Indiana Tribüne, Volume 13, Number 107, Indianapolis, Marion County, 5 January 1890 — Page 3

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ISSSL PSff Pfcilgifl. Icilmt; von Georg Höcker. (2. Fortsetzung.) Das reit just die Stunde, in well Her der Tod eingetreten ist?" wendete sich Lindeniann fragend an den Arzt. Der Tod kann nicht früher erfolgt sein, aber auch nicht späte t," entgeqnete der Gefragte. .Die Leichenstarre, weiche bei diesem kräftigen Korper frühestens sieben Stuuden nach Todescintritt ringetreten fein kann, hat sich Zchon auf die untersten Gliedmaßen ausgebreitet. . . . Wir haben eben zwölf Uhr und die Starre hat mindestens sechs Stunden zu ihrer Volkendung gebraucht. ..." Dann wäre ja der Baron noch eine rolle Stunde bei dem Todten znrücksteblieben!" versetzte Lindemann kspfschüttelnd. .In einem solchen Falle hatte er doch ekvttS zu Ikneu äußern müssen, Mädchen ist Ihnen denn wenigstens etwas im Wesen deS Herrn Baron aufgefallen sah er vielleicht aufgeregt oder verstört aus?" Nanette schüttelte den Kopf. ,Jm Gegentheil er lachte sogar öfter laut auf, als ich ihm den Gang hinunterleuchtete ich wunderte mich ein wenig darüber und meinte, es sei doch ein wenig herzlos, so lustig zu lachen, unmittelbar nachdem man einen kranken Freund verlassen hat. . . . mein Himmel, hätte iÄ ahnen können, daß . . . . " Das Mädchen brach erschauernd ab. Lindemann sann einen Augenblick nach. Sagen Sie einmal," wendete er sich dann plötzlich wieder an das Zimmermäöchen. ist Ihnen vielleicht im Zimmer etwas aufgefallen?" Nicht, daß ich wüßte. . . ." entgegnete das Mädchen ebenfalls erst nach kurzem 5Zachsinnen. 'Der Herr Baron, stand überdies auf der Schwelle und versperrte mir den Einblick. ... aber es war mir, als ob ein eigenthümlich brenzlicher Geroch den Salon erfüllte. . . . ich machte den Herrn Baron auch darauf aufmcrk: fam, aber er meinte lachend, Mister Brown habe in feiner Gegenwart vor dem Anbetlegehen einige überflüssige Briefschaften im Ofen verbrannt. . . . das sei alles...." Und damit gaben Sie sich vermuth: lich zusricden?" So ist es." Das Zimmer betraten Sie dann erst heute Morgen wieder?" Jawohl." Angerührt haben Si: eute in dem: selben nichts?" Nicht das Gerinaste. . . . Herr Schurich, den wir, der Kellner und ich, sofort von unserer Entdeckung unterrichteten, schloß selbst das Zimmer hier ab." Einige weitere Fragen vermochte das Mädchen nur mangelhast oder gar nicht zu beantworten. s ist gut. . . . Sie können gehen," entschied Lindemann. Das Mädchen knirte und empfahl sich dann, erleichtert aufathmend. Jz, wir haben vorläufig unsere Pflicht gethan," versetzte Lindemann, sich zu den beiden anderen Herren wendend. Ich vergaß ganz, dem Kellner und dem Zimmermädchen zu sagen, daß ihre Aussagen protokollirt werden müssen! .... Haben Sie die Freundlichkeit, Herr Schurich, die Beiden pünktlich hclb zwei Uhr heute Nachmittag nach mein Bureau im Moabiter Justizpalast : schicken." Es wird prompt besorgt werden," versicherte Schurich mit eine? Berdeugung. Die beiden Beamten wollten sich mit ihrer Bealeituna eben entfernen, als es draußen vernehmlich an die Thür j klopfte. Auf das erstaunte Herrin! des Untersuchungsrichters trat ein hochgewachfener, mit ausgesuchter Eleganz gekleideter Herr, dessen abgelebtes, mit einem dünnen, in zwei steifgedrehte Enden auslaufendcn Schnurrbarte geziertes Gesicht einen nicht eben günstigen, unsympathischen Eindruck machte, der durch die kleinen, seltsam zusammengeknisfnen Augen noch verstärkt wurde, in das Gemach ein. Lindemann starrte ihn einige Secunden in wortloser Betroffenheit an. Dann aber richtete er sich hoch auf. Ah, Herr Baron von Senckenl sagte er dann, roährend ein fast unHeim: liches Zucken über sein ernstes Gesicht ging. Sie kommen gerade zur rechter. Stunde ich bitte Sie. . . . treten Sie näher!" .,. , Herr Lindemann. . . . Sie hier?" ruf der Eingetretene, unwillkürlich feinen Schritt züaelnd und mit fast betrossenem GcsichtSausdruck auf den Untersuchnngsrichter starrend. Aber diese vorsichtig zu nennende' Zurückhaltung währte nur einen kurzen Augenblick. In . der nächsten Secunde schon trat der Ankömmling weiter ins Zimmer, während sich unverkennbar nachhaltige Bestürzung und tiefer Schreck in seinen Mienen kundgab. Ihre Anwesenheit, Herr Lindemann, macht meine schlimmsten Befürchtungen wahr" fetzte er in unsicher klingendem Tone hinzu. So hat sich das Entsetzliche wirklich ereignet Der Unglückliche hat Hand an sich selbst gelegt?" Sie sprechen vermuthlich von Mistel Brown, dem bisherigen Inhaber dieses Zimmers?" fragte Lindemann in gemesserem Tsne, während er mit höfliche Handbewcgung den Andern einlud, Plat zu nehmen. Ja freilich ! . . . . Ich komme ahnungslos. um Mitter Vrown. einen oberiläcb- ,, Itcheu Bekannten nen mir, den ich vor ,' firm titrT,iT nrtfti nrt her !Kiri1?,iiit ' -rj: .Mr. f. . q-t' M. V . . . J J 14 i kennen gelernt, aber in dem kurzen Zeltrauu: doü schon recht lieb gewonnen habe, ' i ii ciucni. i uu i in iimiii - iulc iuil uciuuics 1 der hatten, abzuholen. Wir wollten um I I Uhr bei Treffet mit noch einigen ande ! i ren Bekanntest speisen und ich habe auch bereits unterwegs die nothigen Bestellungen gemacht Nun denken Sie sich eine Schrecken, als ich unten vomPortier auf meine Frage zuerst die ausweichcndc Antwort erhielt. Mister Brown f ,hesinde sich nicht recht wohl und rann auf mein eindringliches Befragen m : - mit teuer, stoaeuoer klimme oen vcao) satz hervorbracht höre, caß ein Unglück

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geschehen sei und Mister Brown sich ver giftet habe. Sagte daS der Portier?" fragte Lindemann, der sich gleichfalls gesetzt i!tte, einen scharfen, durchdringende Blick auf das Gesicht des Barons wersend. Der Mann muß ein seltsames lombinationstalent besitzen mir selbst ist erst vorhin bier von dem Herrn Kreisphysikns die Mittheilung geulach! worden, daß in der That ein durch Gift herbeigeführter Todesfall vorliegt!" Also doch doch!" haftete Arno von Sencken, während es blitzschnell fahl über sei Gesicht huschte. Nun soll mir Einer sagen, daß es nicht Ahnungen gibt. . . .ich erinnere mich allerdings. . . . der Portier sprach nur von einem TodeSfall. . . .aber anf welchsandere Art hätte der arme, unglückliche Mensch sich schließlich das Leben nehmen sollen?" Dann habe ich die Ehre, Ihr dornbinationstalent zu bewundern, Herr Baron," lautete die kühle Entgegnung Lindemann's, der unverwandt den ihm gegenüber Sitzenden anschaute. DieS schien Senckeu ersichtlich unangenehm zu sein, denn er rückte unbchaglich auf feinem Stuhle hin und her. Ein kurzes Stillschweigen entstand, dann erhob sich der Baron mit einem kurzen Ruck von seinem Sessel und sagte leichthin: Je nun, dann bin ich überflüssig geworden muß überhaupt um Entfchuldigung bitten dafür, daß ich die Herren in Ihrer traurigen, ernsten Amtshandlung gestört habe ...... ich !'.ibe die Ehre, mich gehsrsam zu empfehlen!" Bitte, verweilen Sie noch einen Augenblick, Herr Baron!" sagte Lindemann, hastig vom Stuhle aufstehend und, von Arno unbemerkt, dem einen Erimiualschutzmann einen Wink gebend, sich in der Nahe der Ausgangsthür aufzustellen. Ich habe einige belangreiche fragen an Sie zu richten .... ich wäre, falls nicht ein dankenswerther Zufall Sie hierher geführt, genöthugt gewesen, Sie nach dem Justizpalaste bescheiden zu lassen. . . . nun können wir ja das sicher auch Ihnen unangenehme Geschäft sofort erledigen. Ganz, wie S'e'wünschen, Herr Unrersuchungsrichler!" erwiderte- Sencken in hochmÄthia klingendem Tone, wäh?end er die Schultern mit einem Ausdruck emporzog, als ob ihm unersindlich fei, welche Auskunft man von ihm denn überhaupt verlangen könne. Haben Sie vor allen Dingen die Güte, mir zu bestätigen, ob Sie gestern Nachmittag hier in der Wohnung des Verblichenen mit diesem zusammen geroefcnsind" Sencken nickte mit dem Kopfe. Ja, wir plauderten mit einander. . . . Mister Vrown hatte eine so hübsche Art, ZU erzählen er muß schon weit in der Welt herumgekommen sein ... seiner Schilderung nach hat er sich auch Jahre hindurch im Jndianergebiet, fernab von jeder Kultur aufgehalten Die Erzählung seiner Kämpfe, der zahlreich von ihm bestandenen Abenteuer und der fürchterlichen Lebensgefahr, in der er oft geschwebt und welcher er sich zuweilen nur wie durch ein Wunder hatte entziehen können, fesselte meine Phantasie und übte einen eigenen Reiz auf meine Einbildungskraft aus. . . . kurzum, ich horte ihm sehr gern zu .... und so saßen wir auch gestern Abend noch sehr lange beisammen Mister Brown fühlte sich recht unwohl?" üvl t. Ja, allerdings .... er klagte ,chon, s ich bei ihm eintrat über Unwohl-z ln.... Der arme Mensch!.... er als fttn.... 4jcx arme Meiijaj ! . . . . er lag dort aus der Eha,selongue sein Unwohlsein stieg von Stunde zu Stunde schließlich wurde es so unerträglich, daß er stch iit's Bett legte und ich mich empsahl " Um welche Stunde begab sich bei Verblichene zur Ruhe?" Etwa zehn Minuten ehe ich weggegangen.... Mitternacht mochte wohl nahe herangekommen sein.... ich erbot mich dem ersichtlich Leidenden zur Hilfeleistung, brachte ihn selbst zu Bette und mit herzlichem Gutenachtgruß und der Versicherung, daß er heute vollständig wieder wohlauf sein werde, entließ er mich!" Es ist eigenthümlich, daß ' der Ihrer Aussage nach so sehr Leidende dennoch Lust und Kraft in sich verspürt hat, stundenlang mit Ihnen zu plaudern ! " Arno stuzte einen Augenblick und sah mit ungewissem Ausdruck anf das Geficht des Untersuchungsrichters. Ja, in der That, es war nicht ganz korrekt von mir gehandelt, den ohnehin nervös Erregten noch mehr durch die Erzählung feiner Abenteuer geistig abzuspannen. . . . indessen, es war so' hübsch und amüsant .... zudem bat er mich, zu bleiben, da er ohnehin nicht schlafen sönne .. .." Sie kannten vermuthlich Mister Brown schon früher, wenn ich recht berichtet worden bin?" Nicht doch!" entgegnete in gedehntem Tone Sencken. während c? befrem; det auf den Untersuchungsrichter schaute. Ich erklärte Ihnen ja schon vorhin, daß S eine oberflächliche Wirthshausbees n oberflächlich kanntschaft ist, welche. . . . Mister Brown war also nicht Jh: Freund. . . . Ihr vertrauter Freund? Haha! was bilden Sie sich ein, verehrter Herr Lindemann!" sagt Sencken mit gezwungen klingendem Auflachen, ein Bern über das andere fchlagend. Das Wort Freundschaft" eristirt überhaupt nicht in meinern Sprachlerikon. . . . ein Mann wie ich, der gewohnt ist, tagtäglich in der Ge sellfchast zu verkehren, ist naturgemäß sehr vorsichtig in der Wahl seines intimen Umganges.... Zudem, dieser Mister Brown war ja ein sehr amusanter und liebenswürdiger Gesellschafter ....aber dennoch hastete ihm etwas Mysteriöses, um nicht zu sagen Abenteuerlichcs an, solches eö dnrckaZ nicht raihsam erscheinen ließ, in uahcre Beziehungen zu diesem Manne zu treten für eine flüchtig vorübergehende Bekanntschaft war er ja gut genug, mein Himmel, man macht bki einem Glase Wein viele solche? Bekanntschaft ten im Leben. . . . man amüsirt sich eine Weile, geht dann auseinander. ... und wenn man ssck soäter wieder einmal bei r 1 ''.'Jt.t. ' r ...C. ls. i gcgner, ziegr man mvgi ciniutu lusy e Hut!"

Lindemann sah ihn an. ohne dckß auch nur eine M'lskcl in seinem Gesichte zuckte. Sie beharren also bei Ihrer BelianptuNg, durchaus nicht intim mit dem Verblichenen gewesen zu sein auch nicht auf dem Duzfuße mit ihm gestanden zu haben?" Wie kommen Sie mir eigentlich vor, verehrter Herr!" rief Arno, jäh zusammenzuckend, einen stechenden Blick auf sein Gegenüber werfend. Nach meiner gegebenen Erklärung ist es eigentlich eine Beleidigung." Bitte, beantworten Sie meine Frage ohne zede Umschweife. . . .schon in Ihrem eigcndsten Interesse muß ich auf eine entschiedene, guuumwundene Erklärung dringen!" Der Baron schob leicht den Stuhl, au dein er saß. zurück und erhob sich sodann brüsk von demselben. Ich muß bedauern, alsdann überhaupt keine Auskunft mehr geben zu können! . . . .Sie schlagen n:ir gegenüber einen Ton an, mein Herr Untersuchungsrichter, zu dem Sie weder unser oberflächlicher gesellschaftlicher Verkehr, den wir bisher gepflogen, noch auch irgend etwas Anderes auf der Welt berechtigt!" Bitte, ereiiern Sie sich nicht, Herr Baron", entgegnete Lindemann, der mit stoischer Gelassenheit auf seinem Sessel sitzen geblieben war und die Arme über einander gekreuzt hatte. Ich habe hier

im ?.amen des GezetzeS meine unktionen auszuüben und Sie sind gehalten, mir 9'ebc und Antwort nach meincmGutbcsinden zu stehen ! " Mit welchem Rechte haben Sie d.ejez Verlangen an mich zu stellen, wenn ich fragen darf?" rief Sencken erbittert, den seine bisherige vorsichtige Selbstöehcrrschung von Minute zu Minute mehr zu verlassen schien. Jetzt erhob sich auch Lindemann jäh und schaute ihn mit durchbohrendem Blicke an. Mit dem Rechte des Untersuchung?: richterS, HerrBaren!" sagte er kurz und schroff. Dann in den gewöhnlichen Umgangston wieder znrückncrfallend, setzte er hinzu: Ereifern wir uns nicht, reden wir klipp und klar mit einander.... bitte, Herr Baron, nehmen Sie wieder Platz!" Er setzte sich und zögernd folgte Arno seinem Beispiele. Aber ich begreife wirklich nicht ! " murmelke der Letztere von Neuem, einen unsicheren Blick auf den Untersuchungsrichtcr werfend. Bitte, beantworten Sie mir nur Ml ine Fragen!" versetzte dieser. Der Verblichene war also nicht Ihr Duzfreund?" Nein und abermals nein!" rief Arno, mit dem Fuße anf den Boden stampfend. Ich sage Ihnen nochmals, es war eine ganz oberflächliche Wirthshausöekauntschast, die überhaupt gemacht zu haben ich jetzt von ganzem Herzen bereue !...." Wie hieß Mister Vrown doch gleich mit dem Vornamen?" Sie fragen aber auch mit ermüdender Genauigkeit, Herr Lindemann", sagte Arno, die Achseln emporziehend, während ein geringschätziges Lächeln nur seine schmalen, blutlosen Lippen zuckte. Was kümmert mich der Vorname eines Manncs, mit dem ich ein paar Glas Wein zusammen getrunken habe. .. . wenn ich mich aber nicht irre, so hieß er ... . Arthur oder vielleicht auch LcwiS." Sie nannten ihn also nicht Werner ? ! " fragte Lindemann, daö letzte Wort aussalltg stark betonend Sencken stieß ein hölzern klingendes chen aus. Die Sache fängt wirklich j an. belnstigend zu werden !... Wie ko.'n-1 meu Sie acrade auf den, Namen Werner 9 Statt jeder Antwort wendete sich Lindemann an den Hotelier, der mit km Kreis phlisikuS beim Eintritt des Barons

in eine Fensternische sich zuuickon plötzlich durch eigene Hand herbeigeführhatte und von dort aus mit ersichtlicher ten Todes des Unglücklichen verstandli Spannung die Entwickelung des Ge-cher und einer Lösung näher gebracht!" sprächs verfolgt hatte. Wollen Sie i setzte er hinzu, sich mit der flachen Nech, Güte haben, Herr Schnrich, und den ; ten leicht vor die Stirn schlagend. Er Zimmerkellner herbeirufen?" war gestern nämlich in einer ganz ab Auf das Glockenziehen des Hoteliers , scheulich sentimentalen Stimmung erschien sosort der Gerufene. er erzählte mir von seiner Jugend .... Treten Sie näher!" gebot Linde- kurzum von lauter Einzelnheiten, denen mann. Ich ermähne Sie. unbceinstnßt ' ich selbstverständlich gar kein Interesse entund wahrheitsgetreu Ihre vorige Aus-! gegenbringen konnte.... und da zeigte er sage zu Wiederholen. Sie sagtcn vorhin! mir unter anderem auch ein ganzes Bündel

aus. daß der hier anwesende Herr von enaen ln vlugenvttcren, wo er unceobachtet zu sein glaubte, sich mit dem verblichcnen Mister Brown geduzt hat?" Der Kellner warf einen ängstlichen Blick auf Sencken. Dieser aber sprang wüchend von seinem Sessel empor und maß flammenden AugeS den Erbleichenden. . Sie unverschämter Mensch ! . . . . Wie dürfen Sie es wagen, eine solch infam: Lüge. . .." Bitte, bitte, Herr Baron, mäßigen Sie sich!" unterbrach ihn der Untersnchungsrichter mit einschneidender Schärfe. Haben Sie die Güte, Platz zu behalten.... und Sie", wandte er sich dann in strengem Ton an den Kellner, Sie verpflichte ich hiermit an Eidesstatt, bedingungslos die volle, gane er-" . " r tf . aufm daß Si? r? A? J? JlVt sayruetr cuszuza2en. . . . ,az macue ie ju vyft vwivviit t.tujiik. Der Kellner war bleich in: Gesicht geworden, aber die wegwerfende Behandlung, welche er von Sencken latte erlelden müssen, mochte auch sauen Trotz wachgerufen haben. Ich. habe vorhin die volle Wahrheit gesagt." entgegnete er jetzt, unverwandt den Untersuchungs-. richte? anschauend. Die Herren thaten, wenn. Sie mich nicht in der Nähe glaubten, sehr vertraut mit einander. . .'. Sie nannten sich nicht nur Du.... sondern anch bei dem Vornamen. . . .und da ist es mir weiter aufgefallen, daß der Herr Baron hier den Mister Lew '4 Brown so hatte, er sich wenigsten? selbst in's Fremdenbuch eingetragen mit Werner anredete.." , Lna.e. . . .schamlose Lüqe im$ uncrbZ'.te ' .'r!eumdnn!- knirschte Arno mit den Zähnen, während er zugleich wü: thend auf den Boden stampfte. Sie beharren also endgiltig bei Ihrer Behauptung, daß Sie durchaus nicht in näherem und 'vertrautem Verkehr, mit Mister Brown gestanden haben, der Sie berechtigt hätte, den erwähnten Vorna; men zn gebrauchen?" warf Lindemann kurz und streng ein. -,;w .Pah, es ist unter meiner Würde. Irt rtürthtT mrbrt hf im eon nril7t

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! iarauf eine Antwort zu ertheilen! entegegnet Sencken so hochfahrend, als es ; ihm nur irgend wie möglich war. Ich , bin Kavalier und wäge meine Worte kch habe soeben die nöthigen Aizgaben ' gemacht .... was solch ein erbärmlicher Lügner aussagt, das rst sur mich ohne jeglichen Werth und fo gut wie gar nicht gesprochen!" Uild ich beharre auf meiner Aussage von vorhin!" mischte sich der Kellner in's Gespräch. Ich bin kein Lügner. . . aber ich habe ein Paar gesunde Ohren ! .. .und da Mister Vrown mir anbefohlen hatte, immer, ohne anzuklopfen, wenn ich etwas hereinzubringen hatte, hier in's Zimmer zu treten, ist es mir zu wiederholten Malen möglich gewesen, zu vernehmen, wie sie sich duzten und mit ihren gegenseitigen Vornamen anre dcten." Gut, Sie können gehen!" entschied der Utttersnchungsrichter. Plötzlich aber rief er den sich znm Gehen Wendenden nochmals zurück: Um welche Zeit waren Sie gestern Abend letztmalig hier im Zimmer?" Der Kellner sann nach. Es war um dreiviertel elf Uhr sagteer dann. Ich brachte da die vierte Flasche JohanntSberger Kabinet. . ." Ist Ihnen tut Zimmer nichts aufgefallen... viclleicht ein dumpfer Geruch ooer fönst etwas V" Nicht daS ich wüßte .. . Die Fenster waren zwar geschlozsen . . . aber die us, . i.it.i r r.. ii im Zimmer ciot zeyr gut: Lindemann entließ ihn. Der Gehcimpolizist, welcher sich einer Statu gleich an derAusgaugsthürpostirt hatte, öffnete dienstbeflissen die Thür und entließ den Schwarzbefrackten. Lindemann hatte sich von seinem Platz erhoben und schritt nun einige Mal im Zimmer mit über den Rücken zusammengelegten Häudcn auf und nieder. Dann blieb er wiederum vor Sencken stehen, der mit seinem leichten Spozierstöckchen sich unmuthig auf die Stiefelspitzen schlug und meinte: Was sagen Sie nun zu der ersicktlich wahrheitsgetreuen AuSsage des Kellners?" O Hochmüthig zog Arno die Achseln in die Höhe. ' Ich kann nur nochmals entgegnen, daß es unter meiner Würde ist, irgend etwas darauf zu antworten!" stieß er rauh h-rvor. Im Uebrlgen muß ich aber wirklich bitten, dieses er: müdendc. fast einem Verhör gleichkommende Gespräch abzubrechen oder schnell zu Ende zu bringen meine Zeit ist ohnehin gemessen!" Er zog die goldene Uhr hervor und schaute flüchtig auf das Zifferblatt. ,,Mein Himmel, schon drei: viertel ein Uhr ich muß mich beeilen, um noch rechtzeitig zu Drcssel zu kom, men!" O, bitte, die Freunde werden mit bei Suppe schon noch einen Augenblick war ten," entgegnete Lindemann, während ! tin fast unyttmllches. höhnisches Lächeln um seine scst aufeinander gepreßten Lip: pen zuckle. . Sie beharren also wirklich bei Ihrer Aussage? Ich muß Ihnen aber zu bedenken geben, daß dadurch ein eigenthümliches Streiflicht auf Sie selbst geworfcn wird!" Ich wüßte nicht, inwiefern," versehte Senckeir hochfahrend, der feine Selbstbeherrschung zurückgefuudcu zu haben schien Verbrannte gestern Abend Mister Brown in Ihrer Gegenwart Papiere?" fragte Lindemann plötzlich ganz unsermittelr. Arno zuckte leicht zusammen. Nicht baß ich wüßte!" stammelte er nervös, besann sich aber, als er den forschenden Blick Lindemanns mit eigenthümlichem Ausdruck auf sich aericktet lab und sett eiaenthümlichem Ausdruck auf sich gerichtet sah und setzte n . äKz . ' ' T hastig ymzu: Hoch.... doch.... ich entsinne mich !. .. . Ach ja, das war ein ganz eigenthümliche Geschichte sogar ! . . . setzt witd mir auch das Räthsel des so zu,ammenßerunoene. . .Papiere er sagtt mir,das seien Liebesbriefe von einemMädchen an ihn gerichtet, das er über alles geliebt, und dessen plötzlicher Tod ihm sein eigenes L?bensglück verbittert und ihn überhaupt zu dem Entschluß bewogen habe, sich in den uneultioirten fernen Westen Amerikas zurückzuziehen!" Und nannte er Ihnen den Namen des von ihm so heiß geliebten Mäd chens?" Wie seltsam Sie fragen Herr Uneersuckungsrichter!" lachte Sencken kurz auf, der ersichtlich seine gute Laune wieder zurückgewonnen hatte und nun, sich leicht imFauteuil zurücklehnend,! Bein über das andere schlug. Ich weiß wirklich nicht, was rch Ihnen daraus antworten soll.... wenn ich mich aber recht besinne, nannte er den Madchens namen.... richtig, die Angebetete hieß ....Hortense...." .Wissen Sie das genau?" Ganz genau, .ich könnte es nöthigenfalls sogar beschwören natürlich, nannte er den Namen doch siber zwanzigmal!" .Sie hieß also nicht.... Angelika? fragte Lindemann zurück. Ein erneutes nervöses Zucken machte siH, um mit Blitzesschnelle wieder zu verschwinden, auf dem verlebten Angesicht des Barons geltend. Sie sind in der That humoristisch angehaucht, Herr Untersuchungsrickter," sagte er mit unnatürlich klingendem Auflachen, während er ersichtlich nach Selbstbeherrschung und Zurückgeminnung äußerer Ruhe rang. Sie glauben mir ja kein Wort! Wenn Sie Alles besser wissen, warum fragen Sie mich dann?" . . Nun, ich frage nur jo beiläufig aber, bitte, fahren Sie in Ihrer rnteresI X T:. :tf . r . ' rm.-' larncn rHuyiung sorlf. ... .. mt Airown lffl Nrown scklldert YFint V? 5.! 0!,k,s Verhältniß I I "wmw vl Wfc. Ul V Hl lVlVkf' ...cxfttiiK 1 7....if 'i l.jr m. a , boß er dsese Briefe? die doch n V?,s.,.st'r i doch immer mindestens em Menschenalter lana in seinem Besitze gewesen sein mußten) in Ihrer Gegenart verbrannte " t .Ja, d::r5bkr wunderte ich mich zuerst

auch! Aber ich sehe jetzt wie schon vorhin anaedeutet. den

19 orotn anaeoentet, ven Schlüssel zu dem Räthsel des plötzlichen TddeS des Unalücklichen. eine tiefe Melanchslie hatte ihn erfaßt, welche sich bis zur Gcistesumuachtung steigerte . . . .sein plötzliches Aufspringen und sein Verbrennen der Vliese und einer Menge anderer Papiere, deren Inhalt ich natürlich nicht kannte, in's Feuer ! Das helßt .... verbesserte sich Arno, er warf sie auf den Nost und entzündete sie alsdann ! " Natürlich, im Juli unterhält man im Ofen kein Feuer. . .daS ist selbstredend !" siel Lindemann ein. Um wieviel Uhr mag die Verbrennung ungefähr vor sich gegangen sein?" Nun, ich denke, so unzefähr um zehn Uhr. . . .es kann auch etwas später gewescn sein !" Ihr Bekannter nahm vermuthlich gewohnheitsmäßig noch einen Schlaftrunk, denn sonst würde er doch nicht noch so spät eine 'Flasche Wein bestellt haben...." Ich wollte es auch nicht zulassen.. . . aber er sagte, er müsse noch einen Tropsen trinken, denn die Kehle sei ihm wie ausgetrocknet!" Und geschah die Verbrennung der Papiere vorher oder nachher?" fragt, Lindemann scheinbar absichtslos. Vorher aber nicht doch !" verbefferte Arno sich gleich darauf, als erplötz' lich das triumphirende Aufleuchten h 5en Augen Lindemanns bemerkte. ES ist auch möglich, daß es nachher geschah . . . .mein Himmel, wer achtet auf solch Kleinigkeiten!" Herr von Sencken, ich mache Su darauf aufmerksam, daß es sich durchaus nicht um Kleinigkeiten handelt, sonder darnm, ob ein Selbstmord geschehen, oder jener unglückliche Mann dort Nebenzimmer durch fremde Hand ge, starben ist!" sagte jetzt Lindemann schari und nachdrücklich. In nervöser Hast schnellte Arno vor seinem Sessel in die Höhe und starrt, einige Sekunden lang sein Gegenübn mit verglastem Blicke an. Wie eigen: thümlich Sie sprechen...." brachte t dann mühsam hervor. Haha, es ij; köstlich! Welcher Fremde sollte siä wohl an dem Leben des Bedauernswer! then- vergriffen haben? Ich bin j der Einzige, der gestern Abend noch bv ihm weilte.... und auf mich wer-. den Sie doch wohl keinen Verdacht wen sen. . . . Haha!" , Sein Lachen klang seltsam hölzerr und unbeholfen. Der Untcrfuchungs, richte? schien aber nicht darauf zu achten. Ich mache Sie nur darauf aufmerksam, daß keine meiner Fragen als Bagatelli von Ihnen behandelt werden darf!" ver setzte er. kühl und förmlich. .Ich be, greife überhaupt nicht, warum Sie sicj gegen die Aussage des Kellners so unge, mein sperren .... ich vermuthe trotz Jh rer gegentheiligen Behauptung, daß Su mit Mr. Vrown auf sehr gutem Fuß, standen, denn je besserJhr Verhältniß z dem Verblichenen gewesen ist, desto weniger kann doch irgend ein Verdacht au! Sie fallen und auf Ihnen haften blci ben!" Auf mich kann überhaupt kein Ver dacht fallen!" versetzte Arno wieder hoch: fahrend, während ein verächtliches Lächelr um seine blutleeren, dünnen Lippen spielte. Um so besser für Sie! . . . .aber, u auf meine Bemerkung zurückzukommen. . wie würden Sie es sonst erklären, da Sie dem Verblichenen solch' ein werthvolles Geschenk gemacht haben?" Stutzig schaute der Baron ihn an. ,Mit Geschenk. . ..ich?" murmelte er, ! während er verstört den Bllck niederr c r t .-w schtug unv mecyamjcy die vunten Araoesien oes Ä0ocnlcpp:cus veriotgle. Das soll wohl eine scherzhafte Frag, sein? ich wüßte nicht, welches Geschenk ich Mister Brown hatte machen können?" Besinnen Sie sich ! ... .in Ihrem ei gensten Interesse bitte, ja beschwöre ich Sie darum, Herr Baron!" mahnte det Untersuchungsrichter in eigenthümlich erregtcm Tone. Sie müssen sich ent sin: nen, dem Verblichenen ein Geschenk gemacht zu haben, das man nur vertrauten Freunden, deren Redlichkeit man erprobt hat, macht!" Sie sprechen in für mich durchaus unverständlichen Räthseln! auf Eavalliersparole ! . . .-. ich wüßte mich nicht zu entsinnen, diesem Mister Brown überha'ipt jemals irgend ein, wenn auch noch fo kleines Geschenk gemacht zu haben." Besinnen Sie sich!" mahnte Lindemann nochmals mit furchtbarem Ernst in der Stimme. Vielleicht schenkten Sie ihm irgend eine Kostbarkeit. .,. .sagen wir eine Kette. . .eine Busennadel. . vlellelcht auch einen Nmg." Arno erblaßte. Einen Ring?" murmelte er, während ein verständnißlos Ausdruck sein Gesicht erstarren machte. Ich schwöre es Ihnen bei meiner Ehre ! es ist mir nicht im Traum eingefallen, diesem Mister Brown irgend etwas, geschweige gar einen Ring zum Geschenkt anzubieten!" 'Dann frage ich Sie, Herr Baror Arno von Sencken, wie ist dieser Ring, der des Wappen Ihres eigenen Geschlechts auf dem Steine eingegraben ent, hält, in den Besitz jenes Mister Lewis Prown gekommen, den Sie angeblich erss vor vierzehn Tagen kennen gelernt und mit dem Sie nur eine ganz oberflächlicht Bekanntschaft uuterhalten haben?" fragte lauten, zündenden " Tones . der Unter' suchungsrichter, während er hastig von seinem Stuhle aufstand und, einigt Schritte auf Arno zutretend, diesem das Juwel, welches ihm vorhin der Arzt ein gehändigt hatte, dicht vor die Augen hielt. Dieser Ring . . . . mein Himmel, dieser Ring! . . . ." murmelte Sencken vollig fassungslos und consternirt. Was soll .es mit diesem Ringe eine Bewandtniß haben? .... er hat Aehnlichleit mit meinem Wappen, allerdings. . .aber. . Aber ehe er noch ein Wort.der Rechtfertigunz hinzufügen konnte, stieß Lindemann eln'en kurzen Ausruf höchster Ueberraschung aus. Er hatte prüfend r : JE. I. ( T'l. C or. ' I r r - t . .. f , , " eben aucn die 5cnncnielte des Rinat'S k,, brachtet und auf dieser einige eing'raoirtt ! Buchstaben wahrgenommen: Ang. ihr. .gel. Wer .Wollen Sie noch leugnen. Her Baron, daß jener angebliche Mister

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Vrown Ihr todtgeglaubter Bruder j Werner war?" fragte Lindemann plötzlich mit Donnerstimme, während er den völlig bestürzt Dastehenden mit flamwendem Blicke maß. Mein Bruder Werner . . . . wie. . . . oie kommen Sie auf diesen.... seltsamen Gedanken!" murmelte Arno, der den Blick des Untersuchungsrichters nicht zu ertragen vermochte, sondern, einem ertappten Schulknaben gleich, zur Erde schaute. Mein Bruder Werner ist todt ! Sie selbst sollten wissen, daß derselbe gelegentlich eines Verbrechens, durch das er Schande auf unseren Namen gehäuft, in den Fluthen eines Flusses bei feiner tollkühnen Flucht ertrunken ist!" Ertrunken sein soll!" widersprach Lindemann mit ätzender Schärfe. Ich behaupte, daß jener Todte ja. ich bezeichne es als ganz gewieß, daß jener Verblichene dort im Nebenzimmer kein anderer ist, als Ihr todtgeglaubter Vruder Werner ! . . . . Die eingravirte Inschrift dieses Ringes bestätigt es bis zur unumstößlichen Gewißheit! . Denn was können diese Buchstaben anders bedeuten, als: Angelika ihrem geliebten Werner Ich entsinne mich jetzt cber ganz genau Angelika von Walden hieß die junge Dame, welcher ein inniges Verhältniß zu Ihrem Brudr. nachgesagt wurde ! " Einige Minuten hindurch herrschte drückendes Stillschweigen in dem Gemach. Dann stampfte mit erwachendem Trotz Arno init dem Fuß auf den Boden und maß den ihn streng Anschauenden mit einem unheimlichen und wolfsähnlichen Blick. Ich bitte, mich jetzt zu entlassen ich bin es müde, mich mit derartigen Kindereien aufziehen zu lassen!" zischte er. Nein, Herr Baron, 'Sie werden jetzt noch nicht gehen!" entgegnete Lindemann scharf. Zum letzten Mal frage ich Sie vielmehr: Wollen Sie sich nun herbeilassen, mir Ausklärung in dieser mehr als seltsamen Angelegenheit zu geben ja oder nein?!" ,, In deö Teufels Namen nein und abermals nein! wenn Sie es denn nicht anders hören wollen!" schrie Sencken in maßloser Wuth, wiederholt mit dem Fuß auf den Boden stampfend. Mäßigen Sie sich, Herr Baron!" verwies ihn in zürnendem Ton der Untersuchungörichter, während er sich in die Höhe reckte und init strafendem Blick in daS zornerglühte Angesicht schaute. Stören Sie nicht die Ruhe jenes stillen Schläfers dort im Nebenzimmer, welcher jetzt lang auf seinem letzten Lager ausge streckt liegt!" Der Arzt und der Hotelier hatten mit znnehmender Bestürzung die Entwicklung des Dramas mit angeschaut. Jetzt traten sie unwillkürlich etwas aus der Fensternische hervor und starrten mit weit aufgerissenen Augen aus den vergeblich nach Fassung ringenden Maun, der ihnen bereits das Kainszeichen der Schuld auf der Stirn zn tragen schien. Znm letzten Mal fordere ich Sie auf geben Sie mir Aufklärung, Herr Baron!" Ein haßgesättigter, trotziger Blick war Alles, waö Arno erwiderte. Nun denn, dann bleibt mir nichts Andcres übrig, als meine Pflicht zu crsüllcu!" sagte Lindemann nach kurzem, unheimlichem Stillschweigen in ernstem, nachdrücklichem Tone. Im Namen deö Gesetzes, Herr Baron Arno von Sencken ! Sie sind mein Gefangener! Ich verhafte Sie, weil Sie dringend verdächtig sind, Ihren eigenen Bruder Werner vergiftet zu haben Ein Wuthschrei entrang sich den Lippen des Barons, wahrend blitzessch?iell dessen mit dem Spazierstock bewehrte Rechte drohend in die Höhe fuhr. Das mir .Das mir ! . . . .Sie wollen mich verhaften!" knirschte er wuthschnaubend. Aber in demselben Augenblicke hatten ihn auch schon die muskulösen vier Fäuste der rasch herbeicileiiden beiden Eriminalschutzleute unschädlich gemacht. Mäßigen Sie sich, Herr Baron!" versetzte der Untersuchungörichter in drohcndem Tone. Noch ein solcher Versuch und ich lasse Sie fesseln!" Die beiden Schutzleute hatten den vergeblich sich Sträubenden auf einen Sessel niedergedrückt und verharrten nun unbeweglich, der weiteren Befehle ihres Ehefs gewärtig. Schrödter!" wandte sich dieser nach knrzczn ökachsinnen an den einen Beamten. Lassen Sie von dem Herrn Baron ab. Begeben Sie sich zum nächsten Droschken stand und schassen Sie einen geschlossenen Wagen zur Stelle ! Sie aber Herr Baron," versetzte er, während der Schutzmannging, den erhaltenen Befehl auszuführen, sich an den Verhafteten wendend, ermähne ich im eigenen Inten sse, sich in dasUnvermcidliche zu fügen. .. .Zwingen Sie mich nicht, hart gegen Sie zu verfahren!" Sie werden mir Rechenschaft geben für diesen unerhörten Schimpf !" . . . . knirschte Arno mit den Zähnen, einen Blick unversöhnlichsten Hasse auf Lindemann werfend. Es ist ein Skandal eine solch' lacherliche Anklaget" Wohl Ihnen, wenn sie Ihnen lächcrlich erjcheint! sagte Lindemann. Es steht Ihnen übrigens frei, sich wegen meiner Amtshandlung zu beschweren!" DaS werde ich auch unverzüglich thun!" Liudemann wendete sich ab und trat auf die beiveu schreckensbleich gewordenen Herren zu, die sich wiederum m die cnsternische zurückgezogen hatten. ,.Jch darf Sie wohl Beide um strengste Discrction ersuchen!" flüsterte er in leisem Tone. Es wäre mir unlieb, wenn die Geschichte jetzt scho-l an die große Glocke und dattllt tu die Zeitungen käme!" Fortsetzung folgt.) Von seiner St and pun k t. mxv'J Kennen Sie vielleicht meinen Sohn, den Studiosus Schnippet? Bemoostcs Haus: Sehr gut sogar. Herr: Run. mächt er ordentlich Fortschritte? Bemoostes Haus: Und ob? 'Neulich mich r .... . r - . ... iil! - C.r.i velnaye im )leriuiigcu vcncgi. Triftiger Grund. Karl: Papa läßt sagen, er könnte heute Abend Nicht zum Skatspielen kommen er ist . , V n.i.iv nrr i krank. Herr Atuuer: das qt rym denn? Karl? Geld. .

Ein GeschichtleU: Friedrichs de5 ttroöen.

Wenn Friedrich der Große km Stadtschlösse zu Potsdam rcsidine, p siegte er häufig Spazierritte in der Umgegend Zu unternehmen, bei denen ihn nur ein Kcit-, knecht beamtete, Beienders qcrn ritt er den Weg über die lange Brücke, welche damals nur aus Holz aufgeführt war, ' und dann rechts heruni an der Havel entlang, wo sich jetzt die LeipziZerstraße und dle große Hoffmann'sche Brauerei befinden. An Stelle der letzteren befand sich damals eine Lohgerberei, und so oft der König diesen Weg kam, fand er den Lohgerber munter bei der Arbeit. Er freute sich der regen Thattgkcit des Mannes und unterhielt sich oft mit ihm. fco rrtt Friedrich in der Frühe eines schönen Augustmoraens wieder seinen ae wohnten Weg über die Brücke und nach dem Tornow zu, und fand auch h?ute den et r Ck . n . . 4. . . . .1 . ileiß'gen oygerver runig ver oer zixoeiu Guten Morgen, Alter, rief ihm der König zu, schon wieder fo fleißig?" Ja, man muzz schon, Maiestat, wenn man so eben durchkommen will," versetzte der Lohgerber. .Jh. bei Ihm hat's doch keine Noth," sagte Friedrich, wer so wacker arbeitet. der kann's schon zu etwa bringsu." is ginge wohl aauz gut, Maieltat, wenn nur die Zmeiunddreißia nicht so diel brauchten." Die Zmklunddreißig, was meint er damit?" Der Lohgerber wies lacbend auf sein kräftiges, weißes Gebiß im Munde. Die verlangen viel, Majestät." Da hat Er recht. Izt ober ein narrifcher Einfall von Ihm mit den Zweiunddreimg. Hör Er mal, erzähl Er keinem Menschen davon, bevor Er mich nicht wiedergesehen hat. Versteht Er?" Der Lohgerber versprachs und der Konig ritt von dannen. Als dcr Konia beim Mittaastisch mit seinen Generälen und seinem Adjntanten schon manches Glas feurigen WeinS geleert hatte, sagte er: Nun will ich den Herren doch noch ein Räthsel zu losen geben," und erzählte von dc:n Einfall des Lohgerbers, nur daß er diesen nicht nannte. .Kann mir einer der Herren sagen, was der Mann damit meinte?". fragte er. Die alten Generale hätten auch wohl ohne den genossenen Wein die Losung deö Räthsels nicht gesunden, aber den jugendlichen Adjutanten ärgerte, es schwer, daß ihm dieselbe nicht ein-,, fallen wollte. 'Nun, denken die Herren ein bischen darüber nach, vielleicht können Sie es mir bei der Abend tafel sagen." .Als die Tafel aufgehoben war, beaab sich der Adjutant zur Dienerschaft und erkundigte sich auf's genaueste, roshin der König heut geritten, wen er mit stch genominen, und mit wem er unterwegs gesprachen bade. nKxx mü dem Lohgerber," versetzte dcr Reitknecht. Dann werd' cch es schon yerausorm cn," dechte dcr Adjutant und ließ flugs I ein Pferd satteln, um zur Gerberei hinzureiten. Der Lohgerber war wie ge wöhnlich bei dcr Arbeit. sg mal, Freund, ist der Koniz heute hier vorbei gekommen?" Jawohl!" Hat Er mit ihm gesprochen ?" CY Was hat er denn gesagt?" Das darf ich nicht verrathen." Das darf er nicht verrathen ? Qii, er wird doch ein Wort ntit sich reden lassen. V Mann! Seh' Er nur her," und erholte auS seiner Tasche ein blankes halrrstuck und hielt es ihm hin, kann Er ,nir jetzt vielleicht laaen, was der Koma mit 25hm gesprochen hat?" Der Lohgerber warf dem Geldstück 'einen wehmüthigen Blick zu, schüttelte jedoch den Kopf. Der KLnig hat's verboten." Jetzt gmf der "IdMant noch einmal in seine Tasche und legte noch der blanke Thaler zn dem ersten. Da konnte der Lohgerber nicht widerstehen und berichtete wortgetreu den Inhalt seine 0 Gespräches Mit dem Monarchen, vergnügt rnt der Ofsicier von dannen und tischte vti m Abendtafel dem erstaunten König die Losung als eigenste Erslndung auf. Friedrich mißtraute der Findigkeit deö Ossiciers und nahm sich vor. der Sache auf den Grund zu aehen. So fand ihn. denn der nächste Morgen wieder auf dem Weae nack der Lobacrberek. aber NtÄt o aMig wie am Tae vorher, war der Ton, mit welchem er diesmal den Handwerker y ' ' . r anredete. Kerl, Er hat sein Wort nicht gehalten ! Hatte ich Ihm nicht gestern besahlen, keine Silbe von unserem Gespräch zu erzählen?" Ja aber doch nur, ehe ich Eure Majestät nicht wiedergesehen hätte." Ei, er sieht mich ja eben erst wieder!" Nein, Majestät," versetzte der Lohgerber, ich habe Sie inzwischen fünf Mal wiedergesehen." Mit so schelmischem Blick holte der Meister die fünf blanken Geldstücke mit des Königs Bildniß hervor und hielt sie diesem entgegen. Er ist yx ein ganz verfluchter Kerl," sagte Friedrich, mm weiß ich Bescheid." Lachend ritt er von dannen. Am Abend vrovte er einem nvManten mit dem Finger und sagte : Hör' Er mal, mein Lieber, hinter Seine Schliche bin ich gekommen ; hätte Er nicht mit fremdem Kalbe gepflügt, Er hätte mein Räthsel nimmermehr erk rathen." Mißverstanden. DerSecre, tär findet eben, als er ins Bureau kommt, einen Bauern vor demselben stehen. Was wollt Ihr denn? fragt er. Schauend, antwortet der Bauer' ver legen, ich bin der Geigensieffel. Wie! k..C 1. I.. ' X liwtS. ...'V'Ttt (Vfit ,.: lim 0111 WCHHU iuWin, müi t rx cm:.x '.Z uunci ju luju.i um -uiiwiiu) ;i t" sollen! Bin schon dag'wesen, cntgcgnei l rc scjuuci, uv uui tuu iuvvui , l t . . rft . ' r , Cff y.. V k .... (UA...v. ....X fällst ta i.fui iinff ca oer fr za mi nnnne:.ea j vrr juu . . . . A W , Pt.jlW y.,,. T fl ..?) 7rt f rtnVi t f 1 rf der Bauer eifriq und deutet aus das iii:uuui. 'Xju - ii44 t luvt SZ,ffiVt nrt V 'Tf-ur fl)JAt Tl w . v Ms w . - 1 k s nn f f nl" . Richter: Der Angeklagte Ibestreitet, in der Nacht ruhestorenden LZrm verursacht zu haben!" Zeuge (Nacht Wächter): Aber i bitt' die Herrn wie l hätt' 1 denn sonst wach werd n könne. '"9,4

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