Indiana Tribüne, Volume 13, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1890 — Page 6
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Dle Woselscheucke.
ff' Crz!h!g ton tt Stsner.
Veit Goelstrupp ar' ein Mizhäls, I
iP'jan Ncher war n ein Gelzhes. lS chat ihm schon m tiefster .Seele weh, k flirt ein Sperling vor seiner Thüre ein Körnchen fand, c regte ihn uf, daß oie " Natur so verschwenderisch rrit'dem Lichte, i and mit dem Raume umging, daß sie sich . Nerall unsinniger Verg:udung schuldig X machte, den wuchern nicht uj Weg. und Steg, selbst aus den Feldvai?en, nach denen Niemand fragte, ja, t zar auf den Schilsdachern der DorfKäufer tausend und abertausend Pflanjj;!;" zen, die Keinem gehörten, die Keinem ' nützten? Auf Veit Goelstrupps Grunde wuchs ! freilich fast nichts. Ringsum sein Hcä&j " gerfalleueS Hans dehnte sich steiniger Bo- ,! 'den ur vor der altersschwachen Vor.l'fcriiefct düsteren Baues toa sich. iwi
: scheu ihm mrd dem Wege, der daran vor
ühnsöhrte, ein schmaler tretsen' AcrerzMlandeK'in. Irgend ein Vorfahr des J. Geizhalses hatte ihn der Haide mit Müh' I''nv Noch "abgerungen. Auf diesem 'iß:.. Acker ßaud jahraus, jahrein eine Vogel-U-'scheuche. Sie war ein Scheusal.' Ganz ' besonders graulich war ihr Kopf.Meitte Entsetzen erregende Häßllchkeit war, nicht für die Thiere ö feilt' herausgearbeitet " .. i . i i :i. ei ) . : ,u ........
; ic erluuregauz (jungte nuiutuuiig, !;; die Nachbarn ja verscheuchen! Jeder 5tjig' der unsäglich häßlicher. Fratze mit $C- den gestttschten Zahnen, den leerenAugen- ) " chöhten, dem wehenden,' fahlgkauen Wergkst"'chaaoaüs dem,.Wege., . - ! 1 ' Goelstrupp aber trieb völlig einen -GStzendienst mit ihr. Mit Grauen und ir Äbscheu bemerkten die Leut? zuweilen, wie er sie umschlich, sie untersuchte, stützte, ) ii und ihr geradezu zärtlich begegnete. Und M einmal es. war während .eines Herbststurmes gewesen, sah Peter, des Vtetzgers Knecht, daß der Geizhals vor dem Po- " ?anz knitte und ihn mit seinen Armen I Amsing, und er horte ganz deutlich, wie ,; Her AUe dem Sturme fluchte und irgend -welche übersinnliche Macht um die Er- ! 'chaktung der Vogelscheuche anflehte. Gott ' kann es natürlich nicht gewesen sein, dem Goelstrupp feine leidenschaftlichen Bitten zurief, denn der schlechte Alte hatte v -niemals mit Gott etwas z,u thun gehabt,. !, ., &a bewies sein ganzes 'eben. s Nachdem Älter berichtet hatte, was er wahrgenommen, war man inkDorfe W, inia darüber, daß Goelstrupp mit dem hKWozeN'iin Bunde sei. Was sollte fönst M 'die "unheimliche, Äogeljcheuche-. zu allen Jahreszeiten vor seinem Hause, vor wel- ! "i; chem sie kaum im Sommer etwas zu ! schützen Hatte wenn sie nicht schlimmer ZwMfalber dastand?.... s: ,
W. - 2. . !p Um Veit Goelstrupps unsinnig schei-. ii endes Beginnen verständlich zu machen. - müssen wir ein Zreignih' berichten, welMches Monate vorher - stattgefunden, ehe ,, HetK seine Wahrnehmung gemacht. : M Em stiller Frühlingsabend liegt übe, der Lüneburger' Haide. Die schwarz? ' .($, brausen Haidschnuckcn werden den schSfereien zugetrieben, über dem nnabfl jehbaren. welligen Boden liegt ein tief'Q' rother Schein. Die letzten SonnenK strahlen , nrhmen süß 'traurigen Abschied 7 von der Erde. Starker duften die Blumen, über welche die Bienen, schwer be-. i 3$ radinHüt-Bluthenstaub lZinfliegen Der KAbeNdwich streicht durch das Schilf, welches sich da und dort aus dem Sumpfe ' j erhebt. Leise kommt die' Dunkelheit i x heran. Am tiefblauen Himmel glänzt 's' nun der Abendstern und die Mondsichel leuchtet. Jetzt steigen weiße Nebel aus V bem Boden und es 'ist plötzlich empsind- ! , lich kalt gewör'ttn. v Stiller, M irgend , ! n?o anders ist es um Goelstrupps HauS, darin der ewig aufhorchende Geizhals -$::.. eben dem Fenster kauert und starr. nach Hent - Monde : hinaufblickt. Er ' will so viel als möglich von ihm haben. Tiefes Dunkel herrscht j, dem kahlen Zimmer ; feilte gibt es kein Licht hier, man braucht .kein kostbares Oelflämmchen, wenn .der 'Mono am Himmel steht. '.Jetzt schrickt" Goelstrupp zusammen. 'Xt&thott m Geräusch draußen. Eine :'iiifi!!M; - . r ! . . .
'Zcaye rann e ntcyr sein, ,le es vcrurHause waltet denn es siele auch nicht ein ' Brotkrümchen für sie ab., Wer'Alte hat alsb ein Recht, zu zittern ; denn nur ein ' ' Mensch kann da draußen jein, die Men- , ; scheu aber sind seu:e schlimmsten Feinde wenn einer von ihnen zum andereii 'v , ko:mt dann will er etwas von diesem. . Was aber kann man von ihm wollen? Sein Geld und der eS haben wiÜ, . der .hat auch Absichten auf sein Leben, ' denn nur mit 'diesem gibt Goelstrupp ! ZeinGcld her chaZ'kzur Jeder wissen. Mit schlotternden Beinen erhebt er sich und Preßt sein -Gesicht xxn die schmutzige II Fensterscheibe. Hin halberstickter Äm'hschrei .entringt -sich seiner Kehlen Ein !,Vettler steht draußen,'. ein uralter, ,einMaüglge? Mann mit Mrauem, wehenden -lz''Vsrt nd pfahldürren Urmen. Er ist, jWaüm.;t einigen'.Fetzen bekleidet. Er ; macht sich an der Vogelscheuche: zn thun, ','8 diksu Scheusal, idaS trotz Goelsrrupxö Geiz noch iamer .bessere Kleider RshatalS,cr unter öm .Nachtfröste ,be-W-nde Grels. :!?: VebrMesMt desWizhalsesHurcht Ä,Ende'!Mit eine Sprunge ist er an der hü? in ' welch der -schwere '004Miitättt; stür durch den Flur, reißt Ketten :nd Riegel V: dem Thore und' faßt auch schon de Gcmfeligett, den etAten Dieb am-Zlrme. - , '"' ' ; 1 '..,' .' !' 's: Ein leiser lUchiepündder Grüß sinkt. s :, von Toelstruxp knochiger HaMjetrof? serl. mit bl:ttigcr.i A'.llliy zäMdM. 'Er klagt, .er droh Ic das ist fei .Tyd , denn ml: BiitzeßsOleuuberKgtOsels,trup?. !5.5s er zu artigen bt, v&nx '.an ihn äff seiner Gewaltthat mz das llriÄt httngt,öHauA stlnSchäh,., :'ki 'S'1' t!'""": : "" .":iV"' . ' t '' 'fl . . i"1l2 - -1 - ;venuen uns .'tue ZMV .leint itet; ii V rt ' den Weg Zu seikmn Gelde 'sieden. DaHBchkwzlltMklstruxMTjß auf t)e! diesem Medunkeu,uud ÄüjhLLöerWrimm . ''' ; 4fc ',,!':" y, vr.. 5 ':; saßt ,htt 5Nf j f I ' .: T)ep Ättt:r yay cq ;;ixu$tzmm, er hat ,ba;uiWo e benür) er ,HZltßch DchmPfaPV'aür w?MW sie bauluelt und fwvAtt, streckt ihzf,N zweiter Hlag ttlkder. II
, sacht ; Katzen siyd nur dort, wo es Maue .gibt, solche aber hat es hier, niemals geeben, feit Gestrüpps Geiz allein im
.T!eb) Mrräther! Stirbt fischt ihm GoelswlliP zu.. . . DeSBettlers emeS z$t starrt ver glasend" zu ihm auf, s;inc Hand rüttelt nder verfluchten Popaui. dessen hallxn
sterben muß und grausig deutlich klingt . . t.x t: s:Y (S;:. llmme ourtg cic ut. wird mich rächen. Und wenn sie fällt, wirst Du sterben. . Der Geizhals schaudert; sticht über den Mord, den er verübt, nur Über die Prophezeiung, die wie ein giftiger Wurm fortan in seiner Seele nisten wird. Am anderen Morgen zeigt sich eben der Vogelscheuche.eine Stelle am Boden, an rieicher die Erbe dunkler und' lockerer als tinatznmher ist. Veit Goelstrupp . . r 'j. rcii. . r.i"JL. . yat ttotzvem remenioeaurig zu ,ultc , ökA tmm ti VlrmnnS nnran seinem Hause kommt ja Niemand vor- ". . . r- tr bei. der des fremden Bettlers Grab ge 't.-- 2. .i- -; "'' wayrru zvittttr. t Als es nach all Dem Hochsommer ge.worden, bemerkt Goelstrnpp, daß an 'der bewußten Stelle die Kattosfelbüsche weit üppiger stehen, als.ringsum; e, schaudert nicht, e? freut sichrer reicheren Ernte. Eines aber macht ihm nie rastende Sorget dieses Eine ist die Vogelscheuche.' Nnn mitten mir mumm sie (Hoelstruvo so sehr ins Her, geschlossen hat. warum ! ' ' . or, 0 O . ' c -p .ni ms wt.,ü 1 1 ,-wT-- - i - - .i i er sie in gefahrdrohenden stunden feldst miti seinen Armen .stützt,, wcrruM5 er di Stürme haßt üstHtet 'ünVÄm die Erhaltung seiner Vozelschuche betet, wie ein Anderer um fein Leben fleht. . Ein Sahr ist nahezu 'vorübergegangen' seit jentt mordbefleckten Frühting4nacht. Noch'immer steht das Scheusal, nicht' Schnee noch Regen hatten es zermürbt, der Frost es nicht zersplittert, die Stürm: es nicht gebrochen. ' ' Nur eine sichtliche Veränderung ist ' d'amit vorgegangen. Langsam, unvermerkt hat sich das grauliche Gesicht, das früher dem Wege zugekehrt gewesen, nach dem Hause hingewendet. Es schaut nun in Veit Goelstrupps Fenster hinein. Immer sixkit der Geizhals das gräßliche Gestchk vor sich, das dem des Bettler? durch einen seltsamen Umstand recht' ahnlich geworden ist. , Ein Wespennest füllt jetzt die eine Augenhöhle aus, und so ist also auch die haßliche Larve einäugig geworden; Goelstrupp schaudert, yder schreit auch in tollet Wuth auf- wenn sie, , ihn. zwingt, ünab'wehrbar zwingt, nach ihr hlnznzeheik. oft erhebt er die Fäuste, als wolle er sie zerschmettern ; aber er schlagt doch .niemals ach ihr, ganz im Gegentheil Kürzt 'er nach solchen Wuthanfällen zu ihren Füßen hin und umschlingt sie voll sieberhafter Zärtlichkeit und dabei stehen ihm Thränen in den Augen und seine Knie schlottern. ,'. Und emntal einmal ist er bi? zum Sterben erschrocken, denn .die Vogelscheuche wankte trotz aller Stützen vor seinen Augen ,es Hefchah -das au einem stillen, schonen Frühlingstag ; kein Lüftchen regte sich und doch.' und doch wankte die Vogelscheuche. Der Geizbals fah deS Gemordeten Hand jln ihr Titeln; an hungernde. Alles benagende Feldmäuse dachte er nicht. Von' jenem Tag an ging-eS mit Veit Goelstrupps schon seit eiuem Jahze wankender. Gesundheit jäh bergab. .. ' V - Es ist eine mondhelle .Juninacht. Goelstrupp liegt in sieberhafter -Unruhe auf seinem armseligen Velte.. Er trinkt Wasser, viel Vasser, es kostet ja nichts.' Der Durst, dicHitze, die Wirrnisse in seinem Kopfe werden nicht geringer. Angstvoll starrt er nach der vergitterten Fensterlücke. Jetzt fährt er auf, er brüllt, er winselt. Aus der einen Augenbohle Her Vogelscheuche die, ihn eben vorhin noch so todtenhatt angestarrt, glüht ihm jetzt ein Auge entgegen. Die Fetzen an des Popanzes Armei. flattern, winken und jeyt jetzt neigt sich ' die Vogelscheuche vornüber und fallt mit kauter Krachen zu Boden. , , , . . - Veit Goelstrupp, stößt einen gellenden Schrei aus,- der in einem Stöhnen endet t dann sinkt er, vom Schlag gerührt, zn rück...,. ' ' ' Äm röchsten Tage freut sich Goels trupps Nachbar darüber,"daß der Popanz endlich gesalleu,lst;a erihn näheren, tersucht. siebt er, dan die Stange, ie ihn trüg, unten frisch abgenagt ist und daß ein Jöbanltiswörmchen aus , der" leer?n Jlitgenhöhle Kriecht. Tage hernach erst weiß man, daß der Genyals gestorben . ist. Sein Haus wurde später feilgeboten, doch wolltees. keiner an sich bringen. denn,, man hatte auch des BettlecS G.rav .entdeckt So siel tenn das Haus lang, sam' der Zerstörung anheim,' die Wetter und Wind darüber verübte und nach Jahren standen nur noch seine Haupt-, mauern da -Das Dach war eingestürzt und alles Holzwerk vermodert ; die Sonne ; schaute in alle Winkel und der Rege näßte die Verfaulten Dielen ; der Wind i trug Erdreich herzu und von irgend wo'her käm Samens welcher keimkk und sprießke . und fröhlich aufging. Wozu ? Für wen? .i , - Wenn.Beit G oelirupps, Seele zurückzukehren''vermochte, dann hat sie gewiß dikterelittenhenn es herrschte jetzt an dem Orte) an welchem früher mit Allem gespart worden war, die, unsinnigste Ber! schmendug. ' v, , , . Es war, als wolle die allgütige.Mut; ter Natur die letzte Erinnerung 'an die Verirrungen und Untbaten eines ihrer Söe.. vttwischenF' So viel .blühende Pracht, so, reich xulsirendes Leben .hatte sie um. die Trümmer dieses gemiehenen Hauseö entstehett lasseU- und wie Verktanmg, jeden Winkel durch sättigend, l-az darüber liebet, goldeer Sonneuseln. i ' i, i, m ' i;- n 'i : m"; .. 3 struc ti o ii st u nbe. Sergeant: Wenn Sie V? tnii Ihrer Äraut ijn Restaurant sitzen, MÄer, . wa 'elle Plätze bezetzt Und und ich komme W mit ,tt,ckneh Braut hlnein, ittechÄSie'dÄ?
verheschrlebene Hönneürl" ScrgeanN 'Erwerbnnett für seine Gallerie Wt groUlisinn! Dautt mzchen Sie,r daß Sie ßeu Zisferll zu operiren Wwirdibei-
l: inaus kommen k ' Ja's bttlig sie MstDn. ,P.:p. i 'hkauUe lGeld,ch'will mir : .""ir.n.... rnust ...r.fs
MS UHU .zum- nzav!cuvuu urnwuti i-o--7V 7 . k'lti',uuul umu,. it iuu in' r,,,f k.,1N,n r Sn . rnitct - . rü.tvmn D!k gemezen wn, als die AblnunädleseS mal fein beräusl D
denw!ghn?c Satt 3i;SurJ?M iikoÄ Sämmtl IfttiWl tmmMiiSM geh' leon Ulf hatte dieseS,Btld, das er, dm hier haben mir aus Dankbarkeit, weil ich i Vornoeehendew, Stehenbleiben jili:
' ;-'1 :,: ' v::":..,. - : :v ;" ; i innviusi jus iuuv Psttno gerattsr. , ) cie jni ?tnzug zum Pkenk gemaryl : - i , y; : ',.
'm-ßM ÄSRSiMiäMilf f? ''"!ä;i' : ': !;''; : ; ? 1 5'!:'V.'V!:!i-r::';i!'::" äi ' :. ; ; V ; :' , l ;' 8 ; "i; ' ':: ; ' ''0. ' : ' ; . , : . . '"' 4 :" "'. ; ' ' ' ,. ' -' - : ' -; ; : :", ' '; v y:f ;':v' ' J V ' ;: ' ' f V : f. ? - ' fl .' ', ' ' ' : 1 ' ' 1 ' " ''' '' ' '' ":' .,iV.fi,,-;:!i ,:.,h . .fi.. t- ji,:.,," .h'iM;;'' ;ii'';!i!i';!".ifs'i l'l.'5'"!!;ji": ' . , - j-, : . Ifj " . . .. .
Die ttnnft dyK SÄauspielerSi
, . ' ' 1: 7 i Coquelin, bcx berühmte . französische Schauspieler, hat sich jüngst in der Jll. Revue" -über Die , Kuust, des 'Schauz fvielers" nusaesprochen und kommt dabei lauf den Naturalismus in der Schaui , !-i t . r 1t zplcterrunn. oer slly aus oer zuyne leioer in der verschiedensten Weise breit macht, zunächst im sogenannten .natürlichen Sprechen. 'Coquelin. hat da wieder eilten sehr hübschen Sinnspruch : .Das Artikuliren, deutlich Sprechen ist die Hoflichkeit des Schauspie!ers,wie dieHünktllch? .keit die der Könige".' Und er begründet den Gedanken auch... .Neden 'Sie mir nicht vonder Natürlichkeit. derer,, welche i r ..: - l. f....nt rif.fii':t ifi-.. deutlich zu sprechen für überflüssig halten. .welche vor den Zuschauernwie bei Tische r ' r " t " . Jt. -t ss . sprechen, sich unterbrechen, sich verbessern. sich wiederholen, ihre Worte wie einen, Cigakrenstummel kauen. , . Das Theater ist kein Salon. Man spricht nicht zu fünfzehnhundert Zuschauern in einem Theatersaale wie an der' 'Ecke seines Kamins. Wenn man seine Stimme nicht erhöht, hört man eittsn nicht; wenn man nicht deutlich spricht, wirb man nicht verstanden." Ein Schauspieler tonne sich durch das leidige vcqturllchiprechen kein Wort höher als. das andere. Ver-t.i-L CX"r i . . t schlucken der letzten Worte, abkürzen, wiederholen u. f. w.) einen gewissen Ruf machen, aber wenn das Stück mehr interessire, als er, so könne es ihm übel ergehen. Er sei überdies zum Spielen der Eintagsstücke verdammt, im Gegensatze zu denen des guten Nepertojrs! EZ gibt keine Kunst ohne, Stil." ; ,V Gegen Ende seines AussatzH. macht Coquelin die sehr weise Bemerkung: Es ist dieses Schaffen lebender Typen, welches ans der dramatischen Kunst die menschliche Kunst' in hervorragendem ' , r, . 'i. ' - f r ternne, aus vem yealer oas ausgeucyteste Vergnügen macht, dasfenige, welches die Massen am mächtigsten erschüttert, welches' den Feinschmeckern die köstlichsten Genusse gewährt. Und diese drat'r' tt " ?fl" ' iti f"ii matlzche Kunst 'mun meinem Gefühl nach, eine Kunst bleiben, d. h. defl Ausdruck der Wahrheit mit dem Duft der Poesie, mit dem Vorgefühl des Pcals verbinden, und eben darum erscheint 'mir der Naturalismus auf dem Theater 'als tm Irrthum, s Utbngens wm daS Puh likum auch qar keinen Naturalismus.Es witd stch immer gegen die grelle Wlrkllchrelt, - gegen dre tchmutzige Vaylichkcit sträuben. Selbst bei den schlechten oder gemeinen Persönlichkeiten will es einen Funken von Kunst...." Wäs sei denn überhaupt das Natürliche in der Kunst? . Der Begriff werde verschieden gefaßt. t nach den Zeiten und Wandern. Garrick habe die franzosischen Schau? spieler nicht natttrajistlsch genug .gefnu-, den. Talma führte die Natürlichkeit" in d je , Tragödie ein; das sei 'das Geheimniß seines Erfolges gewesen aber sei das die Natürlichkeit jcr heutlgktt Naturalisten gewesen? Gewiß nicht. Jrving sei ein geistiger Nachfolger Garricks, und doch fänden nun wieder die Franzosen, daß er nicht natürlich ge-. Uug sei. . " - Der Versasser führt diesen Gedanken, in interessanter Wlse durch wobei daS larmoyante Naturell, der Deutschen" mit ihren philosophischen Afsectationen" allerdings nicht ant wegkömmt und mit dem-Naturell DiderotS" . und dem derempsindsainen, französischen Schule, am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts verglichen wird. Zum Schluß ein paar Eoquelin-Anekdoten, welche den .Naturalismus auf.der Bühne mit ihrer eigen? artigen vergrößernden Optik nd dem von unten, statt, von oben, kommenden' Licht vielleicht besser kennzeichnen, . als' eine lange theoretische Abhandlung. EineR Abends hat unser Schauspieler -in einem Pröoinzialtheater den Annibal in der Auaicr'schen Aventuriere zu spielen. Er hatte die Nacht im Eisenbabnwagen ' r " t " -mr ' i veroracur, oenag uvergeprovtuno einen ermüdenden Ausflug gemacht, kurzum, er war müde, und, da er am Schlüsse des zweiten Akts den Trunkenen zu spielen und einzuschlafen hatte, so schlief er und er schämt sich dessen noch heute " if l? s' r ' Tn , r l. kbatiScklick ein. Die &tilt sän tan? j darauf, daß er ohtte Wahrheit'gcschnarcht und Übertrieben habe, kurzum, daß er' nicht natürlich gewesen sei. . Die andere Geschichte ist fast noch.lehrrclcher, die des Marktschreiers und des Bauern. DerGauklcr ahmt das Quiekendes Meerschweinchens nachMd man klatscht ihm Beifall" Der Bauer will es besser ma- ' chkn, nimmt n Achtes Meerschwclnchcirv ' - i, ? cr r '.f: c . i ' unrer eme Ztouse uno rneisl es yelmtlcy. Es schreit, aber nkan zischt den Bauer aus. z,Das kommt ' daher", schreibt Coquelin,Zdaß sich diese Begebenheit auf den Brettern zutrug ..Das Schwein-, chen 'schrie zweifellos sehr gut, aber es' schrie ohne Kunst. Und das ist der Irrthum des Naturalismus: er will immer die Schweinchen schreien lassend ist. Berühmte Bilder ud ihre Preise. Daily Graphic" in London berichtet: Lord Dudley. der sich schon wie-; derh'olt als sindiger Geschäftsmann ' ermiesen hat, indem er vor beiläusig fünf' Jahren der deutschen Regierung seinen Fra Angelico für 10.000 Pfund und sodann deut Herzoge von Anmale Naphaels Drei Gruzien" für 25,000. P fundierkaufte, tsat soeben 'wieder ein hübsches Sümmchen in's Trockene gebrächt. TurnerS .Canal Grande" ging nämlich für 20.000 aUs semem Besitz in jenen'. des Mr. Vanderbilt ,über. Turner selbst ' hatte dieses Vildim Jahre iSoo . für MO Psund an Mr. Gambert vtrkaust, d es Deinerseits an Mr.S.'Mendel weiter gab. Als ie Gallerie des letzt- , genannten Herrn 'unter .beu Hämmer kam. , erstand der verstorbene Lord Dudley das Bild' fun,800S Pfund." 'Der Sohn deS alten'Herrn hat also wirklich
tut nii,., röa0fHir' Möller: Das Epiderbilt ist übrigensÄewobttr: bei den
Zp:e.swe,ie vcrnchert, dazz er der Köniain w.tt.-: :.crn. r:.. . . ! I. iktoria fürMetssonkirs DieStreitet? ' jeii uns mraulichem Wege :iÖ0,00X 9fn ßthfsfeu hcihr itnh rnXitf,rrti..Si
Ve! dZelerGeleaenbeik wird ed vielleicht
inlereznren, me exorollamen Pc im ..L.i.-tr?l-.-- l .'...... mlf- -. getrieben würde, ist bekannt. Die Na, tionabGallene in London zahlte für Iiqphaet Madonna aus dem 'Haufe Atdobrandini 70,000 Psund. Die stan zosische Negierung erwarb den MutlÜo des Marschalls Soult um 33,400 Pfund für die Louore-Gallerie, und Mr. Wanamaker' von Philadelphia zahlte für Munkaczys Cbristüs vor Pilatus" vor 3 Jahren 20,000 Pfund. Albrecht Dürers Porträt von Holn'chuher . vom Jahre 1520 brachte in Deutschland einen ähnlichen Betrag einj und sür Zcaphäels Madonna mit dem Leuchter' wurden im Jahre 1870 20.473 Pfund gez ia,65 Pfund iiud vom Herzog von .Marlboroügh daß Porträt , Karls I. von Ban Dyck für 17,500 Psund. 'an Dyck hatte für dieses Bild seinerzeit 200 Pfund gefordert, aber nur 100 erhalten. Mr. Thwaites zahlte für Reynolds .Die Geschwister Waldegrave" 13,500 Pfund, der verstorbene Mr. Stewart, der ManufacturwaarenkKönig von New York, sür Meissoniers .1807" 12,000 Pfund.' ein anderer Amerikaner sm Peter des. Hovehs' Interieur" 11.040 s. m w t JT Psund. mlahre 187ü vracyle zalns: borottahS"..Herlöain von Devonshire" 10,600 Psnnd nachdem Mr.. Ellis, der bekannte Sammler für dieses Bild, 3 Pjimd gezahlt hatte. Lord Rothschild 'erstand Aouchers ..Frauv. Pompadour" I ,ur 2t).3vs Psund, und e,n veui,uzer Sammler Gainöboroughs Mrsx H,b bett" für 10,VU0 Psund. ' . ' . m' " Numänlsche Näuverromantlk. I' In dem von der Donau- bespülten Landstrich der Dobrudscha, zwischen den Städten Tulcea und ivcacin, treibt so schreibt man aus Stnmänien seit mehr denn zwei Jahren ein Räuber Namens St. LeczlnSkl in emer Wee seln Unwesen, daß mau ihn mit , Fug mit berühmten Räubern wie 3ioSza Sandor u. A. verqleichen kann. Leczinski ist vön sel tener Unerschrockenheit und greift oft aus zeyn bis zwölf Personen bestehende Reiserarawanen ganz allein an. eine Waste, von der er nur im Falle der Nothwehr, d. h. wenn er Gefahr für sein Leben sieht, Gebrauch macht, ist t,n kurzer Hln kerlader, den er. für aewohnlichmter sei nein, Bauernrock 'verborgen .halt. Er ruft seiuenOpfern gewöhnlich von einem Hüael herab ans aerinaer Entfernnna zu sie sollten Alles, was sie an Geld oder Geldeswerth besitzen, auf einen Hau sen legen und dann friedlich ihres Wege; zichen, eine Aufforderung, der gewöhnlich Folge geleistet wird, weil Leczinski, der als vorzüglicher Schütze bekannt ist, hiert.irn.. trr.if.- r.t o-i.. n.tiv oei jeui veioeyr ?cqen iu$i. $m ayrc 1883, es mag im' Juli gewesen sein war ich' gerade in Tulcea-, als der Räuber in der-Nahe der Stadt aur drer woylbe wafsnete Reisende gestoßen war. Einer derselben, ein gewisser. Pappadat, ein junger Kaufmann aus Tülcealegte, als n ' '. t c . . r . . rt - eczlnslt oit neliegklkuiaiall.annet, aus ihn an, sank aber tm jelben Anqenvlkck von' der Kugel des Banditen ins Herz getrotten todt zu Boden. Der Räuber hat im vorigen Jahre den Befehl" ertheilt, daß Niemand es wagen möge, eine Reise in seinem Bezirke" zn unternehmen, der nicht das .ihm nöthige" Reisegeld mitführe. Im Verkehre mtt fernen .Clienten- entwickelt er, wenn'sie sich nicht widerspenstig zeigen, viel Humor und. zeigt auch e:n gutes Herz, da er viele Arme relchuch beschenkt. Die Behörde von Tulcea hatte ihn schon einmal in, wie es schien, sicherem G wahrsam und liez; thu, nachdem sie ihn durch Aushungern gefügig gemacht, phor tographiren. Leczinski lächelte. 'dabei verächtlich, und kurze Zeit darauf blieb das Gefängniß von Tulcea. im Besitze der Photographie das Original war - 'L ' " rf- . - i wreoer ausgenogen. cb havedaSÄllös niß dieses Räubers in Händen 'gehabt, seine Züge- haben Nichts Besonderes, er siehv wie ein verschlagener rumänischer Bauer aus,, ein gewöbnliches'von Voll-, bart Umrahmtes Gesicht, aus dem listige Augen hervorleuchten. Die rumänische Regiernng sandte im voriaen Jahre eine große Abtheilung Militär, zur Einbrin--gung eczmsils av. , ' , . . Da aber die Tnwven aewöbnlick unier Hörnerklang und Tronimetschlag die Spur des NanberS verfolgten, so konnte tix. '-I-f . ? j.r; ? c . 1 1 jiuj ik! stv gcmucyucy rn oie ocytuplwinke! jener sumpfreichen Geaend zurückziehen. "Das stinfangen des Räubers ist auch deshalb schmierig,, weil die Bauern jener-, Gegend theils aus Furcht, vor der Rache des Uebelthätcrs, theils aus Aberglauben,' .weil, sie ihn im Besitze gegen Tod schüßendcn Talismans glauben, endlich auch weil sie auch von ihm beschenkt werden, ihre Mithilse versagen. Wird es Mzinski in seinem Reiche in einto: uig, so begiebt er sich nach Galatz oder Braila n Besuch. Dort siedet er in j.;uf. -...i.- err den SchaNken guten Wein, den er ant tl.i-f.1t. m " (Isis r t bezahlt. Beim Abschiede aiebt er sich gewöhnlich zu erkennen. Nach der bisherigen. Er solglosigkeit der Bemühungen der. Behörde zu schließen, wird es kaum so bald gelingen, des Uebellhäters habKäft zu werden, der nach feinem, AnfentJalte im Gefängniß von Tulcea,' wo er, wie landesüblich, mehr Prügel als Esten bekam., . sehr ' vorsichtig ' geworden ist. Manchmal verschwindet er für die Dauer von- einigen Monaten - vom. Schauplatz seiner Thätigkeit 'eS hcißk, er begebe. sich dann auf Erholungsreisen nach Bessara? bien oder, nach Konstantinopcl. - 4 ' ..- - - , , . , . - " " " ' Lebensweisheit. Wenn die Freunde Gutes von Dir sagen, ,,ILird' wohl Mancher:.. Dars inan'S . . ' . ; . glauben ?" fragen ; ttöer lästert Di ch der Fei nd e Schaar: ": Fragt kaum Wer j Mst es enn auch wahr? .
nett zu lernen, zn denen elmge oeruymt Bilder ihreZ Besitzer wechselten) Die Ziffer. :n der MiUets .Anaelus empor
Verner erwarb die Nattynalgauerie. ra. London 1357 vom Grafen Pijani Paolo Veroneses Fainili des DariüL" lür
K. inel le Dankbarkeit. ue o1 r,onen iim die
Die Kaiserin Augustii
JciH, art bic, Ißerb teilst S erben rnif cinH gerechnet, vierzehn große Dekorationen, sie 'meisten, in Brillanten. Die Kette vom Schwarzen Adler - Orden 'geht an das Kapitel zurück mit der eingravirten Inschrift, haß die Kaiserin Augusta die,etve vom is. ctover 1801 an getragen hatte. Desgleichen besaßwie die Post" berichtet, die ' Kaiserin die' einzig tu stehende Dekoration des Schwanen - Ordens: diese batte König Friedrich WilHelm VI. bet der Wiederbelebung des Ordens als Geschmeide ' für seine Ge.x&r: ß2..:iL 'fcr:. t'iV 't. ....,.. myuu jvumijin, jujaocin anserllgen lassen und dabei, bestimmt, daü iedesmal die Gemahlin - des Königs es trage. Clf.3. Cl. st;.?j, . U ' j f.. f-9P r' .f ui vrm en?e ,oer ,onigtn Slaven) ging , die Kette in den . der Kaiserin Angu,,a', udcr. 'Vteorm der Kette ,st ganz in den christlichen Symbolen des. Mittelalters gehalten. Die Kette besteht aus achtzehn GlichM, jedes in der Form eines Geißel Instruments, zwei gegenüberstehenden .Sagen, , zwischen denen ftch ein rothes, 'von, dielen eingezwängtes Herz 'besindet, das Neue und Buöe bedeuten soll. Als Kniettück besind et- sich daran, das Bild der beiliaen Jungfrau. Unter diesem ''hängt , das eigenttlche Otdens-Symbol, ern Schwan als Symbol der Ukeinbeit , des Leriiens ebenso wie die an demselben angebrachte weiße, unbefleckte Taube ebenfalls ein lnndtw der vttluhelt des Herzens dar stellen soll. Die Glieder an dieser Kett sind von Gold, die Henen von Nubiuene das Bild der Mutter Gottes von Dia ,,, manten, ebenso der Schwan und di Taube. . -" Interessant mochte die Thatsache fein. daß , noch eine- echte Ordenskette' des Schwanenordens eristirt. Sie rührt aus dem Domschatze in Basel her.dem si? wahrscheinlich dnrch den Büraermeister Noth, der Nitter des SchkvanenördenS wär. vermacht worden ist. Aus einer Auktion erstand sie der damalige Bundes tagsgesandte von Nagler, der sie dem damatlgen Kronxrlngen Frredrlch Wilhelm als Geschenk verehrte. In dem Kröntresor soll sich- ebenfalls ein Exemplar besinden. Od' es die erwähnte Oriainalkette ist oder - eine Kopie derselben. entzieht sich unserer Kenntniß: clch' mi:l n.t..M.r.r.i.!u w:- :r 5.. ct:'. ciiiiijc ciiumit jci in vic . jvuiC(iu ugusta gewesen, dilrfte, vielleicht Wenigen bekannt sein. Zu Lebzeiten Kaiser WilHelm's waren ihr von dem Gänahle die Zeitungen gleichsam als ein Decernat zugewiesen,da der Kaisex nicht Zeit hatte, sich eingehend mit ZeituNgslekture zu befassen, und sich daher auf. die Zeirnngsansschuitteaus demMinisterium beschränken, mußte. . Aber die Kaiserin, las für den Gemahl die Zeitungen aller Parteistellüngeninläudzsche wie ausländische, und machte ihn wenn er Vormittags zu ihl kam, auf Wichtiges und nteressantes aufmerksam. .Besonder!' Aufmerksamkeit widmete die Kaiserin deil Berliuer Lofalnachrichten, um sich über alles, was in der Hauptstadt vorging.' auf dem Laufenden zu erhalten. ' Besonders lag ihr das Asyl für Obdachlofe'am Herzen. Noch am Freitag Abend vor ihrem Tode ließ sie sich wieder den Lokalbericht vorle-' sfjt und fragte dann, ob keine Notiz über das Asyl und die Zahl derer, die, dort Obdachgefundcn,inderZeitNng stehe. Die Vorleserin suchte vergebens. Schade," sagte sie, ,'ich bin nicht zufrieden, weun ich nicht weiß'daß dort recht viele ein Unterkommen .gefunden haben. . Es bedrückt Mich förmlich." Doch) dach; Ew. Majestät," sagte plötzlich die Vorleserin.. Hier sinde ich die Notiz." Sie las diese.' Die Zahl derer, die das Asyl aufgenommen hatte,' war beträcht.lich.' Da athmete die Aaijerin wie. erleichtert aufs über ihre Züge ging ein Ausdruck unendlicher Zufriedenheit, und von Ehrest , Lippen kamen die Worte: Wie gnt ist das ! Nim 1 werde auch ich dieser Nacht ruhig schlafen!" Cln interessanter Proeest. Die Komiker., der Pryvinzialbühnen besitzen das Privilegium, bei ihren. Meckamcn durch die Einwendungen des guten Geschmackes nicht gestört werden zu dürfen; ahcr auch nzr Persuch der Polizei, solchen Man! festen. von Lieblingen der Galerie den Stemveles 'gr0' den Unfugs" aufzudrücken' ist durch gerichtliche'. Entscheidung zurückgewiezen worden, r, Am 23. August x I. wurde von der danziger Polizei ein Plarat pon den' dortigen Anschlagsäulen entseryt, durch welches ein Komiker des Wilhelmtheatcrs zu seinem Benesiz in folgender Form einlud : A , . , -Steckbrieflich w'rd jeder Freund und Bekannte verfolgt,' der nicht ' am Sdnn;, abend, den 24. August 1889, zum Abschieds:Benesiz für den Unioersal:Humoristen im Wilyelmtheater erscheint. -' ' Vatermörder, Frack und weiße Weste ist nicht nöthig. '. f . Todtlachen wird sich jeder, der kommt. SO0,Mark will ich garnicht einnehmen ;' aber , eine , arvße i Freude würde eS für ;i. mich fein., wenn'. sich alle Freunde und Bekannte daran bcthemgten ' und sich ff f '. .. . . f .. a'ir :r. . schon vorher Billets kauften. Um vielfaches Beileid bittet ? - . -. Marios, Kömikcr.'Z v Der 'Pächter der Anschlagssäulen übernahm die Vertretung der Verossentlichung, erhielt zunächst ein Strafmanbat in Höhe rIn drei Mark und. da er dem gegenüber auf gerichtliche Zntscheidung antrug,'? eine Anklage wegen gro?, den Unfugs. Gegen oas freisprechende Urtheil des 7SchSstengerichts ' hatte die Amtsauwalischaft Berufung, eingelegt, welche nach estsgehender Verufu die dauziger Stta skammer verworseii ' hat, da der Gerichtshof erklärte,, eine Handluug' sei nür dann 'als grober Unsug zu bezeichnen, wenn durch dieselbe das Pub; likumHefaMftpbUn ulttgebuhrlicher" Weise belästigt werdet ' Dieses ' treffe ' jedoch h ier nicht' zu, denn jeder-, der ; das Placat gelsauer ' angescheil hätte, i würde wahrscheinlich lachend" weiter aeaanaen .e , . f.. j: 'wt.ti;-A-v :si i.zein. iuu; in cm unijinnce, caij um
- nV!4;; bauten ver,ammerr uno die Paliaae' ae-
1 1 Eine rührende Episode aus der Kranklieltsaeschlchtedes kleinen Könias von Svanien wird im Zviaaro er:äblt. Am drftten Tage nach der großen Krise, als die Aerzte am Lager des Kranken Eonsilum hielten, erhob sich der klcme König - es war Uhr-Morgens in seinem Beuchen und verlangte sein Spieleua. ?!un fehlten aber einige der besten Stücke .. l '-- cr... imo vas war v gciomincu; vu jjjrcikönigstage ist eS Sitte, daß die Reichen den Armen .Geschenke schicken, und deson? ders die KönigitttNegentin befolgt diesen frommen Brauch' mit großer Freigebigrett. Auch dresmal hatte neciesenkorbe voll Gefchenke aller Art durch ihre Pa.fli1.,' :.. ;fLCj.'t' e :!..- .t . tasivamen ru ole?trmeiiuarilere oerViaor senden lassen. In einir' bescheidenen Behausung hatten die "Sendboten der Königin manchen guten Leckerblllen gelassen und wollten sich eben entfernen, als das kleinste der Kinder, ein etwa vnrfähriger' Junge, ' trotzig rfcf : Und mir schickt die Köniqin kein Spielieua!" Die Sache war bei Hof getreulich erzählt -wj..,äu.w .k,se.:.. c ir-i?Li..r l-jtil.. wviviH uiiü 'jtoniijui ,vjüujuic cHuianm dem Spielzeugschranke ihres' Söhnchens sofort einige der ' Stücke und schickte sie dem kleinen Bettlerjungen. .Ws nun der kranke Körua sein SvleUeua verlangte und über dieses Wledererwachen der Lebensluft Alles froh ausjäuchzte. l. : , : s. s s . r. icjj r im gann ,ionigsaiajle, oaß sei der Lohn sür die herzinnige Wohlthattgreit der Königin, die den Wunsch eines armen fremden Kindes sofort "erfüllt hatte. W " Im Uebrigen gilt der junge König in Madrid als ein gutmüthiges, wenn auch zuweilen etwas eigensinniges Kind. In gesunden Tagen mußte der kleine Alftso stets' zn derselben frühen Stunde anfstchen und sofort eur kaltes Bad nehmen. Gegen das Baden aber zeigte der kleine König ost dielelöe Abneiauuq. diea auch andern Kindern gegej die Berührung mit . t. .. . i .r t ' . auzu rattem Wasser lnnezuwoynenpslegr, und in dieser Abneigung kam der unbändige Hang' der in dem Kleinen steckt, ost ziemlich rebellisch zümz Ausdruck. Eines MorgelkV weigerte sich Alfons XIII. wieder, sein Bad zu nehmen, und wollte das Bett nicht verlassen. Als fder Mutter davon Mclduna aemacht worden, sagte sie sanft, aber fcst Du mußt baden, Bubi!" Der kleine Alfons antwortete nicht, aber er rührte sich nicht in seinem Äettcheu, Wi? werdeu ja .sehen," fuchr die Königin fort, wirst Du auch nicht baden, wenn ich H Dir befehle?" Wieder feine Antwort. Gut, ich will Dir nicht befehlen, aber ich gehe jetzt in mein Zimmer, um zn weinen über Deinen Ungehorsam!" Sofort sprang das Kind aus dein Bette und rief: Nein, nicht gehen, mcht wernen, Mammiia ! " und ließ sich gehörfam in's Bad führen. , ' Einmal war ,dem ' kleinen König bei einer Spazierfahrt unter den vielen trauenklndcrn, .die lelnem Waacu be ständig nachzulaufen pflegten, ein kleines lahmes Mädchen' aufgefallen, das ,de1n Waaen nicht so rasch, wie die anderen. zu folgen verinochte. sofort wandte er r. f. r , . . ft sich an seine neben ihm sitzend, Gouverl nantc, Sennora Tacon, und machte sie auf das arme Kmd aufmerksam. Sen nora Tacon ließ den Wagen aNbald hal ten, rief die kleine Lahwe heran und schenkte ihr etwas. - Als der König bald darauf mit seiner Mutter beim Frühstück Pf'?. ' f - t l . 4.- f-?'l - BWl ai, ane er oes iterncn taymen minochens immer noch nicht vergessen und fragte, plötzlich : Ob die kleine Lahme jeozUa) jetzt auch frühstückt, Mama?" Gewid', mein Kind, aber jedenfalls Nicht so aut wie Du, mein Kmd. Die armen Kinder essen nur.Brot zum Früh stück," antwortete die Königin. Ein Weilchen dachte der König nach. Weißt Du, Mama, ich will der Eozita etwas mltbnnaen, etwas ußes, wte das da " dabei zeigte er aufweine Schüszel mit Eönfect. Aber ich darf ja nicht so befehlen, wie Du, Mama" ZDie Königin fagte darauf: In diesem Falle will ich Drr erlauben, gerade so zu befehlen, wie ich es thue." Der Konig blieb still, aber 'r-, V-JC. !li.-a 'l'il 3ftt als er yiacgimnaqs mir elner Gouver nante einen Spazter'gana machen sollte. rief er streng: Vergiß auch nicht das ' v in , . WUlZe. as tousr ')n muneymeu sur die intar . -. ': ' - : . Die Geschichte eines Wechsels. -'' Bei einem Wiener Bankinstitut wurde vor. einigen Tagen von einer Dame ein Wechsel auf den' Betrag von, 250.000 Francs präsentirt, für richtig' hef UNden und ausbezahlt. Ueber bit Vorgeschichte dieses Viertel-MillionemCheckS erzahlt daß Neue Wiener Sägeblatt folgende Geschichte: Ein junger mMerjähriger v'' r- , . , c n' . Acann, rager. eines , glanenoen camens, erbte von seiner Großmutter fünf zehn Millionen, 'Francs, welche sein Vater vermalten sollte, wahrend der iunqe Erbe .selbst bis zu ferner Gron jährigkeit Zährlich : 200,0. 0 Francs zu verleben haben wollte. Bald ' traten die Gefahren und Lockungen des glanzenden rr - , t (V "!t! - rt -i Paris, wo Zty cic ainuie zur aup i et t I ii i r c u g t c i iic r t f dt c fl e n g o r rn c u an den jnngen Millionenerben heran! Eine schöne, kzoldhaarige Engländerin, welche den pariser ! Myndains die Köpfe verdrehte, warf ihre Petze nach dem jun-. gen Cavalier aus, der nch rasch genug in denselben sing und lustig genug darinnen zappelte. Der junge Mann gab ziemlich vie,l Geld US und feine Familie fand eS für turathen. einen jähm Abbruch der Beziehungen zwischen, ihm und der- Englanderm heroelzufuyreir, .und ' zu veranlassen, daß ? man ' ihn zur Aboienung seines Frciwilligtnjahres in eine entfernte Garnison schickte. Aber das ging nicht so leicht von Statten,'' als man geglaubt fe a t c. SS c i b et I i c b liu rn c t 1 1 bid Enaländerin es anstellte - That lache ist: das; sie' von ihrem'ZtttterKWichsel.' t''.! .Jt. ... r ' . rr ' ' mir oic jtieinigicu o ii suns yjii u lone ti grancslautend, alsAöstndungsflMme" erhiel t. 0 fM; . .v 00;t -. Die schone Miij hatte es'1:un sehr eilig, ihren Schatz zu Geld zu machen, und versprach einer in Paris wohnenden sterrelcischen Dame'eIne W lertellÄillion Francs,' wenn'es ihr'gelanLe, die Wechsel esconiptiren zu lassen. Da die parisetzWMererzaöetz,V0ffßdem nichts wissen wollten reiste die Agenkin t . t "i'f't 'rr x. c ' :!:: fii.:.s 1 - i rjV? sofort nach London, gründete mit. Hilf ii:'hl::!'!Pii:: Älll
Vom spanischen KönigSkinde.
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dortiger Wucherer eine ArtSundikat, welches die Summe von fünf, Millionen aufbrachte und zwei Delegirte räch Pa ris entsandte, um die Sache zu xrilsen. D!e klugen Engländer prüftrn aber zn gewissenhaft ,h!e Familie erhielt Wind daron nnd setzte. sich mit der Polizei in Verbindung, welcher es auch bald gelang, die Spurender Affaire bis auf ibre Entstehuna urück blssnilcaen.
Zuerst wurde man der Agentin'habhast ...V. ' -t. ar... .-- ? i j .' j. : uuy vpi igr funzzigiaueuo ' Francs, wenn Pe das Gezchäst zum Schertertt' bringe. Die schlaue. Dame hatte für, dieses Angebot fcdoch nur ein Lächeln, sie verler i,dj auf ihren Schern und begehrte die Auszahlung der vollen Provision von ' zwfvw Francs, zahlbar in Wien", ivie sie ausdrücklich bemerkte. Der Vater des Kavaliers Muzzte' sich schließlich 111 TClTIT TlTtitT.i. ovTfaf., XL .n. 0 V. ,., üHtuw W IVUlll, IHU ciAiJ.J: ': n . P mvycu -üsutytrcr rciii unverrtcyrcier Sache nach London :urück. der iuuae Mann wurde unter Euratel gestellt, die schöne Engländerin reiste nach Monaco und die pfissige Agentin nach Wien, um hier das Geld zu erheben. Sse war m der That die Einzige, der das,Geschafl, gelang. Gegen den Duett-Unfug. i . Im Ncichsfreund" lesen wir: Gerade vor einem Jahre haben wir in zwei Nummern des Ncichsfrcunds" in Anlaß eines vorgekommenen' Falls die Frage irörtcrt. .wie dem Duell'Unfug zu steuern sei. , Wir kamen zu dem Ergebniß, in Deutschland sei das Duett bei den Ofsicieren durch ähnliche Kriegsartikel auszurottenMie lSi1) in England. Dort wurde auf Anlaß des Prinzen. Albert den Kriegsartikeln ein Zusatz gegeben, daü es eineZ t?renmanneS iei fifhftri Beleidigungen zn entschuldigen, und bereit zu erklären, begangenes Unrecht wiedergutzumachen," . , , daß anderseits aber dem gekränkten , Theil gezieme, füz das iym wicdererfahrene llurecht oZsen und herzlich' Erklärung und Entschuldigung anzuzzehmen. t Dieser Zusatz in den Kriegsartikeln, neö:n welchem die Duellstrajen sottöestanden, machte das Ofstziers-Duett unmöglich und damit verschwand auch daS Duell in allen andern Kreisen. In Deutschland nimmt das Duell in der That von Jahr zu Jahr überHand es beginnt schon in der sogenannten guten Gesellschaft" stch Dank dun Jlt feröeofstcicrS-Ton", derart einzubürgern, daß sich, zuweilen Staatsanwalte, Nichter, . Rechtsanwalle schon Forderungen zum Äiell senden, wenn sie amtlich aneinder gerathen. Wir kommen darauf zurück: rotte man eS bei den Ofsicieren aus und eS wird schnell, selbst beladen Silldenlcn, verschwinden, bei deyen für die Herren Eltern nachgerade 'das Leben in den Wasfenvcrbindnngen zu kostspieltg wird. Wie vor bald 00 Jahren die Hohenzollern das Duell auszurotten verstanden. beweist ein im! vorliegendes Duell -Mandat König Friedrich Wilhelms l. vom 28.' Juni 1713 in Erneuerung einrS nnter dem 0. Juni 1L68 ergangenen. Der Einoaich dieses Tuellmandais lautet: 'Nachdem der große und msnnigfaltige Schaden der Duelle bemerkt morden, wird Folgendes festgefetzt: Art.1. Jeder muß dem Andern die gebührende Achtung erweisen und ihn Nicht vorsätzlich' beleibigeU. " Art. 2. Wer beleidig? zu sein glaubt, darf stch nicht eigenmächtig rächen. Art. 3. Doch steht es Jedem freisich zu wehren, wenn er angegriffen wird. Art . . 4. Kein Kriegs- oder Civil bedienter und kein Student :e, sott Jemand Lcraussordern oocr 'eine Forderung annehmen, sondern bei der gehörigm Obrigkeit Beistand und Genngthttung suchen. ' , Die .solgendcn Artikel enthalten sehr schwere Strafandrohungen: "1 Wer Jemand heraussoldert. und es findet einDuell statt, wird abgesetzt und muß Geldstrafe an ,mi!de Stiftungen zahlen und drei Jahre sitzen. ' Hat er kein Amt, so verliert er drei Zahre die Hälfte seiner Einkünfte. Hat er keiil vermögen, so muß er sechs Jahre Festungsarbeit tynn. Dabei erhalt er memats GenuAthuung, fondern muß den Schimpf ewig tragen. , Der Geforderte darf sich nicht stellen, sondern muß Anzeige imrche. 'Annahme der Förderung wird wie diese bestraft n.' s.io. . . Duellanten werden mit 6 bis 10 Jahr Festung, die ersten beiden Jahre zu Wazser und Brod, Amtscntset?ung und EntZiehung der Einkünfte auf jene. Zeit bestraft Wer.im Duell todt bleibt, wird vom Schinder eingescharrt, wenn er von Adel war, sonst zur Warnung 'aufgebanat. Der adelkae Marder mtrh mh dem Schwerte hißgerichtet, ,, der nicht adelige' an den Galgen gehängt. Bei fläch ifytti ' .PuellautmItterSm' fcic Güter eingezogen und ihr Name an den Galgen , aeschlaaen. Kartelltraaer.wkrs ,den wie Herausforxer bestraft. , ÄZejonvers Mtercizante.Arilket .folgen noch wegen der Herren Studiosi,' ferner über die Form der, Abbitte und über die Strafe derHrügeleien. D!5iutt!zHtigen Nailfbolde kommen 'etwas beffer fort, wenn sie sich., nicht etwa vorsätzlich betrnnken haben. Me letzten beiden Artiket endlich lauten: . EdiksrMedxrmann duMogenUlM.-nichlage bekannt zn men ' . "f t. . . Art! 10 Wir versprecheu bei unserem lomglHen ott,,.daz mr dlt MiM genau vollstrecken Lassen und Niemandeltt durcb die Ninaer leben, noch Gnade und Pardon er: heilen wollen, de dagegen handelt. .Daher so.WMnd sölchcn FMen,,rineJürbstkeetn!egc,l,.,. Allch aeacuSi welcheübcr dicscZ Edikt Glossen machen :rndMU$ ümetlenMtena 'f ' i'Mlf,,:. f.,: ?. - : 'i 1 i ? verfahren werden :,.-,, .. . . . Da uns Friedrich Wilhelm verboten ' hat. (ö!oizcn zu machen, wollen wir unö auch deren enthalten. Aber geholfen hat das Edikt, die Duelle kamen erst , spater j'"t': 'l'" . j " c '1 r-lk iw tl'wiceer ernu ,rf ieu. ciroun. - : - -11, R.f' Vi'di.J" i . i,"1''' .. !"- :, ' " -, ' 1 , , .;: . , V - m. e; ::clt n!;' f ; f SilH tt;f .p ei;, ir' Moral mun dann und wann nach der ii. .in... .'ii . ..- i,,.: ' : i. ,, ii,..; ,1...,, ij. ; :,(.--,-- VI ormaluy rgcn 9 H X m J ! iff! Ml sll::; ii ,ii 1
