Indiana Tribüne, Volume 13, Number 149, Indianapolis, Marion County, 16 February 1890 — Page 2

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Wilhelm Lübke s fiar

die ffenerve An die Nachricht anknüpfend, daß im M5ttichener Gcmeinderath ein Antrag auf Zulassung der fakultativen Feuerbestat? tunz gestellt worden, formulirt W. Lübke in der Allgemeinen Zeitung seine Ansicht über dieseNcform des Beerdigungswesens wie folgt: Daß unsere jetzige Art der Bceryz'gung eins derrohesten, abscheu, lichstm, nnerttäglichsten isi, die man sich irgend vorteflen kann.lvird zedem vorurthcilSlos uiü '.uube sängen Denkenden nicht erst zu beweisen sein. Nur die stumpfe Gedankenlosigkeit, mit der wir ni Hergebrachten, Mgcmemgkltigen uns rcäte r, - tx tä-aittttexbvmdtt' so lange Zeit die allgemein gilttge geblieben ist, a daß sie sogar in der Enipsindung der Menschen eine völlig unfinnige Pieiät",für H in Anspruch - nimmt. Ist ja dJchkelnder Zauxtründe gegen die öeichenverbrennung die Behauptung, daß dieselbe die Empsindungeil der meisten Menschen verletze. Welch' enorme Gedankenlosigkeit gehört dazu, sich einzubilden, daß die jetzige, Art der Beerdigung, bei ibfiüir dt,n "Jtorpr uner Lieben dcni ' ekelhaslett Verwesungsproceß über-: liefcrnmnb den iösdni mit peMe'nzlakifchrn Stoffen durchseuchen, der Pietät cutspreche! Wahrlich,man sollte glauben, roir wären von einer besonderen Vorliebe für das scheußliche Geschäft der Würmer beseelt, und trugen Bedenken, ihnen hre gräßliche Nahrung zu verkümmern. Wenn wir uns jemals klar' machten, aS das Schicksal unserer Lieben ist, die wir in den feuchten Schooß der Erde ver; senken, so würden roir entfetzt vor solchen Handlungen einer .eingebildeten Pietät zurückschrecket. " Leider ist die .einzig rationelle und. ästhetische Bestattung,' die durch Feuer, in Deutschland bis jetzt nicht blos uf den passiven Widerstand der gedankenlosen großen Waffe gestoßen, sondcrn auch fce lneisten. deutschen RegierungenHfätt'ilttdr' die, skeußlsche und die lachsijch haben' sic!)I auf die Seite des 'orurthcils und des Aberglaubens gestalt. Wo man die höhere Erleuchtung und de:i Fortschritt im Sinne humaner Anschauung hätte erwarten sollen, da ist gerade bittere Enttäuschung eingetreten. Hat man in Berlin doch sogar vor ciniZeit einem Ehe man n verboten, die Asche seiner Fran auf einem der Friedhose dÄrt'beizusetz'en. D!e einzige deutfch? Neieplng, welche so erleuchtet war, die Feuerbestattung zu erlauben, ist bekanntlich Sachsen-Cobnrg-Gothä, und bis auf den lzeutigen Tag. ist daher Goiha der einzige Ort in Deutschland, wo diese von der Vernunft und der Aesthetik geforderte Vestattungsweise ermöglicht ist. der Schweiz ist Zürich, das dort stets an der Spitze der Beweaüng marschlrt. Vorangegangen, in Italien aber sind gegen :iü Crematsricn bereits iu Thatigs, teil. Und da glaubt der deutsche Michel, die Schlafmühe tief liix die Ohm: herabgezogen, auf die Culturzustände Italiens stolz herabschauen zu dürfen!" j ' I " ' " mm Taö Vrdvevett im Theater. Am 14. Januar Abends halv Uhr, bat ein Erdbeben die .Bewohner von Klagcnfurt und anderer Ortschaften in Kärntcn in großen Schrecken verseht. Dasselbe siußertclsich . durch Heftige, rasch uf einandcMolLnde Stoße welchen ein NolleffVoranglng,' und dauerte gegen vier Secunden. Die Richtung der Bewegung scheint Süd-Nord gewesen zu sein. ie stärkste Wirkung vcrtirjachte das Erdbeben im Theater von Klageufurt. Dasselbe war stark gefüllt und die Ausführung bis zu ' jener Scene des vierten Elftes von Airch-Pfeiffers ;Ster scn Langer aus Gkogau" vorgeschritten, o Klörchcn Buren den, Iwan Wasilowitsch die Thür weist. . Da erfolgte der Eidbebensioß. Alles fuhr in die Hohe und in diese allgemeine Bewegung und Erregung ertönte aus der Hohe der ö!uf: Fcucr! Es brennt!" Zu Folge der allgemeinen Bewegung erhob sich eine Staubwolke vom Fußboden" des Partcrres. welchefast für Rauch .gelten sonnte. Ein Drittel etwa des Panerze-Publi-kunis, ein Theil deS Publikums der Logen und der Gallerie eilte durch die rasch geöffneten Noth- und übrigen AuSganze ins Freie, ein anderer Theil blieb, darunter der Landcsprasidcnt und. der Bürgermeister. Die Schauspieler hätten die Bühne" verlassen. Aus einer Loge des zweiten Stockes rief Direktor glsecr ins Parterre und nach der Bühne, es sei kein Btand, fondern ein Erdbeben gewesen, ebenso rief der Vürgermeistcr aus seiner Loge in die allgemeine Bewegung und der Ventsiziant Reiter ttataufle Äuhne Heraus und rief gleichfalls beruhigende Worte in das Parterre' Die Bühöe füllte sich mit der int Theater anwesenden Mannschaft der Feuerwehr, den Statisten u. f. w. Alles dies beruhigte das Publikum, dasselbe kehrte auf ferne Plätze zurück, und das Scück wurde zu Ende gespielt. Auf der Bühne selbst verspürte' malt das Beben kaum, die auf der Scene Befindlicheu wurden nur durch die Bewegung im Parterre und den Feuerruf in , ""r f ' 'iScyresrn vcrjer. Eine neue G e w e b e p fl a l! ze ist an den Ufern des Jaspischen Sees c ntd eckt w p rden TQ M an n euntsie Kanäsf . Dem englisch e :r C h em! k er u n I n gen lelir Vrackenbury ist es gelungen, aus den Fasern dieser Pflanze einen vortrefflichen, weichen, elastischen und atlasartig glänzenden Tenilstoff zu gewinnen. Der Faden ist fest und zähe, kann gebleicht und gefärbt werden. , Wegen seiner unge:neinen Wob! feilheit - und ' seiner außerordentlichen Dauerhastigkelt eignet sich das aus der Faser der Kanastpflanze hergestellte Gewebe piv Verarbeitung zu Säcken, Stricken und Packtuch und,ves-. ,uag hierin jeder Concurrenz' ürdtzett. Es'ist widerstandsfähiger als Hanf und bat dabei ein kleines specisifches Gewicht. Wenn sich der vortheilhafte Naf des neuen Gewebesiofss bestätigt, so dürfte er auf dem russischen Markte recht bald einen sehrhervorragenderl Platz beanfpruchen. - Trin kerwcisheit. Thu deinen Mund nicht unnütz auf, Red' was Gefcheidtcs oder saus! .

MaggieS Verehrung.

R.Min.Rfiiiiilin..

, tu?f yii. H)m JC-iy t iiiivtk, viy rs. , .xziiY. lirwUU ihre Arbeit sielen, aalten dem: Mitleid,' ,Du brauchn heute ck rntt ififxiittan Es itck aus m ch zuerte m -.. n, den wema spater nacn .Haukes v e-..

:m.i..a'f'"" . w w.Ty iinfi nif niinin i nrAntfn nii mir

.Maggie öem Frühst komme eiü D.:r Kommertienrath Wulfs war im Be riss, auszugehen, und xltj diese Worte lnö Wohnziinmcr hinein, wo feine Frau, eine Dame in den mittleren, Jahien, an ihrem Nähtisch beschäftigt war. 3ch will doch nicht hosfett, daß wieder eine Auktion Dein längeres Ausbleiben veranlaßt?" Die Stimme klang ein wenig scharf. Ich gch- nur dahin, um zu hören, wie hoch die Gebote, gehen. (53 V.sin& übrigen? ausgezeichnete Äilder, aber ich glaube kaum, da sie einen entsprechenden Preis erzielen, dazu sind die Zeiten zu schlecht." Ach, ich kenne Dich ! Selbst wenn Du letzt',sazst,'daß Du nichts kaufen wi'lst, bleibst Du sicher bei dem einen oder dem anderen Stück hängen. Alle Gemälde, die wir hier hängen haben die Commerzienräthitt warf einen verdriejzlichen Blick aus die Wände des Zim?, mcrö - sind nichts, als Geld, das Du auf diese Weise .weggeworfen hast. , Du solltest wirklich, ein .wenig mehr an die drückenden Zeiten denken.Iede andere Frau würde sich über eine solche Verschönerung ihseö Heims freuen," 'ief der- (ommerzicnrath aus, indem er seinen Blick voller Wohlbehagen über die schöne Gemäldesammlung gieiten. ließ, welches die Wände zierte, z,und noch vazu, wcttN'man bedenkt, wie billig ich dazu gekommen bin. Das habe ich Dir doch schon oft erzählt." Und ich habe Dir doch gewiß auch schon oft genug erzählt daß es eine Menge von,Diugen gibt, die weit unentdehrlicher sind, als Gemälde, die ja UU nem Menschen nützen." Liebste Frau, Du hast ja Alles, was Dein Herz begehrt, und dies ist nun einmal? meine kleine Liebhaberei. ' ' Hie Frau Eommerzienrälhiu ging ungeduldig im Zimmer auf und nieder. Hier ist z. B. Dein Lehnstuhl, das alte gräßliche Ungeheuer,.daS nun schon zwei volle Jahre aus einen neuen tteberzug' gewartet Hat. den hätten wir für das Geld anschasfeu tonnen, das Du im vorigen Momu sür die Waldlandschast ausgabst." . Ihr Mann lächelte. Es ist doch weit erbaulicher, einen schonen Wald anzuschauen, als einen neucu Lchnstuhlbezug. Mir ist mein Lehnstuhl gut genuz, ich sitze ebenso bequem darin, als wenn er überzogen wäre. ,Die Sprüugsedern siud ganz heruntc? gesesien." Das ist ja gerade das angenehme dabei, " lachte der Commerzieurath. Ja,, Gottlob," rief die Commerzienräthin in gereiztem Tone ans. Du kannst es ruhig mit ansehen, wie Alles um Dich her verkommt ; der Teppich, den wir sejt unserer Hochzeit haben, ist so abgetreten und verblichen, daß er wohl einer Ablösung bedarf. Von unserem täglichen Eßservice garnicht zu reden, das geht mehr und mehr in die Brüche; aber Dir ist das Alles einerlei, wenn Du nur Deine Wände mit den abscheulichen Gemälden behängen kannst, die mir ur Verdruß bereiten." Das kommt nur daher, weil Du sie nicht mit dem richtigen Blick betrachtest; sie machen mir so unendlich l iel Freude, und weil ich nicht iie Mittel habe, um große Reisen ZU machen, so sind sie ein vorzüglich es Surrogate Es ist nur langwcitig, daß Du meinem Geschmack nicht theilst " er näherte sich ihr vertraulich: daß meine kleine Frau gar nicht ein wenig künstlerisch angelegt ist." Willst Du cS mir unU noch gar zur Last legei,, daß ich haushälterisch bin und die Irtteresseu des Hauses wahre?" Unsanft schob sie den Arm ihres ManneS bei Seite. . Aber Maggie, Du bist die tüchtigste kleine Frau, die beste, sorgfältigste Haushätten, iH weiß garnicht-, was ich ohne Dich anfangen sollte!" Ach, Du willst mich nur milder stimmen, weil'Du heute.auf die Auktion gehcn willst, aber ich sage Dir, eine andere Ansicht bringst Du mir . nienzalS bei, die Gemälde uuö ich, wir sind und bleiben Todfeinde." Sie verschwand aus dem Zimmer und der Commerzienrath ging auf die Aukt!0N. ' . ' Frau Maggie hatte, ihr Frühstück olein verzebrt, sie licß 'daS Kotelette auf dem Tische stehen, es war kalt geworden, und kalt sollte eS bleiben. Dann kleidete sie sich um und ging in ihre gemüthliche Wohnstube, wo sie sich an den Nähtisch setzte. Ihr Blick schweifte umher und blieb mit besonderer Hartnäckigkeit an allen Nangeltt hängen. .Die Tischdecke von gepreßtem Sammet,, wo die Untere läge schon durchzuscheinen ansing,' eutlockte th? einen Seufzer, Ut Gardinen wären gestopst, am schlimmsten aber sah eö mit dem Lehustuhl aus; die Anr. lehnen waren ganz abgenutzt und eine weiß, gehäkelte Decke verbarg einen sehr defekten Lücken,; aber der Stuhl, hatte . b i m ' .! - 'V , . eine gtyorige tese. einen geraunugen Schooß, der die rundliche Gestalt des KominerzienrathS liebevoll umschloß, und dieser befand sich nie sn gut, als wenn er nach Tische in aller Ruhe sein Ilachmittagsfchläfchen indem alten Stuhl machen konnte. -Bon. feinem Platz anf dem Lehnstuhl hatte er eine herrliche Aussicht auf alle Landschaften an der Wand, die Pfeife im Munde, konnte er in aller Bequemllchkeit nach der Schweiz und. nach Tirol reisen.' In der' Nahe des Ofens stand eine lang aufgeschossene Etagöre auf vier ziemlich wackeligen Beinen ; sie fühlte sich , sichtlich bedrückt .durch den großenStäxel -von Büchern und Zeitschriftenl grau Wulfs hatte sich schon laugst einen Buchertchrank gewünscht, abr damit hatte es lange Wcile. . Sie kniss. die Lippen fest zusammen, ließ die Nadel hastig durch' ihr Nähzeug stiegen uud blickte flüchtig nach dem Se--kretär hinüber, ,vo die . fünfzig Kronen lagen, die sie sich von ihrem Wirthschaftsgelde aufgespart hatte, damit hatte sie den Lehnstuhl kaufen und. ihren Mann zum Geburtstag'' überraschen wollen, aber nun ihr traten die Thränen rn die Augen nun verdiente er dieS Geschenk wirklich tticht .uahm er. jsoch niemals Rücksicht auf 'ihre Wünsche, vielleicht heule 'in diesem Augenblick würde er

i ihr wieder ein . Gemälde ''ins Hang

jchkcken. vsic fuhlic nch tlex nngluckt ....5. n, c : alle die anderen Mängel im Zimmer zu suchen; hätte sie das gethan -7-aber nettt, sie hatte ja keinen Sinn dafür, sie' wollte nicht jehen, - blesHonen' Bilder an den Wänden dem ganzen Zimmer Glanz verliehen, es zu ekuem belebten, stimmungsvollen Raum mach: ten. wa man gern weilte. Nur schade, daß Iran Maggie. PZulsj so entsetzlich prakkisch' war ZueimnaM dernHre Fürsorge angedcihen und zwar, wenn sie von der Wand genommen und der großen Neinmqcherei unterworfen wurden. , Hier ging sie fast zu gründlich zif Werkes wenigstens melntc der.Kom: merzienrath das, wenn er ferne Frau mit den .Bildern wie mit dein anderen Hausgeräth herumhantirm sah. Er hängte sie stets selbst wieder an ihren Platz, denn kein Anderer wußte, in welcher Ordnnng sie gehangen hatten. .Seiner. Fran war -. -rt' . ':L r:1' '''t- i'jj'l'st. t'j s voulg einerlei, 00, oie -ctroier ano- ' - t ' ' ! ?': t '' A r "'S' tvr ' . '! l ... ... fchast an der entgegengesetzten Wand! in eine verkehrte Beleuchtung kam, oder ob das kleine feine SonnenuntergangsidyU hinter der Flügelthür ein kummervolles Dasein fristete. Zum Glück wachte aber der Kommerzienrath über ' seinen Schätzen. , . sFran Wulfs saß noch immer nn ihrem Z ähtisch 'und ließ thre Blicke Nach eige? em Gutdünken durch das Zimmer schwen fen. Plötzlich fuhr sie zusammen, eZ hatte geschellt. Sie wurde nicht sonder: lich überrascht, aber doch ünangenchw berührt, als ein Dienstmann mit einem Gemälde im Arm'eiutrat. ' ' Bitte schon ! Darf Ich m!reine Marl ausbitten? ' Frau Wulfs griff in die Tasche und bezahlte die Mark;, mit bitterem Lächeln dachte siel daran,' wie lvieleMarkstücke schon denselben Weg gewandert waren. Der Dicnstmann verschwand, nachdem er das Gemälde vorsichtig an -die Wand gestellt hatte, die-Nuckseite dem Zimmer zugekehrte Die Commerzienräthin stand rticht einmal auf; sie maß nur flüchtig mit dem Auge den Umfang des Gemäldes, der kein ganz unbedeutender war, sie empfand keine Neugierde, das Bild selber zu sehen. Dann arbeitete sie scheinbar ruhig., weiter, das - stürm i fch e Wogen ihrer Brust bekundete jedoch, daß e auch in ihrem Innern arbeitete. Es schellte abermals. Diesmal blickte Frau Wulff ein wenig, erschrocken auf, als sich die Thür öffnete. Ejfleunge Dame in einem großen Nadmantel trat schüchtern ein. Frau Maggie, die sich förmlich erleichtert fühlte, erhob sich und bat die Dame,' naher zu treten. .Ich mochte, gern .sind 5!e nM tue Frau CommerZlentathln? Ich habe geHort, daß Ihr Herr Gemahl die Kunst protegirt. Sch habe" dieStiznme klang verlegen und unruhig. Sie müssen nicht Kose werden, wenn ich es Ihnen zeigen dürfte " sie zcg etwas unter dem Mantel hervor, das, obwohl es verhüllt war, einem Gemälde glich. Frau Wulfs erhob sich und erwiderte kalt: Sie brauchen sich nicht zu bemühen js mein Mann ist nicht zu Hause und ich, ich kaufe keine. Gemälde." Die letzten Worte wurden mit unuothiger Strenge gesagt. Die seinen Finger, welche die Hülle des BildiS entfernten, zitterten, ein bleiches, tieftraüriges Antlitz blickte auf, und eine schwa6)e, bittende Stimme sagte: Mein Mann ist Maler; er ist krank und bettlägerfg, ermann nicht arbeiten, ich bin schon bei Vielen gewesen ; Sie können mir glauben, es ist schwer. Wir haben drei kleine Kinder. ES ist hart. so von Haus zu Haus zu gehen' und abgcwlcien zu werden." Es thut mir sehr leid, aber ich habe keine Verwendung für Gemälde; wie Sie fehcn sind wir reichlich damiz versorgt." Die junge Frau blickte .sich voller BesV Lt.:- f- - f is. wunoernng um. ;$o, ein o oncs Heim, so eine wohlhabende HäuslichUM" Magzies Blick siel auf das eben angekommene Bild. Außerdem hat mein Mann heute erst ein Gemälde gekauft;. dortIeht es. ,5s,geichah. sehr gegen meinen. Wunsche und zwei ' Dzlder an elnem Tage, das' ist denn doch zu arg!" Frau Wulfs wandte sich ärgerlich ab. Die Frau des Malers hatte inznkischen ihr kleines Bild enthüllt, sie fühlte? daß sie in einem unglücklichen Moment gekommen war, wollte aber doch die Hoffnung, daö Herz er Komnierzienräthitt zu, rühren, nicht .ganz aufgeben. Das Gettlaldestellte eine Haidelandschaft dar: DaS Haidekräut stand in, voller Blüthe, die durlkeloiolette Farbe war wie weicher Sammet, der sich schmiegsam über die Hügel dahinzog. ' Darüber wölbte sich der hellblaue Himmel mit den weißen Sommerwolken. Es ist nur ein kleines Bild, und sehr billig, es kostet nurw Mark Die Kommerzienräthin würdigte es m ri. reines Zttaes. üic war ungtornoig, daß die Andere nicht aeben wollte. deshalb läuft Ihr Mstirn lanc Ältoer r, - t rr -. rtr ?jf. r iticui aus oie Yuuitortf mit ito wird beute eine Kunstauktion abaelialten, dort würde er sicher Absay für seine Au. vclten llnden." Ach, Sie' sollten nur wissen, welche Preise man dort erzielt! Es ist das reine Elend, besonders wenn man nicht so glücklich -ist, einen bekannten Namen zu tiaben ; oft werden kaum die Auslagen gedeckt. Wie viel' wochen-, ja monate- . 1, -. rt . . V'i-i ;i '; e ' ". 1 'ü " lange larvcit rrmo von sorrgeworien, und doch,, wir ! siud vjaj natürlich froh wcun wir nur etwas änbrtngenz man Mann hat heute auch ein Bild auf der Anktion, aber ich ,, kenne das Schicksal desselben n 0 cü n i ck t J- ?t weilen ist das Gebot so niedrig, daß der Maler seine tiitbtn jetvst behalten mud'. Die Commerzienräthin machte eine abkertiaende Beweavna. Wie aesaät. Sie sehen, daß Ihnen ein Anderer schon zu vorgekommen ist," sie zeigte auf das Bild, das nach der Wand .zugekehrt ttand. ' i Die junge Frau sah eS muthlos an Darf ich einmal sehen, waS es vorstellt?" fragte sie.. . -

. i ;iiu. nyiucu iiuu einen vmiuu iu(

.Bitte! , -Das Bild wurde umgewendet, und im

selben Augenblick ertöntcein leiser Schre der Ueberraschung. Mein Gott! Was lt a mctncs Mannes Arbeit ! D,e Nordseepartre! Das ist ein guter Bekannter von rmr und das Atld hat Zyr $txx cmayt gekauft? Ach, daun hat eS keine Notb ! ES ist sicher gutbezahlt worden, der Edle hat eine gute That vollbracht! Ihre Augen leuchteten, ihre Wangen glühlen. ,! ,ir V t.. " . : . le 10U tcu ncu vuiltt,' gunvlgc ttrau : 0. wenn vit wuicu roeun re wüßten!" In tiefer Bewegung sank sie w einen Stuhl; ihre Augen füllten sich mit Thränen, wahrend sie die Hand nach dem, Bilde ausstreckte. ' - Mnn Sietvawtfji, was dic'eS Bild meinem 'Manne gekostet . hlt ! etne Gesundheit, seine Kräjte? seitl Leben hnt er dabei zugesetzt. Von dort hat' er sich seine Krankheit, seine Schwäche geholt, dort, an de,n. wilden NordZcestrande. zwischen den Dünen. Sehen, Sie, wte das Miedgras sich hin 'und her bewegt, wie der Sand fegt und der Sturm tobt! Es ,Zr meksterhast wtedergegeden, -man fühlt den Wtnd. wke er Die Uevermacht gewinnt, wie sich die ganze Natur beugen mun. uud der Menja) aucy, la'vcrcettlcy auch. Er ist nie krank gewesen, bis wir dort oben an die Nordspitze von Jütland gingen. Wir verlebten dort unsere Sommerferien, und ; er Malte. Keine Ruhe gönnte ex sich, es zog ihü hinaus auf die Dünen, gleichviel, wie das Wet- ''. M . rer war : v$ xut lyn mu lomn Stimme. Die Nordsee wußte nichts von Ferieneit sie tobte und schäumte Tag aus' Taa ein, und der Sturm machte die Musik dazu, es arbeitete und kämpfte da draußen, ilnZlchtbare Machte 'trieben ihr Spiel, r wollte all dtee lÄroe, diese Gewalt, auf die Leinwand fesseln Ich begleitete ihn jeden Tag da hinaus. mußte mich aber, umwenden, ,ch konnte nicht feststehen, so peitschten mich Sand und Wind ; er wollte aber nicht nachgeben, er lebte und athmetenur für sein We,k, bis es vollendet war. - Dann reisten wir nach Hanse und dann kttm der Husten ; leine Brust war angegrtssen, der Arzt sagte, eS fei eine Folge von Unvorsichtigkeit und lleberaustrengung ; aber er machte unS Hoffnung auf Genefung. Ein Jahr verging' eS wurde nicht bester ; das Bild blieb unverkauft, fach - die Hoffnung schlug fehl, und . nun geht es beständig bergabwärts." - . v Die junge Frau hatte aüS ihrem tiefsten Herzeu mehr zu sich selbst als zu ihrer Umgebung gesprochen,, den Nlik unvewaUdt auf das verhängnißvolle Ge: mälde gerichtet; es war, als hätte sie ihre Seele auf der Leiitwand iif der -Düften gelassen. Jetzt schwieg sie erschrocken und, erhob M hastig. ' 7 v:;. . Lv, , Frau Wulst hatte . ihr schweigend zugehört. Der Schmerzensausbruch, dessen Zeugin sie gewesest war,. kam so natürlich, so ganz unüberlegt. ' Man fühlte es, daß den Worten Wahrheit zu Gründe lag. Sie schaute die jugendliche Gestatt an, die wie ein Bild der Sorge, de5 Elends, und der Armuth vor ihr' stand, ihr wurde so eigenartig weich ums Herz. Sie lie denBlick von ihr nachdemGeniälde hinüber gleiten und verstand zum ersten Mal in ihrem Leben, daß ein Bild reden kann ; sie verstand lezne Sprache. Diel? fliegenden Wolken, der dahinjajende Sandsturm, das brausende Meer lochten'vom künstlerischen Standfnnkt schon sein, aber das war nicht ihr Maßstab; sie urtheilte nur nach rein menschlichen Gesühlen. Das 'Bild erzählte ihr von dem Kummer und dem Ungllück zweier junger Menschenkinder, es bewirkte eine. ganze Umwälzung in ihren Gedanken und Gefühlen. -Sie vermochte nicht zu reden; aber , die junge Frau' fühlte, daß sie ihre Sympathie gewonnelk hatte. Jetzt gehe ich frohen WinneS von dannen. Mein Herz ist-' von Dank erfüllt. Wollen Sie Ihren Herrn, Gemocht' grützen und' ihm meinen Dank anssprechen? Eine innere Ahnung sagt mir, daß das Bild nicht für einen Spottpreis'uerkauft wurde; ich habe die Hoff-? nung, daß sich das Unglück vielleicht noch in Glück verwandeln mag, und hier in der freundlichen Umgebung,- hier in Ihrem Hause hat es einen schonen Platz hier weiß ich es gern!" Sie trocknete ihre Thränen. ' Sie müsieN verzeihen, daß ich so töehmüthig bin; aber eine Künstlerlaufbahn ist schmor. .nicht immer begegnet man so guten Menjchen!" Sie packte ihr Haidebild ein ; aber Frau Wulsj hielt sie zurück. Jch habe Lust. Ihr kleine Bild zu kaufen, es gefällt mir so gut. Gott segne Sie! Sie sollen es für 3Ä M,, haben!" . ,,Nein, nein, nicht unterm Preis!" Die .Kommerzienräthin nahm das . Bild in die Hand. : 1 ES ist hübsch, nicht wahr? Die Stimmung ist .so- weich, so ''wohlthuend . W Viel sah Frau Wulsf freilich-nicht, eine verrätherische Feuchtigkeit umschleierte ihr Auge, die Haioehügel tanzten so eigenthümlich auf und nieder. . Sie legte das Bild vorsichtig hin und näherte sich dem Seeretär. öffnete die''Kläv'pe uud nahm die fünfzig Mark heraus, die für den Lehujtuhl bestimmt gewesen,,was rew - 1 1 i ' - rcn. Sie sandte ihnen, keinen Seufzer nach, 1 .ta s? . ' 'i " r ? I Uiö ,le ne Mlr wayrer .erzenszreuoe.rn die Hand ihres Gastes legte. 'Aber das ist zu viel," stammelte die junge Frau. , 4 ' ; 1 Behalten Sie es nur und ' kommen Sie einmal wieder Lasten' Sie mich hören, wie es Ihnen und Ihrem Manne aeht. Pietteicht kann ich ihm etwas schik ken. stärkenden Wein oder uabrbastes. Zi ;c' . xJk'j2itm txti und die Kinder. ' iiu, v-as haben Kinder!" Drei süße kleine Wesens .Und wir haben gar,,keine !,5e Fran Wulfs leise., , Erwiderte Das ,st sowohl gut wie traurig mait will sie ,ja so gern,l vox Hunger schuhen, sie heranwachsen und gedeihen sehen."- ,. , ;"'; ::, iklt Maggie briiäk sie fltä i aiib: siif WerfehenkK. , p E Wie merkwürdig verändert hatte sich Frau Wulfjs Aussehen in diesen! kurzen Zeit k iDer starke, strenge Ausdruck . war einem rilden, weichen gewichen,' der ihr nock' zugendliches Ankt! Nbezauöernd kleidete, eine zarte Nöthe lag auf ihren f

". -f!" 1 Wangen und ihre Lippen warenzu einem Lächeln leicht geöffnet Als ' die'' junge Frau sie , verlassen hatten 'rief sie? schnell das Mädchen herbei, stieg selber auf ei-, ne Trittleiter und häugte dieser auf; erst die brausende Nordsee und lar'unter die blühende Heidelandfchüft. ' Sie ertappte sich dabei, daß sie das Zild betrachtete, der milde Sündwirbel durchsegte gleichsam ihr Inneres, brachte neue,unbekan,tte (Se fühle ans- age licht, , Die . zwangen sie, ihre kühle, praetische.' Natur vor etwas Großem, Gewaltigenl zu beugen, das stärker war, als all das Alltägliche, Materielle, an dem sie gehangen, iy daö sie sich eingespönnen hatte'. , ?GieNeschichte?LesMaZers, der, jungen Frau, ihr gemeinsamer Kampf ums Dasein, d a S w a r el ir aiis d e m Le b e n gegrisseneS Bild voll' tiezen Ernstes, und dies Bild war sür immer an die meer-

umbrausten Dünen aeknüvft. Und als 1 dann ihr Blick aufsdas kleine Bild darunter fiel, fah sie abermals" die Freude der-jungen Frau, empfand sie das frohe Bewußtsein, , GuteS gethan zu haben; Friede und Harmonie, strömten, ihr. aus der Leinwand entgegen. 1;i V ,; . ' Jetzt konnte ihr Mann gern Kommen, Alles war an seinem Platz, sein kleines Frauchen auch. Endlich hörte sie, wie'der Schlüssel in der Entreethür lierumgedreht wurde; einen, Augenblick spater ' kam der K'ömmer: zienrath herein, ein , klein wenig verlegen und erzwungen heiter. Ja, es ist ein wenig spät gewordenverteufelt viele , Bilder" sein Blick streifte suchend, umher: ist nicht etwas für mich abgegeben? Ja, es erging mir, wie Du sagtest Maggie, ichblteb an einem Seestück hängen, Du mußt eS mir, diesmal verzeihen, ich konnte'nicht widerstelzen!"'. - ' l " " . Maggie hatte ihm den Rücken zugewendet. Sie ist natürlich böse." sagte er. Jch. dachte, es hier aufzuhängen.! Er machte' einen schnellen Anlauf, stand aber plötzlich starr vor Staunen still, cnv.:.. t:i -r :riv.. s.voj : xicin vyvu, ,v9 iji uciui, utrj i iicui seinem Leben war es vorgekommen, ' daß Maaqie einem Bilde' seinen Platz'anaewiesen hatte. Sie wandte sich um Und schob ihren Arm in den seinen. - ? & ; Ich war. auch der Ansicht, daß es-sich iIm besten hier ausnehme würde, das Bild ist sehr hübsch, Paul, .ich. danke. '. 11 AM n Als t H VA n Trtlltl I VU VVU V ) 9 & VU41' Der Eommerzienrath stand'wie vom

Blitz getrosten da, er glaubte, daß sie ! . war auch menschliche Geschöpfe, aber sie rhn zum Besten haben wolle, oder daS gehören zu einem niedrigen Staude unL sie vhantasire. jJch habe in Deiner Ab- ?önncu nie Gleichheit mit den Männern Wesenheit ebenfalls ein kleines Bild ge-1 reichen. 5) Der Zweck weiblicher Erkanft," fuhr )ie fort: auch ich konnte ziehun'g soll daher seln: vollkommene nicht widerstehen,, ich will es Dir scheu- , Unterwersnng, ' nicht Ausbildung und rr M srrtrtrtl rirt sivit SJY)rtm ' rp-- . m ."1 V.s'i..' Cs? !

u;jiv dii. iu.., Nein, ein Irrthum war hier nicht möglich ! Maaaie sprach im vollen Ernste ; ihre Stimme war sd fanst und liebevoll, hier war eine Aenderung vor sich gegangen, deren Ursache er sich 'nicht erklären konnte. Aber, liebste Maaaie so. erzähle mir doch die abscheulichen Bilder, Deine. r. es c ..'f:?LA . itvöfcinoc mi i es nur zugegangeu, daß Du Dich mit ihnen ausgesöhnt hast?" Maggie war ganz dunkelroty geworden,, sie sah so verlegen aus, als wenn sie selber auf die Auctlon gegange' wäre' uud nun beichten sollte. . Endllch erählke sie ihr kleines. Erlcbnlß mit der r c nr " n- . rc oes Dealers. er ommerzlcn rath hatte ein' Gefühl, als hätter seine Frau bis auf den heutigen Tag nie recht gekannt, cr ward nicht müde, sie zu loden, sie zu küsikN, und Alles ganz ausgezeichnet zu finden. Wieder und wieder rief er aus : .Nein, daß ich das an Dir erlebe!" Weshalb hast Du mir .denn 'niemals erzählt, daß man mit dem Ankauf von Gemäldeu ein gutes Werk .thut? Daß die Bilder wirktich Nutzen stiften? , Ab liebes Kind, tas konntest Du Dir doch selbst denken! "4 -'Du hättest mir, hie Augeir, Sffnenol-! len, lch wäre nicht so unzufrieden gewe fen, wenn ich gewußt hätte, : daß das Geld, welches ich als vergeudet ansah, Lust und Freude m eine bedürftige Iami- I lte bringen rottn. !Ja, das war duinmvon mir!" rief er aus. Jch hätte Dich bei Deinem wunden Pu?lkte. Deinem guten, vortrefflicheN Herzen fassen sollen, dann hätten wir Nns alle die häuslichen Scenen erspart, die unsere Gemälde hervorgerufen haben." . ... i . Uttd lch boffe doch, daß Dueinen guten Preis für dies letzte Bild befahlt hast?- ,, . Der Kommerzienrath 'machte ein bedenkllches Gesicht.. Ich wollte Dir eigentlich einreden, dast ich das Bild für einen Spottpreis erstanden hätte; fetzt aberwo sich die, Situation 'verändert hat, kann ich Dir ja die .Wahrheit fagen.". , Der Kommerzienrath 'flüsterte seiner Frau etwas ins Ohr. wozu diese sehr, befriedigt nickte. j,tlnd darf ich nun fragen, woher Du die Mittel batlest' ein ganzes Stück Haideland zu kausen?":' ' "... : Maggie lächelte: M haö Ist mein Geheimniß ; nach Deinem letzten Bekenntnist pflegst Dik Dir ja wegen eines kielnen Geheimlliffes keine - grauen Haare' wachsen zn lagen." - .Ich will niemals mehr Geheimnisse vor Dir habe,r l Datz meme kleine Frau aber so wohlhabend ist!" ' Maggie warf einen " Blick auf ten Lehnstuhl. - : : ' fp ' : :" .Mein Gebeimnif; besteht ganz einfach darin daß sich der Lehnstnhl nun uoch ein Jahr mit seinem alten Ueberzug behelfen muß." , M j! Das ist herrlich, und noch schöner ist esj dast, ich nuii' in Zutunst volle Freiheit habe,,auf die Auktionen, zu ge-tyn-lti tfj rry- .ptm Es kommt daraus an, was sltr Auk- , , K 1. . . ' ""' tlönen es stnd, und dann 9!ein. keine Bedingungen, ich will, nl ifi .:i ,.ieii!'''''iA!':.!i,lV;5';'i!!1! fi ! memcn Vortheil aus Deiner Bekehrung haben; aber rn Zukunft werde ich Dich zu Rathe ziehen." Er, schloh den Mund feiner Frau mit einem Kuß. Und nun bin ich schrecklich hungrig!" i, DaS Frühstück hat zwei Stunden auf Dich gewartet," erwiderte die Kommerzienräthin, und dann ging das Ehepaar rns Eßzrmmer. ! Nach dem Frühstück rückteMaggie ihren Nähtisch so hin. dittt sie von ihrem Platz aus das Nordseebild stets- vor Augen

' Hais e;' und Mann und Frau waren sich

oolllg darüber' ktn,g, .- dast noch em Paar Plätze an der Wand deS Bilderfchmuckes bebuutek.' - 'k' Eine solche Berändernng hatte daö vcordjeedld.' hervorgerufen, : um Wunder, daß es einen Ehrenplatz in des Kommerzienraths Gemälde-Sammluug einnahm. . . DaS Bild hat seine Geschichte, sags ,, --r. ,fr,. fr -M- i . ep bedeutungsvoll zu fernen Freundet!, wenn diese sich voller Bewunderung um das Gemälde schaaren. Den Tag. an welchem! wir eS beka? men", vergesie ich mein Leben lang nicht füat dann seine Frau hinzu; wenn dann .abe Jemand nähere Auskunft aben , ',r' ' . . ' t"L V will, ortcyr Las yepaar niij uö wiu lächelt einander verltandnlmnnlg .zu. Fran MaggleXaher tritt an eine - jung, Dame heran, die bescheiden im Hintergründe steht, und drückt ihr .die Hand. Es ist,des Malers Gattin und sie" ist mit im Eomplott sie und däs Gemälde, sine gute Hausfreunde in dem Heim des Kommerzienraths geworden. - Es ist ikür Viele ö 0 n Werth, sich zu Gemüthe zu führen, wil große Weife des O stens. über d ie , Frauen dachten. Ihr Urtheilest, das weiß man im Voraus in unserem Sinne nicht igalanP, 'auch micht unbefangen und. frei, dafür aber gewährt esAllen, die : bei : uns unter der Herrfchaft deö jchwachen.GeschlechteS, sagen roir unter dem Pantoffel. sieben, ein mtbändiaes Behagen sie fühlen sich so gewisier? malzen gerächt, und unleren grauen selbst kaun dieses Urtheil. hier und da zu innerer Einkehr und r Selbstprüfuna wirksamer Anlaß werden. Der Ostas. Llörjd" . veröffentlicht in seiner neuesten Nummer Dogmen des großen Eonfucinä über,. die Stellung des Weibes, .Sätze, die zum Theil bis auf den heutigen Taa 'anerkannt werden. Sie lauten:, lj ..Das Weib ist so verschieden vom Mann, toit iit Erde vom Fimmel. ) Es besteht ein Dualismus, nicht nur in der Körperform, sondern auch in der innersten Natur. Der Mann gehört . zum yang"-. das Weib zum rn'n . 3) Tod und alle sonstigen , Uebel stammen von rin" her; Leben und Äöhlergeheil ent- . stehen' aus m'ns" Unterordnung unter uana", es ist also ein Naturgesetz, daß Weiber von den WZännerN unterIlussicht willen baben sollen ' N Weiber sind aeaatren weroen uno remen s tineittn ulwlaeiung es eruanoes. vv) 2elher können nicht eigenes Glück haben, sie müssen. für hie Männer leben und. arbei- ' mi ten. 7) Nur als Mutter eines Sohnes, als Vermittlerin der Fortsetzung der Fa. 'milie, "kann das Weib der Etniednguua entkommen upd in einem gewissen Maß mit ihrem Manne gleich sein, aber auch dann Nur in der Hauswlrtyjchatt In der zukünftigen Welt ist der. Stand des Weibes ganz derselbe, denn dort ob walien dieselben Naturgesetze. Die Frau ist nicht gleichberechtigt mit ihrem Manne, sie gehört ihm und. , ihr Glüä .hängt davoN ab, welches Opfer sie durch 'ihre Nachkommen bringt:" f Wahrend des dreißigah? rigenKtteges verbrachte, wie das' Leipz. Tagbl." erzählt, 'Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen seine Zeit aur dem kur fürstlichen Weinberge der HoflSßnltz. Seine allztt . große Vorliebe für den reichlichen Genuß des Weines war seiner Gemahlin anstößig, doch getraute sie sich selbst nicht, ihm peshalb Vorwürfe zu machen. Sie bat daher ernes Tages den in Ködschenbrodaanaistellten Pfarrer, dch einmal von' der Kanzel herab czne l Mahnung an den allergnüdlgjten errn 'i r 't Vr- . - f : C r. . ergehen zu zazien. r.uetJt oazu oerede und sprach über die traurigen Folgen derMchwelgerei und Trunksucht und schloß' mit den Worten:, .Unser gnadigsttr Herr trinkt ' zwar auch, aber er hat es da;u und' es- bekömmt ihm! " . tl r t t ... kirnen 1 viaa) oer lrcye wroe cti P satt er zur kurfürstlichen Tafel geladen, und es war ihm. dabei doch für die Folgeu. feiner Ermahnung . elw.tS bange. Der Kurfürst aber begann erst gegen den Schluß derTafel : Herr Pastor, Heut hat Er mir. aber Eins auf den . Pelz gebranut." Ei", erwiderte 'd'er Pastor, das' sollte mir leid thun, wenn es blos denPelz getroffen hätte iinV nicht das Herz!" Solche offene Sprach? gesiel dem Kurfürsten, und er sprach: Herr Pastor, er ist ein ehrlicher Mann. Wären doch alle Geistlichen in meinem Lande derart. Bitte er sich eine Gnade von mir aus!" "Als nun der Pfarrer Bedenken trug,, sich deshalb etwas zu erbitten, sprach der Fürst: Er und sein Dienstachfolger . sollen alljährlich Kannen Wein aus. meiner Kellerei erhalten. Fünfzig Kannen mochten zu viel ein." Und .jg ,also dieses ' Deputat tedem Psarreröln Kötzschenbroda &, zeicht worden bis in die neueste Zeit.' . Wörtlich genommen. Vor einer Synagoge steht Freitag Abend ein Schnorrer und' lvartetois ihn irgend ein Wohlthäter zum Abendbrot nlavet. Da dies jedoch nicht geschieht, so wendet er sich an den Rabbiner, der gerade den Temvel verläßt und bitt:t ihn: Nabbi, nehmt inich mit, ich habe großen, Hun- ' . .. . ' t ' u. " c: gexl- -7s tmumtr uio-,- erwioeri serselbe,: aber meine '.Frau .ist nicht auf Gästevorbereitet." Ach Gott, larncntirt der Schnorrer, für mich wird noch genug da fein, ich hab 'nen Magen wie ein' kleines mdl Auf diese Bersicheruna bin nimint rhn der froinme Mann mit. ' Bei Tisch aber entwickelt der Gast einen so furchtbaren Appetit, daß er seiuem Wirth die besten Bissen wegißt. Aber Leoi." sagt dieser endlich, vorhin erzähltet Ihr mir.'daß Ihr einen Magen wie' eim kleines Kind hadt.'uud' jetzt ehr Ihr wie ein Scheunendrescher?" Hab" ich do ch die Wahrh ei t gesag t, i meint der Schnorrer frech, .ein kleines Kind is s o Ör06 ls,,m n'i' d i : ,-D i c i t eruh iaende, Di a p !ili-!t;V:!;i-.,i! :.:ipi.rr4-'!, j,j V" "i. .. ao e. vBackltich:. , Herr Doktor, .ich habe gehört, daß jo viele Leute am Herzschlag sterben, mir schlägt das Herz auch so? Arzt: Seien Sie'ganj ruhig, mein Fräulein, so lange Ihr Her; schlagt, sterben Sie nie! . .'. .' .

Oerttner Gerkchtöseer,,. So war't richtig. I , , -fi Mit die Häuferbarone is das fa überhaupt ich mehr zum Aushalten. Da bauen fe sich 'n jroßen Kasten von de Zinsen ihrer Schulden, pökeln de Men . scheu drin in, in de Löcher, wat se Wohnungen nennen, un wenn man denn inH

Bettt jehen will, denn muß man, sich reenewez Badehosen anziehen - un Schweinsblasen um den Leid - binden!" So ungefähr vertheidigte sich der kleine, freundlich dreinschauende Mann, welcher als Drehorgel fpieler Willmänn vor dem Äeruxungsgerlchte tmt. Präs.:- Was sind das für thörichte Reden t'.:& icr:jl ird; zu fin er W ? ch e , Gefängmst verurtheilt worden, weil Sie eins Ihnen anvertraute 'Drehorgelkoor- , jählich durch Hineingteßen von' Wasser zerstört haben ' sollen. Ist daS nicht richtig? Ängekl. : Ick lade die jcehrten Herren janz erjebenst in meine Salönger rn, un we:m Se sich ene jeehrte Augelruthe mitbringen, dann könnten wrr am Ende eenen Haisijch oder sonst 'eq Jklei unF bezähmen. Präs.: , WaS wollen Sie lnit diesem Unsinn sage? Angekl. : Ick sage ja.jar nischt, ick mecne man bloS, ,det Se sich blos zum Spaß. mal mejnen. Bumms anlehen sollten. Da merkt man jleich, 'det Berlin Seestadt wird,', un ick. 'fühle, mir alle Tage janz jehorig seekrank, nn wenn ick mir die Decke übex die Ohren ziehe, denn schunkelt es orndtlich hin un her, un et kommt nicht früher een Korn Schlaf in meine Oogen, dis mir meine Aujufte noch eenen Seelentröstcr. Znjejossen bat. Präs. : Schwatzen - Sic nicht 10 viel unnützes Zeug und hüten Sie sich ja vor allen Abund Ausschweifungen!- Was ijt mit der . Drehorgel passirt? ? . t Angekl.': Det is. mir be wahre Pret'zel, Herr Jerichtshof. Ick kailn blos sa- . T 1 p 4 ' i " , n t .. gen: 'e caingtett, ronunr auental von die Feuchtigkeit her. Präs.: Sie wollen also wirklich dabei bleidech dah die Nässe in Ihrer Wohnung die Drehorgel verdorben hätte? Angekl.: . Allemal! ' Herr Jerichtshof, wenn Eeuer so oft die Mauke in die Fiesze kriegt, wie ick, wenn Eeneralle, Dage , for'n Nickel stich tige Elemente in den Musikanteuknochen rei ben muß, un voch richtig die.aulenzia, aber derbe, hat denn kann mir keen Menjch inreden wollen, det' d? Bude trocken is. So' wat jiebrs nich! Präs. : Es ist ziemlich unwahrscheinlich, daß die Nässe in der Orgct von der Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung, herrührt. DaS Instrument war ja ganz verdorben, und der Orgelbauer'behauptet, daß entschieden Wasser hmeingrgossen sein muffe. Augekl.: Wie sollte ick woll zu Waffer kommen ! Und denn war der olle- Wimmerkasten überhaupt schon en Mustererempla, wät 'ne Prämie verSW AI Ull lh)ttlh iiimr. nie ten tt. xaar Dtritnrtnt ltnn " W ' ' - , 7 ' " "7 wenn ich imeire jmt ihr is rorn cc ' t 1 . r f m. t . jr t Liebe", denn piepste det Zimmer bei die ,

Stelle von's ParadteS", det man f Bauchjrimmen kriegte. An den Kasten I' is also nischt zu verderben fewesen, un ick -habe nischt verdorben! " . Präs. : Wenn Ihre Wohnung so ent :

tetzltch nay wäre, dann wurden pit von hrr snTtii (An JSttrtfV TinatSnfrrtrft CJ

V. .v. ij I J ' j r W worden sein. Anäekl. : Da könnt' ick

zunen meine 'uuire ats zeun empsey - w'. ' rf.: i .. : -i.-cr.

ICH, Vll WllU XliiltU IU1U VUftUlillil i:

rnnntn. mie du ill idt cri s zuLiiiaooroa . . . . fi Jt !f tt .t l t r : uti-ii tr cm. .s. juyfi a;uiuci, yvic t?jfiuyr, ii Vhfy wikw jfMv uv an den Magistrat wenden wollen, damit bast -er.mir'n Rettungsball. stiften duht. fSSe.r iRraflbent. iel&cf ctrar 6lidB fr W I L . . LlssM . nriTinr i mnn i m m . - i i i nrrtw itiit n n

r " 1 r 7. f , , tttl V OititA " Vj9 ''W rtntfntln -4t

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mm... rit . ifiH m r nww zügeln, lüfti ccnjcipcit icgucpiic taccino seine Bettheidrzungsrede zu Ende führen. Aus der Beweisaufnahme" erhielt der T TT-r-A w; r.ii i'i-L.i..: J- . - - Gerichtshof doch rticht die Ztebezeuguna, t t. Vs r ' r ..' !.:' stf' sag le '4,'reyorgel gera mn oia zerstört fein müsse, und er sprach deshalb den Angeklagten- frei:' Dre steundlichm ' Züge desselben bekamen nvch eine frohkichere Färbung, er legte die Hand mit militärischem Gruße an den Stqpf und drückte seine Zufriedenheit durch die Worte aus So war't richtig ! ' Aus Wien meldet daö ,Jllustr. Extrablatt: .Bor. kaum vierzehn Ägen war Fräulein Hermine N., die Tochter eines angesehenen Lffenklichen. Funettonärs in einem der westlichen Vororte seinem- jungen Manne, dem Wer waltungsbeamten Sch. als Braut zum Altare gefolgt. Unmittelbar nach .derkirchlichen Trauung des Paares begab sich dasselbe auf die Hochzeitsreife. Jüngsb waren die jungen Eheleute, nachdem sie-

mehrere Städte Preußens bejucht hatten, in Berlm angelangt. Von dort traf eiw ' Telegramm, in Berlin- ein, welches dieerschütternde Nachricht enthielt, daß Her- . : mine während eines mit ihrem Gatten:", ) unternommeuen Ausfluges nach einein . I W" '-: r-v-t V " . il!

nächst Dertm gelegene xjxu intiicis oes dem Herr Sch gehörigen i KeoolverL ihrem Leben ein , Ende gemacht habe. Ueber das Motiv und -dienäherenUmA stände es Selbstmordes einhielt ' ' die Depesche nichts. Was. Frau Sch. zu; dieferVerzweiflungsthat getrieben haben, mochte, ist hiernach immer nicht bekannt. In eingeweth ten Kreisen wird vermuthe daß das Selbstmordmotiv in dem Um? Lande 'u suöen sei. dan die im 21. 'LeVensjahre "stehende Dame früher mit j einem jungen Medleiner ein Liebesverhältnis unterhatten hatte, dasselbe jedvch i auf Veranlassung ihrer Eltern aufgab ' um dnn von ihrem Vater erwählten , Manne die Hand zum ehelichen Bund zu reichen., Es war dieS wider ihren Willen und gegen rie Stimme ihres Herzens. In einem an den, erwähnten Studenten kurz vor ihrer'.. Trauung , gerichteten Schreiben soll Hermine eine auf selbst-

mordesische Aeußerung' gethan haben.' Die Leiche der Unglücklichen wird nach ;imKsöre j. -Die vex le u m d e t e ris- - jh mv mJSf. Lv ; prudenz., Stud. zur.: Da sagt , man, immer, die Jurisprudenz sei nn V

sehr trocknes Studium! Und ich hab doch, f ntir VAmtH ' V . ! JC ! iVVVfci () MiHlHW lj HllU, l,U(5 tai letzten Semester. 600 Mark für Bier ge brsuÄt babe "0''ä "IB'" tiiiUi ",.,-5,),, T3f ls nlSjfei'liji'v I!',' ,!..,',, jiliiHi 3W j jfjt Illi l Ji li? ! if s E E 1 1 -:T-a4 ' J ! i E t ' I e p! " 'saa ...,., HD'cT G'esch eidtere ai b t nach,, pflegt- man gewöhnlich zu Dümmeren :we!er sich Streikenden n I s . " m . , . - ,,,, , ,; .!, l sagen. f " , , -S 1

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