Indiana Tribüne, Volume 13, Number 101, Indianapolis, Marion County, 29 December 1889 — Page 4

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SonntagS-NuSgabe. Office, 120 Ost MaMk Otu Pantomimisch. E rinner gen andenBesuch der Pariser Weltus stell F. Von granzlSka ZffoZfi. Vor &i Tagen war ich in einer $ro keren Gemlschaft. : .Wo frnb Sie in diesem Som'mor geicejent fragte MSN, Mlörlich in Paris?" J&mx drei Monate," erwiderte ich. J T g,, , Es Kellte sich heraus, da Zle.Anwe- ' senden acht oder rierzehn Tage, höchstens ' doch drei, vier Wochen dvct waren,' : e ' Im . :

Zettle orci consic nanven $ig vu. -v Fast den ganzen Abend wuschte man Erinnerungen n die Wettausstellunz , aus. Einige roaren ent.Ä:ckt, Andere enttäuscht gewesen, ManchLchatten'mehr, " Einige roenlger erwartet, mit das denn ' sogeht, Alle aber wußten 'und scheinbar ' absichtslos, mit ihrer Kenntniß 'der ' französischen Sxrache ?,uzprahlen. Erst 7:,.-al3 ich behauptete, matt könne französisch 7; lesen und verstehen, ach sogar leidlich' i frechen und dsch gerade durch die elliäg- ? Zlchsten Dinge in Verlegenheit kommen, , rückten Mehrere mit der Sprache heraus e?und Zährten kleine Beispiele an. Eine jung: Frau gestand ganz ehrlich, daß sie, noch dazu in Begleitung ihres Mannes, Dir keine Gelegenheit gehabt, '?hr Schulsranzöfisch zu verwerthen. Das Hotel, in. dem sie abgestiegen, weöde fast nur von Deutschen besucht, dieBchienung ! sei deutsch gewesen, und mehr v?ze.mer- , ci oder Kon jour" habe sie in der ganzen Zeit kaum gesprochen, d. h. franzosisch. Wir kamen im Laufe des Gelvracks TL? die vielen Fremdworts zu re-

den, dtosich in unserer Spreche eingesckliSeL.und die zudem oft einen aam andern Sinn im Frauzösischen Haben, ls wir ihnen im Deutschen beilegen. DsVon kann ich ein Lied singen," sagte ich. . O, roie oft habe ich rn Paris meine Freundin beneidet, die keine Silbe franzosisch sprach, aber dasäresto bes- ). ser verstand, pantomimisch sich auözudrückett!." Ich mußte berichten, wie eS mir ergangen, und obgleich man wich Mitleidslos ausgelacht, will ich doch meine kleinen Hariser"Erlebnisse weitererzählen, in der Hoffnung recht bedauert werden. Also: Meine Freundin und ich hetten im Interesse unseres Berufs unserer Kunst schon längst eine Reise nach .Paris geplant ; diefenSommer fühtten wir unsere'Äbsicht aus. Frl. P. so will ich meine Reiseae fahrt in nennen und tm hatten .uns in 'Berlin getroffen. Hier besuch- ; ten wir gemeinschaftlich einige Theater und Concerte und waren noch ganz entzuckt von all den Sehenswürdigkeiten der schönen,' prächtigen Residenz, glaubten . aber doch. Paris wäre noch etwas ganz' Anderes, etwas etwas nun eben .Paris! . Schon von Köln ab erwarteten wir .lauter Neues zu sehen, zu hören, zu schmecken, eine Station nach der anderen 'legten wir zurück und dachtembeständig: nun kommt's es kam -auch, aber 'immer anders, als wir gewünscht. Mittags hatten wir längeren Aufentlhalt, ich hörte von vielen Reifenden ..oupe ä Poignon bestellen und beistimmte Frl. P. auch dazu, aber sie ließ .sich nicht rathen und besteAe .kurzwcg .Boulllon". Ma, sie traut sich nicht Machte ich mitleidsvoll. .Das kommt davon, wenn man nichts gelernt hat." Es war für iirnch die erste Gelegenheit, frsnzSsisch'zu reden, die m natürlich gern ergrm. Ich . ersuchte höflichst den etwas ungeduldigen .Kellner, -mir doch auch das von allen Reisenden bevorzugte Gericht zu bringen. Sonpe ä IoiFnon!"das klang so hubjch, so verheißungsvoll, ganz aders als Bouillon", ; an Zwiebelsupre" hatte ich natürlich lernen Auaenbltck czedacht. Fräulein P. lächelte etwas fpsttiH. als 'dle 2Upve kam, ten wollte uaturltch meine Enttäuschung nicht verrathen? und lonette meine Äuvxe, dle lch .mit emaebrockt, auch aus. Zwiebel, 'nichts als Zwiebel oh! , st .... 3 o it c. ... :.. an, 's 1 Der große, aber für unsere Begriffe wir kamen ja direct von Berlin iaucnuy o tiut iiuicn ivu. iu -ciiiy ' micht großartige Bahnhof enttkuschte .i . . Cf t - i .V!ee Erwartungen, ucy ote iraen ..ri.:.n tta !rV iinnrifrir1x& ciyicnt ij mutju Im Hotel Violet" . stiegen wir .ab.; deutsche Kellner und ein deutsches Stu--benmädchen bedienten uns. Das ärgerte mich. Ich wollte gezwungen zeln, sranzösisch zu reden, und 'wollte vor allen Dingen auch, daß Fcuulein P. einsehen 'solle, wie verrathen :md rerkauft sie ohne :Mlch Zek. Da wir Beide längere Zeit zu bleiben iZeabsichtigten, suchten Wir eine Privat svohrning Anfang . . ' y gs hatten wlr natürlich zmn $immtv.&mt, aoer tv mernen wtr w t r w ti 1 w daß unsere Ansprüche nicht im Einklang i - . .rr. vi 11 1 ' m n ffls.rn vrrxfxxift fanden mu oem, vas wlrayien ronnizn. lMtte'r', idie im dritten .oder gar ' m' . . rfV i Jt Jt a 31 ÄrvCNen wio iucn, muzn wu uns deökalö fchW mcht mehr an, Mir rettek tirten auf die vierte schließlich sgar nur noch. auf Ut fünfte Etage. In der Rue San fanden wir. ein Zi- . rw n ... . iiVi. Jk VJL .t I mcr UN wNslen VIY, vetcycs snir zu.?! I Welken, isiiuöict .uuy vycuicaujiy 1 r . , et ..v ij.v . tn-ri Franken WonaNtsy koNtt zollle. Gelt , aenua tur rune Vlle, uns oao m si. Tl. i , .... ,.:.V..lt''r'.t I ! war noch-- ncht eixmal .ein Sopr im t Zimmer.Madame Dsbois. U hieß die Vermie

"1 therin.- halte kein zweites Himmelbett zu W ' 1 :: . . ' . -.Y ':?.-.,?.1-i1t 1 3

1 verseoen uns resere Mr syazv zin, es äiS::f" ...... -.!. xx' si i"'1 " .

ie! hnr raih hö aere Stli immer erst Abends aufgestellt w'ä7de, des ZnnmerLAeOnK,zubr5:Äuch fld sie,ein Wsschtisch mache den .Salsn zu i&fah'Hi&hmmfi-ykZ-'-iüttit- UN ithen Morgen ein Waschtisch hineingestellt werden. Die zeigte mir eine Niesen? wanne ui.d lobte meinen Aecent das stiorntc mich günstig. Auch bestachen ng die Portieren, die Teppiche und fan-1 ftiQtn kleinen Lurusgegenstände, wir ver.

zichtetm liebn aus Beutmlich?:lt, redeten unS ein, dshHimmelbeWdemexke man kaum, und mietheten den Salon." t 1 jk ..tt 2't ... L C : t

jenjeioen jivtno zvgen tr ein, Qt- y. wir kamen an. ' " ' ' " - Madame Dubais war nicht zu Hause.' tkt alte Fnm, die sich unö elö Bonnc Darstellte, npfing uns. Wlr wunderten uns darMr, daß keinerlei Vorbereitngen zu unserem Empfang, getrossen roaren. Bis jcht hatte ich nur wonig sranzofisch nd saft überall dasselbe gesprochen wie freute ich mich, un endlich dart alknnn 'zu können. Aber der i 53 JW m r, - t. .. C Sri . XJit .MNNt" nkMMte aus vem uhtn Frankreichs und sprach ein schreckf.r -an j rr ;tjr CVi T" JCX. ttÄZkS 450.015. cm vacmi von mireiu w nd Französisch. Zudem varffie mir. l ,!i Wi '. . , . . ; '... -.S nur immer- niac roaen ein, uyi ich e misch glaubte sie, zusämmenhangeni , .... 'L T . :i v " . "' J, Js fZZ7.Wm rt1t kt T WUfc Vl4UI.VI. VVVif nw J7 macht? es schließlich ebenso, und sv'verftändigten wir uns nur rch ducch Haus tw orte. VouVt jpyY" lollte vermutucy Tötre payl heißen und tic Frage mach unserer Heimath enthalten. VerZi antwortete ich gleichfalls kurz und bündig jede andere 'deutsche Stadt wsre doch sicher nur ein böhmisches Derf für sie gewesen sie ftb uns etwas schm an, jtcher chatte sle gedacht, wir waren Engländerinnen. So gut es ging, -'richteten wir uns häuslich ein. Ich l wollte mir die Hände waschen und d. wie aefaqt. kein Waschtisch in unser , Salon" war, bat ich die Bonne um ent Zsvolr. Sie grinste freundlich, führte mich snf den Batkon und .gestikulirte unaufhorlich. Ich begriff, daß roua ree (Straße) heißen solle, aber weshalb ich straßenweit gehen müsse noch dazu wenn mau fünf Treppen hoch wohnt um mir die Hände zu waschen, das begriff ich nicht ! Ich schrie ihr zu, ich verlange nicht etwa ein Bad zu nehmen, sondern wünsche nur ein s.voir'! Sie blieb dabei, ' daß ich "erst rechts, dann links die Straße entlang gehen müsse, um Ich verzweifelte fast ! Aber Fraulein P wußte Rath. Sie deutete der Alten pantomimisch an, daß wir uns Gesicht und Hände waschen wollten, die Bonne murmelte etwas und brachte uns wenige Augenblicke später das Gewünschte. Wie ich nachträglich erfuhr, heißt Waschschussel" euretto", lavri?" ist eine Wäscherei, Waschanstalt. Wir Deutschen nennen wohl allgemein eine Waschschüssel 1a?o!r, warum, wenn es nicht richtig ist? Nun schleppte die Bonne eine hübsche eiserne Bettstelle mit Matratze herbei und bereitete mein Bett. Das Loos hatte entschieden, daß die ersten vier Wochen Fräulein P. Besitzerin des Himmelbetts fein solle, ich interessirte mich daher für die Zusammenstellung meines Lagers. Was ich sah, befriedigte mich, nur fürchtete ich, unter der Steppdecke zu frieren, denn die Nächte waren noch ziemlich kalt, ich fragte daher die Bonne, ob sie mir ein xlumeau verschaffen könne. OuionZ, si si, antwortete sie diensteifrig und verschwand. Ich war froh, daß sie mich verstanden, und daß ich ein Ober-Ueberbett, nun, ein Plumeau, wie wir sagen, bekommen wurde. Schon nach einer Minute kam die Alte und brachte mir einen Staubbesen, und da sie ihn überdies auf mein Bett legte, auf dem Tisch war freilich kein Platz, glaubte ich, ich solle mich damit zudecken. .Vhimcau Blnrneau wiederholte ich immer lauter. Aber die Alte blieb ruhig bei ihrem Hm si oui oui, und drehte den Staubwifche? hin und her sie meinte gewiß, er gefiele mir nicht damit ich die bunten Hahnenfedern so recht von allen Sehen bewundern könne. Ganz ennattet und rathlos siel ich in einen Sessel. Wieder rettete mich Fräulein P. pantomimisch. Sie zeigte erst auf meine Steppdecke, deutete dann an, daß ich friere, indem sie sich zähneklappernd schüttelte, .zeigte dann auf ihr nlumeau und legte es noch auf mein Bett drauf. Und wirklich, die alte Here denn das war sie in meinen Augen, weil sie mein FranzosisH nicht verstand lachte verständnißvoll und brachte gleich darauf. das Äertante. Wie ich jetzt weiß, hätte ich um ein eäreäon (Daunenbett) bitten müssen, plumeau ist ein Federwisch. Elederwisch) Am nächsten Morgen erklärte mir Madame Dubois, weshalb sie keinerlei Vorbereitungen getroffen. Ich hatte, als wir uns verabschiedete, ganz arglos adieu, rnadame gesagt. Unser bald hätte ich gesagt gutes, deutsches" Mim gilt in Frankreich als Lebewohl, als Abschied für eimge Zeit, ich hätte also .au rovoir" sagen muffen. Trotz 'Unserer Verabredung hatte Madame Dubois uns nicht erwartet, weil sie geglaubt, ich habe dura) das Aoieu ihr anFeuten wollen, daß wir nicht wiederkämen. Doch solche und ähnliche Erfahrungen 'A1 T Vfc , Jaft . Js! "v"" l ' . . , . v- iMmMiivu rben tausend Andere aewi auck e1; j ' r n " macht, ich .will daher nur noch zwei Mmi ,ri-t" ;rr et rerstSdnisse anführen ' .'Eine junge deutsche 'Gouvernante, die Kern nach .Frankreich wollte, hatte wich aebeten, bei einer Pariser Aqentin die einleitenden Schritte zu thun. Zu meikur Freude rvurde auch wirklich eln Engagemet. abgeschlossen. Erst bekam ich einen Dakes-, aber bald darnsch einen sehr .. t . i ris. f 7groven rief ; e lunge Lame Ichrlev mir an muu, iwic icuung sei cie z ... rt--, tt itr t t ktner Bonne .rzleyerlN" chelLe in ,1.11. Jt . . . ilt . V... .i mm r ' srirurttve", ie.Koverna,Qxe- ici in Frankreich eiae ffBiinc, ndfconnc nenne man m gewoznulyes XJsicixmaojsien: Noch em Bmpitt. Eines , schönen TageS gingei, wir in ne Vavierhandlsna. Wir hatten xuh rere Briefe geichrben aber die Eouverts fehlte uns, ,ch forderte ,te deshalb, Aber wie erschrak lch, als der Kaufmann aaut entrüstet im mix aatt: Mais, ma6ame. v!s-ü.vig.!s Lk02-uous, chez I'roissarä voila un restaurant, ici nous Vavons pas, des eouverts' (ll'.'.s gegenüber ist ein Restaurant, wir verabreichen keine Speisen.) Entweder hiclt der Wütherich mich für

eine Närrin, oder laubte, ich roolle ihn J;;:':.'? :.'!! ".? Wi::r v v . f. Pa ' - 1

zum narren machen. ' n AUr fehlte der Muth, lhm begretstlch zu wachen daß ich Briefcouverts und nicht CoMcris für ein Diner oderSöuper wünsche. ' Nach der Blamage glaubte ich, es bliebe mir nichts anderes übrig, als pflichtschuldigst bei Froissard zwei Couverks zu bestellen. Wieder wurde das pantomimische Frl. P. mein rettender Engel! Sie zeigte die Briefe. Utvoix gleich auf der Post . . ' . . hatten couveruren uno avrenren woucn, wMt und fand im Laden, was wir brauchten, nd deutete ganz einfach darauf. Der gute Mann begriffdaß wir nicht speisen wouten und gav uns dk envclojjpes. Dak Enveloppe" Briefumschlag be deutet, ?ußte ich, wohl, aber tch wußte nicht, daß couvert nicht dasselbe ausdrückt. AS diese Erfahrungen berechtigten mick doch aewig dau. zu bedauern, daß ich französisch gelernt. Denn ohne die pantomimische Verständigung des Fräulein P. hätte , ich womöglich in Paris srioren und gleich in Bad nehmen, muss Ten. nur um mir die Hände zu waschen. Außerdem hätte ich nur höchstens offene ü . ' m . r.irjL!J Potkarten, aoer relne rrese sorlirylaen können. 51ich braucke wohl kaum noch zu verAckern, dan Zräuleln P. mich nicht mehr mm meine Sprachkenntnisse beneidete, sie . . . ..tM. V I....ICX ... gav nur Dies rouoergou up vcuuiu; verstehen, und auch xanromtmiscy. Eine serbische Hajdukengeschichte Aus Belgrad wird folgender Vorfall . t f f t gemeldet, welcher ein zlemttcy geireue. Bild des Haidukenlebens Serbiens gibt: Es mag zwischen 11 und 12 Uhr Nachts gewesen sein, als vor. kurzer Zeit einige verspätete Gaste einer Mehana (Dorfgasthaus (in Bela-Crkwa, im Podrianer Kreise Westserbiens gelegen, von Näubern überfallen wurden. Zwei der Räuber blieben an den beiden Ausgängen der großen Gaststube stehen, zwei Andere i rr .,... !' si ... it.. machten slcy mir ven ?asien zu ,yun. Zuerst wendete sich einer der Haiduken an den ebenfalls als HZast' anwesenden Geistlichen mit der Frage, wie viel Geld er besitze. Der Gelstuche, em armer Mann, gestand ein, daß er 3 Dinars (Francs) besitze, die er jedoch zu Hause und nicht bei sich im Wirthshause habe c i m. a !.a und vle er nun rn Vegteuung eines Hajduken holen mußte. Der Hasdukenführe? nahm das Geld und gab davon zwei Dinars dem Geistlichen zurück; zum nothwendigen Hausaebrauch" be merkte er dabei. Von der Wirthin wur den 100 Dukaten verlangt; fo hoch fei sie abgeschätzt worden. Die arme Frau sträubte sich, mit der Versicherung, sie habe kein Geld, aber ihre Söhne seien nach SchabaH gefahren, um Geld zu leihen, von welchem sie die 100 Dukaten t r jtr geoen woue; aus vlesen zuorscyiag uer späteren Zahlung ging der Räuber nicht ein, fondern drohte ihr, wenn sie binnen fünf Minuten das Geld nicht erlege, sie umzubringen. Die arme Frau bat vergebens, auch wendete sie sich an die Gäste, ihr Geld zu leihen ; einer der Bauern meinte, seine Schwester, die bald heirathen wolle, habe 7 Dukaten erspart, welche er der Wirthin leihen wolle, worauf einer der Hajduken mit dem Bauer ging, das Geld zu holen, welches er selber der Wirthin einhändigte, und diese erst muß es dem Räuber geben, werauf ihr dieser bemerkte, sie .? c irr c rrv -c ... - müsse oas i2?eio ccni aocn zuruaatUn, fönst werde es ihr übel gehen Run forderten die Räuber noch 03 Dukaten von der Wirthin, erklärend, daß sie wissen, siehabe Geld vergraben. Das arme Weib, zur Verzweiflung gebracht, versicherte, kein Geld zu haden, und bot den Raubern ihre Enkelkinder zum Pfande für nachträgliche VeZahlung der geforderten Summe an. Darüber wurde der Hajdukenchef wüthend, faßte die Wirthin bei den Haaren, riß sie zu Boden und gebot dem Gelstlichen, der lten Frau 50 Hiebe mit dem Stock zu geben. Der Geistliche mußte gehorchen und die schreckliche That voll bringen, während welcher die Mißhan delte die Umstehenden ächzend bat, ihr das Geld zu Inhen. Nachdem dle Wlr thin noch immer versicherte, nichts mehr zu besitzen, befahlen die Hajduken dem 'Geistlichen, ihr noch weitere S0 Hiebe zu geben, nach welchen die Aermste ohnmächtia am Boden liegen blieb. Nach diesem Acte wendete ssch der Hajduk an einen Gemcindeschreiber nnt der Frage, wo,hrn sein Weg führe, worauf dieser mittheilte, daß er nach Losnitza müsse, eine Tare zn erlegen. Der Räuber verlangte des Gemeindeschrclbers Aorse, und nach der Prüfung des Inhalts gab er dieselbe zurück mit der Frage, ob er 'außer der einen Banknote nichts mehr besitze, von dem Gelde hatte er nichts genommen. Nachher wandte sich der Räuber an einen anwesenden Bauunternehmer mit verschicdenen Frügen, worauf ihm derselbe mittheilte, daß er den Kirchenbau der Gemeinde ausführe, auch den Preis gab er an, wobei der Räuber bemerkte, daß derselbe zu gering sei, und saate den anesenden Gemeindemitglzcdern ? daß sie .den Bauunternehmer keinen ' Schaden beiden lassen mögen. Zwei'Gäste wurden von dem Hajdukenführer mit OhrZeigen und Faustschlagen bestraft, weil erfahren, daß sie ihre Familien schleckt behandeln, vernachlässigen, im Wirths? Hause zechen und Frauen und Kinder zu Hauje hungern lassen. Nun mußte der Schankbursche Wein bringen, und Alle wurden genöthigt, davon zu trinken, der Geistliche mußte auf das Wohl des Könias , Alexanders besonders, trinken. , Recht weich aestimmt, versicherte der Haiduk, daß er kein schlechter Mensch sei, er sei nur desbalb Räuber geworden, weil er zwei Jahre unschuldig im Kerker zu Belgrad schmachten mußte, woraus, er sich durch die Flucht befreite. , Die Wirthin habe er nur deshalb fchlagen lassen, weil sie herz lo s . genug war, ihre Enkelkinder zum Pfande anzubieten. Nun fanden es die Hajduken an der Zeit, aufzubrechen, ermähnten die Gäste, vor einer Stunde nicht fortzugehen' und erst cm nächsten Tage der Behörde den Näuberüberfall zu melden. , . ' ' Eins von Beiden. Ißt der Bauer ein Huhn, so , ist entweder das Huhn krank oder der Bauer.

Die kaukasischen Fra DiavoloS. ' Unter dieser Aufschrift widmet die

Momose Wremja- dem Rauberwesen im Kaukasus einen, längeren Artikel, in welchem sie energische Maßregeln gegen dasUeberhandnehmen dieses Unwesens rc:.. vi.f. .w vcuuiiiji. viiuct üicjcr luuucuicu yiu Diavolos ist nach dem russischen Blatte der Räuber Kernn gewesen, der sich, nachdem er im Kaukasus .ourch seine mehrjährige räuberische Thätigkeit zu einer Art Berühmtheit geworden war, st ?:. t!. . t ' , i t rn zuerir rn vle Kurier uno oann nacy ersien flüchtete, wo ihn der Schah in sejne Dienste nahm. Kerim soll an einem Tage unweit Astafa mit seiner Bande neben Po t-Trolken lDrelaesvann) veraubt haben, in welchen sich zum großen Theil Beamte befanden. Nachdem er ihnen alle .ihre Werthsachen und Gelder genommen, veriuellle er umer tynen z nach ihrem Range Wegegelder" bis zu ihrem Bestimmungsorte. Unter den von . .. .. i. den Räubern? qesanaenen Reisenden ve fand sich auch ein Herr mit seiner jungen Frau. Gegenüber dieser spielte der Rauberhüuptmann den Galanten. Sre mußte auf einem auf dem Boden ausgebreiteten Teppich Platz nehmen und wurde dann von dem liebenswürdigen ötäuber mu Bonbons traktnt. welch ihr der felbe eigenhändig mit einem Zanachen in den Mund steckte. Als Kerim erfuhr, doß der Dame ihre Brillant-Ohrringe geraubt worden waren, ließ er ihr dieselden sofort zurückerstatten. Aus Osurgeti wird der Nowoje Obosrenije" berichtet, daß daselbst der berüchtigte Räuber Dartfchija kürzlich in der Nacht bei dem dortigen Arzt; Herrn Davidjanez. erschien. Auf dessen Frage, was er wolle, antwortete der' ungebetene Gast mit der Frage : Kernten Sie mich, Herr Doctor, oder nicht?" Wenn Herr Davidjanez den Räuber auch noch nicht persönlich kannte, so verfiel er doch sehr bald darauf, wer eigentlich der späte Besuch sein könne. Dartfchija erklärte darauf dem Arzte, daß er Geld nöthig habe, und daß es daher sehr gut wäre, wenn ihm dieser mit solchem aushelfen würde. Die ihm angebotenen 25 Ftubel wies er zurück, da dieselben nur bis Ssupssa reichen würden, und er eine weit größere Reife vorhabe. Schließlich nahm er dem Atzt 300 Rubel ab) worauf er sich höflichst empfahl. Als er auf den Platz vor dem Hause trat, bemerkte er einen Ofsicier, der soeben den Klub verließ, und hielt ihn für einen Polizisten. Sofort lag die Büchse an der Wange, zwei .Schüsse ertönten, und der Ossicler wälzte sich in seinem Blute auf der Straße. Aehnliches soll sich fast täglich im t Kaukasus ereignen. Die russische Regierung verfügt dort über 12 Kaval lerieregimenter und eine zahlreiche berittene Miliz, und doch hat sie bis jetzt das in Atede stehende Uebel noch nicht ausrotten können, und die Schuldigen entkommen in den meisten Fällen'. Die Hauptursache des Mißerfolges der behördlichen Maßregeln ist nach der Nowoje Wremja" in der Haltung der einheimischen Bevölkerung zu suchen, welche die Räuber heimlich unterstützt und vor den Augen der Behörden verbirgt. Ausgrabungen in Lstia. Daß Ostia, an der ursprünglichen Mündung des Tiber gelegen, und als Hafenplatz für Rom von der größten Bedeutung, in gewisser Weise ein anderes Pompeji ist, insofern als seine Gebäude aus den vom Tiber angeschwemmten Massen durch Ausgrabungen wieder wohlerhalten hervortreten, ist schon öfter gesagt und geschrieben worden. : Aber in einem Punkte unterscheidet es sich wesentlich zu seinem Vortheil von der am Fuß des Vesuvs gelegenen Stadt. Pompeji ist nur eine kleine Landstadt, die, wenn uch vielfach von den Bewohnern der Hauptstadt als Sommerquartier aufgesucht wurde, doch in allen ihren Verhaltnissen, öffentlichen Gebäuden u. f. w. nie über die bescheidensten Maße hinausgekommen ist. Ostia dagegen war nicht nur an sich von einer größeren Vedeutung, sondern erforderte auch wegen dex Nähe der Hauptstadt, deren Versorgung zum größten Theil in ihrer Hand lag, bei der Anlage von Gebäuden und tn allen polizeilichen Einrichtungen ganz andere Verhältnisse, als das kleine campanische Landstädtchen. Diese Wahrnehmung, die sich Jedem aufdrängt, der die ; . . T . t r. .n jt m" . m. t . i nurnen oer viaor oesicyiigr, yar man besonders in der letzten Zeit, zu machen Gelegenheit gehabt, wo es gelungen ist, in Ostia ein aewaltiqes Häuserviereck. die Kaserne der von Rom aus dorthin comMandirten Polizisten und Feuerwehr männer (Vigiles" ist ihr Name) ausZu graben. ' ' Drei Thüren führen von den umliegenden Straßen in die Kaserne, iämmtlich künstlerisch gestaltet und mit' Pilastern verziert. Das Hauptzimmer, das Atnum. von gewaltiger Ausdehnung (es nimmt zwei Fünftel des ganzen Raut mes ein) scheint zunt Zweck der Ererr Uebungen so groß angelegt zu sein. Die änderen IZäume des Erdgeschosses waren sur gemeinsame Zwecke (pelsesälc, Waffendepots, Bäder u. s. w.) in Anspruch genommen, wahrend die Schlafund Wohnzimmer der Ofsiciere und Mannschaften in bett höheren Stockwerken sich befanden Gegenüber dem Haupteingang ist ein formliches Heilia thum eingerichtet, wo auf Marmorvascn die Bildnisse mehrerer Kalier und Kai sennnen standen. Die Silldsaulen selbst waren vor dem Verlassen des Gebäudes entfernt worden, auch hatte man die Altare. die zu ven für die Kalleroctehruna nöthigen Opfern gedient hatten, bis auf die untersten gm entfernt, wahrscheinlich in Folge davon, daß daö Eyristenthum - Staatsreliaion aeworden war. Bis jetzt .sind 27S0 Quadratmeter der Kazernen aufgedeckt worden und es hat sich eine große Ausbeute an Inschriften, auf Murmortafeln und mit scharfen Instrumenten in den Bewurf der Wand eingeritzt, ergeben. Unter den KaiserWidmungen verdient nochTdke an Geta den Bruder Earacallas, Aufmerksamkeit ; fein ; Name ist sorgfältig ausgemeißelt und möglichst jede Spur davon vertilgt worden, w ie überall. V ekanntlich verfolgte Earacalla seinen Bruder mit folchem Haß, daß er ihn nicht nur hinmor-

dete, sondern auchZurch Beseitigung sei-

nes namens aus allen Inschriften sein Gedächtniß völlig zu vernichten bemuht war. - ZumsKapitel von den Zurücksetzung gen in der deutschen Armee wird berichtet: In der 11. Compagnie des Garde - Füsilier - Regiments, (der ÄKatfaser", wie - sie der Volksmund nennt) traten im Oktober vorigen Jahres sechs Einjährig-Freiwillige ein, von denen vier Juden waren. Wenn nun von letzteren nach Ablauf des ersten halben Jahres kein einziger die Gefreitenknöpfe erhielt, während die beiden evangelischen KamerÄen befördert wurden,' so mußte dies mindestens, als , ein. merkwürdiger Zufall erscheinen. Unter den erwähnten vier Einjährigen- befand sich aber ein Mediziner,' der Sohn eines im" letzten Kriege im Vorpostcndienst gefallenen M t MM. 4 . .-flÄ" Lanoweyrmannes, dessen Wittwe eme staatliche Pension erhält. Diesem wurde kurz vor Ablauf des ersten halben Jahres von. seinem Feldwebel die überraschende Mittheilung daß er in keiner Weise auf Beförderung und Entlassung zu rechnen habe (bekanntlich sollen die Mediziner nach sechsmonatlicher tadelloser Dienstzelt entlassen werden, um ,hr zweites Halbjahr im Sanitätskorps abzudienen.) Da er slch' keines Vergehens bewußt war, auch keiner seiner Voraefetzten'Geleaenheit genommen hqtte, ihn zu tadeln, andererseits her seine Mittel nur auf eine halbiahrtge Dienstzeit berechnet waren. und eine längere Ausdehnung derselben ihn nicht allein in seinem weiteren Studium aufs Empfindlichste qestört, sondem auch dessen Durchführung in Frage gestellt hätte, so wandte sich seine Mutter an den Eompagnleches. Von diesem abgewiesen, fand ' sie liebenswürdiges Gehör bei dem damaligen Oberst des Regiments, dem Herrn Blekken v. Schmeling. der feine Verwunderung darüber ausfprach, wie es möglich sei, daß ein unbestrafter Mediciner von der Beförderung ausgeschlossen werde, und für den Fall, daß eine Bestrafung nicht vorgekommen sei, seine Unterstutzung in bestimmte Aussicht stellte. Um dieselbe Zeit aber trat in dem CoMmando des Garde-Füsitier-Iicgiments eine Veränderung ein: An die Stelle des zum Brigadecommandeur beförderten Ober sten Blecken v., Schmeling trat der Oberstlieutenant Graf Keller, der auf ein neues Gesuch hm erklärte nichts dazu thun" zu kömien. Jetzt reichte die Wlttwe direct beim Kaiset ein Gesuch ein, in welchem sie ihre Verhältnisse klarlegte und die Bitte anfügte, im Hinblick auf dieselben und den Heldentod lhres Man nes, sowie auf die ordentliche Führung ihres SohNes, dessen Entlassung zu verfuaen. Die Antwort des Generalivm mandos, welchem die Angelegenheit zur .Unter uchung" überwiesen worden war. lautete ablehnend und führte als Grund der Ntchtbeforderung an, daß der be- . l Y lresienve lnsaynasrelmilllae ico tm Dienst nicht ausaezeichnet" hätte. Es ist bisher nicht bekannt gewesen, daß die Entlassung eines Mediciners nach sechsmonatlichem Dienst mit der Waffe ae setzlich von einer besonderen Auszeichnung im Dienst abhängig gemacht wäre. Ein Mörder des Generals Prin:. Aus Madrid wird geschrieben: Aus Buenos Ayres ist hier die Nachricht elngetrossen, datz n einem dortigen Ho spital vor einigen Wochen im Alter von 70 Jahren em Mann gestorben sei, wclsich auf dem Todtenbette, unter Angabe zahlreicher näherer Umstände, als einen der Mörder des General Prim bekannt habe. Dieser Mann Don Ramon Martinez 9) Pedragosa, geborener Madrilene, flüchtete sich unmittelbar nach der That, wie auch die übrigen Verschworenen, aus Spanien und hat seither in freiwilliger Verbannung jn Argentinien gelebt ; er war, wie die Berichte aus Buenos melden, dort wenig beliebt, aber allgemein geachtet, trotz seiner Armuth stolz und hocherfahren und galt wohl für einen verbissenen spanischen Repnbltkaner, aber mit der Ermordung des Königsmachers Prim hat ihn bei seinen Lebzeiten Niemand in Verbindung gebracht. Belästigt wurden die Morder Prims bei ihrer Flucht aus Madrid von Niemandem ; die Polizei kümmerte sich nicht um sie und sie hat, wie sich aus den von Martinez 9) Pedragosa gemachte Enthüllungen ergeben soll, guten Grund gehabt dies nicht zu thun, da sehr hochstehende und - sehr gebietende Personen zum mindesten um die That gewußt hätten. Bekanntlich wurden gleich damals ein Jnfant und ein Marfchall von Spanien, welche sich selbst gern mit der, Hauptfachlich durch Prim an Amadeus vergebenen Krone geschmückt hätten, als die geistigen Urheber deö Attentats bezeichnet. Das Haupt der Verschwörung soll ein noch heute, gleichfalls in Südamerika lebender Andalusier, damals republikanisches Parlamentsmitglied und Prims persön-' sicher Feind gewesen sein. Ein Anderer von denen, welche handelnd in die Ermordung des Generals eingegriffen haben, lebt, den Angaben Martinez' Pedraqofas zufolge, noch als reicher Mann in Mktico, wohin er sich sofort nach der That begeben. Der eigentliche Mörder Prims sei aber weder er, noch der Letzterwähnte, 'sondern dies sei der in Argen? tinien lebende einstmalige andalusische Abaeordnete. Das Attentat ist in,dcr Art ausgeführt worden, daß den in der schmalen stillen Gasse del .urco, welche Prim gewöhnlich " auf dem Wege vom Eonareßnach dem Kriegsministerium zu passiren pflegte, in dem Flur eines Hauses verborgenen Berschworenendas Herannahen , des Prim'schen Wagens dadurch sianalisirt wurde,, daß die auf dem Wege aufgestellten Mitoerfchworenen WachSzündhölzer wie zufällig ansteckten. Auf dieses Signal, hinJraten dann die bekannten Vorgänge ein. Ein Wagen vor dem Hause, in welchem die Mörder sich verborgen hielten, fuhr quer, über den Straßendamm ; Prims Equipage mußte halten, die Verschworenen umringten sie ; ihr Führer , zertrümmerte die Fensterchelbe, rief Prim zu "Siego tu Koran. Don Juan" (Don Juan, deine Stunde hat geschlagen) und schoß den General nieder. Die Hauptbetheiligten entflohen

dann, in demselben Wagen, , der der

Prmrschen Equipage den Weg versperrt hatte, i Die Aussagen Martinez Pedragokas bestätigen im Großen und Ganzen nur das ,. sch on seit - langer Zeit über das Attentat Bekannte. Das gleiche ist auch mit den Motiven der Fall,, welche ur That geführt haben sollen und die außer rn persönlichem Haß und persönlicher Nachsucht darin bestanden haben,, den neugewahlten König Amadeüs, noch bevor er spanischen Boden betrat, seiner einzigen Stütze in Spanien. zu berauben. Ich Will Friede haben mit Meinem Wolke." Mit diesen Worten machte Könia Marimilian II. von Bavern im Jahre 1859 den reactlonaren Bestrebungen seines Ministeriums ein Ende. König Max wurde wegen seines hochherzigen EntschlUijes in allen deutschen Landen hoch gepriesen, seine Worte wurden ein populäres Schlagwort ; jeder Bayer wiederholt sie noch heute mit patriotischem Stolze. Und nun zerstört Heinrich von Svbel plötzlich den Nimbus auf das grausamste. Anläßlich der Einsetzung der Regentschaft in Preußen, schreibt Sybel in seinem mehrfach erwähnten Äuche: Die Begründung ves deutschen Reiches durch Wilhelm I. örtlich wie folcst: Die Einsetzung des neuen, mit einigen liberalen Namen geschmückten Ministeriums hatte sehr bald gewaltige Wirkung rn der Nahe wie rn der Ferne. Jn München stand zwischen der Regierung und der zweiten Kammer schon seit längerer .elt ein zäher, stets an EroUterung wachsender Etreit, sa daß unter Zustimmung des Königs die Minister von der Pfordten und Graf Neigersberg. der Eine nach seiner sanguinischen, der Andere nach seiner herrischen Natur, sich mit dem Gedanken eines kleinen Staatsstreichs, Auflösung der Kammer, Octroyirung eines neuen Wahlgesetzes, und was sonst solche Rettungen zu begleiten pflegt, zu tragen begannen. Freilich mußte man bei dem Eintritt der preußischen Krisis inne halten; bei einer liberalen Entwickelung in Preußen war ein Verfassungsbruch in Bayern doch unmöglich. Indessen schickte der bäuerische Gesandte in Berlin fortdauernd die fröhlichsten Nachrichten; daß das Ministerium Mantenffel fester als jemals stehe, erfuhr er noch in den letzteil Octobertagen aus der besten Quelle, natürlich vom Harn von Mantenffel selbst. Da fam denn die Ernennung Hohenzollerns wie ein Blitz aus blauem Himmelnach München. Pfordten eilte zum Könige; nach langen, durch mehrere Monate wiederholten "Etwaungen kam man p dem unvermeidlichen Schlüsse, daß m gewissen Forderungen der Kammer nachzugeben sei. Aber wie ist das möglich, rief dann der König, nach allem Vorgegangenen, ohne eine tiefe Demüthigung der Krone? Nichts leichter als dies, erwiderte der unerschüt? terliche Pfordten: Majestät erlassen ein Manifest: Meine Minister haben in letzter Zeit mehrfache Differenzen mit den Kammern gehabt, Ich aber will Frieden haben mit Meinem Volke. Und so geschah es, während Pfordten mit dem Bundestagsgefandten, Freiherrn von Schrenk, die Stelle tauschte." Katastrophen in Japan im Jahr Die Geschichte der ostasiatischen Reiche hat im laufenden Jahrhundert kaum ein Jahr aufzuweisen, in welchem sich so zahlreiche und verheerende Katastrophen zugetragen haben, wie im gegenwärtigen. China sowohl wie Japan sind von einer Reihe von Unglücks fällen heimgesucht worden, die nicht nur enormen Schaden der Landesbevölkerung zufügten, fondern auch viele Tausende von Menschenleben dahinrafften. Jn einer ihrer letzten Ausgaben bringt nun die Japan Mail eine übersichtliche Zusammenstellung über die nennenswerthesten Unfälle, aus der erhellt, daß die ersten Uebcrschwemmungen sich in Folge heftiger Regengüsse währind der zweiten Hälfte von Äpnl in den Hokkaido-, Schimane-, Shiga- und Niigata - Dijtrlcten (im Norden Japans gelegen) ereigneten. Eine Anzahl Häuser wurde fortgeschwemmt und das bebaute Land litt erheblichen Schaden. Der Mai verlief ohne nennenswerthcs Unglück, aber der Juni trug seine volle Quote zu dem Katastrophenregister hei. Gegen Ende des Monats sielen im Nor den von Tokio, namentlich in den Prafecturen von Niigata. Miyagi und Jshikawa anhaltende Regengüsse, welche, verbunden mit Stürmen, die fraglichen Districte theilweife überschwemmten. Jn Miyagi allein wurden 12.000 Acker urbaren Landes in Schlamm und Sand begraben und i Jshikawa wurden 1200 Häufer von den Fluthen fortgerissen. Der Juli hat noch bedeutendere Verheerungen aufzuweisen. In der Präfektur "von Oita (Insel Kinshu) verursachten heftige Regengüsse und Stürme, daß der bedeutendste Fkuß der Insel der Chikugo-gawa über seine Ufer trat, wodurch etwa 4000 Acker besäten Landes verwüstet wurden, über S00i Hauser wurden fortgeschwemmt, 100.000 cv.j. :c j. " . .l 'rr .. . rv VUsz l.noammung weggerllien, 4!j Pkrsonln getödtet und einige zwanzig' verwundet. Auch in bex Präfettur von Hiroshima wurden über 6000 Acker bebauten Landes durch Überschwemmungen verwüstet eine ungeheure Strecke von Eindämmungen sortgerissen, zahlreiche Häuser, zerstört, ,15 Personen verloren ihr Leben und 13 wurden verwundet; desgleichen wurden in der. Toyuma-Prä-fektur 1400 Häuser weggeschwemmt und der Schaden,' welcher den Ernten zugefügt wurde, war ebenfalls sehr groß. Der Monat Auguss brachte aber die bei Weitem größte Anzahl von, Unglücksfällen, wie' sie Japan nur äußerst selten erlebt hat. 1 Der Chikugafluß stieg 28 Fuß über seine gewöhnliche Fluthhöhe und die Präfecturen von Fuknoka Wakayama und Nara wurden zum großen Theil unter Wasser gesetzt. Dies ge? schah am 5. August. Die Flnthen sielen einige Tage darauf, aber nur um am 2 t. desselben Monats von Neuem wieder anzuschwellen und die Umgegend zu verwüsten. Durch diese beiden Vorfälle wurden in Fukuoka 232 Dörfer und 33,370H5user

theilweise oder ganz unter Wasser gesetzt, etwa 1400 Häuser fortgeschwemmt. 70 Leben gingen dabei verloren und 75 Personen erlitten schwere Verletzungen, 274 Brücken, Stege :c. und 130 Meilen Eindämmungen wurden fortgerissen, über 80,000 Acker kultivirten Landes vernichtet; über 70,000 Menschen fanden sich ohne genügenden Lebensunterhalt. Der Präfektur Wakayama ging es nicht besser. Das Unglück, das diese Präfektur heimsuchte, war wohl eben so zzroß wie in Fukuoka., während der Verlust

an Menschenleben bedeutend großer war : 1247 Personen ertranken. - In der angrenzenden Nara-Prafektur wurden 3000 Häuser unter Wasser gefetzt, 20,009 Acker besäeten .Landes verwüstet, 240 Personen kamen um und 35 wurden verwundet. Während des Septembers wurde die Präfektur von Alchi von einer Fluthwelle heimgesucht die über 1000 Häuser unter Wasser setzte, wobei 85 Personen ertranken und 120 verwundet wurden. Obige Ziffern, wenn schon nicht vollständig, geben doch eine erschrekkende Gesammtsumme.. Wir erfahren, daß 12 Präfekturen verwüstet worden sind und 2420 Personen dabei umkamen, 155 wurden verwundet und über 00,000 Menschen befanden sich in Folge der Ueherschwemmungen ohne Lebensunterhalt ; über. 50,000 Häuser sind entweder unter Wasser gesetzt oder fortgeschwemmt worden, 150,000 Acker Ernte wurden vernichtet und etwa 6000 Brücken weggewaschen. Zu obigen Statistiken muß noch das Erdbeben in Kumamoto gezählt werden, wobei über 50 Personen ihr Leben verloren und sonstig großer Schadeü angerichtet wurde. Eine z e i t g e m a ß e Einrichtung haben die Erben des Herrn Oscar Schill in Düren durch Stiftung von 00,000 M. zur Errichtung einer Koch-, und Haushaltungsschul'e sür Fabrikarbeiterinnen geschaffen, die in Verbindung mit der dortigen Volksküche stehen soll. Der Stadt Dresden sind durch letztwillige Verfügung der Wittwe des Eommissionsrathes Klemm, der am 27. September d. I. verstorbenen Frau Caroline Henriette Klemm, etwa 100,000 Mark vermacht worden. Diese Summe soll nach dem Tode einer Schwester der Frau Klemm, welche zunächst den Zinsertrag genießt, zur Errichtung einer Stiftung verwendet werden, aus deren Erträgnissen bedürftige und würdige Näherinnen und Stickerinnen, und zwar vorzugsweise solche, welche über sünfzig Jahre alt, augenleidend, unverheirathct und in Dresden hcimathsberechtigt sind, unterstützt werden. - Die Pa pierverfchwe n -d u n g. Was thun Sie da, lieber Freund? Ich schreibe die Dummheiten auf, die Herr Schultz heute Abend wieder preisgegeben hat ! Da ist ja reinste Papierverschwendung! Schreiben Sie doch lieber die vernünftigen Gedanken auf, die er aus sprach, da kommen Sie viel besser weg Z Dr. August König' Q Hamburger o EBiiOTERPFLASIEß Ist ei ganz BortLgNche Heilmittel gegen VelÄvüre. SSnittwde. Vrd. u) Brih wuudra, FroKdnlkn, ßujnerngev, ktr. Oas beste Pflaflir Im Markt. BaltiOore, Md.5 Juli, 1859. Ich brauche Dr. August K?niK'S Habrer Krüuttrrflöster seitJübren a meiner Fs!lie grqcn alle Arten ten Wunden. Es ist das beste Pflaster ta Markt. SSiUiaa A. Will, 2115 Mura-Sttaße. 1 i. i Vtttlt Schmerzen. , Nochester, N. 0., 25 ZrU, I88S. Zch hatte eine schmerzbafte Wmide m rech! Sem. Ich habe viele Mittel probirk. aber alle bne Ersola. Nachdk ich zehnmal Dr. August . König'S Hamburger ÄrLuterxflstcr auf die : Wunde geleat hatte ar-d!Me geheilt. Ferdinand König, lv Statc-Snaße. Ä 5 GIS. da Piiket. I allen pslhekr zu heben. THE CHARLES A. VOGELER CO., Baltimore, Kl. AhAWMeMtz iL MARK. 1 11; iT gegen clt Krankheiten der Brust, der Lungen und der Kehle. Nur in Or!:nal-Pückc:en. PrelS 25 Cents. Fünf Packrle ftr l Dollar. In ellcn Apctbe. ke zu haben, oder wird uach Entlang des Betrages fr e i rerfandt. Man edrefsire: THE CHARLES A. VÖGELE g CO Ballltn wt.H4 F. WILL. PAIITZER, Apo theker, Frische Arzneien. Mäßige Preise. Neeepten befondere Sorgfalt.. 54 West Washington Slrake. Unter btm ?ateS?auk. Nake der Transfer Car Nsznrt-HOU ' John ttoenZger Agent. ,' "- DaS gröhle, schönste und Lltefte , derattkZr Lokel in der Sladk. T!e geräumize nr.d Zchon elngerichtele Halle Vereinen, 2o ßcn und Privaten zur Abhaltung vsn V allen, Csnrrrlm und Versammlung unter liberalen Bedingungen zur VerfuZng. -r. '' . !.. ,!'. ! '': !! in. .. ' t ' it .ill :, 5 Ad Gu bl ? s - -: . ! .. i, . ji (iilri n tt it eiftft Ksnlk n fi tt s vuivyu iivuvvvMuijti : Prachtvoller arte für Faml ttenaufenthalt.' 1 .! V . !:,; . . " - ' Gute Getränke aufmerksame Bedienung Ji iSS,-l( 'iäiSS!! tto. 333 Oüd Neridian ZUt.i

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