Indiana Tribüne, Volume 13, Number 121, Indianapolis, Marion County, 19 January 1890 — Page 3

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fcilgisl. NMätt ton Georg HSckee. (4. Fortsetzung.) Hastig schnellte Arno in die Höhe und dmsaßte mit dem einen Arm den Oberkörxer Werners, um ihn zu stützen. Um Himmels willen, was ist Dir, Bruder!" rief er, wirklich entfetzt. Ein Aechzcn entrang sich pfeifend den bläulich angelaufenen Lippen des.llnglücklichen. Mein.... alter. . . . Anfall schnell. . . . das Mittel.. . . daS Schächtelchen .... in meiner. . . . rechten ... .Arusttasche Drei Krystall körnchen um G.otteswillen nicht mehr wein.... Glas... voll .... Wasser ....sofort .. Bruder ich.... Die Stimme Werners brach. Ein fürchterlicher Krampf bemächtigte sich dessen ganzen Leibes. Alle feine Muskeln schienen m heftig zuckende Bewegung zuxgcrathm, während die Augen halb geöffnet mit entsetzlich verglastem Ausdrucke blieben. Furchtbar erschrocken beeilte sich Arno, den kaum mehr verstandlich gewesenen Anordnungen des Heimgekehrten nachzukommen. Er griff in dessen rechte Brusttazche und zog wirklich em neine 3 metallenes Schächtelchen hervor, dessen Decfel f fflrrtfmw i I Asm itfrt svr uv viu uiu uv Ujtuuvvii iuuqiv. v. , ' Jl . . sarbloes, grobkörniges Krystallpulver schimmerte ihm entaeaen. Er befann schimmerte ihm entgegen. Er bemnn sich auf die Weisung deS tn furchtbarem auf dem Soxha sich Windenden, zählte hastig drei Körnchen des Pulvers ab und warf sie in ein Glas voll Wasser. Schau mcnd vergingen alsbald die Krustalle'und tosten sich im. Wasser auf. Behutsam näherte Arno das Glas den Lippen des Nnglücklichen, aber er mußte Gewalt anenden, um dieselben zum Ocfsnen zwin? gen zu können, . . . Einige furchtbare bange Minuten gingen, nachdem der völlig Bewußtlose den Inhalt des Glases gewaltsam einbekommen, hatte. Dann schlug Werner mit einem Male bie Augen auf. Er schloß dieselben sofort wlcder und blieb wohl eine Ä:ertel stunde lang wie schlafend auf dem Sofa i La,,w? Jws schüttelnd mit über der Brust gekreuzten Armen vor ihm stand und sich die Ursache, - sowie den furchtbar heftigen, krampfähnlichen Anfall, des scheinbar fo rcbusten, Lrästigen Mannes nicht zu erklären vermochte. Eine angstvolle Spannung lag auf seinen Gesichtszügen ausgeprägt. Aber sie schien weniger liebevoller Besorgiß um den Zustand des Bruders, als der Ilnczst entsprossen zu fein, eines berrächtlichen Vortheils-, dessen sichere ErZangung er sich innerlich schon zurecht gelegt, noch im letzten entschcidendin Augenblicke verlustig zu gehen. Aber da schlug Werner schon zum zweiten Male die Augen wieder auf und zugleich richtete er sich aus seiner liegen- . denStellung auf. Armer Bruder," begaun er mit schwacher Stimme, während ein wehmüthiges Lächeln seine Lippen umzuckte, Du hastDich gewiß geängstigt wegen dieses Anfalles, der mich vorhin so tückisch überfallen hat; habe Dank, daß Du meiner Weifung unverzüglich nachgekommen bist, denn sonst verweilte ich vielleicht nicht mehr unter der. Lebenden . , . Du solltest Dich schonen und fetzt nicht mehr sprechen,Bruder. mahnte - ' ' . ' - . I Bewahre, ich fühle mich wieder ganz roohl und bin nun auf einige Tae vor meinem Todfeinde so ziemlich ncher", Widersprach Werner, während er sich lächelnd in die Sofaecke zurücklehnke. Wenn ich Dich um ein Glas Wein ersuchen dürfte." Begierig trank er den ihm schweigend rsn Arno aercichtcn Wein aus. Ich bin Dir eine Erklärung schuldig, lieber Bruder bezann er alsdann. .Die tief 'seelische Erschütterung, welche die Er;äh, lung meines vergangenen Glückes über Mich gebracht, hat mir den Anfall zugezogen. Ich leide öfters cn solchen KrampfzuMden, die eine Folge des in den n?eircn sumpsigen Urwäldern Amerikas herrschenden sogenannten verderblichen Fiebers sind, und ich suhle e auch, daß ich cinft einem solchen Anfall erliegen erde. . . . " Armer Bruder, fo solltest Du nicht sprechen Werner fuhr mit trübem Lächeln sich mit der flachen Rechten über die Stirn, Psb. Wie Gott will!" sagte er, ,Mein Leben enthLtt nur noch einen 'einzigen heilen Herzenswunsch ist dieser mir erfüllt, dann will ich gerne schlafen gebe, denn ich bin des LebenS herzlich zZberdräjsig tna hatte die kleine Metallschachte! zur Had genommen, welche ersorhin aus der Arusttasche des Bnkdcrs gezogen und spielt achtlos mit derselben. Werner folgte seinen Bewegnngen mit dem Bück und nickte bann dem Bruder gutmüthig z. Weißt Du auch, deh Du das fürchr iterlichfte Gift, tt4 eriftirt, ebett in DelMU Händen haltst?" fragte Werner dann. Arno schaute ihn üöerrafcht an. Wie zneinst Du dies ?" fragte er, das Sch5chtelche öffnend. ' - .ES ist Pfeilgift, erklärte der Brm bec, öder wie man es in den Steppe Amerika'S nennt: Woorari.-. Diese farblosen Crvstalle wirken, in ganz geringen Dosen eingenommen, heilend bei evilevtischen Krämpfen, wie ich ihn eben erlitten .... sie gelten alA eiz!g wirkfames Gegengift für Strychnin in übermäßigen Dosen eingenommen .aber todten sie sofort ... und ein Hegenmittel ist bis jetzt noch nicht gefunden worden!". . . . Mtfttzlich! stammelte Arno, inen scheuen Blick auf das unschuldig dareinschauende, iu Wahrheit aber fo furchrvar und vernichtend wirkende Crystallgebilds Versend. ,Du mutzt ungeheuer sorgsam mit diesem, einem zweischneidigen Schwert ähnelnden Heilmittel versahxtnl" ' ' " ' Unbesorgt! .... sonst fühle ich eS immer rechtzeitig voraus, wenn ein Anfall mich bedroht, und kann mir den Heiltrane selbst mischen . . i ."nur!, die große Aufregung verursachte einen außergewöhnlich heftigen Anfall, der indessen Dank Deiner , thatbereiten Hilfe glücklich

überwunden und von mir beinahe schon vergessen ist " Er ergriff daS inzwischen von Arno kvikder vollgeschcnkte Glas und erhob es lächelnd. Stoßen wir an, Bruderherz!" sagte er dann. Den Manen der Vergangenheit !.... Arno stieß in lärmender Herzlichkeit mit ihm an, aber er war offenbar fchon, wieder nicht recht bei der Sache. Wah: send sein Bruder das. ihm hinüber ge? reichte Mctallschächtclchen mit dem furcht: baren Gifte vorsichtig in seiner Vcusttafche barg, starrte 'er mit gar seltsam verschlossenem GcsichtZauZdrucke vor sich nieder. Es war, als ob ilm fein besseres .Selbst dazu antreiben wollte, ein erlösen, deZ, den Bruder aus banger Ungewißheit reißendes Wort zu sprechen. Aber offenbar verhinderte ihn die nüchterne, kalte und fclbstsächtige Erwägung, welch ein Hauptmerkmal seines verschlossenen Eharakters bildete, wiederum an dieser Aussprach?. Wie um gewaltsam niederzudälnmern, wm fein Innerstes bewegte, wendete er sich endlich an Werner: Arme? Ärnder. Dir ist ein herbes Geschick beschicken worden!" sagte er in unsicher klingendem Tsue. Nicht um die. furchtbaren Schickfalsschlagc, die bei Himmel über Dich verhängt, zwingen mich zu tiefem Mitgefühl auch du verheerende Krankheit, welche an Deinem

Lebcnsmarke zehrt aber gleichviel ! . . i t .r v v v rr,, fhlf Tu Ttlimi( trr? f.inti c. - - -' ; jboMt Du auch noch!. . und a cainn schließlich die Hauptsache ist .... drüben in der neuen Heimath ist es Dir ja ver: hältsmäßig gut gegangen. Alles Uebrig wird sich nun. wie ich hasse, leicht um befriedigend dazu finden ! Hoffen wir es," entgegmte Wermr, fchwermüthiz lächelnd. Wenn Du annimmst, daß es mirdrüben in dertcuen Heimath gut ergangen ist. so hast Du ja insosern, als es mir durch ernstes, unablässiges Streben und Ringen gelungen ist, ein Vermögen, das man hier z Lande wohl schon ein beträchtliches ncnnen muß, zu gewinnen. Recht.... aber das kalte, ledlcse Metall genügt mir nicht. Auf kncines Lebelks Wende ste; hend und das bange, immer mehr in X"."Vr r w 0ieslchl im Herzen, da meines Da,ns meiner Brust zur Gewißheit erstarkende C7nniHttlAin i-Kjtt t?i oTt lhn VviiitiuU)lit 0 vittiv vtti ich mich wach einem Herzen, das mit verlangender und gewährender Liebe an int? hängt. ... ich brauche Dir wohl nicht zu sagen, liebe? Bruder, welches Herz ich meine ...Ach, wenn Angellka nachlebn .... Denn, wenn sie lebt, dann ist sie mir treu geblieben. . . .treu, wie lauteres Gold! Welch' ein glücklicher Mensch sann ich dann an meines Lebens Abeud noch erden!" Er sah den glcißnerisch, fast tückisch n. nennenden Blick nicht, der eben rn zelnes Nrnd.r? Qt'.ifttn mtfiii.f te, .t i nr ?Ä . - , ' ' H , ) " stieß dieser in rauhklinaenvem Tone her vor. Du kannst davon überzeugt sein, daß ich Alles thun werde, was mir nur möglich ist, um Deinen Herzenswunsch zu verwirklichen, indessen... 3ch verstehe Dich es sind große Schwierigkeiten vorhanden!" kopsnickte ÄZerner. Sage nur, warum hast Du die ganze Zei: über nicht geschrieben?. nichts wäre doch natürlicher geniescn. als daß D Deiner jungen Frau, die Du doch in ängstlicher Sorge tun Dein Leben schweben wußtest, eineZeile hättest zukommen lasse, in welcher Du ihr Deine Rettung kundgabst !" Ein Aechzcn entrang sich den Lippen des Hcimgc'ehrten. b ich ihr geschrieben habe!" murmelte er mit stocken? der Stimme. Arno, kannst Du auch nur einen Augenblick daran zweifeln? ....Nicht eiamal, nein zwanzigmal schrieb ich ihr die stehendsten .und innigsten Briefe aber ich erhielt keinerlei Antwort ich wußte es nxiv nicht zu deinen, denn ich kannte meine...,. .Auge lua selbst wenn it nur gezürnt hatte, würde sie mir gegenüber nicht das Schn?eigen der Verachtung gcmabrt haden und nun, Bruder, stelle Dir die Herzensangst vor, in welcher ich ein ganzes. volles Jahr verbrachte . ich schrieb und immer wieder schrieb ich, ohne auch nur irgend ein Lebenszeichen zurückzubekommen. . . .und endlich schrieb ich den verzWeiflltngSoollsten, fchnfuchtsdnrchhauchtesten Brief, dessen ich nur fähig roar Ich drohte ihr. der Heißgeliebten, mein Leben pt beenden, wenn sie sich nicht erweichen ließe und mir. dem beimathlosen Flüchtli:?, wenigstcus schreibe, daß sie mir vergehen habe Dieser Brief .aber. Vru'der ... dieser Brief aber ist " Er unterbrach sich mit lautem Aufttöbnen, während er beide Hände sr sciu Angesicht fchluq Ein kik'r.'H Stillschweigen trat ein. Mit erilkiicher Spannung schaute Zlrno aui iz'illeu Vruder, aber in seinem harten, verlebten Gesicht war nichts von symvathischer Theilnahme mehr zu bemerken. Jch bitte Dich, denke an Dein Leiden nd errege Dich nicht von Neuem so febrl" brach er endlich über die Lippen. Sa(f , Werner, was ist's .mit ienem Briefe? . Lch bekam ihn als unbestellbar zurikf ! murmelte der Heimgekebrte, wahrend trostlc'se Verzweiflung roiede? über sein geistvolles, männlich schönes Anaesicht haschte. ,Mit ungeschickter Hand hatte der Postbote den Vermerk daraus gesetzt: Zurück.' weil Adressatin und die Mutter unbekannt wohin, verzogen sind ..." Und ist dieser Brief noch in Deinem Besitz? frug Arno. Sein Bruder nickte. Gleich den anderen Briefen, welche Angelika mir frühe? in den Tagen unseres Glückes geschrieben, bewahre ich ihn' zu ewigem Undenken auf!" Und roürdest Du mir ihn wohl zur Verfügung stellen? . .. . Vielleicht das? er mich !n meinen ?iachforschungen nach der Verschwundenen unterstützt ? " r Statt jeder Antwort holte Werner sein Portefeuille hervor, dnrchsnchte kurze Zeit' dessen Inhalt und überreichte dann den! Bruder einen alten, vergilbten, mit vielen Stempeln und Leitoennerken verfehetten noch unerossneten Brief. Wie-, derum aber sah er den kurzen trinmphirenden Blick nicht, der iu Arnos Augen ausflammte, sondern, daS Haupt halb in der einen aufgestützten Hand verbergend, versank er in nachdenkliche, wehmüthige j.'JiIii'iii. 1"' .. :i:.-!-:,.V;.' :: :!!!! : !-..;::! imlerik!llciug.

Wieder herrschte iiefes, drückendes Stillschweigen in dem Gemache. ' Ach, was habe ich damals alles gethan, um den Aufenthaltsort der Verschwundenen auszukundschaften ! stammelte Werner dann plötzlich wieder. pJch ließ es mich viel kosten. . . .aber ich mußte ja immer vorsichtig michzurückhalten, da ich andernfalls Gefahr lief, entdeckt und nach Deutschland aüsaelie-

fert zu werden. . . . Alle meine Erkund! gungen blieben indessen vergeblich .... Llngellra muß es geruoe varaus angelegt haben, mir aus den Augen zu entschwin, den.... sie blieb mit ihrer Mutter unausflndbar. . Ein nnoermerkliches, fast höhnisches Lächeln umkräuselte flüchtig Arno's Lippen. Jch begreife eS Das thut weh!" sagte er dann, den Bruder mit lauerndem Blicke messend. Dieser achtete nicht darauf. Ja, eö that weh!" murmelte er mit zuckenden Li?p:n. ltannst Du nun begreifen, Bruderherz, daß ich mich in meinem schmerz grollend zurückzog von Niemand mehr in der alten Heimath etwas wissen mochte ach, in meinem Schmerze verfluchte ich sogar alles Göttliche in der Menfchenbrust ich haßte damals die Menschen s, intensiv, daß ich keinem mehr in die Augen sehen konnte. Deshalb auch zog ich mich zurück in die tiefsten Einöden deS Urwaldes. Dort lebte ich jahrelang, die Gefahren, in denen ich tagtäglich schwebte, bildeten gar bald mein unentbehrliches Lebenselement. Kurzum, dort iu der tiefsten Wildniß wurde ich nicht nnr völlig abgehärtet und unempsiudlich für jede Gefahr, sondern fand auch die Akuhe meines Herzens wieder. Der ferne Westen, der gerade damalS machtig ausblühte, wurde meine zweite Heimath. Vor Jahresfrist etwa verkaufte ich meinen Besitz und machte Alles zu Gelv. Die langqcwohnte THStigkeit, die nun mi einem Mal aufgehört hatte, begann "mir bald ni fehlen. Die alten Gedanken, die ich längst veraessen wähnte, stiegen nuu wieder in mir auf vergeblich bUeb cS, gegen sie anznkäm pfen wieder und immer wieder kehrten tt von Neuen, mit immer erhöhter Hef tigkeit zurück und nahmen stürmend mein armes Herz gefangen. xx seufzte t:ef auf. Ach, Bruder, wenn Du wanteit. wenn Du mir nachfühlen könntest, was ich wiederum in den vielen schlaflosen vcachten habe durchletden und durchleben müssen! Immer wieder erschien mir die holdiclige Gejtalt Angellkas und schaute mc!i mir lbren slitten, treuen Auaen wehmäthiz an. Da faßte mich ein quälvoller Schmerz, dem ich nicht zu widerstehen verinvchte eine fast krankhafte Sehnfucht überkam mich ich hatte ja längst jeden Zusammenhang mit dieser meiner alken Heunath verloren ich wußte ja nicht, ob Tu uoch lebtest, ob Anaellka aus dieser Welt noch wellte! Aber dennoch rüstete ich mich ohne lanaes Besinnen :nir genügenden Creditbricfen aus, jetzte irnch auf den .nachten Etscnbahnzug, durchquerte dann die ganzen Der. rcaten von Nord-Ainerkka bts nach NeW ??ork und erreichte dort eben noch den lallkgcn Dampfer, der Mtch nach Europa brachte. . . .und uun bin ,ch hter. Vruder, eutfcülosscn und gewillt nicht eher zu eichen und zn wanken, bts ich Angelika wiedergesehen..., ihr wenigjtens cliimal noch in die Augen geschaut . . . oder . . . wenn es des Himmels ' rf i oqtcr GiGTununa ernmat ai o i t . . . an ihrem Grab gestanden habe. . . .an dem Grabe znglelck) memer Hoffnungen, mei neS LebensalückeS ' . . . . Du mußt die Sache nicht so traaisch auffassen . . . junge Mädchen wechseln gar ost ihre Gesinnungen :lu versetzteArno nach kurgein vcachftnnen. Jene Angclit.i von Walden wird Dich für todt e,ehalten haben es war ihr autes Recht. ich habe Dich nämlich damals für tröt erklären Waffen, um rn den Besitz des Erbes zu gelangen es mag recht Zerzios klingen, llcöer Bruder, aber." Ich begreife Deine Handlungsweise sehr wohl und billige dieselbe durchaus!" kntgegnete Werner abwehrend. Du haudeltest nach Fug und 3!echt! sprechen wir nicht mehr darüber!.... wenn ich nur mühte, wohin sich Augelika gewendet hat .... vielleicht, das; es Dir gelingt. Äruder, die nöthigen Handhaden zu bekommen und erfolgreich nachzuforschen ich selbst muß mich ja leider in der Verborgenheit Zurückhalten und znthätig Andere für mich wirken lassen! " Fa. das mußt Du thun. Werner. . . schon um Deiner felbst wNlen! hastete Zlrno. Die Strafthat ist noch nicht zerjährt. . ..und wenn ich diese auch mit n Augen eines liebenden Bruders ansehe. . . .Die Gesetze und deren Hüter sind kedcufalls ganz anderer Meinung!" Ja Ja stieß der Heimgckehrts muh hervor. Also. Du willst irnr bcistehen. Bruder. . . .Du willst mein treuer Verbündeter fein .... mir helfen uhd . . Du kannst Dich darauf verlassen .. owlfz , , Nun, dann komm mit mir in znein H ots i . . . . Dn m u t es sch o gesch e h e lassen, daß ich Dich mit den nöthigen Geldmitteln ausstatte, Liebster In den Augen des Äarons leuchtete eS begehrlich'auf. Je nun, ich will Dein brüderlichtö Anerbieten nkcht gerade zurückweiseu, wenn ich auch selbst in ganz rangirten Verhältnissen lebe", sagte er leicht hin. Wcnu Du also gestattest, mache ich mich zum Ausgehen fertig. Auf das bejahende Kopfuicken feines VruderS wendete er sich nach der Thür seines Ssla'zimmers. 'Aber auf der Schwelle kehrte er sich nsch einmal um. .Apropos, lieber Bruder, icü halte es für das Beste und ich hoffe. Du wirst mir meinen Wunsch nicht übel deuten.. . wenn ich Dir vorschlage, daß nfr Beide zur besseren Wahrung Deines Jncognitos vor derWdr aus fremdem, formlichem Fuße erscheinen " Ja, ja, ich verstehe Dich.. Du magst Recht haben Also, in Anderer Gegenwart bin ich für Dich der Baren von Sencken . . . .und umgekehrt Du Mistet Brown!" Du denkst doch gleich an Alles!" neckte Werner mit wohlgefälligem Lachen. Ich hoffe, ich habe meine Herzenssache einem geschickten Anwalt anvertraut!".. In deu Attgeu Arnos zuckte es .vielfageud auf. Er wendete sich und ging ins Schlafzimmer, dessen Thür er hinter sich abschloß. 'Dann aber veränderte sich der SfrlSurf:

schnelle; derselbe wurde begehrlich ünd fast abstoßend.. . . . 's. m n n r r

Arno sank aus den nacyftZteyenden Sessel nieder, stützte diebeiden EllenboC . V.w W) rtf t A A.iViT. X gen auf oen in vti vtiuiviiuiui Tisch und, den Kopf in beiden Händen bergend, verharrte er eine lange Weile völlig unbeweglich. Fajfung.... Äezonnenyett.... und Nuhe!" murmelte er. während die ungeheure Aufregung, welcne er vts oayln gewaltsam in femcm Innern zu uuterdrukken gefucht, nun nnmer mcyr zum Durchbruch kam Arno, sei lern - ' rf"W V f g . Uiarr, jetzt, wo es ficy umues yanvelt! ....cs ist kein schlechter Streich, wenn Du in Deinem eiaenen Vortheil ban: grenzenlose Ueberraschung zu verberge: J . v - - prr und, in diese? NSÄ mannen, vern: nicht sii verrathen, daß thu fede beliebig ist, bringen kann . . . Pah, was brauche ich mir Gewissensbisse zu machen 5". Zetztt ' - . 4i r r . . . . aenheit benutzen . . . Nein, nein ' . - .L I eine::: andern direkten Schaden zu:usü gen . . . u?aZ würde cs Werner vielmehr zu ersahrcn nützen, daß daS Weib, an dem er nech mit allen Fasern seines HerzenS hängt, ihn verrathen hat . . . um eines endern willen? . . .Meiner Treu', TodcLston versetzen mütztei ,f wäre es, wenn ich ihm gar beizubringen versuchte, daß Angelika gestorben?" stü: sterte cr, von sttnem Sitze aufstehend. Aber da heißt cS, vorsichtig und bedacht, ohne zedwede uebcrzinrKUNg handeln r fegte er vor sich hin, während ein listiaeö aelu feine Kippen umzuatc . i0u lu kyv '' Ucberlcanna ! " Ck s, 'l gcl t E? machte einige Schritte, blieb dann aber wieder stehen. Und diese Auge: lika" . . . murmelte er, jetzige Frau Bankier Spind lcr . . . sie hat einen reichen Gatten und ein allerliebste, ab?r verdammt spröde und hcchnäsig thuendeS PslegclLchterchcn, das einstmals viel erben wiid ... ich habe ohnehin mit de? nied'.ichen Kleinen rech ein crtia.es Konto zu begleichen und mein Triumph würde grenzenlos sein, wenn eS mir gelänge, sie unter manen Uvlllen zu beugen sie zu zwingen, mein Weib zu werden. vi fiifir siA frtirtfrtin if dr AtnH lv7 i . . cfc.v über die Stirn. Pah. das sind "vor: läusig noch spanische Lustschlösser. . .. können noch nichts anderes sein. . . .aber ,wer leben wird, der wird auch sehen sagt ein altes Wort . . . zuerst muß ich in -Etsabruna m briilaen suchen, was Frau Bankier Spindler, die ihren ietzi gen Gatten unter ihrem Mädchennamen geheirathet hat, zn Werners Auferstehen von den Todten sagt ! .... ich glaube, sie kann zufrieden sein, wenu ich ihr diesen nicht in den Weg schicke und dadurch ihr Lcbensglück zerstöre...... solch' eine Schonung muß aber gut bezahlt werden . . . .und, meiner Treu', ich halte es mit Kaiser Vespasian das Geld riecht nicht.... eZ ist eine Macht und die Welt. . . .pah, die fragt nicht, woher es der Ventzende hat, fonocrn fte beugt ftch in fclavischer Demuth vor diesem. . . .Ich wurde zum Hallunken an nur selbst wer den, wenn ich diesen Vortheil, der mir in höchster Vcdrängniß unverhofft ins Haus Kineinaeschneit kommt, nicht voll und ganz, gleich einer überreifen Citrone, auspreisen wollte Er schnippte leicht mit den Fingern der Linken durch dle Luft. Pah, wir werden sehen . . . .wir mer den die Augen offen halten. . . .und haudeln!" schloß er mit überlegenem Lächeln sein clbftgeZprach. Er machte sich jetzt bastia :um Aus gange fertig und trat bald darauf wieder mit einem heiteren, zufriedenen Lächeln um dre Lippen ,n das Scebenzimmer zu sklnenl ungeduldlg lhn erwartenden Am er. 4. Zwei Tage spater aina etwa um du fünfte Nachmittags stunde eilfertigen Schrittes ein Voote . der Icohrpost mit Temer bekannten rothen Tasche dle Nlt terstraße entlang und blieb vor einem , pause flehen, das dre Nummer 180 trug. Michttg las er daZ neben dem wett ge öffneten Thoreingaug an der Mauer angebrachte Schlld euS blznk xolirt Mefftng: Bankgeschäft von Fobert Epindler", nickte dann befriedigend mit dem Kopfe und schritt an dein ?:,r Linken vestnoltchen Umgänge zum anklokal vorüber nach dem Aufgang zum ersten Stockwer?. In weniacn Augenblicken schon hatte er die beaucme, icppichbelcgte Treppe erstiegen tu:o zog nun vie Kl:nge! an der Vorsaalthür der ersten Etage, ie ebenfalls daS Namensschild deS Bankiers mit dem Zufayc Pri?a:wzhnunZ trug. Ein schmuckes Zim?nermädchen öffnete und nahm das rosa Eeurerk aus de? Hand des Postboten entgeh . Füc Frau Angelika "Sxindler, geborene Frciin von Walden", sagte der Bete Zurz und eilte auch sc?cn wieder die Treppe hinunter. DaS Mädchen schloß die Thür und begab sich über den mit KübelpflanZen behaglich ausgestatteten, geräumigen Korridor nach dem mit reizendem Geschmack und auserlesenster Eleganz eingerichteten Boudoir ihrer noch jugendlichen Herrin, die, eben mit der Leetüre eines franzZsischen Buches, beschäftigt, bei dem, Nähern des Mädchens freundlich aufblickte und dann das Schreiben diesem aus der Haud nahm. Kopfschüttelnd betrachtete, während die Dienerin sich wieder, entfernte, die noch schone, wohl im Beginn der Vierziger stehende, aber bedeutend jünger aussehende Frau die Aufschrift des NohrvostBriefes. Daun öffnete sie das Schreiben, fchirttelte aber noch befremdeter den Kopf, als sie den kurzen Inhalt desselben üben flogen hatte, welcher lautete: Gnädige Frau! Der gehorsamst Unterfertigte wagt Sie in dringender Angelegenheit um kurz

delst!" stammelte er vor fich htn. Nacb einer Weil: hob er den Köpf und schaute mit fcheucm Blicke rings um sich. Es war ein Meisterstück ven mir, mein

Droschke schon in meu:gz:: L'cinutzn seiner Gattin . . . haha, die schn längst eines andern MsnueS Frau geworden

er uach kurzem tlUfMweiaeu rroylg hinzu, ich bin ein arme? Teufel gegen ibn m werde die mir gebotene Gele:

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ich werde zum wchlthätlgen Engel an ihm, wenn cr die Kunde nicht erfährt, die seinem weicbmüthigen Herzen den

... W9,

Unterredung zü bitten. Da eS sich um wirklich auch Ihr 'eigenstes Interesse berührende Fragen bei dieser Unterredung handeln wird, darf er wohl zuversichtlich auf die Gewährung seines Wunsches zah: !en und wird sich daher gestatten, morgen Nachmittag 3 Uhr bei Ihnen vorzusprechen. Mit dem Ausdrucke vorzüglichste, Hochachtung und Ergebenbeit Arno von Sencken. -Wiederholt überflog Angelika dies, kurze Zuschrift, ohne daß sich illdessen ihl Kopfschüttelu verloren hätte. ?i,WaS kann dieser Her? von Sencken ron mir wollen ? frug sie sich befremdet. ,,Er weiß wohl, daß ich fein Erscheine in unserm Hause nicht gern sehe. . . .mein Gott. . . .erfüllt es mich doch immer mit neuem Schmerz, wahrnehmen zrrmüssen, daß der feinem hochherzigen Bruder se a.ar rrenia äbnliSe Mann noch immel

unter dkü Lebenden eilen darf, währeni v-lpr'i7fr '' Ein sanftes, nckmuthiscZ Lächeln umfxielte ihre Lipxcn. m ferner, cin armer, hschsiniugn rner ! " flüsterte sielSdann, während tf den Brief zu? Seite legend, die Hand in dein Schoo.f zusammeu faltete und, in Erinnerung verf unken, ror sich' nieder starrte. Jttin Tag rergeht, ohne da ich Deiner gedenke; es ist eine halb Ewiakeit vergangen, seitdem unser knr: zcr, wonniger Trau::: auZgeträumt nur Du durch , des Schicksals rauhe Eewall ton mir gerissen worden bist. Aber bis zum letzten Athemzug werde ich mich lie: deud Deiner erinnern . . . . " Wieder lächelte sie tnild. Es iü kein Unrcckt. das ich an mei: nem braven, treuen Gatten begehe, wenn ich Deiner gedenke, Du verklärter Schattcn wenn ich als süße-Z, uuauSge: fprochcues und von keinem Menschen ge: ahnteS Geheimniß bewahre, wie thcuei mix uns derciuft gewesen sind. . . .min, nein eS ist kem Unrecht an meinem Gatten, daß ich die erste heilige Jugend: liebe voll und ganz Dir bewahre, daß ich hoffe und wünsche, mein Werner, Du einst wiederbegeaneu zu dürfen am lichte Ursprung aller Welt u Noch eine Weile schaute sie, in süßer, wehmuthsdurchhauchter Nückerinnerung versunken, vor sich nieder, dann glätteten ficb ihre noch immer rosigen und glatten Züge allmählich wieder und sie fuhr in der unterbrochenen Lectüre fort. Angelika Sxiudler gehörte zu den wirklich sebr bencidenSwerth glücklichen Frauen. Zwar wollte die Welt wissen das; t ihrem Gatten nur aus den drin gei'.dcn, einem Befehl gleich koinmenden Wunsch ihrer .verstorbenen Mutter die Hano gcmcht und seine Gattin. gewor den :rar. Wenn dem auch fo war, fö hatte Anaelika jedenfalls diele Nachare biakeit nicht zu bereuen gehabt, denn Stöbert Spindler war ein durchaus vornehin denkender, fein gebildeter Mann, der bedeutend älter als seine noch immel iuacndltche Gattin, mit wahrhaft fchwar merischcr Verchrnng an derselben hinc und sich unausgesetzt bestrebte, derselben das Leben so harmonisch schön wie um irgend möglich zn gestalten. Seine Ver: mögcnslage gestatte ihm dieses dnrchaus, denn er war wohl einer der capitalkräf: tigsten Bankiers der Neichshanptstadt. wenn man von den eigentlichen Geldfür: sten absah. Die Ehe Beider war zwar nicht mi Kindern gesegnet, aber sie spürten diese: Mangel wenig oder gar nicht, da Ange, lika schon in den ersten Zahren nach ih. rer Verheirathung die plötzlich völlie verwaiste Tochter von Verwandten ihrc Gatten bei sich aufgenommen und dai 5Und gleich einen eigenen erzogen hatte. Dora hatte die ihr so reichlich erwiesen, Liebe, die ihr gleichmäßig von dc:t Gat: ten entgegengebracht wurde, denn anch verdient. Sie war im Laufe der Jahr zn einer bcgthrenswerthcn, an Körpci und Geist gleich vollendet schonen junger Dame herangereift. Da sie obendreu für die einstige Erbin des Ehepaares galt, wurde sie vou Verehrern und Vewerberr um ihre Hand natürlich umschwärmt: auch Arno von Sencken, der zu den ober siächlichen Bekannten des Hauses gehorte, hatte zu den Motten gehört, du begehrlich das glänzende Licht umflattern. dabei aber höchstens sich die Flügel z verbrennen pflegen. In eingeweihter Kreisen wußte man, daj; das Ehepaa, ganz andere Absichten mit seiner Pstege tochter hatte. Der vertraute Prokurist des Bankiers, Ernst Vahl, ein hüb-. scher beginnender Dreißiger, dem ein lauterer Charakter nachgerühmt wurde und der zugleich den Vorzug besaß, aus einer ebenfalls begüterten Patrizierfannkie zu entstammen, galt als der zu-, künftige Gatte der jungen Dame; dies um so mehr, als die jungen Leute aus ihrer gegenseitigen Zuneigung durchaus keirr Hehl machten. Zn einer ofsiciellev Verlobung war es indessen noch nicht ge-. kommen, man giaubte aber allgemein, daß der zunächst erfolgende einundzwanzigste Geburtstag des liebreizenden jungen Mädchens zugleich ihr Verlodungstag sein werde. Mit einem Gesühl innerer Unbelzag lichkeit erwartete Angelika am nächsten Tage den Besuch Brno vou Senckens. ron dem sie. sich selbst wohl keine 3fo chcuschaft i: geben vermochte. Am lieb: sien hatte sie den Besuch des ihr durch ans unsympachischen Menschen abgewiesen. Aber sie konnte dies nicht gut, ohne gegen daS einfachste Gebot der Höflichkeit zu verstoßen, und so beschloß sie denn, das Unveimeidliche mit Würde, zu tra: gen. Keine böse'Vorausahnung dessen, was die nächsten Stunden ihr unfehlbat bringen mußten, trübten ihren glücklich heiteren Sinn. Pünktlich um 3 Uhr Nachmittagö sprach Arno vor. Er war tadellos gekleidet und ver: beugte sich bei seinem Eintritt in der, Salon tief vor der Herrin des Hauses. Ein befriedigendes Lächeln umspielte seine Lippen, als er wahrnahm, daß ?lngelika ihn allein empfangen hatte .... geflissentlich schien er deren übermäßig kühlen Gegengrust zu ignorireu. Sie haben mich zu sprechen gewünscht in dringlicher Angelegenheit, wie Sie mir schrieben." begann die Dame sofort daS Gespräch, nachdem auf eiuen'Witt von ihr Arno sich,, nikdergesassen tiiu" , Der Baron nickte mit dem Kopse. Jch muß im Voraus , bitten,' gnädige Fru, den Mann von seinem Amt unter: -: Ji 2 . .: .'"adi lll'

scheiden zu wollen sagte er in höflichem Tone, . . ; mein Auftrag wird Sie sei der überraschen.. .." Angelika sah ihn geringschätzig an. .Kommen wir zur Sache, weun's beliebt icb wüßte wirklich nicht, wag Sie mir sollcberraschendes mitzutheilen haben käunten. . . Ein flüchtiges, boshaftes Lächeln umsäumte,' um sofort wieder zu verschwinden, die Lippen des Barons. Sind wir allein, gnädige Frau kann uns Niemand belauschen ?...." Angelika sah ihn hoheitsvoll an und sagte, während sie sich zugleich halb von ihrem Sitze erhob: Ich wüßte nicht, Herr Baron, was Sie mir Geheimes mitzutheilen haben könnten. . . .gestatten Sie, daß ich meine Nichte herbeirufe." Pardon, meine Gnädige, daß ich Ihnen widerspreche!" sicl Arno ein, sich ebenfalls von seinem Sitze hastig crhebend. Aber so angenehm mir sonst auch die Gegenwatt Ihre? Fräulein Nichte sein würde, in Ihrem eigenen Interesse

il-jfr-jüisiiiiii! UH!!'Äib!,,"!lk,!iiO'!G!,A,,, i: ilcsc !, muß ich Sie um eine Unterredung unter vier Augen bitten." Die Ihnen zu gewahren ich wirklich nicht die mindeste Lust verspüre, Herr Baron." Bitte, meine Gnädige, bleiben Sie," hastete Arno wieder, ihr hafb den Weg vertretend, als Angelika Miene machte. mit stolz erhobenem Haupte das Gemach zu verlassen, denn ich stehe im Auftrag Ihres einzig rechtmäßigen Gatten, meines Bruders Werner, vor Ihnen, der nicht todt ist, wie Sie vielleicht glauben, sondern eben von New Port kommt, um seine ihm in London angetraute Gattiu zu reclamiren!" Die Wirkung feiner Worteauf Auge, lika war eine furchtbare. Sie starrte zuerst deu Sprechenden eine Weile wie geistesabwesend an, dann aber ging plötziich ein heftiges Zittern durch ihre schlanke, ebenmäßig geformte Gestalt, sie preßte die Linke gegen das stürmisch pochende Herz nnd starrte mit entgeistertem Blick auf Arno. Ilm Jesu willen .... Sie wissen murmelte sie. Dann warf sie einen scheuen Blick nach den Tbüren und athmcte erleichtert auf, als sie dieselben geschloffen sah. Sencken lachte spöttisch dazu, verharrte aber in abwartendem Sö)weigen. Wieder verging eine Weile in lautlosem, drückendem Schweigen. Dann schauerte Angelika, wie aus eiuem Traum zur rauheu Wirklichkeit zurückerwachend, bang zujammcn. Werner lebt er ist nicht todt. ..." murmelte sie verstört. So ist es. gnädige Frau cr kehrt soeben nach Europa zurück und wird in spätestens achtTagen in Äerlin sein mich hat er durch einen Brief, der niich felbst in nicht geringes Erstaunen versetzt hat, da ich ja nicht anders wußte, als daß er bei der damaligen nnlicbsamcn Kataztrophc ertrunken fei von feine? Rückkehr benachrichtigt zugleich aber hat er mich und ich gestehe, daß diese Eröffnung mich noch luehr frappirt hak, als die bloße Kunde von feiner Auscrstehung in Kenntniß davon gefetzt, daß er sich unter höchst romantischen Um-, standeu vor Jahr und Tag mit unserer damaligen schönen Gutsnachbarin. . . . Fraulein Angelika von Walden " Ich beschwöre Sie. sprechen Sie nicht so laut!" haftete Angelika, nach dem heftig schmerzenden Herzen greifend, zum Tode erschrocken. Wieder zuckte ein graufameS, verstecktcs Lächeln um Arnos Lippen. Jn London in einer kleinen Vorstadtkirchc, die cr mir ebenfalls namhaft gemacht, hat trauen heimlich trauen lassen ....!" Mein Gott mein Gott ! wie ist es möglich Die Todten stehen auf murmelte Angelika fassungs los Sie können sich meine Ueberraschnng denken, gnädige Frau", fuhr der Baron unbarmherzig fort. Ich erinnere mich noch mit Vergnügen Ihrer Hochzeit mit Bankier Spindlcr. . . . Sie gelobten diesem Herrn damals als Angelika von Walden eheliche Treue Sie verlaus bartcn nichts davon, daß Sie bereits von meinem Bruder den Namen nach Recht und Fug entlehnt hatten und damals war mein armer Bruder noch nicht für todt erklart Sie waren vor Goit und der Welt sein rechtmäßig angetrautes Weib und heirathen doch einen anderen Mann. . . . Ich bin untröstlich. Ihnen sagen zu müssen, daß die? nach dem Gesetze, das in dieser Hinsicht sehr strenge Ansichten hat, ein Verbrechen ist, welches mitAuchthauS bestraft wird." Halten Sie ein.' wenu Sie mich nicht wahnsinnig machen wollen! stauimelke die Unglückliche, ron Neuem an allen Gliedern zitternd und das Angesicht mit den Händen verbergend. Fast bewußtlos sank sie auf den nächsten Stuhl nie der und verharrte eine lange Weile regungslos auf diesem Dann aber schien ein Entschluß siezn beseelen. Sie erhob sich, die Hände vom Angesicht sinken lassend, mit einem Male und trat hastig auf Arno zu. der sie inzwischen mit überlegenem, hämischem Lächeln beobachtet hatte. Wer gii'öt Ilznen daS Nechk, in einer ,olchen inelr als dreisten Art und Weise ,.'ir zn ipiechcn. Herr Baron?" frug t mit verglich nach Festigkeit ringender Stiinme. " w-et Auftrag meines theuren Bnü ders, gnäsige gran," lautete die kaliblütige Antwort. Und wenn ich Ihnen nun den Vorvurf in daS Angesicht schleudere ...... .'s ist Alles Lug und Trug, was Sie da sagen, mein Herr. . . . Werner v. Scnckcn lst nicht von den Todten auferstanden. . . mich hät mit oiesem überhaupt niemals :in Band in der von Ihnen gedachten ölrt verknüpft. ... 1 bei den letzten Worteu zitterte ihre Stimme ein wenig ,was würden Sie alsdann zu entgegnen sagen?" (Fortsetzung folgt.) Ein f a ch e s M i t t el: Wenn ir jetzt in'S Hotel kommen, ' so wollen ir darauf bedacht sein, daß man's nicht zleiH tnerkt, daß wir Neuvermählte sind - nicht wahr, Eduard? 'Ganz recht Liebchen da, trag' 'mal meinen Stock ind Schirm!" . , (Singet streich er M a n n in fader Gesellschaft gleicht einem schwedischen Zündholz ohne Neibsläche. '

Man weiß, welch eine Nolle in der ursprünglichen Conception . . des Darwinismus die Bererbung der m wordenen Eigenschaften spielt. Cs war dieser Punkt von Darwin bereits mit der außerordentlichen Wahrheitötiebe und Offenheit, die diesen großen Forscher kennzeichnete, als nicht ganz zweifellos hingestellt worden, und es ehrt die An, Hänger feiner Lehre, daß sie zum größeren Theile wenigstens immer wieder mit der Frage des Experiments vor diesen Gegenstand traten. Eine enU scheidende Wendung nahm die Sache im Jahre 1833 durch den Vortrag des Professors August Weißmann in der deutschen Naturforscherverfammlung jenes Jahres. Hierin stellte er eine Reihe von Thatsachen fest, in denen sich erworbene Eigenschaften nicht vererbt hätten, und fand bei , schärferer Untersuchung von Fallen, die bisher als Beweise für die Vererbung erworbener Eigenschaften angeführt worden, daß in Wirklichkeit keine Vererbung erworbener Eigenschaften, sondern zufällige, angeborene Ansmalien vorgelegen hätten. Seitdem hat Weißmann den Gegenstand wiederholt behandelt und unlerfucht, unter Anderem auch vopulär in einem Auffatz, der in der Deutschen Nundschau" erschien. Blieb somit die allgenmue Theorie der Vererbung erworbener Eigen

schasten anwerft zwelselyast, so xt duze Vererbung für das Specialgebiet her Verletzungen durch die neuesten Untersuchnugen Weißmauns in entschiede:, negativem Sinne beantwortet worden. Hierüber hat Weißmann eine bedeutungs volle Broschüre unter dem Titel liebe? die Hpxothese einer Vererbung von Verletzungen" erfcheinen lasten. Er berichtet darin von einem interessanten Erperiment, das er unteruommen, um bk Frage aufzuklären. Er fchmtt nämlich weißen Mäufen den Schwanz ab und züchtete sie durch fünf Generationen hindurch. Obwohl nun die Verstümmelung stets an beiden Eltern vorgenommen wurde, wies doch keines der erzielten 849 Jungen einen auch nur etwas gekürzten Schwanz auf. Professor Wcißmann hält dieses Zeugniß für genügend, um eine Vererbung von Verletzungen volls kommen zu verwerfen, wenn er auch zugibt, daß die Frage, ob eine Vererbung von erworbenen Eigenfchaften überhaupt möglich sei oder nicht, noch nicht ganz entschieden ist. Jedenfalls hat es der Darwinismus Herrn Weißmann zu verdanken, daß er von einem zweifelhafte? Beweisstücke gereinigt worden ist. In: Jahre 1 studirtcn in Utrecht vier junge Edelleute, Hans Georg Freiherr von Bonneburg, Karl Philipp von Hanstein, Ludwig August Freiherr von Vorrneburg und Valouin Friedrich von Vof;, welche dort manche fröhliche Stunde mit einander verleb! haben mögen. Vielleicht in ciucr solchen faßten sie den Entschluß, sich nicht zu vorheirathen, oder wenigstens nicht vor der Zeit w die Netze der Liebe zu fallen und die Sklavenketten deö Ehestandes möglichst von sich fernzuhalten. Zur Bekräftigung stellten sie einen Büudmpnef anf, den sie sowie drei Zeugen untere schrieben. Die erklärten hier, daß dn Ehestand so vielen beschwerlichen Zu fäl? len" unterworfen sei, daß ein junger Mensch, fo zu freien sich gelüsten lässet, vorher billig sich wohl bedenken Ukch gknau erwägen sollte, ob es besser wäre, für einige kleine Ergshlichkeiten seine Freiheit einem schwachen Weibs zu opfern und sich die Bande der Ehe n t z r ... ... r.rr... o w--ccu öivps iöjiiru lullet, ii tci ni vier Exemplaren ausgestellten Urkunde waren aber auch Strafen vorgesehen für Diejenigen, welche doch das Joch der Ehe dem süßen Junggefettenstand vors ziehen sollten. Der Heirath skandidat mußte nämlich jedem der noch ledigen Verbündeten eine Flinte zum Preise von wenigstens 3 2 Reich Zthalern und einen guten Jagdhund geben ; dafür mußten sie aber der Hschzeitsfeier beiwohnen. Zar mehret en Erhaltung der Freundschaft unter den vier jungen Edelleuten bestimmten sie ferner, daß, wenn später d er Weg des Einen ihn in die Nähe seines Freundes führe, er denselben, sofern er Kenntniß von dessen Aufenthalt habe und der Abweg nicht mehr als drei Mei len betrage, zu besuHen rerpflichttt sei; ckhäte er das nicht, so mäßte er "tem Freunde Mi Pistolen im Werthe ron 10 bis 12 Ncichöthalern senden. Und wie hat sich das weitere Schicksal dieser freiheitsdürstendcn Jünglinge gestaltet? Sie sind thatsächlich lediz geblieben u?ch als JunggesteLm im Militärdienst m stolben. , Als im Jahre 1813 in Preußen ein hukv Völkerfrühling be gann, wurden die verbündeten Äofak, die Söhne des Don und der Wolga, tauf ihren zottigen kleinen Pferden trotz ihreÄ zigeunerhaften Aufputzes anfangs mit . .-! r r großer Äzegelziening aig WkUlommme Bundesgenossen empfangen. Diese Ve geisterung legte sich aber merklich, als die neuen Bnndessgenoffen hinsichtlich der Güter in Küche und Keller sehr kommu nistifche Grundsätze zur Geltung brache ten. Diese Um- und Mißstimmung fand denn auch bald in öffentlichen Blätttru Ausdruck; dah dieselben aber bei Leibe nicht allzu kräftig aussielcn, dafür sorgte der Zensor, der damals noch die-Redak-tionen ärgerte. Ja, als eine BerlmN Zeitung nach Ankunft der Kosaken eine Beschreibung derselben gab, worin eShieß: Sie reiten auf kleinen, unaniebnÜcken Nierden". strich der T,fstu '.nf Mann dcö Stifts dle beiden Beiwcnec kleinen, unansehnlichen", um das gute Verhältniß Zwischen Preußen nud NM 'land nicht zn stören, und so las denn dS Publikum mit großer Verwunderung des anderen TaeS Äe geistreiche Mittheilung: ,Dte Köfaken reiten auf Piers deu" -Apotheker ( u rn V.nuer): .Da kann ich Euch n?chtF VeffenS empfehlen, als "den Tottor Mülltt'fchW Gefundheitsthee der hilft Euch gsnz gewiß!" Bauer: So, i5 der vv Doctor Müller dann her. damit. Der Doktor Müller sauft nix Schlecht l Die h 5 cb ste Scüw ä r m e r c i. A.: Liebst Du Deine Braut auch ? B UeberfchwZnglich Z Unsere Sympathie ist s rü. kafe. tamn meine ititntit WBmiä nur erzählt, wie sie früher,, an Sahn " v - . - - r schmerzen litt, ich immer eine gesch Backe bekomme! " " ''Vf'? f 0 I' 4 C

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