Indiana Tribüne, Volume 13, Number 135, Indianapolis, Marion County, 2 February 1890 — Page 7

1 .1 . II . I.llll . , . . t

Der letzte Tag. SEäIä das Sacher.Mafoch fParil.) Ein Mann und eine Frau saßen sich an der verloschrnden Gluth des Kamins gegenüber. Zwischen ihnen stand ein kleiner Tksch mir einer brennenden Lampe. Es War noch nicht spät, kaum (uns Uhr, aber draußen war es schon vollständig Nacht; eS war der letzte Tan des Jahres. - Schwere Plüfchvorhange und Portieren rezhttllten Fenster mxh Thüren, in die weiche, wanne, von Wohlgerüchen durchzogene Luft mischte sich der Dust von wciszenz Flieder und frischen Rosen, die, in einem großen natürlichen Strauß, wie mau ihn nur in Paris bindet, in einer Vase stehen. Alles in diesem Zimmer athmet Ruhe, Behagen ne Eleganz. Der vollendet schone Körper der Frau, in dem weißen, anschließenden, lang hersöWallenden Hauskleid, sowie die Ne.g!Mgslofig?eit, inder sie dasaß, ließen sie wie aus Marmor gemeißelt erschcien. Auf ihren Knieen lag ein offenes Buch, aber sie las nicht, sie ftsj zurückgelehnt in dem Fauteuil, den Blick auf die ersterbende Gluth gerichtet. Ihre kleinen Füße, in schniarzen Atlasschuhcn, ruhten leicht gekreuzt auf einem Kiffen ; durch die feinen Maschen der schwarzseidenen Strümpfe schimmerte die rosige Haut; die Spitzen ihres Unterkleides umwogten die zarten Knöchel. Der Mann, der m Frtick und weißer Halsbinde ist, halte eine Weile diese Füße betrag, ct, dann hob sich fein Blick und glitt an ihrer Gestalt empor. Langsam, ohne sich zu beeilen, genoß er den Anblick dieser schönen, weichen Linien, bis fein Blick auf ihrem Gesicht haften blieb. Aber dieses Gesicht ist ausdruckslos und stumm die Augen starren in die Glnth. ohne yd sehen. Ein bitterer, verzweifelter, zorniger Schmerz bemächtigte sich seiner. Wo ist sie? woran denkt sie? Er fühlte die Kluft, die ihn von diefem Weibe trennt, das er wie ein Wahnsinniger liebt, und nieder packte ihn diese entsetzliche Eifersuch! auf ihre Vergangenheit ihre Gedanken und Erinnerungen auf ein Phantom, das nicht zu fassen ist, und das doch da ist immer ! immer ! und ihm das Glück jeder Minute stört, seine Ruhe raubt! Oh. wenn er sie nur kennen würde, diese Vergangenheit! Wenn er ihr nur in'S Gesicht sehen konnte! Dann wollte er mit ihr kämpfen und sie besiegen! Aber was weiß er! Hat sie denn je zu ihm gesprochen? Und doch liebt er sie, liebt sie, wie Keiner sie geliebt baben kann denn für ihn ist sie das Leben selbst, das einzige Ziel, nach dem er strebt. In einer Woche wird sie sein Weib fein aber was wird er damit erreicht haben? Wird sie ihm dann mehr gehören, als jetzt? Wird sie nicht ihre Gedanken und Erinnerungen mitbringen in die Ehe? Gedanken und Erinnerungen, die keinen Theil an ihm haben, die nicht ihm gehören! Wem gehören sie? wem? Er ballt die Fäuste und knirschte mit den.Zahnen aber im Grunde mochte . . . . a C C er weinen, weinen wie ei jcino oaruoer, daß die starke, tiefe Leidenschaft, die ihn beherrscht, machtlos ist diesem träumenden Weibe gegenüber. länge? er sie ansieht, um so mehr begreift er. daß er sie nie besitzen wird. So war sie gestern, so ist sie heute und so wird sie morgen fein immer wird sie ihm fremd bleiben. Jetzt, wo sie da neden ihm sitzt, fs gut wie fein Weib, ist sie denn sein? Und er kann ohne sie nicht mehr leben, obgleich diese Liebe kein Glück, sondern ein immerwährender 'Schmerz für ihn ist! Sie, sie , und immer nur sie; sein ganzes Leben dreht sich um sie; sie ist seine Welt, sie erfüllt ihn sp ganz, daß er meint, nicht zu leben, wenn er nicht an ihrer Seite ist. Und immer diese nutzlosen Gedanken, dieser, quälende Verdacht, auf wen? Der Hals wurde ihm trocken, seine Schläfen pochten, er konnte es nicht tanger aushalten. Langsam alitt er von seinem Stuhl herab, kniete vor ihr hin, nahm ihre Hände in die feinen und schüttelte sie lauft. Sofort belebte sich ihr Gesicht sie lächelte ihn an. ,',2iefce," fragteer, washastDu? Du bist so nachdenklich! ' MchtZ," erwiderte sie. Ich dachte mir, daß heute der letzte Tag des Jahres ist, und und da erinnerte ich mich eines anderen Tages, der auch der letzte des Jahres war." Unh was geschah an diesem Tage?" fragte er. 0 nichts !... .doch ! Es war eine fürchterliche Kalte der kälteste Tag, dessen ich mich erinnern kann in jener Nacht starb mein Papagei. Man hatte ihn ' im ungeheizten Zimmer vergessen, und das war sein Tod." Er hätte irgend' etwas in Trümmer schlagen mögen, so kocht es in ihm vor Wuth aber er bezwingt sich. Bist Du denn nicht glücklich. Ma-' rianne?" fragte er sie, und feine Stimme klang so warm, so tief, so voll Liebe, " und dabei sah er ihr so gut und treu in die Augen daß sie gerührt sich zu ihm 'berunterncigte und ihn auf die Stirn küßte. Ja ich bin'sZ" sagte sie. Gehörst Du mir? Gewiß." Ganz?" Wem sollte ich gehören? Du weißt doch, daß ich Niemanden mehr auf der Welt habe." Ich wollte Du hättest auch niemals Jemanden gehabt, als mich . r V . V t- fi JE. ... ändern," flüsterte sie und sah ihn wehwüthig lächelnd an. . . Er erheb sich und ging aufgeregt !m Zimmer auf und ab. ' Du mußt endlich vergessen!" rief er fast heftig ; doch das wird sich andern," fuhr er fort. Du bist jetzt zu viel allein. Nur noch einige Tage und Du List weine Frau, wirst in die Welt gehen und Menschen um Dich sehen " . Plötzlich hielt er inne; es schien ihm als cd das, was er sagte, keinen Sinn habe. Et kniete wieder vor ihr hin. Sie hätte den Kopf so gedrehr;daß ihr V :a aver ras i r nun nicyl ineyrzn

nlmorlcie nicht, m d daS ducken itm - ihr, Mund k,n,e n!öt (.?. Nur ' . """ V ' . vH" "H vuju)ii ivui. w n. . Sie an den Bewegungen der Spltzen an lhrer Brust merkte er, wie erregt sie war. " sVr 1f ri rfy ist t- V..- Ci.s. W s (SZVirrt und Wanaen. dann saate er: m Wk I f v i Weißl Du Marianne, wie ich Dich liebe?" Wie?" Me - eine Kind. " Mt( . jrn STtttfi ihr frrttlf wWV J Wie gut Du bist!" sagte sie, nahm seine Hand und küßte sie. . Weiß! Du aber, daß das Kind für die Mutter Alles ist?" Wie weißt Du das?" frug sie ihn erstaunt,. fast erschreckt. Pie Liebe zu Dir hat es mich gelehrt." ' Sie senkte den Kopf und schwieg. Auch er schwieg. Die Gluth erstarb immer mehr und mehr. Da entzündete sich ein 3!est des Holzes,flackerte hell auf und beleuchtete mir feinem rothen Schein das schwermüthige Gesicht der Frau. Er sah sie besorgt an. Ich sollte Dich heute Abend nicht allein lassen," sing er wieder an. Daß ich diese Einladung angenommen habe! Willst Du, daß ich bei Dir bleibe?" Nein, nein!" sagte sie lebhaft. Gch nur hin. Und dann Du wirst dort schöne Frauen sehen," setzte sie hinzu und bemühte sich, fröhlich auszufehen. Marianne!" Und junge Frauen," fuhr sie fort. Marianne, was ist Dir ? Was hast Du heute?" Ich fühle mich heute älter als sonst," gab sie wehmüthig zur Antwort. Ihr Lächeln war verschwunden und tiefe Trauer lag auf ihrem Gesicht. Es ist abgemacht; ich bleibe den Abend bei Dir. Du bist nicht in der Stimmung, in der man Dich allein lassen kann." Bin ich denn nicht wirklich älter als Du?" Nein, Du bist junger als ich, denn ich habe um zwanzig Jahre mehr gelebt als Du. " Beide schwiegen. Er sah sie wieder an und nun bemerkte er auch, daß sie wirklich matt aussah wie eine Blume, die zu lange in der Sonne gestanden hat. Er nahm ihren Kopf in seine beiden Hände und küßte sie. Eine Uhr schlug sieben. Geh jetzt," sagte sie. Ich bleibe bei Dir." Daö kannst Du nicht! Du hast angenommen, Du mußt hingehen. Geh!" Unter eine? Bedingung." Welcher?" Daß Du mich erwartest daß ich heute Nacht noch sehe " Wenn Du willst-ich werde Dich erwarten!" Er ging. Sie geleitete ihn hinaus. Während er seinen Pelz anzog, lehnte sie an der Thüre und sah ihn an. Er schloß sie in seine Arme und küßte sie auf Augen, Mund und Hals. Sie nahm seine Hand, legte ihr Gesicht hinein und blieb so einen Augenblick dann war er fort. Sie ging wieder zurück in das Zimmer, trat an daö Fenster, zog die Vorhange etwas auseinander und fah hinaus. Sie hörte das Zuschlägen der Wagenthüre und den Wagen fortrollen. 'S Unten aus dem hellcrleuchketen Boulesard wogte eine heitere, lachende Menge; die breiten Trottoirs sind zu schmal geworden und der Menschenstrom ergießt sich auch auf den Fahrweg. Alle hasteten fröhlich durcheiuander, als erwarteten sie ein großes Glück. . Sie steht noch immer am Fenster, die Stirne an die Scheiben gedrückt, denn die KälteHnt ihr wohl. Ihr Gesicht hat jetzt, wo sie allein ist, den Ausdruck schmerzlicher, ungeduldiger Sehnsucht und hosfttungsloscr Erwartung; jetzt ist sie wirklich alt, die elegante Gestalt ist zusammengebrochen und todesmüd starrt sie hinaus. Doch es ist nicht das fröhliche Getriebe der Menschen da unten, was sie sieht, nein, ein kleines Haus mir grünen I lousien 'und Weinranken bis auf das Dach hinauf. Auf dem Dache ist ein Storchennest; das Weibchen sitzt auf den Eiern, der Storch steht auf einem Bein, halt Wache und klappert mit dem Schnabel. Eine jubelt Kiudrrschaar ,M im Hofe, sie lachen über den Storch und weisen mu reißen jiirfajcn. imu; upn. Hinker dem Hanse besindet sich ein alter Öbsturten, dort sitzt unter einem ehrwürdtgen Apfelbaum eine junge Frau mit einem goldgelockten Knaben auf dem Schooße. Weiße Blüthen fall: von Zeit zu Zeit auf des Kindes Haar ; die Wtutter holt sie mit ihren, Lippen weg ; der Kleine lacht und schmiegt sich zärtlich an sie. Dort drüben ist die Dorfkirche, in der sie gekauft wurde und in der man sie zu Gott beten lehrte, und hinter ihr der kleine Kirchhof mit seinem stillen Frieden. Und anch den Tannenwald sieht sie wieder und sie geht , hinein in seinen . chwermuthlgcn Schatten, sie muß vorsichtig gehen, denn oie Erde ist voll Nadeln und glatt wie ein Parkett. Dann kommt sie an den Bach, dessen frisches Waffer sie so oft getrunken und dessen geheimnißoollem Flüstern sie einst ahnunaooll nelanscht. das ihr aber jetzt wie leues Weinen klinat. Und immer wei-' ter geht sie, und immer dichter wird der Wald und immer dunkler werden seine Schatten. Es geht stark bergauf, sie athmet schwer, aber sie ist glücklich.' Sie pflückt die Erdbeeren, die c unter dem hochgewachsenen Farrenkraut auf ihrem Weö fmdet; plötzlich steht ein Nch vor ihr und sieht sie mit seinen . ' cr . . , ,.' l .... . iCa Iconen uniccn nuge ersraunr an. weiß, daß sie ihm nichts thut, und es hat . . .. r , . . ftr . f . . au) rcme nrw,r vor lur; wu jajiagi .13 nur itn Dmterbemen m dle mi. dann springt es ton, leicht und graziös, '. t ri. t . l A t . ? . . uno iit vzricywnnoen. uf oen tcytuns 'gen liegt gefälltes Holz zum Trocknen; die Sonn? brennt darauf und es riecht stark nach Harr. ' Und immer höher .steiat sie,' und immer stiller wird es und j ...... :..f (r-:'.r.. orte inirncc ciiiiuiuti. iuvcu uui iuiuui im dunkelgrünen Moose schimmert ein zartes blaues Licht; es ist eine Gen-

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. t on.it..' .- . . ?'7C' -"V . '- 0CS"ni?m"" I Blumenlebkvektrum,. Nach und nach ' -n.-l-irt Tr- (Hniirn imHtH- Mniftiv imn werden der Bäume immer weniger und endlich Hort der Wald ganz auf. es oibt . jf. : -fj "t.. . m. Z . nur nocy lucocic oiruuajcr uno 3cmcg; . . . in ... , v. czLUm s. .3 in ... . . o ITIPI I I1K Wli II1T I Mtfl 1 lllllk ' mr a JW 1 W T "W Wi m. tvv iv ii uu vw iyvH v3 -ewtakv Die Sonne brennt nicht mehr, sie wärmt. Glocken klingen und 5lühe weiden auf den faftigen Wiesen. Die starke Luft ist , voll würzigen Geruchs. Aus der Hütte kommt ein junges Wib und bringt ihr srrsche Mach und schwarzes Brot. Sie ruht sich aus und tßt, denn sie ist müde und hungrig, aber unaussprechlich glücklich ! Ihr Herz schlagt in lauten, mächtigen Schlägen sie glaubt sich Gott nahe! Wie sie das Dasein liebt und alles Lebende! Sie mochte hinknieen und die Erde küssen ! - Eine halbgewachsene Kuh kommt kanend auf sie zu, sie schlingt die Arme um ihren Hals und küßt sie; das Thier sieht sie mit seinen großen leeren Augen an, schüttelt den Kopf und geht kauend weiter. Hohe gelsenwände steigen vor ihr auf, an ihren Abhängen blühen Alpenrosen, die schlanke Gemse schreitet anmuthig darüber weg, die Höhen erglänzen im Silderglanz der untergehenden Sonne ; da kommt keines Menschen Fuß hinaus, aber auch keines Menschen Leid da ist heiliger, stiller Gottesfriede. ... Alaclame esfc servie," sagte plötzlich eine diskrete Stimme. Nun ist sie wieder in Paris und statt Waldluft athmet sie Parfum. Auch das geht vorüber. Sie ging wieder in ihr Zimmer, verabfchiedete die Dienerschaft für den Abend, zog vorsichtig die dicken Vorhänge über Fenster und Thüren, damit kein Luftzug hereinkäme, und holte ein großes Portefenille aus dem .Schranke mit dem sie sich wieder an das helllodernde Feuer setzte. fcjSU suchte indem Portefeuille, und das erste was sie findet, ist ein zusammengebundenes Packet Briefe. Sie öffnet es nicht; rasch, wie twas Unreines, Schmutziges, wirft sie es in den Kamin. Dann sind es wieder Briefe, aber die sind groß, keiner gleicht dem andern, das sind wichtige, ernste Mittheilungen. Wie haben diese Briefe sie einst erschreckt und aufgeregt! Und jetzt da ein einziges kleines Aufflackem, und sie sind nicht mehr. Nun sind es große, schmal gesaltete Bogen, vollgeschrieben mit einer regelmäßigen festen Schrift, auf der letzten Seite befindet sich ein großes Siegel ' es ist ein Urtheil und lautet: Schuldig. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!" In die Flammen! Fast ersticken die dicken Blätter das lustige Feuer, dunkler Rauch steigt auf, aber endlich sind sie doch verbrannt, und nichts ist übrig geblieben als ein Häufchen schwarzer Äsche. Dann endet sie das Portefeuille und leert ein anderes Fach aus. Ein langes blaues Band fällt heraus ein winzig kleiner Schuh welke Blumen eine angefangene Stickerei, deren Farben ganz verblaßt sind vergilbte Photographien einzelne Blätter, mit zackigem Rand und Blnmenguirlanden eingefaßt, darauf steht mit unregelmäßigen großen Buchstaben: Liebe Mama!" Mehr kann sie nicht lesen sie sieht nichts mehr. 'Ihre Hände zittern, ihre Brust wogt und ihre Lippen zucken. Vorsichtig legt sie eines nach dem andern auf das Feuer. Kme:nd, mit gefalteten Händen sieht sie zu, wie Alles verzehrt wird wie sich der ganze Inhalt ihres Lebens in Ache verwandelt. Die heißen Flammen haben ihre Augen getrocknet, und sie' ist wieder ruhig geworden. Hellaus lodert das Feuer. Sie wartet. Immer kleiner und kleiner werden die Flammen, nur einzelne blaue Lichter zucken noch auf. Endlich! Sie nimmt die Zange, zieht das Gitter mit den roth glühenden Kohlen ganz aus dem Kamin und läßt die Treppe herunterfallen. Dann lehnt sie sich zurück und schließt die Augen. R:rn mag es kommen .... das Unbekannte. . . .das Grauenhafte' . . das Einzige, was ihr noch zu erwünsch en übrig geblieben ist. . . .Ihr Herz beginnt zu schlagen, sie fühlt die Nähe des Todes und bebt vor Furcht. Um sich Muth zu i . stfrt tft geven, oenrr ne an Äues ?iues was I Wli WA Ct M ATfft ftfr VA , n , ?X ffi K rrnde quakende Sorge für ihr Glück und die sie dann doch alle verlassen hatten, an IW rr - die ganze Nutzlosigkeit ihres Daseins, ihr kaltes, zweckloses Leben, an die letzten, öden Jahre, das jammervolle Anklainmern an den Glauben der Jugend, das Suchen nach Gott, den unerträglichen tödtenden Schmerz der Erinnerung und endlich das allmalige Erstarren der Seele. Und wie sie so denkt, verliert die Ewigkeit ihre Schrecken, die Todesfurcht ist verschwunden. Einen Augenblick denkt sie auch an den Mann, her sie soeben verlasten hat aber nur einen Augenblick. Andere' Gestalten kommen Gräber öffnen sich und liebe Schatten steigen zu !hr auf und reichen ihr die Hand sie hat die Verlorenen wiedergefunden' sie ist nicht mehr allein licht wird es um sie und in ihr die Thore sind geöffnet und die müoe Wanderin ist heimgekehrt. - Unter den von ihr zurückgelassenen Sachen fand man ein Papier Mit ihrem letzten Willen, am Schluß derselben standen folgende Worte: Ich bitte, meine Leiche . nach pi Überführen und dort beerdigen zu lassen." Aber sie liegt nicht in begraben. Sie liegt auf dem Kirchhof von Montmartre, und ihr Grab unterscheidet sich von den anderen gewöhnlichen Gräbern nur dadurch, daß außer dem bescheidenen Stein weder ein Kranz noch eine Blume öen Hügel schmückt. ... Ein Jahr nach ihrem Tode war der Mann verbeirather. Man sagte damals, daß er seine Frau leidenschaftlich liebe. Aber seitdem ist wieder . ein Jahr vergan?, en, und jetzt sieht man ihn fast jeden Abend im Foyer de;! Theater'franoais mit einer kleinen Schaujpielenn plaudern, d!e für ebenso schön als talentlos gilt.

Der Feldzug segen das Corset.

m Eine Dame smite,w, Bttlinkr V?r t tr- . -T-..-.. f.. r r . ,C sen-Courier den folgenden Ausruf an die brauen: ' . . ; . .-' -v . . Schon seit aeraumer Zeit ertönt von berufener arztlicher Seite sowohl, . - c n . .. i . ', ' kunq, eine Neform in der , weiblichen Tracht herbeizuführen, da eö nzchts Ge, snndkeitswidriaereS giebt, als das Eorrote von oenrenven aicn oic vjcaa-. . t t sei. Jetzt nun werden biete mahnenden Stimmen immer lautes und dringender, und die vernünftigen unter den Frauen selbst beginnen bereits gleichfalls eine Kenderuug ihrer Tracht, die Ihnen so mannigfache Qualen auferlegt, herbeizu-. sehnen. An diese letzteren nun will ich mich senden, um sie zu fragen, ob es denn wirklich aan; unmöglich sein sollte, sich durch vereinte Bemühungen der Tyrannei der Mode zu entziehen. Wohl mag es schwer fein, sehr schwer, gegen so lang Bestehendes anzukämpfen, allein das Ziel ist es auch werth, alle Kräfte daran zu jetzen, um es zu erreir i i "ft .sts .!t...l. . .' f euen uno oen n,cur ausoieioenven ansanglichen Spott dieses Zieles mieEleichmuth zu ertragen. . . Man mache sich doch nur einmal klar, welche Forderungen die Mode an die arme, in Geduld geübte ' Frauenwelt stellt ! Da ist vor Allem das Wärterinstrnment Eorset" genannt, was jeden freien Athemzug, jede natürlich-anmu-thige Bewegung verhindert. Dann kommen die langen Rock, die dnrch ihre Bänder wie dnrch ihre Schwere gleichfalls den Körper beengen, die außerdem entweder den taub aufwirbeln, oder im Schmutz schleifen,, und im. Sommer,,, trotz ihrer anscheinenden Leichtigkeit, durch ihre Schwere lästig werden, wie sie im Winter Wind und Kälte ganz ungehindert hindurch lassen. Darüber kommt dann noch der Kleiverrock, der, damit es nicht ganz den Anschein habe, als ob die Beine, in einem Sack steckten, künstlich durch Reifen und Tournüre auseinander gespannt werden muß. welch' erstere ihre Annehmlichkeiten beim Niedersetzen und letztere beim Anlehnen oder auf's Sopha Strecken verspüren lassen. Darüber wird dann die recht fest anschließende, durch Fischbein gesteifte Taille gezogen, die das bischen Luft, was etwa daö Eorset noch übrig gelassen hat, vollends benimmt und namentlich bei großer Hitze ein recht passendes Klei-, dungsstück ist. Damit nun aber auch der Hals in Betreff der freien Bewegung nichts voraus habe, besindet sich an der Taille ein recht hoher, möglichst enger Stehkragen, so daß auf diese Weise nun endlich der ganze Körper eingezwängt ist. Aber nicht genug daran. Nun' muß auch noch der arme Kopf herhalten. Die Haare werden hinaufgczwängt, mit dicken, drückenden Nadeln befestigt und, da doch das eigene Haar, selten zu einer kleidsamen Frisur ausreicht, so werden noch einige ToupetS und falsche Zöpfe dazu genommen. Es ist dies zwar widerwärtig und, namentlich im Sommer, recht lästig und unbequem, allein, was thut's, es muß eben sein! Rechnet man nun noch enges, möglichst spitzes Schuhzeug hinzu, zo ist die modcrne Dame fertig, wenigstens sür'S Haus zum Fortgehen kommt noch ein gewaltiger und schwerer Hut, und bei etwaigem Regenwetter, ein Mantel, der auch die letzte Bewegung, die der Arme, noch verhindert, hinzu. Man l'ollke wirklich einmal, um festzustellen, welche Kraftanwendung eine so gekleidete Dame bei jedem Tritt zu machen hat, Alles dies, was sie um und an sich hat, durch's Gewicht feststellen, wie viel Kilo da wohl herauskommen würden ! Diese Tracht wag ja für eine Puppe von Holz oder Stein recht wohl geeignet sein, nimmermehr aber ist sie"eö für einen lebenden menschlichen Körper, der bei jedem Athemzug sich ausdehnt und dessen einzelne Glieder freien Spielraum verlangen. Die Bestrebungen der Frauen, sich frei zu machen von der bisherigen Abhängigkeit. zeigen es, daß sie sich endlich bewußt werden, wie ihr Daseinszweck denn doch noch ein anderer ist, als der höchst zweiselhafte: nur zu gefallen. Was bcdentet aber alle Freiheit nn Erwerb und in der Arbeit, solange sie die allerpersonlichste Freiheit, die de? natürlichen freien Beweguttg nicht besitzen? Die jetzige Trachr verhindert nicht nur ihre eigene naturgemäße Entwicklung und schadet j f ?s ,. . . Ä L , ( ÄS . . . lomir aucy lyren ,zcinvern uno inoesrindern, sie verschlingt nicht nur bedeutende Getdopfer, nein, sie verhindert auch die Frau an der völligen Hingäbe an jeden wahren, ernsten Beruf, denn fo gewiß die Kleidung von Einfluß auf den Korper ist, so gewiß' wirkt auch das Befinden des Körpers lähmend oder erMuth igeud auf den Geist. Uno darum frage ich hiermit alle Frauen: Muß eS wirklich fein, daß eine Tracht fortbesteht, die des bin ich gewiß nach der Herrschaft von nur einigen Jahren einer naturgemäßeren Kleioung aller Welt als lächerliche Earicatur erscheinen wird? ' Wohl ist eS nicht zu leugnen, daß auch die männliche Tracht ihre Fehler hat, wie die stei sen Oberhemden und die hohen Stehkragen bezeugen, aber das sind doch nur verschwindend kleine Mangel gegen die, welche die weibliche Kleidung aufweist. Der beste Beweis hierfür ist wohl die große Anzahl von hohen Hüsten und Schultern bei den Frauen, die bei den Männern fast gar nicht vorkammen, und die dje weihttche TraD, die sie doch hervorgerufen, nun, erst recht auf? deckt und Jedermann vor Angen führt. Nun wird ja gewiß Niemand den Frauen zumuthen, daß sie sich gerade eben fo kleiden sollen, ,w!? ie Mänuer die Stosse, die, Farben, ber Schnitt und der Ausput mögen immerdar andere sein aber die ganze Fsrm der männlichen Kleidung die ist doch im Grunde die richtigste. Sollte es daher nicht mogliy sein, wenigstens dieser Form nach etwas Aehnliches für die Frauen einzuführen? Denn man täusche sich nicht hierüber, mit halben Maßregeln ist hier nichts gethan so lange dir schweren, einschneidenden Röcke und die festen Taillen an der Tagesordnung sind, so lange muß auch das Eorset, als der Trager der ersterenortbestchen , ; , ,,,,, Was nun die Haare betrifft, so haben

ja schon mehrere Damen angefangen, die.

jelven kurz zu tragen, eö wäre recht schon, wenn dieS allaemein Mode würde. Aelk tere Damen könnten ja recht gut ein kleiv: fames Mutzchen von Sammt oder Serve. statt der bisher üblichen falschen Haare, darüber tragen. Der Einwand, daß daZ Schneiden-der Haare dem Willen der Natur widerspricht ist grundlos, denn mit demselben Recht dürfte sich ja auch Niemand die Nagel schneiden ! Wohl nnrd io manche biedere, ehrzamz Dame aus der, guten alten Zeit bei all' diesen Vorschlägen die Hände über dem Kopf zusammen'lchlagen, hideß, die alte Zeit besteht für uns nicht mehr, - wir leben in einer neuen Zeit und haben uns daher auch den Ansordrungen der? selben zu fugen. Und darum .noch einmal, all' Ihr Frauen ' und Mädchen, habt den Muth, mit den alten überlebten Traditionen zu brechen den Lohn werdet Ihr in tU fcherer Gesundheit, in froherem Lebens; muth als bisher, in Freiheit der Bewe gung und in Ersparnis von Geld, Zeit und Mühe finden. Den Anforderungen der Sittlichkeit würde außerdem jede am dcre Tracht sicherlich mehr entssrechen, als die jetzige, knapp anschließende Kleidung, und darum wüßte ich nichts,, was Euch noch zurückhalten sollte, diese, die nichts als Nachtheile besitzt, abzulegen, als etwa die Scheu vor dem leidigen Althergebrachten, die schon so vielen vernünftigen 9!eucruugen verhängnißvsö geworden ist! Wahrsager in China. Sehr einträglich und viel betrieben ist in Ehiua daö Geschäft des Wahrfagens; bei Streifzügen durch die engen Gassen einer chinesischen Stadt wird dem Frem: den ein alter, weißbärtiger Mann mit großer Hornbrille auffallen, der vor einem kleinen Tifche sitzt, auf dem ge: heimnißvoll aussehcude, mit Zeichen deschrieben Täsclchen, Papier. Tinte und Feder liegen. Diese groteske Figur isi der bezopfte Wahrsager und Prophet; die meisten Angehörigen dieser Spezies sind durchgefallene Candidaten. Eiuigz Monate Studiums genügen, um du Kunst zu erlernen; unerläßlich ist da. bei ein gutes Gedächtniß, denn jedes Mitglied der Seher-Brüdexschaft folgt denselben bestimmten, in gewissen" Büchern niedergelegten Gesetzen. Im am dern .Falle würden die in Bezug aus denselben Gegenstand in zwei verschiedenen Straßen gegebenen Orakclsprüchk so sehr, von einander abweichen, daß daS ganze Schwindelmanöver sofort durchschaut werden müßte. Der Rath: frageüde setzt sich in der Regel vor den Tisch und überblickt die hölzerne Tafel, auf welcher folgende Stufenreihe des Honorars", eingegraben ist.: . Vorhersagen jedes einzelnen 'Ereignisses.. 8 Cssh. Vorhersagen jedes einzelnen Ereignisses mit Saudelholz..... Die Zukunft vorhersagen. . ; Die Zukunft vorhersagen mit Einzelheiten Die Zukunst vorhersagen durch Lesen in den Srernen IG 28 50 50 Festsetzung des Hochzeitstages nach Üebereinkommen. Verlangt er nur Auskunft über einer bestimmten Gegenstand, so stellt er du Frage und erhält die Antwort sofort aus einem Äreifen Papier. Will er sich dagegen sein Schickfal voraussagen lassen, so' gibt er Jahr, Monat und Tag' unr Stunde seiner Geburt an, welche der Weise in den chinesischen Zeichen für Zeiten niederschreibt. Aus der Combi: Nation dieser Zeichen und einer genaue Berücksichtigung des Verhältnisses, in welchem die vier Elemente Gold. Hol;, Wasser und Erde - auftreten, werden gewisse Folgerungen abgeleitet. Diese stimmen nach Maßgabe der feststehenden Aiegcln und Gesetze in ihren Grundzügen bei allen Wahrsagern üben ein, nur in den weiteren AuSsührungen, weichen die Prophezeiungen von einaude, ab. .Mit cm größten Ernst und Ver.' trauen befragt der Ehinese einen Lieb lmgsprophetcn über die meisten bauSli. chen und andere Angelegenheiten; uz wenige machen ein Geldgeschäfts ohn, sich vorher an das Orakel zu wenden, und keiner heirathet, ohne für dieses Ereigniß den glückbringenden Tag sich vor: her bestimmen zn laisen. Das Grabdenkmal für Kaiser Friedrich. welches dem Prof. BegaS zur Ausführung übertragen wurde, ist im Modell vollendet und am Syloestertägc vom Kaiser und der Kaiferin besichtigt worden. Kaiser Friede rich,' dessen Haupt leicht nach rechts gr neigt ist, .ruht auf dem Sarkophage, anaetban mit der Uniform feiner Pafewalker Kürassire. - Um die Schultern legt nch der weite, faltenreiche Hohenzollern mantel. Die auf der Brust gekreuzten Hände halten den siegeslorbeer und den Griff des Schwertes. Ueber die Scheide des Schwertes legt sich die Palme des Friedens. Die untere Haltte des Ston pers deckt der Kronnngsmantel, der bis ,ii den stufen des arrophaaes herab: fallt. Zu beiden Seiten , öes die Inschnft tragenden hopsendes vom Dar kophag sitzen zwei naturalistisch darae stellte Adler, Die Langseiten sind mlt RelresS gezchmuckt. Auf der rechten Seite sieht man im runden Mittelschils eine Eharitas, während die beiden Sei: tenreliefs die kriegerischen und bürgerlichen Tugenden verllnnblldlichcn: Pal las reicht dem Jünalina daS Schwert", Der Jüngling nähert sich der bei einem Tono sitzenden Gottm der Wijsenschast, um Belehrung bittend-. , Auf der linken Seite, welche vom Kronunasmantel : eiuem Drittel , verdeckt ist erblickt man im Mittelfchlld die , Göttin der Gcrech tigkeit mit der Waage und im Langrclief den Kaiser Friedrich, wie er vom Eharon herüberacfahren wird an die Ufer der Unterwelt, wo ihn Kaiser Wilhelm und die Königin Loüise empfangen. I , ' Ein prakti scher Arzt. Rnn, Herr Doktor, wie steht es mit meinem Manne?" , Nicht gznz gut, er brauch i vor allen Dingen, Ruhe.,.,. Ich habe hier ein paar Schlaspulvcr aufgetchrleben." Und wann soll ich ihm die selben geben?" Ihm? Die sind für Sie bestinunt, meine Gnädige ! , !

Die Wiener DamtnModefrisure für 390.

Das Wiener , Fremdenblatt berichtet vom ö. Januar : Wabrend des sechjten Wiener Friseur-Eongresses ging gestern als vornehmstes Capitel desselben der feierliche Act der Enthüllung und Pro, clamirnng der für das Jahr !L90 als modern erklärten Damenfrisuren' vor sich. . Das aus Fachmännern und sehr zahlreichen Damen bestehende Publikum jah dieser Demonstration mit großer Spannung entgegen, die später einer allgemeinen Befriedigunc; Platz machte. Seit gestern gibt es kerne hohe Frisur mehr im Reiche der Haarmode. Die diesjährigen Modefrifuren sind im Gelgensatze zu den eben in den Altersstand versetzten Haartrachten von 1689 lanz und halblang. Es wurden folgende fünf Frisuren als Modefrisuren' erklärt: l) Vindobona" : Das Haar wird kreuweise getheilt rückwärts ein Befestrgungsknoten gemacht, zu diesem werden zwei Hahrsträhnchen zugesteckt, die Enden derselben papillotirt, sodann frisirt man das Vorderhaar. Zum rückwärtigen Bund arrangirt man das Haar zopfartig, in Locken auslaufend. Zu Gesicht ein Spitzbandeau, geziert mit Rosenguirlanden. 2) Fürstin Metternich" : Das Haar wird von oben herab in drei Theile getheilt, von jedem Theile links und rechts ein Theilchen als Vorderfrisur verwendet und das ganze vordere Haar im Nacken zu einem Dreher arrangirt. Der mittlere Theil wird wieder in zwei Theile getheilt, der obere derselben zu halbstehen den Schlupfen frisirt, aus dem unteren Schlingen und ein englischer Knoten gemacht. Als Schmuck werden kleine $e dern und ebensolche Blumen hoch oben, und in kleinen Bonqnets im Nacken angebracht. 3) A ia Prinzessin Beatrir:" Das Haar wird vorne von Ohr zu Ohr getheilt.rückwärts hinaufaekämmtund am Scheitel gebunden. DaS Vorderhaar wird fodann leicht gewellt und über die vorher angebrachte' Einlage zum Bunde gesteckt. Zwei Drittel der Haare vom Bund werden in zwei Arabesken nach inten fniirr, von dem übrigen zwei Schlupfen nach vorne gesteckt. Zu bei: den Seiten wird ein in Wellcnform frisirter heil angebracht. Schmuck: em französisches Stirnbandeau und eine Blumcngrnrlande. 4) Miß Grant" : Das ganze Haar wird in einem Theile nach rückwärts gebunden, von vorne werden große Stefaniewellen nach rückwärts gebrannt. Hieraus wird das Haar zu einem englischen Knoten verfchlungen und aus den Enden einige Locken srijut. DenAufputz bilden zweiReihen vonMoosrosen. 5) Valerie": Das Haar wird vorne phanlajttlch gewellt, rückwärts zur Hälfte gebunden, eingedreht, dann werden die Spitzen in' Lockenformat gelegt, das .untere Haar zur Hälfte in Schlupfen auffrisirt, die andere Hälfte nach unten in Locken arranairt. die Vorderfrifur wird in der Mitte durch eiy mit Locken verbundenes Vcuquet geziert. Vrandgrab in Llttlka. Eine ganz absonderliche Art der Leichenverbrennung ist jetzt in einem uralten Schachtarabe in Ostattika entdeckt worden. Dort bei dem Oertchen Velanideza bei einem Vurv genannten Punkte wurde ein großer Grabhügel ausgegrabcn, in welchem sich ein Brandgrab mit einem großen, sarkophagformigen Denkmal darüber vorfand. In der Tiefe eines Meters, vom früheren Niveau, abgercchnet, fand man das Grab, in welchem der Leichnam beigesetzt und verbrannt worden war. Zu dem Zwecke muß eine roße Menge Holz anfachäuft worden fein. denn ein beträchtliches Quantum Kohlen wurde herausgefördert. In der Mitte des Grabes befand sich der Länge nach ein Canal, welcher wahrlcheinlich den Zutritt der atmojpharilchen Luft vermitteile, die zur Vollendung des VerbrennungsprocesseS .nothwendig war. In die so zugerichtete Grube wurden zunachjt trockene Nanken des WelnjtockeS qelegt, wie ans der Belchallenhett der Kohlen hervorgeht, damit der ScheiterHaufen leicht Feuer fange, daraus wurden Aeste und Zweige großer Bäume gebrcitet; hatten doch einige der verkohlten Stücke einen Durchmesser bis zu 25 Eentimetcrn. Aus den so aufgeschichteten ScheiterHausen wurde der Leichnam gelegt, weläzer nach der Verbrennung mit Erde überschüttet wurde. So wurde auch das Grab zum Schlüsse ausgefüllt. Auf diefem Grabe wurde das erwähnte Graddenkmal errichtet in Form eines Sarkophagcs mit flachem Deckel; es ist aus getrockneten, quadratischen Lehmziegeln zusammengesetzt. Wahrscheinlich um dem Ganzen Festiglcit zu geben, wurden im Innern, zwischen den beiden Längswänden, zwei Qucrmauern gezogen, so daß es de? Länge nach in drei Räume zerfällt. Das Grab ist vielleicht gleichzeitig mit oder älter als die Schschtgräber von Mykenä; das ' geht daraus hervor, daß in demselben Grabhügel, aber 2 Meter weiter oben, ein zweites Brandgrab geöffnet wurde, welches als Beiga-'' den zwei kleine mykenaische Vasen enthielt, sind somit der chronologischen Vestimmung einen festen Anhaltspunkt bot. Die sehr'thätige griechische archäologische Gesellschaft hat den Plan, alle Grabhügel, und es sind deren.trotz aller schon begangenen Plünderungen, noch sehr viele, systematisch anszugraben. Da ist auf eine reiche, zusammenhängende Belehrung über die älteste Geschichte de? Landes mit Bestimmtheit zu rechnen.,, . ; : 'Ulf f::.-:tl1 r .iE.il WMi", ;? !' " yi;!:;;,:.: ! i',,.:; ' m ; m ; ;" i "" ;;;iiT,i ;l;, . . Mann un dUF r a u W i 'nt eins. Doktor: Sind Sie und Ihre Frau nun das kalte Fieber losgeworden? 5 Nein, Herr Doktor, meine Frau und ich. wir besinden uns Weide immer noch schlecht." Haben Sie denn den Cognac mit Chinin ge:uzmmen. wie ich es Ihnen verordnete?" . Ja wohl. frr Doktor." ' Sn?ch müßte sich Vas Fieber doH Ategt Haben. Sie haben die Arznei docZsaM' vorgeschriebenen Weise genvmmtttk. Jch denke, ja. Mann und Frau sind doch eins : na, und so hab' ich den Cognae genommen, und meiner Alten hab' ich den Chinin gegeben." ; Seine Fein de kennt inan isi , mer besser, als seine Freunde.

Der WeihnachtsdlSter. Fräulein Renate, die einzige Tochkes öes reichen verwittmeten Maiors v. M. galt in ihrem Kreise als ein bcvorzuqteS ' Geschöpf. Von zarter, ätherischer Gestalt, verstand sie sich aus alle diejenigen Dinge, welche direkt oder indirekt mit der Poesie zusammenhingen. Sie schwärmte nicht nur von den Klassikern, sie wußte auch mit Verständniß und gestützt auf die neuesten Quellenforschungen ein Urtheil zu fällen. Ja. sie ging noch welter. Ihre jungfräuliche Stirn hatte einstmals in weihevoller Stunde der Genius geküßt und seitdem kamen Tage, wo sie einen begeisterten Kreis vertrauter Freundinnen mit eigener Poesie über raschte. Von dieser Zeit ab besang Fräulein Renate alle Familienereigniffe, den Geburtstag des Papas, die Hochzeitsseier der Eousine, den Heimgang der alten Tante. Und, der Wahrheit die Ehre, sie sang nicht schlecht! So kam e5 , denn, daß ihr dichterischer Ruhm über die Grenzen des Vaterhauses hinauswuchs und auch auf fremden Parkett ihrer anziehenden Erscheinung ein interessantes Relief lieh. Fräulein Renate war einige Wochen vor Weihnachten glückliche Braut geworden. Der Sohn einer Berliner großen Vanksirma, angezogen durch das geniale Wcfen der jungen Dame, sowie durch das Gerücht, daß sie hunderttausend Mark Mitgift bekommen würde, hatte den Sieg davongetragen. Otto war ein praktischer Jungling, der zu seiner Verlobten, wenn k über Poesie sprach, ebenso andächtig als versiändnißlos emporblickte. Acht Tage vor dem Fest ging er mit sich zu Rathe, womit er seiner Ärant am heiligen Abend eine rechte Freude bereiten könnte. Er zog eine ältere Verwandte Renates in'S Geheimniß und diese erwiderte auf seine Frage, daß er mit einem selbst verfaßten Gedicht sicherlich die größten Chancen haben würde. Zuerst lächelte der junge GeschästSmänn bei dieser Zumuthung, dann aber befreundete er sich mit der Idee. Nachdenklich sitzt er Renate gegenüber, vielleicht um aus ihren Zügen ein Stückchen Lyrik herauszulesen. Ader , ihm kommt kein poetischer Gedanke. Da fallen seine Augen auf die Zeitung, die vor ihm auf dem Tisch liegt. Er liest: Gelegenheitsgedichte, Toaste, Tafellieder werden prompt und sauber angesertkgt. . . ." Otto athmet erleichtert, diesen Fingerzeig wird er benutzen. Noch att demselben Tage bcgiebt er sich zn dem liebenswürdigen Herrn, der die Poesie als melkende Kuh" betrachtet und dessen Geschäft es ist, gegen Geld feine Autorrechte abzutreten. Otto ist von dem Befuch fehr befriedigt. Noch befriedigter aber wird er, als er nach einigen Tagen ein Gedicht in Händen hält, welches mit den schönen Versen beginnt: Wie Herrlich .strahlt durch diesen Raum Im Kerzenlicht der Weihnachtsbaum!" Der heilige Abend bricht an. Bei Majors sinvet große Bescheerung statt.,

Otto hatte seiner Braut eine prachtvolle Broche geschenkt und damit große Bewunderung hervorgerufen. Aber da? Beste sollte noch kommen. Als gerade eine kleine Pause in dem Betrachten der Herrlichkeiten eingetreten war und der junge Bankier Renaten gegenüberstand, räusperte sich dieser und faßte langsaar in die Brusttasche. Da zog das Frl. einen rosafarbenen Bogen hervor und überreichte ihn ihrem Bräutigam. Hier" sagte sie, nimm diesen Poetljchcn Weih nachtsgruß, den' ich für Dich gedichtet habe, "freundlich auf!" Otto verbeugte sich dankend. Und ich, liebe Renate, habe mir auch , erlaubt. Dir ein kleines tauschten die Verfe aus und lasen. Mit ei nemmal jedoch wird das Fräulein blaß, sehr blaß. Ihre Augen starren auf d Gedicht und dann fliegen sie angstvoll zn ihrem Verlobten berüder. Der aber rst bei jedem Verse, den cr las, erstaunter geworden, schließlich sieht er vergnügt . j . . i ... v. t . . i." r .. ans. '5in emzucrenves eoicyt, &$c er, das nur den einen Fehler hat, mir dem meinigen Wort für Wort übereinzustimmen!" In diesem Augenblick xräsentirte der Bediente Bowle. Stoßen, wir an, liebste Renate," fährt der lustige Bräutigam fort, tlopen wir an aus das Wohl unseres Weihnachtödichters! Und die von dem Pledeztal ihres Ruh-. rnes so jäh herabgestürzre Renate trinkt. dann sehen sich die Beiden lächelnd an. Sie haben einander verstanden. Und das ist bei Verlobten die Hauptsache. Eine recht lustige Pfeudo-Cholera-Geschichte wird aus Petersburg aemeldct. Daselbst -gerietben die Bewohner einiger in der Kasanskaja gelegenen Häujer in schremiche Erregung, denn unter ihnen sie zählten nämlich zu den einfacheren VolkSklassen rar plötzlich eine Krankheit auf, gegen die die abscheuliche Influenza wahres Kinderspiel ist. Furchtbares Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfäll quälten die davon Ergriffenen in entsetzlicher Weise, und bald hieß es, die Cholera ist da! Ew. Wohlgeboren," jammerte ein von der Krankheit befallener Subalternbeamter beim Polizeiarzt, helfen Sie mir um Gött?sw:llen; das ganzeJnnere ist mir drei Mal im Leibe um- und umgegangen und ich darf unmöglich krank werden, denn der Dienst.. Der Arzt untersucht den Patienten und siudet ihn kerngesund. Hast Du Dich, denn von irgend eine? Krankheit Nmrt, utld waru' hast Du fo viel Absührung(mittel einqenommen? Ich iarire. daß Du-wenig stenS für 50 Kopeken Kastoröl verschluckt hast," verwundert sich der Arzt. gtn: iZpur, Ew. Wohlgedoren, warum sollte ich Kastoröl eingenommen f haben?" iiHast,MU, ' dieser Tage ciwM Diese Diugerchen haben wir verputzt, sagt der Beamte und zieht der Hasche eine Ruß hervor. Äber daysn kann inandoch. nicht die Cholera tzekomMeM Der Arzt besah ditDrngsrchtNßZl lillquirirti dann weiter, und es sMte sich! bald Alle heraus.; lmMorhkrgcheOen. WZs'wDiii durch die KasanSkaM, ein Fuhrwerk einigen SaÄS Rlnchä - S!üssen m W waren seh? lallend Vörüüercicheudeih: auf. probirten die seltsamen .Din:?-

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