Indiana Tribüne, Volume 13, Number 95, Indianapolis, Marion County, 22 December 1889 — Page 2
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Englische Wohlthätigkeit. Für die Opferwilligreit uch den e niemsinn der großen englischen Capital!sten liegt neuerdings ein beredtes Zeugrnß vor. Sir Edward Gumnetz in Dublin hat, wie aus London gemeldet wird, zum Vau von Arbeiterwohnungen eine Schenkung von 230,000 Pfund Sterling (mehr, als, fünf. Millionen T ' MV" "' '!'-' " '"in ;.- - !: !'-' '.i.' J " Mark) gemacht. Der grötzherzige Geber gebort der, bekannten Dubliner BrauereiFamilie an, welche ln Lord Ardelaun seit 1880 schon einen Vertreter im Oberhause sitzen hat Die Quelle ihres Glücks bilder das weltbekannte mimet)' Stout jenes dunkle starke, , Mqumende, Hier, das dem Ausiern-EffexalÄegtttter'sel v ner Leibspeise unentbebrlich ist, die Vlüt- ' leere wirkungsvoll bekämpft und mit dem hellgelben Ale die Zweitheilung darstellt, hie der Brite nach dem Muster feiner beiden verfassungsgetreuen Parteien in alle Verhältnisse hineinzutragen liebt. Vor drei Jahren übernahm eine Actiengesellschaft das Geschäft und zahlte den Inhabern der Firma als Kaufgeld -die enorme Summe son 5,000,000 Pfund Sterling aus. Die Freigebigkeit ist m der Guinneß'schen Familie erblich. Der verstorbene ix Benjamin Lee Guknneß schenkte 100,000 Pfund Sterling zur, Reparatur der St. Patricks Kathedrale in Dublin. Die Guinneß'sche Brauerei wurde im Jahre 1759 von Arthur Guinneß gegründet. Sie ist jetzt die größte der Welt und bedeckt eilte lächenraUm von fast 42 Acres. Sie beschäftigt beinahe 3000 Leute. Obgleich ihr Capitalwerth aus 6,000,000 Lstr. angeschlagen wurde, ist der Marktmersh heute ' viel höher. Die Actien nötlren zum dreifachen Nominalwerth. 1 ' -Sir Edward hat den Hort in die Hände dreier Männer gelegt, Lord Nowton, Nitcble und Plunket;Nitchie ist der PrästdeiU deS Localverwaltungsamtes und Plunket Bautenminister ; 'sie haben dafür zu sorgen, daß dieÄrmenmoh?r?lngen iaien zu gute kommen, die bis jetzt von den Gebäuden der Peabodv-Stiftungen und den Handwcrkcrwohnungen der durch Sir S. Waterloo gestifteten Jmproved Jdustrial Dwellings Company ausgeschlössen blieben. Peabody, ein edelmnthiger Amerikaner, der in London als Bankier starb und dessen- Erzbild jetzt hinter der königlichen Börse auf bequemem Sessel der Ewigkeit entgegenruht, verausgabte im Ganzen eine halbe MilIhn für solche Armenwohnungen ; aber leider findet das verworfene London, das sich mit den fürchterlichen Schlupswinkein des Ostendes behilft, darsn .keiye Aufnahme, sondern der .wohlhabendere Handwerkerstand, der auch ohne Peabody und Waterloo menschrnwüroie Unterkunft gefunden hatte. ObWuiflneß mit seinen Tausenten mehr Glück hat, bleibt leider abzuwarten ; die gestellte Aufgabe ist schwer zu losen. Die neuen Wohnungen, die zu vier Fünftel in London mch ii einem Fünfte' l in Dublin zu erbaue Zlnd, sollen zu niedrigen Preisen vermiethet und der Ertrag zur Errichtung neuer Wohnungen verwandt werden. Zu Wasser nach Central Slfrika. In England ist man geneigt, "den Mittheilungen Stanleys über denFlächen umfang des Victoria-Nyanz?-Sees die weitgehendste Bedeutung im Hinblick auf die Handels- und verkehrspoutische Zukunft Binnmafrikas beizumeffen. Wie schon berichtet worden, hat Stanley sich! durch persönlichen Augenschein überzeugt daß das genannte Wasserbecken sich nicht unbeträchtlich weiter erstreckt. als bis dahin", angenommen worden 'war. $ Der VictoriaMyanzFentsendet n einen langen Ausläufer in südwestlicher Nichtung, welcher den diesen See von dem Tanganyika trennenden Zwischenraum auf nur 1SS englische Meilen verringert, den wahren Flächeninhalt des VictoriaNyanza aber um 1000 Ouadratmeilen . vermehrte Äüs Grund dieser Stanleyschen Entdeckung erhält man von der Anordnung der großen afrikanischen Binnenseen ein ganz anderes Bild; aerade die beiden größten derselbe!: treten MeiKUgffWengeretz Verhältniß' zu einander; der Umstand, daß VictoriaNyanza und Tanganyika nur anderthalbhundert englische - Wteilen ause!i5anderliegen, hat in unternehmenden englischen Köpfen schon den Plan entspringen lassen, das 'fehlende Zwischenglied durch Anlegung eines Canals zu erganzen und dadurch einen Wasserweg von dem Mittelmeere bis in das Herz des dunklen Welttheils, und darüber hinaus, pi schassen ; einen Wasserweg, der freiltch hier und da durch Wasserfälle,- Stronrschnellen und Untiefen unterbrochen wird. Wenn nach Stanley's Nichtigstellung die Gesammklänge des Victoria-Nyanza ninimffif nnf "270 Meilen sich erbäbt während der Tangvnyika ihrer ihrer 400' t t ... rs'tx. mzl trfJ nnp uno oer Jwlll)cittuuui, um Meilen hinzukommt, so würde nach Fertlgstellung des Verbindüngscanals zwischert beiden Wasserbehältern Binnen?r!ka mden Bettk einet ununterbrochencn sch in baren Straße von 822 Meilen V.- tV.. . treten, riü.en ervlnvutteuttu vvtt i Meilen Länae ill CentralasrikaNU bauen, ist übrigens eine Aufgabe, die . . .v. ' M: . . M Y " t 1 ' ' J' ''Jl!i '! vielu grovartkg tt gegenuoer oem geringen Nutzen, den ein solcher Canal dieten konnte. . ll ,'", st.. ie .Rhcinisch-Westfäli-rr. r:j: cgc cuug vcroicmmyi m m,uw : briek aus Köln, worin sich folgende stil-
:; ' volle Auslassung üb?r: das ' Verdi'sche
Requiem findet: 'enn, was wäre wohl aus dem Requiem geworden, wenn Ia ' der Meister bei der Eomposition seine aanre EigenartZ? sorgsam i 'verschlossen '. P . . j " ' . c .. f -r-tiL'. . . ( i I
, dättervenn er, pccycipoiungcmucncj:, , dessen Melodien gerade diese Eigenschaft, !i V ... ic - cnjut-:r-
UNS aewlz; rnegt z ujmu iwuiut, :i, wlversvieaeln. trauernd sein Haupt ver-
f hüllt, dle Gttrne m surazrerttcye auen , gezogen, Sprcchversuche in einer ihm bis dahin völlig ungewohnten Redeweise an- ' gestellt und die ihm leicht einfallenden - ertönt stSr fteneü ti?it t&trim
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Rbinste hätte. .Dechlbe Schriftsteller N berichtet über . eine Sangenn, deren ,, klösterlich aeschultkr Sopran mühelos
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M bis 'in die Schneeregionen der menschV ZZchen Stittttne emporsteigt." Das muß
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Aus Wache. C i n e W e n a ch t s g e s ch i ch t e.
Von erharr v. lmhntor. Es war noch in jener gemüthlichen Zeit, da kein Fernsprech-, kein Blitz-schrist-Draht an hohen Stangen die Straßen entlang lief ; da ans dem Thurm deS Nathhauses noch ein Thürmer hauste, der die vollen Stunden mit einem schmetternden Hornsignale verkündete, und da man, um Licht zu "machen, d)e dicken Phosphor- und fchwefelbetupften Zündholzer noch in ein Fläschchen tauchte, das mit angefeuchteter Asbestmasse gefüllt war. In dieser guten alten, geduldigen, glaubensstarken Zeit gab es auch noch Lieutenants mit einer Glatze auf dem Schädel und mit dem Anszeichnungskreuz für sünsundzwanAigjährige Diensttreue anfder Ärust ; ja, es ist einmal " vorgekommen, daß dte beiden Lieutenants," die zum Zwecke der Ablösung mittags, 12 Uhr aus derHauptwache vor einander den DeM senkten,, Vater und Sohn wären. . " ' s Ein solcher betagter, Lieutenant mit je einenr Sterntem im Epaulett saß in der Festung G. an einem srostklareu Weih.lachtsabend als Wachthabender in der öden ungemüthlichen Wachtstube. Das gelieferte, Talglicht brannte auf dem ivhen eichenen Tischz;.ttebin demMchter lag auf eisernem Untersahe die zzorschristsmäßige Lichtschere', ein Instrument, mit dem der Herr von Schöppenheim ab und zu die verkohlte und aus dem Flammenkegel seitlich heraus starrende . Licht schnuppe" wegputzte. . Der hohe mächlige Kachelosen war mit gutgelrockneten Holzscheiten oollgepsropsk, welche lustig knatterten und vrasselten; Kohlen kannte man noch nicht; die vaterlandischen Waldungen liefecten noch Holz amug und zu sS billigem Preise, daß selbst der Tnit&hnttrit(fe $erir ivtSrnS Seht SW Ä ftÄ't - . TT lieferte. Herr von Schöppenheim saß seitlingS am Tische, die langen Beine auSgistreckk, den linken Arm auf die Tischplatte ge-, stutzt, den Handrücken der Linken unter dem rasirten Kinn, im Winkel dcS bartüberschatteten Mundes die lange Weichselrvhrpfeife, in deren mit dem Brustbilde des Königs bemaltem Porzellanköpfe ein billiger aber nicht unangenehm duftender Knaster, das' Pfund' 'zn sechs guten -Groschen",' schwelte. Auf der linken Brustseite der knappen srackähnlichen Montur funkelte in der. Hohe des zweiten 'Knopfes von oben das bedeutungsvolle güldene Kreuzchen am brauen Bande; er hatte eS im letzten Juni erhalten, und es verkündete, daß sein braver Besitzer schon seit einem Vkerteljsh?hundert des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr" aufziehen half und immer noch vergeblich auf die Doppelsterne des Ccivb täns? hoffte und harrte. , jDer alte Premierlieutenant pusst ruhig fort und sieht träumerisch in die graublauen I!auchwirbel, die sich seinem Mnnde entkräuseln und dann zerslatternd zur Decke einporsteigen. Dann nnd wann wendet er sich lassig nach dem Tisch herum, ergreift das dort befindliche Fläschchen, gießt aus demselben eine wasserhelle Flüssigkeit in das ebenfalls vom Ealefactor" hingestellte Epitzaläschen und trinkt bedächtia einen kleinen. ganz kleinen Schluck. Durch das Zimmer Seht dann der strenge Dust alten Franzbranntweins, und mischt sich allmählich mit dem Geruch des Knasters; Herr von Schoppenheim schnalzt vrüsend mit der Zunae, fahrt mit der Rechten über den langen Schnurrb'art, um die . w ' , t f - m cn oemzerven yaltenoen cynappZrroprchen sortzuwischen, wendet sich zurück m die alte Sitzlage, passt zwei.-, dreimal schnell hintereinander, um sich zu versichern, daß die Pseise noch .brennt, und versinkt wieder in .seine schwermükhige Gedanken und Erinnerungen. Die an seiner Pseise baumelnde aus silbernen und grünseidenen Fäden kunstvoll gedrehte Schnur scheint, es, ihm besonders anzuthun. , So oft, sein Blick auf dieselbe herniederschweist, seüszt er tief aus; dann uickt er , mehrmals leise und langsam mit dem Kopse ergreift die Quasten, in welche die Schnur ausläuft, und seuszt wiederum wie ein Evelwild, das den todilichen Blattschuß erhalten hat. Heute vor zwanzig Jahren o, er erinnert sich noch ganz genau deS gesegneten Abends ! haben ihm liebe Hände diese Pfeifenschnur geschenkt. Ein herziges, süßes Kind von sechzehn Lenzen hatte sie ihm unter den Christbaum felegt, der hn Hause des Ingenieur)fsiciers vom Platze" brannte. Er, ein junger, eben erst zu seiner Würde besörderter Lieutenant, war Gast nr diesem Hause. Wie doch die Jahre enteilen! DerInginieürossicicr schlummert längst unter dem Epheuhügel da draußen "auf dem Garnisonsriedhose im Glacis, und Anna, sein. hinterlassenes Töchterlein, ist nun eln fechsunddretßlgjahrlges relses, sehr reifes Fräulein geworden, da mit ihrer greisen Mutter von einer knappen Wittwenpension bescheidennnd anspruchsles dahinlebt. Aber dem braven Herrn von Schöppenheim erscheint das reife .Fräulein Anna von Ziegner immer noch ebenso reizvoll und begehrensmerth, wie an jenem fernen Weihnachtsabende, da der erste Funke der Liebe in sein jugendliches Hcxz sprühte. ' " ;- s Durch lange zwanzig Jahre hindurch ist er ihr treu geblieben, ohne durch ein ausgesprochenes Gelöbniß gebunden zu sein. Wie hätte er, der aussichtslose, unbemitteltes Lieutenant, auoHjemals agen sollen, der 'armen, ebenso aussichtslosen Ojsicierstochter einen Antrag zu stellen? Dazu würde einmal Zeit und Veranlassüng.kommen, ' wenn er sich als Cäpitän und Compagnie-Chej in der Laae befände, einen eiaenen Gerd nt gründen. . . . aber, du lieber Gott ! Das. kann . immer noch em, auch .zwer, Jahre dauern, wenn sich'nicht der taube Schmettwl'tz der älteste Capltän des Jkegiments, schon früher entschließt, seinen Abschied zu nehmend 'Ginge der alte wacklige Invalide wirklich bald einmal freiwillig hinter die Front, .nun ja, dann wäre ja Grund nr froher Hoffnuna vorhanden. denn das Avancement pflegt in solchem Falle durch die Gnade Sr.Maiestat dem w . "''V. -i 7 .... j i :t i! velressenoen ruppemyerle zu verorelven, und ein Einschub wäre kaum zu befürch ; ten. '
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Aiuif fühlt die ganze wonnige Pein der sich mit Zweifeln marternden Llebe, und er güde ein Viertel seines kurzen monatlichen Gehaltes darum, wenn er jetzt in dem bekannten Häuschen der Schmiedegasse weilen und. der so lange von fern Auge? betetezr zu Füßen, sinken und endlich, endlich emmal jubellkv hinausrnfen dürste: Anna,' du mein süßes Mädchen, ich Ziebedich. willst dn mein Weib werden?" !, Der Posten vor den: Gewehr ruft ein langgedehntes 3c raus!" in die Stille des abendlich todten Städtchens. Herr von "Schöppenheim stellt die Pfeife hinter sich gegen die Stuhllebne, ; schnell empor, stülpt den Czako auf das 'Hauptieht schnell die weißen waschZederndett Handschuhe an (in welche Anna ebenfalls die Buchstaben O. v. S. er heißt Otto gestickt hat) und stürzt in ?'vorschristsmä'ßigkr Eile aus der Stube. ,Draußen steht die Wachmannschaft schon ausgerichtet im Gewehr. Tr ltnterossicier flüstert ihm zu: AblösungHerr' Lieutenant." Eben verhallt der sechste Schlag der Nathhausuhr nnd der Thürmer hebt in lustiger Höhe seinen Troinpetensatz zu blasen an. Der Herr Premier Lieutenant commandirt: I.G'w'hr nj f .Mt ,.r ! ' .Ab V loluna vor Z " ! .Abmarlcblrt ! " . und rat losung vor!" 'Abmarschirt!", und wie sich dte AblokungStrupps ur Bewegung setzen, ' beendet er den dienstlichen Act mit. Gewehr ab!" und Weggetreten!" Die Soldaten eilen zurück in ihre warme. Stube" und der Ofsicier steht allein drau: ßen und überblickt die Fensterreihen der den ' Markkplah umfassenden Häuser. Durch alle Scheiben flimmert der Schein der brennenden Christbäume ; im Erdgefchoßder gegenüberliegenden Apotheke kann Herr von Schöppenheinr die Kinder des Apothekers erkennen, die sich jauchzend um den mit allerlei Spielzeug bedeckten Tisch drängen. Sein Herz wird -immer schwerer.,, - Älle Welt erzrut' sich heute im Kreisi der Lieben UM er hat das Pech, daß er am Weihnachtsabend auf Wache 'sitzen muß! Was wohlJAnna jetzt treiben mag? In den letzten Jakren hatte er den heiligen Abend mit ihr zusammen verlebt ; die alte Frau von Ziegner pflegte ihn immer zum brennenden Ehristbaum einzuladen, Mutter und Tochter überraschtkn ihn dann mit' je einer gutgemeint! n Stickerei, und er wagte ebenfalls eine werthlose Kleinigkeit den Damen als' Gegengabe zu Füßen zu lege. Heute hat sich ihm Anna noch durch kein Liebeszeichen in. Erinnerung gebracht; sie weiß, daß er auf Wache ist und wird wohl morqen Abend das Versäumte nachholen. Oder ist ibr Schweigen die nicht mißzüversteende Andentung, daß sie des Verkehrs mit ihm müde ist, daß sie sich zurückstehen und hn, . den, . hölzernen V , ! ,y ., j ; '-jjiij' r j Ijj" ! j -i p, ' 'I' lij 'i1; i 'I Hl' ' I Ll ' i,,Nf' '" ' ' " Liebhaber, der in zwanzrq Jahren nicht den Muth zu einem offenen Antrage fand, gern- dm andern Bamen über lassen will? Er erschrickt über diese 1 i-'ü . -L '.' . ' . crnir'kz yjtQ$iiQ)ieui uno elwas wie erlimerz uno bitterer Groll aus ferne Armuth und Gebundenheit will ihm ans alte, ehrliche Soldatenherz kriechen. Doch eine so schreckliche Wendnng der Dinge wird der gütige Gott nich zulassen!? Was )ome er, der Preuuer-leutenant von Schoppenheim, (ohne, den Sonnenschein aus Annas Angen beginnen? An diesen Sonnensäein hat er sich gewohnt wie an eine Daseknsbedingung, , ohne ihn würde er, wie eine P flanie im Keller, verkam- - f W iiiti V'lp Jfr tirxvA mern und elend zu Grunde, gehen j In allen schicksalsreichen Lagen seines Lebens hat er immer der Armen gedacht. Wenn ihm eine nnverhosste Freude oder auch ein unerwarteter und besonders empsindlicher Schmerz zutheil wurde, dann hat er immer einen Hilssbedürstkgen aufgesucht und ihm durch eine den eigenen besHideneM Verhältnissen angemessene Gabe eine Fr,ue zu bereiten gebucht. In jedem A!enschen, der sich ein fühlendes, Herz bewahrt hat, lebt der Drang, die Freude mit anderen zu theilen, auch der Aufgeklärteste hosst den Zorn der ewigen Gewalten durch ein Opser auf dem Altar d Nächstenliebe mildern oder gänzlich abwenden zu können. So will auch heute Herr' von Schoppenheini ietwäs Wutes thun, damit ihm die göttliche Gnade den Sonnenschein aus Annas Augen erhalte. Mr fr . W !! !:ii"V"i!;i!-,frK , tM 'i ' l?! Aber wie und auf welche Werse konnte er vasthun .Er hatte .kürMvHÄfmge!Vroschen und der December währte noch sieben Tage lang, bevor der Erste und mit demselben ein neues Monatliches Gehalt da ist. Er sinnt und sinnt. Da hört, ti von .der Mpntheke her liebliche Kinderstimmen, die das Bibelwort singen: Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen ! auch den Armen, Gedrückten. der Freiheit Beraubten! Er weiß, roale $U;.m VAf dem Absatz macht er Kehrt und wendet sich wieder dem Wachtgebäude zu. Er, betritt aber nicht sein .Zimmer, sondern rüst sich aus der Vcannschaftsstube den Unterofsicicr heraus. Holen Sie mir den Schließer. Ich will die Arrestanken reoidiren? mj ,!! 'nf'ä. J-i' '';t -ff Wtä Zu Befehl. Herr Lieutenant. "Wenige Minuten später schreitet Herr von Schöppenheim neben dem mit einer Laterne leuchtenden Schließer durch einen schmalen, langen Gang, auf dessen beiden Seiten sich die Thüren zu den verschiedenen Arrestzellen befinden. Es gibt heute nur dre) Arretirte: die Weihnachtszeit hat entweder auf die Disciplin der Truppen oder auf die Milde der Befehlshaber den günstigsten Einfluß geübt. Zwei Arrestanten hat der Ofsicier, schon gesehen und ihnen durch sreundlichen Zuspruch und Ermahnung den Beweis erbracht, daß sie auch hier nicht verX " :- V;.-
J5 Wieder seufzt der HcxtzrU Schoppenheim; er hat Wran'gcdach was wohl Anna auf. , seinen dereinftigen zAntrag antworten w iro l ,pniii,jie ihni auch schon manchen Beweis ihrer theilnehmenden Gesinnung 'erbrach wettnsieihn anch im Laufe der Jahre mit einem gcstickten Tabaksbeutel, mit gestzckten Pantoffeln, mit einem gesticktenHauskappchen, ja, selbst mit gestickten H ßjenZragerncheschenkt hat, ermann doch keineswegs darauf schworen, daß sie ihm ohne Weitere? an's Herz sinken und sich sofort bereit erklären wird Freud und Leid des Lebens mit ihm als tZattin,. zu, theilen. Denn unberechenbar sind die Weiber - und wandelbar und unzuverlässig ist ihre Gunst ! Beunruhigt 'tVütPlirHerZWMflSttelt und rhythmisch ungleiche Schläge; er
gessen und des Antheils ihrer Vorgesetzt Zen noch würdig sind. Er bleibt jetzt vor, der dritten Thür stehen und sieht den Schließer fragend an. Dieser meldet: Sträfling Greif., Derr von Schöppenheim weiß Bescheid. Greif ist jener der ganzen Garnifon bekannte Sträfling, der kurz vor Beendigung seiner zehnjährigen Strafzeitflusgebrochen und chefertirt war Man hat ihn wieder erwischt, und er sitzt mrhZex rnVtttersuchung, ,.dq gegen ihn' der Verdacht eines wllhrend seiner kurzeii Freiheit vcrübmr Ewbruchs' in '.eine Mühle und der schweren Körxerpcrletznng des betreffenden Mullers vorliegt. Schließen Sie auf! befiehlt er. erSMssel' kreischt inr Schlosse: Der Uuterofficier reißt die Thüre auf, leuchtet iu die Zelle und ruft: Greif ! der wachlhabende Ofsicier besucht dich ! Damals galt im Heere noch das gemüthliche Dn. Der gesangcnFBträfling steht kMfrrMradLukld.! biiMerwartungSvyll'auren eintretenden Litutenaut. . ; " W ! lljS: ;!ät .jjj : '., fi k,S Lassen Sie 'uns allein ! wendet sich dieser an den Untcrossicier zurück. Der Schließer stellt die Laterne in die Zelle auf den Fußboden, macht Kehrt l - 9uäJ ; . C . und druckt die Thur von außen m s Schloß. H ';: 1 ! Greif ! hlbt Schöppenheim an, ich mochte , er stockt und kann das Dir" nicht über die Lippen bringen. Der Sträfling hat ein altes, durchfurchtes Gesicht und an seinen Schläsen zeigen stch schon merklich graue Haare. Ich mochte Euch, verbesserter sich unwillkürt i W. " - 'tvi'i '')' ' ' w ltch, heut am hertkgen Abend eine kleine Freude machen; aber, Ihr wißt, die Dieustoorschriften sind streng und ich bin nicht gewillt, mich gegen dieselben zu vergehen. Wenn Ihr aber einen Wunsch habt, den ich ausnahmsweise erfüllen kanyyM. v,', - ; ßiDet -Herr Lieutenant -siild sehr gütig ich hätte wohl einen Wunsch. Nun? Was, ist's? Seraus mit der
e!' ; Herr -Lieutenant ' - es ist Ihnen ja wohl bekannt daß ich verheirathit bin' j n,Däs weiß ich. Jhrh Frau. hält sich hier am Orte sehr brav. Sie wäscht bei k einer Frau v. Ziegner, die nur Gutes von ihr spricht .. . ;. : Das freut mich, Herr Lieutenant ; aber meine Frau scheint mich vergessen zu haben. Ich verdenke ihr's nicht; sie wird jsichwohl,,des Drgflings . schämen.,! Ich habe aber noch eine Tochter, fährt Greis mit unsicherer Stimme fort, die hat mich Znicht, vergesset ; alle'vier Wochen schreibt sie mir einen Brief und , spricht mir.Muth und Trost zu; und sie versichert immer, daß sie mich, ihren Vater, von Herzen lieb habe, trotz meiner Sträflingsjacke, jr- und wenn der Herr Lieutenant es möglich .machen konnten, daH .ich. das Kind einmal wiedersähe, -ff Ich habe sie seit zehn Jahren' n!cht" mehr gesehen, sie muß . jetzt schone über fünfzehn alt sein . ' ... Ich will sie holen lassen und Ihr sollt in meiner Gegenwart mit ihr sprechen. Äch, du kein Gott! stieß der Strafling lachend und schluchzend hervor und er bückte sich und bedeckte des Ofsiciers Rechte mit Küssen und Thränen. Welche Freude! das wird Ihnen der liebe Gott söhnen ! Ich soll meine Marie wiedersehen, meine kleine, liebe Marie! Fassen Sie sich, Greif! mahnte der erschütterte Ofsicier, der seine Hand zurückzog, wenn sie zu sinden ist, sollen Sie sie sprechen. Der Bursche des Herrn von Schöppenheim ging bald darnach auf die Suche, und es schlug grade drei, Viertel, auf Sieben, als er schon mit .Marie Greif, der. Tochter des Sträflings, und der Waschsrau zurückkehrte. Das fünfzehnjährige Mädchen schön völlig erwachsen und durch die brave, fleißige Äutter in seiner äußern Erscheinung sehr gut gehalten, sah in seinem warmen Mantelchen ' und dem gischlösseüeir'Hütchen wie eine Dame aus. Der Ofsicier jieß Greifs Zelle wieder auffchließen und gestattete, daß sich Vater und Tochter über 'die Schwelle,, derselben die Hand' Reichten lind ein Viertelßündchen meinander plauderten. ''Er halte ein gutes Werk gethan diese lleberzeugimg erfüllte ihn nnt einem fröhen, zuversichtlichen Gefühle) als iv das Mädchen wieder ins Freie geleitete. An der Ecke des WachtgebäudeS sagte 'ihm Marie in herzliche? Dankbarkeit, Lebewohl ; er wünschte ihr gesegnete Felertsge und die Erfüllung ihrer, Gebete jür ihreu Unglücklichen Vater. ' In dem engen Gäßchen, das neben der Wache in den Marktplatz einmündete, näherte sich zin ,:diesem AußenMcke eine schlanke hohe weibliche Gestalt. Wie sie den Ofsicier mit einerDam imMespraH erblickte, stutzte' sie ' und schien um kehren zu wollen; doch sofort hatte ste sich auch schon anders entschlössen,' sie heHliUnigie 'ihre Schritte, und ging, wie es schien, aufgeregt auf ihr Ziel los. Adieu, Manschen ! das war ; lieb' von Ihnen ! rief gerade Herr von.Schöppenheimder Sträfllngtztqchtenach über den Marktplatz daoonh'uscht als die hohe Gestalt aus dem dunklen Seitengaßcheir neben ihm auftauchte und ihn mit der strengen Frage üb:traschtek M ; Herr von Schöppenheim , wer e war aq rm'tiAv - c,-'l '" "-' 11 Der Angeredel tzatte die Annäherung deridrittenHersön gar nicht bemerkt. Doch jetzt erkannte er dieselbe in freudiem'Schreck: r 11 ' . ,i 's-,, t n::'.f iS'hi'lij', '!(:;!: I Fräulein von Ziegner? Wahrhagtlg. Sie sind es ! Er wollte ihr beglückt die Hand bieten: doch schaudernd trat sie einen Schritt zurück und wiederholte noch strenger: I Wer war das? m Sr.Aßi rr rn'1 !!',ias;.!,; ,V gsTTch H. . z I Die Perjon mit der rch eben sprach? Das lji ein junges Madchen, dem ich f Ein jNnges Mädchen 'stöhnte Fräulein von Ziegner schmerzlich auf, indem sie auf das Wort .junges" einen ganz besonderen, fast höhnischen Nachdruck legte. Ein junacs Mädchen! und das besucht Sie am yciligen Abend auf der Wache! O, mein Gott! das das babe ich t V .' " m f .vVHM, ' nicht vermuthet! ... Sie taumelte. - " ' f ' Der Ofsicier sing sie in seinen Armen auf, sonst wrre sie auf dem schneebedeckten Pflazter zusammengebrochen. v Aber mein anädlaeS Fräulein, so E&1 1 ren Sie hoch ! Sie sind in einem unhej
vollen Irrthum begriffen! Sie kenne, ja das Mädchen S es ist die TochterJhrer
Waschfrau . t Er predigte tauben Ohren. Dle Dame in seinen Armen war ohnmächtig.' , Mein Gott! dachte er in höchster Besorgniß, ich kann sie doch nicht hier in den Schnee legen. Sie muß in die warme Wachtstube , Noth kennt kein Gebot! so wird sie am ehesten wieder zu sich kommen. Er trng'dle süße Last in sein Zimmer. Dort legte er sie auf das mit Leder bezogene Wachtsofa und spritzte ihr kaltes Wasser ins. Gesicht. Dann kniete er neben ihr nieder, rieb ihr die rechte Hand . und -bat siemir--den-- süßesten Schmeichellauten, sie möchte doch nur wieder die Augen ausjchlagen und ihn nicht: i.btitgft-iinbc(5i9etftiitg'..jxBitr lassen. , ,-. , - S , H. , Endlich erwachte . sie aus ihrer,,, todtahnlichen Erstarrung., Mit mattem Augenausschlage sah sie ihn an und da sie ihn erkannte, lächelte sie ihm holdselig zn. ' Doch sofort erinnerte sie sich auch dessen, was vorgefallen. Sie richs tete.sich halb auf, stieß ihn von Ich und stammelte entrüstet! Lassen Sie mich ! Rühren Sie mich -nicht an ! Ich will nach Hause. . Nie versuchte aufzustehen.. Doch er druckte sie mit sanftem Zwange wieder auf den" Sitz zurück und sagte entschlossen: , - Erst müssenSie mich anhören, Fräulein von Ziegner. Jenes Mädchen ist die Tochter eines Sträflings, die ihren hier im Arrest befindlichen Vater besucht hat und .die ich dienstlich aus der Wache zurückgeleitin müßte; ich habe sie heut zum ersten Mal in meinem Leben gesehen. Die Nosen neuen Lebens blühten aus Fräulein Annas schon etwas runzliger Wange auf. . '. Die Tochter eines Straf lings? , v . So ist es, bei meiner Ehre! Sie heißt Greif; die Mutter derselben ist Ihre Waschsrau. Beschämt und verwirrt, und doch im Innersten hochbeglückt, vernahm die techsunddrelßlgmynge chone dkese Kunde. Schüchtern blickte sie ihren SftiHrr rttt Vv itnK fftttr mi ttt V -V MIIV IJV IV1V IMI zweiter 'Don Quirote, vor ihr, stand, und hauchte jchmachkeno: , . Konnen Sie mir mein Mißtrauen ven geben, Herr von Schöppenheim? Von Herzen gern, Fräulein Anna ; er nannte sie zum ersten Male bei ihrem Vornamen . verdanke ich ihm doch die Wonne, daß Sie als Ehristge,chenk hier nr meiner Wachtstube verweilen. n der Wachtstube! rief sie erschrocken und sprang nnn wirklich auf, um schnell den bloßstellenden Ort zu verlassen. , O, bitte, gönnen Sie mir nocheinen einzigen Moment! bat der Ossicieriuü mer kühner werdend und sie mit feurigem Druck an der Hand festhaltend. Es kommt nun iu der That nicht mehr darauf an, wie lange Sie hier waren. Der Posten vor .dem Gewehre hat Sie doch gesehen, vielleicht auch erkannt; morgen weiß möglicherweise oke ganze Festung, daß l das Fräulein von Ziegner den Prcmierlieutenant von,. Schöppenheim auf der Wachtstube besucht hat. Barmherziger Gott! dann ist mein Ruf 'für immer vernichtet ! klagte sie zimperlich.. Was wird die Welt von mir denken? Sie wird deHfenbaß, Sie meine Braut sind und-, daß. Sie mich in einer wichtigen Angelegenheit, die keinen Ausschub duldete, durchaus sprechen mußten. ' Ach, das. wäre immer noch schlimm genng, wandte, sie zagend ein ; aber. . . . Run?' was für ein Aber? ' r Ich bin ja nicht Ihre Braut, kam es schämig über ihre zuckenden Lippen. O, doch, Anna, wenn Sie's nur wollen ! Hier, hier liege ich zu Ihren Fu. ßen er kniete wahrhaftig nieder, sodaß ihn der lauge Degen beinahe zum Fallen gebracht hätte und flehe dich an. Anna ! Geliebte! . Äugebetete ! willst du mein Weib werden? - l Schnell überwunden beugte sie sich übe? ihn uud sänk ihm schluchzend an die iTiitl i:- ' - . " - ' Nun folgte eine so hernnnlae Umarmung und ein so weltvergessenes Küssen, daß der Posten, vor dem Gewehre der bequem durch einen Nitz des FenstervorHanges die kriegerische Verlobung mit ansehen konnte neidisch dachte: Wer es doch auch so gut hätte ! Aber. Otto, hob das Fraulein an, die sich' endlich UM Lust zu schnappen, den feurigen Küssen des alten LlebhaberS entzog, , die. Rechtfertigung meines , Hierseins ? - Was sollen wir sagen, wenn man , uns-' fragt, wie .ich hierher auf Wache gerathen bin?' - : : ., Nichts einfacher als dieses ! Du hast mich dringend svrechen müssen: kast mich herausrufen lassen wollen und bist Itis-Lffji.i'itL 'itr .i.L -. vift- IX" ptvyilll) v uiiwuii Pcuivlvctt, vun uf dich in die Stube geleiten mußte." Was hat dich eigentlich m das kleine Gäßchen geführt Geliebte? " - I Ich war ja auf' dem Wege, zu dir, um dir eine, große Neuigkeit durch deinen Burschen hincinsagen zu sasscni i Nun,- siehst du! was ist denn gescheyen?W , , 1 ' ' q?,H,,!,, !,!?,, 1?'!,!, ii,' ., Denke nur! Herr von .... , : j'.i.V ... . Jl I, 1 .;, ., ,,,,, ,. i, , nlmmr oen ozcyleo. ' Z,.S,chmettwitzß Ist das richtig? fragte er in jubelnder Ueberraschung. ... , . . !.Äa,,,Beliebter itz hat eben meines M er hat 10,000 Thaler yor( einer Tante geerbt, und nun reicht es mit seiner PenA 'im' v j x 'V" f""- crr 1 """ ' " 1 I sion, und noch diesen Monat kommt er er um seinen Abschied ein. , ,,, ? f.lv. I IDatrnSviivISchKr Hurrah! Im nächsten Frühling ist unsere Hochzeit! y I Er stürmte aufgeregt' durch die Stube und schmeckte noch immer den Abschiedsfuß, den ihm die scheidende Braut auf die Lippen aebrannt hatte Mif f. IfNJI ? '"li-r V V u " mJ . !!E: ,!' IWelch ein eTetgiriBrnchcrSottgcscgncs ter Weihnachtsabend war das für ihn geworden! , Eine Braut errungen und die sichere Anwartschaft ans das so lange heißersehnte Eapitänspatent ! Noch als hochbetagter Oberst a. D. pflegte der Herr von Schöppenheim mit Vorliebe von diesem wunderbaren heiligen Abend zu erzählen ; er war der festen Ueberzeugung, daß die frohen Ueberraschuyaen desselben nur ein HimmelsI lohn für das Liebeswerk gewesen waren
nit dem er den armen sehnsuchtgeauälten Sträfling beglückt hatte. Und in diesem Punkte irrte er , sicher nicht. Jede Gutthah die wir ändern erweisen, trägt auch jür uns selbst ihre herrlichen Früchte, und das nicht nur am Heiligen Abend, sondern an jedem Tage und jedem Abend unseres ganzen Erdenwallens.
Vonr Schensen. Das älteste Schenken war zweifelsöhne der Tribut. Alle die vielgestaltigen Formen, welche'der Starke erfand, um den Schwachen zu brandschatzen, oder der Schwache, um sich vom Starken NchMungAusDwirken, vonen.Opferthieren, welche vor zehntausend Jahren auf den Altären der Psürchteten, Götter schlachtet wurden bis zu dem TrutHahn, den der, Bauer dem Pfarrer, noch heute ln die Küche bringt) sind nur verschiedene, Gestaltungen desselben Gedankens. Bei den orientalischen Völkern gehört das Schenken der Kleinen an die Großen, von, jeher zu den Formendes Staatsverkehrs und die regelmäßigen Zwangsgeschenke des Vasallen an den Lehnsherrn spielen dieselbe Rolle in unserem' Feudalwesen. Zwar sind die Philologen darüber uneinig, ob das romanische Uegalo, welches im Italien!schen noch heute das Hauptwort für Geschenk und aus dem .Spanischen m's Italienische, von da in's Deutsche und Französische übergegangen ist (regaler, regaliren) vom lateinischen llex und regulis abstamme. Jedoch stimmt die Sache dem Sinn ' nach so ganz und-gar züsammeu, daß man sich durch kleine Zweifel, die aus den Gesetzen der LautUmbildung gezogen werden, daran nicht irre machen zu lassen braucht. An die größten Sultane und die kleinsten Negerfürsten tritt man bis auf diesen Tag zur ersten Anbahnung der Beziehungen mit Geschenken heran. Jedes Palaver mit König Eofsi und König Bell, wurde. mit einem Geschenk eröffnet. Als Jsabella von Kastilien eines Tages aus einer Steife von katalanischen Webern ein Dutzend seidener Strümpfe überreicht wurde, herrschte sie die Depu tation zornig an iinr den Worten : eine Königin von Spanien hat keine Beine. Ob die Oamerera mäzor nicht die Strümpfe behalten und die Königin sie schließlich getragen hat, weiß die Geschichte nicht zu erzählen. Ich vermuthe, es aber. Umgekehrt zu diesen Strümpfen sind in alten Zeiten Handschuhe eines der beliebtesten Geschenke bei Königinnen und sogar hei Königen gewesen. Namentlich in den Aufzeichnungen des englischen Hoshaltes nimmt diese Besonderheit einen großen Platz ein. Die ersten parsümirten Handschuhe brachte Eduard Vere, Graf von Oxford, der Königin Elisabeth aus Italien im 15. Jahre ihrer Regierung mit. Stow, der Chronist, beschreibt sie ausführlich ; sie waren bestickt mit vier Zcosetten aus bunter Seide, der Parfüm aber, mit dem sie versehen waren, hieß von da an Lord Orfords Essenz. DieKönigin fand an diesem Lurus solchen Geschmack, daß sie, die im Nehmen sehr stark war, immer pon Neuem zu solchen Geschenken ermunterte. In NicholZ l'roZressos vk ueen L!!?abeth, sind von 1S75 73 verzeichnet: wei Paar von Ladn Mary. Grey; ein Paar, parfümirten mit 23 GoldknopfchenS, von Lady Mary Sidney; von Petro Lupo, von Joseph Lupo und von Eäsar Ealiardo je ein Paar. Auch unter der Königin Maria kehren die Verzeichnisse der geschenkten Handschuhe immer wieder. Antonio Perez, der nach der Ermordung Escooedo's nach Paris geflüchtete Minister Philipp's II.. beleitete seine Vettelbriefe an Heinrich I V. mit Geschenken parfümirter Handschuhe. Spanien, nicht Italien, hatte diesen Lurus zuerst eingcsührt, Fnantes äo volvilla. In Spaniens sagt mau stakt Äinkgeld undt?ourb6!rs auch r)ara uantes, für ein Paar Hand schuhe. . Gesenke hießen ferner in Frankreich die großen Steuern, welche von weltlichen und geistlichen Körperschaften eingetrieben wurden ; ja sie wurden sogar ausßrücklich in der Amtssprache als nicht geschuldete, freiwillige Geschenke bezeichnet, ons gratuits, ein Beweis, wie Bot-' Mäßigkeit und Schenken zusammengehen. Zlaf diesem Gebiet des Tributgebens mrdiente die Besonderheit des Geldschenkens eine eigene Betrachtung. Aber sie würde ans zu sehr in die Breite fuhren, nnd einen großen Abschnitt daraus hat überdies Jhering in feiner Studie über die Trinkgelder bebandelt. . Auch hier gilt die Regel des Le.bcns, daß, was im KlcZaen herabdrückt, im Großen ehrt, wie de? Unterschied vom Einstecken silberner Löffel und ganzer Länder bekanntlich lehrt. ' Eine große Erleichterung für zartes Geldscbenken bat die moderne Ersinduna des Papiergeldes verschafft, welche von der ptumpen arrelcyung oes zcyweren Metalls entbindet. Talleyrand erbat sich eines Abends die Erlanbniß, der San- ,: ; ' ''."'j'Zi.,,..',,,,, ' "i,f 11 JV'fi vik;imi ,; . r.t ',,., gerrn Damoreau-Einthie dte Locken auf.vickeln zu dürfen. Als sie. des Morgens ihre Pap'lloten loste, waren es lauter Banknoten von tausend Francs. , ! Merkwürdig,, wie verschkeden die verschiedenen ÄeHejgrünoezum wU lhätigen Schenken wu Dauerndes stilles Elend regt lange nicht so sehr zur !" 11 r ; i P i ; : ' w 7 : iZrelgeblgkelt an, wie einmalige, große ttaia ströpIen. :'Uet)crfÄntnit oder verbrannt zu werden ist beinahe ein VortheilSaftes! Geschastt Zwei Umstände wirken ier zusammen: einerseits die Dankbar-, kcit S desz Publikums .für die genossene Sensation, andererseits der, Gedanke: i ' m: f '""'( ir ' t '-'-'i ff 11 '' : " .!. -i das hatte auch dir bas rren können. Dte j: :, ,i. ifsC",,' ' :;irkf . :i vf" , - vfj, :!f Sammlungen nach dem Brand des Wiener Theaters brachten bekanntlich so viel zuf, baß man in Versuchung kam,' die entferntesten Verwandten der Opser dait auszustatten. x f Das Zuvielgeben hat nicht nur in dem Nassengeben seine, Gesahr, auch iN'dem vohlbedachten Geschenk des Einen an )en Andern lauern - Klippen. Ein südRutsches Volkssprichwort sagt: Zuviel Fhr' 'istMneh arf den - Empfänger nicht unter - der kJucht des Wohlwollens erdrücken. , Auch viel Dank ist I crnc! Quelle von Unlanf,:.!,:;;l. ; hm ? ,, , i ' w v 'l Die deutsche Sprache ist von den gre jen europäisch en neb st der griech i schen hie einzigste, welche ein besonderes Zeitdort für Schenken hat. Die Lateiner
wie die Romanen gebrauchen Lasur nur da3 Wort Geben, wogegen es an Substantioen' nicht fehlt, wie Present cadeau, rcp-al n. s. w. Die Deutschen haben die Bezeichnung der Freigebigkeit von ihrem Lieblingsgeschäft. dem Trittken, hergenommen. Schenken ist dasselbe wie Einschenken, der ältesten und Nächstliegenden Art der Ältoordern. einen Liebesdienst zn erweisen. Der Stamm des Wortes ist das ausgehöhlte Bein, seeonca, welches als Lauzrohr am Faß diente, wovon das Zeitwort seenesn, eitlschenken (derselbe Stamm ist in Scheukel und in Schinken). Im alten Frauzösischen kommt, dem nachgebildet, das Wort etnnquer vor, gleichbedeutend mit Zechen, ohne Zweifel durch die deutschen reitre eingebürgert wie tnnquer. Zutrinken, und un Wiedcreorne, ein Humpen. Auch Ileliausvn, der Mundschenk, kommt aus dem Deutschen.
Weihnacht auf dem Friedhof. us der Eedicht'äinmlung .Teutsche Rlit von PaukJAliuSJWmergrÄn. Am heil'gen Weibnachtsabend ' Zum Friedhof still und le!s' Schleicht weinend eine Mutter Mit einem Tannenreis. Sie hat ihn bald gefunden, Sie weiß ihn ja so gut,Den kleinen frischen Hügel, DarunterHx Kindlein ruht, 's". .' - , , . ' ,-' Hier pflantt sie in heil'ger Stille Das Aäumche:'. in den Sanh. Und schmückt es mit bunten Kerzen Und mit Gaben allerhand. Und als der Glanz der Kerzen , Den Hügel licht umfließt, ' Sich aus der Mutterseele Die Liebe also erAeßt: Heut könnt ich nimmer vergessen. Du lieber 5'lnabe mein. Die Zeit, da Du noch spieltest Hier um Dein Mütterleiu. Du saßest, müd vom Spielen, Wenn's dämmerte, still bei mir, Und Mütterleiu erzählte Vom heil'gen Abend Dir. Vom lieben Weihnachtseng e Der niedersteigt zur Erd',. . Und allen guten Kindern Viel Gaben schön beschert. Und hatte ich Dir versprochen. Daß, wenn Du fromm würd'st sein. Auch Dir was bringen werde Das WeihnachtsettZelein; Dann sank Dein müdes Kopfchen In meinen Schooß hinein, . 4 Und so in süßer Hoffnnng Allabendlich schliesst Du ei. Nun ist es heil'ger Abend, Dich aber deckt das Grab ; Doch kam ich. Dir zu halten. Was ich versprochen hab! , . O freue Dich, lieber Knabe, -Der Du im Himmel bist! Dein Mütterteiwauf Erden Dich nimmernrehr vergißt. Es feierten hei ihren Kindern Viel Mütter, arm und reich ; Döch keine war so traurig Und so selig' auch zugleich. S o M an ch e r zieht zur Glücks, jagd aus Für viele Wochen Und just ging er vom Hanse, fort Da hat's vergebens bei ihm vorge sprechen. r- Ein komische? K au z. Im Dorse Marienthal bei Zwickau 'lebte im Anfange des vorigen Jahrhunderts em Bauersmann Namens Johann Böhme, der überall als Spaßvogel bekannt war. und durch seine heitere Laune bei Festlichleiten im Dorfe ein unentbehrlicher Gast geworden war. Trotzdem übersiel ihn, Lebensmüdigkeit und er beschloß, freiwlllig aus dem Diesseits zu scheiden, dieS aber, seinem Rufe entsprechend, als rechtschassene Lustigmacher zu thun., Al' 11. April 1733 kam sein Weib vomFelde nach Hause und, fand die Stubentbüre verschlossen. Als diese zuletzt mit Gewalt geöffnet wurde, boWch den Eintretenden ein felt saurer Anblick. "Johann Böhme hing erdrosselt an einem eisernen Haken. M hatte sich, ffie das auf dem Tische stehende Barbierzeu'g bewies, erst fein rasirt und, dann für den Weg in'S Jenseits wunderliche Toilette , gemacht. Vkachdem er mehrere Pfühle und Kissen um den Leib. ge,bu,nden Hatte erneun Weiberrocke übereinander angezogen, ein schwarzes Wamms angelegt und zuzeschnürt, darunter Pvei Paar Aermel defestigt und vorn die Spitzen , hervorgezozöqen,l ferner sieben Schürzen drei blaue, oo,, tjlv:t," f.,,-? v 'N".2 niiir üiiViiF A-n'r. eine schwarze und nne weiße vor den Letb und zwei blaue über den Rücken gcbun$m, drei Halstücher ümgelegt und iml um den Kopf geschlungen, vier Hauben und darüber die gute Pudelmütze seines Frau ausgesetzt und ein Paar Aärlatfchen an die Füte gezogen. Db Hände steckten in dem Sonntagsmufs der Frau. Wie zu einem Maskenscherz, hatte sich Johann Böhme zum Tode bereitet. Weil er immer in gutem Rufe gestanden und nM.HnstlichenLebensw wurde sein Leichnam nicht unter dem Galgen, sondern ' in einem Winkel des Dottesackers verscharrt. , : I mm i.tpM i W t tt I : nr tt d mA a un,,p i ü h V: Mudiosus Vummkl schließt elnen Brief an seinen Vater mit den Worten: Mfr - wäre es sehr lieb, wenn Du mrr umaehend Antwort per Postanwersung zukom meir i, 1 f ,""',. S't m f !' i! : 'vrt 1 i " Y, i t r n e r U n t e r sch r e d. Mar B !r!k r.. z... ;M .am Nischen Schrecken gehabt haben, als Dir vom Apfel bäum herunterfiel st ? Fritz ftlaglich1:V!ettlPbaS'niHPaher t spanischen Stecken IZiä'J . - - . - I : r" M,,i!j"äii g0i. ; ,,,N I rQ,r ,e,tt t t i ch t s. SehtZda behalte ich wieder einmal recht. AlstSchmalrhuber'SModeriÄkinockn' i . ju ,iv vu vi ViMfcnjuii t,-,iM-Ull' yus ganz flelncrS sagt, aus dem wird inr Leben nir Orient, liches ! Nun, was ist er denn aewor, l : f - S-i Cr: .:-, . -.".. ,,. ' 'eli, ., oen t raalsanwatt
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