Indiana Tribüne, Volume 13, Number 81, Indianapolis, Marion County, 8 December 1889 — Page 6

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Wie .an's nimmt CWLSZdlld bon W. v. Vonw. 3U3 ganz kleine Mädchen hatten sie uiSroetlett ans dem sauber in Mosaik ge Pflasterten Hose, unter dem Hausthor oder auf der Kellertreppe mit einander, (leisielt. Wt&.t it ,r Of v.;

cht ott. weil Qlaa. die rechter des Bankiers aus der Bd Etane, 'ncht durfte. Bisweilen jedoch ein schlüpfte die Kleine der Obhut der Gou vernan te, irni unten tin rocnig aus zu toben. Olga war bläh, kzellbwnd, ziemlich lebhaft, vcrschlaAcK, munter, ein Wildsaug. Emmi, die Tochter deS Portiers., runkwlead, groß, sehr reis für ihr Älter, mit begehllimen Auaen, klag, die Kf.:r.i, t.r 1 ' . ,J ' c r'c uujitiH ver euch vcieien, nrivs oas große Wort führend. Marie, das Tochter chen des Photographen aus dem vic?:m Stock, war die Zchonfte, die stiüsie von ihnen. Sie hMe ' dunkle, traurige Augen und prächtiges, gelocktes Haar ; sie fürchtete sich vsc der dunklen Tiefe fce? Kellertreppe M:Ä die Anderen (achten IlL aus. Solch ein großes Mädchen rnd sie fürchtet? sich. Marie wurde überhaupt viel ausgelacht. Als man einmal ein todteZ Kanarienoögelchen be'grub, da weinte sie, während die beiden 'Anderen sich cw dem kindischen Ceremomiell ergötzten. Wenn sie iPochzeit spielten, das ge schzh, wenn Emmis Bruder Otto mit'spielte und den Bräutigam machte, da 'mochte Marie nie die Braut sein. Sis konnte nicht sagen, roarum. Die Anderen ärgerten sich oft über sie und schalten sie emeSpielverderberin. Dann blickte Oe erschrocken aus ihren schonen, dunklen Augen drein. Sie wollte ja kein Spiel 'verderben, sie konnte nicht disür, daß sie -die Dinge so schrecklich ernst nahm. Spater nahmen die Spiele der drei Kinder ein Ende. Olga lernte englisch, Klavier spielen, singen, tanzen, schnnrn'Men, Schlittschuhlaufen und es siel iyr nicht mehr ein, im Hoe spielen zu u?allen. Marie wurde für das Geschäft ihres Vaters verwendet. S'e machte Gänge, koxirte" and verfertigte auch kleine Näharbeiten, denn zu Hause roar es knapp. ..Ihr Vater, ein herabgekommcncr Mater, 'war ein sehr mittelmäßiger Photograph. Er hatte weder Glück noch Geschick; er konnte nicht in die Mode kommen. Wochentags blieb das Atelier verovet. Nur Sonntags kamen ein paar Dienstmäd- - chen, ein paar Arbeiter im Sonntagsrcck, 'irgend eine kleine Bürgers srau, die rhr .Kmdchen aufnehmen lieg. Und oben, vier Treppen hoch unter dem Glasdach des Atelier, herrschte Noth, Sorge, Entbehrung. So viel Licht und Sonne, und dennoch verfloß die Jugend des jungen Mädchens licht-und freudlos. Jndetfen erblühte Emmi, die Tochter des Portiers, wie eine Rose. Sie verstand es, 'sich kokett zu putzen und ihr frisches, lachendes Gesicht siel auf, ohne daß es eigentlich schon war. Sie wollte zum Theater gehen, err r ' s .w -o--M"e Ne; e arre eme uo,y mg. stimme und, wle rhr irgend em .Proxe,for" Versichert hatte, cin .degagirtes' um T.itfMitrtaftM Wesen. Von Marie behauptete sie, das fcr eine dumme GanS und von Olga, daß sie dieselbe mcht rm mmdesten oemerreZ Marie von madonnenhafter Schönheit ik A 1 r , t r f frlXiiVMfrk HVUji liilUtt tUUitil UUV juyyu in lyrem verschossenen ayncycn, nocy breite ohne Engagement und wahrscheinlich auch ohne Talent ! An einem lieblichen Maienabend, zwifchen den frisch begrünten Sträuchern, welche das Denkmal irgend eines berühmten Mannes umgaben, hatte Emmi rhren Freund getrys Bankbeamlen. Freund getroffen, einen jungen hübschen ,Du wirst nicht znm Theater gehen. es wäre Dein Verderben!" hatte er gesagt. .Was sollte ich fönst beginnen?" hatte sie herzhaft geantwortet. ' r. . L-ur. rw ,Vff t;M Tatfi rrSit K '111 mlTIi rilrtll ilclD TUrrDcII- DIlll r 7 As- '7 "".7: Ich mag auch gar nicht zum Theater venn iiy, uau Jt-iu; iiiw; Und zwei Glückliche umschlangen einander unter den leeren, starren Augen des in Marmor gemeißelten berühmtenMannes. Der junge Mann war gekommen, um sesne Photographie abzuholen. Doch .einmal ein Kunde aus der besseren Ge,sellschast, der Sohn eines Jtittergnts'Besitzers, der eben sein Freiwilligenjahr abdiente. Er hatte Marien einmal gesehen, als sie aus einer großen DroguenHandlung Chemikalien für ihren Vater Holte, er war ihr gefolgt, hatte gefragt, .vielleicht auch ihr Bild in..dem Schau'ZensterdesPhokographen erkannt. Genug, eines Tages kam er, um sich photographiren zu lassen und das Bild siel nicht gut aus und er ließ sich immer und immer wieder aufnehmen. Die Bilder waren immer schlecht, aber das verdroß ihn nicht weiter. Ja. er schien sich zn freuen, roenn sie mißrathen waren und versprach seelenvergnügt, er würde wieoerkommen. Auch heute Abend war er wiehergekommen, diesmal um die Bilder der Fetzten Aufnahme abzuholen. Es dunkelte bereits, aber er fah auch die Photoraphien nicht an, Ue Marie ihmreich:e. Achtlos , t?ars er hie Kartchen bei Seite. Ich komme ja nur Ihretwegen. Marie, rief er, wissen Sie das nicht langB"V Er riß sie stürmisch es sich. Ich liebe Dich. Marie....'' .Und ich Dich!" Und zwei Glückliche umschlangen sich nter dein Glasdach, welches ' von außen so viel und von innen so wenig Sonne . hatte. v', Mr er Bel-Etage war der 'letzte Jou?" in dieser Saison. Derselbe erhielt besonderen Glanz dadurch, daß der Neueste Sterir der Oper, der jukige Ha bZnba?!wn. erschienen war.' Er saug: k Einst spielt ich ttlit Scepter und Krone" ' und erntete endlose Lohsprüche und SchmeicheZeiett. Olga, die ihn begleitete ix uu 'xm.-u siüsterte lhm zu , , , .Ach, wenn Sie IN Wlrkltchkelt auch

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es aH alle KnoSpen sprangen Alle drer erlichen Mosaikpflaster voll von Madchen waren letzt achtzehn Jahre alt; Nn,Z:,i-?nitAtsmache.

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hichl mit Scepter undMrone spielen, ss spielen Sie mit dem Lorbeer, und das ist mehr!" Und er eew?ederte leidenschaftlich: .Ich ersehne nichts, als die Murthe Ihre Blicke sanken ineinander. Man rief zuck Souper. Hinter der, Portiere des Musikzimmcrs fanden sich ihre Lippen. .Ich liebe Dich. Olga. Ach, wie glücklich ich bin," hauchte das Mädchen. Und in der lauten, antpruchsvollni Gesellschaft befanden sich heute zwei Glückliche. Der feuchte Novembersturm fegte das letzte Laub von den Bäumen und istraus chern um das Marmordcnkmal des be? rühmten Mannes. In jenem traurigen Monat hatte der Briefträger drei Briefe m das fashionable Haus gebracht. Der eine war an Fräu--lein Olga gerichtet und begann so: Jch bin im Begriffe, mein neues Engagement anzutreten und so sehr durch meine Aöichiedsrolle in Anspruch genommen, daß es mir leider nicht möglich ist, Ihnen, verehrtes Fräulein,' persönlich Lebewohl zn sagen. Meinen besten Dank für Ihre Güte und Freundlichkeit u. s. w. Olga, in ihrem eleganten Neglige, las den Brief unter Thränen. .Er will sich nicht binden o, ich hnte es!" Die Tochter des Portiers hielt eine lithograpbirte Verlobungsanzeige in der Hand. Er, den sie liebte, hatte eine Andere erwählt, die Tochter seines Chefs. Die Soubrette ohne Engagement weinte glühend heiße Thränen.. Sie hatte ja wirklich geliebt! .Theuerste Marie, glaube mir doch, daß es nicht sein kann ! Ich kann dem Andrängen meiner Eltern nicht widerstehen. Unser Gut ist weit schwerer belastet, als ich selbst wußte. Nur eine Geldheirath :c."' Marie weinte nicht. .Er hat mich doch nicht geliebt," sagte sie mit dumpser Stimme. - In der Bel-Etage war großes Fest. Fräulein Olga, die Tochter des Hauses, feierte ihre Verlobung mit dem Associe jihres Vaters, einem reichen, nicht mehr 'ganz jungen Börsenspekulanten. Er hatte Ttn .i.fJL tt ' ?.? . tyr rs 'emuiugejlyeni einen -pcu schmuck verehrt, welcher auf der letzten iJndustrieausstellunz durch seine wunder grolle Fassung und die Schönheit der Perlen allgemein aufgefallen war. Olga hatte bei dem Anblick gelächelt, freudig gelächelt. Sie war getröstet; die Dummheit mit dem jungen Sänger War vergessen. Er hatte auch in der AnjrtttSrlIe seines neuen Engagements r -.rrf. er; r. nicht ?o recht aemuen. Wer wellz. welche Wendung seine Lausbahn noch nahm! Wenige Tage später war es, da unterteicknete Emmi, die Tochter des Portiers. 'im Bureau eines Agenten einen Contract. Sie war zetzt il honst: an emcr vorstädtischen Operettenbuhne. Ver kablkövnaer Serr. kniff sie in . hi? an(r, Stimme ist nickt roh - . J " , ' ' und nicht geschnlt," sagte er, .aber daS thut nichts. Ein so hübsches Mädchen macht unter allen Umstanden Carriere! Er hat es nicht anders gewollt." sagte sich Emim auf der Treppe. Als sie nach mit dem Menii r ii . 'JHiiiii X. ben trug man eine verdeckte Bahre r Jjqjqj M.ie. die Tockter des Vbotoara: stürzt und sogleich todt geblieben. Die ;r Tt-rr.tt fc . . s!

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Mle sagten, igr v2icor uave ic v- Stätten an beiden Usern der Wien, wo yunoerirausenosacu oeer, a:s rn verganlassen. das Wort .Jude" als tätliches genen Jahrhunderten. Wir sind immer sr . t TaJi f . . i . m i .! . . . rrJ . , . . ? v r rv f xc i ..

ic oiinimc ians -, jae vjirniu uc t t . .i . .tj.'.f.i " aufathmend, .so etwas geschieht Anderen auch. .Es kommt nur ganz daraus an, wie man's nimmt!" Der Gagetag. fötti ach Schwad.) m r- . m t - ?amrker Soubrette. Name Und Kknv. ZZ r . Zr , , 7r : Or f.. tt ..t.fc. k.,.. . ..V. ÜU,"fic ulwt,UV( viuw.i im, HUt iaä R"amM q , icumlnrr. ! Naive häkelt. Komiker trinkt. Damit er dre Zeit sich vertreibt. Wo nur die Sousfleuse bleibt? DaS Kind spricht: .Morgen ist Gage tag. Direktor Hat dann viel Geld im Sack. Er zahlet die Gagen nach der Ncih', Da ist manch' falscher Nickel dabei. Direktor klagt über schlechte Zeit." Hort ihr's, wie die Sousfleuse schreit? . . , f . r. rm ' ) Tl Soubrette spricht: .Morgen rst Gage-- , , . a3 Drauf wartet das ganze Glaubrgcrxack. iVi . . v .hn. fl , , In einer Stadt ohne Garnison Sind achtzig Mark Gage der reine Hohn. Versetzt ist das letzte Atlaskleid s" Hört ihr's, wie die Souffleuse schreit? Komiker spricht: .Morgen ist Gagetag, Auf meine Gage hat schon Beschlag Längst der Gerichtsvollzieher gelegt. Doch da mein Vorschuß viel mehr betragt, So thut der Mann mir einfach leid!" Hört ihr's, wie die Sousfleuse schreit? Naive spricht: .Morgen ist Gagctag, Da kauf' ich mir frischen Schnupftabak, Mein süßes Mopperl ein Wüt stchen erhält. Wa5 hab' ich weiter noch auf der Welt, Als meine Kunst und das liebe Thier?Wen sucht denn die Souffleuse hier?" Sie suchten Alle, doch Keiner ihn fand: Der Herr Director war durchgcbrannt! Komiker, Soubrette, Naive und Kind Auf Theilung zn spielen gezwungen sind. Collekke bringt leider keinen Ertrag Und morgen ist Gagctag. Da hat et freilich recht! -Da klagen und schimpfe-die Leute StUv kf (t$tAir D.U.. I .. VU! uirniv n-vn vv vyvvvyni, qimum iusw :ist eS einerlei, oh die Zeiten gut oder 'tjtt-jtt. ft.jL . t. t:.. .r.-..! : zqzewl slno; igj vn unmer oven anfi So? Was siüd Sie denn? Kut - lch-r!

Das Buch vom Hasse. .Wir Haben lang genug geliebt, wir vollen endlich hassen." Die schmetternde Weise des grimmcrfüllten Heregh'schen Liede-z tönt an unser Ohr, da wir daS neueste Werk des bcrühmttn Gelehrten, Poeten und Politikers Paola Monte: gazza zur Hand nehmen. ES führt einen ebenso tiejsinniffen als ngenlüthlichen Titel: .Die Physiolog des Haffes." Drei der wichtigsten Kategonen des mittschlichcn EmpsindeeTZ, die Lust, den Sch'uterz und die Lttbe, hat Mantegazza nach der neuesten UnHersuchungSmelhode, nach der natuvwisjmjchafltichen, studirt und geprüft, nullmk'hr hat er sich aus die uche nach dem ,istoerbre!tetcnBaeil'ltiä, nach jenem dos Hasies begeben, und uttker der Loupe des Forschers sehen wir joyt die kleine Bestie in milli. ncnfacher 'Lrgrößernttg ihr verheerendes Unwesen ttviben. itbiX wir haben es nicht nur mit einem k'?!edritti, sondern auch mit einem t?cif6 ?Ntnul,chen Forscher zu thun, der weniger kesinirt und ebstrnhirt, und erfreulichernn? mehr beweist und fchildert. Erlekigci, wir deher ein für allemal die Definition des Haßbegrisses und lassen .wir im desto mehr von feiner Naturgeichichke erzählen. Der Haß ist jene Energie, welche durch in unserem Hirn angehäufte Empsinoungen uns von einem Maische oder einem Dinge zu entfernen strebt und uns antreibt, ihm zu schaden. Diese Desinition hört sich sehr gelehrt an, ob sie auch durchwegs stichhaltig ist? Man messe nur den ungeheuren Unterschied zwischen einer Verwünschung gegen eitlen langweiligen Schriftsteller, den man liest, und jenem Ukas Peters des Großen von Nunland, der auf die Nachricht von einer Empörung in Astrachan hin sofort befiehlt, ihm postwendend dreihundert Köpfe von den Schuldigsien zu senden. Wissenschaftlich genommen, das heißt nach der Methode Mantegazza's, ist das Eine so gut wie das Andere H'ß. Aber welche grandiose Stufenleuer dieser durchlauseu kann, zeigt eben daö angeführte Beispiel. Man vermag den Haß nach dem Alter, nach dem Geschlecht und nach dem persöillichen Charakter zu sondern. Mon-

tegazza wiU uns glauben machen, daß der Säugling haßt, und daß der Hang, sich i. , . stlTL i Va Ä..T.a ... tu jener. arnuojeH riuiut vcv össc zu bettangen, welchen man Neckerei heißt, genau so erblich ist, wie die Kurzsichtigkcir oder die Epllepsie. Wir befinden uns bei einer Musterung. Jeder Soldat hat vor sich seinen geöffneten Torrnster. wie zum ftddnta. ausgerüstet, und dieser muß. wie Jedermann, weiß, eine Menge kleiner Gegenstände zur AusbeZjcrung der Ztlelver enthalten, wie : ... : t... ,.r.. r imiu, yiuijciyui, .'it;vciu u. . iv. Plötzlich blttbt der General vor dem Soldaten stehen, sein Gesicht wird ernst. Wie," ruft er mit zorniger Miene dem Soldaten zu. dessen Sachen er unter: sucht, .vier Nähnadeln und nicht

Acht Tage Gefängniß, damlt Du lernst, frei ,rt der Lust ; daS ganze Gewicht ti dc.ß ein Soldat im Feld nicht .überlastet" neö Körpers wird von den Daumen ge-

sein soll!" Hundert gegen EinS steht tragen und der arme Mensch leidet entzu wetten, daß bereits der Großvater des setzliche Qualen. Die Sehnen der Arme

bekannten Generals ein .Bosnickcl", und daß schon seine Urgroßmutter eine antippe gewesen ist. Ist die ökeckerei, auch wenn sie mit acht Tagen Arrests verschärst erscheint," eine harmlosere Spielart des Hasses, sz erscheint der Massenhaß, der Han in den Nassen und zwischen den Nassen als eine grandiose Vervielfachung jener .Energie zu schädigen." Die Zeitgenossen Cäsars nannten' jeden auch noch so Hochentwickelcht romilcher Burs lateinisch sprach, Franzosen kennen scklinimere Bcleidiauna ol Prussien", und es gibt idyllische "r " ' ... . ' ' Schimpfwort aebrancht w rd. Diese ' "I . . s Sorte von veroielsältiatem SSah bildet ein zu ernstes und zu lehrhaftes Kapitel, um amüsant zu sein, wie es zn Zeiten wttnqstens der individuelle Haß ist. Von den Menschen der Steinzeit an bis zum göttlichen Pkato, welcher, als er sich geaen feinen Sklaven erwrut batte. den Spensippus bat, die Züchtigung zu über- . rr ' r . . c N' V V fr 1 frV J fr V .L ' j!T- 7. f... iitumjn, wtu ci iiuHjicit, iui üic ' ' . .T . . Meinen der Gerechllakeit zu üoerschrets ten. bbn die M.-chen jeder Fc Farbe und Nace gehaßt, sie hassen noch und. werden ewig hassen; aber' auch der Haß ist dem Gesetze der Entmickluna nickt ' entgangen und er tritt in mitlionensach verschiedener Form zu Tage. Man stelle sich beispielsweise drei Männer vor, einen Australier, einen Chinesen und einen seingebildeten Europäer, welchrr überdies ein fanatischer Wagnerianer sein mag ; Jedem von ihnen fü man eine Kränkung zu, welcheeinen Aurbruch von Haß zur Foke haben tYMilJ 9IY?rtti stofif V(?t. sitlfrrtttr fiittt l p .mv vm iihii kiit Hund, man schneide dem Chinesen seinen Zopf ab und man sage dem Wagnerianer, , 9, Ui ,hr als Wogmr. Drei i . ' ... - -j schwere Beleidigungen, die aber ganz verschzcöene Wirkungen hervorbringen. Der Australier töntet den Huilvedieb der Chinese spuckt dem Zopfavschneider in'S Gesicht, der Wagnerianer aber schreibt gegen seinen Gegner in de Leipziger Musikzeituna einen wüthenden Artikel. j Der Haß und die Asleidignng mögen ! relativ ganz gleich gewesen sein und doch I .. l. . (- . , : fr c waren 01c Hvigen so versazieoen von ein-, ander, daß es ein Mord, eine derbe Jn; jurie und eine literarische Fehde eben seir können. Unt'erabtheilungen in der Lehre vom Hasse bilden die Theorie vom Schimpfen und die Lehre vom Fluchen. Zu den gangbarsten Schimpfnamen in aller Herren Ländern gehören jene, durch welche Menschen mit Thieren verglichen werden. Wenn wir einem Gegner den Nbmen eines Thieres beilegn, erreichen "wir einen doppelten beeidigenden Zweck, erstlieh den, ihn zum Thiere zu ernicdrigen.. und zweitens, ihn einM LasierSKer Fehlers anzuklagen, weichen wir in dem betresseuden Thiere pcrsonisicirt zu sehen glauben. Es mag aber beim Schimpfen nicht immer so viel analytische und spe: culative Feinheit im Spiclesein. namcnt , lich rrenn der Zorn ein großer, die UeberI 1l1 rtfir,-ftilWiii''i - ö Mvl",fcUv,l'Wfc ii. i Das erste Thier, welches uns ein-. tzrti .i, c v,.J ij',?:.. iui, wuv vcl ven Dörnern ooer oeim 1 Schwanz ergrissen und dem Gegner alö Vchmatzuuz zugeworsen. Wir

chen Hund, Ochs, C?el, auch wenn die geistigen Eigenschaften dieser Thiere denen nicht entsprachen, welche wir an dem Beleidigten taifcelii wollen. Für die des Schimp'jcns noch Unkundigen gibt Montegazza ?in zoologisches Schimpfwöitcrkerieott zum Besten, welches dem von Borne zusammengestellten an Kraft und Wucht nichts nachgibt. Nicht minder lehrreich ist die von ihm entworfene Scala von Flüchen, von welchen freilich die reisten nur unter dem Schutze der italienischen Prehfreiheit Weiterverbreitung gewinnen dürften. So hätten wir nunmehr auch eine wissenschaftliche Fluchs

th?or,'e und es wird uns nicht Wunder nehmen, wenn in diesem Jahrhundert der Wissenschaft auch noch der WatschenBacittus" entdeckt, classificirt, rubricirt und lat inisch umgetauft wird. Die Flüche werben eingetheilt in: Gotteslästerliche Flüche. Obscöne Flüche zn deutsch Schmutzreden genannt. Gotteslästerliche und sbscone Flüche gemischt. Eonventionclle Flüche. Flüche, welche die Mutter oder andere theure Personen schmähen, endlich Verhüllte oder verlarvte Flüche. Wir erhalten, getreu nach diesem Schema, eine Blüthcnlcse sltgricchischer, römischer, italienischer, französischer, russischer, ja sogar chinesischer und japanesischer Flüche aufgetischt ; leider hat es die romanische Einseitigkeit dem gelchrten Autor verwehrt, uns auch mit lehrreichen Exempeln zu beschenken. Der Preis unter all' den angeführten Kernfluchen gebührt den Tongesen. Wir ha? ben etwas Urwüchsigeres und Schneid!gcres schon seit Langem nicht vernommen, als die drei Kraftworte: ' .Koche Deinen Großvater!" Wie harmlos kindlich nimmt sich dagegen, bei aller Vcrwandtschast, das Wienerische .Das können Sie Ihrer Großmutter erzählen!" aus. Es sind ungcmüthliche Capitel, welche jenen vom Schimpfen und vom Fluchen folgen: Die Grausamkeit und Wildheik. Diese beiden Formen des Hasses gehören nicht längstvergangenen Tagen an und sie sind keincrwegs ausschließlichcs Gut der uncivilisirten Volker. Werfen mir einen Blick in amerikanische und englische Strafanstalten und wir werden uns entsetzen, wenn wir einzelner Disciplinarntittel gewahr werden. Im Gesängniß von Sing-'Siug im StaateNew S)ork ist heute noch als Disciplinarmittel eine Vorrichtung im Gebrauche, welche den spaßhaften Namen .das Trapez" sührt. Sie besteh aus zwei getheetten, dünnen Stricken, welche über einen Flaschcnzug laufen: ein anscheinend unschnl digcs Gerälh, vor dem aber jeder Gesaugene erblaßt, der es erproben soll. Die Enden der beiden Stricke werden um die Daumen des Verurteilten gebunden, der bestraft werden soll. Dann thut Pat Shil'.ncö, der Folterer, einen werden zu ihrer ganzen Länge ausgereckt und schneiden wie glühende Eisenruthen in das Fleisch des Gemarterten ein. Die Schultergclenke knirschen, als wollten sie zerreißen und die durch daö znsammengepreßte Blut geschwollenen Daumen bersten bisweilen auseinander. In diesem Zustande verliert der Elende vor Schmerz und Verzweiflung glücklicherweise das Bewußtsein.... Ja, diese grauenhafte Schilderung paßt in das Buch vom Hasse und ebenso die Schilderung der noch heute auf britischem Boden landesüblichen Züchtigung mit der .munschwanziaen ' Tatze". Aber selbstverständlich ist es trotz allcdem heute r. rr nocy ager uno VOloalen uno rooicn rv. f l rt r rr t. . r Thiere und Menschen. .Wlr haben sedoch zum großen Theile die Grausamkeit in uns unterdrückt. Die Kanone ist er-' laubt, der vergistete Pfeil verboten : man' ' darf eine Stadt durch Bomben zerstören, j aber nicht das Wasser vergiften, das der Femd trinkt. DaS Duell, so bekla- ! genswerth es ist, erscheint doch als eine ittiZtUA t-rxu. it...t.:rv; 4 f r I f tnMHn Urirn ltmT;rSit; t - cm . . .. ... t t m .. r ves ceua)etmoroes uno ver turraaze. i Der Haß, wie er heutzutage meistens auftritt, und zwar in der Form der. Medisauce, der üblen Nachrede, ist ein . . ä-c. i , gewaschener, gekämmter, wohlaekleldeter Haß, der eine gute Erziehung genossen und Zutritt in die besten Häuser hat. Ist das auch cin Fortschritt? Und wie lange noch sind wir von zenem gottgeseg-s neten Zeitalter entfernt, in welchem das von dem großen Tragiker der Griechen, verkündete Evangelium Gemeingut Aller geworden ist: .Wicht mit zu hassen, mit zu lieben bin ich da!" D i e b i r m a n i s ch e n Frauen genießen größere Rechte als irgend welche andere Orientalinnen, ja, wenn wir uns auf die Beobachtung der Lady Dusferm verlassen können, größere sogar als ihre europäischen Schwestern. Die genannte englische Dame, Gattin des früheren VicekonlgS von Indien, bat ein Tagebuch über ihre indischen Er lebnisse verröffentlicht ' aus welchen, wir folgende Bemerkungen hervorheben: Die birmanischen Frauen sind bedeutende, Persönlichkeiten und spielen eine croße Rolle in ihrem HauShalt. Sie wählen sich ihren Gatten selbst und können sich, nach eigenem Ermessen jederzeit von ihm scheiden. Sie behalten bann ihr eigenes Vermögen, welches sie mit in die Ehe brachten, und alles, was sie noch her zuverdient haben. Sie können jederzeit wieder heirathen: Herr Bernard, fem englischer Beamter in Virma) erzählte mir. daß ', bei dem letzten Census es ihm aufgefallen wad,' daß so wenige Frauen angegeben hatten, daß sie lesen und, schreiben könnten. Er r v wir sv 1 ß - 'iifc . . steure oesyalv Nüchsörschungen an, und auS allen Theilen des Landes erhielt er von jungen Mädchen und Frauen die Antwort, es wäre ihnen ' nicht lieb,', es bekannt werden zu lassen, daß sie lesen Und schreiben konnten, damit nicht junge Männer, die daS in Erfahrung brachten, an sie schrieben.- t ,. . - Tä n z t (dessen Dame ' vom Schwindel ergriffen wird): .Gnädiges n was baden $k?" Dame: 30,000 Mark Mitgift.Z ; - I;

dret? ; Zug daran und der Unglückliche hangt

Ueber die plötzliche Crkrankuug des Schauspielers Dessoir auf der Bühne des Wiener .Deutschen Volkstheaters" am lo.November, bringen Wiener Blut

ter bemerkenswerte Einze'.heiten. Desfoir hatte sich an jenem Abend um S Uhr Nachmittags krank gemeldet, da er sich nicht wohl fühlte. Später besserte sich sein Befinden, und er bestand darauf, zu spielen. Er kam in die Garderobe, schminkte sich und kleidete sich ruhig an. Dem Theaterarzt, der nur einen beschleuuigtenPuls constatirte, sagteer, er fühle sich schon seit einigen Tagen etwas aufgeregt, aber das komme öfters bei ihm-vor. Mittlerweile war es kttapp vor 7 Uhr geworden. Der Arzt , Dr. Hollack, sowie Director Bukooics glaubten, Herr Dessoir habe seine leichte Indisposition überwunden und er werde nunmehr seine Atolle wie sonst gut durchführen. -Un-mittelbar jedoch bevor das Glockenzeichen zum wegtun gegeben wurde, trat Dezjolr hinter der Scene auf Frau Nötel zu und sagte: .Also heute wird Nemesis gegeben?" Aber nein, .Der Hypochonder", erwiderte geradezu entsetzt grau Nötel, und während Dessoir murmelte: .So, .Der Hypochonder", eilte sie auf Director Bukooics zu und raunte ihm zu : .Um Gottes willen, Director, Dessoir weiß gar nicht, was gegeben wird." Noch ehe Herr von Bukooics antworteu könnte, ging der Vorhang in die Höhe. Herr Dessoir trat auf die Scene und sprach die ersten Worte in lässiger und etwas unverständlicher Weise. Kaum daß er sich in den Lehnstuhl niedergelassen, schwand jedoch sein Gedächtniß vollständig. Er sprach verworrenes Zeng und brachte seine Mitspielenden dadurch in die größte Verlegenheil. Durch Improvisalionen versuchte man Dessoir zu bewegen, die Bühne zn verlassen. .Du wolltest Dir doch eine Cigarre anzünden?" sagte Frau Nötel und ,gab ihm einen Wink. Er schüttelte den Kopf. Herr John sagte: .Sie wollten doch ausgehen", und wollte ihm den Ueberrock anziehen. .Nein, nein, ich bleibe hier, ich gehe nicht fort", murmelte Herr Dessoir. Nun trat Herr Turolt auf. Dieser versuchte Herrn Dessoir, ihn unter dem Arm fassend, freuudschastlichst hinauszuführen. Dessoir leistete jedoch Widerstand, und in diesem kritischen Moment gab Direktor Bukooics das Zeichen zum Fallen des Vorhanges. Dessoir war nach dem Fallen des Vorhanges starr mitteit auf der Scene stehen geblieben Er hätte die Worte des Regisseurs, der eben hinaustrat und dem Publikum die nöthige Mittheilung machte, vernehmen müssen, wenn ihn nicht Herr Dr. Pollak in die Garderobe geführt hätte. Herr Dessoir sprach nichts, schminkte sich ab und stimmte dem Arzte zu, der ihm sagte, er werde ihn nach Hause bringen ; nur wolle er nicht sahren, sondern gehen. Er bestieg auch thatsächlich dm Wagen nicht und sprach plötzlich von einem verlorenen Wohnungsschlüssel. Er bat den Doktor, mit ihm in die gegenüberliegende BierHalle zu gehen,dort müßten sie die Schlüssel finden. Der Theaterarzt ging mit ihm dahin, doch hier zeigte es sich, daß Dessoir nie vorher in dieser Bierhalle gcwcsen. Nun setzten Beide den Weg gegen die Amerlinggaffe fort. Dessoir suchte immerwährend den Schlüssel in den Taschen. Beim Einbiegen in die Amerlinggasse sagte Dessoir, er wohne in Antonsgasse 13 und wolle jetzt zum Goldeneu Kren" (statt .Kreuz") gehen. Der Arzt vracure iyn zeooa) rn seine zoynung. t , . ?, ? : '. rm .f. . Auf der Treppe sagte plötzlich Dessoir: .Jetzt wird mir Alles klar! Ich habe etwas Dummes im Theater gethan." In der Wohnung war er wieder ganz theilnahmloS, er erinnerte sich nicht, was mit ihm geschehen und was er gethan ; er wurde gleich zu Bette gebracht. Die kostspieligste Volksvertretung besitzt das parlamentarisch regierte Frankreich. Nach dem letzten Berichte der Fcechnungsrevlsion-Co'mnission der französischen Deputirtcnkammer kosten Senat und Kammer zusammen dem Lande jährlich die hübsche Summe von 12,145,083 Fr. (der deutsche Reichstag verursacht noch keine halbe Million Un-kosten).-Jeder Depuurter bezieht ein Jahresgehalt von 9u00 Fr., der Prasidenk außerdem noch 72,000 Fr. Das dienende Personal zählt 243 Köpfe und kostet 721,000 Fr. ; also kommt beinahe ein Bedienter auf je. zwei Deputirte. Trotzdem aber werden für einzelne Dienstleistungen noch besondere nicht unerhebliche Beträge gezahlt. So kostet das Kaminkehren 13,144, das Nemigen, der Aborte O4L0 Fr. Ein .äestructeur dv rats parlamentaire" parlamentarischer Rattenfänger erhält jährlich 200 Fr., ein .accomrnodeur des parapluies de M. le p resident" Regenschirmausbesserer des Herrn Prast; denten befindet sich ebenfalls unter der Dienerschaft. Die Sekretäre der verschiedenen Commissionen kosten 04,000 Fr. und für .verschiedene Dienstleistungen" find uußerdem noch 28,980 Fr. darunter eine Entschädigung von 800 Fr. für Portiersfrauen äuZgeworfen. ' Wenn ein Devutirter stirbt, fo erhält seine Familie 1200 Fr. in dem Budget für 1833 waren bei dieser Position 8400 Fr. angesetzt, also war der Tod von sieben Abgeordneten in Aussicht genommen. Der Gesundheit der Deputirten wird dabei aber dem Anschein nach die höchste Sorgfalt- gewidmet ; denn das Budget weist einen ärztlich-medicinischen Posten von 11,442.75 Fr. auf. An Schreibmaterialien verbraucht die 'Kammer, nicht weniger als für 55, 00 Fr. f, für Zeitungen 25,900 Fr. Die Heizungskosten betragen 44,500 Fr., davon 'entfallt fast die Hälfte der umme allein auf Hcizungszwecke für den Kammer; Präsidenten. Für Zündhölzchen werden, 1,793,30 Fr. in Ansatz gebracht und die des Palais Bourbon wohnen in diesem selbst nur 111 ; die übrigen 132 wohnen außerhalb, und dies erfordert eine ,Sonderausgabe von 31,402 Fr. FürBürsten und Schwämme sind 5,474 Fr. und für Seife, Eau de Cologne u. f.' w. 1 ,522 Fr. vcrzei ch nct. Das Neinlichkeitsbedürfniß muß , also wohl bei den französischen, Volksvertretern ein ganz besonders reges sein.

AeleuchtunJ kostet, lov.ooo r. zur das Arfrischnngszimmer sind 35,1.87 Fr. angescht. Von' den Angestellten

Me Fürsten von Monaco. Prunkvoll hat jüngst der Fürst von Monaco seine Vermählung mit der ebenlo reichen wie schönen Herzogin von Richelieu gefeiert ; in der päpstlichen Nuntiatur zu Paris hatten sich die Spitzen der Gesellschaft eingefundcn, um dem feierlichen Act beizuwohnen; der Nuntius selbst spendete dem neuvermählten Paar seinen Segen. Der Fürst von Monaco und seine Gemahlin bleibet! vorläufig in Frankreich und überlassenes den Einwohnern von Äonaco, sich selbst zu rcgiereu. ' Sie werden sich zu trösten wissen. Es ist eine Eigenthümlichkeit der Familie Grimaldi, nur danir in ihre Erdstaalcn zurückzukehren, wenn sie sich in sinanciellcr Bedräugniß befinden. Seit dreihundert Jahren war dies, wie das .Wiener Tagblatt" in Erinnerung bringt, ein einziges Mal der Fall, und diese kurze Episode der Anwesenheit des Landesvaters bildet das dunkelste Capilcl in der Geschichte Monacos. Im Jahre 1338 kaufte die Familie Grimaldi den pittoresken Felsen von Monte Carlo um die Summe von 1280 Goldguldeil und hat sich seit jener Zcil im Besitze ihres Ländchens zu halten gewußt. Die kluge Politik der Grimaldi's, der zufolge sie sich immer an den Stärkeren anschlössen, ließ das kleine Fürstenthum Monaco unabhängig b!ciben, während die großen und mächtigen Republiken Italiens unter das Joch der Fremdherrschaft kamen. Anfangs dem

Proteckorate wpanteus unterstehend, schlössen sich die Fürsten Monaco'S seit dem 17. Jahrhundert an Frankreich an. Eine französische Garnison hielt seit jener Zeit Monte Carlo besetzt, während die Fürsten von Monaco an dem franzö: fischen Hofe und von den Wohlthaten des französischen. Königs lebttn. 'Oie Grimaldi's erhielten hohe Posten in der französischen Armee und der jeweilige .regierende" Fürst einen JahreSgehalt von 50.000 Ducaten. Unter dem ersten Napoleon verlor Monaco seine Selbständigkeit ; aber der wiener Congreß gab dem Fürsten Honorlus V. das .Land -seiner Väter wieder ; doch wurde Monaco nicht mehr unter das Protektorat des reichen Frank: reich, sondern unter die Schutzherrlichkeit des armen Königsreichs Sardinien gestellt, ein Umstand, der für die Unterthanen Honorius' V. verhangnißvoll werden sollte. Für den Fürsten von Monaco war dieser Wechsel der Schutzherrlichkeit ein schwerer Schlag; er bedeutete seinen sinancicllcn Ruin. Die schone Pension, welche die Grimaldi's bisher von Frankreich bezogen hatten, hörte auf, und Fürst Honorius stand eines, Tages da, ebenzo arm, wie fern ärmster Unterthan. In diesem kritischen Moment beschloß der Fürst, seine lange vernachlässigten Unterthanen mit seiner Anwesenheit zu beglücken und seine Residenz in Monte Carlo aufzuschlagen. Seir drei JahrHunderten war es nicht geschehen, daß ein Grimaldi sich um das Wohl seines Staates bekümmert hätte, und die Un? terthanen Honorius' V. hatten dem Himmel danken können, wenn Honorins dem Beispiele seiner Vorfahren gefolgt wäre. ' Der Fürst, an ein vornehmes und üppiges Leben gewöhnt, suchte die Mittel hierzu aus seinen zehntausend n.,tertkancn berausluvressen. Sein : . v ... . r " vorhaben gelang ihm so vortrefflich, daß er eine Reute von 600,000 Francs jähr lich bezog. Zehntausend Unterthauen und 500,000 Francs Rente für den Fürsten wie war das möglich? Nur durch die schamloseste und unerhörteste Bedrückung des Volkes. DaS Haupinahrungsmittel der arbeitenden Bevölkerung Italiens bilden die Maccaroni; der Fürst von Monaco erklärte die Fabrikation und den Verkauf der Maccaroni für ein Staatsmonopol und erhöhte die Preise für diesek Fabrikat ; dasselbe that er mit dem Fleisch und dem Brot. Ein Gesetz des Fürsten verbot den Einwohnern Monacos' sich mit anderem Zeug zu bekleiden, als demjenigen, das in den fürstlichen Fabriken hergestellt werde. Das Strafgesetz wurde einer Revision unterworfen, Freiheitsstrafen in Geldstrafen verwandelt, neue Vergehen erfunden, wie zum Beispiel das Ausgehen nach zehn Uhr Abends ohne Laterne, und auf diese Uebertretuttgen Geldstrafen gesetzt. Von, der Ernte wurde ein Procent für den Fürsten eingehoben. Pfeifen, Strohhüte, Spielkarten waren ebenfalls Gegenstände eines Monopols. Alle diese Monopole wurden an den Franzosen Chappon verpachtet, der der Backer, Fleischhauer. Müller Schneider des ganzen Fürstenthums wurde. Seinein Gehirn entsprang auch ein Gedanke, den man zum mindesten originell nennen muß: es wurde im Fürstenthum Monaco ein Geburtsregister für Thiere angelegt. Jeder Eigenthümer eines neugeborenen Thieres war hei sonstiger schwerer Bestrafuug verhalten, mit, dem Thiere bei der Behörde zu erscheinen. Derselbe erhielt sodann von dem Amte einen Geburtsschein für das Thier ausgestellt und dieser Geburtsschein mußte mir einem 50 Centimes-Stempel rersehen sem ! So gelang es dem Fürsten Honorius, die Mittel zu erschwingen, um ein- vormhmes und prächtiges Leben zu führen. Daß seine Unterthanen daS schlechteste Brot aßen, die gröbsten Kleider trugen und die schwersten Steuern in ganz Europa zahlten, kümmerte den hohen Herrn wenig. Das Jahr t 848 brachte in den Finan, zen der Grimaldi's einen furchtbaren Umsturz hervör'Das Volk Monacos' rcbellirte und die Revolution blieb siegreich. Adieu nun Steuern. Strafgelder,, Monopole ; nichts blieb von allen' diesen Herrlichkeiten übrig; und die Einkünfte dM Fürsten sanken von 500,000- Francs auf 15,000 Francs. t f'K Honorius hatte, dcn Arsch ' feines Systems nicht . mehr erleöt ; im Jahre 1839 war er ' gestorben. Sein Sohn hatte nichts von ihm geerbt als die Monopole und Steuern von diesen hatte sich das Volk von Monaco befreit, und wiederum stand der Fürst von Monaco beinahe ate' Bettler da. Zehn Jahre anMauetteW Miförc, mit 15.000 Francs jährlich war der regierende Fürst :"-'', 'VrV-T '!""' "'s . :- "

r l. gezwungen zn leben. Da. im Jahr !657, erschien am .Hosvon Monte Car, lo Herr Blanc. der beiühmte Croupier; mit offenen Armen wurde er von dem Fürsten aufgenoplmen, und ohne Schwicrig leiten ihm eine Concession zur Einrichtung einer Spiel baut gegeben. 5km beganneii die Finanzen der Fauulie Grimaldi wieder zu floriren. Und mt cin Glücksfall sich selten allein trifft, crcignete cö .sich im Jahre 1802, daß Napoleon III. das Territorium der Städtchen Mentone und Roquebrune, die einen Bestandtheil des Fürstenthums Monacoausmachten, um vier Millionen Francs dem dMaligen Fürsten ltar! I!!. abkaufte. MonteCarlo ist aus einem unbcdeutenden Städtchen, von dessen Eriftenz nur Wenige wußten, zu einem Weltort geworden; Millionen werden dsrt alljährlich verloren, und von Jahr zu Jahr wachst die Anziehungskraft der Bank. Der Fürst aber bleibt seinen Staaten fern; statt der Familie der Bourbonen zahlt die Familie Blanc den Grimaldi'6 ihre jährliche Pension ; und so werden sie der Sorge enthoben, sich, wie Honorius V., dem Wohle ihrer Unterthanen widmen. zu Sr!ttnerttngett eines Unter officters. Es war wenige Tage nach der Schlacht bii Konigsgrätz so erzählte einer von den Mitkämpfern im Kreise seiner Bekannten als ich in meiner Eigenschaft als Untcrofsicier und Geschützführer mit meinen fechszehn Leuten in einem bobmischen Bauernhof cin Quartier bekam, das wenig Annehmlichkeiten bot. Dcr letzten Tage Qual war aber groß gewesen, und so richteten wir uns denn nach Soldatenart eben so häuslich ein, wie eS den böhmischen Verhältnissen entsprechend anging. Besondere Freude machte mir in dieser schmutzigen und trostlosen Umgebung auf dem Hühncrhofe draußen ein prächtiger Silberfasan, der, weiß ich auf welche Weise, wahrscheinlich von irgend einem niedergebrannten Edclhofe dorthin verschlagen sein mochte. Als großer Thierfreund machte ich mich alsbald mit dem vollständig zahmen, edlen Thier bekannt und wir wurden die besten Freunde von der Welt. Mein böhmakischer Wirth schien denn auch an diesem meinem bescheidenen Zeitvertreibe feine herzliche Freude zu haben, denn stets, wenn er mich mit dem schönen, stolzen Vogel spielen sah, grinste er mich freundlich an und rief: .Ein gutes Vogel, Herr Usszier! Hat sich schönes Leib!" Selbstverständlich war ich über diesemenschliche Regung bei dem swinpfsinnigen Wenzel ebenfalls erfreut, und reichte ihm dann wohl ab und zu eine Liebesgabencigarre, was er mir hoch enzmechncn schien, wenn er sie auch nicht in meiner Gegenwart anzustecken wagte. So war es nun schon ungefähr 14 Tage ge gangen, als ich eines Sonittags mit meinen Mannschafken nach dem etwa zwei Meilen entscrnten Landstädchen zum Appell reiten mußte, von welchem wir erst zur Mittagszeit wieder nach Haufe sein konnten. Ich beauftragte, also unsere Hoteliöre, uns das Diner rechtzeitig bcreitzuhaUen und wir ritten los. Als wir gegen 2 Uhr zurückkamen, stavd das Essen auch pünktlich aufbcm Tisch, und zwar schienen sich nnscre Wirthsleute heute besonders angestrengt zu haben, denn eö gab Hühncrfuppc mit Klößen, ein SonmagSgericht, das ns trefflich mundete, n. f. w. Nach dem Essen eilte ich, wie gewohnt, nus den Hühnerhof, um mnve geficdkrten Freund zu begrüßen. Aber woV'ar denn der geblieben? So viel ich auch rief und lockte, kein Silbcrfasan erschien. Mein Hans war fort ! Da erscheint plötzlich der biedere Wenzel auf der Bildflache, ich eile auf ihn zu, donnere ihm ein Paar derbe Soldatcnftüchc entgegen und frage, wo denn mein Hans steckt. Alsbald verzieht sich das blöde Gesicht des Kerls zu einem vergnügten Grinsen und. indem er mit dem Finger auf meinen Bauch zeigt, stottert er: J3 e aufgegessen, gutes Vogel!" Kanaille", rufe ich. 'hast D meinen schönen Hans gesch lachtet, dann geht's Dir an'ö Leben!" O nir!" antwortete der braue Wenzel, iö e mm selbst gestmben ! ! !" U e b c r M e b u r t s a d e ! u n d Geistesadel äußert sich HieronnmnS Lorm in scharf, zutreffender Weise m einer anmuthigen und anregenden novellistischen Skizze Der likerarifche Salon", die wir in der Allgemeinen LiteraturChronik" sindeu. Er sagt nM.t Die Aristokratie da Geburt ist keiner Achtung werth, wenn sie sich nicht vor der Aristokratie des Geistes beugk, sobald sich die letztere als Genie oder un bestreike barech Talent bewiesen und bewährt hat. Dieses Prinzip ihrer Eristenz haben her franzosische und der englische Adel stets aufrecht erhalten; (it sahe die Pflicht ihres Standes in der raschen Erkenntniß und Anerkennung des Höchsten, was ihre Nation besaß, undHsie MenZ)ie Ehre ihres Staudes darin, daß es ihnen bei ihrer Muße und Sorglosigkeit vergönnt war, die Ersten vziVsel, Besten huldigten. Selbst der russische Adel hat diefts Prinzip stets in den feltcnen Fallen bethätigt, in welchen ihm das eigene Land dazu lVelegeeisFok Nur der deutsche Adel hat mit wenigen Ausnahmen niemals usgehork. hochnäsig und auf die Erhaltung ekuSeDldeter Vorrechte bedacht, auch den 'Schnftstellern und Künstlern, gegenüber aufzutreten. :atür hat er nur eine einige Entschuldigung. die freilich eben fo öegruÄet'alS traurig ist: im Auslande verbindet sich die Aristokratie des Geistes fast immer , mit den ästhetischen Formen einer ErzZehnng für die Welt. Jn Dmt'chland', vornehmen tänsenfteäcztüber. rntw! sie entweder durch Unbeholseüeltolzer t - , ;,.ü..-,?5 J1' ' l i ourcy provocir rin zuruanoszendcs ze-t nehmen.' Die Slände VäreitlHS von jeher zu wenig vermischt, als daß sich, wie in anderen Ländern, allgemeine Sitten des Umganges hätten berausbilden können.,DlcichWoHlZstK Zustand die Aristokratie der Geburt mebr met im? nra i iffl . J f r ;li 'ji ;;;. '!,,,;'.,.. i M V V. ckjt ttiV.

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fehlt es den mnsken Lntter voni Geiste schon im bürgerlichen .'cbett der ge' Ranen Kenntmß -gewisser Schonhclisfsr men des geselligel, .Verkehröz unb t&

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