Indiana Tribüne, Volume 13, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1890 — Page 3

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Pscilgisk. T.mm r.o Georg Höcker. M " i (8. Fortsetzung.) 's. ' Schon nach Verlauf -von .unesähr einer Stunde fuhr der UntersuchungschteG Lindemantt vor dem Hause des Bankiers vor. In feiner Beg!e!tungbe fanden sich ein Polizeicommissar, der wegen seiner Geschicklich keit" sich jlmB besonderen Nufcs erfreute, und zwei Ge Heimpolizisten. , Spindler empsing die.Emtretenden in hochgradiger Erregung schon an der i5lngangsthür des Bauklocals, das für die, gewöhnliche Kundschaft heute nicht, geöffnet war. Er nahm sich kaum die Mühe, die Herren Zu begrüßen. , ' , Ohne Zweifel, mein Herr,"! begann er, sofort ohne Umschweife sich an den Untersuchungsrichter wendend, der ihni oberflächlich bekannt war, hat man Sie schon dason in Kenntniß gesetzt, daß geisZe peinliche Vorkommnisse in meinem Geschäft mich gezwungen habcr, Ihre Thätigkeit in Anspruch zu nehmen." Linvemann nickte nur flüchtig mit dem Kopfe.. ' Meines Wissetts handelt cs sich um einen Die,bstahl " Der Bankier bejahte erregt. Gewiß, ein abscheulicher, ein unglaublicherBiew. siahl sogar, der in diesen Räumen hier begangen und dem jener Kassenschrank dort zum Opfer .gefallen ist, den Sie aber geostner sehen und zu dem außer mir nur noch mein Kafsirer hier, Herr Ernst Wahl, einen Schlüssel besitzt." - Lindemann verneigte sich wiederum, leichthin und schritt nach dem Schranke zu, diesen mitprüfenden Blicken betrachtend. . , - Ein Kunstwerk," sagte er. Man sollte es nicht sür möglich halten, daß ein solcher Schrank die ihm anvertrauten Schätze nicht zu bewahren vermag, und dabei ist keine Spr,r äußerer Gewaltthätigkeit sichtbar!" Der Bankier lachte krampfhaft-auf. .O, Ihr Erstaunen wird noch einen höhere Grad annehmen, Herr Unter--suchungsrichter, wenn ich Ihnen mittheile, daß es ein Ade'sches Buchstabenschloß ist, welches der Schrank , enthält; nur mein Kassirer wußte außer mir um

das Stichwort, welches zum Uebcrflun y x . ' f m l MAI mm tu a 4 V jm a- am r ., vv v,.uvt worden ist. Ah, das ist dann doppelt seltsam," sagte Lindemann. einen forschenden Blick auf das todtenbleichekAnaesicht Ernst's werkend, den dieser, ohne mit der Wlmper zu zuaen, ausyielt. Welches war deun tiP'ki rt" " lcken. LUsrnelt. das gestrige VU nj'JivVU . k Angelika." Der Untersuchungsrichter stutzte leicht. Angelika ?" murmelte er. Seltsamer Zufall! wieder dieser Name!" Es ist der Name meiner Gattin!" 1 1 r l n "a'a wiujcr ein, dag her Beamte so mele Um,chweise siel der Bankier ungeduldig darüber ein.

J X T jlYt mie w m wmw - W - wmr ff meqrc. . . ' Stearmflecke auf dem Boden und einige - ltXF ulperte sich und warf dann - Spritzer befinden sich sogar auf der stähemen dSmzmd. ftaaackm Bllck J,s,ite des Schrankes," siü-

uui c auii. wwnp rnrtn k-?rv 0nmrtTr hitnftlf e& Ush altet V -r"'., . v tirn rnt tfirtfcrtTrfcsS ttfsftftM ' mtm v -rV j JF, es ist mir eine Summe in der Hohe von zweimalhunderttausend Mark qestohlen worden. . . Ich gab meinem Kassirer Befehl, dieselbe gestern Abend bei der NeichZbank, mit der 'ich in Giro konto stehe, zu erheben." Sie führten diesen Befehl auch aus?" wendete Lmdtmann sich an VahZ. Diese? nickte mit dem, Kopfe. Jch begab mich kurz vor kassenfchluß aus die Neichsbank, entnahm die benöthigze Summe daselbst und, verschloß sie etwa zehn Minuten vor sieben Uhr hier in dieZen Kassenschrank." Lindemann räulperte sich. .Haben Sie Verdacht auf irgend Jemand?" frug C CIA JT t . t . . rZTr ,Z ,w .7''-"' krönen Pnional f Q j j " Spindler zauderte einen Augenblick mit der Antwort. .Nur ein Eintieweihier kann die That begangen haben!" versetzte er cndltch. Der Untersuchungsrichter schaute, ohne !ne Miene zu verziehen, den Kassirer an. Ist die auch Ihre Ansicht?Vahl nickte wieder mit dem Kopfe. Ich möchte beschwören, daß nur je,nand, welcher des Losungswortes mächtrt! mtt iO" Yiff Tsit.f!f'sT 1tfns wjvivwvn wi tvik.v(ikyv .'. iuuvji haben kann!" stieß er hastig hervor.' Lindemann schien diese Antwort erwar tet zu haben. Auch der finstere, fast feindliche Blick, den der Kassirer dabei auf seinen Herrn geworfen hatte, schien ihn nicht zu überraschen. Er wendete sich vielmehr gelassen an den Polizeicomzmlsar. . .. Haben Sie die Güte, nachzusehen, Herr Meincke, "öS nicht vielleicht irgend eine verdächtige, Spur d'er .Aufmerksamkeit dieser beiden Herren ensJängen ist,"' Jch habe mir bereits gestattet, hiersuj mein Augenmerk. zu richten," entsegnete, dieser, der bereits .einige Male scheinbar absichtslos in dem geräumigen Lokal mit über dem Nucken zujawmenge-' faltetiii Händen auf und ab geschntten war, dabei aber mit Luchsaugen jeden Gegenstand betrachtet, die Fenster und Thüren und die Schlösser derselben unersucht hatte. Äuch ich gtaybe durch aus nicht au einen Diebstahl von außen hir,"'vetsicherte er lakonische wenn mir indessen einige Fragen gestatter sind. . Bitte!" Habeg Sie die Güte," wendete sich der Commissär au den Bankier jmir mitznthulen, ob die' AuSgangsthür Abends verschlossen wird?" 'Selbst.cdend." - - '.' - "3 Und wer bewahrt deu Schlüssel auf I" Statt snnes DefS antwortete der Cajsirer. Ich haKige.ihu. jeden, Abendz . vor mkincm,'caal:ae dem''Bureau!)leZ r-.lr ein." -' Ich bitte, bemerken wouen", siel Spindler tu scharfem Tone ein, daß dieser' Diener, welcker bereits Met :n,5l? ZaZre in meinen Diensteh ßeht und -für i dezscn Treue Ich mich verbürge, allabendlich bort aus jeuem Vcpha.Zchlaf'WaL ' " t: i ' l'il r . ' 4( ,,, .i' : Vt,' : i, wr bet dcete' er mit1 der an5a?ü?,6k, Rechten auf ein lede,nes Schlafsopha, l welches im Hintergrund an der zum obe-

'tm Stockwerk sührenden' Wendeltreppe der entgegengesetzten Wand sich befand. Befindet er sich zusällla zu Hause? Spindler niÄte mit dem Kopfe. Dann gab er einem Angestellten Auftrag, den Diener herbeizurufend Schon eme Minute spate? erschien dieser und, oerbeuate sich linkisch vor dem Richter. - ' . Haben Sie. beute Nacht aus jenem Sopha dort, geschlafen?" frug ihn der Nichter. . ' Wie immer!" Um welche Zeit gingen Sie zu Bette?Es mag gegen halb elf Uhr gewesen seitt." ' - Haben Sie kein Geräusch die Nacht .gehört?" . DerDiener schüttelte den Kopf. Hier unten nicht," brummte ev nach kurzem Zögern initeiium verlegenen Seitenblick auf seinen Herrn. ' Freilich in dcrPrü vatlvohnuug des Herrn Sxindler oben ging es heute Nacht um dielfte Stunde etwas. laut her. . ..ich glaubte, sogar die gnädige Frau schluchzen zu hören. 7.... aber da ich meinte, es fei vielleicht in kleines eheliches Zerroürfniß, legte ich mich aus'S Ohr und schlief gleich fest ein." . Was sagen Sie da, Nösner?1 'um terdrach ihn der Bankier kopfschüttelnd. Jch bin ja erst heute Morgen nach ein .Uhr. aus dem Klub heimzek?hn. . ,.T ich sprach noch einige ivenige Worte mit meiner Gattin, aber in größter Herzlichkeit." . - uLindemann räufpcrte sich. Sie beharren dennoch bei Ihrer Aussage?" fruq er den Diener. Dieser schaute betroffen auf .seinen Herrn. Mir war's wenigstens so, als ob ich Y gnädige Frau laut hatte, roeiiicir boren " Haben Sie einen leichten Schlag". .Das 'kann ich nicht gerade sagen manchmal freilich wache ich schon bei den, PH mm m m (

geringsten eraujcy aus, wenn zum wtu i spiel Herr Spiudler herunterkommt und ach dem Perzchluije der Jeajje fleht." . Ereignet sich das öfter?" " Aeutzerst selten." War er diese letzte Nacht auch hier unten?" DerDiener schüttelte eifrig verneinend den Kopf, Oh nein. . ..ganz gewiß nicht!" 1 - . Der Fall wird immer räkhselhafker," begann der Beamte mit emem durch boh r,. vu; k. m??. Wt, IVHVM AMU UH VV)I VMUVM . ,.f . m. kam es aber, daß Sie, eine verhältmzzmaßlg so große Summe über Nacht im Hause behielten?" Wir pflegen nie weniger ' Baarvorrath zu haben .... wie Ihnen übrigens auch mein Kassirer bestätigen wird. . . . " Abermals sah Lindemann mit seltsam aufleuchtendem Blick auf den Bankier und räufperte sich. Dann deutete er auf die Wendeltreppe. Wohin führt jeue Treppe?" ' . . ' In mein Prioatkabinet . . . . außerdem uoch nach meiner im ersten Stock beleamenWobnuna.". &m u sie der Eommissar Lindemann frftnhut hn yrmel C& fuid sterte er in leisem, nur dem Nichter vet--1 ' 5nVT;m IiaUOUCgClU VRC. Diefer hatte die Stearinflecke ebenfalls bemerkt, und als er nutt verstohlen ihre SvuD.auf dem Boden verfolgte, nahm er j zu seinem Befremden wahr, daß dieselben lieh unverkennbar nacy der cicyiung oer Wendeltreppe hin bewegten. Wieder schaute er mit seltsam sragendem Blick den! Dankier 'an. Ist . es Sitte bei Ihnen dajz . im Geschaftslokale hier Stearinkerzen gebrannt werden?" Spindler schüttelte den Kopf. Niemals," sagte er. .Jch habe es , für alle' Mal auf das Strengste verboten." , .vielleicht gebraucht der Diener vor denr. Wchlafengehen eine brennende rzN Vikckt dych. .... er hat zu diezem Zckck.' de 'ßröch knst,uir, L,er ichlwr.lch Sllig . f.r. sicher ist und auch die ganze Nacht hindurch brennt. Sie selbst benutzen auch kein Stearinlicht, wenn Sie Nachts, emmal'die Kasse reoidiren?" Der Bankier schien überdiese Zu, mnthung beleidigt. Würde ich es alsdann meinen Angestellten so streng verbieten? , gab er in gereiftem Ton zurück. Lindemann schmieg eine kurze Weile) dann wendete er sich wieder an den Ban kier. . 'Sie werden mit schon gestatten müssen, meine Nachforschungen weiter auszudehnen." Wollen, Sie die Güte haben, mir zu folgen. . ..auch Sie, Herr Vahl. wenn ich bitten darf," sagte Spindler, sich nach d?r Wendeltreppe wsldend. ' Auf dem ersten "Absatz derselben hielt er wieder inne. Sie gestattet vielleicht, daß ich' zuvor meine Gattin benachrichtige. . . .in der gerechtfettiHten Aufregilna der letzte Stunden habe ich es ganz iub jj versäumt, sie von den Gcschehttlssen in Kenntniß zu setzen, es .würde sie nun vielleicht erschrecken, so ohne Weiteres, fremde Herren in unsere Pr'ioatgcmacher ilüreten zu sehen." , ßs wäre mir angenehm, wenn Sie mirj gestatteten, mich gleichzeitig bei Ihrer Frau Gemahlin' meiner Anwesenheit halber zü entschuldigen," -siel ihm der UlttersuHünghrlchterin's Wort, wäh-' rend er sich änsch'ckte dem Bankier unmittelbar zu folgen.' . Dieser schaute ihn erstäunt, uttb verJetzt an. Nun, wie Sie wollen,", sagte er dann unfreundlich uud begann, die .Wendeltreppe vollends zu ersteigen. "Die drei Herren solgty, ihm, während die beiden, Geheilnpolizistett unten !m Keschäftölokake zurückölteben. Auf einem, schmalen Absätze ungefähr in Halber Treppenhöht. blieb , her Bankier stehenHier," sagte er zurNechstn deutend. Miese Thür führt in mein PrioatcabZuet, während zur, Linken die Treppe, nach meiner Privatwohnuna wciterführt:..." . , , ,,, . f Jni welches Zimmer .mündet sie tllit't-'-'fi-"'- - r v . . , i jSrfe! ?B3??Hmer; das unmit: telbar an uuser. gemeinschaftlichef Schlafzimmer,Lnz .. v -() !: ; i Wir wollen uns zuerst! nach dem Cabinet begeben," entschied der Unter-

suchungsrichter Und klinkte auch sogleich die betreffende Thür auf. - Die Herren traten ein. Aber schon der erste Anblick belehrte sie darüber, daß sie in diesem Raume keine Spuren ent decken würden, welche die Aufsindung des Schuldigxn erleichterten., Alles. befand sich in geradezu peinlich zu nennender Ordnung, sa daß die Herren schon nach kurzem Verweilen sich weiter begaben. Nur Vahl blieb zurück. Die furchtbare Erregung; in der er sich naturgemäß befand? hatte .einen " Schwäch erstand bei ihm gezeitigt, dessen er sich nicht langer erwehren ' konnte. Mit einem Aechzen sank er in den nächsten Lederfauteuil und verhüllte das Angesicht mit beiden Han den. . . Inzwischen hatten, die Anderen das Wohnzimmer des Bankiers betreten, :in welchem, das Dienstmädchen noch mit 'Aufräumen beschäftigt war. - HÄndemann hatte wieder den Blick nachdenklich .auf deu Boden gesenkt; er hatte wahrgenommech daß : einzelne Stearinflecke sich nicht nur über .die ganze. Wen dcltreppe verstreut gezeigt hatten, sondern auch aus dem Teppich des Wohnzimmers ihre Spuren sich verfolgen ließen. ,Sie deuteten auf eine Flügelthür, .welche der Wendeltreppe entgeg.engefetztwar.Ossens bar hatte Jemand in höchster Eilk sich eines StearininlichteZ bedient und vermüthlzch intzhochgradiger Erregung, gar nicht wahrgenommen, wie durch ein unbeabsichtigtes Schieshalten.des Leuchters da und dort sich Tropfen abgelöst und zu verrätherischen Zeugen nächtlicher Tha tigkeit sich verwandelt hatten. Wahin führt jene Thür?" Mg er den Bankier. ..In mein Schlafgemach. a Der Untersuchungsrichter wollte schon aus dieselbe zuschreiten, als ihn Spind

ler rasch beim Arme faßte. . Ich bitt um ein wemg Gevuld . ... meine zrau kann sich eben bei der Toilette besinden.".... " Das Dienstmädchen, welches mit weit aufgerissenen Augen dem ganzen Voroang bisher zugefchaut hatte, mischte sich zetzt ins Gespräch. . i Die gnävige Frau ist n!Ht zu Haufe . ... sie ist schon osr beinahe zwei Stmu den fortgegangen.. ' Der Bankier drehte sic yastig nach der Sprechenden um. Was sagen Sie da?" frug er betrogen. Meiite Frau ausgegangen? um diese frühe Tägesstaude und ohne mir ein Wort zu sagen sehr seltsam...." . Ja, mir kam? auch so sonderbar vor siel das Mädch:n vorlaut ein. Die gnldige Frau war überhaupt so ganz anders, wie sonst. . . .sie kam mir so komisch vor. . 'Spindler runzelte die Stirn. WaZ ist renn dasfüc ein albernes Gerede?", zürnte er. . .. , Aber es ist doch so fragen Sie nur das guädige Fräulein," berichtete das Mädchen wieder. Die, gnädige Frau ist furchtbar aufgeregt gewesen. .. schon die letzten Wochen über hat man sie fast gar nicht mehr gekannt. .. .aber gestern Abend, als sie ebenfalls ganz allein fortgewesen war, da ist der Herr Baron von Sencken dagewesen und hat aus sie gewartet und. ... Herr von Sencken bei meiner Frau?" rief der Bankier kopfschüttelnd, da werde ein Anderer daraus klug. . . .meine Frau würde mir doch etwas von der Belästigung durch diesen , unverschämten Besuch gesagt .haben!" Ader, auch Lindemann schante das Mädchen mit großem Blicke an. Was 'konnte den Baran veranlaßt haben, gestern Abend also unmittelbar nach seiner mange!nds.BeweismaterialS halder erfolgten Freilassung der Bankiersgattin einen Besuch zu machen? Unwillkürlich siel sein Blick in diesem Mos mente auf ein großes, in prächtigem Goldrahmen befindliches Oelgemätde, welches eine junge Dame,, von zarter Schönheit darstellte. DieÄerwunderuig des sonst so kaltblütigen Untersuchuttgsk richters verwandelte sich in augenfällige Bestürzunz. Mein Himmel!" rief er nut halbullterdruckter stimme.' Das ist doch Fräulein Alrgelika von Walden wie sie leibt und lebt. ' Der Bankier hatte seinen Ausruf geHort. und nickre nun mit dem Kopfe. In der That,; Sie haben Recht", versetzte er. Das" Bild, eine vortreffliche Jugendarbeit des Professors Gassow, stellr meine Gatti ein Jahr nach unserer Vermähluttg dar . . . ..Dieselbe ist in der That eine, geborene .von Walden haben Sie meine Frau vielleicht früher getat? Lindemann vermockte sich immer noch nicht ganz von der Nachwirkung seiner Ueberrafchnng zu erholen. Er nickte mit demKopfe. Ich bin ein Landsmann Jhrir Frau Gemahlin," erklärte er dann. DanU wendete er sich plötzlich .direkt an das Madchen. Kennen Sie 'den Baron von Sencken so gimrn, daß Sie behaupten können, daß er es gestern Abend gewesen ist, der bei Ihrer Gebieterin einen Besuch abgestattet hatte?" frug er in ersichtlicher Erregung. Das Mädchen starrte ' ihn betrogen an, dann schielte sie uf hren Herrn, der kopfschüttelnd dabei stand und offenbar die Handlungsweise Lindemanns noch viel weniger begriff. Reden Sie!5 herrschte dieser sie an. Ich bin der königliche U'ttersuchungsiichter und fordere "Sie auf, mir streng der Wahrheit gemäß Antwort zu geben, die unter Umstättden. von sehr graßem Werthe sein kann!" - . - Das Machen knirke verschüchtert. Aä', D? li:ber Gott. . . . ich werde doch den .errn Zaron kennen.... er ist ja der Verlobte von unserem gnädigen y ' ü , " b raulem...." : Neues ' heftiges Staunen des UnkersuchungörichkerS, das noch durch, denckn brüskem Tone - gegebenen Bescheid des Bankiers vergrößert wurde. . : Gewcseni . . ich habe heute Morgen schon 'diesem Herrn Baron ein für allemal kund zeztbeu,,. daß nach den stattgehabttnOorklommnissen der letzten Tage an kein Bnlöbniß Mehr zu denken sei . . " Erlauben Sie. . . " frug LindeNtänn jetzt..' 'MieseGHer von Sencken ist heute früh bereits auch bei Ihnen gerieien?'. .:. w4 , '?V , i SpinLler ,, n dte: ärgerlich mit den Kopfe. Ja rein geschäftlicher Angercdcntert f ifagre j ;b Er prasenI tirte mir drei ordnungsmäßig ausgestellte

Checks von der New Yorker Banksirm V. Johnson & Brothers im Gesammt? betrage von 50.00 Dollars...." - Lindenmnn setzte sich auf den nächste, Polsterstuhl und starrte den Bankier ein. kurze Weile hindurch sprachlos anv Dam stand er "in großer Hast plötzlich wiede, v: seinem Sitze auf. t 50,000 Dollars!" schrie er, vor einem amerikanischen Bankhaus ausge stellt. . .. wisseu Sie nicht, Herr, daj dieser Baron vo, Schulden kaum irieh, sich zu helfen gewußt hat?! ...." Ich wunderte mich -auch darüber. . . . Da er aber unglücklicher Weise gerade h dem verhängnißvollen Augenblicke mein Lokal betrat, als ich eben erst von dem stattgehabten Einbruch unterrichtet worden war, sehr anmaßend auftrat und dit Checks' in bester Ordnung waren. . .... ich zum Uebersluß auch schon von m-u nen New Yorker GelHäftssreundek ihretwegen benachrichtigt worden war uni schon meiner geschäftltchen Ehre halbe, mir in einem svlch kritischen Augenblicke durchaus keine Blöße.vor jenem verächt: lichen Menschen geben durfte, ertheilt ich eine Anweisung auf Bleichroder. . . Sie haben einen verhängnißvollex Fehler begangen ! versetzte Lindemann ungehalten. Es wäre Ihre Pflicht gewesen, den notorisch vermogenslozen Menschen, der gar nicht in dem rechtlichen Besitz solch großer Summen sein konnte, anzuhalten!" Dazu hatte ich kein , Recht. . .. Es kommt tagtäglich vor, daß Checks, die immer auf den Inhaber lauten, oft auf sehr erhebliche Betrage sich beziffernd, yon Lehrlingen oder fönst ganz unbedeutenden Personen abgehoben werden. . wollte man einen Jeden nach seiner Berechtigung fragen, dann hörte das ganze Bankgeschäft überhaupt auf " Lindemann wendete sich an den Com: missar. Haben Sie denn im Fall

.Brswn nicht den hiesigen Firmen e,n rH ... f rr enacyNWllgung zugeyen zaen.... ti wurde- doch von Checks ausgesagt.... Der Beamte zog die Achseln hoch. DäS ließ sich nicht ausführen, da ja de, Verstorbene sich dieser Checks, falls et solche überhaupt besessen, zu feinen Lebzeiten in völlig legaler Weise entäußert yabeu kann.... auch gesetzt den Fall, daß diese Checks mit den von Herrn Svindler respektirten identisch waren, so beweist das gar nichts. . . . Kann der Baron, der ja in dem Rufe eines, überglücklichen Spielers steht, nicht in völlig kinwandsfreier Weise feinen Be: kannten, den Amerikaner, auZgrbentelt und an ZahlungSstatt die Checks erhalten haben?.... Der einzige Mund, der darüber Auskunft hatte geben kön: nen, ist für immer verstummt. . . . irnd welche Maßregeln wären demzuso!g

vollkg unnutz gewesen und nur auf ein ungerechtfertigte Belästigung des rechtlichen Publikums hinausgelaufen." Lindemann mute den SchlußfolgeZungen seines Untergebenen Recht geben. Er wendete sich nach kurzem Nachdenken wieder an das Dienstmädchen. Empfing gestern Abend nach Ihrer NückkunstFrau Spindler dcnBaron?" Gewiß. . .. er war sogar über eine Stunde noch bei ihr im Salon.... ich habe mich darüber gewundert, denn 'die gnädige Frau erschrak gar sehr, als ich ihr den Namen des Herrn Baron nannte.... dann hatte sie eine sehr laute Unterhaltung mit diesem.... es klang fast wie Streit, aber da die Herrschaften im .Salon waren, konnte man ihre Stimmen bloß hören, aber nicht verstehen. . . manchnzal war es sogar, als ob die gnädige Frau laut schluchzte .... Sie hat, schon einmal eine solch' heftige Unterredung mit dem Herrn Baron gehabt ... und da ist es gerade fo wie gestern .gewesen. . . . Der Herr Baron ging fort und als ich in den SaIon kam, da lag die .gnädige Frau ohnmächtig auf denr Böden. Svindler schlug erschreckt die Hände zusammen. Um Gottes willm...... was soll das heißen!" stöhnte er auf, dem Dienstmädchen fassungslos in das Gesicht starrend. ' Meine Frau. ... und der Baron. . . . unmöglich .... wie käme sie dazu.. . . ohnmächtig, sagen Sie. . . . Nber warum haben Sie mir das nicht schon längst mitgetheilt?" Weil es mir die gnädige Frau verbo im hat. ...hätte ich freilich gewußt.. ." Lindemann war tiefernst geworden. Es ist bedauerlich, daß Ihre, Frau Gemahlin abwesend ist," meinte er; Der Bankier wendete sich in großer Erregung an das Dienstmädchen.' ' Rufen Sie einmal meine Nichte. . .. shne Zweifel oeiß diese, wohin meine Frau gegangen ist ..... " Aber auch die ' herbeigerufene Dora, welche bestürzt die Namen und den Stand der sich ihr vorstellenden Herren erfuhr, wußte nichts über den Verbleib ihrer Tante, mit der sie seit dem verflossenen Abend nicht mehr gesprochen hatte, anzugeben., Einige Fragen des Untersuchungsrichters beantwortete das junge Mädchen mit scheuer Zurückhaltung. Kopfschüttelnd nahm Lindemann wahr, daß seine Frage, ob sie ihren Bräutigam gestern Abend ebenfalls im Hause angetroffen habe, bei der jungen Dame einen Schauer des Entsetzens wachrief. Dann begaben sich die Herren in das Schlafgemach des Ehepaares. . Auch hier ließen sich in der Nahe der Thür einigeMtearinspritzen auf dem Bodentcppichroahrnehmen. Sie kamen gestern Abend spät nach Hause?" frug Lindemann, der inzwischen sich .bereits davon überzeugt hatte, daß uf beiden Nachttischen zur Hälfte herabgebrannte Stearinkerzen fn den Leuchtern steckten: Auf dem einen Tischchen stand außerdem noch eine kleine, zierlich gearbeitete Sicherheitslaterne. ' Spindler nickte. Ich war im Club ....Sie sind ja auch Mitglied, Herr Lindemann . . . .man sprach sehr viel von der überraschenden Haitentlassung eben dieses Barons von Sencken. ..stritt über Schuld und Unschuld desselben .... einige befreundete Iuriflei; erzählten mir, daß .die Euthaftung hätte verfügt werden müssen, weil auf die energische, durch einen der ersten hiesigen Nechtsanwälte' eingereichte, Beschwerde Scnckens sich kein einziger direoter Berdachtsvunkt als stlchhaltkZ erwies F. nS . Lindemann hatte die Stirne gerunzelt'. Das mag wohl alles ganz richtig sein", brummte! er unwirsch. , Aber, ich hätte bie Euthaftung trotzdem nicht verfügt. .;:": ' - !:':;- : -t ',

denn es lebt " in meine? Brust die Ueber: zeugung. daß)..'..." f''"", .Aber aenug h'eroon !" unterbrach e,

ncy gieirn oaraux. le vegaven r t t - r t-'t vu un imm jju c un iruicu nai pcrs i . n k.., . r-....r r. ". ktLtt T. .F-. . ...iiT . . I mulmim zcytllsen. . .. vorder, vemerrlen Sie nichts Verdächtiges?" Der . Bankier schüttelte den Kopf. Nicht daß !ch wüßte sagte er. Ich traf meine Gattin noch wach an, sie hattl sich zwar ischon- zur' Ruhe begeben, aber.,.." Und merkten Sie derselben irgend welche scelische.Verstimmungan" Spindler schüttelte wiederum den Kopf. Sie war wohl ein wenig einsil: big", sagte er endlich; über ich 'legtedem kein Gewicht bei. . . . ich weiß mich über? hanpt nicht mehr auf alle Einzelheiten unseres jedenfalls nur kurzen Zröiegesprächs zu entsinnen denn ich hatte cänz gegen meine sonstige Gewohnheit dilrch die lebhafte Unterhaltung verführt, ein bischen viel Rüdesheimer Berg getrun ken und da mag ich wohl'ein wenig redselig gewesen fein."' Sonst wissen Sie nichts anzugcben?" Nein". . - ' Begeben wir uns wieder nach unten." entschied der Untersuchungsrichter. Er hatte die Slirn'gerunzelt und schaute mit zeltsam duitercm Ernst auf den Bau:ier. 3ch will meine Nichte beauftragen, uns die Rückkunft meiner Frau, die selt: sam lange ausbleibt, sogleich mitzutheilen. . . . aber wo ist sie denn hin," untetbrach er sich gleich darauf, suchend im Gemach sich umschauend. , Das Fräulein verließ vor etwa fünf Minuten das Zimmer und begab sich nach der Wendeltreppe," berichtete der Comukissär. der auch hier oben wieder uuablässig allen Dingen eine große Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Dann begeben wir uns auch in.das Geschlftslokal zurück," entschied Lindemann. Ich sehe zu meinem. Erstaunen, daß auch Herr Vahl uns nicht begleitet hat." Die Herren, schritten ebenfalls .nach der Wendeltreppe. Dem Bankier entging es bierbci, daß Lindemann mit den: Com-. missar einen vielsagenden Blicks misV tauschte, den dieser zum Uebersluß noch mit einem verstohlenen Kopfnicken erwie? dcrte. - - 10. Ernst war in des Bankiers Privatkannet allein zurüzeblicben und hatte sich fassungslos in einem Sessel niedersinken lassen. Sogroß auch seine , GedankenVerwirrung sein mußte, konnte er sich dennoch jetzt schon nicht' mehr verhehlen, daß seine Lage immer schlimmer wurde. .Er hatte den Kampf mit seinem ihm früher so gütig gesinnt gewesenen Chef aufgenommen und diesen, der ihm mißtraute, selbst zu verdächtigen gewagt. Vielleicht war das bange und verzehrende Gefühl in seiner Vcust nur der Neue über seine vorschnelle und ihm jetzt nncdel erscheidenen Handlnugsweise entsprungen. . . . wenigstens versuchte er sich dies einzurcden.... aber trotz alledem wurde immer wieder eine bedrohliche Stimmein seinem Innern laut, welche ihm offenbarte, daß er dicht vor einem unergründlich tlefen Abgrunde stand. Mit bleicher? verstörter Miene brütete er vor sich Hins als sich plötzlich die hu öffnete undDora,vor dem Ueberrajchtcn stand. Als sie den letzteren so unvermuthet oor sich sah, konnte sie einen Atkruf des Erschreckens nicht zurückhalten. - Wie elektrisirt sprang Ernst auf. Zu feinen erloschenen Blicken erwachte neue Glulh. Dora", stieß er hervor. ,Dora, Sie. . .. !" Das junge Mädchen war plötzlich sehr roth geworden und schien sich entfernen jn wollen, dann aber blieb sie wieder stehen und die Hände zusammensaltend, stammelte sie mit schmerzerstickter Stimme: Sie, Ernst. ... Sie sind es.... um Gottes willen, geben Sie mir Auskunft, was all das Entsetzliche zu bedeuten haben.. Polizei oben in der Wohnung. . ser Onkel in der fürchterlichsten Erregunz . .'. . Die Tante fort .... Niemand weiß wohin!.. Statt jeder Antwort ergriff Vahl ihre kleine weiße Hand und antwortete mit bewegt klingender Stimme : Ja, ich bin es, der vor Ihnen stett.... Der Ge fährte Ihrer Kiu'oheit ist beute eines ganz gemeinen Diebstahls angeklagt. . . . Ihr Onkel wird mich dem Gericht überliefern, und dieses noch in dieser Stunde mich verhaften!" Das größte Erschrecken gab sich in den Züea Dora's kund. Großer Gott!" fchne sie auf. Was sagen Sie da, Ernst?" " . Wie, Sie sollten noch nicht .wissen, was hier vorgeht?.... Hat Ihr Onkel Ihnen das nicht mitgetheilt?" . . Nichts ! reden Sie.. .. erlösen Sie mich aus dieser süchterlichen Unge wißbeit!" Ernst hielt an sich. Es hatte den Anschein, als ob er Dora irgend eswas, was er auf dem Herze'n trug, hatte mittheilen wollen.... Doch gleich darauf fchüttelte er resignirt wieder den Kopf und sagte traurig: Ich danke Ihnen, Fräulein Dora. für diese Antheilnahme .... es wird leider die letzte sein. . . . gestatten Sie mir deshalb,, daß . ich schkrige, nm Ihnen keinen unnöthiger -Kulumer zn mache und mir die Schmach, vor Ihnen erröthen zu müssen, zu ersparen.. . ..." ., , , .. . Aber Dora machte eine befehlende Geberde, Sie sollen mir Alles sagen . ... ich n,ill es .. .. Hören, Sie?" sagte sie in bestimmt klingendem 'Ton. , Ihr Onkel ist, ganz in der Nahe mit den Gerichtsbcamten . . ., ich, höre schon ihre Schritte .... sie tnüsien sofort hier erscheinen Ziehen Sie sich bitte, schnell zurück, damit man Sie hier nicht antrifft. ,.". üt m-1 ; . s Dabei drängte er mit sanfter, Gewalt Dora dem Thiirauszange-zn und,!jchloß dieselbe wieder hinter, ihr. ,; , ; t Gleich darauf traten die drei Herren i .V 1 '.' " ' '" V ' '""II ' ! il1 's11-11''!! "!!' ?! t i.'1'! f V w.eoer ein. z, ? 3 , .ufei, S5er Untersuchungsrichter war bei seinem Einlritt sehr'gemessen ; man merkte es seinem entschiedenen Gesichtsausdrucke an, daß er sich schon über den vorliegenden Fall im Klaren befand., Nur hielt

e? offenbar , mit einem ; endgiltigen Be, i'Ü -' ' -'"l" '' ! '' ' ' i- ' ,,,r,'-' schlujje Noch'znruä . Unsere Nachforschungen haben kein anderes Remltüt ' eraeben." säate der

im.. - r ,', ,v. zuanrier in imarkem one ui aki VnrK -"V ' ',. . . l-J, i.' i -7 Wir beharren deshalb auf unserer ersten M'inunq . ..." . ' ' ' Ernst sah seinem Chef mlt durchdringendem Blick in. die 'Augen. 'Ich zweifelte nicht daran," sagte er emfach. ' ' Lindemann schien auf diese Aeußerung keinerlei Werth zu legen, ersuchte vielmehr die Herren, sich mit ihm hinunter näö dem Kassenlokal zu begeben. Dort - angelangt, ließ er sich den Arbeitsplatz des Kaj sirers zeigen, wahrend der Kommissar wieder sich scheinbar absichtlos dem Kassenschranke näherte und dns Schloß desselben mit einer Loupe zu untersuchen begannt Mit einem Male lieF er ein leises überraschtes Pfeifen hören. 'Lindemann' wendete sich nach ihm um. Haben Sie eine Entdeckung gemacht?" frug er. ' :. 5 Der Kommissar nickte mit dem Kopse, wahrend er den ebenfalls näher tretenden Bankier mit einem eigenthümlich funkelnden Blicke maß. - O, es ist nicht von Bedeutung", meinte er in gedehntem Tone. Es siel mir nur auf, daß das Schloß' des Schrankes offenbar mit 'einer gewissen Gewalt geöffnet worden ist." Woraus schließen Sie daö?" frug ihn der Unteriuchungsrichter begierig. Hm, bitte, bemerken S'e vielleicht hier an dem Scklosse, dicht über der Thür, einige offinbar ganz ' frische Schrammen?" Lindemann bat um hie Loupe und überzeugte sich alsdann durch eigene Au gen davon, daß eine Schramme offenbar durch daS Abgleiten des Schlüssels auf der spiegelglatten Oberfläche desSchrankes verursacht, von ungefähr zehn Centimetern Lunge unmittelbar über dem Schlüsselloch sich befand. Ich sehe eS genau . . . .abtr was soll das beweisen?" frug er. Hm, meiner Meinung nach kann es unmöglich eine ftemde Perso gewesen sein, die den Einbruch verübt hat," entgegnete der Commissar mit einem neuen bedeutsamen Blick auf Svindler. Die Kasse ist äußerlich vollständig in Ord nung und die Oesjnung desSchlossts kann. daher nicht mit einem fremden Ju? strument bewirkt worden sein. Ich verwette meinen Kopf, daß der Einbrecher das S schwort sehr genan gekannt und auch den richtigen Schlüssel zur Begehung des Verbrechens verwandt hat l" Ganz meine Meinung." siel ter UntersuchuugSrichter ein. Die von Ihnen erkannten Thatsachen stehen ebenso , ünumstoßlich bei mir fest. . . .es bleibt mir nun nichts mehr weiter zu thun übrig,, als, . . f Doch zuvor", unterbrach er sich, mochte ich mit Herrn Spiudler noch ein kleines Gespräch unter vier Augen haben!" . .Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung," entgegncte dieser. Die beiden Herren begaben sich in das Privatcabinet des Bankiers zurück. Herr Spindler," begann Lindemann, während er sich dicht vor dem. Genannten aufstellte und diesem mit scharfem, nachorücklichem $QU& in die Augen schaute, wir sind jetzt allein. . . .und ich muß Jh? nen sagen, daß meine Untersuchung ein sehr seltsames Resultat gezeitigt hak Und das wäre?". Ich glaube nicbt daran. daß Ihr Kassirer, den Sie offenbar im Verdacht haben, sich des Vergehens, schuldig gemacht hat." ' ' Ah, wirklich, in der That, das ist eine überraschende Entdeckung I Hören Sie mich an. Älle Wr scheinlichkeitsgründe sprechen gegen ane solche Annahme. . . .ich , will ganz absehen davoNj daß das Benehmen des jungen Mannes mir durchaus nicht den Eindruck eines schuldbeladenen Menschen' gemacht hat, ich will zugeben, daß es sehr abgefeimte Verbrecher gibt, welche ihr Benchmen unverfänglich einzurichten wissen, daß man sich selbst als erfahrener CriminaliK im ersten Augenbluk täuschen lassen kann, aber, abgesehen davon, spremen eine aane Reibe von Gründen aeaen hie, Annahme, daß. Ihr Angestellter die That begangen hat l: -Diese ztl hocen, märe ich wirklich begierig," entgegncte Spindler, während er unmuthig dieAchseln zuckte. Unsere genauesten Nachforschimgen," fuhr der Untersuchungsrichter fort, haben zur Evidenz ergeben, daß der Einbrnch nur von innen heraus begangen worden sein kann. Jbr Kassirer hätte sich also nothwendiger 'Weife in das Kassenzimmer einschließen oder von dem Bankoiener nächtlicher Weile die Thür öffnen lassen müssen. . .." Beides ist durchaus ausgeschlossen für Nosner stehe ich,-r ist keines Schurkenztreiches sähig. ..." Nun, ia in kauu Herr Vahl auch nicht der Schuldige sein . . . . " Aber Spindler lächelte überlegen. N'ldir ist es dennoch", sagte er indes N.mmtem Tone. Warum verharren Sie nun fs nachiaicktich hii dieser Muthmaöuna. Herr spindler?" . ' .WarLm? . . . . weil entweder er oder ich ku znn einer von unS Seiden no - we,l)igw.'ise der Dieb gewesen sein mu:- : Lindemann gab keine Antwort, sondern schaute den , Aornroüthigen nur .unverwandt ernst an. ' .: Wer sagt 'Ihnen denn. Herr Unter suchungsnchterMfuhr dieser hitzig fort, "daß dieser Undankbare die ?!acht zur Ausführung eines schändlichen Verbrcchcns benutzt hatt.... kann er nicht , bcrcitS am , gestrigen Abend . in kühler llcberlegung das Bübenstück verübt haben?" 1 ' (Fortsetzung folgt.) " S ämul t li ch e K ra f t m a chinen der Erde liefern nach einer Anqabe des Koämo5"' eine Arbeit von 4S Millionen Pferdekräfte Diese Leistung ist 'ungefäbr gleichwerthig einer Arbeit von einer Milliarde Menschen, d. h. f-st der ganzen Bevölkerung der Erde. Die Lerthciiung der Kraftmaschinen auf die hauptsächlichsten Länder gestaltet sich dermaßen, daft auf die Ver Staaten' von ' kräfte entfallen.

SZordamerika 7$, aus tnglaztd 7. auf Deutschland 4$, auf Frankreich 3 und ins Oesterreich Millionen Pferds

Gin seltser Fund. Im Jahre 1627 mrternahmen ein! Schüler der Klosterschule , Noßleben bei , Artern einen Ausflug nach der oberen Unstnltgegend und kamen dabei auch in das am südlichen Füße der Schmucke ge legene Dorf Gorschleben. Es wird urkundlich bereits im 9. Jahrhundert genannt und ist der Geburtsort des derlihmten Seth, Calvisius, welcher als Leipziger Kantor einen entschiedenen Ein. flutz auf die.Musik der Deutschen im 16. Jahrhundert gewann: Ein Porträt von ihm hangt in der Gorfchlebener Kirche. Die alterthümliche Gestalt dieser Kirche bestimmte die genannten Noßlebener Schüler', wie dies häusig die Touristen thaten, sie sir öffnen zu lassen, um die darin bcsindlichcn MerkOürdigkeiten n

zusehen. Ver dieser Gelegenheit geschah M, MB AA A.A..UiA lakiiAM. T" W nun vwtii uuijcücuHic jciijuuic lyuiiu. Im Thurmgemäuer, hinter einem Ge, ' ' r ' fr t mQioc, nacu einer sezinung zucymo; sanden sie daselbst versteckt ein- auf Pergament geschriebene Urkunde, auf .deren auzzerer ttmyuuung die Wette: uta hnrnanae ßuxae et rnolailus saepe Sa -aäversa rnutandur. Fahre nbracli 1. L." zu lesen waren. DaS Pergament enthielt in deutscher Sprache und angefügt in lateinischer Uebersetzung, eine vom ersten Protestantin schen Pfarrer Johann Fahrenbruch, der . früher hier Vikar beim TrinitatiSaltare gewefen, mitgetheilte Schauerzeschicht:, mit anaclcklokienen !?rderunaen für den Finder des Pergaments.. Vikar Fahren bruch erzählt, dazz der Edelmann aus dem Nittersitze Gorschleben, Sodo und Germar, der lange in Italien gelebt, nach dem Tode seiner Frau, einer Italicnerin, mit seiner einzigen Tochter Stell in die Heimath zurückgekehrt und hier bald gestorben sei. Stella hatte einen, Bräutigam Erwin von Housen gehabt, der kurz vor Vollzug der Verheirathung von einem Nebenbuhler, dem Junker von Altendorf, in der nahen wüstliegenden Johanniökirche meuchlerisch ermorder worden. Stella hätte sich zu Tode oe grame und aus dem Sterbebette dem Vikar eine große Summe m Gold gülden und kostbaren Schmuckstücken zur Ver wendung für Seelenmessen und ui fromme Zwecke eingehändigt. Die Gefahren des losbrechende Vauernaufstands hätten den Vikar veranlaßt, Gold und Kleinode zu vergraben bis zu siche rer Zeit. Sollte er vorher sterben, so möge der Finder den auf dem Pergament niedergeschriebenen letzten Willen Stellas bei seinem Seelenheil und christlicher Treue befolgen und von dem Schatz, dessen Versteck genau angegeben war, einen Theil als sein Eigenthum behal ten. Ausiällia war nur. da abrenbruch. der zum Lutherthum überging, hier Vastor wurde und noch lange 'lebte, daS Testament nicht selbst vollzogen hatte. Der Pergamentfund erregte gewaltiges Aufsehen. , Es mischte sich die Negierung in die Sache; Nachgrabungen wurden angestellt, Ortsuntersuchungen vorgenommen, aber nichts gefunden. Die Urkunde blieb in den Händen der Regierung. Das Vtäthsel sollte sich erst nach fast einem halben Jahrbundert lösen. Ein junger wisscnfchaftitch gebildeter Gutsbesitzer, welcher die Lokaleschichte kannte, hatte die 'Schrift sabttcirt und dergestalt in der Kirche versteckt, daß sie bald aufgefunden werden mußte. Seine heimliche Freude über die Täuschung ver-. wandelte sich fedoch in Angst, als er die ungeheure Aufregung, welche der Fund hervorbrachte und die Betheiligung der Staatsregierung bei der Sache wahrnehmen mußte. Wohlweislich behielt er das Geheimniß für sich und hat es erst auf feinem Sterbebette enthüllt. So loste sich eine romantische Ueberlieferung des 16. Jahrhunderts, die auch novell! stifch 'behandelt worden ist, in Die Nonne von Gorschleben" von Otto Mo ser und Stella" von Armin Stein, als übermüthiger StudentenscherA auf. mm m , - S ,ch l i m m e W e i h nachten hat ein deutscher Ingenieur auf eine Reise nach Italien gefeiert. Herr C., technischer Beamter einer großen Maschinenfabrik, hatte auf seiner Nömerfshrt einen ersten Halt in Trient gemacht und wollte am Tage vor dem' Feste die auf d:r Straße nach Pergine besindliche Wasserfperre mit dem großen Wasicnall bei Pontalto besichtigen. Er lieh sich von der Kellnerin des Gasthaufes am Pontalto, nachdem er die seftgesetzteTan von 30 Kreuzern erlegt hatte, den schma len und theilweife in den Felsen gehauen nen Pfad zur Sperre hinabführend Als feine Führerin etwas zurückdlirb, kam ihm der Gedanke, daß man im Gasthaus seine mit Goldstücken, gefüllte Börse zze, sehen haben konnte und ihn in. diez'ee stillen Schlucht berauben wolle. Von dieser Wahnvorstellung erhitzt, zog e seinen Revolver hervor und gab, UM etwa in dkr Nähe besindliche Leute a sich aufmerksam Hl, machen, einen Schuß ab. Seine Vegletterin, im Glauben, daß der Schuß auf sie abgefeuert worden sei, flöh und schrie in wahnsinniger Angst: Hilfe !' Räuber! Morder ! . Auf diesen Schreckensruf eilte der Wirth herbei, er blickte den Fremden mit erhobenem $t volver, stürzte sich muthiz aus ihn Und warf ihn zu Boden. Der Letzters glaubte nun thatsächlich von .Näubern überfallen worden zu fein und wehrte sich mit allen Kräften. In dem heißen Ningkamps. der sich nun entspann, erlag er, wurde intmiiiitrt nnSUfihftnn hen hfrhftifehttts I f ( W htf'mw w nen Gensdarmkn übergebend. 'Troh' sc! nes Protestes wurde er als Gesanzencr nach Trienk escorkirt und in den Arresten öeö dortigen Krcisgcrichts untergebracht, - 44 I; r i!' 4 ' i H O t. f T j W ii;.1:. t a ui.' c t iti iiitruutit ,")iut, vii. (tciiu'b durchlebte. Dann erst wurde er, nachdin er htm ltiftr:.ii&Mnft&,riihttr hm Sachoerhalt in glaubwärdizer Weife dsr gestellt, aus dör Hsft-entlassen, umst sich aber noch wegen Tragens einer Wafje ' ohne Wasienpaß vor der GcrichNScharre rtt ?sMJsjisiVf .rt'f 'M'i " friTt' i,'ViVJU,Ut UUV Vlt UH4 UilV ) tUUtiIHfl ' Flecken, die er davongetragen, nerren den. Beamten, noch lange n dieses tragikömische Abenteuer .erinnerÄ imß -'m$ E i N"'MI,kHt?r a k fJfy e xl -&Ü chen: Papa wieviel . ist 4 ', ttiftäMM WgteM. zliBarlchenis 5DnBto:i mkin Lehrer also doch recht! w3$ sa't: nämlich 9. er lrHit cöer steif ktst. .z . ' , ,,,, f sVis-"j. itni 1 f , 'fi"r,fn 'n t !;; n .. MUUbtlUillll U L H 1 1 JJ 4 . ' I1 J.lUit''

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