Indiana Tribüne, Volume 13, Number 128, Indianapolis, Marion County, 26 January 1890 — Page 3

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PZcttgisk. den Georg HSr. (5. Fortsetzung.) TYrtt 12) es besser eis;, anabkae tyftra. . . .und, umJhnen gleich von vornherein jeden Glauben an eine etn?a von mir beabsichtigte Täuschung zu nehmen, gestatte ich mir, Ihm:: diesen Brief hier zu übtxxJ&m. ... Damit griff er in seine Blieslasche und entnahm derselben den Brief, welchen Werner einst in seier Verzlveiflung geschrieben und nach lanzer Irrfahrt a!S unbestellbar zn?ück bkksnirncn hatte. Zögernd streckte Angelika die Hand nach dern vergilbten Schreiben aus. Kaum aber hatte sie einen Blick auf die Adresse geworfen, als sie bang zusamrnenzuckte. Mein Gott und Herr!" flüsterte sie mit ersterbender Stimme es ist keine Tauschung möglich. . . .e3 ist wirklich und wahrhafkig Werner'S .... des Toorgeglaubten Handschrift. . . . und d!e Adresse trägt meinen Namen. . . .aber ich habe niemals einen Brief von ihm erhalten!...." , Gestatten Sie mir, ehe Sie sich der gewiß interessanten Lectüre dieses Briejes hingeben, der wie Sie sehen, schon an Zwanzig Jchre alt und dennoch nicht eröffnet woroen ist, Ihnen einige Aufklärung zn verschaffen...." begann Senck-n, der seines Erfolges bereits sicher schien, im leichten Konoersationston und erzählte dann der athemloS aufs horchenden Iran in großen, gedrängten Augen, u?aö ihm wenige Tage znoor Werner selbst erst berichtet hatte. Mit müdem, apathisch zu nennendem GcsichtZausdrnck hörte Angelika ihm zu. Die furchtbare Ueberrafchung, welche der so kaltblütig und leichthin plaudernde Mann ihr bereitet hatte, war zu allgewältig, als daß sie sich sofort zu fassen und das ganze Troktlosx ihrer Lage zu begreifen vermocht hätte. Endlich erbrach sie den an sich gerichteten vergilbten Brief. Der Inhalt desselben mxßte ine nachhaltige Bewegung bei ihr hervorrufen, denn mehr als einmal brach sie in bittere Thränen ans und rang wie beschworend die gesalteten Hände gegen den Himmel. Eenckcn war aufgestanden und scheinbar nicht auf die völlig fassnngölofe Frau achtend, ging er mit über dem 3Cum Zkusammengelegten Handen an den Wanden des Salons entlang, betrachtete bald die daselbst aufgehängten kostbaren Oelgemalde, deren Sujets von dem gediegetun und geläuterten Geschmacke des ÄesiherS Kunde gaben, beugte sich bald zu einer Ätafselci nieder, welche eine angefangene Malaröcit, die ebenfalls hervorragendes Talent verrieth, auswies, und blieb endlich vor einer kunsisoll in Lebensgröße auLgcfnhrten Photograph stehen, die einen liebreizenden Mädchens Zopf darstellte. Dsra... schone, spröde, stolze Dora ! murmelte Sencken, während cZ rerlangend in seinen dunklen Augen aufleuchtete und ein faunischcS Lächeln ftine Lippen nmznctte. Wie bald vielleicht zrird Dein Widerstand gebrochen sein!" Er blickte rückwärts nach der in Tdräuen aufgelösten Frau Angelika. Pah, itne ist mir schon verfallen!" murmelte er. Der ;eg ist mir leichter gewarden, als ich selbst zu hosseu wagte.... Yivat eeq uen . Angelika hatte mit todtenbleichcm Angesicht, nur hin und wieder durch ein jchwaches Aufseufzen ihre tiesinnerliche Bewegung verrathend, den Brief zn Ende gelesen. Jtzt schaute sie auf und sah Sencken, der mit erwartungsvollem Ge slchtsausdruck, ein überlegenes Lächeln im die dünnen Lippen, dastand, mit fast apathischem Blick starr an. EZ ist mir Vieles unklar in diesem Briefe," sagte sie endlich mit hart und fremd klingender Stimme. So kann ich e5 bei dem heiligen Namen Gottes beschwören, daß ich niemals einen Brief Don Werner bekommen, sondern bis gestern fest geglaubt habe, er fei todt!" .. Sencken zuckte die Achseln. ' Ich glaube eS Ihnen, meine Gnädige," sagte r alsdann leichthin. bn die Sache ist verständlich genug.... vergessen Sie icht, daß Ihre Fran Mutter eine sehr praktische Frau gewesen ist.... und die lür Sie bestimmten Briefe einfach unterschlagen hat. . Mein: Mittler," .... stammelte Ang?li?a. Nichts ist einleuchtender!.... Soiel ich mich erinnern kann, war nach der Gewaltthat meines Bruders Ihr S!ame in Aller Munde.... Ihr Verhältniß zu Werner wurde ruchbar, wenn auch Niemand ich eingeschlossen, die volle, bedeutsame Wahrheit kannte!.... Ihre Fr n Mutter hielt Sie nun streng.... bewachte Sie vermuthlich auf das Sorgfamfte was leichter, als daß die an Sie gerichteten Bncse meines Bruders in ihre Hände siele::.... sie erriech aus deren Inhalt die ganze Geschichte.... lneit es für das Beste, Sie ron ihrer Wissenschaft nicht in Kenntniß zu setzen, sondern nur so . schnei wie moglia) aus der Gegend sich zu entfernen." Em krampfhafter Schauer ging durch den Leib der Unglücklichen. WQ, mein Gott, zeht verstehe ich die Worte meiner Mutter auf iürem Sterbebett!" flüsterte sie mit zuckenden Lippm. .Mein Kind," sagte sie mit schwacher, 'ersterbender Stimme noch ganz knrz vor ihrem Ende.. Jetzt, wo ich Dich an der Seite eines so ehrenwertheu Mannes glücklich und zufrieden sehe, fällt mir dasMterben Zeicht, denn ich wcijz gewiß, daß mir der allbarmherzige Gott das Unrecht nicht anrechnen wird, das ich .cremst in bester Meinung,- aus Liebe zu meinem einzigen Kiad. verübt habe. . ' 5 Stirn iefyn Sie, meine Gnädige!" stet Sencken mit triumphirender Miene ein. .Da haben wir ja schon die Bestätigunz meiner Auslegung.!. . Ihre Mutter wuZzte um den Handel, aber Ull: tcrdrüctte ihn mit großer, Energie!", ij Die Spann r. st Angelika wär ji.u Etche. Mit einem schwachen Aufftuszen sank sie auf dcn nächstctt Stuhl nieder .Q, mein Bolt,J- murmelte sie ffeörochm, konnte ich ahnen, daß mein Schn?cigen damals solch' verhangnißvolle ffslae haben ' könnte k.AtmerMin' M . , ih , ..::;IMf ner. . .: l" -li äwm Dann aber rich tete sie sich plö hlich mit letzter KraitanÜrengung in die Höhe

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und schaute den mit einem gleißnerifchen Lächeln um die Lippen ihr gegenüberstehenden Baron streng an. Gut denn, ich erinnere mich." raur melte sie. Ich bin zu stolz, um Ihnen gegenüber eine Rechtfertigung zu versuchen.... ich räume die Wahrheit der Angaben jenes Schreibens ein. . . . aber was soll Ihr Besuch bedeuten. ... Sie haben 'herausbekommen vermuthlich durch den Zufall, daß Ihr Bruder sich an einen New Yorker Bankier gewcudct hat, der mit meinem Gatten in Vcrbindung steht daß Angelika von Walven die jetzige Fran Spindlcr ist aber was soll Ihr Besuch. . . . Sie knnssen eS wissen, da Ihr Bruder kein Anrecht mehr auf mich haben kann.... haben darf. . . . " Gestatten Sie mir, darüber anderer Meinung zu sein, meine Gnädige," siel Sencken mit einem zweidcutigkn Lächeln um die dünnen Lippen ein. Wollen Sie vor allen Dingen nicht vergessen, das; mein armer Bruder ein schlrerbcleidigter Gatte ist und das I!ccht hat, sein Wcib zuruckzuverlattgen. . . . nimmermehr aber Nimmermehr!" rief auch Angelika, sich stolz emporrichtend. Sagen Sie Ihrem Brurcr, daß ich ihm verzeihe, waS er an meiner jugendlichen Unersahrcnheit gesündigt hat und. . . .aber es ist ja jedes Wort unnütz! unterbrach sie fcch Ich kenne Werner. ... er ist viel zu edel, um ein schwach cS Weib zu bedränaen. . . . zudem mujz er ja seinen eigenen Worten nach todt bleiben sür die jeir. 3 Senckcn'S Angen lenchtcte es täkkijch auf. Wenn ie sich tu meknes Bruders Charakter nur nicht getauschk haben sagte er dann hämisch. Aiu ßcrdkm vergessen Sie mich nicht, meine Gnädige. . . .ich bin kein bequemer M.twisser Ihres Geheimnisses, sondern getrillt, den Schimpf, den Sie meinem Bruder zugefügt, so oder so zu rächen." $n rächen V" frug Angelika erschauernd, ihm fassungslos in die falscheu grünlichen Augen starrend. Zu rächen, wzs ich, an Ihres Bruders Tod gleich Ihnen glauben?, in jugendlichem UnoerstandniL einst verbrach?" .... Sie stand plötzlich entschlossen auf und u:as den Biron mit einem stolzen Blicke. Gehen Sie, mein Herr.... ich habe nichts mchr mit Ihnen zu vcrhznoew:" atft sie voll edler Würd. Noch heute soll mein Galle Alles erfahren. . .. diescr wird sich mit Ihrem Bruder auseinandersetzcn. . . . beise sind Ehrenmänner uns. . . ." Aber ein höhnisches Lachen ließ sie jäh verstuinmen. Sencken hatte sich ihr ge: nähert und schaute sie nun tückisch an. Vergessen Sie nicht, mei.ne Gnäoige, was ich Ihnen schsn vorhin gesagt.... ich bin kein bequemer Gegner und wer eö mit mir troydenr ensnimmt, mag sich vorsehen!.... Sie weroen ohne meine Erlaubniß Ihrem Gatten auch nicht ein einziges ?ort sagen. . . :v!ein Herr. . . .diese Dreistigkeit. . ." Pah. fordern Sie dieselbe nicht erst heraus" hohnlachte Ssnckcn. Eine Ätltiheilung an Ihren Galten würde ich einfach mit einer Mittheiluug an die Staatsanwaltschaft beantworten.. ..ha ha, denken Sie sich das Aufsehen, das es geben würde, wenn die Gesellschaft aus Berlin eine? Gerichtsverhandlung wlder die so hoch angesehene Frau Bankier Spindler anwohnen könnte. . . .und dazu kommt es solchenfalls. . .verlassen Sie sich darauf, meine Gnädige. ..." Elender!" murmelte Angelika mit aschfarbenen Lipprn, die offenbar nur noch mit äußerster Kraftanstrengung sich auf den Füßen zu erhalten vermochte. Sie schwankte gegen die Thür und streckte unwillkürlich"die Hand nach dem dort hängendcn Kliugelzug aus, als ob sie zu ihrem S chutze die Dieucrschaft herbeirufen wolle. Aber der stechende Blick Scncken's hatte keine ihrer Handbcwegungen außer Acht gelassen, jetztsagte er hastig: Pah, meine Gnädige, bemühen Sie sich nicht ich gehe schon! .... Er machte einige Schritte gegen die Zlnsgangskyur, dann aber blieb er wieder stehen und wendete sich nach der unglücklichen Frau um. Ich komme aber wieder, meine Gnädige, darauf tonnen Sie sich verlassen. .. heute ist ohnehin eine weitere Verhandiung mit Ihnen nicht gut möglich. .. . erst müssen Sie sich zum vollen, verzwerfetten Ernst Ihrer Lage durchgangen haben, dann werden Sie wohl auch meir.en Vorschlägen ein willigeres Ohr zu schenken geneigt sein.... ich komme also wieder.... wenn mein Bruder angekommen ist...." Er verbeugte sich mit ausgesnchter, ironischer Höflichkeit. Leben Sie bis dahin wohl, meine gnävige Frau.... und vor allen. Dingen ich rathe es Ihnen in Ihrem eigensten Interesse. .. . begehen Sie keinen vorschnellen Streich, ver Jynen. . . . ansschließlich nnr Ihnen und höchstens noch dem Ansehen und der Stellung Ihres Gatten in der Gesellschale gefährlich werden könnte. ..." Er verbeugte sich nochmals und ging, von einem erloschenen Blick der unc.lücklichen Frau bealeltet. Eine lange Weile blieb dlese noch regungslos stehen, dann zkng plötzlich nenerorngs m kramp ngcS gittern durch lhrcn cch, dem em wehes Stöhnen über ihre Lippen folgte. 1 Luft .... Lust!" stöhnte sie auf uud schwankte dabei, mit der Hand nach , dem Herzen greisend, ' auf der Stelle hin und der. V, wclm em Vo ewtcyk.... Werner Werner .... wie konntest Du mich Deinenl Bruder ausliefern ! " , Sie warf cmcn erloichenen, rrren Blick nicht ein Wunder, dann, bin ich. ver toren. ..." .NoÄ eine Wcile starrte sie ausdruck .3 lo vor sich bin, dann sank sie mit einem schwachen Aufschrei zusammen. . Nach einer Welle fand die zufällig ms Zimmer eintretende Dienerin sie von einer tiefen Ohnmacht befangen noch aus dem Voden ausaeüreckt lieaen. . I Es waren aar quilvolle Zaat; elche die bis ,dahin so glückliche Frau nun durchleben mußte. Langst , verblaßt geglauvte Vchairen oer Vergangenheit ne-

nach oben, '.'cur Gott kann noch helfen," murmelte sie mit eintonigerSlimme vor sich hin. Thut der A'.lbarmhcrziae

gen droycnJ wieoer ucraus , uno crsuuren ihr Empsin'ocn mit nnmenloser Oual. ' I Mit großer Geistesgegenwart verstand rf: -m-i-A-1 '; ,.' ' V???tt "'c'" : -4 !;':! iv:5'1

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Angelika es indessen, die surchtbare Aufregnng ihres Innern vor zhrem Gatten zu verbergen. Dagegen wollte e3 ihr nicht gelingen, beiter und qleichmnthia vor ihrer Nichte Dsra, welche mit zärtlicher Liebe an ihr hma und gewounyeltsmakzlg fast den ganzen Tag um sie war, zu erscheinen. citt:j. C t- c.-- r will ociri vcr jjra cctiicgcuc seinen Ahunngsvermögen hatte diese herausgesuhlt, dan es ganz Anderes sem munte. waö daZ Leiden der Tante vernrsachte, gegen das anzukämpfen der Hausarzt slch vergcdllch bemühte, üvarum hatte sich diese so ptötztich unwohl befunden nachdem sie letzthin den Besuch eines schwarraekleldeten Herrn empfangen, der sehr lange allein bei der Tante geblieben war und übe? dessen Uuterre'ounq mit ihr sich diese mit keiner Silbe äußerte? Endlich faute sich Dora em Herz und wagte der geliebten Tante einige, Trostesworte zu sagen. Aber mit hest,gcr Geberde, wie vctemand sie je en Fran Angelika, welche die Sanfte muth selbst war, wahrgenommen, wies ste Dora S llebevoll? Zuspräche von der Hand. Die lLage Fran Anzeltkas wurde wirklich eine bejammernSwerthe. Bei jeder Bewegung bcS KlingelzugeS an der HznSthure sah sie im Geiste denBaron eintreten ; sobalo sich die ynre ossnete, erbleichte sie ersichtlich. Auszugehen waate sie gar nicht mehr, aus Furcht davor. daß der Baron sich in ihrer Abwefenheit dem Gatten vorstellen konnte. Endlich ka,n der Gesurchtete wieder. Es lochte ungefähr nm die vierte Nachmittagsstunde sein, als er sich bei der Bankiersgattin melden ließ, welche ihn s- f ' im ?aion cmpstng. Sencken verbeugte sica artlg, aber mit jener halb beleidigenden Veriraulichkeit, die gemcrnen ?!aturen, welche einen Machteinfluß auf über ihnen Stehende gewonnen zu haben glanden, eigen ist, vor der Frau deö Hauses. Angelika stieg das Blut in dnnklen Schanmwellen zu Kopse. Nach all den harten Scelenkämpfen der letzten Tage, fühlte sie sich nun doppelt gedemüthlgt, daß ic mit dem Äaron hinter dem ?!ücken ihres- Gatten über ein Geheimniß verhandeln sollte, welches nicht nur dem Letzteren sorgsaltl.z verborgen gehalten werden mnute, sondern das auch gan; und gar dazu angethan war. ihr eine wirkliche Gefahr, ja, den Schisföruch ihres bisherigen Daseins, ihres HoffenZ, L:ebcns uns istrebenZ zu bercttcn. Sencken nahm Platz. Mein Brnoer ist "angekommen. sagte er alsdanu, einen lauernden Blick auf das bleiche, vergrämte Angesicht H-rau Angelika s werfend. Diese vermochte ihr Erschrecken nicht zu verbergen. Also wirklich", hauch:? sie, Werner lebt. . . .er ist hier, in Verlin?" Zweifelten Sie daran, meine Gnadige?. . . .Ec lebt nicht nur. . . .er zürnt ....er ist außer sich über den Betrug, den ihm das Herz gespielt hat. welchem er arglos vertraut hat.... Er fordert gebieterisch scinZeib ! . . . " Die Unglückliche stöhnt auf. .Mein Gott, sagten Sie ihm nicht, daß ich seit siebenzehn Jahren die Gattin eincö Ehrenmannes bin?".... Sencken lachte. Welchen Eindruck glauben Sie. macht es auf einen G!äu. biger, wenn er hört, daß sein Schuldner einen Unberechtigten in den dancrnden Vmtz eines kostbareil Gutes gesetzt hat, wahrend er selbst nun das leere Nachfehen haben soll? Mein Bruder ist außer sich über den ihm gespielten Streich ... .er kennt sich kaum vor Wuth ; dmi ken Sie der Vorsehung, daß Werner, Ihnen bekannten ttrsach:n halber, gezwungen ist, unter falschem Namen aufzutreten und sich meiner selbstlosen Vermittclung zu beoiencn . . . .meiner Tru, er wäre sonst im Srande. ,nit der rasenden Wuth der Enttäuschung, welche bei einenl Geprellten nur zu natürlich ist, das stolze Kartenhaus Ihres jetzigen Glückes durch eine einzige heftige Auseinandersktznug. die er mit seinem un? rechtmäßigen Nachfolger im Ehestande haben wurde, über den Hausen zu sturzeit. Fran Spindler barg das Angesicht in beiocn Hänse und verharrte eine Weile lautlos in dumpfer Betänbnng. Dann ließ sie die Hände langsam wiever sinken. Mein Gott. eS ist zum Wahnsinnig: werden! Werner war doch' früher so g::nz .... ganz anders . . . . Ec mnß ein Einsehen chafo und begreifen, daß mich kein eigentliches Verschulden trifft. ..." Oho, meine Gnädige. Jch w?r noch ein halbes und unerfahrenes Kind, als ich mich von ihm verleiten ließ, heimlicher Weise in London sein Weib zn werden .... eS war dies eine Sünde ail meiner Mutter .... mein Gott, wie bitter fchwe? hat sie sich gerächt!" Vercessm Sie nicht, daß trotz allede,n diezer Schritt rcchtsocrbindlich gewesen ist." Ja. ja, aber durfte ich mich nicht von dem .Augeabticke an als frei betrachten, ws die verbürgte Kunde ?on Werner's Tode mich erreichte?... .Sie selbst,Herr Baron, glaubten n diesen Tod, denn sonst hätten Sie nicht die Hinterlassen! fchaft Jires VruderS antreten und dessen väterlich,? Erötheil für sich in Anspruch nebmen können. ' ,,, Sencken zog die Achseln kn die Hohe. . Jnuiz, meine Gnädige, dem Jrrthnm skttd alle Sterblichen unterworfen . . . , ich handelte im guten Glauben au f mein Recht . . . . Hätten Sie desgleichen gethan m:d damals die eine nnangeneh'me Stunde der Auseinandersctznng mit Ihrer Frau Mutter, mutbig ans sich genom' men .... waren S:e wahrheitsgetreu als Frau, von sencken ,nlt Ihrem jetzigen Güt:m vor den Altar getreten, statt sich trügerische? Wcjse Unter Ihrem Mädchennamen tkiilttu zu lassttt wie viel bittere Stunden würden Sie sich jetzt erspart ahenr.M,-,,, ' '..i-f .;.r .,. , O. mein Gott ! . . . . sollte es möglich sein, daß ich die eine Unterlassuttgsiünde Mit den! EDitcrn meines 'ganzettMeils starrend. , Dann , aber hob sie plötzlich entschlösse:: den Kopf. ; - (CvIa... .-i.v.. :':- :V k:c. -' Endigen wir dies unerauickliÄe Zwie gespräch!" st.im?nelte sie mit hkiZerer

giuacs vuLen lollte. . Ein Schauer durchlief ' ihren Leib und durch einige Sekunden saß,, sie mit völlig apathischer Miene da. trostlos vor, siÄ ' in's Leere

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Stimme. W3 soll dies Heranfbeschwö ren verblaßter Schatten fruchten... Bis vor wenigen Tagen noch bewahrti ich Werner ein treues Andenken. . . Doch sein hartes, grausames Auftreten gegen mich schutzloses Weibhat auch dieses aus meinem Herzen gerissen.... ich vermag ibn nur noch.... doch genug davon. Sie wehrte mit beiden Händen energisch ab, als ob sie sich davor fürchte, die über' sprudelnde Bitterkeit ihres EmpsindenZ laut werden zu lassen. Ihr Brudn wird begreifen, daß die Vergangenheit todt und begraben sein und bleiben muß, ich bin eines Anderen Weib und verebrt und liebe meinen hatten aus meinem ganzen, vollen Herzen. Die Ansprüche, die Ihr Bruder durch sein Wiederauf taucken und seinen Willen, meinen HerzenSfrieden und meine Zukunft zn unter graben, aufgestellt hat, können sich dem-, zufolge höchstens auf eine Abfindung beziehen sagen Sie ihm nun einfach, daß ich. obwohl die Gattin eines reichen Bankiers, dennoä) nur sehr beschränkt in meinen Mitteln bin, also höchstens eine bescheidene Aufwendung machen kann. Sie hatte mit steigenver Erregung gesprechen, jetzt hielt sie tief aufathmend inne, während unrcrhülltc Entrüstung aus ihren dunkeln Augellsterner flammte. Sencken hatte feine dünnen Lippen zv einem spöttischen Lächeln verzogen. Haben Sie geendigt, meine Gnädige?" frug er, nachlässig mit dem Ban, de seiner Lorgnette spielend. Dann gc statteten Sie mir.doß ich einigeWorte er: widere. Sie mißverkenncn vor allen Dingen meinen Bruder, wenn Sie an nehmen, daß e3 dem Letzteren um ein, Erpressung zu thun ist mein Hinn mel, nein .... Werner ist der alte un: praktische Idealist geblieben, der er von jeher gewesen war.er will gar kein Geld, er will vielmehr sein Weib. . . .haben Sie mich verstanden?. .Ein heiliger Zorn hat ihn überkommen, daß dieselbe Auge: lika, die ihm wohl tausend uud einen Brief mit den heiligsten, nur auf du Ewigkeit berechneten Trcuschwuren, ge: schrieben hat, sich nichts destowenige, schon nach wenigen Jahren mit einew anderen Manne hat vermählen können, während er, der Todtgeglaubte, unttt tausend Widrigkeiten ein Leben voller 'Qualen und Entbehrungen in der fern: ste amerikanischen Witöniß hat führen müssen .Wenn er sich rettete.danmls, warum gad er kein Lebenszeichen von sich. . , . . . er mußte wissen, daß ein halbes Kind, das noch keinerlei Lebenserfahrung besaß, stch nicht mit Trcuzchwüren für ein gan: zes, langes Leben binden kanni aber er schwieg, durch siebzehn lange Jahre drang nicht eine Kunde von dem Todtgeglandtcn zn mir . . schon dadurch allein hat er ja jcdeö Anrecht ans meinen'Besitz verwirkt." Sencken lachte wieder. Das klingt ja alles sehr wahrscheinlich, waZ Sie .da sagen, gnädige Fran," meinte er mit Überlegener, spöttischer Miene. aber Sie müssen die Enttäuschung des armen Jungen bedenken, der Mädchen schwüre in seiner Ueberspanntheit als wirklich verbindlich bis über das Grab hinaus hielt und nun nach feiner Nück kehr als Entgelt für seine unbezwingliche Sehnsucht die Heißgeliebte und Treugewähnte als das Weib eines Anderen vorfindet." t Aber darum handllt es sich ja gar nicht," unterbrach er sich gleich darauf. Werner beschwört mich, Himmel und Holle in Bewegung zu setzen, mihm zu seinem Weibe zu verhelfen Aber ich denke gar nicht daran, Ste, meine Gnädige, aus Ihrer behaalichen Eristenz ul reißen, falls Sie sich dazn herbeilassen, mit mir einen Pakt zu schließen . . . . " 'Mit Ihnen? frug Angelika zugleich betroffen und cntfetzt. während sie das verlebte Angesicht des Barons mit einem befremdeten Blick streifte. Jawohl mit mir," kopfnickte dieser, sich behaglich in dem Fauteuil zurücklehnend. Schauen Sie nur betroffen auf Sie werden mich bald verstehen:..." Er schwieg eine Secunde, wie um eineu passenden Anfang zu finden. Dann räufperte er sich. Sie irren übcrhauvt, meine Gnädige, wenn Sie mich als Ihren Gegner oder Bedrücker ansehen.... denn in Wahrheit bin ich Ihr wohlmeinendcr Freund .... ja, jetzt schauen Sie mich schon wieder so ungläubig an, aber es ist so Ihretwegen habe ich meinen wackeren Bruder sogar betrogen, so schwer mir dieses auch angekommen ist .... ich sagte ihm. Sie seien schon mehr als zehn Jahre todt .... gestorben, als eines Anderen Frau." Aügelika sah ihn' voll athemloser Spannung an. Das sagten Sie ihm ....und nun? hauchte sie. Sencken zuckte wieder die Achseln. Ich sagte Ihnen ja,- es thut mir leid nm den armen Burschen, denn er geberdet sich wie verzweifelt und will nun so schnell, wie möglich, in sein fernes Amerika znrück." - Wirklich, er glaubt Ihnen?" klang es gleich einem erlösenden Ausschrei von den Lippen Fran Angelika's. Leicht ist es mir wahrlich nicht geworden, ihm Glauben beizubringen. Danken Sie Ihrem gütigen Geschick, daß Werner seiner früheren Sünde halber die Nachforschungen uach Ihnen zum größten Theile mir überlassen mußte .... Ihretwegen täuschte und betrog ich den Aermsten systematisch . : . . ich nannte ihm tticht einmal den Namen Jhrcs Gat ten, sondern erzählte ihm emePhantasiegeschichte von Ihrer erhcirathung mit' einem Edelmann.. ließ Sie dann an der Schwindsucht sterben...,, kurzum, ich erfand einen vollständigen Roman, um ihn irre zn sichren und S'e vor dem Schlimmsten zn bewahecn, . Gär widerstrebende Empfindungen waren es., welche das Herz Angelika'S bcfchtichen. Hatte sie sich wirklich in Baron Arno getauscht und war .dieser, den sie bis zn diesem AugenbÜck für den bösen Dämon ihres Glückes Ehalten iir der That der Netter aus ihrer tiefsten und trostlosesten Noth? , , ,; . Aber diese warNien DankeSempsinoüNgen sollten schon nach den ersten weiteren Worten deZ Barons erneuter Verzweig lung Raum geben. 1 i'f:. : ; Sie wolleit lnsz Gnadige", juhr sencken fort, sich nun :'' '. .'t."i-l : 1. V .'.j6i ;.'!. "' 'n;! f ;;!';,; ,! ..r .:',. 1

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üwwmommi MKMUMXU mtiMXU-mM noch behaglicher tn seinem Sessel zurskcks lehnend, daß'eS mich natürlich nur ein einziges Wort kosten würde, um meinen Bruder' über den wahren Sachvcrhall aufzuklären.... wie ja auch Ihr zN künftiges Schicksal ebenso gut von meiner Laune abhangt. . . . und da ich über alle Details Ihrer ersten Ehe unterrichtet und in der Lage bin, erforderlichen FalleS der Staatsanwaltschaft genügendes Material zu unterbreiten, wird es wohl gut sein, wenn .Sie sich mit mir vergleichen." Angelika war längst wieder erbleicht. Jeht schaute sie ihren Bedränger mit un: verhülltem Abscheu an. Alfo so war eS gemeint?" mnrmelte sie. ), mein Gott!" Hören Sie mich erst zn Ende," um tcrbrach Sellcken sie kaltblütig, ich bin ein Mensch, ich gestehe dies ganz essen, der mit seiner Lebensphilosophie zu Eudt ist ich besitze nichts, nicht einmal mehr Credit Sie sehen, ich bin ganz offen ! . . . . Sie können es mir aber da rum durchaus nicht verübeln, wenn ich ans zufällig mir sich darbietenden, gehcimnißoollen Verwickelungen, die in Ihrer Vergangenheit begründet liegen, Kapital für mich zn schlagen bestrebt bin...." O, mein Gott!" stöhnte die Unglückliche nochmals auf, vor deren gcistigem Blick sich mit einem Male ein unübcrbrückbarer. bodenlosec Abgrund öffnete. Aber Sencken beachtete diesen aus einem ticfgequälten Innern kommenden Anffchrei nicht. Schließen wir alle Waffenstillstand, meine Gnädige fuhr er in dreistem, überlegenen Ton fort, bei ruhiger Ueberlegung werden Sie mich auch nicht fo fchrofs verurthei; lcu können. . . . lieber Gott, ich bin ein armer Teufel, der alle zu gewinnen und nichts zu verlieren hat ! Das Leben ist aber doch zu schon, nm sich auS plumper Sucht, ttch auf dem sogenannten steilen Pfade der Tugend zu halten, eine Kugel dnrch den Kops zn lagen, allo Ut der ein ehrlicher Halbpakt . . . . ich macht Mich verbindlich, Sie m Zukunft vor je der Belästigung zu schützen und Ihnen eine ungetrübte Zukunft zu garantiren Sie dagegen, deren Einstnß auf den Gattci: ein überwiegend großer ist, sorgen dafür, daß Franlein Dora, Ihre Nichte und dercinstige Erbin, deren Bekanntschast ich auf den Bällen der ver: gangenen Saison gemacht habe, sich binuen kurzem mit mir verlobt und mir sagen wir eine Viertelmillion mit in die Ehe bringt.... Nun sagen Sie mir, meine Gnädige,' kann Jemand uncigennütziger sein und mehr Ihrem Interesse dienen?" Er unterbrach sich aber, als er den Blick tiefster Verachtung wahrnahm, der ihm aus Fran Angelikas Augen entgegenblitztc. Diese hatte sich in ihrem Sessel hoch ausgerichtet und sagte nun mit heiser klingender Stimme, während ihr Gesicht so weiß wie Marmor war: Und Sie haben auch nur einen Augknblick glanben können, daß ich Ihnen noch meine Beihilfe zu Ihrem uichtLwürdigen Anschlage bieten würde?" Mi: einer leichten Kopfneigung bcjahte der Varon. Was für eine Frau glauben Sie eigentlich vor sich zn haben, Herr Baron?" rief Angelika empört. War ich auch ehemals schuldig, so, habe ich hart genug gebüßt bei der steten Erinnerung au meine Fehler. So lange cs sich blos um mich gehandelt hat, haben Sie mich schwach, und nachgiebig gefunden, jetzt aber, wo Sie meine Lieben bedrohen, foll mich nickttS mehr zurückhalten, meine Pflicht zuthun!" Würde eS wirklich für Fräulein Dora ein fo großes Unglück sein, Baronin von Sencken zn werden?" Meine Nichte hat frei und ganz nach ihrem Herzen gewählt. Sie liebt den Kassirer meines Gatten, Herrn Ernst Vahl, einen jungen, ehrenwerthen Mann, den ich liebe, wie meinen eigenen Sohn." Der Baron, ;og verächtlich die Schultern in die Höhe: Eme Pensionatslicbclei," sagte er, die daS junge Mädchen alle Äugenblicke vergessen kann, wenn Sie dics'wünschen." Aber daö will ich durchaus nicht." Verzeihen Sie," begann der Baron OieLerum, lassen Sie uns doch keine Zeit verlieren mit der Erörterung akademischer Streitfragen, schon bei meinem letzten Besuche haben Sie sich gegen die Möglichkeit eines erlösenden Ausweges durch meine Beihilfe zuerst .aufgelehnt, dau aber, nachdem Sie sich von der zwingenden J!othwendigkeit eines solchen überzeugt hatten, haben Sie mir beigepslichtct. Diesmal hoffe ich unzsomehr, werden Sie die Stimme der Vernunft reden lassen!" Nein, lieber will ich untergehen, dls gerettet werden mittels solcher Hilfsmittcl!" . Aber ich werde meinesthcils auch nicht leiden, daß Sie durch Ihren Eigensinn unö Beide ccmpromittircn.... vergessen Sie es nicht, keine Gnadig?, wir haben ein gemeinsames Zics vor Äugen: Ihre Nuhe und die Aufrechterhaltung Ihrer Ehre für die Zukunft!." Sie warf ihm bei diesen Worten einen solch verächtlichen Blitzn, daß der Baron erschrocken zurückfuhr. Versuchen Sie es, sich gegen meinen Entschluß zu stemmen . . ; ich gehe in Zukunft meinen eigenen Weg. ... ich kann ttd, will mich nicht länger Ihren unwürdigen AnschZägen beugen.... und sollten ''Liech wirklich versuchen noch länger in mich zu dringen, so werde ich trotz alledcM ' und alledem keinen Augenblick mehr mich hesinnen, mich zu den Füßen inemeö Gatten zu werfen und diesem Alles zu gestehen . . . .er liebt mich . ; i' er wild es nachfühlen, können, was ich Alles gelitten habe.... sicherlich wird er mir verzcihen!" ' , ', "-. ; q ': Wirklich ?" frug der Äaron mit malitiosem Lächeln. I . . m: 4 i , WaS lvoUcn Sie , damit faqeit : . . . 6 e n S i ef tag t nt c i :i a t i e "ij u e 1 1 ; 1 1 : lich sein wird. . . . glauben Sie.' daß er die nanienloS zinzUickliche vonM wird , . , aber . selbst, wenn di.'m wärewürde ich eS nicht anders verdient, haben jfe , y'fx ,5 .Auf diesen unbezwinglichcn Widerstand war der, Äaron nllerdings nicht gefaßt gewesen. Er machte auch keinen 'weiteren Versuch, mit Uebel redungs kunsten in sie zu diingen, sondern siel mit einem

'T'rrTn1', CJtr 'rij.rV'tfif

Male aus dem Tone eines Viedermanneß und stand :nit drohender Haltung plötz: lich por der Unglücklichen. Ah, so weit sind Sie bereits wieder gekommen, mein, Gnädige, baß Sie dem Herrn Gemahl beichten wollen? .... ganz famose Idee das," sagte er in verletzendem Tone. Aber selbst wenn Herr Spindler schwach genug sein sollte. Ihnen zu verzeihen. .. vergessen Sie nicht, daß das Auge des Gesetzes wacht ....'oh, ich weiß was Sie zu Ihre? Entschuldigung einwenden wollen.... Sie waren jung und unbe: dacht und die Furcht vor einer überstrengen Mnttcr hielt Sie von einem Geständnisse zurück zudem glaubte Sie Ihren ersten Gatten todt. . . . abe, er lebt! und wenn ich sein räche: lüsternes Herz nicht besänftige, dann übergiebt er Sie, die dem Gesetze nach noch immer seine Gattin ist, dem Staatsanmalt! .... Bedenken Sie ich stellt es Ihnen nochmals vor das Aufsehen, wenn Frau Bankier Spindler wegen Doppelehe verurtheilt wird .... nicht nur Ihr gesellschaftliches Prestige, fon dern auch der geschäftliche Atnf Ihre Gatten ist unwiederbringlich verloren." Das war Wahrheit, waö der Baron in cynifchcr Offenheit da sagte, die schrecklichste, nackteste Wahrheit! .... Dennoch senkte Frau Angelika nicht ihnr Blick vor den sinstcr blitzenden Augcu des Barons. Zum Teufel auch, er scheint Ihrem Herzen jehr nahe p frchen, diejer öerr Kasstrer .... Zwischen der Ehre des Namens, der Ihr eiaener ist. und dem Liebeshandel dieses würdigen Herrn kön nen Vte wirklich nur einen einzigen Augenblick schwanken 5 Auch gut ! ES wird vielleicht sür Sie ein großer Trost fein, wenn Herr Spindler jidj von Ihnen trennen wird, sich alsdann sagen können: Der gute Kasnrer meines Gat? ten )i wenigstens glücklich. . . Hahaha ! Komme, was da wolle, ich thue mein? Pflicht !" sagte darauf Frau Angelika in fchltchtem wurvlgem Tone. Der Baron dagegen, dessen Erregung keine Grenzen mehr kannte, schrie fast mehr als er sprach: Nein und abermals nein! Sie weiden daszthun, was ich will .... und kern Jota werden Sie da ran' zu ändert! im Stande fein! ich bin durchaus Nicht der Mann, der einmal gefaßte Pläne an dem Willen einer starr: sinnigen Frau, die sich, verblendet, den eigenen Untergang m beraten trachtet scheitern läßt ! . . . . überdies .... liebe ich Jre Richte!" Der Baron qlnubte offenbar einen Haupttrumpf ausgespielt zu haben, denn er erwartete mit gespannter Miene die Wirkung feiner Worte ab. Als aber von Seiten Frau Angelika'S nicht einiual eine Antwort erfolgte, setzte er mit mehr Höflichkeit wie eben hinzu: ,.Jch will Ihnen nochinals Bedenkzeit geben, denn ich habe ja kein Herz von Stein in der Brust aber in drei Tagen werde ich wieder kommen und mir von Ihnen Bescheid holen dann jedoch sollen Sie in mir einen unerbittlichen Gläubiger finden !" Sie mürdin sich nnr vergeblich bcmühen, mein Herr, denn sobald mein Gatte zurückkehrt, wird er unverzüglich Alles von mir erfahren. ..." Der Baron erhob sich und griff nach Hut und Stock und dabei machte er eine Bewegung mit Hand und Schulter, welche die Worte: Ganz wie Sie wolleu" offenbar ersetzen sollte. Laut sagte er: Ich hoffe von Ihrer itlugheit ganz bestimmt, daß Sie nicht so thöricht handeln und unser Geheimniß Ihrem Gatten verrathen werden .... mir selbst kann cs schlicßlicü ganz einerlei sein und ich würde mich vielleicht auch klüger sofort an Jh.ren Gatten gewendet haben, wenn nicht ein Gefühl dcö Mitleids mich davon abgehalten hätte. . . . Ihr Gatte wird viel? leicht eher bereit sein, rernüuftig mit mir zn unterhandeln er a!S Mann wird wissen, daß ein Geständnift. durch wclcbcs seine Frau in seinen Augen sich zu in Minderen schwer comromiitirt, nicht daS Eingreifen der Staatsanwaltschaft verhüten kann'." Nochmals ironisch sich verbeugend, schritt er dem Ausging zu. Fran Angelika starrte ihm mit erlöscheuem Blicke nach. Die zuversichtliche Haltung, welche sie eben noch zur Schau getragen, war rersch wunden und k,attc der gräßlichsten, hossttungHlofetten Verzweiflung in ihrem Innern dlumu ge? geben. 0. Völlig übermannt von dem in iürcr Brust tobenden Schicksalssturme. überhörte Fran Angelika daS Eintreten ihrer Nichte, die mit einem milden, cnge'glei? chen Lächeln um die Lippen, das wunderfam kontrastirtc mit den roZhgkwcinten, schönen Augen, plötzlich vor ihr stand. Du....DÜ bist es, Dora mur? mcitp Angelika mit dumpfer Stimme. Ganz leise und sanft cntgcgnete Dora: Liebe gute Tante, ich war soeben, ganz gegen meinen Willen, Zeuge Deiner Untcrreonng mit jenem Manne, ich habe Alles gehört und, glaube, Dir sagen zu dürfen,, daß cs das Beste sür Dich tin wird, wenn Du Dich seinem Willen fügst." - Wie," schrie Angelika ans. Du iveißt Alles, und wiNst, dass ich Dich ihm opfere? Ich siehe Dich auf MkinenKnisen an, mir zn ccf.atzen' Dich ui retten, meine ie Tante. ' ' Aber Du hassest ja den Baren, mein nd!" ' 3 ' : ;Jch hasse und verachte ihn; m meiuem Herzen ist und bleibt er der ab scheu: lichste aller Menschen . ... . .aber dennoch .. . .für Dich ist mir selbst 'daS Opfer. seine Gattist zn werden, nicht zu groß. : , ' ' kkung folgt.) , i t ü 't , t ' - . ' ! ,E i n U n g a r, der f e h r g ebrechen dystsch sprachließ sich Maß zu einem neuen 3!ocke richmen, wünschte jedoch die Knöpfe, nicht nach ungarischer Mode,, dicht ' ancinandcrgesetzt zu haben. Er sagte daher zum Schneider, indem er auf die betreffende Stelle hindeutete: Machen Sie Nock nicht mit Knopp, Knopp. ümh : sonfcrn Knop. wart a bisl, Knopp wart' a blöl.f , . , ' ',NÄ,,d t lt t lich esSti l lsch e U g eit.;; Was fttgten .Sie? iö.ii Ich habe jetzt nichts gesagt. A.: Na, dann sprechen Sie in Zukunft deutlicher.

- 'TfT'rVTT

U göttliche Lleöe. Herr Schmidt hat eine Tochter. Herr Müller einen Sohn, Herr Fischer stiftet Ehen Für mäß'ge Provision. ' r t i Herr Müller gibt Zehntausend, Herr Schmidt das Gleiche nach. Dürft' ich's wohl arrangircn? Herr Fischer eifrig sprach. Herr Müller sagt am Sonntag, Herr Schmidt am Mcntög: je, Am Dienstag Müller junior Die Jungsrau Schmidt besah. ' ' Am Mittwoch war Verlobung ; Herr Fischer bracht' beim Schmau) Der Göttlichkeit der Liebe Ein Hoch in Versen us. H. Fri y. Tiefsinnige Gedanken deö Studio sus aterhuber. Besitzer von mehreren Millionen sein, halte ich nicht eben sür ein gar px großes Glück. Wer wäre wchl im Stande, sotche Unsummen zn rerstudi ren ? Ein schöner Sonnenaufgang ist' gewiß ein höchst erhebender AnbliÄ. Man kann aber doch nicht jede Nacht bn zum hellen Morgen durchkneipen l Neidlos 'ujz der Mensch sein. Ich kann zum Beispiel ohne jede neidisch? Regung Jemanden die Universität Verlassen und , in Staatsdienste treten sehen! Schneider und Schuster sind doch wahrhaftig nützliche Menschenkinder. Ich begreife daher durchaus nicht, wes' halb dieselben nicht fo gestellt werden, daß sie Einen nicht zn mahnen brau, chen! Das ganze menschliche Leben gleicht einem Glase Vier. Es wird allmaiig immer leerer! D e r r e v u b l i k a n i s ch e D i ch ter und Schanspicldirccto? Iltisse Barbiert war der Kämpfe um Jlion, d. h. des stillen Aergcrs. daß König Humbert noch immer vom Quirinal aus über ein geknechtetes Italien herrschte, müde ge-. worden und war, mir seiner Gesellschaft über den, Occaii zu den freien Völkern Siidamerikas gesegelt. Auf seiner Od's see hatte ihm dc3 Glück gdächelt. Bmnen kurzem hatte er für seinen TZnl 300,000 Francs verdient, ein Zcichzn dah seine Stücke, in deren jedem titsi Mindesten ein Dutzcitd Leichen den BM , den bedecken, dem südamerikauifchcn VfA, schmack ebenso zusagen, wie dixa di Stiergefechte. Ulisse Varbieri mt im Begriff, nach seiner lcidcrnoch ;u::cr!. monarchistischen Hcimalh zurück;'.:kch:en und sich daselbst in aller AbJcschiedenheit und Muße auf das Verfertigen er Blut-Dramcn ?.u werfen, als er vor cinigen Tagen auf offener Straße in Vu? uoö AireI überfallen und feiner kcstbaren goldenen Uhr (ein Geschenk seine? Verehrer), so:vie cilles Por:escuille? mit mehreren Tausend Francs beraubt wnJb? Die Polizei konnte die schnell entflohtnen Räuber nicht entdecken. Anderen Tages brachten die Blätter von BncnoS Aires die Nachricht von dem räuberischen Ucberfall auf Utissc Varbicri, und da geschah denn daS Unerhörte: in der Nedac-

tion der Patria Jtalkana" wurde von einem Unbekannten ein Packet abgegeben, ,1 das 0 Wunder ! die sämmtlichen KM? barkeitcu Varbieri's enthielt. In mm beiliegenden Brief stand geschritten: , Die Räuber, die die Znsönlichleit des ; bei Nacht und Nebel llcberfallcnm nicht ":r kannten, könnten es weder mit Ehre ncch .f.: Gewissen vereinigen, das Eigttchum ei neö Dichters zu behalten, der ein' in Süd-Amerika mit großem Erfolg auZge- D führtks, dl.i Dikbstahl verherrlichendes ,! Stück 1 dun!lac!ri" tdie guten Diebe) geschrieben habe! Tief ßerLhrt,-BnterI'H7 legte darauf der revolutionäre Dichtkr

ln dericldeu Lcedactton eine gröiMe Geldsumme, die den guten Dieben" als

Trinkgeld zur Verfügung, stehen "soll, j falls sie rö abHolm wollen. , ' Als im Jahre WM ein --f der ersten fahrenden Posten, die zwischen j Leipzig und Nürnberg des Verkehr mit! ein sollte, eingerichtet wurde, führte I die Leipziger Kaufmannschaft nach knr, -.s; zcm Bcstetzen über dieselbe' bei der schfischen Regierung Beschwerde, weil die j Passagier llatiten, vtu darbcy Kicht,;:g allcin so lüderliche Wagen, sondern auch D zu öfteren Malen versessene und ntüchs-H, tige PostillonS darben wären, :uchI welche die Passagiers verwahrloset nv : H umgeschmissen würden. Insonderheit sey es am sogenannten Hungerberge , bey (3aat welcher um Mitternacht p.:ssirt , würde, gefährlich, indem an tm WayeM keine Laternen wären." Dötsns . expüAM derte der seiteS der ö!egicrungz!:?, ÄnS?M kunft veranlaßte Ober?PostmcHcrKees,M wie, es denn -allerdings auf. besaara Hnngcrbergr sehr gefährlich wäre wtnn aber die Passagiers nicht uingcschinjsienM seyn 'wollten, so möchten sie U-b!eS?HM Stelle aufsteigen und ey her VtbmK Lichter und Laternen .könnten d Po H stillonS nicht allzeit bey sich führen l" Noch angenehmer wurde die Benutzung, dieser Post, als der Pachtcr..deS. WileD gutes Grubnktz lediglich,, zu feZnentLeF'M gnügen die dorr auf der Fahrstraße, or-HW chandene Brücke eingehen und äuhrnzM

Wege verschiedene große ,oQ)cr, graden ließ. Die Postillone, die hierdurch in 'ihrem Foriko'mmciZ anf'ö Empsindlichfte geschädigt wären, beschwerten sich !h:cD über, erhielten aber kein Gehör, in?! mebr mitsammt ihren .Pasiaaierc:: von ben Pächtersleuten ZottsjämmcrllHvZ cl. ' , ;.: r r-i u e der rasch e d N n H a roendnnn. Willst Du reich fp?$ ... . . i . . ,J ' . int?, das tjt ,a nverzchamk von Dir, kaum daß Du Deine ganze Bratwurst verzehrt hast, gleich Deinem Brüderchen noch die Hälfte , rauben zu wollen. Mer L'apa, der Lehrer 'hat uns ncch heute Vor,ni:tag in der Schule gesagt: Wer zuerst fertig ist, hilft dem Indern.,, Falscher Verdacht.' Weiln, das so fortgeht, JoZ:nn?rd: ich &t entlassen müssen; tc3 Trinke:: scheint Ihnen zur zireitcn Uc:t'.:r ger; ;:j den zu sein Nee, gnädiger ()crr, 1:2 is Eie immer r.fir: crsch:: ,:tur wesen.

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