Indiana Tribüne, Volume 13, Number 101, Indianapolis, Marion County, 29 December 1889 — Page 2

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Die beiden Violinen. T ine Neujahrsgeschichte. Aon H?n Heiverg.

, 'V .Komm'! Spiele! saqte die alte ! Wkrau und lehnte sich in den Stuhl zurück. ' UH!c saß am geöffneten Fenster, um die , ilde Luft einzuathmen, und verlangte , Asch sanften Melodien, die ihr krankes WGemuth besänftigten. Nun erklangen M bie einschmeichelnden Töne einer Violme rto drangen hinaus in's Freie. Die DDFrau sah auf den Mann, ihren Sohn, D?ter am Tage vorher heimgekehrt, mit, Hßktlichm Blicken. Er war gekommen, Whne daß sie eS wußte, lag plötzlich vor WKZZr auf den Knleen uxb umfaßte sie. In Wbem kleinen Städtchen hatte er - feine SZugend verlebt, und nachdem er fein ,Nilves Knabenherz ausgetobt und bei 1 , feinem Vater gelernt, die Wanderung in ! ,,' die Welt angetreten. Der letztere, ein Vt Musiker, war plötzlich zu? Rube geganJ' gen; die Frau, die zurückblieb, zehrte kon dem Wenigen, das sie besaß, und als 1 es dahin, sandte Hans Händel, roaS fr iivi; ',. brauchte. ,;' Bisweilen bette er Ausschnitte aus den

' Zeitungen geschickt; sein Ruhm und Ruf ging aümalig durch die ganze Welt. Brauche so viel Du magst. Ich habt immer. Laß es Dir an nickts abgehen. Und ärgere Dich nicht über die Miether. Bewohne unser Heimathshaus allein. Nimm eine Gesellschafterin, umgieb Dich mit Dienstboten. Sei ein Verschn?ender, enn Dein Wohlergehen dadurch erhöht wird." So hatte es ost in den Briefen ge ' lautet. Aber die alte Frau dachte anders. Sie nahm voll Dank, aber gab nichts Unnüt zeS aus. Und bei der Aufforderung, die Wohnung in ihrem Häuschen ungenutzt flehen zu lassen, schüttelte sie den Kopf. Das hieß Erwerb mißachten. Sparsam seit brauchte man nicht nur zu üben fn, sich. War etvaS da, dann gabS Menschen genug, würdige, die es nothig hatUn. - Nachdem der Mann eine Weile gesvielt, winkte sie ihm und bat, daß er aujhören möge. .Es n-ar schön", sagte sie. Aber die Erinnerungen an Deinen Vater wurden allzu lebbaft geweckt. Mein Gemüth Zraucht nach derKrankheit Besänftigung, das zu viel macht mich unruhig." Der Mann legte das Instrument fort, Netz sich neben ihr nieder und drückte ihr Hände: Meine Mutter!" sagte er roeich. jWerni ich Dich nur wieder gesund wüßte " .Es wird ich fühl' es,Hans. Wenn Du nicht gekommen warst, wäre ich vielleicht gestorben an Sehnsucht. Nun zveiß ich, daß ich wieder genese!" In diesem Augenblick roird die Stu benthür unter einer hastig hervorgestoßenen Entschuldigung rasch auf- und ebenso schnell wieder zugemacht, und ein Mädchenkopf mit neugierig funkelnden Augen zeigte sich und verschwand. W war das? Von denen oben? Was sind's für Leute?" sragte HanS. Ja, die neuen Miether, der Organist mit seiner Tochter Specia." .Nette Menschen?" ES scheint etwas sonderbarer Art sind sie. Der Vater ist häusig fort. Specia sjujt viel, übt mehrere Jnstrumente und scheint ungewöhnlich musikalisch." So, so?" gab der Mann halb angeregt, halb zerstreut zurück. Äeniz später ward geklopft, und Freunde traten ein, die ton Haus Handels Eintreffen gehört. Sie zogen ihn bald mit sich fort, und ihn drängte es auch, die alten Platze, an d sich die Erinnemngeji"emer.'Jugendzeit knüpften, wieder zu sehen. Als Händel kurz vor Mittag zurückkehrte und den Weg durch den Garten des Hauses nahm, sah er ein Mädchen, eS war Speci, an einem der Kirfchbäume stehen. Früchte herabrcißen und naschen. Ihre Bewegungen hatten etwas KnabenhssteS, aber waren doch unendlich anmmbig. Guten Tag!" hob Handel an und trat dem Kinde, das ihm den Rücken zugewandt dastand, leise näher. Ohne zu antworten, flog sie zurück, warf Kerne und Kirschen wie ein ertappter Dieb von sich, und über das von ?. dunklen Haaren umrahmte Gesicht mit derlcharfgefchnittenen Nase-fluthete eine dunkle Nöthe. ,; Der Mann lachte. Mit Verlaub! Sind Sie die Tochter des Organisten? , Wohnen Sie bei meiner Mutter?" Die Angeredete nickte kurz, fast wie . ein unerzogenes Kind. ..Ja. Specia Nast heiße ich," gab sie dann ohne Verlegenheit zurück. Specia? Woher haben Sie diesen Namen, wenn's gestattet ist, zu fragen? pNach einer Violine, die mein Großvaker befaß erwiderte sie mit einer tiefen, heiser klingenden, aber eigenartig schönen Stimme. Nach einer Alolme? " w3, ße war sehr kostbar, und weil mim Großvater das Instrument so sehr liebte, bat er meinen Vater, mich specia tu nennen." Hm Und Sie lieben Musik? Mit einem vor Begeisterung funkeln; den Ausdruck im Auge beantwortete Spec:a Handels Frage. ' Jz, und ich möchte so spielen können, wie ie. Und langgezogen. O, wie fielt wie wunderschön und toi-.. JÜaxiV Ich ärgere mich ! Bitte, spielen Sie nldn mehl. Gehen Sie bald wieder ,it t ' . -, i -.

schüttelte denKopfWc kraus 'hxt Gejaulen' sind, mein Fräulein., eiitb Sie eine Deutsche? Wo lebten Sie früher?" n Venedig war mein Vater zuseht. Aber er ist ein Deutscher aus' dieser' Gegcnd. Als ihm ein Freund schrieb, er könne hier eine Anstellung und Beschaftigung erhalten, bewarb tt sich sogleich." , Hans bewegte mit dankender Gcberde den Kopf und, wieder an ihre Worte, anknüpfend, sagte er: ! Weshalb ärgern Sie sich denn über mein Spiel? Weshalb soll ich fortgehcn?1 1 i Dal Mädchen schob zunächst hm unb her. 'tftth

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abcx trat etwas Böses in ihre gleichsam allen äußerlichen Dmgen abgewandten, in sich gekehrten Augen. Zuletzt stieß sie heftig heraus t .Ich bin eifersüchtig. Ich kann kann eS nicht ertragen." .Dabei werden Sie nie vorwärts ?ommen. Denn nicht wahr, Sie spielen selbst?" Ja rief sie und öffnete den ausdrucksvollen Mund, in dem prachtvolle Zähne erschiene, und dem ein lebenswarmer, heißer Athem entströmte. Alles an diesem Kinde war kräftig, natürlich und von eigener Art. Damit Sie nicht mehr eifersüchtig werden, müssen Sie tüchtig lernen." Specia gab hierauf keine Antwort, aber sie richtete ihre Augen mit fragendem Ausdruck auf Handel und sagte: .Nicht wahr, Sie werden nicht mehr spielen?", Hans sah daS Kind an und schüttelt! den Kopf, als ob ein Thörichter ThorichteS geredet habe. .Sagen wir einmal anders. Sie sollen mir etwas vorgeigen, und wir wollen zusammen musicuen." .Nein, nein ich kann nicht! Sie sind doch der berühmte Hans Händel? So sagte mir mem Vater. Ich las viel von Ihnen, immer wünschte ich, Sie einmal spielen zu hören und nun nun . .Sonderbares Kind flüsterte Händel. Er konnte ihr Wesen nicht begreisen. .Wenn ich täglich sechs Stunden übe, werde ich es so weit bringen können wie Sie? Ich mochte etwas Großes werden, auch die Welt durch streifennd Alle sollten sagen, Specia Rast spielt wie Hans Händel." Und plötzlich lhm näher, hintretend, küßte sie stürmisch seine Rechte und flüsterte in einem flehenden Tone: .Und nicht wahr, Sie spielen nicht mehr, . bltte lch war so krank, ich weinte, als ich Sie horte, und herunterlaufen mußte ich, um Sie zu sehen." .Hören Sie, Fräulein Specia," entgegnete Händel, seine Hände zurückziehend, .ich will Ihnen Unterricht geben, währenv ich hier bin. Täglich eine Stunde. Mochten Sie das?" Sie sah sinnend aerade aus. Eben zweoicn uoer oen maen lm anmulye.i Zickzack zwei weiße Schmetterlinge. Die t j ti... t ... C CVl t ... . ' I Bewegungen oer zlerilcyen ?e,cyopse, deren Farben durch die goldenen Strahct- - C ... Ct ;f..r. I ich wu iüiuHir" acyuucu ur,., rr' v . r i . . ... f .fr t I rr rm-w- , . t - i V VI T Z. M .l. r. ....Wa. I Irenen auem iyre eoanren zu oeicyastigen ,Nun ? Sie erwidern nichts? Ich denke so! hob das Mädchen an Wenn Sie mich lehren, werde ich glücke licher sein, als wenn meine Mutter wieder aus dem Grabe aufwachte und sich zu uns gesellte. Gkhen Sie aber dann jon, und ich muv Zyre Änleltung entbehren, werde lch nach grenzenlos unglücklich fühlen Nein ich will nicht. lch danle. Ich kann mcht - e- trlJsln-K"an "r " .nl&c S5ClC sur d,e Kun,t besitzen so verkehrte Wege einschlagen und zugleich so nüchtern wä QeUs .Ja,, das ist es Mem Vater schilt täglich über meme Sonderbarkeiten. Ich mocyle aucy anoers ,em, vocy getmgt es Ul" i"T; V'l Srenzcnios unglücklich, da ich weit fortlaufen möchte, um nur mit mir allein zu sein, Niemanden zu quälen. Plötzlich standen die dunklen Augen Specia'S voll Thränen, ihr Wezen hatte etwas unendlich Rührendes. Der Mann stand stumm xi . : x " r t r. i , nicht gleich etwas zu erwidern, und als er . . c cint o:r.r. neuen viui tiAtiiüC Vi7C UJüüI Ullü IPUK nun euc von oc. a3o gu gerufen ward, nahm er dies als Vorwand, bot Mgn;C??- n . "' U"" rznlgc u,tc emgesunden und Hans melte fast eine Stunde. Mehrmals hörten sie über sich ein Gerausch, als stampfe ein Mensch ungeduldiz und zornig mit dem Fuße; es' störte so sehr, daß die alte Dame nach Fortgang der Freunde sagte: Lästig sind die. oben mit ihrem Larm diese Specia ist em unbändiges Geschöpf. Die Zimmer, die Händels bewohnten, uuni uCii uuui vti iiUKC, iueu unta x ?..c-.. it-iT jl dem Garten. Hans hatte, sich in deml'lben Gemack eingerichtet m dem er - uii'i wMwz un vcn urvetten geitsien. So Nledria waren d,e Fenster. r - y t t -i ' daö man bequcm hlncm und hinaus stc" iü"m Jeden Morgen spielte er ost auch, wenn seine Mutter es verlangte. Eintge Tage nach der Unterreduna mit Specia stand er abermals nnd aeiate. Aus dem Instrument klang es wie Wei- . sJAIiJ..M . ..T 1. u ..... pecia init ihren boshaft funkelnden Augen vox sich, . und als sie sich beobachtet sah, entfloh sie mit den Bewegungen eines vetfolgten Knaben. Der Mann lachte. Das sonderbare Kind! An diesem Tage lernte er auch seinen Mitbewohner, den Musiker Herrn Rast, einen kleinen, erl.sten Mann mit araumelirtem Haar, etwas stark accentuirter Aussprache und dunkler Gesichtsfarbe kennen, und da sie sich Beide gegenseitig sehr wohl Lesielen, verabredeten sie einen pazlttaaua Als Hans wieder nach Hause kam, ins Zimmer' trat und"iein Blick zufällig auf seine in dein' offenen Kasten liegende !n t. genoe ' unmuthigen Geige siel, sah er zu feiner t t , f - , , ( m' t , , 'f . , Ueberra chuna, dau die Saktm zerfchnlt;,H . - 4 B rt ten offenbar unt einem fcharseu Messer zerschnitten waren ! Das war doch über dle Gebühr! Der Mann schüttelte zor510 oen orops uno macyle wn einen C ... i. .. C .l. . cyri , ,e.ne cuiier zu csrg.en. oer er hielt lnne. entfchlou-.fich' rafch, stieg ble TreppeHittanf und fragte die Magd nach specia. ' ' ' Rast hatte sich vor dem Eintritt ins Magd. ' Als HanS eintrat, lag sie auf dem t rr- r ' ef . TTr , jt jl seinem Einiritt nicht erwachte. x VltUn ihr aus dem Tisch lag eine Vio t n . '.. . .fir: c . line und stand ein Schreibgeschirr, das l sichtlich eben - benutzt war. Auf einem

cV; r Ul7.' 7 lc "u 14,15 qünstiaer. Im Garten fand er das w '"W kchwermuthiger Verncht. Mädchen an derselben Stelle, an derer Als er zufällig den Blick hmaus ste zuerst gesehen. Sie stand auf dem , wandte, sah er zu semer Ueberra chuna u&n 7 Jdt, f...ns

Hans von ihm getrennt, da er noch der Rechten meinem Gemach zu drwaen tu ,

LZörurobe ,ur erti iToncert tu der Rii&t M&i su?n? M,nn nfittMi niff t der Advokat

r 1 - . . - - - - -y - 1 Vlwtu -i. ..m, J7 mwi V 1 --- y beiwohnen wollte. . gut wäre, ich hätte Sie bestraft Ich erstehe, ke

M specia ei zu )au e, erklärte die; - Sie aber mir abermals die Achseln der efer.

opya uno icguq. Äver fie ruyle mryr mubml MwaS können! X (Volt, weswie andere Menschen, sondern hatte das halb gabst Du 'mir dise furchtbare Gesicht tief in die Kissen .gedrückt und Qual T. r war so fest eingeschlummert, daß sie bei ' Sie wird sich also löien. wenn ick

Blatt Papier aber, dessen mehrfach geänderte Schrift zu lesen Handel nicht widerstehen konnte, stand: .Da Du mich lehrtest, zweifeln an mir selbst, D'rum hasse ich Dich ! Und hüte Dich ! So lang' Du weilst hier, will ich auch nicht spielen, singen, Mich gar verspotten wollen, Soll Dir nicht gelingen!"

Handel las noch einmal, sah auf das schöne schlanke Kind, das wie eine büßende Maadalene dalaa. schlick dann t c " . T r , i " t auf den Zehen fort und sagte der Magd : Die Dame fchlaft fest. Ich w'll sie mcht stören. Ich komme em ander Mal wieder," , . . . . I elt,amerwelse überfiel ihn von dle,em Tage an eine fast furchtsame Scheu, feine Violine in die Hand zu nehmen Sowie es thn tr,eb, zu spielen, gedachte er des Mädchens oben und verzichtete. Seiner Mutter siel daS aus und sie sragte. Aber 0 Xk A J9 5V luf uu"' Ich mag ntcht. Ich wtll einmal aan: uhe haben," gab er zur Antwort. 5lber wahrend er bisher nur über das elt,ame Kind den Kopf geschilttelt, erfante ihn nun er hestlger Drang, sie emmal , singen und spielenzu hören. Er überlegte auch die Möglichkeit, m ihre Nahe zu gelangen, und trug, well das sich nicht von selbst machen wollte, I zuletzt Nast sein Ansuchen vor. 5, welche Ehre! Gewiß, gewiß! Natürlich, Herr Händel," gab dieser zurück. Gleich heute soll Specia Ihren Wunsch erfüllen ! Ich bitte, seien Sie und Ihre Frau Mutter heut Abend unfere Gaste." Hans Händel verbrachte die Stunden voll Unruhe. Das Mädchen kam ihm nicht aus dem Sinn, ja es drängte sich gewaltsam und aeaen seinen Willen immer wieder in seine Gedanken und Vorstellungen. Als endlich die Stunde gekommen war, stieg er mit einer starken Aefangenheit die Treppen empor. Ihn reute der Zwang, den er specia ausgelegt, indem er stch an ihren Äater gewandt. Aber die Dina? gestalteten sick bener. . - i ' i !' . ' I als Händel erwartet hatte. Das Mäden war irtinA van einer eki,entküml!ck i" ? . " "I 7 I zurückhaltenden Art und schien den Gast . si- ,m ,r m ir frmh ---w ,-- lr i - ' w . . . . T r I ah ,gar unaemem treundlkch um die J . . X:. ... e Frau und erwies ihr jede M.rerbietung. Nach abgedeckter Tafel rtcr ihr Vater: Nun ! singe, Specia ! Da trat sie an s Klavier und sang mit einer tief das Gemüth bewegenden Stimme ein von Julius Nodenberg gedichtetes 2tb ; So brich mein Herz, wenn Du willst brechen, Nicht stückweis, wie ein Sonnenstrahl Das Eis zerbricht aus VergeSflächen. Wenn's sein muß, brich mit einem Mal. Hgdel sagte nichts ; ihr Gesang und ihr Vortrag w.aren vollendet. JPiit nisllltfit sluA &Taecia auk fer Violine hören? hob dann der Mann freundlich an. Specia. hole Deine Namensschwester und geige." Das Mädchen biß die Zähne ttt ammen, me zvitenen verfinsterten ncy, und auf der Stirn erschienen drohende Falten." Nun, Kind?" X-tr Wßitp (Xl0tt ti (titti n l 0 I r. ' . . . . . klaubt' auf der Ihrigen zu spielen, mein I ' "v i. w. r t Wh s I ieUfiM iftTÄ TnA r Hr? DaS würde Specia eine unvern,htt&p (SUre-Mn IWml ich danke! ich will nicht!" rief vag Lzind, und die Augen funkelten. (;. fr,slf. stllcn nickt kumu und rlien I . '"3 - . 7. y a ' " v daZ Gemach. - Händel. peinlich berührt, reöete dem Manne, der heflig werden wollte, zu, und vtajt gab flch auch zufrieden und erklärte: Ich kann nichts machen, ich sag' eS offen, wenn sie nicht will." ?t,i, f rt?,,'i'h? ?WnrnT nrif? CrttiS! h nW Snhmmmi iinh : . " " 7 ' " i nk ll I.?. inn& s,,n, tttrf hemmt 1 vv v v . v uie tx hinein, und wundervoll klang die Musik. Als er geendet hatte, war ihm rjch um's Herz, plötzlich schien es, als ssv-s ihn irrtest iWf, ntmU 1 1 .v.m.. - Utxtt yUx tx kannte nicht, obwohl viel erkakren. die arauiamen Jceaereien des Liebesgottes. . Im Lause des Tages kam'S wieder r.tL ihn 's ..r.i, Vs1 m m,-. .,1it. . tr nt6t fDrew Diesmal war ibm der ukall I tr-'-y- - - ' ' ? 35stmmInit. Jch frene mich, Ihnen einmal wieder ;u begegnen. Fräulein Specia!" hob er au. fcyauen oen ogetn am Htmmel zu? Was bewegt Ihre Gedanr r t- fort . r .. ken?" .Da ich, wie Sie, fort mochte, frei fein, keinen Zwang fühlen " ,Wer beengt Sie? Ich bin betrübt. daß Sie nicht glücklich sind. - ?ie gmg aus seme Rede nlcht em, aber aam ihrer Art entloreckend mandt si'sirf TSttTirn 111 'ihm iinH tiieh mit Mf vvvMf fl ' itv ll 1 . ' 1 . I " . 0 7- - .. ,, H tcharfer. ttekentlicher Betonuna heraus: Bitte wann gehen Sie . . ' in ich Ihnen denn so schrecklich?' xhat ick iraend etwa, was Sie mirklick "7" -7 "3- -zr-r " -si.'"-7 -V- V M V VVV WM, VM Wl ,lnlll nuhZ rrt,o m,n ross? uMfrVft m14VMVM Sie sind krank, und Niemand fühlt mit tn fo Mr 1, L v: ßln., 01... I f" WWHIHMII 0" k cjcacn hgch daß ich weinen muß. daß idf !ch verzehre, wenn Sie spielen. Und Sk, thaten !s ' ,. :x tsiflt ei "ßuUi&- Sie mit die Saiten ierscbnitten. Ist Ibre Bitte nicht thöricht, und hatten, Sie ein i . r . T.. '"'.: : itt ': . r t " I und saate: .Was im mir das alles! I jwj fort bin ? Wirklich t : ; : r; ' t Ja!" sagte daSMädchen fest und sah rt t r r p,- ." w den Mann leidenschaftslos, ja, mit bar, tem Ausdruck an.' mrmmm

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,ur, so will ich gehen, weil weil tch Sie liebe Specia " Er sprach mit leiser, tiesbesegter Stimme und schritt langsam von ihr fort. Wenige Tage spater reiste Händel ab, er folgte den Aufforderungen seiner Agenten, die ihn für Concerte bestimm-

ten, und er that's mit einem gewaltsamen Trotz, obschon ihn die Bitten seiner Mutter rührten. Zu nthrt mein .ttn? Mann leb ich Dich wieder? Vielleicht nie " r 5. m?......, .t...,, 5.,? '''" WVU VWIU ! i3äk Mann rstreut und in sich gekekrt. - Wer weiß, vielleicht komme ich früher, als Du gedacht." 3Vr (?flmmr rrnr- . .,rks! jv"7 mit Sturm und Snn,nsem in weckf,sw rtiin n,,;- Kntts ,ulekt dem umgestüm austretenden Winter Platz gemacht. ' Drunten im HauS sah'S traurig aus. Die alte Frau lag abermals krank. Sie m -m m . r k Klna mit allen Malern ikrer Seele an tm ßfsltn Vr f,rtn fN naedul big abwehrend verlassen. Nun naht, w neue Jahr ; die WethnachtsWumc standen schon wieder, ihreö Schmuckes entkleidet, auf den Höfen und in den Gärten. Und da plötzlich klopft. s an die Thür des kleinen Hauses, und ans Mandel trat ein und fiel, wie im Sommer, vor seine Mutter auf dii Kniee. ftch bin abermals da! Bevor ich aus längere Zeit gehe, wollte ich Dich no einmal leyen: " Inzwischen hatte Svecla wieder zy ihrer Violine gegriffen und gespielt. Immer hörte die alte Frau zu, unv ihr Herz bebte bei den Tönen. Das Madchen spielte das Instrument wie ein Meister. Immer schöner wards, oft sang die Gerne Melodien, die der Frau innersteS Herz ergrissen. Und ihre Gedanken waren zu Hans gezogen und zu dem Kinde. Sie liebte es jetzt, weil es das schätzte, was ihr Sohn über Alles hoch hielt. Er hielt auch mit Fragen nach denen oben . nicht zurück, obgleich er in emem glelchgiltigen Ton sprach, Sie spielte den aan:en Tag, und schon, herrlich. Hans bis plötzlich AlleS vrilummie. kll Äzocyen vorre ,ly ,ie nickt mebr smaen und svielett. Alles ist .n i rrr r " r ..i . jn n. islumm, wie loor oroven. ' Er saate nickts. Am folaenden n.' ' . ' . t . t " - ,m euayrsrage uano er IN , einem I : rt r. y Vi! j . l J r ' r emacy, es ergrljs :yn augewailig. Nach der Melodie: .Wach auf mein Herz und singe!" spielte er ein-altes Neuiahrslied : Wir geh'n dahin und wandern, Von einem Jahr zum andern, Wir leben und gedeihen, Vom alten bis zum neuen." Und nochmals und abermals ging der Bogen über die Saiten, bis plötzlich, als er mitten barin abbrach, dieselbe Melodie Über ihm ertönte, ja, da ansetzte, wo er ausaeyort, und 10 rein und herrlich strömte eS au S dem Instrument, daß dem ohnehin bewegten Manne schier die Thränen in's Auge traten. r r r ? . m Ay, an, Vpecia, meine spec a - 5ies er erregt, warf die Geige fort uno warf sich lauschend auf einen Stuhl. Aber nun ward S oben still, doch horte er nach kurzer Weile, daß Jemand die Treppe herabkam und sich Schritte gegen sein Gemach wandten. Der Mann sprang empor. &t war's l Sein Gefühl sagte es ihm er wollte ihr entgegeneilen. Äber da öffnete sich schon die Mür und Specia i fi..,v Hl. ihm , siltAitit t tu CaamS VVSV" v7rT- , vr"Vt Ihre Gestalt zitterte, die Flügel ihrer strj asc bebten und ihre ".1""!- , . Sle, Sie, Specia. U,:d fpielken le nicyr ooenl uiioci giuuvvc--!jti ... 0 C CI-V.I T.".Jit. uul. Sie aber bückte sich fast knieend zu ihm herab und flüsterte demüthig: ,O. vergeben Wie und hier hier ist die Geige! Schließen , Sie sie em. Da Wie gingen, griff ich wieder nach meinem'besten Freunde, aber er gab mir nicht, was ich suchte. Ich verlangte 1 x 0f .,...., 0f.,v.v, I ttttll, uwiiirn ' ' nach Die Stimme erstickte. Er aber hob- sie stürmisch auf und suchte ihr Auge. ' Specia '. " flüsterte er. Da siel sie ihm stumm um den Hals, und ihre weichen Lippen drängten sich zu den seinigen. Drinnen aber fafz die alte rau, und ihr Auge ward wieder klar. D DaS neue Jahr hatte Alles Allen Mächt, wonach I ft . vl a aI. yClö "vlUllJlC. Doppelzüngigketten. co rrumme tlemanoemu nn armen.. r. tV " . . .t . . . betheuernder Friseur. ' Kein Wasserchen inib ich, verficherteder Badende. Ich binde Ihnen gewiß keinen Bärcw auf, bemerkte der Menageriebefitzer. Mir jeht ost der Faden aus, jammerte der Schneider. Bocke schieße ich mcht, ruymte flch der Jäger. i Nie habe ta) Pech klagte der chufter. x ' r . nn-i'L. t . " ? J tcq neege oen -üiaicn jegon, arger ic siÄ der Gast. 1 mt . r 1 '''v" I ä 1 . J. .. vT 0.,(ii iiU!ii onnie im im ic cuic Äu Vuum 1 ! r i i w n. r at. : :iit.. "oen, wuninac "r',9" imu w. - Btt Ml? geyl Alles am cynurcuen, sagte der Marionettenfpleler. , 1 , fi..i. m,.: cy fcycnir gucn iciucu vu mf versicherte der Wirth. ; - ; ' Mir sällt nichts ein, prahlte der Architekt. ' ,. Ich bin nicht auf den Kopf gefallen, beruhigte der Akrobat. mmm- m Hoch hinaus will ich, erklärt der Luftschisfer. jj!,; ,i cj.t iff 'Sfy muß Ihnen auf den Zahn suhlen, bemerkte der Dentist. . Ich werde'kurzen Precen machen,' sagte inen Span, brummte i.li a.jl: ,:; .. fc i1,!:'' iii' J.':g ., 5 l!i!,,!i;in:!!,:! Vi ly k PM StammDer veraltete gast. Sie, Herr Wirth, was ist denn? Seit einer halben Stunde " warte ich auf mein Bier! Ich habe gute Lust und gehe heute, wo.ich feit fünfzehn Jahren hier- , w ä m Mr.. ,. f. n herkomme, ln cm anderes iivcai. ,r ganz reqr i paffen oaneo I U.U- 2M mZma M.A nicht mehr m meine neu hergerichteten Lsealitäten. 1 : :

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Vkrdorven gestorben." Konantinopel, im December. Vergangene Woche- war's, an einem regnerischen, kalten Tage, da bewegte sich ein armseliger Leicbenzug durch die große PerastraßedemTödtenselde von Schischli zu. Nur wenige Passanten schenkten der trübseligen Feierlichkeit Beachtung. Von dem schmucklosen Sarge troff der Negen zur Erde nieder, ,die schmutzigen Träger hatten die Beinkleider umgekrempelt und glichen in ihren schwarzen, mit Silberborden besetzten Kutten trauernden Harlekinen, und weil Jeder von ihnen den Psützen ailsweichen wollte, schwankten sie mit ihrer Bürde hin und her, als kämen sie damit aus dem Wirthshause heraus. Das winzige Geleite, welches ihnen folgte, ließ sich mit einem Blick übersehen. Knapp hinter der Bahre hnmpelte eine dicke Frau mit jenem charakteristisch aufgedunsenen, gemeinen aber gutmüthigen Gesichte, welches man bei allen jenen Damen antrifft, : die in Theatern niedrigen öcanges oder im Tingel-Tangel ihre künstlerische Carriere beginnen, um nach wilden Stürmen und vielfachen Havarien in den unsauberen aber ruhigen Hasen einer Saison rncublce sürArtistinnen" einzulaufen. Zur Seite und hinter ihr schritten drei oder vier Kolleginnen" der Todten, und nach diesen ein paar glattrasirte, schwammige Männergestalten, denen man das Brettl" schon von Weitem ansah, trotzdem sie sich viele Mühe gaben, wie Lewinskvs" d'reinzuschauen. Nur einer der Männer sah etwas weniger menschenfeindlich und heruntergekommen aus; ein junger, kräftiger Bursche Künstler vom hohen Trapez. Sie hatten sämmtlich ihre Regenschirme aufgespannt. Einige recht überflüssiger Weise, weil die Dinger, welche sie über sich hielten, eher zerrissenen Spinnenuryeu als, Schirmen glichest, so daß man sie eigentlich nur noch in zusammengelegtem Zustande, bei gutem Wetter benutzen konnte. Die vor ihnen gehende Damen hatten "sich mehr oder weniger stark ge.schmeichelt", oder wie. sie in ihrer Sprache ' . mM fagten: zurecytgemacyt, oas yeiur, fie hatten sich schwarze Striche unter die Augen und Ltosen auf Wangen und Ohrläppchen gemalt.. Wegen des Regens waren ihre Kleider hoch ausgenommen, was sich nicht gerade, sehr feierlich, aber auch nicht .unfreundlich ausnahm, wenn man nickt das Unglück hatte, ,nit seinen Augen den plumpen Extremitäten der dicken Vermietherin für Artistinnen pi begegnen. Aber trotz aller dieser störsnden Aeußerlichkeiten machte der kleine Kondukt dennoch einen recht ergreifenden Eindruck und die wenigen Vorübergehenden, welche ihm mitleidig nachblickten fühlten wohl, ohne es zu. wissen heraus, daß da eine jener traurigen Existenz.cn zu Grabe getragen wurde, welche ebenso leichtsinnig mit dem Leben umgehen, wie das Leden mit ihnen. Der Künstlerin", deren unwiderruflich letztesAuftreten vorstehend skizirt wurde, hatte es Niemand an der Wiege vorgesungen, aß sie ein so elendes Ende sinden.! würde, gehörte sie doch zu den wcnigen ikeprafenannnnen iyres 'ccllers, welche bis zur Chansonnette" herabsinken. Für weitaus ' die Mehrzvhl dieser bemitleide nswerthen Geschöpfe bedeutet jene Bezeichnung ein erhebliches Avancement. Ihr Vater war bei Lebzeiten ein wohlhabender Kaufmann in einer der größten Provinzialhauptstädte Oesterreichs gewesen und ihre beiden Brüder leben heute in. angesehenen amtlichen Stcäungen in Wien. Aus dieser, Ursache verbietet es sich von selbst, den Namen. der Unglücklichen zu nennen, welche von ihrer Familie ja schon längst zu den Todten geworsen worden .war, lange bevor sie noch ihren Theaterstittet mir dem Leichenhemde vertauschen mußte.. Sie hat, es auch nie versucht,, sich ihren Verwandten wieder zu nähern oder dieselben bloZzustellen, im Gegentheil, sie schämte sich vor ihren Brüdern mehr. alSchieselbcn sich wohl ihrer geschämt Habens Sie selbst wollte für die Jhriaen verschollen sein, verdorben und gestorben, so längssie lebte, ist sie es auch, geblieben.. Ihre Verwandten haben ein Zahrzeyn hindurch. ihren Aufenthalt nicyt gekannt, erst jetzt, da'sie selbst denselben nicht mehr verHeimlichen kann, dürsten sie Gewißheit erlanqen. wo sich die schon so lange, verstorbent Schwester besinnt. Allerdings eiu n t ! magerer rofk, aver zcyilefziicy ein vefferer als gar keiner. Sie hatte kaum das achtzehnteLebens--myr zurückgelegt, als sie aus dem euerlichen Hause verschwand, um. dem. Zuge ihres Herzens" zu folgen. , Zdr dear' wr ein junger Qs sie i er, welcher kurz, vorher auf Veranlassung ihres Vatersr i . .. rt!..:!;'..stAi nacy einer enlseruren z?ar.:lzonjruor versetzt worden war und -von dem sie nicht lassen wollte. Man brachte sie zwar nach Hause zurück, aber als der Vater ein J l . ' 1 . n r ' yatves zayr varnacy pioyncy iawt iyre Brüder das öceaiment im Hause bekamen und sie mit unerbitterlicher Strenge auf den Pfad burgerllchcrTugeud zurückiu führen versuchten, entlief " sie zum Zweite Male. Sie frug nichts was. aus ihrem' immerhin beträchtlichen Erbteile 1 I t- 1 . i , ... ..... t wurve. oetten .ZlaulvaliJn uninr oehördlicher Contlvle - den Brüdern überlassen bliob, . sie kümmerte sich nicht. was dieselben thaten oder unterließen. ihr uüate es,,dan man nicht mehr nach ihr forschte und sie ungestört erkommen ließ. Die armm Brüder, waS möaen sie,, NA ihretwMen,, geUtten haben! Wie moaen. sie sich gekränkt und gegrämt haben?! . Lnnge hielte sie es indeK Nicht ans, in ihrer Vaterstadt die Schande ihrer mißrathenen Schwester zur SÄau Ni traaen. und ne der nedetten i'O 4':'',, ililil 'S ',!' f rf-':! :"".' deshalb ach Wun, UW sich hier, ltt der GronftoHtF 'einrneüeamilttxu" örünFamil zu 01 V- .',; 1.1,0 den und. iu behaglicher Ruhe die einzige Schwester zu vergessen. Die Verworsene" trikb es inzwischen gleichfalls. von Ort zu Ort. Einmal stand sie als Angeklagte vsr den Schranken des Lasdesgerichtes in Krakau ' unter der Beschuldigung, kostbare Geschenke von' einem jungen Mann ! genommen ! zü haben, welcher , als Dieb entlarvt, und zu zwei Jahren schweren Kerkers verurtheilt c" MS-,!r:;' 4 n'1' " ivv; ; '- -s ' v-iiii i- ii -n-M. fv ; kMUVM A - 'il'li ,;!' :! " ' ' i"'" - ' 1 wurde. . " - - Ha . ; " '" i- 1 Man sprach sie srei und gab ihr zu ihrer , Beruhigung ein ' obrigkeitliches Zeugniß, mit dem sie Jedermann haar:

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klein beweisen konnte, daß sie sa nd so viele Wochen unschuldiger Weise im Unsuchungsgefängnise znrückgehlten wor. den war. Ein paar Jahre darauf stand fie, diesmal als Klägerin in einem Pate?nitätsprocesse, vor einem Wiener Bezirksgerichte, unv ihr Gegners ein reicher Vorftadtfabrikant, wurde zu einigen tausend Guk'sen Abfertigung" vercrnlaßt. Aber r?eder sie noch ihr Kind bckanten viel von dem Gelde zu sehen, denn das Kind starb, ehe sie nur die erste Rate von dem an dritter Stelle deponirtcn Gelde beheben konnte. Zum Glück für siehatte ihr Nechtöfteunv in diesem Processe Gefallm an ihr gefunden und nahm sich für einige Zeit ihrer an. So verging das Jahr, welches noch bis zu ihrer Großjahrigkert fehlte, und als sie dieselbe erlangt hatte, wendete sie sich an das VormundschaftSgcricht ihrer Heimath, um ihr Erbtheil zu beanspruchen. Dasselbe betrug, t?otz der ziemlich kostspieligen Liquidation der väterlichen Verlassenschaft, uoch immer mehr, nls zehntausend Gulden, welche Summe ihr seitens des beauftragten Mchters mit der fichsrlich gut gemeinten Ermahnung überwiesen wurde, das Geld'zu benutzen, um ein ordentliches" Leben zu beginnen. Und sie folgte diesem guten Rathe. DaS ordentliche" Leben begann. Sie bezahlte jetzt ihre Wohnung, ihre Toilet: ten, Theater, Parsümerien und Fiaker mit ihrem eigenen Gelde, so daß sie dank dem erhaltenen guten Jcnthschlage - - mit ihrem vermögen fchnell zu Ende kam. Erst als ihr der letzte Tausender in die Hand siel, da wurde sie's gewahr, wie kostspielig es ist, ein ordentlscheö"' Leben zu fuhren, und sie sing an, viel leicht zum ersten Male, an ihre Zukunft zu denken. Was sollte sie beginnen, wenn auch dieses letzte Geld verlebt wäre ? Ihr schanderte, denn es war Winter nnd der Gedanke an die cisiq kalten Fluthen der Donau machte alle Fibern in ihr ergeben. Und trotzdein, sie mochte ihr- Gehirn martern wie, sie wollte, immer hörte sie das Rauschen der erdfarbigen Wellen, das Knistern und Murmeln des Schneewasscrs m ihren Ohren, sie fühlck-, wie der Strom ihre rv rr , , t r ! ufze ncyl uno yoyer uno uoyer uieg, ihren ganzen Körper erstarrend Was foute fie beginnen? !' Ihre Bruder aufsuchen? Nie und nimmermehr! .... Das frühere Leben vtyn orne wieder an fangen? Im (zhampaqnerrauich ln'ö Gefängniß oder in die Spinnstube taumeln? Und wenn sie's auch thäte, was wäre das Ende? nmer wieder die Donau, dieses kalte, nasse Grab. So sann und grübelte sie Tag und Nacht, dabei ängstlich' wie ein hungern: der Geizhals die letzte Tauiendguldennote hütend und unzählige Male greift sie Nachts unter ihr Kopfkissen, um sich zu überzeugen, ob der Schatz noch da :n. Aber selbst, wenn sis ihn mit zitternden Händen gefühlt und betastet hatte.quirlte und sprudelte und rauschte es noch um sie her, Frost durchschüttrltc ihre Glieder und sie zog eilig die' Bettdecke über deu Kopf,. um sich am eigenen Athem zu erwarmen. Endlich aber wurd die Tauscndguldennote doch, gewechselt und zwar bei emem (vefauaslehrer.. vttuer Gebens! muth kam nun über di Unglückliche, sie scheute keine Muhe - und Anstrengung mehr und trug freudigen Herzens nach und uach ihr allerletztes Geld zu dem kühnen Manne hin, deu,ihr zuversichtlich verkündet hatte, daß sie eine große Sängerin werden könnie Wie Hofs nun gsoou sah es damals IN :hrcttl Jnnerit aus : Stattdes häßlichen Rauschens der Donau vernahm sie nur mehu das Beifallsrauschen eines überfüllten TheatersaaleS unb der Schüttelfrost, w:lche? vormals ihren Körper durchrieselte, hatte sich in heiße Erregung verwanden; mit der die Gefeierte, die Huldigungen einer enthusiasmirten Menge entgegennahm. Jedoch, ach. schneller- als dieser knrze. Traum, flog der lefs Guldenzettel in alle Winde, und dcr würdige Gesangs. Professor, der cS sichsssoft zur Ehre augerechnet hatte, eine so talcntirte Schülerin zu unterrichten,' besaß noch geradegenug Gefchlcrltchkctt das flatternde pa pierchen zu erhäschen. m Wenige Wochen darauf kündigte die Direktion" eiueS obskuren rumänischen Änael - Tanqels das Austreten einer neuen Wiener Konzertsängerin an, doch wie enttauscht wurden die Habltm's die? ser heiligen, der Kunst geweihten Stätte,, als' sich ihnen statte 'einer kurzgeschürzten, lebenslustigen Chantense, eine Jammergestalt präfentirte, d zu ihrem falschen, und pathetischenSingsang solch' erbarm, liche Grimassen . schnitt, daß das ohnehin, verdächtige Getränk, welches inBierund Weingläsern vor ihnen stand, noch vollends saue?, wurde. Es war zum Davonlaufen. Die Habituös johlteu, der etwas bescheidene übrige Mob zilchte der Direktor fluchte und erklärte nochan demselben Mend der neuen Konzertsangerin, daß sie ihreK Weges gehen möchte, da er sich nicht der Gefahr, aussetzen wollte, wezeN'Verleitung , zum, Aufruhr in Zlnklagezustand versetzt zu werden. Aehnlich erging es der Aerristen an allen anderen Orten, an denen sies mit, ihrer Kulit" versuchte, bis sie endlichhier i Konstantinopel, ein Enggemend sanl wo sie Quf eiii weniges prrentiöPubs' likum stiefz, wie zum Beispiel in ; da kunstsinnigen. Numänim. Selbst- ein Strahl flackenider Liekssonnerwärmte hier noch, ihr trauriges Dasein-, und- als ein tückisches Tvphus' sie ai'S, Sterbe: laoer? geworfen hatte und sie ab und zu aus den) tödtlichen!' Delirun,zdie ihren Mlsl umstorten, envachte. da blickte sie dankbar lächelnd, uf den, jungen blühenden Mann, den, Trapezkünstler, der an ihrem , Bette saß, UUK sie wenigstens Um Todeskampfe nicht allein zu lassen. ' Leopold Grünseld. ;4Bestimmt unaersiß. Hansfruu? Rosa, wer war der Mann, mit dem Sie. vorhin unter der Hauthü? standen? Dienstmädchen: Det war Eener, der mich mal, ich weeß nich' mehr wo, sah, sich dann mich, ich weeß r.ich' mehr wo näherte, mir dann seine Liebe, ich weeß ich mehr wie' und usf welche Art, gestand, und mich nu heiraten will, ich weeß aber nich' yych wabr is!

Der Schulmeisterstrekk. Aus Madrid wird geschrieben : Wenn England längst feinen Schuljungenstreik gehabt hat, so hat Spanien gegenwärtig seinen Schulmeisterstreik, nur mit dem Unterschied, daß der erste hoch komisch war, der letztere tieftragifch ist. Bor einigen Monaten rxurde berichtet, daß die Volksschullehrer, welche von den Ksmmimen, jedoch mit Garantie des Staates angestellt werden, i einem großen Theil der Prsvinzen so unregelmäßig bezahl: wurden, daß verschiedene der Unglück!:-. chen buchstäblich Huncrers gestorben sind, viele unte? Preisgebunz ihrer. Fcrdcrungen auswanderten und Nieder anre zur Arbeit auf Tagelohn, sa zum Betteln ihre Zuflucht nehmen mußten, um nicht auch zu verhungern. Eine nach Madrid entsandte Eommission, welche u der Bitte kam der Staat möze die AuZ;ahlung der rund 15 Millionen Piaster, ' welche die Schulmeister an rielfach jährelang rückständigem Gehalt von den Fokalbehörden zu fordern habery. veranlÄssen oder vorschußweise selbst zn übernehmen, fand überall, bei allen Ministers bei den Führern- aller pörlammtarischen Parteien., in cllen ZeitungsrcÄactionenossene Thüren: Jeder versprach,. daß ge-. helfen werden sollte, aber Niemand half.. Zu den alten Stückständen sind seitdem neue Millionen hinzugekommen. Einzig vx der Provinz Zargosa schien den unglücklichen Schullehrern geholfen den zu können. Der dortige Gouverneur, ein Mtn, welcher Herz und Kepp auf Uni rechten Fleck ju haben scheint erließ ciae Oidrc an die Gemeinden, in 'welcher er erklärte, er werde zukünftig nur noch denjenigen Ortschaften oder Ortsveröänden die Erlaubniß zur Abhaltung, von Siiergefcchten ertheilen, welche nachweisen könnte, ihre Schullehrer pünktliche bezahlt zu haben. Bas hatte wohl helfen können, aber die Gemeinden setzemsich bekanntlich aus Wählern zusammen. Wähler aber müssen geschont werden,. Der Mannwurde also abgesetzt. Der v.tut Herr Gouverneur hat sich die seinem ientimentalen Amtsvorgänger ertheilte Lektion natürlich not am genommen ; die Schullehrer eristirten für ihn nicht. Da traten diese unlängst in einem der Distrikto der Provinz, in Tarazona, wo es ihnen besonders schlecht erging, zu einer Berathung zusammen. Es wurde be- . schlössen, dem Gouverneur ein Telegramm mit der unterthänigsten Bitte" zu senden, sich ihres Elends zu erbarmen". Aber die armen Torfschulmeister hatten. wohl aus Sparsamkeitsgründen, da jedes Wort sie 10 Centimes aus ihren mageren Börsen kostete, unterlassen, den gestrengen Herrn Gouverneur, wie ihm gebührt, mit ErcelentisimoS?nor" anzureden.. Sie erhielten also von einem Sekretär den Bescheid, ans respektwidrige Eingaben geruhe seine Ercellenz nicht zu antworten." Nun h?b?n die -Unglücklichen, unter denen viele verheirathete Männer und Familienvater sind, iii ihrer Verzweiflung beschlossen, die Arbeit einzustellen. Zu ihrem Grlde wird ihnen auch das nicht verhelfen;, aber sollten hk- monarchischen Parteien in Spanien wshl ein Recht haben, sich' zu wun-

dern, wenn hti solcher Verwaltung, bei solcher Pflege- der GerechtigMr die Nepudlikzner immer mehr an Bvdcn gtw innen Jpm Falle MeiKner-Hrsrtch erzählten der von Fritz Mauthner herausgegebenen' Wochenschrift ..Deutschland" 'S. Heller eine eigene Erfahrung, welche-leider den Eindruck der HedrichAsfcure nzch zu verstärken geeignet ist. S. Heller besaß in jungen Jahren einen talentvollen Freund, Wtoriz L!eich, welHer auch mit Alfred Meißner bekannt wurde und diesem Gedichte, Erzählungen und Skizzen zur Begutachtung vorlegte. Mich erscho sich 185C wegen bitterer Noth und Meißner qa feinen Nkchlatz heraus. Drei Mre. später Zani Heller in der W:ene? Pirsse ein Fzullletcn,. dessen Titel ihn: als die lleberschrist iner Neich'schen Nooellette bekannt, war. Schon frcuteer sich dieser literartZchew Auferstehung seines todten Freundes, als er weiterblätternd' zu seinem , Entsetzen die Unterschrift Alfred Meißners gewahrte. Anf.' tiefste empört,. bezeichnete S. Heller, in Briefen an die Wiener Presse" und den Tagesboicn aus Aohmeir Meißner als Plagzator. ?cach etmzen TKgen erhielt er. von. Meißner die Autwori. daß ein Ä)ttßVerstädniß obwalte. Er. Meißner habe Reich, der über Stossmangel klagte, das Thema seaebt dea aber Ibit Sache vergessen nnd erst- wieder auf. geN2,nme. als dle Preffc ein Feuilleton von, im wünfchie. Daß 3&:ch jenes Thüna wirklich anch, behandelte, habe er ullyt gewußt. JRun wußte ich. abc -erklärt S. Heller aus Nzichs, e)genem Munde, du. er ene ßiffrf ifott (elhit erlebt hntip. "V j w sm i fHM 4 auch, lvur es nicht so sehr der Inhalt, derauf Michs Aut2Tf'chasd hinwies, wie derc Wortlaut, den. ich im Manuscript wiederhsZentlich elesen. hatte. Und doch. l mußte ich - schweige. -Denn - Meißner f rtnv tna Vst t,,U 1 o " uu. 111)1. VliUlUiyiW j lUf VUilC j 0S, ' siebzehnjahriz, ein paar- Sachen verof- . fenttichi r,nd seitdem, bis 1809 nicht eine euc" ; f Uebngcks betont S. Heller,, i U ebe rei st i m mug mit der ' Mehrzahl der Kenner des Meißner'schen Wirkens, aß für ihn ohnehin nur der Poet Meißner vorhanden fei auf den Erzähler lasse sich leicht rnzichtw. ' Und an; mit Recht sägt FriMauthner !,re!n Fuß-. note nchstehede aus der traurigen At gelegenheit gezogene ' Schlüsse hinzu ,1. Franz Hedrich ist für deu SelbstiinrrmiritsY irttX hn l.rrt M I m.t. uerö moralif verantwortlich ; 2. straRK Hedrich hat seine QezikZunZen, zu Meißnet sich theuer bezahlen lassen, und sie n&6 dem Toe des alten - reur?z uoch ' theurer bezahlen , lassen , ollen; 3. m auch Alfred Meißner begangen hat, ' er hat es in keiner 5)?winnsüchtigctt Absicht gethan und 4. er hat seine Schuld MKck furchtbarsten WeifZebüt, erübnat noch ,bimu;sü?m..Hak Mt. Geldanspruche Hedrich 2 geradezu läüerTZ H iT.t .1 "i ,: !. ir. i "' - -'i mj uv t. , ui v kil.:ne 11 rwv m , , '! W W".fW ,4 Irii,) V;

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