Indiana Tribüne, Volume 13, Number 107, Indianapolis, Marion County, 5 January 1890 — Page 9

Ftm Lose von Seuk. Einer euroxäZschen Familie, welche int Souimer dieses Jahres längere Zeit auf Korea weilte und sich auch vorübergehend in Seul, der Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Korea aufhielt, ward bei dieser Gelegenheit die seltene Aus zeichnung zu theil, oaselbst von dem Könige und derKönigin in besonderer Audienz 'empfangen zu werden. Ein Mitglied dieser Familie erzahlt unter änderm: In Seul haben wir eine sehr angenehm Zeit verlebt und hatten Gelegenheit, auf Diners beim chinesischen Residenten und besonders auf Gesell, schasten, welche, unsre liebenswürdigen Wirthe gaben, viele interessante Bekanntschasten zu machen. Am 18. Mai hatte die ganze Familie beim Könige und der Königin von Korea eine Audienz. Vor den Thoren des Palaste'S angekommen, kam ihr ein Beamter 'entgegen. Frau und Kinder wurden durch das linke Seitenthor, der Ehemann aber durch das vom Haupteingang rechts gelegene ZUx geführt. . Nachdem ich, (o erzählt dieser in dem Tagebuch, '.durch verschiedene kleine Thore gekommen war, die durch koreanische Soldaten bewacht wurden, wovon einige sich als sisksrte uns anschlössen, wurde ich in ein modern eingerichtetes Wohnzimmer ge führt, woselbst nach und nach vermiedene höhere Beamte eintrafen und mir mittheilten, der König würde mich in circa einer halben Stunde empfangen. Thee, Kuchen und Cigarren wurden serviert und natürlich eine Mengte Fragen an mich gestellt. Bald traf ich auch meine Frau vnd Kinder wieder. Dann kam plötzlich ein Koreaner angelsÄfen, um zu melden, daß der König Jmdii feine Kappe auffetze, und einige Mnuten danach wurde ich , durch verschiedene Zwischenhöfe zum

König geleitet. .'.K' 32Mc"i2f lÄWK freu mm,jfk. XmwäMm CIDamm A C Jm $ nvui luauu uiuuu, m u iiiui uuut i 7 fr, '..:rx r: Z hinVrn f bmtkremem klemm, mit nner europalschen Decke geschmückten Tlsch. I Unter dieser Decke schaute daS Ende einer ch seitwärts ginz dann gegenüberstand, trat dann auf den kleinen Tisch zu und, mich abermals verbeugend, blieb ich vor demselben stehen. Der König war sehr liebenswürdig, erkunFrau und ich dem oniae Königin mitgebracht hatten. Der König sprach sein . Freude aus, daß sein Land i i..ta : sc.. Um, issiwi rfi-:: sc . i:..3ci ö'!. V .fxa V "i dann lebhaft nach unserem deutschen Ka;l . . ' . i.., cr-.,ii. ci I er, und unserem urZlen Blsmarck. Ich glaubte, dem Könige dabei versichern zu können, daß man in Berlin wohl großen Werth auf gute Handelsbeziehungen mit Korea lege, und daß man überhaupt dem Lande ein angelegentliches Interesse entttgenzubringen scheine. Nach etwa einer Viertelstunde entließ mich dann Se. Majestät. Darauf ward ich zu dem ca'. grieulen Nch em:ge weitere eamle zn uns . welche uusere Fuhrung übernahmen. Nachdem ich verschiedene Höse und kleine 0 Bäumen begrenzte Anhöhen passirt hatte,' gelangte lch an emen hübschen, Kr? ricn Zierli welchem vom Ufer eine länger führte. Auf dem oberen Balkon sah ich zu meiner Ueberrafchung meine Frau und eme Kinder stehen. Ich stieg ,u ihnen binauf. Meine , n. . . .ra '.b?ü'd'g'Cmxaz.m " t ' -L.AL . . Königin gehabt hatte, und erzählte mir n 11 1 :ii 11 nr inur 1 ii i i w iinn w zu 11 1 i r ttt i t nun darüber folgendes: ' Zwei Höfe durchschreitend, gelangten wir an daS ganz offene Sommerhaus der Königin. Am Fuße der in etwa 8 sehr. hohen Stufen ansteigenden Treppen sa hin wir schon die Majestäten, sowie den 3 k . . ; r : . ' mSSs: t 1 !t.t-r- 1 . aw ... während hinter den Herrschästen schöne c i:;T x,7. foresnischc Wandschirme standen. Mit den Kindern die Treppe erklimmend, ver beugten wir-uns alle und schritten aus den König und die Königin zu. Die etetroaS kränklich aussehende, weiß ae schminkte Königin trug eine kurze gelbicioene lloat irno einen langen grünen Rock. Auf dem Kopse lag ein schöner Goldschmuck, emer Eidechse ähnlich, und durch das im Nacken dick aufgesteckte kohl; schwarze Haar war ein Pfeil von söge nanntem Jadeflone (Nephrit) gesteckt. Kf Xl Jt V V Atm b nuci. ju irni , viiujcii vui Sebrachten Ehatelaine mit Uhr.' trug sie cli (SAh,, rntf fcfrf ffrtrssnc "r "r . V rmge. Der Koma war m Gala-die - . . m mit in Gsld gestickten Drache und der schiVrzen Hofmütze nebst Flügeln. Glnchzs ttua der junge Kronprinz, nur wär der AtlaS pflaumensarbig. umgeben war die Königin von einer . "r 1 e PT. .ti ' 'i ' rti ll!M tt f rtftttfrr lf' - V'V"""" ,v,"m'T; bun?'. w"h. Jack und grünblauer u 4i,iiu Tiirni trttt" frtrtr tVr tt ttttmnf2 vf wßmm w.n . CtATn M,. ccx . iiti vui""1 hi vmuui, s.niir wirklich als enr Räthsel, w.e das Gewicht dieser Haarmasien tragm rönnen. ; x r" . . ' rechts von uns hatte ne Rnhe Eunuchen lad aenommen. wche Den hinter nnem Thürpfeiler siehenden Dolmetscher Tsong . '1 m. , rrv' r ft fl . ..t ... f. verdeckten:- Wir selbst standen ziemlich I , nac oeui tonigtiucn amf jiu uns begrüßend, erhob. Dann begann die Unterhaltung.- Die Fragen'ber Königin wurden von einem Eunuchen dem .Dol i :.r:x i cr.. i.. ; tz jl. yctfcher gesagt, welcher sie mS englische - f ; .

inesichen Stickerei hervor. EtwaS 71 ' '"

. IX. iX. I Ul U1I9 Ull l IWll WUHl.' eintretend, verbeugte ich mich, - . m , . . Zi. c- t...

soweit vor. bis ich dem Könige "ZX - tIT' 3

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aniic iiaj Reise und Gesundh

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leiährigtst Kronprinzen geMNtt kiiAMfrirVT;ft. ki. "

eieufallS verschiedene Fragen an mich v-'ZZ .rTZ streng und. sinster, tvic nn Richter, SSm: seinen Palast uä die GäZt?n i! mein?! Hu bist weit gekommen stöhnte w Familie in Auzensckein zu nehm, und ernste Mann. Wisse, mein Sobn,.je.Ii !ö vm SttiJSniSi miuhn wiird, tm und Thore erleuchtet werden. . , L)a- d5Mer,oaene Kind lat .rifc&clb in

tmZ i c ".w X-.iri v r ; a hatten buchstäblich überrascht, ZI Wir UtC? V 3 8 werden. der?angenchmen Einwlckedie Im, rechts sntwartZ. ebenfalls von Hos. genösse scher noch lange und dienerinnen umgeben, saß der Kronprinz, :gSJuWl2ii -Z. V "

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übersetzte. Der Dolmetscher war erst so Ängstlich, daß ich überhaupt nichts - ver stehen konnte. Ich sprach - deshalb in kurzen knappen Sätzen, und so kamen wir bald zum bessern Verständniß. Zuerst drehte sich die Unterhaltung Um die Gesundheit, dann sagte die Könin: Es ist zwar im Auslande nicht gute Sitte, aber wlr Koreaner fragen aus Höflichkeit nach dem Alter, und ich mußte , ihr mittheilen, wie alt die Kinder und ich seien. Die königlichen Herrschasten hatten sih inzwischen wieder gesetzt, wahrend wir natürlich stehen blieben. Die Kinder bewunderten sie sehr. Der Konig zog meinem kleinen Sohn seine gelben GlaceHandschuhe an und auS und müsirtrsich daß der Junge den Knopf an einem Handschuh abgerissen hatte. Dann stand der König auf und zeigte den bewundernden Kindern feinen Anzug, überhaupt war er ungemein vergnügt und lachte viel. Ich sinde den König männlich und gut aussehend, während die Königin etwas ungemein Freundliches und Gewinnendes in ihrem Wesen hat. Ueberdies bekundeten beide eine sehr angenehme distinguierte Art, Fragen zu stellen und zu beantworten. Den Kindern schenkte die Königin Tücher und kleine reizende, im Palast ge pickte Taschen. JedeS nahm sein Paket unter den Arm, und erhielten die Kinder dann Erlaubniß, sich im Garten die Blumen anzusehen. Die Königin amü sirte sich ü. a. höchlichst, zu sehen, wie am Fuße der Treppe meine Toqter dem Jungen den in Unordnung gerathenen Kragen und Jacke zurecht rückte. . Dann fragte die Königin nach meinen Knaben zu Hause und nach meinen Eltern. Vesonders kündigte sie sich mit großem Interesse nach dem . Deutschen Kaiser und freute sich, daß in allen Landen Frieden sei. Ich dankte ihr ergebenst für die Liebenswürdigkeit, mit welcher

wir als Deutsche am koreanischen ' Hofe te 8414 f"un'rd.. ?oM?u hottN. Die Kinber kamen dann wieder herauf, f.., ,.ns fc,v t?a: J und forderte uns nun die König! auf, den Palast und die Gärten zu besehen und ing so long and will perhaps like'to See tue pavillion.4 Damit hielt ich mich für entlassen, ab viele Male versicherte noch die Königin) Lebewohl zusagen, und den Kindern aute eit und hoffe uns bald wieder in Korea zu sehen. Wir machten darauf unsre Verbeugungen und zögen uns zurück. Der Komg ueß sich aber tStzti" siai" malS wiederholen. Als wir d e Stufen von dem Gemach ' 7."' "1! uiacgc ucac tyavc, srotn er jvuiwg -inMn M nk und die Königin noch hinaus auf die Veranda und erwiderten durch nochmallges Grüßen unsre abermaligen Verbeuzungen. Bom Vten an ver anvern zette deS Hauses sahen wir. nochmals den gesammten Hofstaat, der König kam herauS, um persönlich zu befehlen, daß man unS alles zeige. ' ' Meme Mmüle und ich beladen dann ,m 9 ,, c. tr-T.ri. rau? amaen wir vurcy emen itym des Parkes nach der kleinen Halle, worin die rt--r jr in. - w..c ia.n..( 'i zuerzi geicziiverie uvienz Illlilgezunorn hatten , J Im Mlttelzlmer, deen Front ganz Dieser ' Papierwand den Rücken keh rend, saß Ut Vicepräsident des auswärti ocn AmteS an der Smtze der Tafel, ah rend andere. Beamte, und die' Dolmetscher uu ivi,umi um sich weiter unten am Tische niederließen rÄt nie Diner uurde aui und ' Champagner, Rothwem, Rhemwem uns deutsches Bier. Nach isch erhielte wir t rt txr J' i logar aee nno .:zarren. sayren derüTaset hatte: derKöm unS ?'seinj eigene, g2nz in roth gekleidete . Musikbände gesandt, die verjchledene tucre aufführte. Dle , Musik? ist für .unsere m,m nex alS!meme, . . Während des Essen Während des Essens konnten wir bemerken, daß '.eö , rm - Nebenzimmer ell wurde und) der- neben mir sitzende Vice vrasident wurde unruhig und rückte auf die Seite. Den Grund hierfür enträtblelten wir bald. , denn in die Papierwand waren bereits zahllose kleine Löcher . .'.. soyrr or?en, vurey 0 man uns oec vachtett7? , j.'" . Nachdem -wir. auf daS Wobl deS KS mai getrunken und ' für die sekundliche Ausnahme gedankt hatten,- wurde ."die. Tafel ' ausgehoben.j , " Wir rüsteten , UNS bereuS zum. Gehe, als vle Komgm.'unS ,mM XS-g, -,' ix,,, '""'"""nT"!welches sie gesch ckt habe.' Die Rückwand ..z ' 'z,v n-;sr.-: iurw iiiiiiii 1 a , k. &.IE. iiiiii au&u uul i ii i k ' ""-- -""' 'Z Zt A- ' hen. hatten.. . Nach Beendigung Feuerwerks kam wieder k' Bescheid 7 der König 5schic?e unS ? Laternentrager und Soldaten zur -Beäleituna . nach Hause.' und um 9 Uhr Abends langten wir glück 1 iuj itnmw JV4ui i tu .iwmuvm l 's - .t ' ! itwUMm Citt . - . Wrn tXAftn Tagt erhielten noch allerlei Gegen, schenke von dem KönigSpaar: ! Seikenz -mQ Tücher, :.Pelze, altes Porzellan I mmf.-- f r. f . ' 9 ,-tr. . : i ... ,, ... ... , , , u. I. w. ! , , ! ntr. 1 . rrts r,T.W. . k. ' 11 1 x m ' V sw u & ab m & lll l A L. rm r M,M u i n gße Auszeichnung)' die uns zu. Theil, S &U UN die Maienäten bel?andlt Lieb e'Sz eichen. Marni U !!' !, " ...... W ' .. , (beim Abschied) : .Frau, wenn Du mir l i"x..:csi r-c cv fH4a ui(iui, ü uv vv vs on jedem Kind mit eigener Hand eittca TintenNer beifügen, damit ich weiß, daß sie sich wohl bcnnden und sich nach dem Aster sehnen j - . - .:. ; . '

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V3tn Julei e h,l. ,T soNft Vatn und Vdlttn khnul us dad d lange ledft af Ertta.' Das ist eines der zehn Gebote Gottes, OTe ynen oamil naye lreken zu woucn, n-r . . - : 1 I ctttre eö hier nur. well lch bcabsich- : ' . . vllilT T: jungen Mannes zu erzählen, der, so lan-, ge lebte, als , er die Rathschläge feiner .kS AUiL( l.I.1 I ä i- i r . t . n r . wot wpiie, w ,:aro.. weil er ttnes schonen Tages nvm gnien Gnncfi, sen nach handeln ollte. . ; , AUte. suche:, lk m dieser Mahlung weder nach der Mor). och ziehen Sie ? .M 'UßMerung .oaraui. ouicn. vsic melneil dorren einen ans deren Sinn, als nur den besten unter: i , ... ii : i : '.- t-. m icgcn, iye es aus, ais xreoigre ly ,.ocn Umsturz der . Gesellschaft; nun .alaubt . . r . t '- , , . " . "'?' aoer ore Zellen nocy mcyr gerom UT ma"?7 T, ""'s" vMlAl. I . t.ivk. vv. iUUV MUS ItilVV reißen kann. Sie, sollen also' wissen. daß zwischen meinen Zeilen nicht zu lesen, ist, erinnern Sie sich, daß meine Worte, nur.eine Auslegung zulassen, und bedenken Sie vor Allem! daß meine Punkte, Beistrich?, Verbindungsstriche P'M'hcs'n und AnlüWnäWchm k.r..... . ' " l yic unui pimiCDCstOiicii vsliioiiikns 0 l cv J. . ' . ! I Jnterpunctionslehre finoi ' Hippolyt Parian kam. an einem. Montag, am I. Januar, zur Welt, was von allem, Anfang seiner Existenz an einen Ordnungssinn vörahnen ließ, der sich bereitwillig allen' LebenSregeln fü'gcn würde. . : Seine Eltern, ehrliche Kaufleute mit relativem Bildungsgrade, machten sich iiii li ll i ii ii n i in r jruii 11 Dir i r i uii3- i i. .-.t v:-.v'tt" w:. tvit.'l sf.. .rr-fcs7i-""w resabschwF mcht , gestört hatte, daran, ihren Sohn nach den . unantastbaren Grundsätzen des Bürgerstandes zu er zkeycn. , ' - ,r '.:,'T:,:' Sobald das Kind : die ersten Schritte machte und die ersten Worte lallte, lehrte . Kaum v er Jahre alt. wußte er bereits. daß man die HaÄschuhe auf der Straße AU,a !,tl,; rfS U; k.. I r 3 7i r V t T i ' lJS h ' .Ein nicht ziöS geurtheilt .leider." - , Von diesem Tage an steckte der kleine Bazerian Ohrfeigen und Püffe ruhig ein. seine Eltern hatten Feigheit l?s. ,- ir. I VIVUitll, UllV UUlll UU lllUt XZHHU4 I orr;t - . t . " c: : f I Wieoer ipaier nwrvrin err umqcacna 1 ein hrmarktSkest abaebalttn. Auch Hippollzt eiltet mit mehreren Burschen UUi UCV VCUU4-UlCyUl VUyill. . IVUIUC ein förmliches Gelage mit Gnstenzucke?, Makronen. Pfefferkuchen! und ? Mario A .-1. V kl lilS -M..V. I netten aogeyalten. ; Der junge Ba jenen gab dabei sein ganzes Hab' und Gut, zwei blanke 'Hundert:Sous .das Resultat seiner Besuche bei Pathin und Onkeln aus ' 1 - i ' ' " . , . AIS er dermkeZrte, forderte sein Vater der Börse, gibt es aber niemals aus." ' Von diesem Augenblicke an vermied her, kleine Bazerian ängstlich sede Gele, aenbcit ixt einer Ausgabe. Seine Ellern hatten Geiz befohlen, und er hörte aus seme ältern. ' Die Jahre verstrichen. DaS Kind war in die schüle eingetreten. Anfangs r . r r t - . r ' f V gwnzre es nlcyx vesonoers ourcy sem Wissen. Später , aber, als sein Vater .r l,v ihm einen tüchtiaen, sehr gelehrten und sehr armen, alten Mann als Nepetenten nahm, begann sich Hipvolvt'S Geist zn . ck. L J f C k ? . rnrwiaein uns in seinem secyzeynxn zayre gelang es lym, einm Preis im sransnjchen Aussatz davonzutragen. Die ser rfolg wurde durch em Gala-Diner gefeiert. Als der preisgekrönte Zögling bat, den würdigen Professor, dem man diesen Trrumph verdankte, auch emzula ven, mein vle 'cuner: .. V 1 ''M M M.' m$ Nein Uebrige '.. t. 1 lhm nichts schuldig. Das entschied ein- für allemal bei Balerians Sohn. über sernDankbarknts efuhl. Seme Eltern hatten Undankärkeit.besohlen, und er hörte auf seine ... ' ' "V- ' i. ltern. Die Kindheit vergebt rasch. Hipvolvt . . stand in. einem achtlehnten .Iaw. Eines Abends überraschte ihn sein Vater - . ' ' i tit dkm.'Nledrlaen Saale, als er.eben einer hübschen Arbeiterin, die zum Ausbessern verschiedener, Sachen in'S Haus gekommeu war, eifrig den Hos machte. ' - 0 Ah.Lr: .Wo baben Sie , gelernt, tzerr?5sch err? 5. schrie er mit wüthender Stimme. erzogener ' junger . Mann rezne .anvere schslhLcdl."M,,MMT Etteuaer." Diesmal war Hippolvt uahe daran, widerspänstig zu werden,, doch er, hatte sich an Gehorsam gewöhnt... Seine Eltern hatten Einsamkeit befohlen, und er .yorre aus seine uern. "' P':' Ms : 'i -!!!,-. j ' ..i" ' ' ; etntgen Monalenz ungeschickten tzSevay renS sah , HZppolut snne Geschäfte und Angelegenheiten stetS! verworrener er den, und er holte sich bei seinen BlutSverwandten. Rath, die, ihm, ohne Zau .. .v .1... r . ..f.r 1 ... oern, zurcoeicn, jica zur injvivcni zu erklären. ;:. i- H r .;. ; ,. ,,, :l -;,; , ,M f1 -f ' , ii,,fj ,i f -g$ , Der junge Kaufmann' m dem tioch nicht jedes bessere Gefühl erftorben war sträubte sich etwas gegen dieses Ultimatum Und sprach davon von seinen Gläubigern ein Moratorium zu erlangen, um sie yollZtandtg bezahlen zu können. M . ' .D ölst verrückt," sprach Vater Daz:naa, um alle oelne, lLlaublger zu ve 4 sriedigeu, mut du mindestens zehn Jechry m.f:: r-M. ' ' -a-

- W 7?, S ftk in scinrä Wen hörte nicht er einem seiner ameraden, der lyn mit c:. ?s,r . -"" ' -p i" kinkm Faustschlaze bkdacht hatte, densel. ..! ben mit WuSrzinkm zurückaeaeb. teSfeffi

sltf- , : ,: " v WMlt. v"b ' :711 ilMa uiit. v ' v 1 . . isjr.si err ... ;a c .

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flammend roth, - und chloß sich schließ- 7 ich mit dem Schuldigen in sein Privat- s'?? ' Lampba bureau ein.. Z , . . : LlnateF??Sr,?l.t, un!

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Einundzwanzig , Jahre alt 1 geworden M i r ? - iVS übergab ihm seitt Sat daS HaelShauS ZÄWVIM weckHt SkMmMM Ki

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v- .. . tr v- w Dadurch : ist ein Kaufmann nicht ent? ehrt.' ?) Hlppolot überlegte, daß am lnde Herr Bazerian, die Erfahrung für sich habe " O uud dß daS Geld cmeS Älaudlgers tmerbin anaenebm lei. Seine Eltern m'm den Bankerott befohlen, und er hörte auf seine Eltern, ? mfl A I.:. dackten Lerr und I O Frau Bazenan, daß eö, um den Credit Sohnes wieder ollig herzustellen, ihn zu verheiZathen. - Sie Unternahmen diesbezüglich einige Schritte je ziemlich rasch eine Braut ssindideVen Geburt ebenso ,zf,shaft war wie ihre Tuaend. . Die Mitgift : aber . war klingendes, vollwiegendes Geld und als Hixpolyt am Vorabend der Hochzeit zu bemerken wagte, daß seine Zukünftige nicht danach aussehe, als empfände sie nne, ledhafte Neigung für ihn wurde er von seiner -O. ' -j. ' - Mutter böse angefahren. - Du mußt : lernen, mein ohn", sprach die imposante Matrone, .daß ein junges wohlazogenes Mädchen vor ihrer Cye uno aum eme Zeit danach ftets feyr zurückhaltend , sein muß. - Du thätest A'J'rlW'.' 4 Vlfr;. 'AitMAfl H9Ytti cttf U iv t i ijuuuiim ,rt - 'V.!.. 5?:f, m Ler junge-U)cann, der langen iNlam m . c .:. mMA ,r 1 t ' ' keit müde, hätte zwar weniqer distinguirs. te3 Wesen und. mehr hingebende Herz lichkeit vorgezogen, doch seine Eltern atten' Glelchgiltigkelt besohlen, und er Srte auf seine Eltern.,, - l Nach einer Woche Ehe entdeckte er. daß seine Frau gegen emen ihrer .?ousinS, der ,yr aus Tritt , und Schritt solgte, aar keine Zurückhaltuna kannte. Als llU6 w : m v ' azerian Loytt lch von vle er neuen s., 1; , " ; 7 " r " 7 1 v. ' " 31 . 0 .'li. cY : CCl l C eilte er u dem Baierian Vater und Piutter. :Die biederen Leute zauderten nicht, sondern drangen in den Sohn, die tzscheung sofort zu beantragen. ' L 1 Trachte ; nur, recht viele Zeugen zu ?t rÄ'MÄ?.T! ""V UJUI durchaus nicht gene gt sie dem Erst besten f. galant abmtreten. und zun El ist ibm aani recht aesckeben ! Er wollte nie aus Jemanden ; hören! Er hat t rr. - !; jein unguter gcroour." . ' V .,::- .-;!, .u fc C. CVX. f-t s T'jl. t.r r.rx sm h ,, crj"isT tp u jsui iujic nunuiuj 01c cn ictic en Nien. so schreibt ein freund dem Berl. Tageblatt." . Mem Hausarzt. wvwyfcv iifc UVlm Hii" vwleiden und bemerkte dabei, er werde mir die , Arznei, welche- sonst sehr' schlecht fih M,M M1Kiim .AM Ul M ' ' fchmeae, durch urup versüßen lassen z der? Hausdiener holte die Medizin,- vergaß tber, daS Rezept ans der Apotheks wieder l mitzubringen. - Da ich 'annabm daß : ich das Rezept ohnehin mehr tz'ch ksbnchl vch vs nicyr wnrer. war an oem o"kenorn r . r t .. fr f. , i " ge? leyr ve cyaillge ;l,en vie nl cye in 0 uniere weilen sacy ' meines PUlles stellen und' nahm bald darauf einen Löffel voll ein. DaS Zeug hatte einen höllisch 1- i.. I f r : V . ' schlechten Geschmack trotzdem pahm ic ' : ,. . x. aber knach einiger Zeit noch zwei Löffel voll und wunderte michm Stillen über die .Schlechtigkeit? der. Medizin und . t . . des Arztes, : welcher allem Anschein nach, , den Svrup absichtlich vergessen oau. jn vielen Belracymngen naym lchtte Flasche vor und bemerkte jetzt erst meinem mch geringen Schrecken nnen tnrftt,Urhf1 hrtrrt ' mf Vtr MUttiAm-ift T' evi t V f", ,lr " k i,uniuiw. uj wiuuü miuj iqicunigii I , c'- r..f...t ix- . ... , in die betreffende Apotheke, um zu ersahren, was lch eigentlich eingenommen ?att. Ich erfuhr es. auch und denke ieute ,noch mit Schaudern an den miserabkn Geschmack ; ..es, war ein. Einreich bumSmittel. für einen ganz andern Müller, der, parZon, an Fußschweiß litt; t.i- " " i a- cir . Ja Die miaf üciiminic rnznei jiano nocy unkrührt da hätte sie mein Namens-' vetdr holen lassen, so würde er. sich unzwefelhast seine Pedale mit meiner SMGiMS ftEinreibungzmitkl , tüu -In, greNenzen, welche schädlich : wirkten,? so : oaß h ,mit - dem schlechten Geschmacks l daosngekommen hin.' r Jetzt freilich bin IT. i. Ljr! JCi' c , ' t(9 sorzilynger ßgeworoen ' v . ' 'E ine K olle kt e. ' c?iner der' I , . ' nm r-rr - " Scanner von Wal ließ aeleS.eMA oer evun seines erstm EohmS, emtnzayl . Schauspiele ZeS Lyceum. 1 rtiii nv X1 on.r. na "" weit .tndvon denselben? den Schulk.dem Shakespeares DramaKön,g j auffuhren.' Du lernen Mädchen UN. Knaben lauschten atbemlos der tu n'tiiß l- :: " -T'a -' .1 " l?! ?lt T ."' tk ; , ' ? 3 ' ..... ' Ithräneiden Auges: .Das habe ich in der Echuli für den armen Koma Lear ge sammt, :, dem seine Töchter die ! Unter, kuistverweigett, Habens B , DaS S ch reck e nö k Z n d. Kanz. r. Ar . . rr ... , .. DttZleme Mtlly schleicht sich weg. kommt aberbald darauf anS dem Scblaflimmer t; .Hier, Papa, sind -alle üren, die ich finden konnte ! :..3: Kasernhosblüthe Un. uer : .Donnerwetter. waS macht tero der m für Gnne! Der Mnfch wein ja gr nicht 'mal, was ein Griff ist ; ich alaie. sogar, der hat nicht 'mal einen N,nkten Str VHI""" ! -1 , .keil,!:" .. ' S, 'ne nir.,. .,, t vioon yat? . . , .r;: ::7w f.l . ..; - , , y ?'! iDeneidenswerth. .Elise: daS ist schönt Anna, da Du einen Ge w ihtSvollzieher beirathest, da könnt Nstuch immer umsonst pfänden lassen," J-? : r'.r;;' :',!"!:!(' -füWVM Vliifj:

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Sin Likienbouquet.

0 1 vo dltze lt. Die Kriege des, ersten KaiserreicheD hatten sie ihres Mannes und ihrer drei Söhne beraubt; verzweifelt, sinnlos, begann sie, Napoleon, den sie einst ge liebt, und bewundert hatte, zu verab scheuen. Sie empfand wilden Haß gegen diesen Eroberer, diesen Menschenfresser, sie flehte zu Gott, er möge ihn stürzen und als er siel, dankte sie dem Himmel. Sie haßte Napoleon nicht nur der Ver gangenheit wegen, seinetwegen fürchtete sie die Zukunft. Sie dachte: So lange er regiert, wird er Krieg führen immer Krieg l Er wird stets neue Soldaten brauche, um Jene zu ersetzen, die er ge tödtet .hat! Er schont nicht den Sohn tt Wittwe, die Stütze der Familie, er wird mir mein letztes Kind entreißen, um cS gleich den anderen in den Tod zu jagen...."' : U Es war ihr noch ein Sohn geblieben. Sie betete den, Einzigen an, rief er iht doch alle in's Gedächtniß . zurück, die sit geliebt, verloren und beweint hatte. E, rief ihr sie nicht durch die Gestalt zurück, denn sie waren groß und stark gewesen, er aber war ungeachtet seiner zwanzig Jahre klein und schwach, nicht durch seine GesichtSzüge er glich einer Frau aber durch seine Güte, seine Zärtlichkeit, lern gefühlvolles Wesen, seinen Muth, denn auch sie waren gut, zärtlich, ge lühlooll, muthig! ; . , ;: Ja, muthig ! Das war er, sie hatte eö schon lange an ihm bemerkt. Er hattt sich wohl niemals geschlagen, allein wenn man ihm von einer Waffenthat, von einem Heldentod erzählte,dann färbte sich sein blasses Gesicht, sein sanstes Auge er, glänzte, er horchte mit sieberhafter Er: güng und' schien daS Erzählte zu erleben. Die Mutter hatte ihm die. Anmuth und dir Schwäche gegeben, der Vater die Festigkeit und die Kühnheit. Die weibliche Hülle der Einen umschloß die männ liche Seele des Anderen. Und was gab's . jetzt überhaupt, zu fürchten ! Das decimirte Europa wollte keinen Krieg, die Völker dürsteten nach Ruhe. Ludwig XVIII. hatte den Thron bestiegen ! und den Frieden verkündigt, und m allen Ländern riefen die Mütter einander zu: Es ist aus, man wird nicht mehr kämpfen, wir können unsere Söhne bei uns behalten, an ihrer Seite altern, und sie werden unseren Tod beweinen!" " Sie dachte gleich allen Müttern. 'Sie glaubte, so lange die BourbonS herrschen werden, würde, ewiger Weltfrieoe sn ; sie war zur feurigen Rovalistin gewor den, in der Hoffnung, ihren Sohn zu er, halten, und als er. sich an Geist und Körper entwickelte, bemühte sie sich, ihn zu ihrem Glauben zu bekehren. Es ließ sie stets vollenden, er widersprach ihr mcht, aber leise, ganz leise murmelte se rr 7 'rr v . " ' ...'t'-. n t en: .Mnn. attr. meme Aruoer sind für den großen Kaiser, den sie liebten, gestorben, ich will ihn lieben und achten, gleich ihnen. Dann las er im Verborgenen die Geschichte der vergangenen Jahre, sie schien ihm herrlich, großartig. ' Und so geschah sTS'daß er, der Seinen gedenkend, ihren overherrn bewundernd, zum Donapartirn wurde an der Seite seiner Mutter, t aus Verlweifluna und Furcht eine AahLngerin der BourbonS geworren ! ' Doch sie wußte nichts davon.' Er sprach ihr nur von seiner Liebe für sie, liebte sie so, wie er von ihr geliebt ward. Er wollte ihr all' die theuren Hingeschiedenen ersetzen, er umgab sie mit rührender Sorgfalt, er schmeichelte ihr, er verdarb sie. Sie erwiderte feine Zärtlichkeit, ihre Sorge wurde niemals müde, sie lebte blos für, blos . durch ihn' Sie hatte sich ihrem letzten Kinde ganz hinge, geben, ihrer einzigen Liebe und Freude. ' Frankreich leite damals wohl in Frieden mit den Nachbarstaaten, allein unter einander stritten und zankten die Franzosen ohne Unterlaß. Niemals wucherte der Zmeikampf mit solcher Wuth als! in den ersten Jahren nach der Restauration. Es wär ein Fieber, eine Epidemie, eine Raserei. " Man schlug sich in den Provinzen und in Paris wegen eines Blickes, wegen einer Geste, ganz ohne Grund, in den Feldern in den Wäldern und und nicht selten bei Nacht in den Stratzen unter einer . Lampe, mit oder ohne Zeugen. Was lag daran? Man hatte Eile, sich zu tödten. 7 ', Nach zwanzig Jahren heißer Kämpfe, nach hundert Schlachten war Frankreich außer Stande, sich zu .beruhigen, eö 'wollte den Pulverdampf einathmen, Blut sehen. Die Soldaten des neuen HerrscherS und die pensionirten Ofsizlere des alten waren , am eifrigsten bemüht, sich gegenseitig . umzubringen, , und , konnten sie einander nicht an den Leib gehen, begannen sie) mit anderen Leuten Streit, um nicht ausser Uebung zu kommen. Sehr gefährlich war es, gewisse Embleme zll nagen, gewisse Blumen, Die Lilie galt dem triumphirenden Königthum, das Veilchen dem besiegten Kaiserreiche, welches jedoch mit ungebrochenem Muthe für die Zukunft rüstet. 'Als der Lärm aUy dieser Zweikämpfe, der Paris erfüllte zu Madame Leföbvre, der Wittoe des alten EscadronsEbefs drang, befiel sie Angst.) Wenn einer diefer Duellanten, diczer Wüthenden, mit ibrem Sohne . Streit . anfangen sollte ! Wenn man ihr diesen gleich den anderen tödten würde ! ? Sie blickte nach ihm und föhlte sich beruhigt. Ihr Stöbert, so klein, so blonde mit seinen Kinderhänden ! Wer könnte so sein sein und sich mit ihm schlagen, wer den Ruhm suchen, dies barmlose Kind zu tödten ! Und dann, wo sollte der funge Mann mit diesen verderblichen Wesen zusammentreffen? Er lebte ja nicht unter ihnen, er besuchte keine Kaffeehäuser, keine Theater, keine öffentlichen Gärten, diese Brutstätten,' wo die Duellanten von Profession sich ihre Gegner, ihre Opfer suchen ! Er ging so wenig auS.Z Wäre sie reich gewesen! hätte sie ihn gar nicht von' der Seite gelassen, aber vermögenlos, sab sie sich tezwungen, ihm zu gestatten, ; bei einem Buchhändler der Rue Dauphine ! als Eorresvondent einzutreten. Jeden Morgen ging er in sein Bureau und um 7 Uhr Abends kehrte er zu seiner Mutter heim. Sie erwartete ihn zum Nachtessen, sie setzten sich zu Tische, plauderten pon den kleinen Tagesereignissen und 'Ii i.; '!.( ::":'!::.ii- ;'ii.i f' J'iiitCl-jl1,?1'!!''': i: -1Zil'ilu!!!??!"'!! W'-Ji!!i:i?'h'li: lllllllllllll'l

sandten einander Kußhändchen zu, über bieBieite des Tisches, Zuweilen kamen am Abende ein paar alte Freunde, man blieb bis 11 Uhr beisammen, das war die einzige Dsbauche. Allein sie fühlten sich glücklich, er kannte keine Wünsche, kemenEhrgeiz, er fühlte nicht denDrang feiner vollen Juaendkrast. Sie erholte sich in diesem ruhigen Leben von all' den Stürmen, sie bemühte sich, die Berganaenheit zu vergessen, um die Gegenwart , besser genießen zu können. - Eines Abendssagte der Buchhändler Robert: Sie können fortgehen, ,ch schließe heute früher, da ich für das morS'ge Fest Vorbereitungen zu treffen habe." Es war der Vorabend des 2S. August, des heiligen Ludwig, deS NamenSsesteS des Königs. Als Robert sich zu so srüher Stunde, frei sah, beschloß er, noch ein klein wenig umherzuflanireu, die Mutter erwartete ihn ja noch nicht. Er mg. bei untergehender Sönne längs der Seine, spazieren und gelangte zu den Elysäisch en Feldern. DaS Wetter wär Herrlich, die Luft lau, die Abendröthe leuchtete, der Himmel spiegelte sich im Fluß gleichwie mit goldenen Strahlen ab. Gib' doch.Acht, Ungeschickter!Ein Blumenmädchen, an dessen Korb er angerannt war, rief ihm dies zu. Er blieb erröthend stehen und erschöpfte sich in Entschuldigungen. Die hübsche Blumenhändlerin schaute ihn an und fand ihn und seine Verwirrung, mit den lebhaften Farben und den großen, blauen, erschreckten Augen entzückend. Mit fanf ter Stimme setzte sie hinzu: Werden Sie mir nichts abkaufen? Ich habe prächtige Lilien für das morgige Fest. Sie sind so hübsch, daß ich Jlynen die Blumen billig verkaufen will." Er zögerte, einen Moment, er hatte keine Vorliebe für Lilien. Die BlumenHändlerin' errieth seine Gedanken, sie beugte sich zu ihm und sagte ganz leise: Ich hin für alle Meinungen" vorgesehen, wenn Sie in meinem Korbe gut suchen, finden Sie auch Veilchen." Sein Blick belebte sich. Sie zog heimlich ein kleines-, Veilchenbouguet hervor,' schaute furchtsam um sich und reichte ihm dasselbe. Das Veilchen stand in keinem guten Rufe. .'. . Er nahm däs Sträußchen und ver.steckte es unter seinem Hemde an der Brust.' Ec wollte zahlen,' da sagte er sich plötzlich: Ich liebe die Veilchen, doch. meine Mutter liebt die Lilien, sie wird' zum .morgigen Feste welche brauche.. Er wählte ein Bouquet mit drei schonen Lilieu, ließ ihre Stengel mit einem , Faden zusammenbinden, handelte eine Weile um den Preis, und als er wezging, blickte ihm das schöne Blumenmaochen seufzend nach ! ; .Den' Lilienstrauß in der Hand, mit lächelnder '.Miene und leichtem Schritte eilte er über die Champs Elysees, welche für Leute, die in der Rüe Dauphine ein gesperrt sind, fast einer ländlichen Gegend gleichen. ' ' Der Dust der'Veilchen an seiner Bmst stieg auf und unwillkürlich gedachte er deS schönen Mädchens, dem er begegnet, des' weißen Häubchens, das sich auf ihrem schwarzen Haare wiegte des schelmischen

Röschens, der weißen Zähne,, die durch die rothen Lippen erglänzten Ein bis nun unbekannter Schauer überlief ihn. daS Blut stieg ihm zum Kopfe, das Herz hämmerte, lebhaft gegen . die Veilchen. Der, warme Augujtabend, der Sonnen5 untergaug und der Blick eines schönen em c t r , :!- " T '' ' ivcaocoens yarlen z ,vn , zum scanne otf 'AV-"'-' -:i '. " 1 lltsichi.T"". . ;.r, ,, , , ' . ZuiTi 'iwtfftnmafc .'.arbcrlii tarmm der Weise, aus seinen Traumen '.gestört. Heda, Kleines bleibe stehen! .'. ; , ' Er wandte den Kopf, um zu sehen, an '' r' " Vi"'-'2 jr :.i .'u.f', , i.'it:' wen die Worte gerichtet waren, denn' er dachte nicht,' daß sie ihm,gelten kannten. Er far ; zwei ! Männer, die, an einen Baumstamm gestützt, nach ihm schauten. Obgleich sie Civilkleider trugen, verrieth ,hr. Ausfehen, die Art, wie sie ihre Stöcke trügen ehemalige Militärs. Der Aeltere . C ' ' V. ... , - , '; .' 11 . t. II.. . J .U nef: r , .... ,vt,.. ...... .-..;, - Hast, du nicht gehört, du' Gassenjunge!" . . . . . ., :f.;':' . ' ; Robert blieb stehen und sagte mit zit ternder Stimme : ' Warum nennt Ihr mich eine Gassenjungen?" ' Weil es . eine Büberei ist, seit einer Viertelstunde, diese verfluchten Blumen in der, Hand, vor alten Soldaten zu promeniren. ' " ,' V ". . . ' . Er ergriff seinen Stock, deutete damit aus dii' Lilien und. rief in befehlendem Toni: ' Wirf sie weg!". sch will nicht." ' ;; Wirklich, du willst nicht? Ein Kind widerspricht mir! . . Wirf, sofort diese Blumen weg oder ich reiße dir die Ohren üs -i.-- r?.. ' r: ' '" -; 7 aus!" . , : . RoberWfebvre rief todtenbleich ; 1 Mein Herr, mich zieht man nicht Bei den Ohren.- " ' ' . Glaubst du?. Nun,, wir werden sehen.- ' ' - ':. , Mit diesen Worten trat er hinzu, Robert wich nicht zurück, er hielt die Blumen in der Hand, der Ofsicier, erfaßte sein Ohr und zog ' eö -bis das Blut her-, vorkam. Robert ' stieß einen Schmer? iensschrei' aus, ließ die.Blumen fallen sprang auf den Ofsicier zu und ohrfeigte ihn: Dann stellte er sich mit verschränkten Armen "' vor. seinen Gegner hin den die Ueberraschuna und der Zorn erstickten .. 1 ' jY .irt.'y und sagte m ruhigem Tone: , ; ' . 1 ! , Es ist weder ein Kind, noch ein Gassenjunge vön'donl Sie die Schlage er halten,- ich heiße Robert Lesebore üno bin bereit, Ihnen Rechenschaft zugeben." ?' ! ..Ich zähle darauf du bist 'ein Mann' du hast mich geohrfeigt, wir erden uns sofort schlagen, ich behalte: keine Ohr feige. ? Ich kenne hundert Schritte von hier eine 'ruhige Stelle, Niemand wird uns,' stören, verfluchter:! Rovalist. :,! Ich schwöre dir, du wirst morgen nicht deinem König zum Namens feste die Glückwünsche darbringen.- . a ! Er ; ein Roua'list! Doch er ehielt eS nicht der Mühe werth, den Irrthum auf-; zuklaren ! ':zu, )?- f lJch habe Sie beleidigt, ich bin bereitmich zu schlagen aber wir haben keine Waffen." äkdi. ::;M ? Du irest dich! Wir haben gute Dolche in unseren Stöcken. . ! !Du nimmst den meinigen, ich jenen meines FreimdeS. Zögerst du ? Hast du Furcht ? HD I., - Nein, ich habe keine Furcht ; gehen Sie voran, ich jolge,,MKs?' t

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Der Freund des OfsicierS suchte verge

benS, ihn zu überzeugen, daß es bche: p' ih it." n rv . rrt f ? rn, am nacynen .age inr icciycrn vci Zeugen zu schlagen, er erwähnte die Ju gend 'und' schwächliche Erscheinung deS . Gegners. '. Er ist mehr kls zwanzig Jahre alt l Ich tätte in seinem Alter schon mehrere Feldzuge mitgemacht, er schlug mich in'S Gesicht und ich will nicht, warten, mich zu rächen." Er sah sich um und' erblickte seinen Gegner rächt. Der Feige ist. entflohen!" Sie gingen zurück und bemerkten Rv iert, welcher die Veilchen, die u Boden gefallen waren, vöm Staube reinigte. Ich bin bereit, meine Herren!Er folgte ihnen auf drei Schritte Ent. fernung, ein wenig traurig beidem Gedan ken an seine Mutter, voll stolzen Muthes bei dem Gedanken -an seine Vater und seine Brüdet. Sie wären angelangt. DerPlatz war einsam und noch hell. Der Ofsicier warf den Rck zur Seite, den Hut darauf. Einstweilen hätte der jüngere Krieger die Dolche herausgezogen. Als er Robert einen in die Hand gab sagte er: Er ist leichter als ein Degen und' für Sie besser." Er sagte dicS in traurigem Tone. Der Mann, der sich so oft geschlagen, der so fürchterliche Schlachten gesehen, war bc: wegt und zitterte. Robert zitterte nicht; mit festem Griffe hatte er den Dolch erfaßt. .' ; : LöS!" ries der einzige Zeuge. Der Ofsicier hatte nicht Zeit, die ganz, liche Ungeschicklichkeit seines Gegners zu bemerken,' die . ihm sonst sicher Mitleid eingeflößt hätte. In der ersten Secunde nach Beginn deS Kampfes hatte er die Brust des jungen Mannes durchbohrt. Robert sank zu Boden, der jüngere Ofsicier eilte auf ihn -zu und der Vermundete flüsterte: Ich bin kein Royalist, ich liebe den Kaiser, wie Sie ihn liebeu. Sie werden an meinem Herzen ein Veil chenbouquet finden. Die Lilien waren für meine Mutter meine arme, süße Mütter!" ' Das Blut erstickte ibn, einen Augenblick spater starb er in den Armen der beiden Ofsiciere, die heiße Thränen vergoßen. ' Während dieser Zeit erwartete sie ihn, um ihm zuzulächeln, ihn zu -umarmen! Sie ist nich t gestorben ! Der Tod hatte den Mann und alle Sohne genommen, die Mutter wollte er nicht.' Sie lebte lange Jahre in aufrechter Haltung, mit schneeweißen Haaren, sehr bleich und stets fröstelnd. Der Schmerz ließ sie zu Eis erstarren. ' Mitleid in der Thierwelt. . Einen schönen, fast ruhrenden Zug von ! Mitleid eines , Hundes theilt' Herr von Tarade Nach ' der Erzählung des Herrn Leönce Guine in ' Paris mit. Zwei Jungen echte Pariser GaminS, warfen in der Nähe der Straße de la GrandeArche, einen - armen, alten, blinden und halbverhungerten Hund in die Seine, um ihn zu ertränken, und warfen obendrein, um ihren Zweck besser zu erreichen, . mit Steinen nach dem armen Thiere. VaS traurige schaujvle. hatte ' eine An zahl Zuschauer herveiaefvacn eben, als Herr Guine daS Fenster schlic: hin wollte, um nicht r Zeuge der em pörenden Scene sein zu müssen, in lebhafte, mit Händeklatschen verbundene Beifallsrufe ausbrachen WaS war geschehen? Herrn GuineS Hund mit Äamen ' Vaillant war. plötzlich , auf dem Schauplatz als Netter .erschienen und hatte sicI in die Fluthen gestürzt. Al er in die Nähe deS armen Verurtheilten 'gekommen war, kehrte er ihm - seinen Rücken in solcher Weise zu, daß sich derselbe in seinen langen Haaren festklam: mern . konnte 'und erreichte so mit ihm schwimmend daS Ufer. Die Jungen, welche auf ihr Vorhaben nicht, verzichteten, wollten darauf den braven Netter mit Stockschlägen d avonjaaen, a lle:n.d ie - ser wieg ihnen mit solcher Entschledenüel die Zähne, daß sie davon abließen. Nun überhäuften ihn die übrigen Zuschauer so sehr mit Lobspruchen ' und Liebkosungen, daß Herr Guine fürchtete, eS möge etwas Unangenehmes passiren und deshalb den Hund zu sich rief. Aber zum ersten Mal in seinem Leben verweigerte Vaillant . den Gehorsam 'weil er den von'ihm Geretteten nicht seinm Schicksal überlassen wollte. Erst '.Ta 2 V TLLi-.-.JL, fJT Äii:!!ä bis man ocn icqicicii nau; juuci iyuiic brachte, kehrte er von dem Schauplatz seiner 1 schönen Thut zurück, um seinem Gast' dre Ehre des Hauses zu erweisen. Ebenso .war eS nichts Anderes, als reineS Mitleid oder Mitgefühl daß jenen von Dr. BedinuS in Berlin (Zool. Garten" von 1862) beobachteten Fischreih bewog, einen weißen Storch, mit dem' er bisher in erbitterster Feindschaft gelebt hatte, plötzlich mit der ausgesucht testen Freundlichkeit, ja Liebenswürdig: keit zu behandeln, nachdem er gewahr geworden - war, daß sein unglücklicher Feind plötzlich daö Augenlicht verloren hatte.' Einige Stunden, nachdem derbenitS Erblindete noch einmal einen hestigen Angriff von Seiten seines von dem ; Ereigniß noch nicht unteneichteten Feindes zu bestehen gehabt hatte und nur durc das Dazwischentreten des Herrn BodmuS gerettet worden war, sah man de 'Reiher friedlich neben dem Storch stehen und iMilufieMÄst HeMH sein. Hatte ii der Storch seine Nahrung in . einem mit Wasser gefüllten Eimer erhalten so ermunterte ihn sein' ueüer Kamerad qmz Fressen und ließ Niemand in! die Nahe des Storches, bis dieser seine Mahlzeit vollendet hatte. Als aufpch",Mlieb''gnchthigt sah,dcn armen Blinden zu todten, bezeigte der Reiher die größte Trauer, mied sorgfältig den Platz, 0 ' er sonst an der Mite seines blinden SreundeS ! gestanden hatte, un suchte einen ! entfernten Winkel deS Gar tenS auf,um feinem Kummer nach zuhän gen. - HSIcherk. V Gro ß mü th i gs Chef :HHerr Dmrnist Müller, heut' ist mein Gebuttstag, da sihm die TabakSdosehmhaltend) niesen Sie einmal aus mein Wohl." ' Säk-H..'- t,:;:;!T:s4';;:' ,!; m . :- S t i mm t. Knabe : Vater, warum bellen denn die Hunde den Mond an?' Vater: Weil er ihnen schiefe Gepchter schneidet. :iC:-. irm: ,äZ;Tii.i.', -.-t."4- ii-ü ,y: r: 5i,.fe,?Vi ,.;,,,!! ;i:i;,:;;: ;i::!ii::;:1-

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