Indiana Tribüne, Volume 13, Number 142, Indianapolis, Marion County, 9 February 1890 — Page 6

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SlJ"Zis;iiriiJJWrrTnHlJI TTTKT!!? ' Im Aennchen's Geburtötag. Eine Skizze aus der Kinder ro e l t.

's Smmy Nsssy. . Aennchti ist das jüngste von drei Geschwistern Elfe ist acht, Gertrud sieben Jahre alt, dann kommt das vierjährige ÄenNÄen ein süße rosiges PausbackHm, dem die dicken gelbjeidenkn Locken tief in die Augen fallen.' Eigentlich ist Aennchen erst drei Jahre und 364 Tage ult, imn es heißt heute den ganzen Tag: WaZ ist roohl morgen für ein Tag?" Deburtstag, sagt Aennchen. Und wie alt wird Aennchen?" JBkt Jahre-Debunötag ! .Und roaS bekommt das Kind zum GeburtZtag Die großen blauen Augen füllen sich mit Licht, der süße rorhe Mund nimmt einen Anlauf mit Zungenschlsg, dann plappert er fchnell: Tuchen, und Schönes, und BilderIrnch und Schönes, und Puppe und Vchones, und noch viel, viel, viel Schoes!" . ' Mama fchließt ihr Goldherzchen fest in die Arme und bedeckt e3 mit Küssen, fit denkt, das Allerschönste ist doch ihr süßes Aennchen selbst auch die älteren beiden Schwestern spielen immer wieder auf den Geburtstag mit seinen reichen Gaben an sie haben ihre ganze Sparfasse zu diesem Zweck geleert, und selbst ls der ernste Papa Abends das GoldKöpfchen zur guten Nacht küßt, lächelt er, slZ Aenttchen hochwichtig sagt: Papa, morgen hat mir der Torch debingt ! Ja, morgen ist Aennchm's Geburtstag." bestätigte er mit allerzärtlichstem Kuß, wahrend Aennchen mit einem An" den stechenden Schnurrbart Papa's bei Seite schiebt. Am andern Morgen gackelt das NestHühnchen schon früher als sonst Elfe und Trude sind aber doch schon früher ufgeVesen und haben mit Mama den Geburtstagstisch arrangirt. Ein' groHer Kuchen, auf dem vier rosarothe Lichttx brennen, eine wunderniedliche Pup?e, die ihre Augen schließen kann, sobald man sie auf den Nucken legt, ein bunter Aall. so groß wü Aennchen's Locken? kopfchen. Reif und Nlngspiele, ein un zerrelßbares Bilderbuch so heißt 'es wenigstens auf dem Titel ChokoladeMilchen und Pfeffernüsse, Erdbeeren nd Stachelbeeren, Bonbons, so viele. Am sich auf Wochen hinaus den Magen zu verderben nein, damit ist der Reichthum der Gaben noch nicht erschöpft. Die gute Mama hat dem Kinde feine weiche Strumpfchen gestrickt, bunte Schürzchen gestickt, einen himmelblauen Unterrock gehäkölt auch Jette, das Stubenmädchen, seit Babs Geburt zum Titel Bonne" avanciit, hat für ihr herziges Pflegekind ne schneeweiße Jacke angefertigt in tunesischem HäkelMch" wie Else altklug erklärt und Äennchen wiederholt mit ihrer schweren Zunge Häkelsisch" eine Neubildung der deutschen Sprache, die allgemeines Entzücken und unzählige Küsse hervorTust, bis Aennchen sich der AllgemeinTnutscherci durch lautes Schreien entzieht. Die älteren Schwestern müssen zur Schule Jette hat in der Wirthschaft zu 4hun, ebenso die Mama, und der Papa geht aufs Comptoir. Klein-Aennchen bleibt allein bei ihrem Reichthum. Sie ist ein sehr artiges Kind, sobald Alles ach ibrem Willen geschieht, und begnügt sich mit dem viel, viel Schönem," was Mama ihr auf einen Stuhl gestellt Hat, von allen Näschereien etwas und das ganze Spielzeug. Auch die rothen Mchtchm' durfte das Baby auöblasen Äann ssgte Mama: Run spiele, bis ich Wiederkomme, mein Goldkindchen aber nimm nichts von den Sachen auf dem Tisch! New, Aennchen nimmt nichts von den SachcO auf dem Tisch, es steht ja genügend aus dem sticht. Sie sängt zuerst hastig an, ißt Chocolade, Kuchen, Obst, Londons durcheinander, dann springt ste Reifen, küßt ihre Puppe, trudelt den Ball auf dem Teppich dann wird sie ein wenig müde, kaut mit langen Zähnen die Naschereien uns fetzt sich suf eineu Schemel, das unzerreißbare Bilderbuch zu besehen, dabei fällt ihr ein, daß Else gesagt hat, dies schone Buch könne znan nicht entzwei reißen. Ihr kommen in ihrer Einsamkeit und Spielblasirtheit Zweifel an diesem Ausspruch, sie v erm&i an einer Ecke des Blattes, wo zwei Spatzen untergefaßt spazieren fliegen, inen Riß anzubringen aber der Calicot ist zu stark für ihre kleinen Hände.' iic blättert weiter bis zur Mausegesellschaft mit Enlenvisite. die blanken gelben Auzen des Uhu geben ihr einen neuen Gedansei:. Sie macht das Fingerchen naß ad versucht, die Farbe abzureiben uch das gelingt nicht das Chromgelb scheint waschecht zu sein. Nesignirt besteht sie nun Blatt für Blatt, eS sind fast Alles Thiersiücke, die sie theils langweilen, theils erfchreckennein, da spielt Je doch lieber mir ihrer Puppe ! , Jette steckt den Kopf durch die Thür nd sieht sie ruhig spielen, der Bericht darüber an Madame fällt wie eine Lobpreisnng aus. Aber Jette hat gerade die richten Zwischenakts - Momente erhascht jetzt kommt nach dem lustigen Wen Akt der tragisHe zweite ' Obst, Kuchen, Vonbons, Chokolade fangen '::, den kleinen Magen zu belaltigen, Joch nur cm wenig, "nur soviel, daß das , Äebsuern über die Unzerreißbarkeitfbes ÄildcrLuches zum Aerger- wird. Sie ,?zrsucht.es noch einmal wieder vergel benS. Dann nimmt sie eine Stecknadel, itt sie auf dem Teppiaz entdeckt, und , bohrt sie in die Augen der Eule. Das fiiftt zwar nur ein kleines Loch, doch für Wen Anfang einen Erfolg, und er erweiper ihren . Gedanken gang. Irgendwo wird doch eine Scheere zu sinden Zein?! " : - - ' Sie läuft zu Elses Tischchen. -lieft die Schublade auf, reißt die bunte Wolle nd Stramm aus dem Korbchen richtig, da liegt die kleine, keine Scheere, mit der man die Wollfäden abknipst. tzS ist zwar verboten, Messer oder Ccheere anzufassen aber was foll sie jonzc thun, da die lngerchen vertagen? And richtig, sie Hai'S getroffen! ZLl? der Schnitter mit der Tenje in 3

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f - volle Aehrenfeld fahrt, so Goldkopfchen in die Blatter des Ünzerreiszbaren. Es ist geschehen, sie hat gesiegt! Die Scheere bleibt bei den Schnitzeln auf dem Teppich liegen Das Magenweh wird stärker, Aennchen schreit laut auf ; erschreckt stürzt die Mama hinzu, sieht die Scheere, ihr schreiendes Kind und befürchtet Schreckliches'. Doch da weder Wunden noch Blut entdeckt werden, beruhigt Mama sich und bestellt bet Jett heißen Kamillenthee. Aber darfst du denn mit einer Scheere spielen? und das schöne Bilderbuch hast du zerschnitten?" Ja Mama, ich tonte eS nicht anders tapilt triea.cn", sagt Baby resignirt und doch stolz-jelbstbewußt. Diese Logik läßt Mama verstummen sie hat sogar etwas Bewunderung für das charaktervolle Kind. Der Kamillenthee thut seine Wirkung die Schmerzen fliehen Aennchen schläft ein erst gegen Abend erwachte ste, ist furchtbar vergnügt, aber essen mag sie nicht auch an den folgenden Tagen sieht sie auf Halbdiat, und die Naschereien gehe auf das stärkere Schwesternpuar über; Aennchen will nicht Obst, nicht Tuchen", nicht Totolade" es vergehen Wochen, bis sie wieder ein Stückchen SonntagskucheN ißt. Während dieser Zeit naht der Geburtstag Else's. Es wird zwar nicht soviel davon geredet, wie von Baby's Geburtstag. aber doch so viel, daß dieses ein lebhaftes Interesse dafür an bin Tag legt. Else viel veel Schönes, Aennchen viel viel Schönes" lauter ihre, geheimnißvolle, nur durch Combinqtionen zu enträtselnde Bemerkung. Jeder dachte sich die Übersetzung so: Else wird viel Schönes bekommen, well Äennchen auch viel Schönes bekommen" es war eine falsche Interpretirung, die wirkliche lautete anders und leitete sich mit einem wahren Jammergeheul ein als Baby den hübschen Tisch Else's mit den reichen Gaben sah. . Aennchen auch haben," schluchzt sie. auf die Geschenke deutend, Aennchen auch DeburtSZag, Bilderbuch. Puppe Lichter auspüßten, Tuchen.Tuchen haben!" Und sie windet sich in Jette's Armen wie eine kleine Paradicsfchlange. Aber heute hat ja Eise Geburtstag", erklärt Mama ihr würdevoll ; sie kommt nicht weit damit, Goldkopfchen stellt Alles auf den Kopf, sie habe Dcburtstag, sie wolle auch Etwas geschenkt haben. Und obgleich Else sich heimlich eine Thräne abwischt, daß sie gerade ihr goldseidenes Käppchen und das schöne Bilderbuch hergeben muß, zwei Dinge, auf die das Kind sich kapricirt, so ist sie doch so brav und gutherzig. Beides als Opfer darzubringen. Aber das Buch mußt du sehr in Acht nehmen", sagt Mama, sonst zerreißt eS, und das wäre schade um das schöne Buch." Man muß ihr die Herbstkappe über die gleichfarbeueil Locken ziehen, dann sitzt sie vergnügt mit dem Bilderbuch auf dem Schooß, und blättert pietätvoll zwischen Text und Bildern, bis siedie Lichtcrausblasen darf. Drei Monate später ist Gertrud'S Geburtstag. Diesmal versteht man schon ihr Trudchen viel Schönes Aennchen viel Schönes" Mama zieht ihr verständiges Töchterchen bei Seite: Gib ihr etwas ab, ich kaufe es dir wieder!" Und auch diesmal setzt der süße Eigensinn den Dopxelgeburtstag fort, ja felbst als Mama, Papa und Tante Luise, die in den Ferien bei ihrem Bruder zu Besuch ist. Geburtstag haben, setzt Baby ihren Willen, auch Geschenke zu erhalten, durch. Tante Luise ist Lehrerin und betrachtet jede Erscheinung von der pädagogischen Seite. v Meine Lieben", sagte sie salbungsvoll, heute lacht Ihr noch darüber wie aber, wenn diese Laune sich zu Neid ausbildet, wenn kommende Jahre Euch Neue bringen, daß Ihr nicht im Keim diese Untugend ersticktet?" Neidisch? Mein liebes Goldherz, das ebenso gern gibt als nimmt? Nein, niemals ! Sie ist eben noch zu unverständig, und mit den Jahren klart sich dieser dunkle Punkt von selbst auf. Einstweilen mag es auf sich beruhen. Außerdem sind jetzt ein halbes Jahr lang keine Geburtstage in der Familie, vielleicht ist sie bis dahin schon so verständig, sich belehren zu lassen!" Damit war die Sache von pädagogischer Seite abgethan. Aber nicht von BabyS Seite denn sie kam am nachr, . V . f . fT r r uen ag, oas ganze rolge eilcvrazen voll Licht und Grübchen, zu der ernten Tante ' und sagte ihr geheimnißvoÜ ins 1. fw m n . r . . . " jjgr: ou, anre uijc morgen ene Deburtstag und Aennchen viel, viel Schönes!" . Und um Aennchen nicht zn enttäuschen wurde Jette's Geburtstag, zum ersten Mal feit zehn Jahren, Mit Kuchen und sogar einer Puppe geleiert. Aennchen fand dieAuswahl zwar etwas karg aber schließlich nahm sie doch die Purxe. Morgen wird sie fünf Jahre alt vielleicht wächst ihr über's Jahr die Weisheit, so daß sie -erkennt, man feiert nur den einen Tag im Jahr, wo un? der Torch debingt?. G ed anten sp litt er. Wer nur einmal geliebt hat, soll nicht mitredender ist ein'Mann, der nur eine einzige Cigarre geraucht at, und die erste bekommt dem zarten Alter meist übel. Wer sich schminkt, darf sein Brot nicht im Schweiße seines Angesichts essen.' Die Seele kann den Körper verschonern, aber nicht der'Körper die Seele. Mensch und'THier. ,. Ob fesch;, 06 Thier genialer ist? Der Mensch .ist's wahrlich ganz allein: Es kann der Esel nie ein Mensch, Der Mensch sehr oft ein Esel fein. Alles Mögliche. Sle kommen wohl mit Ihrer Schmiegermutter gut aus. Herr Assessor? Gewiß, ich habe ja'die llebenswürdigste alte Dame zur Schwiegermutter, die man sich denken kann, die entschuldigt sich - sogar alle paar' Wochen "mal bei .mir weil sie ss lange lebt!

Prophetische Träume. Skizze von Aler.de Nöoe. H Tränme sind Schäume" heißt es ganz ; richtig, und wenn sie hin und wieder einmal in Erfüllung gehen, so ist dies ein Spiel des Zufalls. Die Träume sind innig mit dem Körper verweben, und von ocr mehr oder minder normalen Korperkonstitution hängt das Erscheinen des Traumbildes und auch die Art desselben ab. Lebhafte Träume sind gewöhnlich das Anzeichen eines erregten ötervensystems, sanfte zeigen einen lelchtcn Gehirnreiz an und ostmals bei Nervensieber das Nahen einer günstigen Krisis, schreckhafte Trau me sino das Aeichen von Blutandrang nach dem, Kopfe. Wie oben bereits gesagt, ist das Eintreffen der Träume nur eine Zufälligkeit, doch soll hier durch Beispiele gezeigt werden, daß sie auch zu Prophezeiuugen , wurden und in Erfüllunc, gingen. König Heinrich IV. von Frankreich (1539 bis mo) träumte in der Nacht vor seiner Ermordung durch Itaoaillac, daß dicht über seinem Haupte ein 3!egenbogen stände, waS in der Auslegung' den Too bedeutet. Es war der Vorbote feines gewaltsamen TodeS. Von dem bekannten Wittcnberger Professor Nyssenus wird erzählt, er habe sich auf einem Schisse im Traume befunden, welches Fahrzeug mit Manu und Maus unterging, vtysfenus lachte über den kuriosen Traum. Am Abend desselben Tages wollte er über die Elbe fahren. Dabei stieß der Kahn an einen Psahl, schlug um, und Ltyssenus ertrank. Septimius Scverus, römischer Kaiser von 1v3 bis iUl, träumte, das; Kaiser Pertinar (193) an einem Sturze vom Pferde sterbe, während er selbst den kaiserlichen Nenner bestieg. Dies traf zu: an Stelle deä Pertinar wurde Septimmö Scverus zum Kaiser erwählt. In der Nacht vor der Ermordung ArZins Cäsars (am IS. März 44 voc Ehri: sti Geburt) träumte seine Gattin Calpurnia, daß ihr Gemahl, von Wunden bedeckt, in ihren Armen sterbe. Durch diesen Traum erschrakt, bat sie ihn an: Morgen, nicht in den Senat zn gehen. Eusar verschmähte es, sich nach dem Traume eines Weibes zu richten. und begab sich in die Senatssitzung, wo mörderische Hände ihn mit 23 Dolchstichen an der Statue des Pömpeius nieder streckten. Der karthagische Heerfschrer Hamilcar glaubte im D aume roähreuh der Belagerung von Syrakus (280 vor Ehristi Geburt) eine Stimme zu horeu, die ihm zurief: Morgen wirst Du in Syrakuö speisen!" In seiner Freude, als ob ihm der Himmel den Sieg verheißen hätte, ließ er die Truppen zum Sturm vorgehen; aber die Gyrakuser machten einen tzesklgen Ausfall, bemächtigten sich des

karthaglchen Lagers und uaymenHamilcar gesaiken. Weniger durch denTraum, als durch seine zu hoch gespannte Hoffnung getäuscht, speiste er allerdings in Syrakus, aber als Gefangener. Als Cicero im Jahre 58 vor Christi Geburt durch die Kabalen seiner Feinde aus 3!om verbannt wurde, hielt er sich in einem Landhause auf. Hier träumte er, daß er in einer Wüste umherirre und dem Mamis, umgeben mit allem Pomp der Cönsulwürde, begegnete. Dieser fragte ihn, weshalb er so verstörten Gesichts planlos dahin wandere, worauf Cicero ihm sein Mißgeschick mittheilte. Da ergrisf Marius feine Hand und ließ ihn durch den ersten Lictor mit der Verstcherung einem prunkvollen Gebäude zuführen, daß dort ein besseres Geschick seiner harre. Die Folgezeit bestätigte dies, deun es war der durch Marius errichtete Tempel des Jupiter, in welchem im Jahre 57 der Senat den Beschluß faßte, den berühmten Nedncr wieder nach Rom zurückzuberufen. Als BespasiaU sich mit Kaiser Nero (54 bis 08) 'in der prachtvollen Landschaft Achaia befand, sah er im Tranme einen unbekannten Mann, der ihm sagte: sein Glück würde beginnen, sobald man dem 3!ero einen Zahn auSrisse. Der Erste, welchem Vespastan am nächsten Morgen begegnete, war ein Arzt, der eben den Kaiser von einem Zahn befreit hatte. Bald darauf starb Nero und kurze Zeit nachher auch fein Nachfelder Galba (00), und Vesvasirn benutzte die von Okho und Vitellius erregten Unruhen und wurde selbst römischer Kaiser (0979). Als die Pest in der Armee Karls V. (1520 1550) wüthete, kündete ein Traum dem Kaiser, daß das beste Mittel gegen diese Krankheit die Abkochung einer Ärr Zwergdistel fei, die in den Gebirgen wächit und feitdcm karelische Distel benannt wurde. Das Mittel bewährte sich oortresslich. Als der japanische Missionär Spinola auf Befehl der Landesregierung haftet . rsfi. 4 mm.. weroen jouie. iraumie iym gegen Mittler! nacht, daß Näuber gewaltsam bei ihm eindrangen. Es war dies die Ankündigung dessen gewesen, was eine halb SZunde nachher wirklich geschah. Der deutsche Kaiser Joseph II. (1763 6131790) träumte einst als kleiner Knabe, daß er sich zu Roß umhertummle. Die Geschichte erweist die Leidenschaft dieses Kaisers an Reisen, welche der Traum vorher ankunmgre. : Traumdfuter bezeichnen das Erblicken einer rothen Sonne als ein unglückliches Vorzeichen. ' Marie Antoinetke. Königin von Frankreich, sah in ihrem Gefängnisse im Träume zu früher 'Morgenstunde des unheilvollen 2t. Januar 1793, dem Tage der Hinrichtung Ludwigs XVI., eine-rothe Sonne, die sich auf eine Sonne nicderscnkte, welche gleich darauf zusammen stürzte. , , : , . ForbeS Vinslow führt mehrere Fälle an, in welchen Träume prophetisch das Eintreffen derselben 'verkündeten, so erzählt er z. - B., Arnold de Äilleneuve träumte in einer Nacht, daß eine schwarze Katze ihn in den Arm bisse ; am nächsten Tage trat an dersel'n Stelle ein Karbunkel auf. , Ein Patient GalenS träumte daß eines feiner Beine , in , Skein verwandelt sei, und einige . Tage spater wurde dasselbe. Bein bis zur Unbrauchbarkei ge! ahmt. ' -" ' "z : :ilits . Ein junger Schriftsteller in ärmlichen

Verbältnissen. .nvfen in Dortrscht.

hatte fein Vermögen vergeudet und wußte kaum noch, wovon er seinen Lebensunterhalt bestreiken solle, da ihm auch seine literarischen Arbeiten fast nichts einbrachten. In dieser trübseligen Zelt tränmte er etwas ganz Sonderbares, nämlich: er promenirte in der Umgegend seiner Vaterstadt uud sah sich von einem Manne angeredet, der ihm sagke, er kenne seine elende Lage; wenn er einem, Rathe folgen wolle, so würde er sich von allen Verlegenheiten befreien; er folle nach Kemp:r gehen, dort werde sich alleZ Weitere schon sinden. Der jungt Schriftsteller machte sich wirklich auf den Weg dorthin, wußte jedoch nicht, an men er sich wenden sollte, da er in diesem Orte keinen Bekannten hatte. Er bedauerte schon feine Reise, als ihn ein Mann nach der Ursache seines Kummers fragte, der in feinem Gesichte zu lesen war. Der Träumer erzählte ruhig seine Geschichte, und auch den Traum, woraus der Fremde entgegnete: .Wenn ich allen thörichten Träumen folgen wollte, dann müßte ich. nach Dortrecht reisen. Dort sollte ich einen Schatz heben, der unter einem wilden Nosenstrauche verborgen liegt." Nun beschrieb er näher das HauS und den Garten, und Huyfen erkannte zu ,seinem Erstaunet dieses beschriebene Haus als dasjenige, worir, er wohnte. Ohne Aufentbalt kehrte der junge Schriftsteller nach Dortrecht zurück, grub im Garten unter dem bezeichneten Strauche nach und fand eine große Geldsumme in alten Münzen, die ihn in "den Stand setzte, nachdem er sie umgewechselt hatte, scine,Schuldcn zu bezahlen und ein neues, besseres Leben zu begin, neu. Student der Chemie. Ich, als bemoostes Haupt, Aä oculos behaupt': Es ist fürwahr nicht wahr. Daß Elemente nicht wandelbar: Mas Silber in der Tasche, Ward Gold in der Flasche; Was Gold war im Glase, Ward Kupfer an der ö!ase!" Todte Seelen. In dem Ja nnar-Hefte des Nuss. Archivs" erzählt D. Schtscherbattchew eine hettere Anec dote über Todte Seelen". Im Jahre 1847 war Schtsch. zum Adjutanten bei der Garde-Artillerie ernannt worden und war bei Uebernahme der Kanzlei nicht wenig verwundert, als eines Tages der Schrclber, der die Monatsrapporte ab zufassen hatte, sich mir der Frage an den neuen Adjutanten wandte, wie viele von den 3!eservc:Verstorbenen er für den abgelaufenen Monat in die Liste der Todten aufnehmen zolle. Schtsch. verstand gai nicht, nm was eS sich handle, und ließ sich vom Schreiber enfc genauere AuS kunft ertheilen, wobei er Folgendes er fuhr: Die sterbltchkeit unter dem Ml litär war ciniae Zeit so groß gewesen, daß die höhere Militärbehörde derselben ernste Aufmerksamkeit widmete, und bald idarauf ertchien der Vefchl, daß, falls in einem einzelnen Trupventheile die Sterblichkeitsziffer im Monat höher als das lewetlige Datum sem sollte, den Ab theilungschefs ein Verweis zu ertheilen s. Trohdem nun die Sterbllchkelt .nicht in allen zwölf Monaten des Iah res die gleiche ist, so wurde behufs VerMeldung von Derwel en die SterbUchkeit nie höher als zu dein im Befehl angegebenen Marimalsatze verzeichnet, maren aber dennoch mehr Leute des betrek senden Truppentheils gestorben, so wurden die uberzahlwen Todten nix Ne servc" gezahlt, wie der Schreiber sich ausdrückte, und dann nach und nach in anderen Monaten mit geringerer Sterb lich keit als Verstorbene nachgeschoben. Diese schlaue Einrichtung brachte zweier lei Vortheile; erstens vermieden die Chezs die ihnen drohenden Verweise. zweitens erwuchs den einzelnen Batterien materieller Gewinn daraus, indem die Neserve-Todten noch nicht aus den Listen gesttlchen wurden und so sorlsuhren, Sold und Menage ni beziehen. Oefter," schließt Herr Schtsch. seine Erzählung, fani es vor, daß diese unrichtigen Listen, die ich unterschreiben mußte, sich nicht nur von einem Monat in den anderen, fondern manchmal sogar . 0 t ... t von cincui o 111 oas anoere mnuoeri Zogen." Der vereitelte Kälber s i e b st a h l. Folgendes Geschichtchen, das über einen köstlich vereitelten Kälberdiebstah! berichtet, macht in der Gegend von Dräns feld zur Zeit die Runde. In einem in dortiger Gegend befindlichen, an der Landstraße allein stehenden Gast Hof logirte kurzlich eine mit einemKameel und Bär umherziehende Zigeunerbande; den Bär, ein ziemlich bifstgesVieh, steckte man in weiser Vorsicht kleine große Futterkiste, die bis dahin ein Kalb, um welches bereits der Schlachter handelte, innegehabt und jetzt dieselbe verlassen mußte, um anderweit untergebracht zu werden. In der Nacht entstand nuu auf dem Hofe, wo sich die Kiste mit dem Bären befand, ein furchtbarer Larm; man hörte den Bär gräßlich brüllen und dazwischen einen Menschen angstvoll jammern. In aller Eile wurde Licht gemacht, man stürzte hinunter , auf den Hof, wo sich augenscheinlich ein arokes Unglück ereignet haben mußte, und kam gerade noch zur rechten Zeit, um auS dem offen stehenden Hofthor einen Mann in wilder Flucht herausrasen zu sehen. Das Räthsel war dadurch bald gelost. Vermuthlich hatte ein Dieb die günstige Gelegenheit benutzen wollen, um das nur in leichtem Verschluß, nach seiner Ansicht noch auf dem Hof stehende Kalb zu steh-, len, hatte die Kijte aufgebrochen, dadurch natürlich den darin liegenden Meiste? Petz aufgeweckt, der, übe? solche Störung wemg erbaut, den diebischen Kerl tüchtig anpackte, welcher nun seinerseits entsetzt über den Muth des Kalbes das oben erwähnte fürchterliche Gebrüll anhob. Man glaubt dem Dieb bereits auf der Spur zu fern ; derselbe dürfte jedoch durch den ausgestandenen Schreck bereits genug bestrast sein. . 7". Das glaublich! Geschäftig yabenn uncze Wittwe): Jch habe nun Ihren .ganzen Musterkoffer durchgesehen und melne Notizen gemacht haben Sie sonst etwas anzubieten? ' Reisender: .Nur noch meine Hand. ,erehrte Frau!

Eine mysteriöfe Affaire.

Die belgische Presse beichäitkat sich seit Kurzem sehr eingehend mit einer sensationell zugespitzten Geschichte. Es handclt.sich um eine in Deutschland anaebllch unschuldig verhaftete Belgierin, deren cytckjal den zum . Theil wenig deutschfreundlichen Brüsseler Blattern Anlaß gibt, die deutschen Polizeibehörden einer sehr scharfen Kritik zu unter- . : .f. ... rv.. L T..r ri " m zllyctt. einer Juzcyrljl emes ÄNNfeler Correfpondenten wird die belaische Lesart des in Rede stehenden Vorfalles folgendermalzen mugetheut: Eine Brüsseler Familie schloß mit einem umherziehenden Gaukler A. M, eln Abkommen, demgemäß sie ihm ihre jnnge Tochter Therese für mehrere Jahre anvertraute, damit dieselbe bei seinen Künstlerocrstellungen behilflich sei und zugleich seine Kunstfertigkeit erlerne. Während zweier Jahre bereisten A. M. nd seine Schülerin Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland und erfreuten sich überall des besten Leumundes. Vergangenen November gaben sie in Elberfetd Taschenspieler- und' Zaubervorstettungen, als plötzlich an einem frühen Morgen die Polizei in ihrer Wohnung erzchien und das jechzehnjahnge Madchen, welches dabei weinte und wehklagte, unter der Beschuldigung der Prostitntion in'S Gefängniß abführte. Die Anklage soll lediglich aus einer anonymen Zuschrist gefußt haben. Herr A. M. bestand ans einer 'ärzlichcn Untersuchung seines ZögliUgs, welche von drei Doctoren vorgenommen wurde, und die die vollständige Makellosigkeit der Verhafteten ergab. Demungeachtct soll di? deutsche Polizei sich geweigert haben, die belgische' Unterthanin, gegen welche nicht das Geringste vorlag, in Freiheit zu setzen. Hr. A. M. eilte nun nach Vügicn zunlck, nm die Eltern des W!ädchens, welches inzwischen bei einem Protestant!schcn Prediger untergebracht worden war, von dem Vorfalle zu verständigen. Der Vater reklamirte sofort seine Tochter in einem Briefe, dessen Unterschrift der Bürgermeister, von Brüssel, Buls, beglaubigte. Diesen am 20. November vorigen Jahres abgesandten Brief beantwortete der Prediger dahin, daß das Mädchen katholischer Confejsion gewesen und dcShalb in ein Kloster gebracht worden sei. Man möchte sich an das letztere wenden und den Fahrpreis bis Brüssel dem Briefe beifügen. Der Vorsteherin des Klosters wurden sofort 17 Francs, 36 Centimes durch Postanweisung gesandt und in einem Vriese um Angabe des Zu? ges gebeten, mit welchem das Mädchen eintt essen würde. Dieses Schreiben, wie ein weiteres, eingeschriebenes, welches die geängstigten Eltern Ende December absandten, blieben ohne Antwort. Die Eltern haben sich jetzt an den König der Belgier gewandt, der ihnen mittheilte, er habe ihr Gesuch dem Auswärtigen Amte zur Veranlassung weiterer Schritte übermittelt. Mag auch diese Darstellung der Sachlage eine einseitige sein, so ist es doch jedenfalls zu bedauern, daß der Vorfall dazu dient, die, in Belgien vorwiegende Abneigung gegen Deutschland und sein P.olizcircgime zu verstärken. Es wird sich sicherlich ein Deputirter der Linken sinden," ruft dieEhronique" aus, da: das Ministerium darüber interpellirt, mit welchem Recht Deutschland es wagt, eine junge Belgierin ohne jeden Grund für mehrere Monate ihrer Freiheit zu berauben." Der Tod beim hampagnerglase. Das Leben ist doch kühner, als felbst die kühnste Dichterphantasie: Vor einigen Tagen wurde in Wien ein junger Mann zu Grabe getragen, ein Doktor der Philosophie, der an der Universität Vorträge über die Geheimnisse des Seelenlebenö gehalten hatte, auf Grund welcher ihm eine glänzende Zukunft proguostizirt wurde. Dieselbe war ihm nicht beschieden; der Tod riß ihn vcm Kothcder. Vom Katheder? Nein. Vom Champagnerglase. WaS der junge Lesstng in einem seiner kecksten Jngendgedichte geschildert, das Pokuliren mit dem Sensenmann: Dieses Glas voll Nebensaft. Tod, auf gute Brüderschaft!" das hat Dr. P. noch effektvoller infcenirt, als es der Poet ausgemalt. Seit vielen Jahren an einem schweren inneren Leiden kränkelnd und dem Leben verloren, hatte stch Dr. P. mit dem Gedanken an ein plötzliches und nahes - Ende befreundet und ließ sich von dcmfelben die Freude am Leben an der Seite einer liebenden Frou und hübscher Kinderchen nicht trüben ; er genoß die Stunde, weil die nächste ihm vielleicht den Genuß abschnitt. An einem der jünAsten Tage nun erkannte der Kranke an zeinem Besinden und an den Miene des Arztes, daß ihm die letzte LcbensstuUde nicht mehr ferne sei. ' Lächelnd bat er den Arzt, ihm sein junges Weih zu senden und selber durch ein Weilchen im Nebensalon in den neuesteil Erscheinungen vom Büchertisch zu blättern. Die Iran kam Und setzte sich an's Bett des kranken Gatten. Dieser lächelte ihr zu,, zog sie zn sich hernieder und küßte sie anf.Stirn und Wange. Jch fühle mich sa wohl" , sagte, er so wohl daß ich Champagner trinken - möchte. Aber mit Dir. mein Engel! Geh', kühle uns eine Flasche ein ! Das geschah. Der Kranke erhob sich, halb im Bette, lehnte , sich zärtlich an feine Frau und erzählte ihr Manches aus seinem Leben, was ihr noch unbekannt war i dann plauderte er lustig darüber' wie er sich ihr Leben und die Entwickelung der Kinder denke für den Fall, daß er plötzlich, Marschordre bekommen sollte, was ja möglich sei und nachdem er die Frau nochmals umarmt und geküßt, , ergriff er den gefüllten Champaßnerkelch, stieß mit ihr an, leerte das Glas auf einen Zug, warf es von sich, daß es in tausend Splitter zerbarst, . nnd sank zurück, ein Lächeln auf den Lippen als todter Mann. So fand .ihn der rafch aus dem Nebengemache herbeigeeilte Arzt, dem in seiner langen Praxis ein so romantischer, ein so anakreontischer Aufputz der Sterbestunde noch nicht un tergekommen war.. ,,Unlangst wurdeDr P. unter großer Betheiligung aus den besten Kreisen der Gesellschaft zur letzten Ruhe gebracht.

' . Havas gekommen, landete in Punalun, dem südlichen Ort der Insel und fuhr mtl ver vzlienoayn nacy Payata. Dort stiegen wir, so erzählt Anhage, in eine mit vier Maulthieren bespannte Kutsche, schnallten unsern Koffer auf, und loS ging's 24 Meilen weit üöer einen entsetzlich holprigen Lavaweg nach dem Vulkan hinauf. Unterwegs ruhten wir uns einige Stunden im HalbwegShanse" auS, das für die Touristen erbaut und vou einem Wirthe mit, sehr gutem Essen versehen ist ; daS will viel sagen in einer solchen Einöde, 12 Meilen hinter der letzten menschlichen Wohnung! Anfangs ging der Weg durch traurige wüste Lavafelder; je näher wir aber dem Vulkan kamen, desto grüner und schöner wurde das Land. Wir fuhren durch eine herrliche üppige Vegetation, überall sproßten Farrenkräutcr, wuchsen schone eßbare Beeren, ragten Palmen und andere tropische Bäume. Je näher wir aber dem Vulkanhause kamen, desto dichter wurde der Naüch, der vom Kilanea aus die Gegend einhüllte. Oben auf dem Plateau quoll aus vielen tiefen ErdI öftnunen heißer Dampf heraus, zo daß nnsdle wir nie so etwas gesehen, ziemdim uns, ei ml ick 111 Mtttk? nrnrh ?ln diesem Abend gingen wir noch nicht nach dem Vulkan, aber wlr sahen den !veuerschein sehr deutlich und hatten die Nacht ein klttnes Erdbeben. D das Äulkant)aus 4500 ftu, über dem Meere liegt, jo war es sehr kühl, nnd in einem großen Kamin brannte beständig Feuer. Nirgends aber liabe ich unsere deutschen Blumen tn solcher Farbenpracht und Vollkommenheit gesehen, wie in dem zn dem Hause gehörigen Garten, denn der ganze Boden izt warm von dem unterird: chen euer. vim folgenden meiste regnete es, trotzdem krochen wir an den tfV Hwefttvanren umyer, wo eln vkaer, erstickender Schwefelqüaün aus der Erde stieg, und besuchten etnen alten, erlösche nen Krater, den ltanea t der von 1000 Fuß tiefen Wänden eingeschlossen ist. Htnunterklettern konnten wlr nicht. wekl es zu steil war. Am Nachmittag gingen wir, ben groß ten Krater der Welt rn sehen. Mir war feierlich zu Muthe. Jeder hatte sein tcklecktettes cua an und naym einen lanaen Stock und eine Laterne mit. Zwei Flaschen echten Tokayers wurden nicht vergessen. Nachdem wir eine halbe Stunde immer beraab gewandert waren, kamen wir auf die riesigen Laoafelder, die den eigentlichen Krater umgeben. 3 Meilen mußten wir über diese, ost durch bergtiefe, randlose Spalten zerrissenen Mas sen wandern, und es dünkelte schon, als' wir m dem arouen cuersee kamen. Das ist ein Anblick, wie man ihn in der Welt nicht wieder hat, so großartig, so über wältiaend, daß jedes Wort verstummt Von hohen, nur an wenigen Stellen zugänglichen Felsen umgeben, liegt vor uns ein See. aeaen 100 lana und 60 Fuß breit, aber kein Wasserspiegel, sondern kochende, unerträalich hellalühcnde Lava. Das Wunderbare Ist, daß wir ganz nahe, aüf dem Felsrand stehend, an dies Meer von kochender, zischender. funkensprühendcr, feuriger, donnernde? Masse herantreten konnten; bei keinem , rv c c c .. anderen hintan ver vricc tu dies möglich. Freilich zwang uns bald die wahrbakt ' erstickende Hitze und die blendende Glnth, mis ganz von dem Fenermeer abzuwenden und in die nun tiefschwar gewordene Nacht zu starren, um unseren äw nr tK, yiixatn eme.ryotuna. zu passen, m weiten Umkreis waren die schwarzen Fel sen von dem glühendrothen Licht übergos sen, wahrend die wettere erne m undurchdrinaliches Dunkel aehüllt' war. Das Ungeheure dieses brodelnden Feuer kessels macht einen erdrückenden Eindruck. So mutz Dante's Hölle gewesen sein, und ich würde mich nicht gewundert haben, wenn in Flammenlettern uns die Worte entgegengeleuchtet hätten: Jja5ciate ogni speranza voi ciYens träte! Auf der Seite, die dem Feuer zugekehrt war, wurden wir beinahe geröstet, und auf der andern Seite wehten uns die kalten Nachtwinde an, fo daß uns der Wein gnt that. Wir waren der Java so nahe, daß der Führer mit einer Stange die kochende Masse heraus holte, ste auf den Boden warf,' ein Geldstück , mit dem Stock hineiudrückte und sie' dann kalt werden ließ. Solch ein Erinnernngsstück haben wir uns alle mltgenommen. " Gegen 10 Uhr verließen w'r diesen wunderbaren Platz und traten unsern Rückweg an, einer genau in die Fußstapfen des anderen tretend, wobei man sehr vorsichtig sein" mußte, daß man nicht in die Spalten und Locher siel. Ein Herr trat etwas abseits und siel bis unter die Arme in ein tiefes Loch.. An einer Stelle mußten wir 10 Minuten lang durch eine Region wandern, wo die Luft so voll von erstickenden Schwefeldampfen war, die überall ans den Ritzen heiß hervorquollen, daß wir kaum athmen konnten. Wir mußten uns den Mund mit einem Taschentuch zuhalten, und doch that uns der Hals, die Lunge Augen,. Ohren, ,kurz Alles so weh, daß wir's kaum aushalten kounten. Die Wanderung in . der finsteren, Nacht üher die r,a - Meilen langen Lavafelder machte uns todtmüde, und' wir waren' hocherfreut, als uns am Fuße des Berges, auf dein das Haus steht, Männer mit zwei Maul thieren erwarteten, auf denen wir glücklich nach Hause kamen. Es war zmischen 1 l und 12, 'Uhr Nachts. Ein tüchtiges Mitternachtsessen stärkte unsere erschlafften. Nerven. Sonnabend Morgen fuhren wir wiedev ab, mit Sonnenuntergang waren wir wieder in Punalnu und fuhren am Montag Morgen, als es noch dunkel war, mit dem Dampfboot nach Honolulu, zurück, um eine, unauslöschliche großartige, wenn auch nicht mühelos erkaufte Erinnerung Me&.,-. .y ' i Erkl ä r 11 ti (5in Mann nnint dir wenn du ihn nach dem Datum feiner Geburt fragst, meist nur das Jahr, eine Frau stets nur den Tag.

Einen Ausflug nach dem Vulkan Kilanea auf, Hawaii schildert C. Anhage im Hannov. Cour." Der Reisende war in Zlstündiger Fahrt von Honolulu, nack

Ter eingelöste Wesfel. , ' Eine Geschichte, bezeichnend für den rührigen Geschäftssinn des griechischen Stammes, erzählt der Akrokorinthos", eine in Korinth erscheinende Zeitung. Ein qriechischer Kaufmann in Aleran-

drien hatte sich durch jahrelangen Fleis; n großes Vennogen erworben und dachte nun daran, eine Frau zu nehmen. Va es chm jedoch an den nöthigen Aeranntschasten fehlte, so wandte er tlch an einen Geschäftsfreund in Korinth. Sein Äries begann mit der Bestellung emes größeren Postens Waaren und schloß soigendermaszen: Außerdem ersuche ,ch Sie, mir postwendend mit dem nächsten Dampfschiff ein junges Mädchen zu schicken, welches geneigt ist, meine Frau zu werden. VermSgm ist nicht erforfcerlich, doch muß die junge Dame einer anständigen Familie angehören und einen untadelhasten ökus besitzen. Ihr Alter darf zwischen 2k) und SS Jahren fchwan- , ' . t,.. . r . t . l ien; auheroem mu xt yuozcy, gesmw und sanft fein, sowie eine stattliche Mittelngur haben. Den bctllkgenoen, von mit ausgestellten Wechsel ersuche rch Sre, zu acceptiren. Bringt mir das Fräulein den Wechsel mit lbrem Accert neck Alerandrien. so können Sie sicher sein, daß ich meine Unterschrist sofort honoriren und das Fraulem zu memer Frau machen werde." Der Geschäfts freund m Korinth war zuerst cm wcmg erstaunt über diese etwas ungewöhnliche Negelung einer Liebes und Eheanaelegenheit ; indessen half ihm sein angestammter kaufmamuscher Geist leicht über zene Empttndung hinweg, und er ging sofort daran. seinem Landsmann auch diese we:vuche Waare ebenso prompt zu liefern, wie jede aildere. Bald hatte er denn auch eine junge Dame gefunden, welche alle gewünschten Eigenschaften in sich vereinigte, er gab ihr den acceptirten Wichsel des Grieche mit und brachte sie an Bord des nächsten Dampfers. Gleichzeitig telegraphine er an den Griechen, daß die bestellte Waare soeben an ihn abgegangen fei. Sobald das Dampfschiff in Älerandrieu eintraf, erschien auch schon der Grieche und liest seine Blicke suchend auf dem Verdeck umherschweifen. Da hörte er sich bei seinem Namen rufen, ein junges, hübsches Mädchen trat auf ihn zu und fagte: Mein Herr, ich bringe Ihnen einen Wechsel, der auf Ihren Namen lautet, hoffentlich werden Sie Ihre Unterschrift anerkennen. Damitüberreichte sie dem Eriechen den Wechsel, auf dessen Rückseit;, die Unterschrist des Gcschäslssrenndes in Koiinth, sowie die Bemerkung stand : Ucberdringerin dieses ist die ,bestellte Gattin." Hoflich verbeugte sich der Grieche und fagte: Mein Fräulein, noch niemals ist ein Wechsel von mir in Protest gegangen und ich denke nicht, bei dem Ihrigen es anders zu halten. Der Wechsel wird pünktlich eingelost und ich werde glücklich fein, wenn Sie geneigt sind, meine Frau zu werden." Vierzehn Tage später war der Wechsel in der That eingelost und der Grieche verheirathet. Bosnische ivMsatlo,,. Mit großem Geschick so schreibt man haben die Oesterreichcr es verstanden, in Bosnien Handel und Wans dcl zu heben, den Ackerbau zu befördem und geordnete Zustande herzustellen,. soweit solches in der Verhältniß--m- i. '-h. . r rtr4 (" . . . mamg kurzen Zett der Äeseyung des Landes überhaupt möglich gewesen. Wohl setzt sich mitunter noch auf einzelnen Straßen zu dem Kutscher, welchcr den Postwagen lenkt, ein Gendarm ntit geladenem Gewehr auf den Bock, mährend eine Patrouille voranseilt, um einen etwa von Räubern gelegten Hinterhalt im Voraus zu entdecken, doch sind dies im Ganzen nur noch AuSnahmen, und ich selbst bin ohne zede Waffe durch ganz Bosnien gereist. Jcd? Militärstation ist von blühenden Gärte und Fruchthaineu umgebeil, deren Pflege häusig das einzige Vergnügen der Ossiciere 'bildet, welche durch ihr Beispiel wieder den Bosniaken zu eifriger Culturarbeit anspornen. Der unendlich fruchtbare Boden lohnt ja auch jede Mühe auf das Reichlichste, und der niedrigste Ein geborene weiß, daß ihm jetzt auch der Lohn feines Fleißes bleibt, während er früher nur für die türkischen Herren arbettete, die dem Rajah selbst sein Weib zu nehmen befugt waren. , Daß Recht und Gerechtigkeit hcutzutntm'im CahS rrt!tt Tf prrSslA rtrf tuiji tu jvmu-v uuiniif j inviiiy iiti jahrelangen Bemühungen der Oesterreis cher, die sich hier als ausgezeichnete Pioniere der Kultur bewährt haben, auch dem Aermsten zum Bewußtsein gekommeu. In welcher Weise das sich mitunter offenbart, davon mochte ich Ihnen ein ergötzliches Beispiel mittheilen. - Bei einer militärischen Uebung, welcher ich als Gast der Ossiciere beiwohnte, mußte man über den Acker eines Bauern marschiren. Der Mann erhob dagegen heftigen Widerspruch, obgleich ihm voller Schadenersa versprochen wurde, und als sein Reden nichts half, rief er zuletzt dem kommandirenden Ofsicier drohend zu : Jch werde mich bei Bismarck befchwereu!" Bismarck ist eben selbst in diesen entlegenen Gegenden, deren Bewohner von der Politik-blutweriig wissen, der Inbegriff der höchsten Macht geworden, für diese Thatsache ist u. A. auch eine hübsche Geschichte beweisend, welche Karl Emil Franzos unlängst mittheilte. Im ! Karpathischen Waldgebirge lebt ein merkwürdiges Nelteroolk das der Huzulen. Dein Äamen nach griechischs katholische Christen, sind diese Leute thatsachlich freie Heiden. Sie Fahlen seiue Steuern, dienen nicht beim Militär, und was ihre Kenntniß politischer Verhält nisse anbetrifft, so wissen sie nur, daß ir hochsier Herr der Kaiser von Oesterreich ist, der irgendwo in einem silbernen Hause wohnt. Nun traf Franzos vor wenigen Ol. I iYnrrfttffinfnh ' UIHCU U HM .v--..yv. vv: r..gwrn; ir. .. - . m 'V ir w ;. !l Huzulen, die von lvren bergen ycravgestiegen waren, um Schalmeien zu ver-, kaufen.' Er redete sie , in Vrer Sprache an, und nach kurzer Unterhaltung fragte ihn einer der Beiden:,, 3st es wahr, dich irgendwo ein Kaiser ausgestanden ist, der machtiger ist als alle anderen?" Ueberrascht erwiderte Franzos : ,Wer soll denn das sein?" 3, das weiß ich nicht," lautete die Antwort, .aber der, neue , Kaiser soll nur tret Haare auf dem Kopfe haben." . . . " .