Indiana Tribüne, Volume 13, Number 95, Indianapolis, Marion County, 22 December 1889 — Page 10

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; S; l'.ilil-;,:;!1!'!!!' Heine und LassaNe Dlö Thä!lache, daß Heinrich Heine der erste war, der den Werlh und die Vedeuwng Ferdinand Lassalles erkannt und seine Zukunft vyräusgesagt hat, ist allgemein bekannt uttd csr besprochen den.,!- im so mehr ist es zu verwvdern, daß die Beziehungen zwis oeiden Geistern weniger oder viel'' ,ar nicht bekannt sind. Die 5ßi fn Beider wissen darüber so gut nichts zu erzählen. Und doch ist Beziehung so wichtig, daß bet ein i Biograph Lassalles, Georg Brandts , sie zum Ausgangspunkt seiner Darstellung gemacht bat. Gustav Karxeles,.der gründlichste He ine kenn er, unternimmt es nun, in der 7 :zeuestett Nummer der .Gegenwart- da? geistige Wechattni, und " die persönlichen Beziehungen zwischen Heine und Lassalle einM VahrheitßqemStz und aus Grund des vorhandenen, sowie eines reichen, bisher unbekannten Quellenmaterials zu besprechen. . Als ein neunzehnjähriger Jüngling kam Ferdinand Lassalle nach Paris, angeblich um dort Philologische Studien zu j vi ' r. c y i: neiden. Paris imt oainais un Vetter von ihn, der später bekannt gewordene Ferdinand Friedland, der mit den bedeutendsten politischen und lilera rischen Persönlichkeiten in Verkehr trat. Dieser Mann war es, der Lassalle bei Heine einführte. Lassalle verehrte in Heine zunächst den großen Dichter, sodann den ersten deutschen Prosaschriftsteller, der es gewagt hatte, für Freiheit, Emancipation und dergleichen schone Dinge mehr ein offenes Wort zu reden; ferner aber auch den patriotischen Sohn des Vaterlandes, der sein Deutschland über Alles liebte und nun schon feit sechszchn Jahren das harte Brot des Erils essen mußte; Hschließtich aber dem Verkunder einer ineuen Zeit des Genusses und der Freude; : deren Wonnen der kranke Dichter wohl Dichtn der Heimath, dasür aber' desto . ausgiebiger in dem Seinebabel schon i vorkosten durste. Heine sah aber in ßLaKlle ein Ktnd eben kleser neuen'Zeit, . die er in prophetisch begeisterten GestchAm verkündet hatte, einen vahloer'wandten Mitkämpfer für die freihettliche Entwickelung des Vaterlandes, einen geistesverwandten Genosse seiner Ideen, Hoffnungen, Genüsse und Träume. . ' ( Er prophezeite ihm eine große Zukunft in Deutschland. Was nennen Sie eine ; große Zukunft?" fragte ihn Lassalle. iSie werden von einem Ihrer Schüler erschossen werden," erwiderte Heine trocken. Ach, ich mochte Deutschlands Mirabeau werden!" .Aber.Sie sindja : nicht pockennarbig." erwiderte Heine , lächelnd, Sie lind ein sehr hübscher Junge. Ah, wenn Sie ein Dichter ' TPäxin wie Goethe, so würden Sie , alle schontn? Friederiken und alle haßlichen Grauen von Stein lieben ; aber so wie ; iesind, sehe ich weiter nichts in Ihnen , als . einen künftigen Schauspieler. Und j ,Sie werden sicher einmal von irgend einer Comodiantm verfuhrt werden!" Matt; weiß. wie. sich jede dieser Prophezciungen Heines in seltsamer Weise erfüllt hat. Es ist selten oder nie über Lassalle etwas B.essereS und ZutreffenI dereö gesagt worden als das, was Heine i über ihn in seinem Empfehlungsbrief an Varnhagen von Ense am 3. Januar i h 843 geschrieben hat, als Lassalle Paris "l ;,; '7... .. . x ' -t: nJLfverzieh, um nacj jeriui wüciujicütm. Dc heißt es: ! Mein Freund, Herr Lassalle, derJHncn diesen Brief bringt, ist ein junger Mann von den ausgezeichnetsten Geistesgaben, mit der gründlichsten Gelehrsamkeit. mit dem weitesten Wissen, mit dem größten Scharfsinn der mir je voraekommen. Mit der reichsten Beaabniß der Darstellung verbindet er eine Enerie des Willens und eine Habilite im Handeln, die mich in Erstaunen setzen, und wenn seine Sympathie für mich Knickt erlischt, so erwarte ich von ihm den 1 thätigsten Vorschub. Jedenfalls war diese Verel.'lguug von Wlsjen und Können, von Talent und Charakter für mich eine I ' "" t 'i . ...... t ic' '.. t .; . v ... Uulgeric?emung uno .e, vti rer Jütienigieii im inerrennen werorn gewiß ihr volle Gerechtigkeit widerfahren r? . - t"- : i TT Isf ! Ca. ? ' ranen jjerx zanaue i nun emmal, o sein ausgeprägter Sohn der neuen Zeit, die nichts von jener Entsagung und Vescheidenheit wissen will, womit wir uns mehr oder minder heuchlerisch in unserer jgeit hind urch gelungert 'nnd hindurchgefaselt. Dlekcs neue Gejchlecht will '! genießen und sich geltend machen im ' Sichtbaren ; wir, die Alten, beugten uns iöemüthiq vor dem Unsichtbaren, haschten . nach Schattenküssen und bläuen Blu.nUmMntfaJten und flennten und VätmdoctlSlellelcht glücklicher, 'als jene zarten Gladiatoren, ' die so 1 stolz dem ß ampjtode entgegengeheck : ! Welch'' irt Scharfblick in der Beur- ) Heilung, welch' eine, Klarheit in " der ' darstellung,' welch'. ln prophetisches ß Fchsuen? in der Verkündigung der Zuß'unst offenbart ?sich7ziz,dielknenigett f Zeilen, die, wie gesagt, das charakteri''tischste Portrat Ferdinand. Lassalles aus ener .eit und. Man muß bedenken. ),aß es ein neunzehnjähriger junger c . . t n :..iJ. i' vcann war, oer in oiezer oege,slerlen Weise von Heinrich Heine an Varnhagen kn Ense empfohlen wurde; und diesen " ( . t ! i i ,' ' kl1 a 1 n r . . 1' X.ii. n.... .;;kl 'iiieariiagriociij aaiiz juziiik umwii n alle stme otyen;,0te,en nanme er tolz seinen Freund, der Varnhagen umtändlich mittheilen sollte,' wie entsetzlich !öm von seinen Sippen und Magen mitgespielt worden und was etwa, in dieser 1 Scziehung für dcn ar er in Deutschland zu thun Zei I Heine besand sich damals in übler ' 'age. 'er erraly, oer lm cyoog oer ! Zzmilie an ihm verübt wurde, hatte ihn nt ein Blitz aus heiterer Lust getroffen .nd fast tödtllch , beschädigt : die jchln j Me Mittelmäßigkeit, die fast 20 Jahre ing harrte, tngrlmmk, netdlZch gegen Kim Genius, hatte endlich ! ihre SiegesfmU erreicht.":.., In dieser Lage lernte c Lassalle kennen, und freudig bot der ! mae Mann dem kranken Dlchter mit s! ez sollen Energik ' der Jugend seine Hilfe ! tun ' die zärtlichen Verwandten an. (Wit nahm dies Anerbketen mit großer A reudc auf ; es war ihm klar, daß nur z n so eeistooller ond energischer Mann ' 1 ' V ' t . t. - iL.. 2 ..W irr. 3 'N seiner Vacyc lyun ivttttr, Uttv p ine größten Hoffnungen setzte er auf die ;"!!;, eise Lazsaue s nach Ätttm.

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;;!,!, ; s: ' I Er hatte sich 1 leider verrechnet; zwar nicht, indem er auf die Energie Lassalle's baute ; wohl aber, da er die Schmierigkeiten übersah, die hier zu bekämpfen w. ren. Gleichwohl muß man sagen, denkt man die Zähigkeit, mit der Lassalle spater die Sache der Grasin Hatzseld führte, daß er im Interesse Heine'S nicht mit gleicher Energie gehandelt hat. Inder ersten Zeit fernes- Berliner Aufenthalts entwickelte er allerdings einen großen Liebeseifer, der Heine zu dem Bekenntniß veranlaßte (10. Februar ,1346): .Noch nie hat Jemand so viel für Mtch gethan; auch habe ich noch bei Niemand so viel Passion und, Versrandesklarheit vereinigt , ,m Handeln gefunden. Wohl haben Sie das Recht frech zu sein wir Anderen usurpiren blos dieses äoltlicheMechthiesesP Im Vergleich mit Ihnen bin ich doch nur eine bescheidene Fliege. Ich sprach noch gestern Abend davon mit (Anastasius) Grün. Auch hier zeigt sich der Scharf. blick"He:ne's,und es ist ja manniglich bekannt, wie Lassalle dieses Privilegium, welches ihm der Dichter verliehen, spater J ' - . .. crr'r. .. ...t . ' M in oer cusgleoigslen veie verwenoer hat. ,, ' 1 Q ' ' , -.' .Aus diesem Briefe entnehmen wir aber auch noch das Thatsächliche, baß Lassalle bis dahin, also innerhalb eines Monats,' bereits mit Varnhagen von Ense, mit Josef Mendelssohn,? dem Chef, des be- " " ' m ' ' T i "' m t ' ' :' . c '! ranmen Vanryauies, mlr .'tteranoer v. Humboldt und sogar mit dem. Fürsten Pückler-Muskau über die .Angelegenheit Heine's gesprochen und diese Männer sür eine Intervention bei dem Vetter des Dichters, Carl Heine in Hamburg, gewonnen hatte. ' Es ist diese energische Thätigkeit Lassalle's um so hoher anzuschlagen, als er alle zene Manner bis dahin noch aar nicht gekannt hatte und ,. ;i .' " MM r' erjtzu vielem jwea rennen rernie. cyon am 29. Januar schreibt Fürst Pückler an Varnhagen von Ense: 'Als Beweis, daß ich Ihrem Wunsche, mich für Heine zu verwenden, und Herrn Lassalle, so weit meine Kräfte reichen, ernstlich zu unterstützen, treu nachgekemmen, übersende ich Ihnen Beifolgendes zur Durchsicht und bitte, es gütigst zu übersiegeln und an Herrn Lassalle weiter befördern zu wollen. Es war dies eben jener Brief des Fürsten Pückler an Karl Heine, von dem der Dichter durchaus "wünschte, daß er gedruckt werde und den er m seiner enthusiastischen Weise nicht für ein einfaches Schreiben Pückler's an A. B. in Sachen, C. D. hielt, ' sondern geradezu für eine geistige That, indem einer, der letzten Nltter der alten Geburtsanstokrane den mporrommtmgen der . neuen Geldaristokratie, noch zuletzt eine Lection giebt über das Thema der Ehre, und zwar am Besten des beleidigten Genius, ? Lassalle beförderte hsen Brief sofort an Karl Heine undi' ?ilte ihn auch dem Dichter abschriftlich :n:tl Vluf die abschlägige Antwort hielt es Pückler für nothwendig, noch einmal an den Hamburger Bankier zu schreiben, und in diesem Briefe rom 6. Februar 1846 giebt er dem Millionär noch eine Hofliche, aöer.wohlverdie:: Lection, indem r" "l. " r-g- --4 ' er sagt. . - ' Da sich Euer HochwohlaeboreN' auf Familienverhältnisse beziehen, die . mir NatuNich ganz fern liegen, da ich nicht einmal die betreffende Person, sondern nur den Dichter Helnrrch Heme renne, auf dessen Genius, ich wiederhole es, meinem Gefühl nach jeder Deutsche stolz zu sein Ursache hat fo ist eine weitere Verwendung von meiner Seite be! Euer Hgchwohlgeboren unnütz geworden. Bei it fiS.AI tsiri; iaip r.t: viiutui4vcii uiciut. mn iiiuyi uwiiy, als dem Freunde des Herrn Heine, auf dessen Wunsch ich' hauptsächlich an Sie geschrieben nnsere kurze Korrespondenz mitzutheilen und alles Weitere anheim zu stellen." ' .. Auch diese beiden Briefe sandte Puckler durch Varnhagen an Lassalle; denn dieser war ja der erwähnte Freund, und Lassalle wiederum an Heine. Die Antwort des Dichters'war wieder eine kleine Liebeserklärung, die mit den Worten tchlleßt: Leben Wie wohl, und seien Sie überzeugt daß ich Sie : unaüssprechlch liebe.' Wle freut es mich,' daß lch nich nicht in Ihnen ' geirrt; aber auch Rlemand habe lch je zo tuet getraut, tch, der ich so mißtrauisch durch Erfahrung, nicht durch Nat. . Seit ich Briefe von Ihnen erhielt, schwillt nur der Muth, uno rcn oennoe mir ve er . . . . . er c ... L.rr--u tn rv " ' r M t ' ", " nr " ' ' V " ' B erlauf oer rraurigen ngelegenyelk ist bekannt, es kam, schließlich zu einem direkten Vergleich zwischen beiden krieg fuhrenden Machten , ohne zede nterven tion ; .laber, der Dichter vergaß doch , nie die tödtllche Beleidigung, die ihm von der. eigenen, Zsamille :uqeiuqt worden wär, ebensowenig nie er, die allerdings ' r , - v j " "1 i!niiiii"'W"" rt1' "" " ' . " " nicht erfolgreichen Liebesdienste unterschätzte, die Ferdinand Lassalle ihm in . .r ... i. ... ' n,. ' .r ' ". ." viejer iiagnajen ngcicgcngcii wenig (icns.iTi oer erjien )el! ernnezen yattk. Moderne Kindererzithung. Die moderne Kindererziehung ist durchaus nicht sür die Entwickelung ei7.es schonen und was damit im innig? Zusammenhange steh t gesunden Körpers angethan, und sehr tretend äußert sich darüber u. a. Eduard Reich in solaenoerl Weise: Man sängt mit Ueberbildung und Ueberanstrengung des GcisteS schon in frühester Jugend an. Kaum ist das Alter der Kindheit noch recht vollendet so ioirb b er S pi 0 Hn cj et) it c) rern überantwortet, welche, unbekümmert um einander, die Wissenschast ihm mit großen Löffeln einpfropfen und einpferchenMJa ! noch !! mehr; Versuchen zu gehen und zu lallen, wird das Kind imKKinderarten g belehrt und gehosmeijtert, so daß es seine ganze Kindlichkeit verliert, nervös wird und Steigerung seiner etwaigen skrsphulösen Anlagen erfährt. Wenn auch in einzelnen Zwilchenzeiten , Spiele und Körperübungen im Freien stattfinden, so ist der Einfluß der Ueberbürdung doch ein so großer und verhängnißvoller, und die gesundheitswidrigen Momente sind in so bedeutendem Maße vorhanden, daß die naturgemäßen Instinkte gelähmt und die Grundfesten der körperlichen Konstitution erschüttert weroen. Außerdem erstickt diese unmäßige geistige Ueberpfropfung den Genius, erkältet auch das Gemüth und treibt das Wollen in mehr oder minder falsche Richtungen." , ,,

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;!';l;!!-ii.l;;!ll:ll,.l::;ir;i!;Vljiiil,:i!1 Zur Illustration des beregten Themas möge hier noch eine Episode aus Charles Dickens Leben angeführt Ä kens, der große Humorist und Meuschen ,l & r rtmU y "t,:"l',r''V:,j,'ii:' i,y'"'ft " ',; -ij "r"11 freund. befand ; sich eines Tages zum LZesuch bei einem Bekannten auf dem Lande. Man kam aus ein Lieblingshema des qronen Schriftstellers, aus die Ernehunq der Kinder zusprechen. Der Freund des Dichters, ein Mann von sehr strengen Grundsätzen, behauptete, daß die erste Regel der Erziehung sein müsse, die Phantasie der Kinder zu todten , und daß man, ihnen keine Märchen , und Wunderqeschichten erzählen sollte, damit . t i ? cn.l.Lt't 'iL.:.flt ig xzi von loruilyenen cmwiuciii konnten. ; Dickens antwortete Inichts, aber ein seines Lächeln spielte , um seinen Mund. .Am offenen l Fenster ' stehend. ergriff' er einen Schmetterling, dessen Flügel in den schönsten Farbennuancen. prangten, 'er oeruymie cyriiinruer ' !..:,;, !-!... r...r. i. A;rsi.rr strich mit einem Finger den prachtvollen Staub weg, welcher die Schmetterlingsflüäel färbte und qÄ dann demThiere die Freiheit wieder. Aber mein lieber t''- "' . j t ... :onr . i t'1'':' j tl'i' '1 reuno, rits oer iann oer paoagogischen Grundsätze, was thun Sie denn da? Das ist ja eine Barbarei!" Keineswegs versetzte der Dichter, 'lch wollte nur Ihre Principien anwenden, indem ich ' dieses Geschöpf von einem Schmuck befreite, der ja total überflüssig . ;;0 ; : 'Sri.X iJch wüßte nicht, waS treffender und sinniger zugleich die heutige Erziehungsweise charakterisirte, als diese kleine Episode. , Die meisten Eltern : haben keine Ahnung davon, ' welches herrliche Gut . r f c. t- , r 'ri. 5 ";cs' t "' f ''. "J eine sroue unp gtuailcye ugeno sur rare Kinder ist : wie sie nicht nur dem späteren Leben des Menschen ihren bei anderen Chäraktenprägt, ihm über allesnogliche - Ungemach .hinweg zu helfen weiß und sich xu einem Talisman von unschätzbarem Werth gestaltet, sondern: wie der Glückszustand der ersten Lebensjähre sich selbst in der Physiognomie des crr t r ' r tt. i i t "S.-' 1 " : . zvcenscyen, iqni .l.ny . pMÄUgenelnerz verschönernden, bleibenden Ausdruck des Frohsinns . sür's ganze Leben verleihen rann. - 3?av prucyrig uno wayr ittrizr . st. ' .. r ," ...... r'"t tLZ. fc J Carlos Sterne. ,N s semer rone. der Schöpfung" einen Essay über glückliche Jugend wie folgt:. Den Kindern heitere. glückliche Jahre mit der richtigen Abwechselung von Lehre, Spiel und Körperpflege, die zu Lust werden muß, zu r rn. t . r. .n' ti.fx . ... t:" vielen, ii oa9 . ocic v;ctycnt ;uiio ic größte Mitgift, die ihnen die Eltern hinterlassen - können, denn vermöge der Zauberkraft unserer Erinnerung verbreitet eme glückliche Jugend emen rostgen Schimmer über alle späteren Tage, während eine .trübe, 'unglückliche Jugendzeit Nie aulhort, , zu bedrucken uny ! wie ein tückischer Alp niemals abgeschüttelt werden kann. : Es würde mir schwer werden die bis reeten physiognomischen Zeichen dafür anzugeben, aber es ist mir wirklich zuweilen vorgekommen, als könnte man ee den Menschen selbst noch in den spateren r r st r r . r r oensmyren am lejicyr anzeyen, oo ne eine glückliche Jugend I ytxldltntkyc nicht. ' Und warum sollten sich gerade in der Kindheit die Eindrücke und Schicksale denen ja Jeder ausgesetzt ist, in den wachsweichen Formen des Gesichts , nicht leichter einprägen, als im späteren Leben, wo die Züge fest geworden sind und einer Einwirkung von auen eher rotz bieten können? Man sehe nur ein Kind, an, welches eben stundenlang mit gekrümmtem Rücken : im geschlossenen Zimmer (vielleicht gar noch in schlechter Lufl) über seinen Schularbeiten gebrütet hat: wie blaß daS Gesichtchen geworden ist, wie matt und glanzlos die Augen sind, ja wie viel älter selbst das kleine Wesen erscheint. Und dann "beobachte man dasselbe Kind) wenn' es ' vom Spielplatz kommt, wo es sich mit seinen Altersgenossen in frischer, freier Luft (gleichfalls bis zur ' Ermüdung) !, umhergetummelt hat: wie das Auge leuchtet, die Wangen voll und geröthet sind und das ganze Gesicht den herrlichen Ausdruck der Gesundheit und Freude trägt." Gewiß, nur ein grimmiger Gegner der Physiognomik wird 'hier die Behauptung wagen, daß solche Eindrücke, nach der einen oder andern Seite hm häusig wiederholt, mit der Zeit nicht auch den entsprechenden Aus, druck im Gesicht dauernd befestigen sollten. ' Darum: Ueberschütte nicht eifernd das Kind - mit Schätzen des Wissens, - t . Gönn' dem belehrenden Wort Raum zur , . Entfaltung ,m Geist. Slehe dies Kornfeld trägt nur deshalb ' .. ,. . so ärmliche Aehren, 7 Weil mit zu reichlicher Saat einst es der '. Säemann bedacht." (Julius Sturm: .Für's HauS".) : ' Eben so aber zu' wiederrathen i st eine zu große Verhätschelung des KindeS oder gar die Sucht mancher Mütter, aus ihren Kindern Zierpuppen zumachen. Mir geht ; jedlömal tin tzstich durch s Herz, wenn ich e in über die Maßen äfsisch auf - geputztes Kind sehe, weil durch nichts der U n 1 ch u Idstraum der fugend mehr ! und schneller vernichtet wird, als durch die Bedeutung, d:e man dem tfmde durch eine solche alberne Ausstassirung beilegt. Man überleuae slck nur. wie so ein klei. neS zierliches und geziertes Ding in dem pomphasten Flitterstaat gleich auch ein geziertes Gestchtchen annimmt und mit einer gewissen Vornehmheit und Arroganz auf seine weniger geputz ici hernbschaut Wer weiß, ob nicht manche dieser schnippischen, blasirten und najerump enden Gesichter, denen wir gerade in ! den begüterten Gesellschafts kreii.n ,0 hausig begegnen, diesen enstellender. Ausdruck der frühzeitigen Vernichtung ihrer Natürlichkeit, zuzuschreiben yaden. 'as KiNd braucht derartige Ale franzereien nicht, es freut sich über das Geringste und Einfachste, uno nimmt sich auch im einfachen Kleidchen, da es meist je. . rr? jt . n. ' 01c nalurzilye cyonyeii ver ugenv vesitzt, ebenso reizend aus, als im kostspie- , . ... V'l i . '! "'F.., .i Um,, ;' ..' ' y 3,tf llltcram-; m HAimm Den Gipfel der Narrheit haben noch in dieser Richtung hin natürlich wieder r j.. evn i . "r " "!"''"-i - r ' panzer sanier errelcyr; sie yaoen namlicü anaekanaen. ibre Kinder :u lckminken. In den öffentlichen Gärten trifft ?r?..? . x m a v va cva!wm muii HJUUllV IUI ltt4 UVH UlCl JUIiCil, welchen die Mutter bereits die Augen brauen färben. Andere wieder sinoen, daß die Gesichtsfarbe der Kinder zu lebhast sei, und pudern die Wangen mit

zur ZttbialZQ vibüno.

NeiSmehl; , ja nicht selten sieht man sogar bei Mädchen im Alter von zehn Jahren den bewußten alten Strich unter den Augen, der die Pupille größer und glänt -Z-'jL l;fVa ? -rs. . -l " zenocr cijucinm iagi.,: jute Aerzic iois len dem abscheulichen Unsinn vergeblich ,. !. W " - ' i : 4-.-' ' ;..'... 7 zu steuern suchen. w .;r ; Z Ein entstellender ZvA im Kindergesicht und der späteren Entwickelung der Miene höchst ungünstig ist . der Ausdruck von Altklugheit. ' Jedermann , liebt an den Kindern die unschuldige volle Natürlichkeit und . kindliches Wesen. Dlese Natürlichkeit "bestes gen Unvesangenhelt, in emem freien und ossenem, nntgegenkommen. Es - genügt und ' ist eben der richtige Grad des kindlichen Verhaltens, ,, wenn , nur zunächst alles rohe, alles vorlaute und altkluge Weseir.' daraus ' entfernt ist; denn ein weiteres Einengen der Kinder in die für Erwachsene geltenden Formen ! der Artigkeit 'und Wohlanständigkeit taugt am wenigsten für dieses Alter. , Es artet leicht'dahin aus, daß die Kinder zu hohen Drahtpuppen werden, dak Natürlichkeit, Herzlichkeit und innere. Wahrheit, die eigentliche Blüthe der kindlichen Scatur, vernichtet "und" ein Zustand ' geschaffen wird, der sich gar bald auch , im Gesicht tr'x---:ri;L.. : v s "-'-:ti . .,- !'::' als enr oen ayren vorausgeetiler,- air licher Zug unschön ,'u erkennen giebt. '' , Es kommt später eine Zeit, wo ' sich die " angedeutete r Wandlung 'von selbst rf ' f ' s-r. rn . . t " o i ... vouzieyr. am ucasre oer moyelr verschwindet, '' das , Innere - des ' Menschen dreht sich gewissermaßen nach außen, und ein rnehr , geistiges Bild, wie es sich bis dahin durch Erziehung und die Einflüsse der Außenwelt entwickelt hat nimmt rn den Zügen Platz. Diese Wandlung tritt nicht plötzlich ein, und ein aufmerksamer Beobachter' kann ' schon' lange vorher mahrnehmen, wie der Kind'esausdruck im Gesicht ' allmälig Abschied - nimmt und einem der reiferen Jugend entsprechenden. charakteristischerem und meist bleibendem Ausdrucke die Statte räumt. Leider entflieht mit dem Kindergesicht ost auch die r a t r v r glucrzlcye lnoerzeeze aus kmmer. Der Menschenhandel Proeeh Wadowice. in ,Wadowice, 25. November. .. . : ' . ... . ,. ' ,. 1 ' : . ' Wie Steknchen an Steinchen bei einem Mosaikbild, so fügt sich nun Verhör an Verhör, . Aussäge , an. Aussage in dem sensationellen Menschenhandel - Proceß vor den Geschworenen zu , Wadowlce, aber man hat noch keinen klaren ueberblick und eS läßt sich noch nicht erkennen, ob die durchweg interessante und zertmellig geradezu einen dramatischen Eharacter annehmende Gerichtsverhandlung .in ihrem weiteren, Verlauf oder an ihrem Schluß das aus der Anklageschrift , gewonnene Bild völlig -bestätigen . oder in ' r 11 r . . , c. r-e . ' wejentttcy anoerem tcyre wlro erlcyelnen lassen. : Bisher ist, das Letztere nicht der Fall. Wir befinden uns nun in der dritten Woche des Processes, aber es läßt sich kaum sagen, , dag die. Eindrucke, welche der Anklageakt hervorgerufen, irgendwie abgeschwächt worden waren.. . ,. Wir wollen im 9&rdj stehenden d ie bis herigen Ergebnisse der Genchtsoerhandlung. soweit dies überhaupt möglich ist Zinsammenfaßen und in Kürze, aber doch übersichtlich darstellen. Zuvörderst jedoch setr einige bemerkenswerthe Nebenumstände erwähnt. . .,.. Die große Mehrzahl der Geschworenen ebenso wie der Angeklagten ist arm sehr ' . n. "n arm. . n Beiiuq aus vie e beiden ..vetheiligten Gruppen" mußten darum auch außergewöhnliche Verfügungen getroffen werden. Was dre zumeist dem Kleinbürger- nnd dem Bauernstände angehorigen Geschworenen betrifft, so sah sich, wie schon bekannt sein dürfte, die JustizVerwaltung veranlaßt, denselben, tägliche Diäten ' im Betrage von ; je drei Gulden ,-s.J! ". - Y r .rr ..ry auszayen zu zazn, was rn ven einscya? gigen Bestimmungen der österreichisch en Gerichtsordnung eigentlich gar nicht begrunoer uno ylcr woy nocu nie vorgekommen ist, wenn es auch auS sonstigen naheliegenden ' Rücksichten leicht gerechtfertigt werden kann. Einer der Geschworenen besaß , nicht einmal die Mittel. um eine halbwegs menschenwürdige Unterkunst sich zu verschaffen. ! er schlief us bloßem Stroh rn einem Massenquartier mit Tagelöhnern. Erwerbslosen und, auf freiem Fuß besindlichen Angeklagten !- Nicht viel besser. ging es einigen änderen seiner Eollegen, und die Lage derselben war eine, derartige, daß l. . CfT C - r V Jr.? vie in vaoowlce anwcrnoen JNlungs berichterstatter sich der - Bedauernswer then annahmen, .und man darf sagen, daß . sie es waren, die, indirekt den bedrängten Geschworenen zu den Diäten verhalsen. .. ,. j Jn noch traurigere ? materiellen Verhältnissen befanden sich viele der Angeklagten Diejenigen von diesen; die oerhaftet waren, hatten ihre Versorgung " wie eine solche eben Häftlingen zu Theil zu werden pflegt, Z die Anderen aber, die u M ' .so ?. . . st. . ---is r . . !'..' aus rreiem 1 yue ianven, yallen mtt Ausnahme der wenigen wohlhabenden schlechtweg nichts zum Leben. Der Gerichtsprasident mußte denselben sofort das sogenannte Jnquisitenaeld von taglich 18t Kreuzern per Kopf anweisen, welcher Betrag sodann auf je 40 Kreuzer erhöht wurde, die. nun freilich auch .nur eine kaum n othdürft ige Eri stenz ermöglichen. Ucbriqens ist gar Niemand, der mit diesem Prozeß irgendwie zu 'thun hat, lwie man zu sagen prtegt, auf Noten gebettet. Auch die .'Zeitungsberichterstatter, die Vertheldkger und alle von auswärts hier her Gekommenen haben mit zahreichen Widerwärtigkeiten zu kämpfen. Und der Schauplatz derGerichtsverhandlunq selbst ,...,.. NW . ' f? . . rrU ' r vierer sozcye in üichijc. oo z. z. mug man im Verhandlungssaal in Pelze und PlaidS gehüllt sitzen. Von einer ausreichenden Heizung deö als Turnsaal erbauten Raumes mit seinen Riegelwänden kann keine Rede sein, und der GerichtsHof mitsammt den Vertheidigern und den Berichterstattern, ebenso wie die Angeklagten sind alle bereits mehr oder wemger krank, sie labor,ren ohne Ausnahme an heftigen Katarrhen und sonstigen nichts weniger als, i angenehmen Zustän- . . . . :!:5s' ! I - f v -fc T' il'l ,, (. - - A . . L m ' :" oen. aung gcui ciu öZUjlen uno cieT t .. r ,1,. t 1 :!,! :l' 1 'l . zen ourca oen aal, is wennH ein Sturmwind, Hagel niederprasseln und dazwischen der Donner ; rollen würde. Es ist alles Andere als schön hier ! Doch nun zur Gerichtsverhandlung. Die Verlesung der Anklageschrift

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i;;i,:';iui-"''it '!!J:i;"ii;:i1!;ii::ii!;.-::';:i!i8 nahm , drei Sitzung T'J-.- "r?". 'ft: ' .'""'"'!': iw : :i" l' ic jicoen runoen rn Anspruch, worau; die Verhöre der Angeklagten ihren Anfang nahmen.. Vaß von den Letzteren keiner schuldig sein will und daß jeder sich, so gut eS angeht, zu entlasten bestrebt ist, sei es auch auf Kosten anderer Mitangeklagten, kann wohl nicht verwundern. In dieser Beziehung weisen t.lat. r or...r. ... . . . . Trr rr uic vlsyerigen eryore eine g?wlne lnförmigkeit' auf, dagegen traten in anderer Richtung zahlreiche überaus 'characteristische Einzelheiten bereits in die Erscheinung. So wurde das GaunerrKauderwälsch der Menschenhändler bekannt. f ....tf! . ... f... fr .r , !l ". m munviicuen sowie rm scon mimen r r . L'.t.' . " i l":'J':'r ' :t '"'' nr : , t Berreyr ! oevlenlen ucy ,ole ihre Helfershelfers gen. Ihre Opfer waren entweder Waare", oder Stücke" Die Gendarmen hießen Federbüsche", die Finanzwachleute wurden 1 die Grünen" (nach der Farbe ihrer Untsorm) genannt. Bet der Um schreibung des WortesPolizei haben die Gesellen ihren Witz uicht snderlich angestrengt, sie stellten einfach die Buchstab den, ' beziehungsweise ! Silben . um und sagten Lopizel".., Ein Bürgermeister hieß Nosch" (Oberhaupt), ein Bezirkshauptmann 3dir", (der gerechte), dann kommen noch Bezeichnungen , wie Srokerle?, Jeous" :c. vor, kurzum, die Notte besaß neben ihrer sonstigen Orga. nisation auch ihre eigenthümlichen Vernano gungsmttrel., ,,,,.. " 'li. wv H a "' " ' ''( ' M ; Diese, waren nun freilich i ein bloßer Behelf und haben darum auch nicht entr : ' : .!ir VT'' rrV.t-: :.'..::" ?:'. ' i''-v.,::f;i zernr erne svicye Veoeurung wie me Organisation" selbst, die hauptsächlich in einem geradezu verblüffend . entwickelten Bestechungssvstem bestand. Nichts kann in' dieser Hinsicht die Verhältnisse drastiicher kennzeichnen, als : eS die Worte des Gerichtspräsidenten gethan haben, . der nach Verlesung von Briefen beim Verhör des Angeklagten Klausner sagte: - Sehen Sie mm; daß die Agentur die ganze Bezirkshauptmannschast. in der Tasche hatte ! ,,Dte Agentur verfügte soar, ob Amtsacten von der Bezirksauptmannfchaft abgehen sollen oder nicht!" : ' ' - rl Und ein andermal, als der. Angeklagte Herz die schlechte Behandlung der Auswanderer Z veZtrrtt' und- sagte, die Leute hatten sich wenn hnen ein Lerd aeschehen wäre, der der BeHorde beschwert erwiderte der Präsident: ' jVor wemk hatten sie sich beschweren sollen, da Aue gekaust waren?" i Das ist denn auch buchstäblich wahr. Polizei, Finanzwache, Zollbeamte, Oberdürgermeister, Bezirkshauptmann, Eisenbahncässirer: Eonducteur Alle waren sie gekaust. Sie bezogen sire iseyatter oder Tantiömen", sie erhielten Monatsgehälter oder Provisionen nach der Kopfzahl der Opfer, und nun it auch seztaestellt. wie die Beträge für die Vestechunaen aukaebr acht werden. Man zog bei ' jedem Theilnehmer des Hauptconzornums einen oejllmmren Procenrfatz vom Gewinn ab. !Jmmer . wieder drängt sich hier die Frage auf, wen die größte Schuld trmt. den Besteche? oder den Bestochenen.' Eine Antwort darauf zu geben, soll an dieser v r . . r ... reue nlcyr ,. versucyr weroen. . icyer aber ist unter allen Umständen, daß der empörende Menschenschacher auf die Dauer unmöglich gewesen wäre ohne' die directe ' Mithilfe der Bestochenen. Und dazn ; kommt, daß nach den Aussagen mehrerer Personen der Polizelcommijsa? Jwanicki sich ran die Agenten förmlich herangedrängt habe, die sich freilich wohl unschwer zu , einer zernanolgung yeroerliefen, und ferner, vdß der Eivilwachmann Kostecki . eigenö aus Krakau nach Oswiecin kam, um Geld zu verlangen, und den Agenten erklärte, wenn sie 1 ihm nichts gaben, so werde er sie anzeigen. Es scheint, daß es neben Bestechern und Bestochenen auch sörprejser gab.,. 7 Das dunkelste Capitel bildet aber bisher dasjenige vom Bezirkshauptmann Födrich., Er war Derjenige, der in dem Eoncürrenzkampf zwischen der Hamburäer?,, und - der" Bremer s Agentür, , welcher J r-i- .'.W f.. :'. rn'j " .!!':. rn ocamps eigeniilcy olk Vomoe zum Piayen brachte und daS ganze zchmachvolle Trelben enthüllte, die . Hamburger" unterstützte. Die Agenten nennen , ihn ihren schützenden Engel", ohne dessen Hilfe die Agentur längst nicht mehr bestände. Födrich soll auch nach den bisherigen Ergebnissen des '. VerhörS in Allem und Jedem gethan haben, was die Hamburger" wollten: , Die Gesellschafter widmeten ihm nach ihren eigenen Angaben 2 Procent vom Gesammizewmnst. Födrich ist als Bezirkshauptmann pensionirt worden, in die Anklage wurde er nicht einbezogen. Vielleicht ergiebt noch der weitere Verlauf der Verbandlung eine st ''''I c ' r ,L " 't ''" ' ' ' V1"' ' Erklärung dafür, warum dies Nicht ceschehen; vielleicht zeigt eS sich, daß ferne Hanozungsweiie vocy eine anoere war, als sie jetzt dargestellt Xoutil ' ? ; Jedenfalls reden sich, so ziemlich alle Hauptangeklagten aus den Bezirrshauptmann Födrich iauS. Der Angeklagte Löwenberg erklärt auf den Vorhalt des Präsidenten, daß er ungesetzlich ketten begangen habe, kurzweg : .Das war in der Bez,rrshauptmannichast abgemacht, " und der gewesene PolizercommistärJwanicki sagt ebenfalls, er habe nur die Auftrage des Beurkhauvtmanns ausgesuhrt So ganz wörtlich ist dies nun freilich speciell bei Jwanicki kaum zu nehmen. Er ! bat ! dieAg rungen und directe V er solgun gen, die er anfangs unternahm, direct . gezwungen, ihm Bcstechungsgelder u geben, und die GiX MM M R ? A M , !!. f jm m M A X. . M M ii M xinuciiuiiicu uuc4i (9 ' miiuiycu tu Gesicht, daß sie ihn Alle fürchteten, daß er Alle beherrschte, daß er auch die Interessen der Agentur am wirksamsten förderte und als Poluelcommmar die Aus wanderer in geradezu unwiderstehlicher ctr r. '.1 ..!it!i. ?!.,.. . c ... AUieic nolyigie, vscylsssrarrcn oel oer Hamburger Agentur zu kaufen. Wie in Ler Anklageschrift, erschein Jwanicki auch Nach den Verhören als einer der am schwersten Gravirten, und sein eigenes Leugnen sowie ö sein Berufen aus den Bezirkshauptmann vermag keine Schuld kaum zu vermindern. Sein Beispiel bezüglich der Erlangung von Bestechungsgeldern haben übrigens auch Andere befolgt, so konstatirt der Prasident, daß die Gendarmen in Podgorce ansangS .fleißig Auswanderer arretirten", daß aber die Arretirung von dem Augenblick aufhörte, ft die Gendarmen in den Büchern der Agentur er-

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n." Dieser Euphemismus - ist ß wohl deutlich genug. Und nach ! einem ganz gleichen Rezept verfuhren Polizisten, die unter der Bezeichnung Sonne und Ssjt k!!.., " . sir je. ..r-... einiger kleiner Orte und verfckiedene anvw UUUitlUl, VIC , VLUIUKCII dere Personen. ,, Merkwürdig ist auch, daß Beamte der Direktion der Staatsbahnen häufig Darlehen von den angerzagren Agenten verlangten und erhlelten, 5 .und noch merkwürdiger, da das Hauptbuch der Agentur verschwun:i jh. .a c . c' .:' . . vcu iji, uuiyocm ca vei oer. ourcy pik Krakuer Polizei vorgenommenen Hanssuchung noch vorhanden war. , , i ' Daß keiner von den Angeklagten die Auswanderer ausgebeutet , oder mißhan-, delt haben will," kann nicht verwundernd Die Schiffskarten hätten sie ! nicht theurer verkauft, als der PreiS gewesen, d:e thatsächlich eingenommenen höheren Beträge würden sich aus der Valutaoerschiedenheit und dem Agio erklären. An der Weisung der Muswanderer auf andere i ; rr . V t t. a)it, ai9 viezenigen. Mir weicyen vieselben fahren wollten, seien ebenfalls die Agenten unschuldig, daS sei Sache SpiroS in Hamburg" gewesen. Bezüglich der Mißhandlungen klagen sich die beiden Agenturen, die Hamburger und die Bremer, gegenseitig an. Lomenberg erklärt: Die Auswanderer pflegten Gott zu danken. daß csie .endlich ? rn unsere Kanzlei kamen. Auf - dem 'Wege zu uns t. .1. , ' o. , D 0 ... ar man oie armen , juu rer w ie w i ine :hUrc gehetzt, von allen Seiten wurden sie ausgebeutet und i mißhandelt, ! man schleppte siovoon , Ort zu Ort. . , Die besoffenen Treiber der, Bremer überfielen die Auswanderer und prügelten sie. ? ' ßo schildert einer dieser Menschcnjager das Loos der Unglücklichen, .die s in : ihre Hände Men! , Indessen schernt es rn der Hamburger Agentur wirklich nicht so arg zugrgungen zu zern, wie rn oer Bremer, wenigstens beantragt die Vertheidigung die Vorladung von 70 neuen ? Zeugen, welche erweisen sollten, daß dieHam-T..Z'"-U . lL 'C Jl stf.. c l 1 , w f vurger m,r en uswanoerern gtttupslich 4 verfuhren. Bemerkenswert!) ist übrlgeds, daß nach einer Feststellung des JT' ; r?c x . . ?ttlcy?sprasroenien unrer oen usmanoerern .. doch nicht. mehr als 114 Deserteure sich befunden haben sollen. Für welchen Zeitraum dies seine Geltung hatte, ist allerdings nicht gesagt. - Diese Einzelheilen, sowie die Feststellungen bezuglich des Bezirkshauptmanns Födrich,' ferner! die Briefe owenbergs, m welchen der Polizeicommissär Jwanicki: als ein frecher Erpresser", Aussauger" und AuSbeuter5, bezeichnet wird machten begreiflicherweise großen Eindruck und riefen, obgleich ; man sich nachgerade über gar nichts mehr in' diesem Processe wundert, immer wieder Staunen hervor. Es ist kaum möglich daß' im Laufe der VerHandlung noch etwas nachfolgen sollte, was ! das bisher Gebotene ' übertrifft. Man kann auch gegen Bestialität und gegen Scandale abgestumpft werden: , Das Vorkommen von Reibungen und Differenzen zwischen Staatsanwalt und Gerichtshof einerseits und der Vertheidigung andererseits kann in einem derart!gen Processe wohl nicht auffallen, und es hat solche in der That bereits gegeben. Eine dieser Differenzen ist bessnders erwähnenswerth. Die Staatsanwaltschaft ließ die Anklageschrift in Druck legen und vertheilte Exemplare derselben an die Geschworenen, wogegen die Vertheidiger auf Grund der Strafproceßordnung nachdrücklichen Widerspruch erhoben. Sie verlangten die Zurückziehung des gedruckten AnklageacteS von den Geschworenen, und als ihnen dies nicht gewährt wurde, beantragten sie, es möge der Vertheidigung gestattet werden, eine ebenfalls gedruckte Gegenschrift an die Geschworenen vertheilen zu dürfen. Sie beriefen sich dabei auf den Grundsatz der Gleichheit ; aller Parteien vor Gericht und auf die Unzulässigkeit, die Geschworenen aus irgend eine i Weise 1 direct oder indirekt zu beeinflussen. Da der Gerichtshof dem Wunsche der Vertheidiger nicht entsprach, , richteten die -Letzteren eine gemeinschaftliche Denkschrist- an das Justizministerium in , Wien, ' auf dessen Entscheidung man vielfach und auch in principieller Hinsicht einigermaßen gespannt ist , Gine önöer)m(t Offcnfafierln. ' :'!' ii. v I Ein durch mehrere Elnzel haster Proceß ' beschäftigt ' seit einigen Tagen die Geschworenen des Puy-de-Dome. , Der , Angeklagten l sind ' drei: Frau Dhumedie 28jährige frühere Gefellfchafterin einer alten, reichen, etwas geistesschwachen Dame, der. Frau Tail-Hardat-Bufferolle, dann der, Geschäftsagent Eouche und ein Notar in Mezel, Namens Courtml. Zm Zum d. I. brachte Frau Tailhardat, die sehr zurückgezogen auf ihrem Schlosse Eombrailles wohnte, durch ihren Notar, Mr. Richard . ,,( -7 ''J: , 'il? .'! "'!'iJ .,- .,,'. i.il! .,, rn Elermont-Ferrand, n Erfahrung, daß ihre Besitzung mit S0.000 Francs hvpothekirt wäre.' Die angestellten Nachforschungen ergaben ' dann Folgendes : Eines Tages erschien bei dem Notar Courtial, welcher eine von CombrailleS ziemlich weit , entfernte Gemeinde bewohnt, Frau Dh?tme mit einer verschleierten altenDame,von der dieGesellschasterin sagte, , es wäre Frau Tailhar-dat-Busserolle, welche ihr Testament zu machen und eine Anleihe von 50,000 5 r ii'- :!. r i'y--l if' rancS aufzunehmen gedachte. ' Sie wende sich nicht an ihren gewöhnlichen Notar, sondern an Mr. Courtial, damit ihre Seitenverwandten . nicht von ihren Absichten erführen ' Für das Testament mußten fechs Bauern zur Stelle fein und Courtial fand denn auch leicht sechs Bauern, die nach der herrschenden Unsitte ohne Weiteres bezeugten, die verschleierte Dame wäre in der That Frau Tailhardat. Ihre junge Begleiterin, Frau Dhume, hatte einen Stempelbogen mitgebracht, auf dem die Unterschrift der Frau Tailha-.dat stand, und so konnte das Testament, das natürlich zu Gunsten der Frau Dhume lautete, aufgefetzt werden. Diese hatte auch für die Hypothek schon vorgesorgt und ihrer Herrin, deren Geschäste sie verwaltete, einen zweiten Stempelbogen, als wäre er für das Steueramt bestimmt, zur Unterschrist vorgelegt.A,WZ Als dann aber der Notar Richard in Clermont - Ferrand um die Auszahlung der 50,000 Frcs. angegangen wurde, fand er die Sache etwas sonderbar und

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lyriii.;" iif'iil erbat sich von Frau Tallhardst genaueren Bescheid. Diese wußte von Allem nichts, sie wurde gegen . ihre Gesellschasterin klagbar und nun. kamen noch allerlei schöne Dinge, auch die Geschichte des Testaments, ans Licht. Frau Dhume wan nach dem Tode ihres ! Mannes der Vergiftung beschuldigt und in gericht- -liche Untersuchung gezogen worden. Ferner behaupteten böse Zungen, sie hätte den Pfarrer von Montaigut in Combrailles und dessen alte Haushälterin zu vergiften gesucht, weil dieselben ihr LiebeLverhältniß zu dem Vikar s kannten. Der Notar Courtial seinerseits will nicht zugeben, daß bei der Aussetzung deö Testamentes und des Hypothekarscheines in seiner Kanzlei etwas Rechtswidriges, untergelausen sei ; er will sogar in der verschleierten Dame die ' Klägerin erkannt haben, wahrend nack der Untersuchung der Geschastöagent . Couche, welcher die Frau Dhume mit Courtial bekannt machte, die Rolle gespielt und sich für diese- Gelegenheit den Schnurrbart abrasirt haben sollte. Die Gesellschafterin Dhume, der, Notar Courtial und der Geschastsagent Couche wurden, und zwar der Erztere ohne, mildernde Umstände, die beiden Letzteren mit Zulassung derselben, der Schriften sä lschung uud des versuchten Betrugs sür schuldig erklärt. Das Urtheil, lautete sür die Dhume auf fünf Jahre Zuchthaus, für Courtial und Couche auf je i fün Jahre Gefängniß. Die Civilklägeriui Frau Tailhardat hatte nur 1 Franc Entfchädigung verlangt, der ihr zugesprochen wurde. - Mchard v. Volkmann. Mit Richard v. Volkmann, ist einer der genialsten Schüler deS unvergetzlichen Bernhard v. Langenbeck, des Be- ' aründers und Meisters der neuen' deut- . schen Chirugie, aus dem Dasein geschiecen. ,.s . . Eine tückische Lungenentzündung hatte. . ihn auf das Krankenbett geworfen, ron welchem er sich nicht mehr erheben sollte. Ein kurzer.trügerischcr MsinüngSschim' mer leuchtete ihm 'noch einmal au f, und . '. . ' " c . ' . ri- t. wayrrno einer vierunozwanzignunoigkn Periode schien eS. als wollte die drohende Lebensgefahr schwinden. ' ES war indesr Y 's nr "v . m. jrt , ,en nur em relies Aupacrern oes tcytes das nur u bald und auf' immer erlosch. . Der Verewigte war nicht nur eine Zierde ' der deutschen Medicin und der hellste

iilflSiill

Stern an derHalle schenHochschule, nein, fein wissenschaftlicher Ruf reichte weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus. Wie sein großer Lehrer Langenbeck vereinigte auch Volkmann Kühn- . heit und Besonnenheit mit höchster Eleaanz in der Ausführung seiner chirurgischen .Operationen. . ; Er war geradezu ; ein Virtuose in der chirurgischen Technik, die ihm außerordentlich viel verdankt. Die größten Verdienste erwarb' er sich . um die Durchbildung, und Verbreitung der von dem großen schottischen Meister . Lister ersonnenen antiseptischen Wundbe- . Handlung. .' ' . '"'I : ' . . -' -- - - - Hand in Hand; mit .seiner ungemnn ausgedehnten praktischen Thätigkeit gingen seine wissenschastlichen Forschungen. Seine Untersuchungen aus dem Gebiete der Krebskrankheiten sichern den Namen Volkmann einen dauernden Platz n der Geschichte der Medicin. Was den Ver. blichenen hoch über Viele unter, seineu Berussgeno ssen erh ob, das war der Adel seiner Gesinnung, die stolze Männlichkeit, die sich in zedem, seiner Worte, ,n jeder seiner Handlungen kundgaben. , Er konnte, wenn eS fein mußte, . such recht unumwunden in feinem Urtheil fnn, ällein er gehörte keineswegs etwa zu jenen engherzigen Seelen, die mit ihren Meinungen an denjenigen Stellen zurückhatten, wo man" mitunter einem mulhigen Worte gegenüber sich recht emxsindlich berührt zeigt. Dieses .seines muthigen Auftretens willen, war tr der Litbling der Hallensischcn , akademischen Jugend,, und so innig verwachsen war er mit dem . Leben der sachsisch: Hochschule, i daß er die nach dem Tode LangenbeckS an rhI ergangene Berufung nach Berlin Hus- tz schlug.' ' . ,, V,; ; . ' ! " Von seiner ans Verschwenderische grenzenden Uneiaennützigseit wissen , die Säle - der. Hallensischcn chirurgischen Klinik ; ? zahlreiche Geschichten zu erzählen. Volk ' mann war ein großer. Arzt, ein edler' . Mensch und eine durchaus künstlerisch , fühlende Natur. Es ist in hohem Maaße, ' bezeichnend für ihn, daß er die wenigen Mußestunden, ' welche ihm seine aufreibende Thätigkeit in den Lazarethen wäh ; rend des deutsch -fränzösifchen Krieges ge-! stattete, dazu benutzte, : um die dort empfangenen Eindrücke als Träumereien . an? französtschen Kaminen" dichterisch auszugestalten: A .- r'M'ßt- :? Ueberhaupt zeigte er an allen künstleri schen Bestrebungen unserer Zeit ein lebHaftes Interesse, Won))ixS (mpSngl(v; war er für die Schöpfungen unsere? neuromantischen deutschen Musik. Er war ein glühender Verehrer Richard Wag- ' m krr.M (n-...tk. ..ir-.i-.rt , ,?

iu vtiu juiuuici ucfiipuiaud er allsommerlich unter den Zuhörern sich einfand. :; .r f ' , 4;-" 'li.- ' !!!." ';!'",: v-Cp -4 A "f-, .,' .., ... Die setzten Jahre seines Lebens waren ' nicht ungetrübt. Er litt an einer schleichenden Krankheit, die an seinem Lebens U marke zehrte und der er durch den Genuß 'oönHHetaübungsimtteln" suchteEin'großcrKreis'vois und von Freunden trauern um den edlen ? Heimgegangenen, und zahllose Leidende, 5 denen er Heilung oder Linderung 'aebracht, , widmen dem Verstorbenen heiße ; Zähren des Dankes. Sein Name wirdW stets unter den besten Vertretern der deut- : schen medicinischen Wissenschaft genannt ' ' werden v,: m: i'itij: :;y;.iiiiiAJn . F a m ili e n - S m m e t r re. Merne vier Söhne unterschnden sich in ihrer Beschäftigung nur durch die verschiedenartige Behandlung des Stos trR t'Wi : !' ISlT'Jll "ä ii::11':'1!1!!'! !!.! M: ifiS"'""!1'1' ? ': !:' 'in ' j I C . .ih::!H:: - ?!i-ri--Uti-.l::!it;- - -lii::Li:-.:!;il:i!..-:!i!:i!-:: yi;!p'irlA iiff.il : !,'! S Der Dichter dramatisirt ihn, . . K'rts rr, 7 ' .-!L XAw , ' . ';:!;';;! , Der Chemiker analysirt chn, ; . Der GeschästSmann Verkauft ihn, ? zMer Studiosus M versaust ihn. - .,'', '.' 'i1!., Itj1' '..'i 'li iliiiii',,.1,1. v i; ,(: ""'."-" : i i , . 1 1 . . .. '!;"::' ,.i Be l ehre nd. Papa, warum sucht man jetzt nicht mehrden .Stein der Weisen"? Weil man jetzt andere sehr werthsolle Mimralien kennt. ,

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