Indiana Tribüne, Volume 13, Number 101, Indianapolis, Marion County, 29 December 1889 — Page 3
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Auk der EHeibenftaudMüche. TKeCh:?kstkWÄÄikrungdouS!ichkr?rswronnki!. Mein Vorgänger, ein biederer Gcft?i Zer von polnischen Negimente 43, hatte mir Äne gute Wache gewünscht und war fcao mit seinen drei Mänmrchcn vergngt zur Stadt zurückmarschirt. Ich hctte mich in dem kleinen Wachthäuschen, das meltabseits unter den alten Tannen am Rande der schneeverwebten Scheibenstände lag, eingerichtet so gut es eben ging, und besaß nun reichlich Zeit, mir übe? die Verantwortliche Stel lung eines Höchftcommandirenden über drei Mann Tagcsposten und einen NachtPosten klar zu erden, vl der ich durch das Vertrauen meiner Voraesetzten, infonderhnt .meines Feldwebels, für die nächsten vierundzwanzkg Stunden beru fm war. a : Ich müßte jedoch lügen, wenn ich nun sagen wollte, daß 'ich mich über diese temporäre Beförderung arg gefreut oder gar das Vertrauen meiner Vorgesetzten 5urch ein demselben entsprechendes Gesuhl erwidert hatte im Gegentheil. Ingrimm und Aerger beherrschen mein Denken, und ich verging mich innerlich gar -gröblich gegen den Paragraphen der Kriegsartikel, der von der schuldigen Achtung und Ehrerbietung des Soldaten Hegen seine Vorgesetzten handelt. Der Militärisch gebildete gütige Leser wird Mich aber etwas milder beurtheilen, wenn ?ich ihm sage, daß wir den einunddreißigsten December schrieben, einen Tag, den auch der dienstjrrudigste Soldat gerne tco anders verbringt, als just auf der Wachtstube, und ferner, daß ich für den 'Abend dieses Tages zu einer befreundeten Familie geladen war, wo mir außer kdnn saf:igen Syloesterkarpfen, dem duftigen und ach ! so warmen Punsche noch ' ein Paar lustiger blaner Augen winkte, -die ich mich aber heute im Interesse : meines häuslichen Friedens hier des 'Naheren zu verbreiten wohl hüten werde. "Mißmuthig, wie nach dem Vorausgcgangenen begreiflich, saß ich also an dem wackelbeinigen Tische, sog an meiner Cigarre und vertiefte mich in die kalligraphischen Leistungen des Wachtbuches auf dessen vergilbten und fettbefleckten Blattern in unzähliger Wiederholung bit Wahrheit des alten Ben Akiba'jchen Satzes stand, daß, me unter der onnc, auch auf Wache -und Posten nichts Neues" sei. Ich bereicherte die Zahl . dieser Documente um ein neues Blatt und wandte mich dann wieder der stillen, aber desto ingrimmigeren Betrachtung über mein trauriges Schicksal zu, indes ich mit den Augc'n .mechanisch den duftigen Schneesteruchen folgte, die leise rom Himmel herab an .die gründlich angelau: scnen Fensterscheiben wehten, um dort zu schmelzen und schließlich mit der Staubfchicht in ein trübes Ninnsaal Vereint hinabzufließen. Fast wie eine willkommene Abwechs lung erschien mir in dieser Stimmung der sonst nicht gerade herbeigesehnte Besuch des Ossiciers äs Joux. eines würdigen Majors mit reifbehangenem Schnurrdart und rother Nase, der eine Stunde weit durch Frost und Wind hinausgeritten kam, um von mir;n erfahren, daß auf Wache und Posten nichts Neues" .fei. Der königliche Dienst schien dem hohen ' Vorgesetzten an diesem Tage genau so unbequem $u sein, wie mir, denn er wandte eilends sein Noß und xMt 'im Galopp zur Stadt nicht rhne mir vorher mit .p- .n Dienstgesichte bemerkt zu habe'' . ,j meine Helmschieue ; des erfordern? Ganzes entbehre. Ich sah nt r Uhr es war Zeit, den Posten , ... Der arme Kerl, dem die zr . , Stunden in der .Zelten Winterluft wohl cht lang vorgekommen sein mochten, hatte sich bereits se ganz allmätig in die Nähe des Wachthauses gezogen' und schien Herzlich froh zu sein, . als ich die Wache antreten lieu und ldie Ablösung commandirte. Er kam .mit . angesüßtem Geweheuf mich zu: Auj .Posten Nichts Neues!" Lunterbrach ich Lhn, t daS wissen wir schon. Und nun stellen -Sie Ihre Flinte fort , und kommen Sie . herein. Wir wollem sehen, ob sich nus i dem, was meine Wirthin mir in den , Tornister gehackt, .nicht ein leidlichsr '.Punsch brauen läßj." Ein Kochgeschirr Mit Wasser wrde rauf den Ofen gesetzt Mnd bald verbWiriete sich in der rauchigen Atmosphäre 'der : Wachtstube jener liebliche Duft, den eine f serständige Mischung aus Nothweiu, Eognac nd Citrone ml nicht gar gu vielem Wesser entfaltet. Vorsichtig,:,mit daS zrm königlich: Wachtinvenla'um gehömge Glas keinen .Sprung c?- ; litte, ward eingegossen, ich kostete nul : reichte dan das damxfele Gemisch meinein Gegenüber. Dankbaren AlickeS .griff er caitach und Ut&t.&aZ 3ta aus .einen Zug. zum Woble. saluti! 4 3 ifagtt er nn $ib das GUlS.. zurück. Etwas verrzundert fa.h ich ihn an. Sch. halte mir 6cr die Porson!ichkeit, die wa in dem blaur Gemeinrcck vor mit fstanp, bisher noch nicht den.Kcpf zerbrochen,. obwohl mir der Mau bereits durch -sein syupathifcheL Gesicht nd ein an Handiges, zurüiltendeS Wesen aufge -fallen war. Er mochte KsAfmaen oder tThmirtfi ffin :rb fnnni Ahn mitr v . ly j.. .y nicht, denn er war von einer .eAdn-en Co:pagnie, wie ba bei den sogenannten geischten Wachens, zudeneu bai zanze, L!egient dl? Mannschaft stellt, .;a,regelmäßig der Fall ist. Zetzt erst bemeckle ich. daß feineLt Helme idieCocarbe 'fehlte,, daß ich .also .einen mUitarifch unchrlhaften Menschen vor ur hatte. Diee Wahrnehmung znochte sich wohlauf mei-. nun Gesicht abK-sviegelt Haben, desn mit einem schmerzlichen Lächeln rät eßzurü mnd sagte leize: Jch .hatte darau denke sollen, besor zch mit Ihnen nuS einem Glase trank. Sch hatte eS aber wieder einmal verMen, daß man mir die militärische Chrz abeesprochelr, hat. , Verzeihen Sie!T t 1 1 Vt tl TX. .1 3 'II Pail, errototiie icy, o l?ur s iuui aememt. Sie brauchen trotz der fehlenden Cocarde noch kein schlechter Lerl zu'l . r C . 1 t t -f c "r. I ctn. cy wunoerre micy oaruver, vag Sie lateinisch sprachen. Wo haben Sie die Brocken her?" , , '.. Nnn,,k,:an schnappt ja manchmal inrnl aus nd das bleibt dann hangen," antwortete er ausweichend und mach!e sich o dem Feuer zu schassen.
Räch ein Nemen Weile richtete er j
aus und sah mir fr ins Gestcht: vceln, ich will Sie nicht täuschen. Ich hab' mein Lateinisch auf dem Gymnasium ge lernt, wie Sie, und später auch auf der Universität ich habe früher einmal alte Sprachen studlrt." . 9Iber warf ich ein ; doch er ließ mich nicht ausreden. .Sie wollen sagen, dann müßte ich auch die fchwarzweißen Achselschnure trugen, wie Sie. Ich abe sie euch getrageu es ist freilich schon lange her man hat sie mir das mals abgeteennt, als man mich in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzte. Und nun lassen Sie's damit gut fein. Ich mag Ihnen durch mehr die Stimmung nicht verderben und das bis; chen nute Meinung, daß Sie von mir zu haben scheinen, nicht in's Gegentheil verkehren." Er wandte sich hastig ad, als bereute er's, schon sö viel gesagt zu haben, fetzte sich auf die Holzvritsche und starrte trüb in das flackernde Feuer des Ofens. Ich ging ihm nach unv legte ihm die Hand auf 'die Schulter. Seien Sie vernünftig.'" sagte ich, helfen Sie mir den Punsch vertilgen und wenn Sie es genirt mir von Ihnen zu erzählen, dann sprechen wir von etwas Anderem, nur damit die öden Stunden etwas rascher vergehen." Zögernd folgte er mir an den'Tisch, ich rückte das Kochgeschirr mit seinem dampsenden Inhalte in die Mitte, füllte das Glas und versuchte ein leidliches Gesprach in den Gang zu bringen es wollte aber nicht recht glücken.. Mein Gegenüber gab nur kargliche Antwort, schließlich beschränkte sich unsere UnterHaltung auf das gegenseitige Zutrinken und ein Jeder hing seinen eigenen Gebanken nach. Es hilft nichts," brach mein traunqer Zechkumpan plötzlich das Schweigen, rr- '.n. r ji Die stlit Erinnerung i einmtu gcrocai, und ich vermag sie nicht mehr u bannen. Vielleicht wird es mir auch lerchter um's Herz, wenn ich mich wieder einmal aussprechen darf. Erwarten Sie jedoch nichts Besonderes: die Geschichte ist ein-, fach und alltäglich ein bischen Leichtsinn, ein falsches Weib, eine ehrverAeffene That, das ist Alles. Hören Sie! Fünf Jahre sind es jetzt, seit ich als Emjähriaer beim Regiment eintrat. Ich hatte kurz vor dem Staatseramen den bunten Nock anziehen müssen, weil ich die Ultersarenze erreicht hatte und keinen 'Ausstand mehr bekam. Das kümmerte mlch aber wenig, denn tch jtand allem auf der Welt Vater und Mutter wa;ren schon lange gestorben 'Und mir perzsonlich war es vollkommen gleichgiltig, , ' ' rs, f ... T e . ' V .. t 1. ' 00 lll) ein paar ayre sruyer ooer Ipaler Schulmeister wurde. Ich .that also schlecht und recht meinen Dienst, arbeitete nebenbei just soviel, als nöthig war, um ans meinen Wissenschaften nicht ganz und gar herauszukonrmen, und grng im Uebrigen meinem Vergnügen nach. Eines Sonntags ich stand schon im zweiten Halbjahre und war Gefreiter ging ich mit mehreren Kameraden' nach dem Hafen hinaus, vor dem Steindammer Thore, wo unsere Regimentscapelle in einem Vergnügungslocale- concertirte. Der Saal war gedränZt voll und wir hatten Mühe, Platz zu bekommen. Ganz in unserer Nähe nn einem dichtbe fetzten Tische saK ein junges Mädchen, das zu seiner Umgebung, augenscheinlich schlichten Handwerksleuten, seltsam contrastirte. Sie war elegant gekleidet ohne auszufallen, und wäre diese Umgebung nicht gewesen, so Hätte man sie ihrcr ganzen Haltung nach sich wohl in einer, verfeinerten Geselljchaftssphäre denken können. Ich ein nicht, wie eS kam, ich fühlte mich zu biesem Mädchen mit dem blassen, nicht mehr gakz fri- ' scheu Gesichte seltsam hingezogen. Waw C , IM." ren es oie großen ounrzen ugen, oie einen Moment lang gleichgiltia auf mir ruhten, oder der müde fast gelangweilte Nua um den schöngefchwungenen Mund r w .r.. tt, . tcu vermöble mix oaruver leme Rechenschaft zu geben. Fast wie eine persöMche 'Kränkung empfand ich'S. als mein Nachbar mir .zuraunte: Stf, das Mädchen kenm ich. Sie heißt Life W. und ist Kellne,rin in einer Vorstadtkneipe, :deren schlech cjes Vier sie den Gasten durch etwas weib .gehende Liebenswürdigkeiten .genießba? Machen muß." .Am andern Abend faß ich smitten unter 'diesen Gästen, trank geduldig das schlechte Bier, und ärgerte mich über ie Freiheitm,vdie männiglich sich gegen das Mäd.chen .herausnahm. Sie schenkte mir Mlfengs keine sonderlia)e Beachtung, ischliettlich schien jedoch meine Weharrlichkeit nicht ohne. Wirkung zu sein, denn .eines Nachmittags setzte sie sich zu miran den Tisch und schüttete mir ihr.Herz aus, b. ch. sie erzählte mir ihre Geschichte. Erlassen Sie mir, dieselbe wiederzuerzählen, es ist das alte erlogene Lied, das jede .dieser Sirenen singt, von Jbe anständigen, aber armen Eltern, dem geWillenlosen Versühr tc. Ich glaubte Ziaulals uud ließ mich fangen. Noch ein .paar Sage, in denen ich mit allerhand Bedenken kämpste und ich machte dem Mädcheweinen ventablen Heirathstrag. Sie lachte mir zuerst ius 4$ts sicht, als sie aber merkte, daß es tsätba mk Ernst sei, zeg sie andere Saiten .auf ux& legte, plötzlich eine große Zuneigung für nich.an den Tag. Noch in derselben Stunde kündigte .sie ihre Stellung auf, ich besorgte Ihr Hi einer früheren Wirthin vsrn mir, einer würdigen Postmeistersmttwe, cinc vorlausige Unterkunft und am Ak:kb feierten wir mnsere Verlobung y Die alte Dame schüttelte den Kopf dazu und sprach mir unverhohle? ihre Mißbilliaclng ans. Die nächsten Wochen rerzingen in ungetrübteLi Glücke. Meine Braut war , von einer bestrickenden Zärtlichkeit, fügte sich bereitwillig jedem meiner Wunsche, las in den Vöchern, die' ich ihr brav bemühte sich, b:i ihrer WirIhm fciicit zu lernen kurz, sie that, waS sie nir au den Augen absehen konnte. Sie giN'i s?s.' gar nicht aus, nur Nschmittags gin; , sie ein Stündchen frische Luft, schoofcn, denn wie sie mir sagte,, r.r.i- s. n. :ii Ijt r.si zeule iaj ijar iuu) uiy crjucuun.! e gen. , Unter meinen Kameraden hatte sich daS absonderliche Verhältniß bald herumgek sprachen. Man neckte mich und ad und zu versuchte auch der Eine oder dec AnUxt, mich zu röarnen eS war alles ver-
gebens, mein Vertrauen war womöglich noch großer als meine Liebe. So kam Weihnachten heran ich verschwendete einen ganzen Monatswechsel sür Ge schenke und freute mich wie ein Kind auf den Christbaum. Sie können sichs
st.n... tk VVI 11 U( I. IViC litlUJ VII uu , die ich in meiner Wohnung vorfand, da ix. Jl. r..:r:. fVs. t.: w. ' - ut um ycu,äfu u ' Feiertag zur Wache, commandirt sei. Ich lief zum Feldwebel und beschwor ihn, den Befehl abzuändern umsonst, er zuckte die Achseln und sagte, ich wäre an der Reihe und müßte dran glauben. Schweren 'Herzens zog ich am nächsten Mittaa aus lt Nsöaärtertbarwacke. AVW IUI Ulil UWIUII I nachdem ick vorher von melneV Braut einen Abschied genommen, als gälte es mna L 9,htn. eine Trennuna für das Leben. Die Stunden, vergingen in qualvoller Langsamkeit, da es mochte schon zehn Uhr Abends fein kam vlöhlich meine gutePostmeistersmittwe gelansen. Athemlos erzählte sie mir, daß meine Braut gegen Abend durch einen Dienstmann einen -Brief erhalten hätte, nach dessen
Lectiirc sie klärtr. sofort z, einer fÄroer " 'V 9I reffranfitn grrnnbi. zu müssen. .Ich s,ott 0tIa?"" fltlert(w"" v 0 " . . "'y' yn V?nlMTt nVif f . nVi rtitt
itiiuiiiitit iihhii jj uiu vii ,)u; trau., der angeblichen Frem.din ..ich. n'. 10 mxw mtwamt oxi, ,m iiMi v - i alaubt. dalt die Liie ibre srübereu (sc. c, tn iiftt trH Tvnh .a trnrnor tiif ri0-. iUnfcn fst ani iini utftthtn baben sollte, und aZna ibr beimlick nack. j 1 - " Tl 1 . . " I v . . v m3 " ii" "ta'" I A., nXÄn, &X6n,& strts un v ...v v Hnvvv unv vhiii rtrf riAti h.v Stn U .k MUVW IIMIIU IV ,MUMVl . VV.VMfc! Lieutenant von Ihrem Regiment. Sie bearünten lick ,'ekr freundfckaitlim. dann nahm sie emc Arm w ' I l - " i -7 i y r um zu sehen, wo Sie. traten in das $Y?r In rrt SrCrr tvi -vv vvfc. vivkHiii vviiiihiii' i lick wolnt. Nun bin ick Kierber aelausen, mit es ynen zu erzählen, damlt Sie doch wissen, woran Sie sind," so ' - . , , , . schloß die alte Dame ihren Bericht. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich es fertig brachte, ihr für die Aufklärung zu danken mein Kopf war wie betäubt und meine Gedanken wie gelähmt. Eine halbe ltuude saß ch so brütend da. dann raffte ich mich auf und trat hinaus in's Freie. Halb mechanisch ging ich r 1 . . I i i m W mm f &u& j iiiu den nougartcn hinunter, immer weiter, schließlich stand ich vor dem Hause iu der .,rkrWrnk-, s?in im rstn Stocke war hell erleuchtet. Gestalten zeichneten sich schattenhaft auf dem wei-wwmW-m-wmjm -f W ßen Vorhang ab, ich glaubte ihre Stimme zu hören, da faßte mich plötzlich eine namenlose Wuth ich ' eilte .die Treppe hinauf im ersten Stocke'las ich ' - . . ' an der Thüre einen Namen, darunter die Charge Äecondelleutenant. . . . Ich r, an hr minnti ?rift, k, Stimme und ich stand vor dem Gesucht,n. Sin htri,r b,wt,r M,n,r mwvwmt " ,1 tf I v V 1 f I m folgte, ich versuchte einzudringen, der Ossiciec hielt mich zurück, da nfe ich. sinnlcs vor Wuth und Eifersucht das iveltengewehr heraus und stach zu. rr . 'celtt Gegner oracy Ziu ammen mir war e5 mir einem Male, als würde ich mit iSFslsfn flrtfirr ilfirrtrtfiVrr Wie won Furien gehetzt, floh ich die .,. . ...... ' v . treppe ymunrer nacy meiner Woynung. zvort, lcyrle eö mir ,n den Ohren, fort ! Ich zog hastig Civil an, suchte Nachfeld, was ich aber m mcmen Taschenkfand, war kaum hinreichend, um die Droichke nach dem Bahnhoxe zu bezahlen. Wie mir der Gedanke kam, mich 9 . . ' an smdem lÄute zu vergreifen, weiß ich nicht, mit einem Male stand ich vor dem erbrochenen Schreibtische meines Zimmcrnachbars und raffte zusammen, was ich an Geld und Geldeswerty fand. D kamen polternde Schritte die Treppe hinauf, mein Name wurde Herufen, ich trat heraus und einem Ofiicier entgegen, dem eme Patrouille folgte. Es war der Nondeofstcier. der ku nack lIUHt VWI M W U 1. U k k M meinrm Fortaanae die Wache revidirt hatte mnd nun aekommen war. mim in
sie bleiben würden. , .u . Sehnen, Hauö Herbartstraße nzige Mensch, der beide Sprachen be- mein Herz mit nie geahnter vi,nnfr ...k. y?rr chte und verdolmet chte. war. Mit ' " J 5 m., a v
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meiner Wohnung zu suchen. Verzweifelt sekte ick mick .ur Wenr nach kurzer Frist war ich überwältiat J t f r t ' und wurde aebunden au d e Liauvtwacke m ' m I ae fuhrt." Mein Geaenüber schwiea und Knte hastig ein Glas Punsch herab. Und we ter? iaate ck. 6 ?a,:..re kännen & si ins.! Senken erwiderte er achselzuckend. Ich wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, verlor die Schnüre, die Kokarde und bekam drei 5labre estuna. Der Vornkende des Gerichtes, mein eigener Hauptmann, sagte mir, ich hätte es nur mein:r bisheriaen anten Führung und der Fürbitte . - . des von mir . verwundeten Lieutenants zu ... 0 danken Strafe seit Sie wUv.., Vlltlfr Wachtmanu nickte zur Bejahung und ich r-t'--- rt v . . r suyr so: Vlun, vann muien ie za im Frühling über ö Jahr entlassen werden. Was geschehen, ist emmal qe schehen, lassen Sle die Vergangenheit ruhen und sangen Wie dann em neues Leben an. Kommen Sie, darauf wollen wir unser Glas leeren!" Mein Zechkumpan schüttelte den Kopf. Ich danke Ihnen zur die gute Mernung, f.,,. mit mir !ft c ffin N,..-S Leben anzusa,!gen, dazu iange ich nicht . , P. -.a - wm mt r . V V meyr z oie orei ayre ais iraigesangener uud dann die Zeit beim Commiß haben mich verdorben bis in die Knochen. Und nun lassen Sie"s genug -sein. ErRauben Sie mir, ein wenig vor die Thür zu treten - ich mochte gerne ein bischen allein mit mir sein. Ich werde Ihnen nicht davonlaufen," fügte er mit einer :unbeschrelbllchen Geberde hinzu WaC spater auS ihm geworden, weiß ich nicht. Ich habe ihn' nach der. SylL Iffi 6 i l wLSrf 5 nniw tmBlwack. Unsere vesterncht nur no sr rm Manöver, zcompagnien, zagen neoenelnanocr, oie nwAtim &U bit gewöhnlich... Kompagnien, lagen nebeneinander, die .Jk.MuxV.ig 'pve ging r Besann dc Hers U(a zu. Mcm Bekannter . . , . w . . ... - ji. , von der Scheib enstandmache saß rittlings auf einem Fn sze und schwenkte in der Rechten ein Glas, indeß , er' seinem Zuhorerkrelie Zrut hellerer stimme altt Studenteulieder zum Besten gab: Als er mich erblickte, brach er ab, und schwenkte ,, das Glas: ffrrosit, zum Wol)U, Salati!" rles er herüber . Ich wandte mich so und ging weiter. Er hatte damals doch wohl recht gehabt, als er meinte, es sei zu spät für ihn, im neuen .Jahre '?in neues Leben zu beginnen. v.": ; ;': V ; .''VV; . ,
, daß ich mit einer so gelinden wlCin vv,r,l gr, an oem n'l m u? as nucy umgivr, was mir kinir eng davongekommen fei." n U Januar 1887 schrieb elne keilen, ii ;.:c ... ... I . t t . . T ! . Ix . t , , i .
- - . - i timeiic mzninrr. iinn lfinf 'jiifiirr nnnrn i inta ienn iitrttitttii tm t neft
vyh. .(n (;. it .9 1, I r I I D r ...... i v vtnvti hiuiuivii iui uvit. Layre, sagten öie, tlt es her, s;.?,?,. r. .. ck, : r.-. ' x.:
eintraten " fragte ich. Mein X:: ' 0 . i i ""'"a
Eine Neujahrsgratulation. Humoristisch Snnrkruuztn von E. Clfk
Der Fürst vo.r Dschungula Gs der eng v iihichi jjiaiycw vai ( : r ji . rv .... an . r . lj len ttcy enig ge n. ' t. cm tj'i . nach Weihnachten em wemg g u Uttnkt. Mathews namllch. der Verme - Mathews nämlich, der Vermesiunaen im innern des 9andes rornabm. verlangte vom Fürsten Saiib eine Varedu, das ist ein seetüchtiges Fahrboot mit Bemannung nd Proviant, während s.:. : v : . Cüs.: :s. e.- ' ii -v ' " - - .- ' ? ruic uiui ujc fljwuui luiu um cuicu itwu i losen Landwagen, von Ochsen gezogen , fV . . I nd von zwer relvern veglenel. zur rzugung men konnte oder wollte r rJ r ? T 3 Men ch, hatte ux seine Person auch we nig Federlesens gemacht, aber er war verheirathet und so närrisch in seine kleine goldblonde Frau verliebt, bau er tc auf allen seinen Irrfahrten mit sich herumschleppte und durch manche unwegsame Landstrecke sein süßes Weid lieber buchstäblich auf Handen trug, als daß er sich i . i L" . Xsl. sC - r l r. ii. i I (I "ZÄS! ?,X konnte, so : t; ,vrJH " " !, 1" aM1 iuirniiwi. ., r mt ' o o- r . seme lle.ne vrau ahrmen undEntbehrungen auszusetzen oder aber slch aus L V . ' Ctt ..Är. i v-l l: m i ' ' o.os zange oxti m5 vier wonaxs nncr fiTcu stnu Trennung iu unterzlkhen r, ., . r tn t tfst Saiib hatte die Vareda 0 tntx . . , . t m . rt, , . g'lch verweigert daß eme wettere Bltte nutzlos erschien ; dazu kam. danMathews etrff t . . V r r ttner Mission betrau , nach Lahore ge reist, man erwartete ibn erst im Februar zurück, und schon am oritten oder vierten Januar wollte Mathems serne Erpedttlor beginnen. Es war eme unanaenehme Lage. Als der Neujahrstaa herankam, be gann Mathews sich bereits mit Seufzern und ThrSnc,, aus einen AbsÄcd gesaßt zumachen ; d;e Donnerwetter, welche jlch . - . ... aus des Tnrannm Haupt entluden, hattart Iti.i.n iiln ? wii4titHrn I v"i" "L"7"v" " U.Ul UOllw, U!S OIC t klN wenig Voll U I g pm f ,iA fC t I B er Ingenieur, da es immer be,, NZ''' n -z 3""" ij "l";V'. V ab em Rath seiner , an ften klelnen ee "JeT l . 7 7 ? von I irilAiiniMilA VliiiAhvpArAtiiTitlAi in 4 r . . o nahm er denn eme seiner europak Visitenkarten heraus, seine Fran legte die thrme dazu, beide steckte cr in I r mm t . e . I einuvert und übersandte ,:e dem anv amMlttag durch einen Diener. ," lu' Xlr ? ur7.T; w i aIA IYI i.lIV l.lüulijtatf ODlttl. iny jtiijci ovtii, uyuiu f tiyuiu;ti Ävuiy erforderlich wurde, löste die beiden Bistleukarten ans der Umhüllung und hielt die femen glasirten Kartchen verwundert jmr fW rt" v- rt"V - lu der Hand. Mr. Nobert Mathem ftsttih sliif hrr nnen Mr Ast in iy. -au. vivvui miucw, an. n.i...i ar c n. cm. OsK . cm. uuuu uu vci cuim, uuy. vuyua x'm; thews" auf der andern, auf beiden unten in der Ecke w. C. o. t. 8. Was man das bedeuten? Plötzlich siel ihm etwas em, ia aewtn, das munte es ein ! Er hatte doch Einiges von europaischen Sltgehört ; wenn Jemand Einen beleiI Va4 I A 1 VAlAM HMiklAllln ILl(tAtt v. l,l5't,uJlcVUttf vi "f'u da am Ende der Welt, so schickt er ,hm V l 7 r T 5 ?l r?" vuv ivwirn wicv n.iii.uyivi. viiijjiunun, und oh über diese rachgierige Barbaren: tun aun oer 'cann, ancy me viur. , , t rm t L)UlUlC JJIUU lUlUCUC llll UilL OlUlIlfl) -n:-. cv . l... ...... -: heraus, vcaturllch, sie war ja am mei sten dabei'bethciliat, wenn er ihrem Gat I . . ten die Bareda versagte. Fürst Saiib erhob sich mit schlottern oen nleen von , einem vcaralien-Tovza, tv r auf dem er feine vierundzmanz,gstündige esta hlelt ; dlkse Wendung hatte er i . . rr c iv. roanct., Wenn er vem Ingenieur I 1 AI tt A n MüWlAA 1 1 A A 44 w A "i wuue, iu iui s allerdings vom Vicekoniz ein Rünel ero n daraus war er sogar gesaM ; m.. 5. muei, oer et)t em paar yunoerl hl 11 ji. l u k. . m a C jnjk & 4 X 1 & & & m Ä f a vunui zu ulunuu,en oai, ui i cqr abgeschwächt im Dschungel-Lande am ö'" n, man raucyt eme pmmpfette weyr. um zu vergezien, oamll war die 5 aogeqan: 'Aver räum yunverr schütte von lhm em kampsbttclter Englander mit eliernen Muskeln und einem a mm u & ,, m am m . a. a "" i" engel Mit den langen Nqgeln und den ro.v" s? ' raucyre an I ' 7 . k. ? , . O . ' stz... zum Hafen. An: dritten Januar hielten Mathews und fern Weibchen sich m thränen umschlungen, es mußte geschieden sein. T$om Fürsten war keine Nachricht gekom men, nicht einmal das zugesagte Ochsengespann; es hieß sich in das unvermeid llche fugen. Aber oh Wunder! es nahen Boten des Herrschers, sie bezeugen eine gute.Nachnct vurcy reuz- uno uer vrunae. ne x , ' T m jm mn t T uazen Blumen m oen yanven uno w j n,nn, um k, strttftmtwM4 gewinde um den Leib. Pantomimisch aufgefordert, folgt Mathews ihnen, sein Weibchen nöthigt man ebenfalls mitzusi gehen, mit Tam-tam und Jauchzen, die wie Folterschreie klingenwerden sie zum .Hasen" (einer Bucht im Niesenflusse Stemi) gesührt, zwei starke Eingeborene bicten ihre Rucken dem Ehepaar, in wenigen Minuten sind sie an Bord einer tüchtigen Bareda, wo der liebenswürdigste aller indischen Fürsten, Saiib, sie per lönlich empsangt. Mathews schüttelt ihm herzlich dankbar die HandFran atbews lächelt ibn unter Tbränen an ttmt'&A. nüizrii:& lMfeÄa.i swrr ' ? ., . I lllliill 4 I V mM I, aL. n. AM . A i . fllcyl vciyuyeycii um chic reizenden Schüchternheit die beiden Gratulationskarteu heraus und deutet frag?nd auf sie. . Und mit erneuertem Dank beginnt, - das zarte und derbe ? Händedrücken. ' , , ( ;. ' ' Der Kte Kerl," sagt Mathews zu seiner Frau, er hat zum Dank für unseren Glückwunsch sich wahrhaft königlich erwiesen.".., ' . , : Die Bareda ' ist schon wochenlang unterwegs, da kehrt der sprachkundige Unterthan aus Lahore zurück. Das Erste, was Saiib ihm zeigt sind die
ich folgte ihnen, I- 2 y l Und mich ergreift ein langst entwöhntes
I Fj- CyVl.-4 n C. a V m 4 htiAA1t I .
Karten mit den Namen und der rälhsel haften VuchstabensJnschrifk. Heil Dir, o'Herr," entgegnet ehrfurchtsvoll der Dolmetscher, .diese Karten senden Dir einen Glückwunsch zum Jahreswechsel, w. C. o. t. S. bedeutet:
witn Complinients of tue beason, das will sagen wir wünschen Dir zum neuen Jahre alles Gute." Man sagt, daß an jenem Abend mele Seufzer und Türänen zum Himmel emporstiegen. Fürst Saiib hatte sein Hauptverauügen, eine Generalbastonade r rr . mx - . r in üccnc zeizen ini c i er isnuarounia aina alw in bnchnäbliche Ersüllunq. in . . . . - , . . "w surjtltch mdtjcher Ueberleyung ! Sylvester-ttlockett. tUg-ll. , Mitternacht. Vom Thurm herab, weit tönend in die vcunde, Erklingt der Glocken, liefer, ernster Sang ; Sie künden dröhnend, mit metall'nem cvr. ykmivt Den Laus der Zeiten, ie des Schicksals ? WH, Sie künden ernst. zu mttrernacyt ger Stunde, Im Herzen weckend ernsten Wiederklang : Ein Jahr ist hm! für ewig nun geschieden. Bald schlägt auch deine Stunde, Mensch, hlemeden!" Dem Seraph möchte Flügel ich entleh nen. Und schwingen auf mich durch die stille ?iacht. Durch Raum und Fernen ws unendlich dehnen Der Welten Bahnen sich in ew'ger Aus-in das Unerforschte möchl' ich drin. ' Z, Pracht ! uai. m Merton der Glocken mich auf v ... schwingen! 0X NZss, .,N. K,,Zk.Z Zieht es mich hin, hinaus zu jenen Sternen, 7 jl' V V V geschienen Geistern gleich, lHz.hen dort in unbegrenzten Fernen ; Als sollt' ich dort was lichtlos hier und I ' ' . bleich Des Lebens ernstes Räthsel losen lernen! An jenes ernsten Geisterreiches Stufen Kme meder lch, vom Glockenton gerufen. Es schwebet nun in unbestimmten Tonen, Hinaus in die entschlafene Natur Äom Thurm herab, bald in metall'nem I ' ' ' 1 DröllNeN r?l.'nt mZ&t rri S rr Harmonien eiliend sich, zu schönen Aceorden. lalat das l5ck r7 seiner Svur i - zr --ii . f- - r cm; m - warf st nti tniindfrfslmf &eh "3'"'' '""7 i 7 nen. Wenn mächtig, ernst der Thürme Glocken dröhnen! Mein lispelnd Lied, der Aeolsharfe gleich. Wenn in dem Zephnr ihre Saiten schwinI i ' gen J lieblichen Aceorden, zart und weich, 3 ernsten Stunden ehmuthsvoll eri kliNNkN " ' oja. uz einst la mlmrAA. I I " " "7 , Der vollen Brnii will e3 sick nickt enti - ' ringen ! Das Lied, das in der Kindheit ich gesungen Es ist verstummt, wie Glockenton ver! klungen! Das strenge Herz, es fühlt sich mild und welch. - : 'AZenn es gedenkt der lndhelt selben I f- V - iiinocn, Der holden Jugend, ach! dem Txaume gleich, Es sehnet sich nach jenem Gelsterreich. In dem des Schmerzes emst der Ge.,l entbunden , Zu jenem Neich, dem ernsten, ewig scho nenMöcht' ziehen es bei diesen Feiertöncn! Was ich besitze, seh ich wie im Weilen, Äls ei es m die erne mir entrückt. I n. , - . f. ten Als hätte nimmer es das Herz beglückt Zum Glücke selbst das Herz sühlt ernst und bange Bei diesem mächtigen, hehren Fci?r. klänge! Druckfehlerteufel. Heute wurde bei strömendem Regn? ber neue Stadtpark eingeweicht. ....Die Seife macht schon nach och: tagigem Gebrauch den schlechtesten Tel blendendweiß und entscrntSommerspro sen und Pickeln in einigen Tagen. $U bei ganz veralteten Fellen .ist el länge rer Gebrauch nöthig. ' Zoologische Novität. Wie kann man nur neben einem schönen Jagdhund noch einen so hajzli chen Köier mit sich führen?" wissen S'; dos Vlecherl hat mir ,ne zweite Frau in die Eh mit'bracht. tut um sie nicht zn beleidigen, muß ich , iiaü meinen Stieshund auch spazieren sü ren!" Ein fermer Jagdhund. Mei' Nero, des is Dir ä Apponeur. wie kee zmeeter. ' Stellt er mir neulich ö Nehbock, aus Versehe aber f reff ich mei' arme Hund.' Kaum hatt ich mich nti von mei' Bestürzung undmei Schmerz erholt wer steht vor mer? Mei Nero un Hot sei' eigene Schwanz im Maul, den ich ihm abgejchosse ; han !" !l: , Kasernenhösb lüth e. Feldwebel:, Tritt derKerl mit dem rechten Fuß an! n Da mögen die Teufel wieder schon über so 'ne verlorene Veele jauchzen i .
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von der Ernährung.
Die "Vorbereitungen für eine Nah tungsmittel-AuSstellung in Berlin lenken ein lebhafteres Interesse auf das Thema von der Ernährung. Das Sprichwort Essen und Trinken, hält Leib und Seele zufammen," hat mehr Menschenverstand, als viele Menschen Verstand haben, wie denn schon ein alt.-r Philosoph, den sein reicher Freund so vernachlässigt hatte, daß er .auf dem besten Wege zum Verhungern war, meinte: Willst 'Du, .daß eine Lampe brenne, so laß es nicht an Oel fehlen!" Andererseits aber würden wir sicherlich um die Hälfte weniger Krankheiten haben, wenn man diejenigen von der Summe abzöge, die von UnMäßigkeit abstammen, so' daß die alteqrzpNschen Aerzte nicht so Unrecht hatten, alle Krankheiten von den Speisen abzu, leiten und iemgemäß ihre Verordnungen meistens Brechmittel und Fasten zu trefsen. In bedenklicher Weise machen sich sencS Sprichwort nur die Prasser zn Ätutze; noch bedenklicher wird es in Zeiten der Noth, wie z. B. als der enalische Admiral Byron, der in seiner Jugend an die Küste der Feuerländer verschlagen wurde. drei Tage lang an einem Stück verfaulter . - - . ! r Veeyunvsyaut zeyren mugle, im oaroo noch glücklich schätzte und gewis; nicht, wie ein bekannter Prasser, sich den HalS eines Kranichs wünschte, um länger ge, nießen zu können; am bedenklichsten aber will es uns cioilisirten Staatsbürgern erscheinen, wenn wir von den NahrungsMitteln hören, mit denen fremde und wilde Völkerfchaftcn sich regaliren. Bei den Südsee - Insulanern und in Tonkin gelten Hunde als Delicatesse. Die Jakuten speisen sogar Ratten und Mäuse. Heuschrecken sind seit urältesten Zeiten eine Lieblingsspeise gewisser Morgenländer; schon Diodor, der griechische Geschichtsschreiber, nennt die Aethiopier schlechthin Heujchreckenfreffer. Der rein liche Hindn trinkt geschmolzene Butter, wie wir hitzige Weine; sein stärkster Fluch ist; Daß Du die ganze Woche nnr einerlei Geschirr brauchen mögest!" So sehr liegt Reinlichkeit in seiner Natur. In cnigen Gegenden Afrikas werben Schlangen und Raupen gegessen, wie denn der Reisende Fordyce erzählt, daß er einen Schwarzen gekannt habe. der sich eine Suppe aus Klapperschlangen kochte, deren Köpse mtt ihrem Giste immer mit in den Topf gethan wurden. Manche Scklangen sollen übrigens nicht übel schmecken. Lange sahen z. B. die Spanier in Amerika mit Abscheu die Eingeborenen eine Schlangenart essen, die diese Guana nannten, bis die schöne Kazikin Anaconna bei einem Feste den spanischen Ofsicieren davon vorlegte, welche dann das Fleifch so oortresflich fanden, daß eö sich alsbald unter den spanischen Gastronomen einen bleibenden Ruf erwarb. Die Otomaken am Orinoco esien bekanntlich Thonerde, die Neucaledonier sogar Speckstein, die Senegalneger und Tungusen andere Erdarten. Die Einwohner von Neuseeland verzehren als eine der größten Delicatessen Seife. Mito von Kroton, der berühmte Wettkämpfer, trug einen ganzen Ochsen und verzehrte ihn darauf". Herodor von n.tr u ' . nt r t . Äiegara verlangie zu crner caytzei! zwanzig Pfund Fleisch, ebenso viel Brod und einen halben Anker Wein. Clau? dius Albinus konnte auf emmal fünfhundert Feigen, hundert Psirsiche, zehn Melonen und zwanzig Pfund Weintrauden und dazu hundert Schnepfen oerzehc es. i . . . 1 ? ren, wogegen oie ciorenipleierln gials sich an zweiundoicrzig Pfund Fleisch, ebenso viel Brot und sechzehn Quart Wein genügen ließ. Der Kaiser Marimiliau konnte an einem Tage einen Elmer Wem trinken und vierzia psnnd Fleisch essen ; er konnte freilich auch da? für mit einem Faustschlag einem Pferde das Bein brechen und Steine mit den Fingern zerreiben. Diele Berichte aus dem Alterthum konnten verdächtig erscheinen, wenn nicht die neuesten Seiten noch verblünendere Beispiels geliefert hätten. So befand sich in der sachnschen Leibgarde 1765 ein Mann, der auf einmal zwanzig Pfand Rindfleisch und ein halbes gebratenes Kalb verzehrte. Der Marschall Villars hatte einen Schweizer, der ein ungeheurcr Fresser war. Er fragte ihn einst, wie viel RindSrücken er auf ein Niedersitzen essen könne. Wenig, war die Antwort, vier bis fünf. Und Keulen? Sieben bis Acht! Und Hühner? Zwanzig! Tauben? Vierzig, vielleicht fünfzig, je nachdem es kommt. Aber Lerchen? Ach Monseizneur, wa, die Antwort, die kann ich unaushörlich essen. Wie aber die Mutter Erde für alle Ereaturen vorgesorgt hat, so blüht auch den Fressern ein Paradies hienicden. Wie der Reisende Vauce berichtet, werden in Abessynien Diejenigen, welche das größte Stück mit größtem Schmatzen verschlingen können, als gut erzogen ganz, besonders geachtet und geschätzt, und es gibt dort ein Sprichwort, welches sagt: Bettler und Diebe essen klein, Stücke ohne Lärm. (Berl. Tagebl.) Die malerische Jcati on a l tracht der Schotten hat' ihre Nachtheile Ein Sohn des Hochlandes kaufte sich ein Bund Streichhölzchen, fand aber daheim, daß sie nicht Feuer fangen wollten; ei kehrte in die Stadt zurück und bcschwertt sich bei dem Krämer; dieser nahm, um die Güte der'Zündhölzchen zU rrweisen. eines derselben und strich es an seinem Beinkleid an. Dqs machte den Käufer aber noch , wüthender und er schrie: Glaubt Ihr, ich werd', jedesmal die fünf Meilen zu Euch heremlaufen, um mir 'n, Zündholz anzustreichen ! . Ei ii gutes Zei ch e n. Doktor: ?ln, wie hat die Frau Gemahlin die Nacht verbracht? Mann: Gol, sei Dank, Herr Doktor, es geht emschie den zur völligen Genesung ; sie hat, eine Tasse Bouillon zu sich genommen und daiin die Tasse dem Dienstmädel an de Kopf geworfen." - B e im : N e, it u n t e r r i ch t. Hert kzum Neitleßrer) : Sie haben mich einfach angeführt haben Sie mir nicht versprochen, daß ich nach 20 Lehrstunden fertig reiten könnte ? Ja, mein Verehrtester, aber Sie chaben ja in diesen zwanzig , Stunden viel mehr aus, der Erde,, als auf dem Pferd gesessen.
Jum neuen Jahre.
Gewünscht fei an der Jahreswende de Menschen, daß die gütigen Gotter ihnctf Erfolge alles Strcbens leihen und ihnen Ziosen auf die Pfade des Lebens streuen ! Die Diplomaten mögen dafür sorgen,' laß alle Menschen sich Brüder nennen, aber nicht im wilden Volkerhaß Zhre Hüt ten niederbrennen. I Den Kriegslcuten wünsche ich, daß 'sie eS sich nicht als Segen denken, wenn sie in des Nächsten Brust ihren Degen sen-, ken. , . , ' I Die Kaufleute mSaen ihren wahren s Vortheil kennen lernen, wenn sie sehen daß nach jedem Geschäft, welches man als reell in der Runde kennt, der Kunde rennt. - ' -D Allen. Eltern wünsche ich, daß es Erfolg haben möge, wenn sie den' Unarten ihrer Kinder durch weise Lehre leise wehren. Unbesonnenen Trinkern wünsche ich Vorsicht und Ueberlegung ; schon 'Manchem bereitete das Wort Pein, das er srühstückenderweise gesprochen beim Portwlitt. ,: Dem heirathslustigen Junggesellen wünsche Ich ein holdes Weibchen, dem er im trauten Stäbchen in kalter Winters, zeit bei der Frau Holle Walten kann gemüthlich die Wolle halten. !! Dem unerfahrenen Jüngling, der em hübsches Lärvchen auf dem Ball findet, wünsche ich, daß er sich nicht Knall und Fall bindet. m Denen, die am Magen leiden, wünsche ich, daß sie die UnmälZigkut in allen Lagen meiden. ! Alle Zankenden und Streitenden mogen beschließen beim versöhnenden Glärrffnntt ihre Nsti,? in tmrr i?i"ii
v j j mw 0 v -' rede. Nicht jedes grüne Fleckchen vor den! Thoren der Stadt falle der Bausxecula!
tton anhenn. Nicht überall, roo heut k noch die Nrnd grasen, sollen morgen schon die Gründer rasen. Dem Verliebten wünsche ich, dai ihm ein Kuß von den Lippen seiner Angebeteten werde zum losen Jtaube in der Nosenlaubc. Dem arbeitenden Gelehrten wünsche ich, daß sich an seine Nase keine störende Schmeißfliege mitten in seinem grölen ole'V schmiege. j Die Eifersucht möge aus der Welt verschwinden, damit fürderhin nicht selbst in den elendesten Strandhütten die Ne, benduhler um der Liebsten Hand stritten. Dem Bachlsch wünsche ich, dag er von falschen Freundinnen verschont bleibe und die ihm für's Leben nöthige Mänerkunde nur vernehme aus mütterlichem Kennermunde. ,) Die Jugend möge ihre Tage genießen, denn der Ernst des Lebens läßt nicht lange auf sich warten ; selbst dem lustig inf der Weide spielenden , Fohlen legt man nach kurzem Zeitraum den flteuj räum an. Den Trinkern bescheere der Himmel Weinbeeren, gegen deren Saft sie. sich nachher nicht mir Mark und Bein wehren. 'j 1 Den Vierfreunden wünsche ich. daß kein Sauerbrei das Erzeugniß der Brauer sei. "4 Der stark herangereisten Jungfrau wünsche ich eine mannliche Stütze; denn es Zollte mir tew thun, wenn jte im Sturmwinde auf der Straße als armes, verlassenes Wurm stünde. jr . rt w i ' uno oule Apouo uns IM naQUen Jahre seine Gaben wieder jähen, dann wollen mir ihm auf's Neue uns're Lieder lveiken. iil Ein theures Hündchen. 'l!? I Die verwittwete Frau Girendorn in VariT hat ein Hündchen, das den graziös sen Namen Nanette führt. Mehr el ein menschliches Wesen könnte das Loot? dieses Thieres beneiden, das von ihrer Herrin mit Wohlthaten und Liebkosnn! en überhäuft wird und auf einem Ristix von den feinsten Flaumensedern schläft. Eines Tag?s nun ging i'ia; dame Girendorsf mit ihrem Hüich.cn aus, das von dem Trottoir auf d?n Fahrweg sprang.als plötzlich ein schwerer Arbeitswagen herankam. Das Thler wollte fliehen, aber es war zu spät, ein Nad ftthr über dasselbe hinweg und zerbrach ihm die Pfote. Man kann, sijh das Schmerzensgeschrei von Seiten ber Hündin und das Wehklagen ihrer Hertin vsrttellen. Klückkickerweise kain am
? 3, j Malergehilfe hinzu, nahm das Tbilrr Arf mr m h : M J
chen ln leine, Arme uno vraazle tent f in die Wohnung der Frau Girendorsf. die gar nicht wußte, wie sie einem solche) Wohlihäter danken sollte. . j Werden Sie mir erlauben",zr . Nougier, so hieß der Arbeiter, I nach dem Befinden der kleinen Kravcn zu erkundigen? Gewiß", antwortete die Madanze, .oh, Sie sind ein braver Mann, Sie lieben die Hunde.",, Als AZougier bemerkte, wie sehr die Girrndorsf den von ihm erwiesenen Dienst anerkannte, begriff er. daß der Llngenblick gekommen war, eine so günstige Gelegenheit geholig auszunutzen, z, nZchst bat er um Vermiedene ttdntKiu, leihen, die er auch erhielt z als er dznn erfuhr daß die Girendortf ein bedeut?des Vermögen besaß, fetzte er 'sich mit vier rafsmirttn Gaunern inBerbinrnng, welche die Gierendorsf zu einer $t von unsicheren und höchst kostspieligen Unternehmungen zu überreden wußten, welche den fünf Gaunern die Summe von 2V0.000 Francs einbrachten. Bald be, merkte die unglückliche Frau den Bemig, dessen Opfer sie geworden, und sie zeig? ' die Affaire bei der Staaksanwaltschafl an, die nunmehr vor die O. Straskammer ' kam. Das Gericht verurtheille den Arbeiter Nougier zu zwei Jahren Gesangniß und die Genossen desselben zu vier Monaten der nämlichen Strafe. ... jKi:;:'' C;iry Bei Versuchen mit der Lnsipuinpe, die in einer Berliner ö:g. benfchule der Lehrer ben Kindern vor, führte, gab .einer der Knaben einen runzeligen Apfel her. der unter der Lüste , pumpe bald wieder ein glattes Aussflzrz, erhielt. Der Knabe mochte darcn'zu Hause erzählt haben, denn in der nachsten naturgeschichtlichen Unterrichtsstunde , theilte er dem Lehrer mit: sein Vater' möchte gern wissen, ob man mit der .Luftpumpe auch die Nünzeln aus deu Damengesichtcrn herauZbringen könne.
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