Indiana Tribüne, Volume 13, Number 142, Indianapolis, Marion County, 9 February 1890 — Page 7
DU Anfänge der Fußbekleidung. Von VdamZiökfler. Es ist nicht schwer, zu behaupten, der Orient hohe die 5?unbekleiduna zuerst
- l - - - - J v ' i -T.r. ... r r . f? r . i. V ... ? gelegen; man sucyle wuy wcgcu ve zu großen Hitze des Sandes, auf dem. man mit nackten Füßen nicht gehen konnte. 'Anfangs rourden zum Schutze der Fußsohlen nur Blätter oder Bretter, auch Stücke von Thierfellen und Geflechte von Pfriemengras (in Spanien) oder Papurusfasern (in Egypten) untergebunden. Be! den .Hebräern hatten die Schuhe die Form von Sandalen und waren' von Leder, Leinwand, Binsen, Holz oder dergleichen ; vornehme Frauen trugen indeß sehr bald prächtige und kostbare Schuhe. ' SOemn kam die seltsame Mode bei 'den Jsraelitcn auf, das Porträt oder Namen desjenigen, den man am innigsten liebte, erhaben, hl Metall gearbeitet, unter den Absätzen' zu tragen, um mit jedem Schritt einen Abdruck im Erdboden zu hinterlassen. Ein besonderer Gebrauch herrschte unter diesem Volke beim Abschließen eines Kaufcontractes. Wer seine Landereien . verkaufte, zog seine Schuhe aus und übergab sie dem Käufer Zum Zeichen, daß die. Sache abgemacht ü eine sinnbildliche Handlung, um anzudeuten, daß dieser nun in die Rechte des früheren Besitzers eingetreten sei uns die Herrschaft des Grundstückes übernommen habe. Diese sitte ist bis in die frühesten Zeiten zurückzuführen ; dagegen hat man Anhaltspunkte, daß die Fußbekleidung auch bereits so früh im ökorden angewandt wurde, nicht. Die Jndier hatten Schuhe von Holz und Leder; letztere trugen die Vornehm inen, und zwar je hoher ihr Rang war, desto hoher und mit mehr Farben geschmückt waren auch ihre Schuhe, sogar mit Gold und Edelsteinen besttzte trugen sie. ' Bei den Griechen war die älteste Art von Schuhen die Hypodemata, welche pnter den Fuß gebunden, nur die Sohle bedeckten, wahrend die ersten in der Zeit von Btems von Kleinasien nach Griechenland gebrachten, nach dem Fuß geschulttenen Sandalen (Sandalion, Sandalon) der Frauen einen noch über die Zehe gehenden Riemen hatten, welcher allmählieh verbreitert, zu einer Art Oberleder wurde; das Hypodema Koilon wurde angezogen und bedeckte den ganzen Fuß ; ußerdem trugen die Männer Kregides, Halbfchuhe, welche den vorderen Theil des Fußes oberhalb bedeckten und hinten mit Riemen befestigt waren ; eine befoudere Art war die Lakonikai ; ferner eleganten Vlautai (Blautiä), eine Art Pantofseln, besonders wenn sie zu Gastmählern gingen ; zum gewöhnlichen Gebrauch dienten auch die Emkades, die ordentliche Schuhewaren ; Karbatinai bestanden aus starkem Leder und wurden von gemeinen Leuten getragen ; - Endromides, starke nd hoch hinaufreichende Stiefel, brauchtcn Bankides, während die ordinären Priöarides eine 'Fußbedeckung für Mädchen der dienenden Klasse waren. Die Etrusker hielten die Schuhe für das wesentlichste Stück einer anständigen Bekleidung, wie auch auf ihren Kunsts werken sogar ganz nackt dargestellte Figuren wenigstens beschuht sind ; gewöhnlich bedeckten ihre Schuhe Fuß und Bein bis znr Wade und waren oben entweder mit Bändern zugebunden oder überge--klavpt ; bisweilen waren sie auch auf der Mitte des Fußes ausgeschnitten und geschnürt. Auch kommen schon Schuhe mit spitzigen und umgebogenen Schnabeln auf etruskischen Kunstmerken vor. Die Römer hatten eine Menge verschiedenes Schuhwerk oder Geschähe (Calcearnenta) ; der Calceus bedeckre den ganzen Fuß bis an den Knöchel, war von Leder und wurde obeu mit Nie men zusammengebunden, aber nur mit der Toga getragen. Eigentliche Sandalen wurden von den Frauen getragen, welche svgar später besondere Sklavinnen hatten, die ihnen die Schuhe nachtrugen (Sanäaligerulae) und die Riemen mit kostbaren Perlen besetzen ließen. Die sogenannten Thyrrischen Sandalen waren dicke Sohle; meist mit Nägeln beschlagen, welche die Männer öfters auf der Straße trugen. Die Sandalen trugen Jäger und Läufer. Dir Frauen trugen außer Sandalen noch de Persika oder Kothornoi. hohe Schuhe und die eleganten, mit 3!ägekn befchlagenenSohlen (Caligsc), deren Riemen bis an die Unterschenkel reichten und von denen ei-, er der grm Ernsten, und verächtlichsten Kaiser seinen tarnen Caligula erhielt, weil er sich in .iner Jugend stets unter -den Soldaten nfgehalten und derartige Caligae getragen hatte; später erhielten dieSoldaten eine eherne Juß- undSchenselbe kleidung. . Die Komödianten und Tänzer trugen öen von den Grieben überkommenen Soccus .(woraus .unser Wort Socke entstanden ist), eine Art niedriger leichter Schuhe ; auch .werden ' Socci dem Gott Hymen' beigelegt. In -der Periode des Verfalls des römischen Reiches, wo beide - Geschlechter in der Kleiderpracht und dem Putze wetteiferten, schränkten verschies dene Sumtuargesetze den Gebranch von allerlei schuhen und den Luxus derlelbea ein j so verbot Kaiser Aurelianus den Männern, farbige Schuhe zutragen, und Heliogabal gestattete nur den Frauen ZemisZer StandeBerzierungen von Golo, Perlen und Edelsteinen an den Schuhen. Im neunten und zehnten Jahrhundert nach Christi Geburt, wo inzwischen die Sandalen dem wirklichen Schuh mit Oberleder Platz , gemacht , hatten, sollen dieselben oft von kostbaren Stoffen ges fertigt -und wie bei den Frauen der spateun romischen Kaiserzeit mit Perlen und Edelsteinen verziert gewesen sein; doch war ihre Gestalt einfach, den Formen des Fußes angemessen, ja Karl der Große soll Halbstiefel von rothem Leder getragen haben, in denen jede Zehe ihren ".. besonoers ausgearbeiteten Raum hatte. ! Ehe dann die-sogenannten Entenschnäbel an die Reihe kamen, war es Sitte, zweifarbige Schuhe' "und eben solche Hosenbeine zu tragen, und zwar so, daß immer der linke Fuß mit dem rechten, Bein und umgekehrt'das linke Bein mit dein rechten Fuß. übereinstimmte. War also der rechte Fuß von grüner, und die rechte Hose , von rother Farbe, so prangte dagegen die linke Hose von hoffnungsvollem Grün, wahrend der linke Fuß die Purpurfarbe trug.
' Da kam das IG. Jahrhundert und mit ihm das Ende deSchnäbel, mit ihm der totale Gegensatz derselben: die Bärentatzen, Ochsenmäuler oder Entenschnäbcl. Die Spitzen waren abgeschafft, mit Stumpf und Stiel ausgerottet, und statt ihrer endete die neue 'Fußbekleidung in einem breiten, beinahe unförmlichen Vordcrtheil, der wustartig aufgerollt war. Diese Bärentatzen hielten sich aber nur bei den niederen Ständen. Bei Vornehmen und Modehelden wurden bald die zerhackten Schuye eingeführt, welche mitderdermaligcn geschlitzlenTrachtübereinstimmten. Es waren nämlich gepusste Wämser und Beinkleider aufgekommen.wo das Unterfuttcr durch die Schlitze des Oberzcuges herausbauschte. In der Art der übrigen Kleidung wurden nun auch die zerhackten Schuhe mit Schlitzen im Oberzeuge gearbeitet auS dem das Nntcrfutler in Puffen hervorsah. Lange wurde diese Mode, zum großen Herzeleid der Gegner getragen, nd verscuwand erst wieder im nächsten Jahrhundert, wo auch die Pluderhosen uns Vauschärmel allmälig ein Ende nahmen. Stiefel und einfache Schuharten wurden jetzt gebräuchlich und zwar erstere die unter dem Namen Äallenstein" oder Schwedische Stiefel" bekannt sind eine besondere Tracht der Krieger und des Adels, wahrend sich Bürger und Banern schon seit langerHit der Schuhe bedienten. Dieser Vauernschuh- spielte im Jahre 1502 eine große Rolle. Als damals der BaNernkneg losbrach, wurde er zum Erkennungs- und Wahrzeichen gewählt. (Einige der Haufen führten einen solchen sogenannten Bnntschich, an einer Stange befestigt, als Fahne mit sich, andere hatten ein Banner von blau und weißer Farbe, in dessen Mitte sich ein ßnicifir, auf der einen Seite ein .Bük'.tschuh", auf der anderen ein knieender Bauer mit den Worten: Nichts, denn die Gerechtigkeit Gottes" befand. Die letzte absonderliche ÄZode war die der Stockchen- oder Steckelschuhe, wie sie in Frankreich genannt wurden. Die so benannten Schuhe, spitz zulaufende Absätze von schwarzer oder bunter Farbe, waren sehr unbequem und eher zum Fallen als zum Laufen eingerichtet. Gn stau Hl. von Schweden pflegte hohe rothe Absätze zu tragen uns sich, wenn er lustig war, darauf herumzudrehen. XltUx die hochfohligen Stiefel und Schuhe wird Folgendes erzählt: Die Manner einer kleinen griechischen Stadt waren schon seit längerer Zeit mißvergnügt über das Benehmen ihrer Frauen, welche, stets auf den Gassen umherstreiften und mehr Gefallen am Klatschen, , als am Haushallen fanden. Ermahnungen, Droyungcn, selbst ernste Rügen blieben fruchtlos, die Gattinnen und Töchter waren durch nichts zu bewegen, zu Haus zu bleiben. , Da kam ein feiner Kopf auf einen gar schlauen Einsall. Hört," rief er in einer öffentlichen Versammlung, bei der sich sämmtliche Männer ans einem Marktplatz vereinigt hatten, hört meinen Borschlag ' Wir woäen nnsere Frauen und Töchter bewegen, recht schwere dicksohlige Sandalen zn tragen, auf daß sie gezwungen werden, das stete Umherlaufen zu lassen. Das Gewicht der Schuhe wird sie am Boden fesseln, es wird sie zwingen, ihrem Hause und iren Kindern zn leben." Man warf ihm freilich hierauf ein, baß es schwer lein würde, die, Frauen zum Anlegen dieser Hemmschuhe" zu dringen; er erwiderte aber: Wenn wir ihnen vorreden, es geschähe nur,
damit sie, die uns in geistiger Höhe zwar überragten, an körperlicher Hohe jedoch nicht an die unsere heranreichte, eine . r . . fi ü r .r. . rt' ,n I ri. tw ' eoen 10 jiamicue ieiiairais roit atanner erhielten, wird cS nicht schwer sein, die leichtgläubigen Frauen und Töchter in diese Jalle zu locken!" Mit allgemeinem Beifall wurde der Lorjchlag nun angenommen nnd noch an dem selben Tage zurAusführüng gebracht. Die Frauen zeigten -sich allerdings, wie jener Redner richtia prophezeit hatte, durchaus lischt, abgeneigt, höchsohlige Schuhe fortan zu tragen, um auf diese Weite m Große der Manner zu errel chen, aber dennoch sollte ibre Schlauheit ocn Lleg davontragen. Sie ließen )ich nämlich besagte Schuhe aus dem Holze der Korkeiche anfertigen, welches bekanntlich an Leichtigkeit seines Gleichen sucht und konnten nun, trotz der dicken Sandalen, in den Gasse und auf den Plätzen .nach wie vor umherstreifen. Ob und wie sich die Männer über diesen gehljchlag gettostet haben, davon schweigt die (beschichte, wohl aber ' herichtet sie, baß, fene hoch sohligen Schuhe, später von den tragischen Schauspielern in den Helbenr?llen benutzt worden sind, um eine übernatürliche Große zn erlangen,, daß der Kothurn" in Folge dessen zum Sinnbild der Tragödie wurde, daß man. weil er sowohl in Männer- als Frauenrollen gebraucht , wurde, auch auf beide Füße paßte die sprichwörtliche Redensart' einführte: veränderlicher denn, ein Kothurn lern und daß man fchueßuch einen wetterwendischen Menschen, der sich hald dieser, bald jener Partei an schloß, kurzwea 5?othurn" nannte Noch heut zu Tage sagen wir von einem Menschen, der ein hochtrabendes Wesen hat: .er geht auf hohem Kothurn einher." ; - In Europa ist nur noch der jütische Holzschuh, eine Merkwürdigkeit,, Die schwerfällige unschöne Beschuhungsmeise der Bewohnec gehört sogar zn denEigenthümlichkeit Jütlands. Schon in Engeln und Sundewitt tritt dieselbe auf. aber, erst in Jütland findet sie allgemeine LerbreitunZ. . : ; ; Wir dürfen schließlich nicht die Schuhe 'ier Chinesen vergessen, insbesondere der Chinesinnen.' Wahrend die Männer in China, wo die Schuhe' unter Tsin:schi honugtr (240 vor Christi) zuerst aufKkommen sein fällen solche von einer, dem normalen Fuß entsprechender Große, mit aufwärts abogencr Spitze,- aus. ,. verschiedenm Stössen und oft reich verziert, tragen, gelten bekannt! ich unnatürlich kleine Füße als eine HauptzierdederFrauen; schon den neugeborenen Mädchen werden die Fußzehen unter die Fußjohle, die Hacken tiefer in den Fuß gebogen und mit den Bändern geschnürt, die sie auch fortan statt dep Strümpfe tragen, um das Wachsthum des Fußes zu verhinbern ; darüber wird ein gesticktet Schuh gezogen, auf desscn Absätzen sie schwankend einherhinken. ,
Mutterlos.
Skizze von Em tl.J oln a k. Sie kam ganz gedankenvoll wrn Sa icr und legte ihre kleinen Hände auf seinen Arm, so daß er aus seinen Gedanken aufaeschreckt wurde. Er sah empor: es war seine Tochter, seine kleine Johanna, die vor ihm stand und ihn mit ihren großen, schwarzen Augen betrachtete. Was willst Du, Kleine?" Sie antwortete furchtsam: Ich möchU ich möchte gern daß Du mich küsD, Du liebes Kino!" antwortete et und umschlang sie mit seinen Armen und küßte sie unablässig. Mchr! mehr'" tagte sie, indem sie die Augen schloß. Du mußt mich ja sur Zwei lieben, seitdem die Mutter dort oben ist." Dann nß sie sich vom Vater los. lies zum offenen Fenster und sah zum Himmcl empor. Wann kommt ne denn wieder heim von dem sieben Gott dort oben?" fragte ste. ), jacje mir das, lieber Papa! Sie bleibt o lange dort oben, das kommt wohl daher, daß sie ihn mehr liebt als uns." . Der arme Mann zog das Kind an sich, und sie merkte, daß eine brennende, heiße Thräne auf ihre Stirn siel. Du welnlt ja ,agte ne. .Ist es nicht wirklich häßlich von ihr, daß sie uns verlassen hat? Da trat Johanna s Wärterin eln, um mit ihr spazieren zu gehen. Geh Du nur, mem kleiner Liebling : wenn Du recht artig bist, daun kommt die Mama schon wieder." DaS kleine Madchen Ilen nch durch diese Worte trösten, reichte ihre klein Hand der Wärterin und folgte ihr. Als er sich allein befand, begann er von der Vergangenheit und all dew Glück, das ihm jetzt geraubt war, zn träumen. Vor fünf Jahren hatte e, sich mit einem jungen reizenden Weibe oerheirathet, das nur den einen Fehler besaß- von schwacher Gesundheit zu sein ; aber er, der schon zn der Zeit den Ruf eines angesehenen Arztes genoß, hoffte, baß all die Fürsorge und all die Zärtlich: keit, die er seiner Fran zu weihen gedach: te, für viele, viele Jahre ausreichen würden. Aber ach, ein Jahr nach der Verhcirathung starb sie, als sie einem kleinen Mädchen das Leben gab. Der Verlust machte ihn fast wahnsinnig ; doch als er zu dem Bewußtsein gelanAte, daß er des Kindes wegen leben mußte, da bezwäng er feinen Kummer, barg ihn in feiner Brust und widmete fein Leben seiner kleinen Johanna, der Hilfe der Armen nnd arbeitete Tag und Nacht, ußkl zu vergessen. Jetzt hatte sein Töchterchen jchn während einiger Zeit ihn beunruhigt; die frische Farbe war von ihren Wemgen gewichen,- oft wnrde sie plötzlich mißgestimmt und konnte stundenlang am Fenster sitzen uud in die Luft hinausstarren. So hatte er gedacht, daß sie sich nach irgend einem be ttmnnten splelzeng zehne, das sie, als sie mit ihm eines Tages durch die Strafen aeaanaen war, in einem Kaufladen bemerkt haben mochte. Kanin war ihm dieser Gedanke gekomnten, als er sich schon zum Fortgchen anschickte. Vor der Heimkehr begegnete er auf der Treppe einem jungen in Trauer gekleideten Mädchen, daö cmen (!?ruß errathend erwiderte, ' . ' ' Das arme Mädchen konnte anch in der That das Jmeresie guter Menschen erwecken. . Er hatte sie vor ein paar Monaten kennen gelernt, als er zu ihrer Mutter gerufen wurde, die er aber trotz aller seiner sorgsamen Bemühungen nicht aus der Umarmuug des T odes zu reißen vermochte. Die arme Frau starb, und damit zählte die Erde ein elternloses junges Mädchen mehr. Um sich zu ernähren, mutzte Mathilde eine Stellung als Kindergärtnerin annehmen. Als der Vater in das Schlafzimmer fernes Tochterchens antrat, lag ne bereits im Bett. Such, was der liebe Gott' Dir alles geschenkt hat!" Was hat er mir denn geschenkt?" erwiderte sie neugierig und erhob sich, indem sie in die Hände klatschte. Er legte ihr ein Stück Spielzeug nach veni anderen aus das Bett. Aiuan as blickte sie erstaunt auf da Mitgebrachte und nahm eine Puppe, die ihr der Vater reichte, aber dann schob sie sie wieder von sich und begann zu weinen. Was fehlt Dir denn, liebes Kind?fragte der Vater, als er sah, wie betrübt die Kleine war.' Sie nahm feinen Kopf zwischen ihre Hände und flüsterte ganz teile: " Ich sehne mich nach der Mutter." O, .mein Gott,!' , mein Gott!" rief er, indem er die Hände rang. Das ist ja unmöglich Z Sei jetzt vernünstig. liebe, Johanna, bitte um etwas Anderes. das ich Dir verschaffen kann." Wenn sie -nicht. nach .Hause zurückkehreu will; dann will ich auch dort hinauf," erwiderte das Kind ganz ruhig, indem es sein:blondeö Lockenköpfchen auf das Kissen legte.. ";:rr";: Der Vater ging, um seine Gemüthsbeweguug zu' verbergen, denn das Weinen drohte ihn zu ersticken. Während der ganzen Nacht hörte man ihn rastloS' im Zimmer auf und ab gehen. ' i Als er am nächsten Morgen in das Zimmer seiner Tochter tratum nach ihr zu sehen, fand er- sie , krank, fodaß er beängstigt um sie wurde. Es oerginzeine Woche, und Johannas Krankheit entwickelte sich sehr schnell. Eines Abends klopste derDoctor an die kleine ,THür oben im vierten Stock seines Hauses. , , Eine trauergekseidete Dame öffnete: es war Mathilde. t: :. , Als sie den jungen Mann . sah, wur den ihre Wangen mit Purpur übergossen. . , .' Er betrachtete sie aufmerksam ; es war, als ob er darüber erstaunte, wie schön sie (ei -f. : i . ' l :, i' ; " i , Er ö ssnete die Thür ganz und trat ein. WaS dort zwischen, ihnen vorging, wie die Worte sielen das wissen wir nicht:
aber als er wieder die Treppe hinabging, strahlte sein Gesicht vor Freude.
Am nächsten corgen trat der Vater in Johannas Krankenzimmer mit einer zungen Dame an der )and. Dnliebe'Kleine." sagteer, verliebe Gott hat Deine Bitten gehört und sendet Dir Deine Mama." Mathilde trat an das Bett, nahm daö kleine Wesen auf ihren Arm und rief es bei den liebevollsten Namen. Du qeliebtes Kmd, da hast Dn mich. und ich werde Dich nie mehr verlassen." .Ich wuute woyt, oatz M kommtt " sagte Johanna und umarmte sie zärtl'ch. Ueber die Berliner Eheschlie. tzunge plaudern die Acten der Standesamte, manche interessante Einzelheiten aus. Schon die Thatsache, daß im vorvergan: genen Jahre 15,7tt2 Ehepaare den Bund sür das Leben geschlossen, zeigt, daß die Furcht vor der Ehe in Berlin' doch noch nicht gar so sebr verbreitet ist, wie.mancht Mütter heirathssähiger Töchter, behaupten. Sieht man sich die einzelnen Ehe: paare an, so ergiebt sich, daj; sich unter den Männern, welche den verhängniß vollen Schritt wagten, 13,766 Junggesellen, 1532 Wittwer und 424 Geschie, dene, unter Heu Frauen dagegen 14,36C Jungfrauen, 1055 Wittwen und 377 Geschiedene befanden. Was das Alter der Heirathendcn bctrisst. so eröffnet eine Jungfrau von fünfzehn Jahren die lange Stufenleiter, ihr folgen 30 Jungfrauen im Alter von sechzehn Jahren und die Kette setzt sich durch alle Altersklassen fort und wird beschlossen durch eine Wittwe, die im Alter von 69 Jahren noch einen neueu Ehebund schloß. Unter den Männern wird die Scala durch zwei Jünglinge im Alter von 19 Jahren eröffnet, ihnen folgen 3580 im Alter von 2024 Jahren und daß die Männer den Frauen in der Hcirathslufl noch über" sind, zeigt die Thatsache, daß sich unter ten jungen Ehemännern" acht im Alter zwischen 70 und 74, drei zwischen 75 und 79, und einer sogar im Alter von 32 Jahren befand. Von den Letzteren war ein Fünfundsiebzigjähriger überhaupt noch rncht verheirathet und ehelichte eine Jungfrau im Alter von 35 bis 40 Jahren, von den anderen über Siebzigjährigen führten noch 20 gleich; falls Jungfrauen heim, einer sogar eine solche unter 25 Jahren, und der LZjähz rige führte eine Jungfrau unter 50 Iahren zum Standesamt. 1135 Jung: frauen verbanden sich mit Wittwern 2., 3. und 4. Ehe, 321 Jungfrauen mit Geschiedenen 2., 3. nnd 4. Ehe, auf der anderen Seite sübrten 35 Jungge, sellen ebenso viele Wittwen 2., 3. unl 4. Ehe heim. t Die Altersunterschiede der Heirathenden sind oft ganz gewaltige. In 11, 062 Fällen war der Mann älter wie die Frau, darunter in 29 Fällen über 30 Jahre älter, in 50 Fällen 25 30 Jahre, In 4730 Fällen dagegen war der Mann jünger als die Frau ; darunter befinden sich 301 Fälle, wo die Fran 1030 Jahre älter war, in 13 Fällen hatten Männer zwischen ö0 und 35 Jahren Frauen im Alter von 50 bis 55 geheirathet, ein Dreißigjähriger führte eine 60jährige zum Altar und in 3 Fällen war die Frau mehr als 30 Jahre alter, als der Mann. Von den Wittwern haden sich 596 noch in Trauerjahre, 357 nach 1 2jährigcr Ehelosigkeit wieder verheirathet, 2 haben 19 bis 20 Jahre, einer 2 bis 27 Jahre, einer 30 Jahre den Wittwenstand ertragen, ehe er sich wieder zur Ehe entschloß. Auch unter den Wittwen befanden sich 7. welche noch innerhalb des Trauerjahres zur Ehe schritten, dagegen haben 74 eine 10- bis 20jährige und 4 sogar eine 21- bis 24jährige Ehelosigkeit ausgehalten, ehe sie abermals mit einem Manne die Ringe wechselten. Interessant ist auch, daß sich in vil Fällen Geschiedene wieder vereinigt haben und zwar je ein Paar im 2., im 3., im 13. und im 23. Jahre nach der Ehetrennung. Heirathen zwischen Blutsverwandten haben 103 stattgefunden und zwar in 102 Fallen zwischen Geschisterkindern und in 6 FaU len zwischen Onkel und Nichte. Eine neue Erscheinung. In den Salons der Residenz gab eS ein neues Geschäststhema, eine Dame, die merkwürdiger Weise Jung und Alt, Mann nnd Weib in gleichem Maße mit ihrem Zauber umstrickte. Man nannte sie augemein und unwiderstehlich onginal, kurzum: eine neue Erscheinung. Ach was", spottete ein alter Professor der Medicin, etwas neues? ich habe Erfahrung und glaube nicht daran". Bald darauf lernte er sie kennen; er dünkte sich gegen ihren Zauber gestählt, denn er wollte nicht daran glauben. Alle lagen in ihrem Bann. Mit dem bezauberndsten Lächeln von der Welt sprach sie auch den Professor, den großen Gelehrten, an; gleich fühlte er seine Schwäche und einen Hauch von Unbehaglich keit, aber er verbeugte sich doch verbindlich, als die Dame ihn fragte, ob sie ihn am anderen Morgen kurz nach 11 Uhr besuchen dürfe, um mit ihm etwas zu befprechen. Am anderen Morgen, als der Professor erwachte, war sein erster Gedanke zene Dame und ihm war noch unbehaglicher zu Muthe, als am Abend vorher; ep kleidete sich an und frühstückte, aber ohne Appetit. Es ging aus 1 1 Uhr zu ; aber um 11 Uhr mußte er sein Colleg halten, ja er müßte ; oder sollte er eine Ausrede suchen! . Da horte er das Rollen eines Wagens und kurz entichlossen schrieb er auf einen Zettel: 'Wegen Un.r. r . " . woyizeins ausfallen einem lang lich Haus verlazsen hatte, stand oben der Professor mit blassen Wangen und murmelte: Ja, Du hast auch mich überzeugt von Deiner Unwiersiehlichkeit, von der Neuheit Deiner Erscheinung, von Dir selbst" ; in der zitternden Rechten hielt ihre Karte, auf der stand: , , Frau Influenza, geb. Grippe. "zw"'' . ... . Ju g end denkt nur an das Kau'n, Alter auch an das Verdatn.
Instinkt oder Neberlegung Aus der Feder von Frau Anna Fischer bringt die Thier-Bsrse" einen dem Thierschutz gewidmeten Artikel, welcher dje weiteste Verbreitung verdient.. Alles, was unter dem Firmament
ist, hat einerlei Gesetz in verschiedenen' r m t l . txr t ... 'st. Tf1 ymmen, mgr em eijer. iji aijo kein Schein vorhanden, der uns zu der Meinung verleiten konnte, die Thiere tbät. aus unfreiwilligem Naturtrieb Dinge, welche wir Menschen glauben, allein nach Wahl und Geschick, auszuführen. Der Unterschied zwischen Mensch und Mensch ist wahrlich größer, als zwischen gewissen Menschen und gewissen Thieren. Die Schwalben, welche wir bei der Wiederkehr des Frühlings alle Ecken und Winkel der Häuser dmchstreifen sehen, suchen sie etwa ohne Überlegung, Absicht und Zweck, unter vielleicht taufenden von Stellen gerade die, welche ihnen am bequemsten ist, um dort ihr Nest zu bauen! Und wie vortrefflich ist die Bauart ihrer Nester! Bald nehmen sie Wasser in den Schnabel. bald Thon oder Leim, und sie sollten nicht wissen, dan das Harte durch, w . ' w t w r n. nnjeuchtung veizer zu veyandem ei( Warum füttern sie ihr Heim nach vollbrachte? Arbeit noch mit MooS oder weichen Federn ans, damit die zarten Körperchen ihrer Jungen darin zarter, liegen können? Sollte das auch nur Instinkt sein, ohne daß sie die Ursache und Wirkung davon wüßten? Warum befestigt die Spinne nur einen Theil des Gewebes, wahrend sie den anderen locker und schwebend läßt? Warum bedient sie sich beim Weben bald des einen bald des anderen Knötchens, wenn sie ohne Ueberlegung. ohne Nachdenken, ohne die Fähigkeit wäre, Schlüsse zu machen? Wären wir Menschen gerecht, so müßten wir an dem meisten Thun der Thiere hinlänglich und genügend erkennen, wie weit unsere Geschicklichkcit hinter ihnen zurückbleiben würde, wenn wir ihnen nachahmen wollten. Die Natur hat alle ihre Geschöpfe mit gleicher Liebe umfaßt, es dürfte sich in dem so weiten Thierreich wohl keines darunter befinden, dem sie nicht auch Mittel zu teinem Datein, seiner Erhaltung verliehen hätte. Wohl gibt es Unterschiede und formen, Stufen und Ordnunaen, aber Alles in Allem, doch immer unter der Gestalt einer uud derselben Natur. Es ist daher m Wahrheit nichts vorhanden, das uns Beweise lieferte, die Thiere thäten nur aus Naturtrieb Dinge, die wir durch Unterricht und erworbene Geschicklichkeit verrichten. Die Klugheit des Fuchses war drn Alten schon bekannt. So bediente sich das tracenijche Volk oft seiner bei Kriegszügen, wenn e über einen Fluß ging. Sie trieben den Fuchs vor sich her, und wenn sie sahen, daß das Thier stehen blieb oder zu ihnen zn? rückkehrte, nachdem es sein Ohr längere Zeit auf das Eis gelegt hatte, gingen sie nicht über den Fluß, weil sie sicher wußten, daß das ElS für ihre Lasten zn dünn sei. Der Fuchs hatte alsdann Wasser unter dem Eise riefeln hören und gefunden, daß das Eis dünn sei. Könnte man diese Wahrnehmung allein der Schärfe seines Sinnes .zuschreiben ohne Ueberle? gung, ohne Schlüsse, oder gin ihm der Schluß durch den Kopf, dan es eine Reihe von natürlichen Folgerungen sei, waS Geräusch macht, muß sich unbedingt bewegen, also nicht fest gefroren, sondern flüssig sein und mithiudeu Lasten weichen! Plntarch erzählt von einem Hunde, den er auf einem Schiffe beobachtet hatte. Das Thier war damit beschäftigt, 9e! aus einem Kruge zu nafchen, konnte abe: damit nicht zu Stande kommen, weil der Hals des Kruges für seine Zunge zu eng war. Nachdem es sich lange abgemüht und das Vergebliche seiner Bemühilng eingesehen hatte, schleppte es mit unermü'dlicher Ausdauer kleine Steine zu sammen und warf davon so viele in den kdrug hinein, bis das Oel so hoch an die Mülldung stieg, daß er es mit feincx Zunge erreichen konnte. Ein anderes Stückchen erzählt man sich von einem Elephanten in einem PrivatHause. Der Wärter, welcher die Anssicht über das Thier .hatte, entzog ihm regelmäßig die Hälfte von seinem Futter. Eines Tages wollte es der Zufall, daß ihm das Futter sein Herr verabreichen sollte. Als dieser ihm das volle Maß Korn in die Krippe schüttete, sah ihn der Elephant erst an. dann ging er langsam zur Krippe, theilte mit seinem Rüssel das Futter und schob die eine Hälfte weit von sich zurück. Damit zeigte rr an, welch' ein schweres Unrecht ihm der Wärter angethan habe. Ein anderer Elephant nahm das Vergehen seines Wärters weuiger. sanftmülhig .ans. Als dieser ihm längere Zeit immer Steine unter das Futter mischte, ' um das Korn für sich zu behalten, beobachtete er den Wärter, wenn derselbe sein Essen beim Feuer zubereitete. Dann ging er an das euer, nahm den Topf fort, goß das Essen aus und schü.tete Asche in den Topf hinein. War U-i Ueberleauna öder Instinkt? Noch ein Stückchen von der Ueberleauna unseres T.l SA?. Kü 7? . nNsk ! rrn! ti feinem Herrn gesolgt war, die en aber durch Zusall aus den Augen verloren hatt?. Er berch,e nun drei Auzgänge . dies"" Pla? aus. und' ls versichert hatte, daß sein Herr zwei . . . i. 1 .i.-t t . ' i :' " " iViit vsitaniei U5
JT, fi,itrl M Vrnu i? Pctltcri Gegenleistung nicht säumen.er ohne Weiteres aus den dritten zu. Er Lt , caititA 's-....(. m....
k)UWM Ä fr' A m AMH IMVAII mußte zu der Ueberzeugung gekommen sein: ich bin meinem Herrn bis zu diesem Slzratzeachgelasen7tinen Jn diesen Slusgängen kann er nur genommen haben, auf diesen beiden kann ' es aber nicht gefrfipficH um Kstfiirn "uicf tifi lfirt W chcocti lern, vgrnm lucye ich iyn aus dem iMiiu w Mv luji zielen! saute der Menim Gerechtigkeit sind wir den Tbiercn schul dig. Darum Schutz den Thieren u unserem Nächsten! , ' 1 ji Ersparn itz.. Student. der seinen Eommilitonen um 12 Uhr Mittaas . ' r t-r.. .t ' V, f!,1' T" t " nnr, ' fr ' t 'i . "T.1' - ;. - noch ,cy aieno anttilsk. ZU de jen Mut-
T-lvVt heute sitzt. er hier in diesem theuren .. ILm.t VXKw.M se.k!'..l0' 1 ' i .
"ckm Sie denn Jhnn Shn nicht?' , Restaurant und hält zei Herren zechÄteäM155iilil' - B:'.Di.xumxi infaU
vvtut n tvuxyij vjifc itivy ;; vviy nuv Geld." i':;;-''-!;:
Tottettenkünske. Die Toilettenkünste", insbesondere öiejenigen, durch welche man dem Teint nachzuhelfer sucht, sind so alt wie die Frauen. Schon bei den Damen der grauen Vorzeit war die rothe Farbe der Wangen beliebt, und wo die Natur eine solche versagte, mußte sie durch künstliche Mittel geschaffen werden. Im alten Icinive war ein Verschonerungsverfahren gebräuchlich, das man ohne Uebertreibung als . Emailliren" bezeichnen kann. Die Haut wurde zuerst mit Bimsteln abgerieben und geglättet, dann mit5 weißer
vÜ'hTI t 4 M Jfc Jti jm T rf. st ! j. y.iivc uucyycu, viui 31 jcycuc gcfundenes oiletlenkaitchen enthielt ern ganzes Arsenal von Flaschen mit Parfümerien Und Schönheitsmitteln. Auch in der Bibel ist das Schminken mehrfach erwähnt. Von Jsabel, der Tochter Eth Baals, heißt es: .Da Jehu gen Israel, kam und Jsabel das erfuhr, schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haar und guckte zum Fenster hinaus." Die Athenerinnen gebrauchten rothe und weiße Schminken, sie verwendeten Bleiweiß und erhöhten die Farbe ihrer Wangen'mit Zinnober. Der Dichter Ovid beschreibt verschiedene Schminker, welche in Rom gebraucht wurden, und klagt darüber, daß die römischen Damen bestrebt seien, das Noth, welches daö Blut ihren Wangen versagt habe, denselben künstlich zu geben, daß sie die trügerische Blässe ihres .Antlitzes der Anwendung von Bleiweiß verdanken, daß sie sogar den Glanz der Augen durch künstliche Mittel erzeugten. An einer anderen Stelle erwähnt er, es gehöre zum guten Tone, daß jede Frau, die geliebt werden will.' bleich sein müsse. Auch Plinius berichtet, daß -in Nom kosmetische Mittel sehr stark in Geörauö, waren, namentlich Erbsen- und Gersteiimehl, Eier, Weinhefe, Hirschhorn, Narzissenzwiebeln u. f. w. Aus diesen Dingen wnrde eine Art Umschlag angefertigt, der die ganze Nicht und einen Theil deö Tages auf dem Gesicht getragen wurde. Von den Nömern kam die Sitte des Schminken s nach Gallien und Deutschland. In späteren Jahrhunderten wurde diese Mode im letztgenannten Lande so allgemein, daß dieZahl der Schönheitssalben aus mehrere Hundert anwuchs. Vornehmlich ist es Frankreich gewesen, wo sich feit langer Zeit Schönheitsmittel jeder Art großer Beliebtheit erfreuten. In England war eS nicht viel besser. Im Jahre 1779 hielt man es für nothwendig und geboten, folgende Acte im englischen Parlament einzubringen: Alle Weibsleute, ohne Unterschied des Alters. Nungcs oder Standes, gleichviel ob Jnngfrauen oder Wittwen, welche nach dem Erlaß dieser Acte irgend einender mannlichen Unterthanen Seiner Majestät in verratuerilcher oder vetrugenicher Weie durch Schminken, Salben. Schonheitswasser, künstliche Zähne, falsche Haare, spanische Wolle,, Eorsetts, Steifröcke, Hackenschuhe und gepolsterte Hüften zur Eingehung einer Hnrath verlocken, machen sich der Strafe schuldig, die das Gesetz über das Vergehen der Zauberei verhängt hat. und soll eine solche Heirath nach . Uebersührung des betreffenden Frauenzimmers sur null und rnchttg tx jlcurt werden." Deö Kaisers Dank. In einem spanischen Trappistenkloster wurden wahrend des Einfalls der Iranzosen im Jahre 1810 vier zur Division des Generals uraot gehörende wolda ten, die sich die rohesten Zügellosigkeiten Herausnahmen, von den erbitterten Mönchen erschlagen. Der General Utn als bald das Kloster besetzen, sämmtliche Insassen aefanaeir nehmen und sich dann den Prior vorführen. Ihr habt vier meiner Grenadiere getodtet, oruute er ihn an, dafür sollt Ihr und Eure sämmtlichen Untergebenen füsilirt werden!" Der Prior bat flehentlich um Gnade. Die Soldaten hatten die Mönche in unerhörter Weise mißhandelt, daß Letztere sich der Peiniger in geschehener Weise entledigt, fei nur eine That der Verzweiflung gewesen. Er, der Pnor, erkläre sich zu jeder möglichen Entschadigung bereit. Nun war der General ein leidenschaftlicher Gemalde-Lteohaver und hatte zufällig in Erfahrung gebracht, daß sich in dem Kloster vier Meilterwerre Murlllo s besanden. .Wir wollen lehnt. saate er lso. Sie sind mir vier Grenadiere schuldig; geben Sie mir die gleiche Anzahl der m Ihrem Kloster besmdllchen MunlloS datur und wir und quitt.'" DemPrior blieb keine Wahl, und die vier Murillos wanderten in die Gemäldegalerie des Generals nach Paris. Nach beendigtem Feldzuge kehrte auch Turgot zur Hauptstadt zurück. Bei einer Musterung winkte ihn der Kaiser Napoleon zn sich heran. General, wie ich erfuhr, besitzen Sie vier wunderschöne Murillos. Wollen Sie mir dieselben abtreten? Es soll Ihr Schade nicht sein!", Selbstredend erklärte Turgot seine Bereitwilligkeit, und schon am folgenden ' iT V5,K : ' v 1 Vü i Louore. Vergebens aber harrte der Ge Tfm. ' Tt iV An (ti Vi tn?slS ins Z neralaufdieversprochene Entschädigung; der Kaiser schien sich derselben absolut . r .viiA . 'S' $LfgZ 4 cl AM llohen Gener . ; i"lv v ''",,!jnMMak" vi . . t ... ...x c i ii or.. r:xi werde nun auch mit der' in Anssicht ge: i 7 ' W 1 SCV- 15 ,lw ? el l&f i ' StUlf ? mindestens aber im Vesibe eines Marschallstabes. Berthier," rief Napoleon 1 . . rt-t. i i-.-. ; in ver ytacc aunioc ocmuuit . mUl 'Ätj. io"t -av m - :cc aus und lau. Generals Turgot V 1- f.A. i?anvik 1, Letzteren, ich j Kost:nprets zu, rück." ' Dann wandte er dem aus allen seinen Himmeln Gestürzten kühl den j Nucken. Ein Ke nner. A: .Sehen Sie ' nur diese Unserschamtheit, gestern -ItUl Vlfcjv ....:- pumpt mich der Baron um hundert Mark moracn an!"
Erklärung.
Ich hatt: mir eine glänzende Ntde Voll tönender Phrasen einstudirt. Ich hatte Heine und Getthe und schaler. Ich hatte Anakreon selbst citirk. Die Dichter hatte ich schmählich besichw Der alten und der neuen Welt, Ich hatte die Nosen, die NachEfot, (Tsl. "r. , ... ' . .-, n xjic kleine in meinen xlenzr cicjxcur. Ich haltt mir theatralische Posen Vor meinem Spiegel ausgedacht. Ich hatte es herrlich nachempfunden, Wie's Sonnenthal und Äarnan macht. Und als ich dann zu dir qekommm Und meinen Redefluß begann. ö?ad jt du mit einem seinen Lächeln Cl tiVUtttll 1 (IIUI1U WH ?. r T.-fi !l"'W ikktt Und vor dem Blick der schönen Ae rtV .. jii.ir. f . r- r n,r ''.. r in vsiou. mein eio lOkwum e: schwand. Beschämt ließ ich herniedersinken Die kühn zum schwur erhob'ne Hand. Stand da wie ein ertappter Sünder, Ein überführte? schlechter Dieb. Und konnte leis und bang nur flüstern: Vu nfct es ja, ich hab' dich lieb! F. Lorenze. - Wieviel Pulsschlane in der Minute soll der Mensch haben. Auf die Zahl der PulSfchlaoe übt vor Allem das Lebensfah? einen entschkiben, r.... tk . r . ..., t och slnzuiL. '-uas nengZJorene mn9 hat dnrchschmtttlchi nicht weniger al5 140 Pllls schlage t der Minute. tio f viele, wie sie bei dem Erwachsenen nur im hitzigsten Fieber vorksmmen. Bis zmn IS. bis 17. Jahre fällt die Zahl auf 80. Bet einem Erwachsenen häl! ' sie sich dann zwischen 7S und 70, bis sie schließlich beim Greise auf m und 50 Schläge herabsinkt. Es kommen aber auch andere Umstände für die Frequenz des Pulst in Betracht, so z. I. die geszeit, indem die Zahl am Margen gro , szer als am Mitisg ist. Erhöhte Temperstur, sowie Essen und Trinken wirke nicht wenig beschleunigend auf den Pulsschlag. Gleiches gilt von der Vewegung, so daß sogar der bloße Uebergang aus einer liegenden in eine sitzende Stellung dieLahl vermehren kann. Ferner kann leidenschaftliche Erregung ' hierauf hinwirken. Selbst die Korpergröße ist von Einfluß, indem Leute von kleiner Fisir in der Siegel mehr Äulsschläze HFccn alS grosze. , Auch steigt die Zahl mit der zunehmenden Höhe, in welcher man sich über dem Meeresspiegel besinret. In den im Sinne der mnm naturwissenschaftlichen Theorien lehrsamsten Erscheinungen unserer alltäglichen Nmgebung gehört die FroscheutwicklunF. die sich in jedem Wassntümpel am Bache vollzieht, und deren genaue Veebschtuug doch selten unserer lieben Jugend gelingt. Da hat nuii Herr Eduars Schwalb, ObeUehrer zu Großsichdichsür bei Marienbad, mit einem allerliebsten 2t$r mittel" nachgeholfen. Der Ort jollre 5?roschsichdichsur heiszen, denn Schwalb l?ersknöet nach allen Richtungen kleine Lehrfröschlein an die Schulen in Kästchen mit sechs Glaschen, darinnen befinde sich im ersten der Froschlaich, im zweiten die junge, noch mit Kiemen athmende, im dritten die größere, schon Lungen ath mende Kanlquabbe. In: vierten schießen die Hinterfusze eines Frosches am Körper hervor, im fünften auch schon die Vordersäße und der Froschkopf ist fertig, doch, trägt das Ungelhum noch eine lange Schleppe in Gestalt des alten Keulquabbenschwanzes hinter sich. Im sechsten endlich ist der Schwanz eingeschrumpft und' der kleine Prinz Frosch hat die oollige Umwandlung vom Fisch zum lungenathmenden vierfußigen Landthier, zuu höheren Daseinsstuse, vollzogen. Man kann die Vermittlungsstufen verschiedener Klassen deS ThierreicheS nicht einfacher und klarer zur Anschauung bringen, als mit solcher Froschgarnitur, vhne daß der Lehrer nöthig hätte, dabei gleich von Darwin'sche?" Theorie zu sprechen, oder gar mit problematischer .Asfentheos rie" kindliche Gemüther zu Verwirren. H 0 l z t u ch. Mit diesem Namen bezeichnet Prozessor Mijcherlich ein Gewebe, welches er aus der nach einem bt sonderen Verfahren vraparirten Holzfaser herstellt. Obgleich dieses künstliche Tnch in der nächsten Zeit zur Herstellung von Kleidungsstücken wohl nicht verwendet werden wird, so ist der Ersindung doch eine große Bedeutung für die Zukunft nicht avzuZpreche. Ounne üttsreie Brettchen oder Latten von beliebiger Läne werden in lauter feine Streifen in der Faserrichtung des Holzes gcfxal:en und hierauf in einem hernutisch vcrschlossenen, langsam rotirendenKesscl in einer Losung von schwefliger Säure gekocht. Durch diese Behandlung weiecn nicht nur die inkrustirendcn Bestandtheile der Holzfaser, welche ihrt S pro 0:g keit bedingen, entfernt, sondern dieselbe wird hierdurch chemisch vollkommen verändert. Die Faser wird gebleicht und nimmt einen zarten, seidenartigen Gkanz an und erhält, nachdem sie in besonders ringerichteten Heizraumen getrocknet ist, eine hohe Elasticität, und Festigkeit. Die wieder leich t , angeftü chten ßafcrbu ndel werden nun nacheinander durch mehrere Paare Walzen hindurch geschickt, welche parallel zur Längsachse mit, Nksseln rersehen sind und oie Wirkung heroorbrin geu die hindurch pajsirenden, vorläufig noch fest aneinanderhastcndcn Fasern durch sanfte? Quetschen und Biesen zu trennen und' zu isoliren. Die weitere Behandlung ist ähnlich derjenigen, welche 1 m.,...-iY .. t . iny, -uuuu urnuc wi ,piu K,; rKUr & RrVrr j .JMV ; gekrempelt, dann anf '5plnnmazchmen zu , zusammenhangenden Faden 'verspönnen ! x. r f . . . . nno. icsiicjjiicv r.iif gewoyniiei! cy stuhlen m einem Stosse von aroßer Fein j heit in beliebigen Mustern verweb!. Gal ante rie auf der Ei 5 bahn.' Herr: Ich habe Sie aus der Ferne beobachtet, FräuleiMKmma, Sie !astfea-,'.mtrl!ch'..brillntSEmWSvV Sie chme!Hle,N,,ÄMpm,zIe als 2lnfä ngerin ja ' jeden ' Augenblick hin ! Herr: Aber wit welcher Grazie wisse Sie schon hinzufallen f ' : 1 ' M&l -'uÄ L: ;: , U mM fcltf Fü r d , e N e 1 ch en b at Gott rn.:.: , i,-, Stfmitn V!
!Vll UCHiUl VI , Gesundheit.
i Ijf :'
,!"!!,; -l: S; 1s1:! llli '! ''4 . 'fifi NllliS:
SS 'liffe-iJ" v ,. ,-' , lilif'i.li ilSlf'l'i'ln'Vifcff'iSi il V Mr',X.
lüti
