge in befriedigtcm Stolze, die Grazie init welcher er aufzutreten verstand, rief stets erneuten Beifall hervor. Aber zuletzt entging er doch nicht dem Schicksale, dem alle Küustler anheimfallen, die nicht in jungen Jahren das Genick brechen, oder sonstn?ie um'S Leben kommen er wurde alt. Seine Glieder verloren allmslig die Elastizität, feine Bewegungen die frühere Grazie. Zuletzt konnte ihn Altmeiste? Nenz nicht mehr gebrauchen, Mttßte entlassen werden. Nenz meinte eS gnt mit ihm, er wollte ifm r hr 'l?rtth irn'S (tnif'.thrimne'n 7 vfc tviw iv v iniviii(n s Alters schützen und darum übergab er ihn einem Noßschlächter. denn Mr. V ' -f 5 Philipp war ja nur ein Tigerschimmel, wenn auch ein echter arabischer Hengst. Der Noßschlächter war ein Verräther: statt daS Thier vertragsmäßig zu schlachten, verkaufte er dasselbe es sind jetzt etwa fünf Jahre her an daS Münch?berger Amt" (ein Gut), wo eS zum Belegen der Stuten verwandt wurde. Aber auch diese Herrlichkeit verblaßte mit dem zunchmenden Alter. Philipp wurde fc-rnl Ärnfr tirFrtiiro pscrd." Jetzt geht Philipp" in dem Arbcitswageu des HandelsmaiincS H. in Lichtenberg, wo er gegenwärtig zumeist mit EiSsahreil beschäftigt wird. Er zieht noch immer seine fünfzig bis sechzig Zentner. Aber deS Sonntags, wenn fein Heir gut bei Laune ist, gibt cS such für Philipp" noch eine freudigcFtunde. Da giebt ihm fein Herr ein Äück Brod, und "dann apportirt Philipp-, tanzt nach den Klangen einer Leier, kniet nieder und stellt sich todt, um, wennJnuand ruft: Der Schinder kommt!" schnell davonzulaufen. Vielleicht stirbt Mr. Philipps" dereinst euch noch wie andere alt gewordene Künstler, vielleicht bricht er eines TageS anf irgend einer Straße tcdr zusammen und dann hat fein Erbenwallcu" ein Ende. Der zartfühlende Referendar. Zu den Kunden des Friseurs S. in Verliu zählle seit einiger Zeit ein eleqanlcr jungec Mann, der mit großer -(v ü mr i Negelmäßigkclt die ihm erwiesenen Dien ste mit 5 5p s. mehr honor.Ne. denn andcre bartbeflisjene" Sterbliche. Einem jo vornehmen Kunden gegenilber, der noch da;u einmal wie ganz zufällig und nnbcabsichtigt seinen sehr hochklingenden Namen nannte, konme Herr nicht :-ef . i v , ' W I-, MJ "ic ! Zur ommmhk,,beeUte.r ,.ch,'ege,,. orm euen oe mwin aus rrm ci.f v.irft v ivi. . - v . ZJU en .wurden, um S es 'ch ! handelte Von so melem Zartg s .hl ' S?z S"uhrt gestattete at,o der onzcur. da der angrhende zunge .aat.beamte msemer Wohnung Totle ke mache und ! Sb rhm auch d.e dazu nothtgen &qmi ! ten: Hose. xad und Weste. AUN l jk. w f. c Scklun lieh er dem unaer der Scdlun lieh er dem jünger der TycmiS noch fünf Wart für die Droschke, Sh'.ipS, r,mW".b ftfÄ ?!me. Wrhnnnii nd taS er:eS ,,H I . . m m , als eitel iritg und 'rug. nn) wahr vue: nur das Eramen, welches der v, nehme Kunde als ein abgefeimter Spitzbube mit Glanz bestanden hatte. Weltgunst. Die Weltgunst gleicht Dem tiefen Meer: ES H vimmt, was leicht l Und sinkt, waS schwer'! i Ein passender Bursche. Major: Nun, Feldwebel Müller, dieser ist also der Mann, welchen Sie als Vferdeburfchen ansgefucht haben! LLirder Kerl für mich auch geeignet sein?' Feldwebel: Au Befehl! Tr Manu wird ausgezeichnet für den Herrn'Majer passen, denn er hat früher immer nur tlmgang mit Pferden und NiudSvieü gehabt! Das kühlende Pflaster. Z?achtwächtcr: He, was liegen Sie denn zier auf der Straße? Pknr.lrnder: juuiK v mi . jutic ,i.ii,V4,.xf i. -f Zrztliche Verordnung soll ich mir nam,t..v : .. :,-.:., iz NQ us meine geschwollene Bacle en kuy- . . il , zan; schnuppe sind, Herr Jeheimcr Heri i 1. - ' u m . v , ,!.;,: i 'isrt ms rstili 1 ' - . r, X1. , . . , fL Jij i c .v; c i c u; 1 1 g. i c 1 1 ö i I e v e fieler Menschen beschränkt sich bl?S aus . f M ,i ' ' fVim,n,.t",Ht ' iic Genchkiakeit, d.e man thuen gegenlber üben soll
I Ü m V itf
lii
& 1 ha iiiS fur tu T ff
wm. iEiliilS' ix& 4 M :!:"!' lllSBMllite , ! , ,
V-' V '' ;;--trT; :--'--r'::1 , . ,; 3.;; ::
