Indiana Tribüne, Volume 13, Number 88, Indianapolis, Marion County, 15 December 1889 — Page 3

Ale arme Schneiderin. VrtzÄal.SrzzhZmg aus dem Bnttner AlltagZKien. Von Nrthnr vo Z5oy. (8. Fortsetzung und Schluß.) Während ihm heute morgen der Weg tu vrau!e,n Frank so weit und beschwerllch vorgekomutkn war, als müßte er bis in den Himmel klettern, befand er sich jetzt überraschend schnell vor ihrer Thür. Doch jeut Herz pochte so heftig, daß er mlge Augenblicke verstreichen ließ, ehe er euzutretm versuchte, und seine Stimmung überhaupt derartig, als lägen die Berhaltm,fe gerade umgekehrt, nämlich ctt wohnte hinter dieser Pforte die gluckUche Bejitzerin von 300,000 Mark' und der Buchhalter wäre das arme Schneiderleln welches sich vermaß, die Hand danach auszustrecken. Endlich ermannte sich Storzing und rlopfte an. einmal zweimal und dreimal Niemand antwortete oder öffnete ... .Wie unangenehm! Wenn die Kleine nicht zu Hause märe? Der Buchhalter drückte die Klinke wieder es war nicht zugeschlossen-und die Thür sprang auf mit lautem, singendem Geräusch Der Zugwind blähte durch das geöffnete Fenster die weißen Gardineu hoch empor. . . . Storzing vermochte die Bewohnerin des Zimmers nirgend zu entdecken. Ob er feine Karte als Gruß auf den Tisch legte und ein paar Zeilen dazu noch schrieb? . . . .Auf das gleichgiltige Papier die Gluth seiner Gefühle so .ging es doch immer im Leben ! Storzing suchte aus seinem Visitenkartentaschchen eine Karte hervor, aber indem er dieselbe auf dem Sophatisch möglichst sichtbar deponiren wollte, erblickte er plötzlich Else, halb zusammengekauert auf dem großen Sopda liegend, und' seltsam jammerlich aussehend oder war nur der Schatten der hohen steifen Lehne daran schuld, daß das Gesichtchen so klein und spitz erschien? Bekleidet war die junge Schneiderin mit dem nämlichen rosa Parchendjackchen und dem dunkeln UtUergewande, welches sie am Morgen des Psingstsonntage's getragen hatte. Der Buchhalter starrte befangen aus das bleiche Wachsbild, das Ziel seiner heiß begehrenden Wünsche, welches da so wundertich still, wie ein Klümpchen Unglück vor ihm lag, weder vom Geräusch, noch vom Zugwind aufgeschreckt. Eine merkwürdige Vettemmung erfaßte ihn unwillkürli Äendete er sich, um die Thür wieder zu schließen, was er in der Ueberzeugung, nur kurz zu verweilen, versäumt hatte. Knatternd fiel die Thür ii,s Schloß, durch den Zugwind beoeutend heftiger zugeschlagen, als Storzing beabsichtigte ' lind die Schläfern, regte sich trotzdem nicht!. . . . Der Buchhalter versuchte nun, sich aus alle mögliche Weise bemerkbar zu machen, er nahm einen Stuhl und stieß denselben geräuschvoll gegen den Fußboden er rausperte sich so laut er konnte, klopfte Oar mit dem Stocke wiederholtauf 'doch Elfe blieb beweaunaSlos! Groüer

, rr . . -J", , n inner cyauoer ourcynekette den hoffenden Freier, sollte hattedas Mädchen reich! gar.. ..sich heute Mor, gen etwas zu Herzen genommen? EntZctzlich ! Storzing dachte daran, wessen überspannte junge Damen zuweiIra nicht alles fähig fein könnten, befon ders Vknn sie viele Romane gelesen hatten. . Das Schreckenswort Gift rauschte plötzlich mit Trempetenklängen zu seinem geistigen Ohre auf Der Buchhalter konnte feine Angst nicht länger bemeistern und erfaßte Elses kleine Rechte die schmal und bleich aus ihrer Brust ruhte $qü sei Lob acy, zeynsaHer heller Vank dieS Händchen war warm und lebendig! Mit überquellenden Gefühlen bückte sich Storzing, um einen Kuß darauf zu drücken. Nun regte sich endlich Vit Kleine", sie wendete den Kopf, ohne indeß die Augen zu offnen. Wie blaß und rührend war das Gesichtchcn anzuschauen, so durchsichtig und verhärmt erschien es dem, für den es noch gestern im Rosen, schimmer der Freude geleuchtet hatte!. . . Und da war ja auch wieder der kleine, reichtgcschwellte Mund, vondessen Süßigkeit Storzing gestern schon genascht hatte ganz unerlaubterweise freilich, er zürnte sich noch dgrob. Aber nun beJanv sich ihm der reizende Verführer doch so nahe und Storzing war ein Verliebter, der auf dem Wege sich befand, hoffentlich recht bald ein reglementsmäßiger Verlobter zu werden, mit legttimen Rechten der Zärtlichkeit versehen. . . er erlag der Versuchung ! Aber was war denn das? .... Die zarten Lippen hatten ja ganz ordentlich wiedergeküßt? .... Und jetzt spitzten sie sich gar, als verlangten sie eine Wiederholung? Das ließ sich Storzing natürlich nicht zum Oefteren sagen eins .... zwei .... drei er zählte einfach nicht mehr! Es kam ihm vor, als blühte der jungfrauliche Knospenmund Else's unter seinen feurigen Küssen zur vollen köstlichen Rose auf freilich seltsam! aber einst hatte ja doch Pygmalion sogar eine Marmor-Statue durch seine Liehesgluth zum Leben erwärmt .... und so war es vielleicht auch jetzt nicht so verwunderlich, daß Elses ganzes Aussehen sich änderte, die tiefen Schalten ihres Antlitzes verschwanden, dasselbe färbte sich rosig und rundete sich. Tnzu reckte und streckte die Schläscrin behaglich ihre Glieder, halb wie ein schnurrendes Katzchen, halb mt ein schlafendes Kind . . . . Endlich öffnete sie aber doch die Augen, schlummertrunken, gänzlich weltentrückt starrte sie einen Augenblick Storzing an aber dann folgte gleich einem Blitz das Erkennen. Wie eine Feder schnellte Elfe empör, den Buchhalter mit einem Stoß von sich schleudernd, den wohl niemals Jemand dem zarten Mädchen zugetraut hätte. Dann sprang sie auf, lief in die entfernteste Ecke des Zimmers, verhüllte sich mit beiden Händen das Gesicht und weinte und iammerte: UmS Himmels willen ... . ich meinte ja, es wäre ein Traum Ach, großer r. m'. .itX't&e&. 1TntTnf IVKlty l ilUjtnfc 4ij ist das!" ' ' SGavlttk! Unglück. ...bitte, Fräulein . M ? ,-r t u -2 CTt., lc, lroztt 'e ncz oocy rici vshui zing jubelnd. . . . abei ach, wie viel hübsie Möbel. TabouretS. Stander ' und r Tischchen stellten sich ihm hinderlich ent

zegm, als er Elfe folgen wollte....? Mit mehr Energie, als Grazie, fonder Rücksicht iu schon beklebte Glasschirme und sonstige zerbrechliche Sachen bahnte sich Storzlng den Weg zu jener Ecke, wo Else nicht aushören wollte, zu klagen. Endlich stand er vor dem reizenden Flüchtling, und indem er sich bemühte, Else die Hände vom thränenüberstromten Antlitz fortzuziehen, stammelte er: Hochverehrtes, angebetetes Fräulein, da Sie so liebenswürdig von mir traumen, so gibt mir das den Muth, einigermaßen mit der Thür ins Haus zu fallen! Ich bin nämlich gekommen, um ich wollte ich bitte ich meine " Plötzlich breitete Storzing beide Arme aus, und so kurz und deutlich, als möglich, rang sich von seinen zitternden Lipxen die große bange Frage: Else. . . Heißgeliebte, willst Du mein Weib sein? " Er konnte nicht weiter, denn das salzige Naß verdunkelte nun auch seine Augen und der starke Mann bebte wie Wpenlaub. . . . Nicht beschreiben läßt sich das Glück, welches er empfand, als er dann die zarte Gestalt seiner Liebe in feinen Armen fühlte, als er sie an seine Brust pressen durfte, und wie Elfe immer wieder Noderich! oh, mein geliebter Nodederich!" schluchzte. Nein, schildern kann man eben nicht den Akt der Verlobung zweier liebender Menschen .... unausdrückbar sind die Gefühle, welche da das glückdurchfchauerte Gemüth umwogen ! Storzing und Else hatten wohl, wie so manche andere jugendlich sentimentale Wesen auch, die dunkle Vorstellung von einer hellen Glückssonne gehabt, die im Augenblick des Skchknegens" über die Betheiligten strahlend ausgehen mußte. Aber nun war doch Alles ganz anders! Wohl war das Glück die Grundstimmung ihrer Herzen, doch wohin waren alle Eitelkeit und Tändelei, wohin selbst die Naivetät und Harmlosigkeit der Seelen? Majcstätisch breitete der Ernst seine Flügel über das junge Paar, und mit verklärtem Lächeln trat die Wehmuth herzu. Dankbarkeit gegen den Schöpfer, ein demüthiges Beugen vor der Größe der Verantwortung, die Beide in diesem Augenblick übernahmen, ersüllte ihren, tieserregtcn Sinn. Es war ein erhabenes Glück, das die Beiden fühlten, sie glaubten in einer Kirche dicht vor Gottes Antlitz Zu stehen, ilnd wenn Vater und Mutter sich neben Else befunden hätten, mit mahnenden Worten der Angst und der Liebe deflifsen, dem Bräutigam das Gewissen zu schärfen, und ihm das Gewicht der heutigen Siunde deutlich zu machen, sie würden keine höhere und heiligere Erhebnng seiner Seele erzielt haben, als Storzing jetzt empfand, llnd geradeso verhielt es sich auch mit der Braut. Beide sagten zwar nur immer abwech: selnd: Roderich" und Else", aber das war auch jedesmal der Anfang einer heiligen Versicherung an Eidesstatt, ebenso viel werth und ernst gemeint, als ob der Satz wirklich zu Ende gesprochen wäre. Thränen erstickten stets wieder von Neuem alles, was sie sich sagen wollten, dazwischen aber lachten sie vor Glück, und übe? diesen Zustand konnten sie nun vorläusig einmal nicht hinauskommen. Vergeblich wischte sich Elschen die Augen mit ihrer kleinen runden Hand, oder sie benutzte dazu auch wohl den Zipfel ihres rosa Nachtjäckchens, selbst ein angefangenes Kinderkleidchen mußte Dienste thun, welches eben dalag, und welches sie heute für eine Nachbarin zu

arbeiten anqefangen hatte, ehe sie übcrI l . -wn i . r t r wamgl von 'euvkgcetl aus lyrem opya eingeschlafen war. Wiederholt putzte Störiinq an seiner Brille die er aus nothwendigeren und sehr viel edleren Gründen jetzt abnehmen mußte, wie heute früh denn immer wieder wurden o Gläser blind .... von echten heiligen Manneszähren. Darum sahen die Liebenden auö nicht. daß draußen vor dem Fenster im blauen A;ur des Himmels gleich einem reizenden goldgelockken Wcihnachtsengel aus rosigern Wachs geformt, nmor, ver loje kleine Schelm, vorüberschwebte, freundlich dem Brautpaar zunickend. Ra endlich!" mochte erdenken, daS hatte aber such Muhe genug gerostet! Den halben Olymp mußte er ja dazu anspannen. den ihm allzeit gefälligen Dionifos, der. im Punkte der Liebe schon bedeutend schmierigeren Apollo und es wäre doch vielleicht noch nichts geworden, wenn Amor nicht auch die Laren zu seiner Hilfe ausgerufen hatte! Diese eigentlich beinahe unpersönlichen, diese Duodezgötter, wozu man sie doch nicht Alles gebrauchen konnte!.... ". t -mr rr jr noen ver lluae, uno ncu unausooruca vn Neuem modernisirende Sohn des Venus kannte genugsam die Welt und speciell seine Berliner er wußte, daS wenn man un neunzehnten. Zayrynndert überhaupt, und im schonen Spree-Athen besonders, wirklich etwas erreichen foiU, man ja auch die nntergeordnctm'Conneck tlonen nicht verachten darf l 11. Kapitel. Als Storzing und Else etwa nach einer Stunde der letzteren Wohnung verüenen. und die Treppe hinabgingen, lugten aus jeder Etage wenigstens fünf bis sechs neugierige Kopfe hinter den halb geöffncten Eorridorthuren hervor, und unten , ' r y i t .k IM ZwiZHenraum oer oelven qauier ioar die Elite der Hofgesellschaft versam melt. Selbst einzelne Fenster des Bor dergebändes hatten sich geöffnet, und ob nicht aus dessen zweiten und ersten Stock's. . t c . ' "f iJl- C " -. werr aua? oic orel langnajigicn tftan leins von Wulbach" und das abgestan dene Fräulein Litzman" neidvoll, auf die 300.00 Mark herabsahen. Äle ltatt iä zu ihnen ihnen hinauf zu bemühen,, sich in's Hinterhaus verirrt hatten, woge unentschleden bleiben. Gleich einem Lauffeuer rußte sich wohl die Nachricht von Elses Verlobung verbreitet haben, und als das Brautpaar auf den Hof hinaustrat, empsing dasselbe eine beinahe so erwartungsvolle feierliche Stille, wie sie im weißen Saale dcs Berliner Schlosses herrscht, nenn die (m ri .t - fr trici siX ajenaren erzemen. js vnvcir ity ein anstauender Kreis um Storzing und Else. aus dessen lebendigem Ringe sich endlich Mariechen Jäckel' loöloste, um freudestrahlend und gerührt ihre Glück- ' .fi. rrx. ' ..i rjun(Qc vauuoriuft. s uuic jviu

WMMWMdWM verhaspelte sich fortwährend in der Erve gung des Augenblicks mit feinen Reden; eben versicherte es der Freundin, dersel ben in ihren künftigen hohen Lebenskreisen" niemals beschwerlich fallen zu wollen; dann wieder überwog die praktische Spekulantin, und Mariechen bat Elle flehentlich, lhrer lpater zn gedenken. und ja nicht die gnte Gelegenheit zu versäumen, sie überall als au?akzetchnere Putzmacherin zu empfehlen. Dazwischen winkte die resolute kleine Berlinerin ihrem Bräutigam, den braven Kunstschlosser heran, der stolz und verlegen etwas aukerbalb des Kreises der Allerneuaierkgsten stehen geblieben war, nicht recht wissend, wie erich zu Storzinas gegenwattiger und Elses znkünstiger Vornehmhelt zu benehmen habe. Nau, lt," meinte Marlechen, da? war aber'n Psingstfest am ersten Festtag kennen jelernt un am dritten fchon verlobt! Des halte Dich wohl auch nicht träumen lassen? Aber unserm Herrjott sind immer die Schlichten und Bezcheidenen die :evsten?. . . . So einfach, biste man blos rn die Hofiägerallee jejangen, hast dcs Jeld vor'n theures Entreebi'llct tapfer jespart; un da lS Dich doch das Jluck nachgeloofen, hat Dir gefunden auf 'ner Bänke. . nee, es ist zu rühreud ich sage, die Tugend is doch man immer alleene das Beste in diese Welt 1" Die Vvrecherm schluchzte, und mü ihr noch etliche andere weichere Gemüther. Man sah Thränen in der Meisten Augen, denn die Befriedigung über daS romantische Ereigniß im Quergebäude war allgemein. Die alte, schon halb verklungene und nun wieder frischbelebte Sage von einem plötzlichen Glück bei 4 i wegte a.'le yerzcn, uno oer neugezrarrle Glaube an die Liebe erfreute neben den Jungen selbst noch die Grauhaarigen. Man hatte ja von vornherein den grausamen Entschluß der Portierfrau, Else durch den Hauswilth ermittiren zu lassen, durchgängig getadelt. Die Guten, weil sie nicht gleich an der bis dahin um bescholtenenSchnciderin zweifelten, jeden falls eine derartize Maßregel sur jeh? verfrüht hielten, die Bösen aber fürchteten. . . . daß ans derselben sich ein Vortheil für Else ergeben könnte freilich nur ein Afterglück!, Denn man nahm ; c . r u . t ? ... ? f( an, oan oer err", um oceu wiucn die jugendliche Arbeiterin eine solche Kränkung erdulden mußte, dann wahrschernuch gerade erst recht festhalten würde, und daö Verhältniß mit einem reichen Manne wäre also fertig gewesen! Es und wese Art der Anschauung eben dunkle Punkte im großstädtischen Leben! r ' rf n its. . . .- rr- r noe? icio! tejenigen, wezcye vrijc noch heute Morgen nicht einmal eine glänzende Äerdervntg gegönnt hatten. waren jetzt ebenfalls bezwungen durch die Große chres legmmen Glucks. Denn dasselbe hatte eine tiefsittliche Seite, es war nicht allein der Lohn der Tugend, sondern es wirkte versöhnend, we,l es den Glauben an das aute Princip befestigte, welcher in allen Menschenherzen mehr oder mmocr fortlebt, und denen ganzlichcö Erlöschen das Gemüth stets unheilbar schädigt. Wer den harten Enttäuschungen des Daseins zum Trotz, nicht mehr auf etwas Unvorhergesehenes, GuteS hofscn kann, wer kein Vertrauen mehr in die Zukunft setzt, wird neidisch und oerslockt, bose und verkehrt. Varum feierte heute tue Hosgeiellichast im Hmterhause ein doppeltes Fest, denn Jedermann war zufrieden und gerührt. Selbst die Kinder begannen schon von einem zukünftigen qroßcn Glücke zu träumen. von eiucr Märchengestalt mit viel Geld und Lieb?, die ihrer harren muz;te auf dem späteren Lebensweg, und nicht verfehlen würde, ihnen alle Wünsche zu erfüllen. Storzing und Elfe entzogen sich endlich in freundlicher Weise den allgemeinen Huldigungkn und begaben sich durch's Vorderhaus direkt zur Portierswohnung. Indem sie davor anlangten, ösjnete sich dortielbst die Thür, und die Zubern nebst Gatten traten in feierlicher Haltung hervor, dem Brautpaar mit einer tiefen Verbeugung nnd einer wohlgesetzten kleinen Rede gratulkrend. Ja, ja, nun sind Sie es nicht gewesen, Frau 'Zubern," meinte Storzing ironisch, aber woher wissen Sie denn eigentlich überhaupt schon etwas von un: screr eben erst stattgehabten Perlo'oung?" Jott, im sten Augenblick schon, wo !ck Ihnen sah, wußte ick ja, daß Sie n reeller Mann sind, un de Unschuld nicht kränken können, wenn Se mich auch böse sind ! Llber Sie dürfen mir auch nicht verkennen ick wollte ja immer nur daö Beste! Wie habe ich über dct Kino , gewacht det Elschen gehütet wie meinen Augapfel und jrade deshalb, weil isk mir vor ihre reine joldene Seele so interelsirte Na, ua, lassen Sie es nur gut sein, Frau Zubern," unterbrach Storzing das scheinheilige Wnb, nnd schließen Sie uns lieber statt dessen die Wohnung im ersten Stock hier im Vorderhanse auf, welche derMiethszettel vor der Hauslhilre ansbietct. Wir wollen dieselbe jetzt gleich besthen, und wenn sie uns gefällt, sofort miethen. Denn wenn Sie, verehrte Haustorannin, meiner Braut angedeutet haben, ich könnte mir sehr wohl eine Frau aus dem Borderhanse holen, so sehe ich gar nicht ein, weshalb ich jetzt nicht wenigstens mit meine? Erwählten dort hineinziehen sollte?...." Und so geschah es Storzing nnd Else bezogen die Bel-Etage des VorderHauses, in dessen eleganten Räumen die Verschmelzung der beiderseitigen Eimichtungen des Paares erst die volle prächtige Wirkung erzielte. Zwar mußte der glückliche BräutiZamin erhebliches Nengeld an die Ncisegefellschaft zahlen,' in deren Liften er sich allzu voreilig hatte eintragen lassen. " Aber dann machten die jungen DhelcutT doch noch allein eine herrliche tüit nach der Schweiz, Frankreich und Italien. Später hat dann Storzinz richtig das Kohlengeschäst feineß elttstlgettungen Chefs gekauft, der mit dem' dafür erhaltenen Gelde seinem letzten Nothpfenniz sammt der schonen rothgelockten Gattin nach Amerika ausgewandert ist. Else fährt nun sch on lange in einer der allerelegaNtesten Equipagen in BerIm umher, und hat alljährlich im Königlichen Opern- und Schauspielhause ein Doppelabonnement.: Man sieht die i Storzingi" überhaupt vielfach bei allen

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hervorragenden Festgelegenheiten der Großstadt, dort, wo es tüchtig Geld kostet und toud Lerliu" sich versammelt. Denn der ehemalige Buchhalter ist, seitdem er miteigenen Mitteln arbeitet, noch unendlich viel reicher geworden, rnbesitzt Kohlengruben im Sächsischen und in Schlesien und hat sich kürzlich ein prachtvolles Rittergut gekaust. Der Titel Kommerzienrath schwebt zwar noch über seinem Hattpte, aber der Lorbeerkranz sitzt schon daraus fest, denn der Dichterling" ,st längst zum Dichter geworden, .der selbst in den anspruchvollsten Kreisen etwas gilt, da Storzing bald nach seiner Verlobung einen Gedlcktscyklus Au sie" veröffentlichte, der Aufsehen erregte, und mit zu den besten Erzeugnissen der modernen Literatur zählt. Hinsichtlich Else's Bildungsfähigkeit hatte sich Storzing auch nicht getäuschte Seme anmuthkge kleine Frau spricht jetzt fertig Französisch und Englisch, liest nur die allerbesten Bücher und kritisirt mit Weisheit und Verstand, trotz Lindau und Fontane. die sämmtlichen neuen Stücke, welche in der Reichshauptstadt über die Bühne gehen. Freilich nimmt sie noch immer heimlich Prioatstunden, fast gegen den Willen ihres Mannes, der sich bereits zu beunruhigen ansängt, daß die Gattin ihm schließlich noch gar zu gelehrt werden könnte. Einem schon angedeuteten Uebelstände ist zwar nicht ganz abzuhelfen, nämlich,' daß Else gelegentlich mit Damen zusammenkommt, für die sie einst schneiderte l Aber sie besitzt Humor und Witz genug, um sich darüber hinweg zu setzen. Gern erinnert sie sich bei solchen Anlässen an da? hübsche Beispiel des be rühmten Abraham Lincoln, ehemaligem Präsidenten der Vereinigten Staaten Nord-Amerikas. Dieser war bekannt: lich in feiner Jugend Schneider gewesen, und als einst ein hochmüthlger, taktlosei Fankee sich erlaubte, zu ihm zu sagen : Ich kenne Sie, Herr Präsident, denn Sie haben früher einmal einen Rock fül mich gemacht," da antwortete Abraham Lincoln rasch: 3ch hosse doch, daß der' selbe gut gesessen hat!" Ende.

Männliche und weibliche Schönheit. I Es braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß die Schönheit des Mannes nicht die des Weibes ist. Die Gesichtszüge sind beim Manne, welcher sein Geschlecht repräsentirt, hart, scharf und bestimmt ; Krast und Energie ersetzen bei ihm gar oft den Mangel an Schönheit während Anmuth und Lic, bensmürdigkeit die unzertrennlichen Attribute von wahrhafter Frauenschönheit sind. Die männliche Schönheit sagt ein bekannterAesthctiker mag charaktervoller, erhabener, gewaltiger sein, als die weibliche: die letztere hat aber, als die seelenvollere, einen größeren Jteichthnm von Motiven nnd Consigurationen. Das Thema der Menschenschönheit ist in den Frauengesichtern, und ganz besonders in ihren Augen, viel melodiöser, viel sinniger und variirter als bei den Männern, deren ganze Erscheinung das Princip der Kraft manifestirt. Die Physiognomie des Weibes trägt in ihrer vollkommenen Reinheit einen Stempel der Heiligkeit, der selbst den rohestcn Mann zur Ehrsurcht zwingt; verschwindet dieser Stempel, so darf man schließen, daß auch die edelsten Eigenschaften der Seele zugleich mit verschmunden sind: nie aber wird die Physiognomie des Mannes eine . so abschrekkende Häßlichkeit erlangen, wie die des entarteten Weibes. Ein Mann hat in der Regel zu start markirte Züge und zu wenig Harmonie in den verschiedenen Gefichtstheilen, um im Sinne der Kunst schon zu sein. Ein Mannesgesicht mit vollkommengelmäßigen ngen, proportionirten und feinen Modellirungcn, mit einem weibI Pf . f-VYl m r lica rem e am taten cunoe und einer Rase, die eher zu klein als zu aroß ist, toird selten einem Manne gehören, der sem Geschlecht wurmg vertritt, und sonderbar die Frauen finden dies instinktmäßig heraus und haben für. sögenannte bildschone Männer" bei weitem nicht die Zuneigung, die diese in ihrer Eltelkett und ntel sind schone Man ner auch gar sehr oft voraussetzen. Ein reizendes Beispiel dasür wurde mir kürzlich von einem Ofsicier, der den r ?.. " t t : r . jrnnjojiiqcti Mozu, umgemacyk uaue mitgeteilt. Derselbe erzählte, daß er einst mit mehreren Kameraden rn emem vornehmen Prioathause im Departement HauteMarne einlogirt war, in welchem eine Vtldyublche zunge verwandte deö Hauses die-Honneurs machte. Natürlich waren die kühnen Söhne des Mars" sofort sämmtlich in die graziöse Erscheinung verjcyoijen-, namenttich aber der eine, der semes schonen und stattllchm Aeuneren wegen überall sofort Aufsehen er-i-.nt. is r -1 r r c.t ! - - iiic uuv uf (tMi uuiy uv einen Übermächten Apollo hielt, in diesem Falle eber auch nicht die Spur von Gegenliebe fand. Die angebetete Donna blieb unempfmds lich und begegnete jeder Annäherung ihres Verehrers mit kalter, aber, höflicher ZurückweiZuug. Da ertappte mein Gewährsmann die kleine Spröde eines Tages im zärtlichsten tote tets mit einem Kameraden, der im Gegensatz zu dem versKmähten Nubenbuhler eigentlich ein häßlicher Knabe" war. wenigstens war' er in seinem Aeußeren der Unbedeutendste der ganzen Einauartierung. Als der Störer des Rendezvous einige Tage spater nun die kleine Schöne emmat allein traf und sie in vaterlicher Weise zur Rede stellte, warum sie sich gerade den häßlichsten seiner Kameraden ausgesuchtund den stattlichen Ritter verschmäht habe, sagte sie mit geneigtem Kopschen: il est trop kenn" (erst ist zu schön). Es liegt in dieser kleinen Erzählung etwas Natürliches und für' alle Männer, die die Natur weniger verschwenderisch mit gußeren Reizen ausgestattet hat, zugleich etwas Tröstliches. Das Privilegium der Schönheit aehört also dem Weibe! Und darüber sind wohl auch alle Aesthetiker, alle Dichker und Philosophen stets einig gewesen. Nur einen Erzketzer hat es gegeben, der dies nicht anerkennen wollte, und dieser, war Schopenhauer, der es a überhaupt niemals versäumte, wo es nur irgend anging, den Frauen etwas am

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Zeuge zu flicken, sich, das Aergsie Meine, Feder sträubt' hier nledttzuschreiben, r r v . was er über das schöne Geschlecht aeäußert hat, und nur die Voraussehung giebt mir den Muth, es dennoch zu thun, daß jede verehrte Leserin den Passus mit gerechtem Protest überschlagen wird. Die entsetzliche Stelle lautet also: Das niedriggewachsene, schmalschultrige, breit-' hüftige und kurzbeinige Geschlecht das Schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt ; in diesem Triebe nämlich steckt seine ganze Schönheit. Mit mehr Fuq, als das schöne, konnte man daö weibliche Geschlecht das unästhetische nennen." Ädie ganz anders haben sich daaeaen von jeher wirkliche Frauenkenner über die Schönheit des Weibes ausgesprochen ; f r f. . r . ' o nng! cyonzauyer von derogelweide : Wenn man ein schönes Weib erschaut; das kann den Sinn Erquicken, Und wer an Kummer litt, wird äugenbl'cks aesund, ' Wenn lieblich lacht in Liebe ihr süßer rother Mund, Ihr glänzend Auge Pfeile schießt in Mannes Herzensgrund." Aber nun gar erst unsere neueren, die Feder führenden Frauenverehrer! So leitet Balduin Groller eine Betrachtung über Frauenschönheit mit folgenden schwungvollen Worten ein: lind wenn das Weltmeer ein ungeheureS, bis zum Rande gefülltes Tintenfaß wäre, und lchnn der Sand am Meer lebendig würde und aus jedem Sandkorn ein Schreiber entstünde, und wenn alle Schreiber dann ihre Federn eiatanchten in das groe Tinten faß und sie alle schrieben vom Morgen bis zum Abend, so fort an die hundert Jahre sie schrieben eS doch nicht aus das große Geheimniß von der Schönheit des Weibes. Auch wir werden es nicht ergründen und nicht ausplaudern, das große Geheimniß,aber Niemand wird es uns wehren, mit redlichem Fleiße den Spuren des Geheimnisses nachzugehen. Wahrlich, ein großes Weltenräthsel ist die Frauenschönheit. Nehmt sie der Welt, und das Universum steht kalt und kahl und öde da, als wäre ihm das liebe Licht der Sonne genommen worden. Seit dem trojanischen Kriege hat stch die Frauenschonheit als einen weltbewegender Motor behauptet, und seit Sulamith und dem Hohelied von der Liebe als den ewig unerschöpflichen Born der Weltliteratur. Was wären die Literaturen aller Völker und aller Zeiten, wenn ihnen dieser Born nicht gefluchet, was alle Künste, wenn ihnen dieser Quell nicht sein ewiges Lied gerauscht hätte? Es ist nicht zum Ausdenken. Platos tiefsinnige Philosophie, Phidias leuchtende Gebilde, Petrarcas süße Weisen, Dantes von der Erde durch die Hölle zum Himmel strebender Gesang. Raphaels gemalte Hymnen, Shakespeares titanische Krast und Goethes klingende Weisheit sie alle hätten der Welt nicht getönt und geleuchtet, wenn sie nicht gewcsen wäre, die hehre Schönheit der Frau." Ein bekannter Frauenarzt W. H. Busch in Berlin) sagt über den Unterschied zwischen Mann und Frau Folgendes: Die äußere Gestalt des Weibes stimmt mehr, als die des Mannes mit den Gesetzen des Schönen überein und ist daher dem Auge natürlich des Mannes) angenehmer und gefälliger. Die Formen sind anmuthiger und gerundeter, die des Mannes eckig und abstoßend (nur nicht in den Augen der Frauen.) Der Kopf des Wcibeß ist runder, zeigt wemger Hervorragungen und ist mit starkem Haarwuchs, der "dem Weibe zu vorzügsicher Schönheit wird, versehen. Auch das Gesicht ist kürzer und die einzelnen Theile gehen leicht in einander über, so daß sie in sich weniger gesondert erscheinen; daher ist auch der Ausdruck dcs Gesichts beim Weibe weniger bestimmt. Die Stirn ist nicht so hoch, als die des Mannes, die Nase kleiner, sowie auch dci Mund; das Kinn ist weniger spitz nnd nicht mit Haaren bedeckt, so daß auch das Gesicht rundere und kleinere Form annimmt." Sollen wir hier auch noch das Urtheil eines Mannes anführen, der das Weib zu feinem besonderen Studium erkoren und sogar eine Naturgeschichte der Frauen" geschrieben hat? Ich meine Bogumil Goltz, der in dem erwähnten Buche über die Schönheit de? Frauen Folgendes sagt: Was Meer und Gebirge nicht ver? künden, was Gott nicht in Wettern, in Jahres- und Tageszeiten zu offenbaren vermag, das ergreift uns in einem Men schenantlitz; aber in den Frauen sind alle Ratürgewalten verkörpert und zu himmlischen Genien verklärt. 5(Lie dürftig erscheint die Mannigfaltigkeit der ganzen Natur im Vergleich zu dem Reichthum, den die Schöpfung in den Frauen offenbart! Was ist ein Blumenbeet für ein leerer, dummer Anbllck, wenn man Sinn und Verstand besitzt für die reizcnde Skala weiblicher Schönheit, in einem Salon, auf einem Ball, und wie kann die auserlesenste Gesellschaft mehr als ein Sträußchen von dem Frauenflor sein, durch den sich die Menschen-Schon-heit in'Evas Töchtern von Geschlecht , zu Geschlecht ans der ganzen Erde incarnirt ! Wie sollte es der tiefsinnigste Denker, der empttndungsvöllsteDichter anfangen, um diesen Reichthum seinem Geiste zu enthüllen; um Frauen-SchSnheit nur an einem einzisien Weibe zu begreifen; um nur einen Blick aus diesen hellen und dunkeln Augen-Seelen zur Rede zu stel-' len ! Und was ist denn begltZsen, was ist zum Bewußtsein gebracht, wenn man nicht weiß, wie einer gewissen MenschenSeele mit einem Blick aus blauen, braunen und schwarzen Angen geschieht,, und ein ehrlich graues thut es auch. Dazu müssen )t noch so verräth erisch hinter langen Witttpern versteckt, im Jugend-, duft, im W!orgenthau der Liebe gebadet, von Seele und Dioinatiön verdunkelt und dann wieder von Lebensmuth und Lebenslust fo durchlichtet sein, daß der Geist des Mannes mit der Natur-Seele des Weibes die Mysterien des Himmels und der Erde durchbuhlt. Und was die Augen sich nicht enträthfeln und aus dem Paradiese entwenden können, daS hört , ' -imr .-. das V9r aus ver iucciooic oer lnnme, das empfinden alle Sinne aus der undervoll modellirten Harmonie der GesichtSzuAi heraus.

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es daher der Welt verarakn. schönes Weib zu ihrem Abtfsrtt macht? Daaf vaan es den Frauen ubes deuten) wenn fchon zn m und schön zn heißen ihr höchstes Streben, ihren höchsten Ehrgeiz bilden? Und wenn Madan de Girardin auch von dem Unglück" spricht, schon zu sein le malheur d'Hre beau fo würde sie dieses Gut doch gewiß um keinen Preis der Welt hingegeben haben. Die Schönheit herrscht mühelos, sie entzückt und bezaubert ohne Anstrengung und obne Kunst, sie zeigt sich blos unv alle Welt fällt ihr zu Fußen und huldigt ihr wie eine Königin. So fehlt es denn anch nicht an Siegen, welche die weibliche Schönheit u verzeichnen hat Hunderte von Beisplelen ließen sich dafür anführen. Wie viele Könige und Fürsten haben seit der Geschichte der schönen Esther der fouveränen Herrscherin Schönheit nicht ihre Kronen zn Füßen gelegt; Helden sind von ihr besiegt worden und Weltweise haben sich ihr wie Sklaven unterwarfen. Ein einziger Blick aus einem schonen Frauengesicht hat ost Revolutionen nicht nur in der Gesellschaft, fondern in der Geschichte im Leben der Völker hervorgebracht, und es gibt wohl keinen Hof und kein Höfchen, wo nicht wenigstens ein Beispiel dieser Art zu verzeichnen sein dürfte. Werfen wir aber nur einen Blick auf daS uns umgebende tägliche Leben, und wir werden immer die Bestätigung sinden, daß die Schönheit eine Macht ist, der so leicht nickts widerstehen kann, und daß der große Dichter recht hat, wenn er sagt: Wahre Königin ' ift nur des Weibes weibliche Schonbeit: Wo sie sich zeige, sie herrscht, herrschet blos, weil sie sich zeigt." Eine interessante Wette Zur Zeit des berühmten Lagers von Kalisch im September 1835, woselbst preußische und russische Truppen vereinigt unter ihren Herrschern manöorirten, tauchte an der Kaiserlichen Tasel einmal die Frage auf, ob eine preußische reitende oder eine 5tofakenbatterie schneller wäie. .Diese Frage fübrte, wie in der eben erschienenen Geschichte der preußischen Garde-Artillerie von Hauptmaun Beutner erzählt wird, zu einer Wette zwischen Friedrich Wilhelm III. und Kaiser Nikolaus. Die beiderseitigen Batterien sollten neben einander eine Strecke von 2000 Schritt zurücklegen, dann abprotzen und seuern. Welche Batterie den ersten Schuß abgäbe, die sollte Siegerin sein. Am folgenden Tage wurde die Wette ausge fochten, und zwar so, daß den betreffenden Batterien erst unmittelbar vorher Kenntniß gegeben wurde. Preußischerseits wurde die von der 2. reitenden Gardecompaanie besetzte Batterie des Eapitäns Perle gewählt. Perle erklärte seinen Leuten dcn Austrag nnd erhielt d:e Antwort: Verlassen Sie sich darauf. Herr Hauptmann, die Kerls kriegen wir unter." Auf das gegebene Zeichen fuhren die Preußen und Russen an. Die Batkenen' mußten quer über me Beete von Aeckern sauren. Da me Beete rn Polen nur 3 Fuß breit sind, so ist das Fahren auf ihnen sehr unbequem. Die Pferde müssen, um in schneller Gangart gleichmäßig zu ziehen, gut naeubt sem: was wohl die Russen, nicht aber die Preußen waren. Wahrend nun Erstere glch im Kar riere losfuhren, ließ Perle erst antraben und, als dle Pferde alle rm gletchmaßlgen Huat waren, Galopp und MarschMarsch blasen. Er überholte die Russen bald, protzte am Ziel ab und hatte schon ein Mal durchaefeuert. ebe der erste Schuf; der Kofakenbatterie siel. Von allen Seiten wurde er bealuckwünscht. Abends stand die siegreiche Batterie beim Appell, als der russtiche Artilleriegeneral Sumarokom erschien, um nochmals feine Anerkennung auszusprechm. Da trat der Trompeter North vor und sagte zu Sumarokow: Aber Excellenz, wie haben Sie sich nur mit den Preußen einlassen können! Da müssen Sie sa immer unterliegen!" Sprachloses Erstaunen! Doch der General meinte rasch gefaßt: Frernch, wenn eck solcher Geist m der Gruppe herrscht, da tlot der romveter 7,avon beseelt ist. fa rniiR nt Naturr i -r - v i lich auch Außerordentliches leisten könneu", und sich an Aorth wendend : hier, mein Sohn, nimm dies für Dein stolzes Wort"; er gab ihm fünf Dukaten. Aber auch von preußischer Seite blieb der Lohn für Vorth mchtauS: er erhielt drer Tage Arrest wegen unbefugten Sprechens vor der Mont. Der Preis der von König Friedrich Wilhelm III. gewonnenen Wette kam lm Jahre 1833 nach Berlin, bejtkbend in einer von russischer Artillerie geletteten Batterie von Löp fündigen sogcnannten Einhornern (langen Haubitzen) nebst 63 prächtigen Pferden. Wie Emhörner wurden lange mlt zu Paraden geführt, dann aber dem Zeughaus überwiesen. D er angehende Maler. Ein Vater besuchte zu München seinen Sohn, der sich dort auf der Akademie nim Künstler ausbildete. Als der Papa 's r. m'il'fi. j mehrere ajeigemaioe uno zoininrijcicas nun gen, welche sem Herr söhn gefertigt. angesehen hatte, erfreuten sich dieselben seines vollen Beifalls. Jetzt, lieber Vater." beaann der Vohn, joll t Wu auch sehen, was ich in Kreide geleistet habe, komme nur mit m die unterltube. , , . ft 1 Va l vuu denn oa aucy nocy ein mts tier? Freilich, dort sitze ich ost stundenlang, es ud Dir dort sehr aefallen." Beide gingen hinunter, der Sohn öfsaete die Thür und sie befanrm r m JT c oen ng tN einer Merjluoe. cacyoem Vater und Sohn einige Glas Bier aetrunken, nimmt der Maler seinen Vater ber der Hand mit den Worten: ..Jetzt will ich Dir zeigen, waS ich in Kreide ! . -.r. . !cr-i c e t. . . geneserr yaoe. Air vljnci Bit cywarzr Tasel am Schenkschrank und da steht: Herr Zachelhuber 116 Gulden und 8 Kreuzer." 'Der Alte machte anfänglich ein schiefes Gesicht, doch bezahlte er dann die Schuld mit den Worten: Male Du künstig mehr in Oel, , diese Kreidemanier vill mir nicht so recht gefallen." Den meisten Me n s ch e n verseht das Leben in der steten Erwärm tung des , Zeitpunktes, an dem .sie tiwx ttkkMch zu leben ansangen erden.

Von der Nase. Sie ist ein lecht wichtiger Theil unse tts Körpers die Nase. Sie bereitet uns oft so viel Acrger und Verdruß, während Naskttfrvude recht selten sein , sollen. Der Volksmund beschäftigt sich viel mit ihr und es gibt Kenner, d:e aus der Gestalt des NiecherganS auf dcn Eharakter des Menschen fchttcßen. . D kommt eine Dame mit spier Nase, und es heißt gleich, daß sie zänkisch und leicht zum Zarn geneigt fei ; ein Reines Nss--chen soll ein Temperament ven'athen d Veränderung liebt und dabei MichlZch ist. Dreist sollen die Menschen sein, die längs' und gebogene Nasen haben, und deren? Niechorgan zu dick gerathen und' zu groß' gewachsen ist, die werden als roh'gestempelt. Selbst die Dummheit hat maw Personen mit stumpser Nase anhängenwollen. Wie wir sehen: alles Laster und Fehle? ; von Tugendcnj die aus der Nase herauLleuchten, ist keine Irede! So das Volk" ? Dann kamerr die Gelehrten- und maßen die Nasen, und da blieb wieder ein Makel an ihnen hän gen. Die Nase hat einen gehler, sie ist niemals vollkommen symmetrisch, daseine Nasenloch ist stets größer als das' andere und auch die Nasenspitze schaut nicht immer gerade in die Welt hinaus, sondern wendet sich meist etwas nach links oder rechts. Die Wissenschaft hat der Nase jedoch wenigstens eine Bcdeutung zuerkannt. Der knöcherne Nasenrücken steht mit der Eultur der Raste in gewisser Wechselbeziehung. Hoher ge bildete Völker haben auch einen höheren Nasenrücken. Man hat die zahlreichen Formen der menschlichen Nase in eine Ordnung zn bringen gesucht, und wir führen, um uns weitläufige Beschreibungen zn ersparen, die Hauptsormen dem Leser leibhaftig vor. Da find sie: I) Adlernase, 2) gerade Nase, Ä) Stumpfnase, 4) Habichtsnase, 5),Semitennase. Sie kommen selten rein vor und wir begegnen im Leben einer Unzahl von Mischtypen. Nichtsdestoweniger hat man gewissen dlam und Nationen gewisse Nasenformen zusprechen wollen. Eine

Statistik, wle wir eine solche für Blonde und Brünette besitzen, fehlt uns in Bezug auf die Nasen, und so' müssen die Nationalnasen vor der Hand noch als fragliche Größen angesehen werden. Den Versuch einer Nasenstatisiik hat Prof. oyannes Ätanre rn München gemacht. Er untersuchte eine Anzahl jugendlicher altbayerischer Männer und fa,ld bei ihnen folgende Na en heraus: Adlernasen 31 Precent, gerade Nasen 44 Procent, ÄtumpsNüZen 2 Procent. Die Habichtsnase war in reiner Form nicht vertreten, jondern stets nnt emcr der oben genannten gemischt. Was nun die weibrche Nase anbelangt, io wiffen wrr von ihr nur zn berichten, daß sie kleiner und feiner ist als die männliche .... im Durchschnitt selbstverständlich. DieLchre von der v(ac ijt, mre wrr sehen, noch keineswegs ausgebildet, und wer sich Nasenstudien widmen will, kann leicht f f 9m f f . C V leyone nnloeaungen macyen. Von Frau Marie Stolle geht einer Berliner Zeitung die folgende r . - . . gf. - ' st . . . . 'um tt neu ua) gerelnire pifici zu; wkicye ves weist, daß man auch drüben die Kunst der Neclame trefflich zu üben versteht. Der Brief lautet: Hochzuv-rehrender Herr Redacteur ! Wenn es mein Benesiz nicht wär'. Ich nähme nur mit diesen Zeilen Die Freiheit nicht, Sie langzuweilen ; Doch da ich in dem schönsten aller Dramen Von Wildcrbrnch Die QuitzowS httnt'smlt Namen, Die Fürstin Sparmanfalli hundertdreißia Mal Nun spiele es klingt einfach kolossal So sprach die Direction des ParadiesTheaters": Liebe Stolle, hören Sie, r , m f f '-. t JT Zur Ätarmng yres lurullchm emüths Erhalten Freitag Sie ein Nenesiz. Die Großmuth, sie ist einfach ohne Gleichnig! Q, machen Sie mit dem Ereichniß Die Welt bekannt, Herr 3!edactcur, Damit verbinden Sie fo sehr Die Furztm das bin ich in meiner Rolle Privatim bin ich die hochachtungsvolle dankbar ergebene Mane Stolle. Ein Theater-Scandal hat ' lch kürzlich in Nimes zugetragen und die größte Ausrcaung in der Stadt hervorgerufen. Ein Faustkampf im vollen Slnne des Wortes hat sich m der Loge des Gemeinderatbes zwischen dem Bärgermeister Pascal, der der Zoclallsilschen Partei angehört, und dem Adjunct.Eavalier abgespielt. Es wurde dS Drama .Der Bucklige" aufaetuhrt. Herr Ea valier befand sich bereits mir seiner Gattin in der Loge, als der Bürgermeister, wie es scheint" ohne das erstere Ehepaar zu grüßen, ebensalls mit seiner Gemabrn daselbst eintrat. Einen AugenbUcr später äußerte Frau Eavalier den Wunsch, das Theater zu verlassen. Ms sie blerber an dem Herrn Wuraermetfter und dessen Ehehälfte vorüberkam. lieg sie, in etwas gereiztem Tone, die Worte fallen: Hosticher als Sie, mein Herr und meine Dame, ruße ich Sie." Kaum htts Frau C. diesen Gruß" l t r i . ... rn ' , r zeoocy oeenoer, eis iia oer Zuurgermelzrcr 1 erhob und, die Gattin des Adjuncten am Arm erarelsend, dieselbe zur Loge hinauswarf. Als Herr Eavali:? hierauf zur Berthttdigung zemer lattm de,Zprln gen wollte, packte der Herr Bürgermeister diesen am Halse fest und Ohrfeigen w:e FauitschlZse- wurden oetreulich ausgewechselt. Diese collegiali-! sche" (scene bildet natürlich das agesoefprach der Stadt Nimes und UmFegend. . , Lehrer (zum Sohn des Direktors, ber an einem luden Schulhof tt c . . . n ... rn i . m suyrenocn okzeneu cnjicr nyli: nJJt., machen Sie das Fenster zu k Das Geschwätz da draußen stört mich! Wer ist denn da. eiaentlich au? dem Hof?" . Mein Papa und der Oberlehrer Dr. S. So so oh! Da ma chen Sie gleich auch den anderen Flügel auZ!" Der Di ch i e x x au ch t Liede zu seinem Schaffen: in der Jugend dii Liebe eines WeibeS, im Alter dix ieh seines Volke?. ' " 'MM

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