Indiana Tribüne, Volume 13, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1890 — Page 4

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IMana Triööne. SonntagS-AuSgabe. U. . , , ii i " '" Office 120 Ost Marvlimd Otr. 1 Der FaSGousse. Paris, 25. Januar.

DerZenige, xotl&ix sich der Verbrecher Laufbahn widmet, sollte es sich vim ersten Grundsatz machen, nie ein Wort über sein Thun und Treiben einem weiblichen r-ff- .'- ! i r n . -xuejen geJenuser veriauren zu iaicn. Mag dlezes seinem Herzen noch so nai sieben, maa es noch so beiliae und ! r W 0 0 js fürchterliche Eide geschworen haben, ihn nicht zu verrathen, die Stunde kommt dennoch, wo die Mitwisserin ihr Geheimiug, wenn rncht einem UnterZuchungs lichter oder Voltteraaenten, doch einem Freunde oder Freundm anvertraut, die natnrlich schleunigst und mit Recht der st tiL r.-.- ?- t . .x -rr errcyirZielr iyrc uye zu vzia)n suchen. So wurde Prado und Pranzini den BeHorden, dank der weiblichen ScbweKbaftiakeit auSaeliefert. so wird Evrand. der vielaesuchte Morder des ge liebten Gerichtsvollziehers Goufse, von Gabriele Bomvard. feiner Geliebten des nunzirt. Es ist nicht blos das quälende GewllZen, welches diese grauen treibt, 'Lieieniaen, um deren Schuld sie wissen, ihrem verdienten Schicksale auszuliefern, der Wunsch, eine Zeitlang das allgemeiiic Interesse um sich zu konzentriren. Heroinen der Reportage zu sein, zuweilen wirkt auch eine tiaerhafte Grausamkeit hierzu mit. Mit einem Schlage rächt das betrogene, nur seinen niedrigen Instinkten folgende Weib den Verrath des Muevten, mt jahrelang geduldig ertra gene schlechte Behandlung, und es gewäbrt ibm nne aewilie Wollust, das 5)aupt. das liebeqlühend an ihrem Buei geruht, schreckensbleich unter dem Falloeü der Gmüotlne zu wltten. Ueber die Motive, die Gabriele Vompard zu ihren Enthüllungen veranlaßt, die sie aus der Verborgenheit eines der Galantene gewidmeten Lebens in an Francisco über's Meer in die Hände der Pariser Polizei getrieben, welche sie natürlich zu ihrer großen Bestürzung L i. IJ1 ! lcyr wieoer zosiaßl, rann man iaj vls jetzt nur unvollkommen Mechenichast qeben. Ein Herr H., ein reicher Fran- ' zose, war, nachdem sie Evrand mit ins Dollarland genommen, chr Geliebter geworden. Diesem scheint sie von Allem, was sie über den Mord wußte, Kenntniß gegeben zu haben. Es gibt ja 'bekannt- , lich nichts Traulicheres, als in: Dunkel des Alkovens über einen von einem früBereit Geliebten begangenen Mord u sprechen und zwischen einem und dem anderen Kuß zu erzählen, wie man sich des Leichnams entledigt hat, wiö man ihm den Kopf abgeschnitten, die Beine geknickt und ihn dann sorgfältig verpackt hat. Dem Franzosen scheint die Sache doch auf die Nerven geschlagen zu sein, und da Gabriele Bompard sich vermuthlich als das unschuldige Opfer des Mörders in der Sache hingestellt, der ständig ' eine ihrer gcsürchteten Indiskretionen mit dem Äevolver bedrohte, fo hat er selbst sie nach Paris geführt, um hier durch sie den Gerichten das nöthige Material für die Aufklärung des Verbrechens und die Verfolgung der zu Bestrafenden zu liefern. Wir werden später sehen, daß Gabriele sich- wahrscheinlich nicht ganz smra'ill'g zu ihren Enthüllungen ent- ' schloss'.. Die kleine 21 jahrige, sehr brünette Person, die in einem Versuche, .ch ihr dunkles Haar nach der Ermordung des Gerichtsvollziehers blond zu fcrk m, es nur bis zur Flachsröthe gebraut hat, hatte sich einen ganz hübschen Itoman zurechtgelegt, inwelchem sie weiß wie die Unschuld an dem Verbrechen war. In vr.r.- r cn n JUlCCt tlUCU ütlflü lUUlCU UU I4Us Hand Widersprüche vor, die den Untersuchungsrichter stutzig machten und W . . t .ff .. . 5jaoneic, ais man iyr oiezeiven voryeil, sichtlich verwir.Mn. Sie entschloß sich zu einer zweiten schon nicht mehr fö günstigcn und sogar zu einer dritten Version, nach elcher sie als Mitschuldige an dem Verbrechen erscheint und in Folge dessen in das Frauengefängniß rkch St. Lazare übergeführt ist. Che ich hier zur Wiedergabt der Aussage GabrielenS schreite, vergegenwärti gen mx uns einmal schnell den Gesammtoorgang. Am 2,6. Juli verschwindet der GcrichtZvollzieher Gouffö, in Millionär, der trotz seiner drei schon erwachsenen Töchter eine große Schwäche zur das weibliche Geschlecht bejaß. ohne irgend welche Spur zu hinterlassen. Man nimmt zwar an, daß er das Opser ines galanten Abenteuers geworden, doch fehlen die Beweise hierfür. Der Portier des Hauses, in welchem sich das Büreau GouMs befand, hat am 27. Abends einen Menschen noch in später Abendstunde zu demselben hinaussteigen. sehen, den er. für Gouss hielt, da er inem dem Gouffö'schen ganz ähnlichen Paletot trug. Als die Gerichte in der Wohnung des Verschwundenen nach iraend einem Anhalt für ihre Nach for1'chuugen suchten, hat dessen Schwager seltsamer Weise die intimen Papiere zenes verbrannt. Einige Zeit nach dem Verschwinden Goufps wird in einer in der Umgegend vonLzon gelegenen Lokalität, in Millery - Zu Leichnam und in der Nähe ein Koffer gefunden. Der überaus sindige'Chef 'der SffeLtliche Sicherheit, Goron, vermuthet sofort'einen Zusammenhang zwischeu diesem traurigen Funde und dem , Verschwinden Gouffes. Er delegirt einen feiner gewiegtesten Inspektoren nach Lyon, um in Begleitung des Schwagers i, Gouffes. Landry, eine eventuelle Jdentitat des Verschwundenen mit dem Leich- , nam festzustellen. Herr Landry, vor den verwesten Leichnam gestellt, erklärt ganz entschieden, daß derselbe mit semem Schwager keinerlei Aehnlichkeit habe. , Damit sheint die nach Lyon führende HSpür eine irrige zu sein. Inzmil zschen ist der tresstiche Goron ' hier ,,, nicht unthatig gebliebene Er hat ermittelt, baß Goussö am Tage seines Verschwtndens m feiner Stammkneipe, eineN Caf Gutenberg, in Gcsellschast zweier 'Individuen, die öfter mit ihm dort zusammentrafen, einem gewissrn . Eyrand uud einem gewissen Launee ge-

i eben worden. Eyrand. obwohl verhei-

rathet und Familienvater, ist mit seiner Maitresse Gabriel Bompard plötzlich verschwunden. Em ml$ Frau erklart. Aichts über den Vtrbleib ihres Mannes . ' !? . B 'C f- JXt tTJt zu wien. aunee, ver zur starke Deposita verwaltete, dib er zu uneinaesiehbaren Geldgeschäften für diesen . . V !i JT tTf jf. oenutzle, veyauprele, m;i ?ouisv nocu an dem fraglichen Abend gespeist, ihn dann aber verlassen zu haben unv eoenso wenig etwas über seinen Verbleib zu wissen. Inzwischen hat Goron aber die Millerv'.Spur nicht verlassen. Es gelingt ihm, allerhand Indizien über gewisse besondere Kennieichen. die Goufse besaß, zu sammeln; , der Leichnam wird noch einmal in Boroeaur ausgegraven, unv die über Gouffe aesammelten.Charakteristika treffen durchaus auf denselben zu. Es besteht kein Zweifel mehr, der Leichnam ist der Gouffes. Goron lägt ein Facsimile des Koffers herstellen und zeigt ihn m der blesiaen Moraue dem Publr kum in der Hoffnung, den Kutscher zu ermitteln, der denselben nach der Bahn geschafft. Vergeblich! Der Koffer ,st von ungewöhnlicher Größe und charakterisirt sich als englisches Fabrikat. Herr Goron vesant die Presje, deren Bedeutun er für die Ermittelung von Verbre chen sehr hoch stellt, in umfassender Weise mit dieser Angelegenheit. Man recherchirt in London und man sindet nicht nur den Fabrikanten, tondern auch die Wirthsleute, bei denen die Käufer gewohnt haben. Es sind Eyrand und Gabriele Bompard. Wo sind dieselben aeblieben? Alles deutet darauf hin, daß sie nach Amerika entkommen, wo Eyrand eine wilde Buschklepper - Jugend verlebt hat. Man setzt zwar alle Hebel in Beweaunq, um um habhast zu werden, aber ohne rechte Hoffnung, daß dies gelinge. Da meldet plötzlich Gabriele Bompard, aus San Francisco kommend. ihre Ankunft rn Paris an. Dleze Nach richt erregte, hier die größte Sensation. Die Maitresse Eyrands erschien wirklich vor einigen Tagen hier und ward natürr r r ( rr... ucy mir auen pouzelucyen izyren em vfanaen. Lassen wir sie nun selbst, und zwar in der letzten Version, zu welcher sie durch die geschickte Behandlung des Untersuchungsrichters Doepser getrieben worden, über die Zeit nach dem Morde reden: In Marseille, wohin wir uns vor Bordeaux begeben hatten, schissken wir uns (Eyrand und die Bompard) nach London ein, von dort reisten wir über Liverpool nach Quebec und San Franc,sco. Ich galt alsoie Tochter Eyrands, der den Namen Labordere anaenommen hatte. Hier wie in Paris behandelte er mich sehr schlecht und schlug mich verschiedentlich. In San Francisco machten wir die Bekanntjchast eines Franzo sen, der, als er sah, wie Eyrand-Labor döre mich tyrannisirte, mich aufforderte. ihn zu verlassen. Ich ward die Geliebte von H.; Eyrand hatte hiergegen nichts einzuwenden, ja er munterte mich dazu auf. Mein neuer Freund wollte mich nach Frankreich, wohin er demnächst abreisen mußte mitnehmen ; Eyrand wußte dies. Er schlug mir vor, denselben wie Goufs6 in eine Falle zu locken, in der er ihn tödten und seines Geldes berauben könnte. Ich weigerte mich entschieden und entfloh vor den Drohungen Eyrands zu H., dem ich den Anschlag Eyrands auf sein Leben und das an Gouffö begangene Verbrechen desselben berichtete. H. forderte mich auf's Neue auf,' ihn nach Frankreich zu begleiten und den Behörden Alles zu gestehen. Ich folgte seinem Rathe, und hier bin ich." Ueber die Ausführung des Verbrechens selbst macht sie folgende definitive Angaben: ES ist wahr, daß Eyrand mich hinsichtlich des von ihm zu begehenden Mordes in's Vertrauen gezogen hat. Am . rv. n, r rt "4 tmt imet 4 ant ar viutitnruna .0-" 7 ' ' . S desselben, lagte er Mir: .Ich habe emen Hauptcoup vor. Ich kenne einen Huissier aus der Nue Montmartre, 3camens Gouffö, der steinreich ist und mir berhalten soll. Als ich ihn fragte, wie dies zu machen sei, erwiderte er mir: Sehr ein fach! Es Ist da ein Mann, der die Frauen sehr liebt ; er kennt Dich. Du gefällst ihm, Du brauchst ihm nur zu erzählen, daß Du mich verlassen hast und nicht mehr meine Geliebte bist. Für das Uebrige laß mich sorgen. Ich versprach ihm, Alles zu thun, was er wolle. Am 25. Morgens i brachte er mir ein Stück grobe Leinwand und beaustragte mich, daraus einen Sack zu nähen. .Am 26., an dem Tage, wo das Verbrechen begangen wurde, ließ Eyrand, da er fürchtete, daß der Kaiser mcht stark genug sei, ihn zu einem Packet in der Rue Tronson-Ducoudray bringen, wo- er mich wenige Tage vorher in einer .Parterrewohnung des Hauses No. 3, für welche er die Monatsmlethe vorausbezahlte, in stallirt hatte. Der Koffer wurde um ! Uhr zurückgebracht. Um 4 Uhr kehrte Eurand nach Hause zurück. Erbrachte mir Wachsleinwand und feinen Bindfaden. Eine von mir daraus verfertigte Cappe diente später dazu, den Kopf des Opfers einzuhüllen. Wir aßen darauf in einem Restaurant der Place Madeleine zu Mittag. Es war vor 8 Uhr, als w:r zurückkehrten. Eyrand verbürg sich so fort hinter einer dichten Portiöre, er erwartete Gonffe. Um 8 Uhr präcise wurde geklopft. Ich öffnete.. Dieser trat in s Zimmer. Als er Mich erkannte. sagte er scherzend: Nun, Mu kleines Teufelchen, Du ast also mit Eyrand gebrachen?" In demselben Augenblick stürzte dieser aus dem Versteck hervor und faßte Göuss an der Kehle, der nach wenlgen Secunden schon todt aus s Sopha sank. Gabriele, die bis dahin behauptete, daß Eyrand das Verbrechen gemeinsam mit einem blonden Unbekannten begangen, und daß sie nicht dabei gewesen, räumt nunmehr ein, daß Eyrand Goufse allein in, ihrer Gegenwart erwürgte. Eyrano habe Gouffe sodann entkleidet, ku den von ihr genähten Sack gesteckt und in den .bewußten Koffer verpackt. Bei Untersuchung seiner Taschen fand er bei it)m nur; 150 Francs, einige Papiere, einen weühvollen Brillantring und ein Bund Schlüssel. Auf dieses Bund Schlüssel scheint es besonders abgesehen aeweken lii kein ?a n,r nZmlkrK l?nrand . , O I"" .r. y ' durch den hornrne daffaires Gouff6s fc. .. . . c r c ., .' ... .v vvtuiw ü gcwöiocn,! . oag öiejer an oem

Tage' deS MordeS ' sWo Francs ' ein- , tnL c n . c. '

rainrl yauc, vic er an einem, vermulyticy dem nunmehr gesanglich eingezogenen et . . !. t. . t.ft ' ' . raunte veattttlen rre lnielnemÄZureau rt Ir. r'efff'' r .. r. . . r t ausyoi;. usaulg yatte )ousie vas )eiv an diesem Tage an einer anderen Stelle, aufbewahrt und Eyrand,. der, wie wir wissen, in dem Paletot des Gerichtsvollnehers dessen Bureau einen Besuche aostattete, fand die erwartete Beute nicht vor. Gabriele Bompard behauptet, daß Eyrand sie nach dem Morde allein gelassen habe. Derselbe hat thatsächlich die Nacht in. seiner Familie zugebracht. Am nächsten, Moraen erschien Eyrand in der Nue Tronson - Ducondray mit einer Droschke, einem Fuhrwerk der Companie urbame, eben zenem Vehikel, dessen Fuhrer Herr Goron durch die Ausstellung deS Koffers in der Morgue vergeblich suchte. Der Koffer wurde mit zwei anderen ausgeladen. . Eyrand und seine st- , jf n j! 1. cueoic reliien na yon,, wo ne m einem kleinen Hotel abstiegen, am nach sten Tage inen Wagen ohne Kutscher mietheten, nach Millery fuhren, dort den Leichnam, in ein stehendes Wasser stürzten und den Koster m der Nahe mit großen Steinen zertrümmerten. Am 18. August kehrten sie nach Paris zurücke Noch an demselben age begab sich Gabriele Bmpard auf den Befehl Eyrands zu dessen Schwager Ehoteau, einem trotz seiner in einer Strafanstalt für jugendliche Verbrecher verlebten Ju gend angesehenen Kaufmann, erzählte ihmdie näheren Umstände des von Eyrand verstbten Mordes und verlangte Geld von ihm, damit Eyrand und sie England verlassen könnten. Ehoteau übergab der Freundin seines Schwagers die gewünschte Summe und begleitete sie in einem Wagen bis zu einem Ease, wo sie mit Eyrand ein Rendezvous verabredet hatte. Noch an demselben Abend reiste Eyrand und seine Geliebte nach England und traten von dort ihre Reise nach Amerika an. Selten ist ein Mord mit größerer Umsicht vorbereitet, mit schauerlicherer Kaltblütigkeit ausgeführt und mit schärferer Voraussicht verwischt worden als dieser an dem Gerichtsvollzieher Gousfo verübte. Und bewundernswerth ,st das Geschick der unter dem Ehes der öffentlichen Sicherheit Herrn Goron persönlich operirenden Polizeibeamten, .die durch ein unglaublich zähes Festhalten an einmal gewonnenen Anhaltspunkten, durch geschicktes Eombiniren der in rastloser Thätigkeit erlangten Beweis Momente das Verbrechen fest construirt und die Morder bezeichnet hatten, obne freilich die Aussicht zu haben, derselben zunächst habhaft zu werden. Das Interesse, welches, die Pariser Bevölkerung Allem, was mit diesem Mord im Zusammenhang steht, entgegenbringt, ist unbeschreiblich. Man entreißt sich die Zeitungen, um die neuen Aussagen der Gabriele Bompard zu controliren, man discutirt die Summe ihrer Schuld an dem Verbrechen und schenkt Tagesereignissen, wie der von ' den Boulangijten beinahe vorgenommenen Lynchung des Deputirten Martineau, fast keine Beachtung. Es ist seltsam, wie man sich hier für Alles interessirt, wo eine Frau im Spiele ,st. Der Kultus des Weibes in allen Manifestationen ist und bleibt für Paris ein charakteriflisches Kennzeichen. Otto Brandes. m m m Bosnisches., Wie wir dieser Tage kurz ausführten, hat sich seit der Besetzung von Bosnien durch die Oesterreicher dort die Cultur in überraschender Weise ausgebreitet. Naturgemaß äußert sich diese zuweilen aus recht absonderliche Art, wofür uns ein Gewährsmann heute folgendes Beispiel mittheilt. Um die Eingeborenen für sich zu gewinnen, haben 4te Oesterreicher denselben so schreibt er nun über all, wo es nur irgend anging, Stellen in der Verwaltung u. s. w. übertragen, t -.f.. n . c t yausig nur oem camen nacy gegen ein für ienes Land ansehnliches Gehalt, während die eigentliche Arbeit von. einem olterrelchiichen Beamten ausgeführt wird. 3D tt auch u. A. m seraiewo. der Hauptstadt Bosniens, ein Bosnmke ,mt einem hervorragenden Ehrenamte betteidet, dessen "Geschäfte sein österreichischer errctar fuhrt. Ver biedere Emgevo rene ist ein stattlicher Herr: er erfreut sich einer lebenslustigen Frau, welche mit ihm alle Bälle und Vergnügungen besucht, und empfangt das für leine Be griffe recht große Gehalt von 30 Gulden monatlich. Als ihm, nachdem er mit seiner neuen Würde bekleidet war. pünktlich am Ersten des Monats das Gebalt ausgezahlt wnrde. glaubte er zuerst, das Geld sei falsch, da man von der Türkenzeit her daran gewöhnt war, oft erst nach Jahren etwas zu erhalten. Allmäliq legte sich sein Mißtrauen, und er strick allmonatlich seine 00 Gulden mit Ver gnügen em. So verflossen etwa Ziwei labre. Da bat er eines Tages den Zahlmeister, als oieier ,ym wieoer tm Gehalt geben wollte: Herr, gib mir fortan mir 15 Gulden!" Was?" erwiderte Je ner, temen Lyren nicht trauend. .Um mehr Geld bin ich wohl' schoa gebeten. aber noch me um weniaer." tfVr Man blieb aber bei seiner Bitte; er wollte gar nickt einsehen, daß ihm sein Wunsch nicht erfüllt werden könne, und als man ihn schließlich nach dem Grunde seines seltsamen Verlangens befragte, erklärte er: witmt tzrau will zu jeder Gesellschaft ein neues Kleid baben. und das kostet gerade 30 Gulden. Nun nimmt mir die Frau immer gleich die ganze runde Summe weg und kaust sich dafür re j l. . . ' woti crn uio. unv ia) behalte Nichts für mich. Da habe ich gedacht, wenn ich nur noch 15 Gulden bekomme, so kann meme Frau dafür doch nicht gleich ein fi,t-lL .e l i Mio lausen oann mun sie warten, und muß sparen und wird auch mit einem Theil des Einkommens .zufrieden fein; so komme ich dann auch zu meinem Recht." VttallerAchtungvordZesen psychologischen Erwägungen des Biedermannes konnte der Kassenbeamte doch zu einer eigenmachtigen Verkürzung der festgefetzten Besoldung mcht die Hand bieten. Und so zog . i m ' . o u I jj ... "MUWIItlt UIIV Vf schüttelnd mit seinendreißiq Gulden nach I ...r. .i; . ' oer guic Bosnier nawvenkllch und lovt fJt."..fV f. 7. r ' k vause.

Das rab derMeopatra.

Durch die Äeitunaen läuft die Notiz, daß der Sarkovhaa der berühmten Köni- . ". r V 1 iin von Aegypten, der 4Z)ettevlen ves lntonius. aefunden efe Die Nachricht steht auf ser schwachen Füßen, zumal ..iv k. ? C er. 1 j m I l HcmciDci wlro. DßB w.w widu " der Erde, in einem Garten entdeckt wurde. Nach Plutarch im Leben des Antonius hatte sich Klcopatra bei Lebzeiten einen großen, wie eS scheint, mindestens cistöckiaen Grabbau herrichten fassen. Es . heißt dort (. 75): Als rat'i. v.r n-lx .iuönius inlßlrauiscy ,wurr, vv inmwfi des jungen Cäsar Unternehmungen begünstigte, ließ sie in das von ihr aufgeführte Begrabniß und Denkmal, welches ein Gebäude 'von außerordentlicher Schönheit und Höhe war und gleich neben dem Tempel der Isis stano. die kostbarsten Güter des Königlichen Schatzes an Gold, Silber, Smaragden, Perlen, Ebenholz, Elfenbein und Aimmet, und zuletzt eine Menge Fackeln und Werg zusammenträgen, so daß Cäsar (Octavianus), der befürchtete, sie mochte, wenn man sie zur Verzweiflung brächte, alle Kostbarkeiten verbrennen, von Zeit zu Zeit Leute an sie abschickte, die sie mit. angmehmen Hoffnungen hinhalten munten, während er selbst eiligst gegen' die Stadt rückte." Als nun nach anfänglich günstigen Erfolgen des Antonius Sache immer schlechter wurde und seine Soldaten massenhaft zu Octaoian übergingen, nahm Kleovatra ihre Zuflucht in jenes Grabmal (welches demnach auch dewoynvare . . , i - . - Gemacher die wabrichemlich pater dem Todtcnkultus dienen sollten, enthielt) und lie die Fallthür nieder, dir mir öllegeln und Schlössern fest verwahrt wurde. Dort spielt sich der Schluß ber ganzen rv. r rt i - ,ragoole ao. ANlonius macyl einen vöei lbstmordversuch, wird aber noch lebend M ttt jLmj. W A i 4wt M von Kleovatra und zwei treneu Dienerin nen in dies Grabmal hinaufgewunden und stirbt dort. Octavian sucht, ihn womöglich lebend in seine Gewalt zu bekommen, und es aellnat ihm wenigstens. daß einiae seiner Getreuen in den Grabbau eindringen und Kleopatra zuerst am Selbstmorde hindern. Mehrere. Könige und Feldherrn baten dann darum, den Antonius beerdigen zu dürfen; allein Easar wollte der Kleopatra den Leichnam nicht nehmen lassen, welcher denn auch von ihren Handen mit königlicher Pracht r i i i i r rr . .r r. oelgeieyl wuroe, oa t nauonln er hielt, alles, was jie wollte, dazu zu gebrauchen. Nun ist vöransznsetzen. daß diese Beisetzung eben in dem von ihr erbauten Prachtarabe stattgefunden hat. Ihr Tod ist bekannt: was sie aber noch unmittelbar vor demselben sich von Easar brieflich erfleht hakte, daß sie neben Antönius begraben würde, das wurde ihr auch gewahrt. .Obwohl nun Eaiar", so erzahlt Plutarch (0. 87), .über den Tod dieser Frau sehr ungehalten war, konnte er doch nicht umhin, ihren Edesmuth zu be, wundern, und ließ ihren Leichnam neben dem des Antonius mit königlicher Pracht belieben. Auch erhielten die beiden Kammerfrauen auf seinen Befehl ein ehrenvolles Begrabmß. - Aus diesem unverdächtigen Berichte ist mindestens das cme klar, daß der Sana phaa der Kleopatra nicht allein gefunden werden rann, lonoern, oa zugielcy oer i M , c i r des Antonius mitentdeekt werden muß. Wenn aber beide in dem von Kleopatra erbauten, mehrstöckigen Grabbau beigesetzt wurden, so mußte eine ganze Grabanläge und nicht ein vereinzelter Sarkophag gesunden werden -Letzteres ist wahrscheinlich ; der Kleo patra ward ja nach Plutarchs ausdrück lichem Zeugmß die Erlaubniß gewahrt, den Antonius bestatten zu dürfen ; da sie nun den innigen Wunsch hatte, neben dem Manne, dessen letzte Schicksale sie r i i ii l t ." c rerscyulvtt alle, uno zu oem ne vom rroy t . i " f . r . - . aucoem eine wayre, ieloenlcyasiilcye u neiaung gehabt haben mu, bestattet zu werden, so ist doch das allein Natürliche, anzunehmen, daß sie ihn in dem für sie selbst bestimmten, monumentalen Prachtbau beisetzen ließ. Dort wird also auch sie lhre Ruhe gefunden haben. Nach diesen Erwägungen werden wir den weiteren Nachrichten zunächst mit bedenklichem Zweifel gegenüberstehen. Interessante Soldatengefchlchten kamen in einer der jüngstenSihungen des BreZlauer Schöffengerichts zur VerHandlung. Die Sache rvnrde auch, wegen des Eingreifens des deutschen K a i s e r s, in den Kabeldepeschen erwähnt. Aber erst die neuesten Postberichte geben ein kleines vollständiges Bild von der Affaire. Einen ausführlkchen Bericht der Bresl. Morgenzeitung" darüber entnehmen wir: Ein hiesiger wohlhabender Bürger, der sich zu "Mosis Satzungen bekennt, feinem Gewerbe nach Bankier, machte, nachdem er seiner Zeit seiner MilitärPflicht als Einjahrig-Freiwilliger genügt hatte, im Sommer v. I. beim hiesigen 11. Jnfanterie-Negiment ' eine Uebung mit. Daß ihm am Schlüsse derselben eine Beförderung, die zum Unterofsicier, zu Theil werden- würde, hoffte der Banker bestimmt.' Die Hoffnung war keiue unbegründete, und die Beförderung wäre wohl erfolgt, wenn der Bankier sich nicht in einer Anwandelung bon Leichlebigkeir einer Uebertretung der Dienstordnung fchuldlj gemacht hätte. - Die Uebertretung bestand darin, daß der auf Beförderung Dienende eines Abens in bürgerlicher Kleidung das Cafe Kaiserkrone" besuchte. In dieses Easö trat bald darauf, ebenfalls in bürgerlicher Kleidung, der Secondelieutenant inicht,wie es in den telegraphischen Nachrichten hieß, Obersttieuttnant") des 11. Infanterieregiments Graf Pfeil II. Der Lieutenant gewahrte den Bankier der zu dem von ihm desehligten Zuge gehorteund äußerte bald, daß er den Bankier melden würde. Dieser bat dringend, von der Meldung abzusehen. Der Bankier verhehlte dabei nicht, daß ihn weniger die Strafe, als der Verlust der Beförderung schmerzen würde. . Der Lieutenant blieb jedoch unerschütterlich. Die Meldung geschah und der Bankier wurde wegen unbefugten Ausgehens in Eivil zu drei Tagen Mittelarreft verurtheilt. Auf Beförderung hatte er danach , nicht mehr zu rechnen. Der ! Bankier büßte , die Strafe ab und

schmor dem Lieutenant Rache. Als die Uebung zu Ende 'war, richtete er ein Schreiben an das Regiments-Commando, worin et-den Seconde-Lieutenant Grafen

Pfeil II beschuldigte, daß er wiederholt S o ld a ten nra - mi ß h and e l t habe, indem-er sie mit dem Säbel über t jr f den ops gehauen, .so daß sie blutUen. Weiter machte der Bankier in dem Schreiben daraufaufmerksam, daß das unbefugte Ausgehen in Civil, das ihm eine dreitägige Arreststrafe eingetragen. an oemjelven Abende a auch von dem Lieutenant, und zwar zu einem leicht zu durchschauenden weck, aeübt worden sei. Das Schreiben hatte eine Untersuchung .. k:.fi-I ' e r uhu vicccm lriegsgerichlilcyes uersayren wider den Lieutenant zur Folge. 1 ' f, . r rv U V'.'. . n vlezem verfahren wurden dieHandlungen, welche das' . Schreiben dem Lieutenant zum Vorwurf machte, festgelieur, und t$ta Pfeil u wurde zu vierzehn Tagen Arrest verurthcilt. Dieses kriegsgerichtliche Urtbeil fand iedock nickt' die kaiserliche Bestätigung. Per oberste Kriegsherr st i e ß. vielmeh r " a s Vrrenntntß um, weil die ausgefprochene Sttase nicht im Einklänge mit der Schwer e d er festgestellten Vergehen stand. und ordnete ein neues Verfahrens an. Das neue Verfahren endete mit der Ver-. urtheilung des Lieutenants zu z w e i MonatenFestung, und dieses Urtheil wurde bestätigt. Damit chäre die ganze Angelegenheit abgethan gewesen, wenn der-Bankier nicht außer "bem Schreiben an das IZegiments-Commando einen Brief an den Lieutenant gerichtet hätte. Der Brief begann etwa: Seh? geehrter Herr Graf! ' Indem ich Ihnen anheimstelle, selbst näch einem Ausdrucke zu suchen, der geeignet ist, einen Mann zu bezeichnen, der noch nie productiv aufgetreten ist, während ich schon seit einer Reihe von Jahren, produktiv thätig bin, frage ich Sie: ist es würdig" n.'s. w. Im Anfchluß an diese Frage beschuldigte der Bankier den Lieutenant, daß er die ,, Allgewalt", die er für einige Zeitdurch , .Zufalls über ihn erlangt, benutzt hätte, ihm den Dienst zu erschweren u. s. w. Dies der erste Theil des Briefes. Im zweiten Theile wiederholte der Bankier seine Behauptungen betreffs der Mißhandlungen von S"oldaten, deren sich der Lieutenant schuldig gemacht, und betreffs des Ausaebens in Civil, das der Lieutenant gleichsalls geüöt. Den Brief I . v i c " . . c rn . 4 unrerorellele oer ieurenanr oem megrs. Eommando, und dieses stellte gegen den Bankier wegen Beleidigung des Lieutenants Strasantrag. Die Verhandlung hierüber fand dieser Tage vor dem Schöffengerichte statt. Der Staatsanwalt gab hierauf felber zu, daß betreffs des zweiten Theiles des Vlieses der Wahrheitsbeweis voll erbracht sei,, und daß in diesem Theil von einerBeleidigung nicht die Rede sein könne. Er führte dann aber aus, daß dtVm dem ersten Theile des Briefes durch das Aufwerfen der Frage: ist es würdig" u. s. w., so daß die Verneinung die Antwort bildet, zweifellos eine Beleidigung des Lieutenants enthalten sei. Verschärft , werde die Beleidigung durch eine Anspielung, die der Angeklagte sich erlaubt habe, indem er für den Brief an den Lieutenant einen Bogen mit dem Bilde Mephistos und ein Eouoert mit dem BilveGretchens gewählt habe. Als mildernd komme dagegen in Betracht, daß der Angeklagte sich jedenfalls in großer Erregung befunden und Ursache gehabt habe, gegen den Lieutenant gereizt zu sein. Es empfehle sich daher eine Geldstrafe, die jedoch im Hmblick aus die Wohlhabenheit des Angeklagten nicht zu niedrig bemessen- sei. Aus allen diesen Gründen beantragte der Staatsanwalt, den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 100 Mark zu verurtheilen. DaS Gericht verurtheilte den Angeklagten zu der beantragten Gcldstrase. Der, Angeklagte will sich bei dem Erkenntni des Schöffengerichts beruhigen. er Ttern von Bethleheip. Ein dilettircnder Astronom hat der Wiener Neuen Freien Pusse folgende interessante Nctiz .übersendet: Wenn die Berechnungen der Astronomen nicht trügen, so dürften wir im laufenden Jahre 1890 eine sehr interessante Erscheinung am gestirnten Himmel wahrnehmen kön, nen. Und zwar soll dieselbe in einer eigenthümlichen Veränderung des Stein.bildes der Cassiopeia bestehen. Bekanntlich besteht dieses schöne Sternbild ans 50 (nach HeiS aus 121) sehr kleinen r Sternen und fünf Sternen dritter Größe, welche in Form eines hellglanzenden, ein' wenig verschobenen lateinisehen W am nächtlichen Himmel prangen. Diesen fünf Fixsternen soll sich nun im Laufe des Jahres 1890 ein sechster beigesellen, der seit Beginn der christlichen Zeitrechnung zum siebenten Male erscheic IV' ftt t f-t Jt-L- . nen wuroe. ')le ?ekHiryic vic,es sten Sternes ist eine höchst interessante Am 11. November des Jahres 1572 bemerkte nämlich der .berühmte Astro nom Tycho de Vrahe in dem. Stern biide der Cassiopeia einen neuen Stern, von außerordentlicher Größe. Dieser neue Himmelskörper seither der tychonische Stertt genannt übertraf an Glam selbst die Ste:ne erster Größe, sodaß er bei , heiterem Himmel f nm . . i r ..... tr jogar am yeuen luanag m sreiem Auge wahrgenommen werden konnte. Aber schon'im selben Monate November 1572 nahm die Lichtstärke dieses völlig unbeweglich scheinenden Sternes ab, und im März 1574 verschwand er ebenso plötzlich vom Firmament). wie er gekommen war, nachdem er siebzehn Monate- hindurch in dem Sternbilde der Cassiopeia geleuchtet hatte. Dieser seltsame Stern wurde nun aus dem Grunde, weil in der 3!acht seines ersten Erscheinens der Kurfürst Johann Siglsmund von Brandenbürg das Licht der Welt erblickt' hatte, auch der brandenburg'sche Glücksstern" genannt. Im Uebrigen war aber derselbe schon im Jahre 1264 wahrzenommen worden, i und ebenso im Jahre 945 zur Zeit des deutschen Kaisers Otto I. des Großen. An diesen Stern knüpft sich nan weiter die sonderbare Vermuthung,' daß er identisch sel mit dem Sterne der drei Weisen aus dem Morgenlande, dem sogenannten Sterne' von Bethlehem. Der Stern erscheint ekwa alle 315 Jahre. ' , , ' ,'. . ' Rechnet man nun von? Jahre 945, in

welchem der Stern gesehen wurde, zurück,' so erscheinen die Jahreszahlen 630, 315 und i; in welches Jahr eben die Geburt Christi fällt. . Von. 945 porwärtsgerechnet erhält man die Jahre 1260, 1575 und ' 189. Herr Dr. Palisa, der bekannte Planeten sinder der k. k. Sternwarte in Wien, welchem, das genannte Wiener Blatt diese Mittheilung zur Begutachtung orlegte, schreibt demselben: Es ist mcht erwiesen, daß. der sogen, tvchonische Stern identisch ist mit dem

Stern von 946. Es war Klinkerfuß iit Göttingen, welcher die Möglichkeit aussprach, daß diese Sterne identisch seien, und er sagte, wenn dies der Fall wäre, so müßte im Jahre 1888. (ich glaube mich so zu erinnern, jedenfalls weiß ich aus dem Gedächtniß, daß dieses Sahr schon vorüber ist, es kann möglicherweile ' . v r ' V'"'. , ' aucy im zayre icou gerocjm tm der Stern wieder aufleuchten.'. Bis jetzt war das nicht der Fall. Es ist nun alleri dings möglich, daß der Stern in diesem ayre ausleuchte, aber dies mit Gewiß, heit auszusprechen, fallt uns nicht ein. Es ist mir auch nicht, bekannt, daß irqend ein anderer Stern nach so langer Zeit und mu einer gewissen Ltegelmaßigkelt wieder. aufgeleuchtet wäre, hingegen eristiren , ziemlich viele' Sterne, die ür reaelmäßigen Intervallen, welche aber nur wenige Jahre auselnanderliegen, ausleuchten.' Was also in. der beregten Notiz als sicher hingestellt wird, mochte ich als durchaus, ungewiß und nur als entsernte Möglichkeit gelten lassen." . AUS vem Leytn Kossuths. Die ritterlichen Waffen, mit denen die Vertheidiger von Thron und Altar ihre Gegner befehden, sind oft recht fragwürdiger Art. Gegen den altersschwachen Kossuth' und seinen Don Quirotel kämpf wider die bestehenden Elnrichtunf 1 C"N - A jl !. t" r : gen von 4jeieTrnmsungarii iar 19 in loyaler und sachlicher Weise so Uebeiwältigendes ln's Treffen führen, daß selbst c nr- r l . . sur oie norrampser oer seuval-ultramon-tancn Partei in Oesterreich keine Nothwendigkeit vorlag, in diesem Falle zu vergifieten Pfeilen zu greifen. Trotzdem macht sich ein Blatt dieser Richtung, die Wiener Gegenwart, jetzt- noch zum Echo des Klatsches aus den fünfuaer Jahren, Kossuth habe Silbergeschirr gestöhlen, und fordert den green Agitator auf, sich gegen diese Anklage zu vertheidigen. Stamens der Freunde Kossuths' hat der ungarliche Abgeordnete Hentaller zuerst den in Wien wohnenden HonvedHauptmann Zubovich auf telegraphischem Wege beauftragt vom Redacteur der Gegenwart", Ludwig Heinrich Muller, für diese verleumderische Beleidigung Genugthuung zu fordern und, als sich erger. '-..t jt. l'.c, v r ' n pcn, vqk Zuoovlll) aus reizen izr, zwei ungarische Ofsiciere, die Herren Vidats und Derr, als Eartellträger nach Wien gesandt. . . t Die beidenAngarn sind nach Pest zu-, rückgekehrt, nachdem Seitens des Beleidigers Abbitte geleistet, worden. Herr Müller und ein gewisser Paul Reinhardt, der Verfasser des Artikels, haben eine Erklärung unterschrieben, welche in der nächsten Nummer der Gegenwart" veröffentlicht werden soll und das Zuge-, ständniß enthalt, daß der einem älteren französischen Werke entnommene, gegen Kossuth vorgebrachte Verdacht' vollkom? men' grundlos und nichts weiter als eine böswillige Verleumdung ist. Ueber den äußeren Anlaß des wieder einmal zum Vorschein gekommenen Gerüchtes gibt der ungarische Abgeordnete Perczel, der am Ausstande 'als' Oberst Theil genommen einem Pester Blatte die folgenden Ausklärungen: . - ; Nach dem Verluste der Schlacht bei Moor war es Militärisch unmöglich geworden, Pest zu halten, und auch 'der Landtag war im Begriff, nach Debreczin' zu übersiedeln Kossuth hatte schon am 2. .Januar Pest verlassen und Esanvi hielt mit Göttin, Moriz Perczel und anderen Oberoisicleren eine Berathung, in welcher die Räumung von Pest beschlossen wurde. Gleichzeitig wurde verfügt, daß Görgey am 4. Morgens abziehe und Moriz Perczel sämmtliche Vorhut-, stellungen einnehme. Am 3. Abends meldeten jedoch Bürger, daß GLrgey.noch an diesem Abend seine Vorposten yon der Weißenburger Straße zurückgezogen habe, ohne hiervon Perczel zu verständigen. Es herrschte eine furchtbare Kälte;, ich eilte in dirUelloerkaserne, alarmirte meine Truppe und gelangte gegen Morgen nach Promontor, wo ich die seit mehreren Stunden Mbcdeckte Station jMllitärisck besetzte. " Am 5. Morgens begann auch Moriz Perzel den .Rückzug. Wir sührten unsere Truppen über die damals nur provisorisch parkettlrte Kettenbrücke. Ueber die Brücke gelangt, siel es Perczel ein, däß Esanm' vielleicht sei Quartler bei Palatin" noch nicht verlassen habe. Wir ritten hin und fanden ihn in der That.nöch, in fieberhafter '.Eile packende Nach einigen Minuten stürzte Nottenbiller herein mil der Meldung, baß zum Wegtränsport der zwei Millionen, welche als Bedeckung 'der ersten ungarischen Zwei -Gulden-Noten dienten, und der zahlreichen Spenden an Gold- und SikV "'-.' ..!'' v . bergegenztanoen reine Zllerlugung ge.roffen sei. Man kann sich unsere peinliche Ueberrafchung denken. Csünyl, bat Percnl, die Wegschaffung zu übernehr":n ; alß er aber von Rotterbiller erfi4v daß man dazu mindestens 200 Wagen.brauche, gerieth er in gerechten Zorn über Vtt unerhörte Sorglosigkeit, daß man nicht an die Wegschasfung gedacht, nachdem die UnHaltbarkeit von Pest schon am 2. ausgesprochen war und - die Vorposten des Feindes . schon bei Altofen standen Da Perzcel für sein eigenes Heer sorgen mußte, übernahm er nicht den Auftrag. " Wir setzten uns wieder zu Pferde und bald folgte uns auch Csünvi. Windischgrätz besetzte Pest und nahm den zurückgelassenen Schatz in Beschlag.' Jede Behauptung, welche mit dem Verschwinden, oder mit dessen ganzer der theilweiser Aneignung die Person irgend Jemandes oder gar Kossuth's in Verbindung brinaen will, ist eine Lüge und niedertrachtige Verleumdung. Man kennt meine Ansichten über die politische und private Jndividualität Kossuth's ; stets habe ich aber hervorgehobm, daß , er in seinen Handlungen nie von Egoismus geleitet war, daß seinen ? Chaiakter i nicht der: geringste

Schatten der Verfolgung schmutziger Interessen streifte. Er versüa.!e übet Milc :'" .

iicnen uno verue nahezu als Bettler sein Vaterland. Bettler waren auch die sich flüchtenden Soldaten und doch hätten sie noch im letzten Augenblick in dcnMillionen wühlen koünen, die Äuschek von Lippa nach ,Vinga dem Feinde m den Rachen schjepxZel" Ein langvitriger Proeeb . ist vor dem Oberlandesgericht in Franks furt a. M. jetzt zum Abschluß gelangt. Auf dem Postamte zu Wiesbaden hatte seinerzeit ein Herr T. aus Krefeld durch seinen Schwiegersohn einen Werthbriej Nach Barcelana aufgeben lassen, welcher V000 Franken in Banknoten enthalten sollte, 'aber bei der Eröffnung am Bestimmungsort nur Zeitungspapier .enthielt. Die Möglichkeit einer Beraubung des Briefes während der Beförderung durch die Post erschien nach den angestellten Nachforschungen ausgeschlossen, und es entstand der Verdacht, der Ablieferer habe einen Brief mit , falscher Werthangäbe und werthlosem Inhalt zur Post ge-' geben. Gegen den Absender wurde deshalb das Strafverfahren wegen Betrags . eingeleitet; die Verhandlung endete jedoch mangels genügender Beweife mit Freisprechung. Hierauf gestützt, strengte Herr T. gegen die deutsche Postoerwaltung eine Cioilklage auf Ersatz der Summe von 9000 Fr. ay und erstritt am I.October 1883 ein obsiegendes UrtM ' Die Postoerwaltung aber rief die. EntW rflMk W m t dr schkionng oes zverlanvesgenchls an, und erbot sich, den Nachweis zu führen, daß schon bei der Auflieferung die frag liche Summe gar mcht in dem Briefumschlag gewesen sein könne. Absender behauptete, in dem Briefe hätten sich neun Scheine der Bank von Frankreich zu je 1,000 Fr. befunden. DcrWrief wog bei der Auflieferung 24. Gramm, und dasselbe Gewicht wurde beim 5achw!eaen snParis festgestellt. Die Post erklärte nun, die vcyeine yanen oel ver gleisen Verpackung U bis zwei Gramm mehr ' .-r " t v rxi Ii.. wiegen müssen, und die vom Gerichte durch Berufung von Sachverständigen angestellte Untersuchung ergab die Richtigkeit der Angabe.' Indeß der Kläger ließ jetzt den Einwand erheben, er habe altere Scheine der Bank versandt, und diese seien etwasleichter als die jetzigen. Abermals wurde ein Sachverständiger er nannt ; dieser vetschaffke' sich mit vieler Mühe neun von den älteren Scheinen, erschien mit ihnen und einer Goldwage vor dem zweiten Senat des Oberlandesgerichts, und die Scheine wogen mit der Verpackung LS,9 Gravlm, also immer noch fast 1 Gramm mehr als der fragljche Brief. Hiernach kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß die 9,000 Fr. bei der Auslieferung des Briefes sich nicht in demselben, befunden hatten, hob das Erkenntniß vom Iz Oktober 1888 auf und legte dem Kläger die Kosten zur Last. ' werde sicher gcheNt durch D?AMMzZS'! amöurgcr Tropfen. Zur Olutreknigung, ? LüAcast5r, Pz., U IÄi, 1S5S. ! Dr. Äsgnil KöSkg'S HambNraer Trr?fm hade iH zur Bluttkiniguna. gegen Äagcülkid und Drbili:ät eingknommen. ZH kann dikstl itn mit genug eJ:?lc?ien. yättcö tzkerMS, ,Ui'öxk. ' Magenieiden grheilt. Pesr!s,M.,52u2l.l58S. Meme Frs leidet ftbr häufig an SkaZtnletden uny tfa, ich Halle deshalb s.ttS Dr. Auz. KöNig'S Hburqer Trorfcn t Hust, da sie in dcri7z.m Fällen e! nie ftklcndcS Mit lcl sind und ka ich dieselbe n? kNpfehlc. W.LWd!z. ZQwtttl Mageniekden gehellt. ' Psrt Hoxe, Mick., 28 Feb röSS. WerI4 Jabren litt ,c$ an einem schwerk Ma genlkirkn und glaubte soii ich äre dc.ii Tod abc. Da bekam ich zufaLlz Dr. ALgrst M ig'S Hamburger Troxfcu in die HSAdez ich tze , i7üLckte S Flaschen und wmde sollsidiz die- ' dcrhergrftcllt. Aldctt Syrier. VttlS, 50 ssetZ;t6en?lZ'o;hkkk z itlnu THU CHARLES A. V0CELER CO.. Baltimore, Ud. Dr. August König'S, ZTQMQTIT'FSI? r Tltf m IL?WIISVZQLZLSZ? M ein jtarj orzSLÜchel! tüiUcI gegen t Lkkinöre. önitlUZUnden. Veend, tr.i Lx5b wurden. FroöökLlkn, Hühecrange eu. 25 C:?. dcö ?a5rt.5z cllen Vxsthckczzü Ksbm. , JV2 CHARLES A. VOGELER CO..Bfflmori.m. F. VILL. PAIITZER, Apotheker, Frische Arzneien. ' Mäßige Preise. v - Nccevten besondere Sorgfalt. 54 West Washington Straße. Unter dem ffiateäUfcaal. Nahe der TränNerar. AB;ubePs Salöon nebst Kegelbahn. Prachtvoller arten für Faml. Nenauftnthatt. Gute Getränke, aufmerksame Beblenimg. Ko. 33S Süd Meridian Ttrahe.; : ".. . ' l" sZ'Jeden Samstag Abend auZge . : . f zeichnete? uncy. John N. ttoeniger, Agent. 1" " "" 1 - '.'! ,;? DaS zrSöte. Zchilnsie AÄ" Lte?te Gerarilg ,Kkat !n der Stedt. ;, Dikz gerSumigel un" lÄn t-nntrt ftff !lwmffi Osi und vrioalen zu, MZLlwnz vn CaUm, Cenmtm ni Cerfarnnte tst tirtlcn CiUris; l Ctr2 tavii vhimii rwvv ,. v3

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