Indiana Tribüne, Volume 13, Number 53, Indianapolis, Marion County, 10 November 1889 — Page 4

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TiNMrt sTfirfti , O !iU tililli tü lUUIlt Soütttagö-Ausgabe. Ofnce: 120 Ost Marylend St?. Zur Gründung leiner eidgenössischen Hochschule. Bern, 12 Qctober. In nächsicr Zeit tritt an die BundesVersammlung die wichtige Frage heran, ob eine eidgenössische Hochschule gegrünbet, oder ob lediglich die bestehenden Hochschulen und Akademien der Cantone Vom Bunde unterstützt werden sollen. Schon di? Bundesoerfassung von 1843 bestimmte, der Bund sei befugt, eine AniversitZtund eine polvtechnische Schule zu gründen. Der Artikel wurde in der Verfaifung von 1874 erweitert. Darnach steht dem Bunde zu, nicht blos eine Aniversitat nnd andere höhere Unterchtsanstalten zu errichten, sondern auch solche Anstalten zu unterstützen. Als nach Bestegung des Sonderbundes im Lahre 184 der schweizerische Bundesstaat gegründet wurde, da lachten sich 'die leitenden Politiker große Hoffnungen ??on einer schweizerischen Hochschule, die übrigens schon im Jahre 1633 von der eidgenössischen Tagjahung -angeregt warden ist. Die Freunde einer CentralUniversität sagten sich: der' neue Bund und feine Behörden müssen einen böchst nöthigen Halt an der Bundeshochschule finden. Die Schweiz habe das größte Interesse, die stuUrende Jugend aller Cantone wahrend einiger Jahre ihrer Bildungszcit zn vereinigen, damit die einstigen Führer der Cantone und des Bundes sich kennen nnd befreunden, ein Bündniß, welches bei der Verschiedenheit der Sprachen und Sitten doppelt dringend erscheine. Die Eidgenossenschaft habe die unverkennbare Aufgabe, mit den übrigen Staaten auf dem Gebiete der Wissenschast zu wetteifern, zum Veweis, daß auch im Freistaate die Pflege der höchsten Güter gedeihe und ein sich selbst regierendes Volk hierin nicht we niger leisten könne als die fürstliche Macht. Durch eine eidgenössische Hochschule würden die konfeszionellen Gegensähe, an denen die Eidgenossenschaft seit der Reformation bis auf diesen Tag schwer leidet, gemildert. Die protestantischen und katholischen Geistlichen Kälten bisher qrößtentheils in ganzlicher Abgeschlossenheit von einander studirt, während deutsche Universitäten die beiden theologischen Fakultäten nebeneinander fassen und in den vorbildlichen philosophischen Kollegien Theologiestudirende beide? Konfessionen als Zuhörer versammeln. Im Jahre 1854 trat der Nationalrath dafür ein, daß die Hochschule in der deutschen Schweiz errichtet werde. Im Ständerath ergab sich jedoch keine Mehrheit. Konfessionelle Bedenken gegen eine unter eidgenössischer Leitung stehende katholisch - theologische Fakultät in einer protestantischen Stadt.die Furcht der französischen Cantone vor einer allmäligen .Germanisirung", Besorgnisse für den Fortbestand der bisherigen konioualen Hochschulen, sinancielle Bedenklichkeiten, endlich die schon damals vorwiegend materielle Richtung der Zcit,dies waren die Faktoren, welche zu jenem Resultate im ständerathe führten. Ein eidgenSssischeSPolytechnikum wurdeMitte der 30er Jahre zu Zürich errichtet, die eidgenössische Hochschule jedoch fleht bis auf diesen Tag blos auf dem Papier, In der Schweiz bestanden schon damals drei Hochschulen, von welchen die von Basel 18C0, die von Zürich 1833, die von Bern 1834 gegründet wurden. Genf, das feit 1859 eine Akademie hatte, wanbeste diese in neuerer Zeit in eine Hochschule um. Eine Akademie hat auch Lausänne seit 18ö6, ferner Neuenbnrg sei 1340. Als ob diese Lehranstalten nicht hinreichten, wurde im letzten Jahre, dank großen Legaten, auch die Akademie zn Lausanne m eine Universität erweitert. Ja damit nicht genug; in Freiöurg wurde dieser Tage noch eine katholische Univertät gegründet, ein Jnstitut.welches jeder lein Vaterland liebende Schweizer bedauern muß. Denn diese akademische Pflegestätte des Katholicismus in einer siockkatholischen Stadt blldet einen Faktor mehr, die konfessionellen Gegensätze !n der Schweiz zu verschärfen. Warum kam nnn die eldgenosjlsche Hochschule neuerdings in Frage? Es liegt auf derHand, daß die Cantone außer Stande sind, ihre Hochschulen und Akademien auf der Hohe er Zelt zu halten. Die besten fremden und auch emhelmllchcn Lehrer ziehen dleWlrk famkeit an auswärtiaenUniversitäten vor. izlche ihnen höhere Besoldungen und den . !? v c fr t ..... y nrer:aenen sinnlenennoncn ncyery. Ä'i der Berner Hochschule ist es voraekommen, daß Professoren dieJnstrumente für dieStudenteu wie Mikroskope, selber anschaffen mußten, weil der Staat deren Bezahlung verweigerte! Bei dieser mißlichen Lage kamen die Cantone, in denen sich Universitäten und Akademien besinden, auf den Gedanken, den Bund um Subventionen anzurufen. Die Freunde einer eidgenössischen, mit reichen Mitteln ausgestatteten Hochschule sehen ein, daß die Unterstützung der cantonalen Hochschulen durch den Bund das Grab der eidgenössischen Centralanstalt Vari. Sie bekämpfen daher die Subvcniionkrung, durch welche die gegenwaxr ...ri.i.;...- (3Jsfitsi ZechliNe? Wesens genährt und gekräftigt würde. Sie Geaner' einer centralenAnftalt ihrkp r r . . ... c v: seitS behaupten, die Verriniaüng der vier Faculläten an einem Ort wäre unprak-, Nisch. Mit Vorliebe citiren sie hiersür Prof. Villroth in Wien, (vormals Professor an der Universität Zürich) der in seinem ISOO erschienenen Buch über d!c Chirurgische Klinik" bemerkte: Mag man nun noch dazu kommen . oder nicht. jedenfalls erscheint eS Nlir praktischer, daß die Eidgenossenschaft die bestehenden UniVNsikatcn durch segelmaßigeVcitraZe unterftützt, falls die einzelnen Cantone aufzer Stand fein sollten, ihre Institute aus der Höhe der Zeit zu erhalten.' als den Versuch machen, eine eidgenössische Mon? sire Nn!v?rsität,ugründeNe1n,H ' der große Opfer kosten, und dessen Gelingen keineswegs garantirt sein würde." ' Die Mehrheit deM Bundesrathes ist Anhänger einer eidgenössischenHochschule. Sie ist, entschlossen, dieses Ideal nicht

leichten Kaufes vrelsiüaeben. Der end

giltize Entscheid sieht jedoch der Bundesversammlnna zu. Dle Cantone mit Universitäten und Akademien, Zürich, Bern, Waadt, Basel, Genf, Freiburg und Neuenburg, bilden zusammen eine starke Interessengemeinschaft, welcher der Sieg schließlich zufallen dürste. Die Vertreter der Canicne ohne Universitäten dürften sür eine eidgenössische Anstalt einstehen, da sie kein Interesse an der Subventionirung der bestehenden Schulen haben. Diese werden aber wohl die Minderheit bilden. Die politisch unkluge Vertheilung von Bundesgeldern an die Cantone reißt, nachdem man einmal den falschen Weg betreten, mehr und mehr ein. Meiner Meinung nach sollten die Cantone ihre Hochschulen aufheben, wenn ihnen die Mittel dazu sehlen. Wenn mehrere cantonale Hochschulen geschlossen würden, wäre es leichter, eine eidgenöjsische Hochschule zu gründen. Jetzt sireiten sich etwa acht Städte um den Sitz, und das gerade erschwert dle Gründung derselben nicht wenig. Die Jugendsplele in Görtttz. Seit einer Reihe von Jahren wird dem Turn- und Bewegungsspiel in Görlitz, anaereat durch den allaememen rlatt dcS ttnterrichtsministerS von Goßler vom 27. Octoder 1832, ernste Beachtung und rege Förderung zu Theil. Das Charakteristischc der Gorlitzcr Spiele liegt aber nicht sowohl in der Ucbuna neuer Spiele, diese werden mit Ausnahme einiger besondercr wohl auch anderwärts geübt als vielmehr in der Eigenart ihrer Pflege und in den augenscheinlich zu Tage tretenden aünstkaen Erfolgen derselben. Dle Jugend hat die vormals auch dort Herrschende Blasirthelt und Frühreife abaelegt, gibt sich, einschließlich der Oberprima, dem Spiel mit voller kindlicher Freudlgkett hin und gedeiht sichtbar ia der Frische des Korpers und Geistes. lLme fernere Etgenthumllchkelt liegt darln, daß in Gorlltz jährlich ozsentllche Spielfeste der Gymnasien und am Sedantage folche der Gemeindeschüler abgehalten werden, d:e sich bereits zu mau chen Volksfesten gestaltet haben. Die Einführung der Spiele ist nicht schulseitig, sondern von demselben Vereine in die Hand genommen, welcher die Schülerwerkflatte leitet. Der Unterrichtsminister v. Goßler, der von diesem Vorgange Kenntniß erhitXt inrnrb Viprn iNrin ist Ytem fFrfrtf? -., HMf W V.p vom 2. März d. I. den Wunsch aus, daß das, was m Gorlltz m der Pflege und Ausdehnung der Juaendspicle erreicht sei, der Öffentlichkeit übergeben werden möchte, da dies anregend - auf weitere Kreise wirken und zur Nacheiserung reizen würde." Dieser Anregung hat der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Gymnanaldtrector Dr. Eitncr, gern Folge geleistet, indem er in dem jetzt erschienenen 3. Jahresbericht des Verems zur Farderuug von Handfertigkeit und Jugendspiel eine kurze Beschreibung der Splele verossentllcht hat. In dieser trefflichen Darstellung heißt es am Schluß: Darum wollen wir oicic ernne acye welrer pnegen, uno ie -f T t I. . e fi . . ft t nayer wlr unzerem icie kommen, oeiro mehr werden die Klagen über geistige Ueberbürduna verstummen, und eine kör peruch uud sittlich geiunde, der Unwahrhelt und Unnatur abholde und der Ratürlich keit wieder zugängliche Jugend wird unsere Bemühungen ernst dankbar anerkennen. Gelegentlich des diesjährigen 40. Phi-lologen-Congrees, welcher vom 1. bis 5. Oetober in Görlitz abgehalten wurde. kamen auch die Jugend spiele zur Vorsuhrung, nachdem der Vereins-Vorstt zende, Abgeordneter v. Schenckendorff, zuvor in der allaemeinen Nersammlnna das Charakteristische derselben dargelegt hatte. Ein Gorlltzer Blatt schretbt hier über: Dte anwesenden Philologen folgten dem Spiel mit lebhaftem und sichtbar wachsendem Interesse. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, hatte stch auch hier wieder ern großer Zufchauerkreiö aus der städtischen Bevolkerung elngefunden. Die Vorführung be gaun unter Leitung des Turnlehrers Jordan mit einem in verschiedenen münteren Wendungen sich eräehenden Gruppenmarsch der unteren Classen, zu welchem eine Kapelle in heiteren Weilen den Takt gab. Nächstdem wurde von den oberen 5la sen ern wohlgelungener kunst voller Neigen vorgeführt, zn welchem von den Mitwirkenden selb t ein patriotisches Lied in frischer und anregender Weise gesungen wurde. Die sicher und frei ich bewegenden jugendlichen Gestal ten machen einen überaus günstigeir Eiudruck. Nach dieser Einleitung begann nunmehr die Vertheilung der Schüler in einzelne Spielgruppen,, die sich bald über den ganzen Platz verbreiteten und auch die anwesenden Zuschauer anzogen. Hier wurde Fußball, Speerwerfen das Pilum der alten Römer , Bogenschießen, Tambourinball, dort Latin Dennis, Schleuderball, Treibball, Barkauf und Anderes ausgeführt. Das Ganze bot ein sehr lebensvolles Bild dar uno zog unierea,le meyr uno meyr an. Hier und daversuchten einige derselben ihre etaene Kunst beim Sveermerken t " t tty-n Bogenschießen u.' s. w., doch ließen sie sehr bald von dieser unaewohntenTbätiakeit ab, da ihnen die Jugend doch zn wett Welch- ZAgö man auch ßnien nloge, Wderatttäe,, Spiele allgemeiner unserer rv.: t '......t.t tM JLU.,''S' Jugend zuzuführen, so wird man doch zunächst ein solches Bestreben an sich aus das Beste begrüßen können. Wir gehen sogar einen Schritt weiter und sagen, auf Nal)dt verweisend ' sEin gesundet Geist in einem gesunden Körper, Karl Meyer, Hannover 1889), daß das Spiel nicht nur ein Erziehungsmittel der Zugend, sondern auch ern Faktor in unserem deutschen' Volksleben werden wuU Je mehr es Verbreitung sind et und zu einer nationalen Clzenthmnlichkeit sich ausgc? staltet, desto besser werden die Sltten des Volkes, !,weil bic harmlose Freude am Spiel einem kindlichen Sinne entspringt, de r N ohhei t V er'wilderunq und niedrige ( .!..,..!; Genuvli'cht aiisichltciU, dagegen die Gesnndhei tb cl, 0 rp c x bewahrt nnd Freu I i big seit! f r ie n r 11 ft i t er : r 6 c 1 1 er ro cdf Inmitten der ernsten Arbeit eine größere Frische des Körpers das ist es, was

unsnr Jugend , ja waS uns selbst am Meistennoth thut! (Berl. Tgbl.)

Kretenflsche Greuel. Die zumeist aus nicht ganz zuverlässiger griechischer Quelle stammenden Nachrichten über Ausschreitungen und Grausamkelten türkischer Truppen aus Kreta werden in einem Artikel der Daily NewS zusammengefaßt, dem wir Folgen des entnehmen: Schaft? Pascha trat anfänglich milde nnd gemäßigt auf z allein er änderte seinen Ton, sobald die kaiserlichen Truppen von allen strategischen Punkten der Insel Besitz, ergriffen hatten. Die z fünf Kommissäre des kretensischen Volkes, mit denen Schakir bislang auf freundlichem Fuße verkehrte, wurden nicht nur hintangesetzt, sondern als Geiseln in Kanea zurückbehalten. 4 Ueberdies be gannen die Soldaten, Schaaren von christlichen Bauern gefangen zu nehmen. ohne irgend einen Grund dafür anzugeben nnd ohne vorherige Untersuchung. Jeder namhafte Kretenser sing an, sich nnbehagllch zu suhlen, um 0 mehr, da der Pascha und seine Beamten niemals eme Verwengung zu Gunsten der Elugekerkerten duldeten. Diese grausame Politik Schakir Paschas ist während der letzten vierzehn Tage schärfer und härter geworden. Die rr t f. k e r . . ? mauern weroen Nlcyr .nur scyaarenmelie ohne Untersuchung und Erklärung eingesperrt, sondern erbarmungslos gepeitscht und gemißhandelt. Die Knute arbeitet fürchterlich. Wegen dieser willkurlichen und grausamen Behandlung flüchten alle jungen und thätigen Manner nach den hoher gelegenen und entsernteren Ortschasten, wahrend die alteren und unschuldigen Leute eingesperrt und unmenschlich aevrüaelt werden. Schaaren derselben werden Tag und Nacht, erschöpft vor Ermüdung und von der Knute, nach Kanea gebracht; Viele speien Blut und sterben. . . . Hausig werden die Gefangenen mit gabelähnlichen Ketten an Pfählen gefesselt, mit dem Antlitz gegen die glühende (sonne gewendet, und diese Qual müssen sie stundenlang aushalten. Bauern werden in einer langen Reihe aneinander gefesselt und einer Militäreskorte übergeben, welche sie nach der nachstgelegenen Garnison transportirt. Die eskortirenden Soldaten behandeln die Gefangenen ebenfalls unmenschlich. Die armen Gejchopfe werden oft gezwungen, die Soldaten auf ihrem Rücken zu tragen, insbesondere über die Ströme. Neulich stand ich zu? fällig am Thore der Stadt Kanea, als vier solcher schwer und enggeschlossener Gefangener eingebracht wurden. Sie waren halbtodt vor Ermüdung und MißHandlung. Einer derselben konnte nicht weiter gehen; sein Haupt war gesenkt. und er legte seine Hände auf seine Kniee, um den oberen Theu seines Korpers zu stützen, während ihm die Augen fast aus dem Kopfe quollen. Von den Soldaten hartherzig fortgestoßen, rief er verzweiflungsooll aus: Gib! es keinen Gott auf Erden?" Schakir Pascha!" antwortete ein dabeistehender Muselmann. Die kaiserlichen Soldaten tödten unbewaffnete und unschuldige Leute; sie prügeln unmenschlich; sie stehlen alle Arten von Lebensmitteln; einige Dörfer sind einfach geleert worden. Das ist jedoch nicht Alles. Solche eingeborenen Türken, welche zufällig durch die letzten Wirren Verluste erlitten haben, sowie solche, welche von alter Feindseligkeit ode religiösem Fanatismus beseelt sind und dies bezieht sich auf alle Türken in Kreta, rächen sich, gestützt auf das jetzt wieder hergestellte türkische System, an ihren verhaßten christlichen Feinden. Täglich denunziren sie Schaaren und veranlassen, daß sie ins Gefängniß geworsen werden, wo sie sehr grausam behandelt werden. Wenn andererseits ein Christ Klage über einen Muselmann führt, muß er Beweise beibringen, deren Erlangnng fast unmöglich izt. Selbst wenn ihm dies gelingt, wird der Türke V , W1 am nacyiten age ncher sreigetaen, um seinerseits seinen chrlstlichen Alikläger zu bedrohen. Ich wiederhole, Christen werden taglich massenhast elngezperrt und dies wird fürchte ich, fortdauern,, bis eine starke und freie Macht mtervenirt. Kein Christ hat bis jetzt Genugthuung empfangen. Kreta hat solche Zeiten niemals erlebt. Die europäischen Konsuln machten Schakir Pascha Vorstellungen, aber er sagte, er habe keine Kenntniß von diesen Thaten." Die Glaubwürdigkeit dieser Enthüllungen, die nach dein Muster der bulgarischen und armenischen Greuel gehalten sind, wird übrigens vielfach angefochten. Vlciq neueren Konstantlnopeler Meldungen hat Schakir Pascha sich über die jetzigen Zustände auf Kreta sehr befried!gend ausgesprochen. . , . Wttftt eitt eigenartiges Verbrechen hatte das Schwurgericht in ! Hamburg unlängst abzuurtbeileu. Es handelte sich um jenen unheimlichen Menschen, welcher seit mebr Üls vier wahren die BeoLlkeruna . von JSamhum hrA i Annst I . ""-"'-7 und schrecken versetzte, daß er bald M dieser . bald !n jener Stadtgegettdög. nssz. k?..... , .. ,

Kanonenschläge abfeuerte - und dadurch wiederholt Menschenleben in Gefahr gebracht hat. ES sind mehr als 100 Fälle, derentwegen sich der 43-jährlge Malermeiste? Ernst Tarrin aus Hamburg zu verantworten hatte, ein Mensch, welcher bisher nie mit dem trafgksehbuche in Conflict gerathen ist, der eine gute Schul? bildun g geno ssen, dcrtzin"), gut gehende Geschäft besaj; und der einzig und allein dle,,Ireoeleienbegan dem Zufammeiiström ken der Men schenmenge zu weid en. Ein großer, normal gebauter Mann ' mit dunklem Vollbart. hoher Stirn und gelichtetem Haar, scheint der Angeklagte noch im Schmurgerichtssaal eine Freude daran zu sinden, dem Präsidenten auf dessen Frage nach dem Beweggründe der sch eu ßliche n Thaten hell leucht enden A ll - ges und in theatralischer Pose zu antwarten: .Aus reinem Vergnügen, Herr Präsident es kitzelte mich, wenn Alle Achtung vor dem Herrn" (den man nie fassen konnte) ; es machte mir Spast, wenn ich in den Zeitungen von mir las eder wenn ich mitten in bet 1

Volksmenge mich befand, welche ' sich jedesmal unmittelbar, nach , dcm Knall versammelte ,Und Sie schimpften dann wohl wacker mit auf den ruchlosen Feuerwerker ?" fragt derV orsitzcnde vGewiß HerrPräsident ! " Aber immer wären Sie nicht dabei!" Nein, einmal war es bei Mutzenbccher in St. Pauli da waren nicht Menschen genug (Lachen im Publicum.) ,Ah, Sie fürchteten entdeckt zu werden?" Ja, Herr Präsidentk" Und wie kamen Sie auf , den Gedanken, Erplosionen zu, veranlassen? Der Ungar Urbanowitz, welcher früher bei der österreichischen Marine Feuerwerker war, hat mich dazu veranlaßt er war mein Lehnneister." Sie haben aber auch Bücher studirt, um die Her-

jtellung der lL?ploilonsjtone leivjt rennen zu lernen?" Ja die genügten mir aber zuletzt nicht mehr Ach so, Sie konnten aus den Büchern nichts mehr lernen, Sie verstanden es schon besser?" So ungefähr gestaltete sich der Dialog im Schwuracrichtssaal in Sachen des Geheimfeuerwerkers Sarrin". In der o- . l . V w 1 ..i-i--r: ji. .yar ar ocr Angenagte eine unyelmile Fertigkeit in der Zusammensetzung seiner Bomben, deren Legung und deren Entzündung entwickelt,', eine Thätigkeit, welche länger als vier Jahre dauerte, eine Thätigkeit, welche Häuser erzittern ließ und Menschen krank und epileptisch gemacht hat, ja einmal eine Iran in Folge desSÄreckens mit einer c- -f. . 1 t . . ' r .-. ruageourr meoerrommen neu. un Nie hat der Angeklagte sich bei dem .'egen der Bomben selbst fassen lassen, obgleich er stets in unmittelbarer Nähe des Thatortes sich versteckt hielt, um abzuwarten. daß nach etwa Minuten die Zündschnur den Erplosionskorper erreicht hatte. Erst nachdem dle Polizeibehörde im Sommer d. I. eine Belohnung von 300 Mark auf die Entdeckung des unheimlichen Feuerwerkers ausgesetzt hatte, gelang cr t t .5 c er . rr oicicioe ourcy oic anzeige oes asienHändlers Leopold Weber, bei welchem Sarrin bis zum Frühsahr des Jahres 1888 Pulver, angeblich zn Jagdzwecken, gekauft hatte. Bald wurdeSarrin verhastet und er gestand seine That unumwunden ein bis auf einen Fall, allcrdings den schlimmsten, in welchem die Bombe in ein Haus selbst gelegt worden war und einen zungen Burschen betäubte, während es sich in allen übrigen Fällen um Platze und Straßen handelte, auf denen eme lebhafte Panaqe stattfand. Zur Beobachtung des Geisteszustandes des Angeklagten hatte das Gericht den PyyZlkus Dr. ,Neinae laden lassen, nach dessen Gutachten Sarrin ein geistig vollkommen gesunder Mensch ist. Nachdem die Geschworenen die Vorsätzlichkeit der unter das SvrengsiosfGesetz fallenden Handlungen bejaht hat ten, verurtheilte das Gericht den Ange klagten zu 18 Monaten Zuchthaus. Die amorra" von Neapel. Rom, 7. October. Einen tiefen Blick in das häßliche Ge triebe der neapolitanischen Eamorra die man bekanntlich stets so gern todt schweigen oder vertuschen wollte ge währt die Denkschrift, die der königliche Eommiszar Conti soeben über die ?pro vinzialverwaltunq von 9!eapel verofjent licht hat. ES ist ein trauriges Bild, das uns aus dieser im Austrage der Neaieruna geführten Untersuchung anstarrt, und das wir nnseren Lesern in Kürze wiedergeben. Die Denkschrift die mit den Worten schließt: der tnzwlschen aufgelöste Provinzialrath von Nec . . -v ? i ... . r f -t apcl verorene aus nngeicyücy, uneyriicu, pflichtvergessen in keiner Weise das Vertrauen der Regierung die Denkschrift Contl'5 beginnt mit der Darstellung der Lage der Provinz Neapel, die, ob'schon bisher keinerlei große Aufgaben an sie gestellt wurden, dennoch ihren Aewoy nern den höchsten Steuerzuschlag auser legt. Dem Provinzialrath wird nun vorgewerfen, er habe ungesetzlicher Weise in . . rn r fr. c , t . . - . . vle Besugnijie ocr Viaor eingegrizsen, die Provinz aufs Schwerste geschädigt. die Rechnungen stets ganz unregelmäßig geführt, in Provinz nndStadt die Herrichaft einer grenzenlosen Konfusion Und Unordnung verursacht, mit einem Worte Eamorra" (Diebereien) im größten Stile verübt. Alle diese Anklage,l werden seitens des königlichen Eommissärs welchem in Neapel die größten Hindernisse in den Weg gelegt, ja mitunter die Thüren der städtischen uüd provinzialcn Bureaus vor der Nase zugeworzen wur den alle diese schweren Anklagen wer den dokumentarisch nachgewiesen. Was hier Alles vorkam, dürste schwerlich in einer anderen Provinz je erreicht werden", schreibt der Eommissar: ia es scheint ihm geradezn daß inmitten aller dieser Carmorra" ern dringender ge heimer Etnstu existire". Wie man in Neapel verwaltet", davon legt der folgende Vorfall ein sprechendes Zeugniß ab: Gelegentlich der National-Anteihe von 1366 hafte die Provinz sich von der Bank von Neapel den aus sie entfallenden Betrag vorstrecken lassen, .v ; v t-: Als es aber die Neparirung der Summe auf die Gieuerzabler aalt, nlttäen im i :Vmjmi, .m y, ,wv zzrane? kllt D. y. sollen tlMkAtntAtiY-J'n hrt'w ,r Ms (W ,: '' i" ''jf t t, . l '-st ? jt. ". Y '": i .; ".".'.,"." i- 1 5 I 71') u " 500,000 Francs,' als 1 uneintreibbar" der Provinz zur Last siel. Ob thatsächlich nur die kleine Summe und nicht Mehr einging, war nicht festzustellen, da die Bücher fehlten. , Das Wunderbarste bei der ganzen Angelegenheit war, daß eine große Anzahl der in Ncape l, von ganz Italien bekanntesten Perjönlichkeiten darunter ein Mitglied der Familie Acton!, als 'nicht aussittdbar" von der Bezahlung der Steuer dispensirt wurden. r. Die 17,350 Steuerpflichtigen : heißt es in der Denkschrift wörtlich wurden fast alle als nicht aufsindbar" bezeichnet." Statt nun die eingehenden -Summ zuzuführen und daS Gleichgewicht der Äilanl zu erstreben, vergeudete man die Einnahmen in der unverantwortlichsten Wei se j; ;;u nD':rt ah nth zu d e n1&. gewagtesten ' Finanzspekulationen seine Zuflucht. Mit einer unverhälwißmäßigen Vermehrung dcsIalsVM li q ue " dienenden Beamtenhe crs w urden ! ungeheure Sum me n 0 h ne jede Veranlassung an die Proteg6s des Prooinzialraths, an deren Frauen und Kinder, an administrativ-politische Werkzeuge :c. eggeworsen.

Von 188 bis 1887 wurden zu derari 1.2"yil'"Lt-:.A'.' ri ' . ' .

'gen per onltchen Zwecken 829.713.45 45 üiv. vcmu&o,aor ermeir ein ÄZeamter, der 860 Frcs. Jahresgehalt ber t '''. r ' X ' '....s . st. i". . zleyr, mneryalv juns ayren 12,375 Frcs. Gratisication" sweßhalb? bleibt verschwiegen) ; ein Anderer mit erst 4800, dann 5800 Frcs. Gehalt erhält gar 18,260 Frcs. , Subvention zur Erzie hung seines Sohnes." (!) Daß humane Grunde oei der Berlelhung von Zuschüssen" nicht maßgebend, sondern einsach Lulllkur, piepotismus und Jnteressenwirthschaft ausschlaggebend ' waren. liegt auf der Hand. Die Ncapolitanichen Institute, vor Allen das Irren,aus, . wurden dabei in unglaublicher Weise zu Grunde verwaltet"; in allen Zweigen der Provinzialverwaltung riß eme belspleuoje erlotterung em, die den Staat endlich zum Einschreiten zwana. Aber es bedürfte der rücksichtslosen Energte eines Cltspt, um sich an den Neapotitanischen Augiasstall zu wagen; waren und sind doch so unendlich viele Jnteres sen und zwar Interessen von Leuten, die im osjentlichcn Leben eine Rolle spielen rn den schmutzigen Geschichten von Neapel engagirt. Darum hat auch der königliche Kommissar tn seiner nach bestem Gewissen" abgefaßten Denkschrift es unterlassen, die Namen der sauberen Herren anzuführen. Hoffen wir. daß die so energisch eingeleitete Untersuchuna sich Nicht mit dem papierenen Resultate der Contischen Denkichrist und mit der Entrüstung des Publikums ber c . r ri f ' c gnugen, z onoern mu icier qzano zum Feqebesen areifen möge. Vielleicht wird man unter dem neapolitanischen Kehricht alsdann auch gewisse langst vergessene Dinge entdecken, die anf das Erdbebea von Jschia und auf den Noman der damalS nach Neapel geflossenen europalschen Millionen Bezug haben. Der älteste dekannie AeveitSauS stano. Der erste Arbeitsansstand in der vorchristlichen Zeitrechnung ist im Jahre 309 vor Christi Geburt in Rom vorgekommen und ist historisch beglaubigt. Nie? mand Geringerer als der Geschichtsschreibe? Llvms l,t es, der uns denselben umständlich beschreibt. .Merkwürdiger weise waren es die Paurenichlager, Schalmeien uud Tuba-Blaser, welche bei Opferfesten in den Tempeln, dann bei den feierlichen Prozessionen die Musik zu machen pflegten. Diese heiligen Musikanten besaßen seit altersher den Anspruch, daß ihnen auf Kosten der Stadt Rom am höchsten Jupiterfeste ein reichesMahl bereitet werde. In dem genannten Jahre verweigerte nun aus nicht aufgeklärten Gründen der Magistrat von Nomaden Tempelmusikern das herköminliche Festmahl. Ueber diese Knauserei erbost, stellten noch am oben genannten Tage die Arbeit ein nnd begaben sich insgesammt nach der nahen Stadt Tiborinum, wo man einen lrefflichen Wein schänkte. Alles Zureden, wenigstens an dem hohenFesttage in dem Tempel zn musiziren, war vergebens,die Musiker blieben in Tibnrinum und unterhielten sich dort um so trefjlicher, als bald eine Menge Römer und Römerinnen, durch die Eigentbümlichkeit dieses Ereignisses angelockt, den Ausständigen aus öZeugierde nach Triburnium folgten. Als, auch der zweite, dritte und vierte Tag verging und die Grollenden noch immer nicht zurückkehrten, kam die Priesterschast und das fromme Bürgerthum in arge Verlegenheit, weil die feierlichen Tempelopfer und die festlichen Prozessionen nicht abgehalten werden konnten. Da entschloß man sich beim romischen Magistrate nachzugeben. Zwei Abgesandte des Magistrats begaben sich nach Triburinum zn den grollenden Mu sikern mit dem Anfrage, die letzteren um jeden Preis zurück zu bringen. Bei ungezählten Bechern guten Falerner und Sizilianer Weines wurde mit den Musikern, welche bald in eine recht weinselige und versönliche Stimmung gebracht worden waren, . Frieden geschlossen... Als Hauptpreis des Friedeus wurde ihnen Namens der Stadt Rom nicht nnr das Recht auf das streitig gewordene Festmahl feierlichst zugesichert, sondern auch der sür diesmal so lange verweigerte Festschmaus nachträglich bewilligt. Die Musiker kehrten noch am selbigen Tage mit den Abgesandten in einem förmlichen Triumphe nach Rom zurüt, und Niemand wagte es mehr, am alten Fest-schmaus-Nechte zn rütteln. Ein delehrenseS Beispiel französifcher 'Selvsttäuschttttg erzählt Jemand im , Deutschen Tagebl.": Ich iv a r Mi t e in er Schaa r von etlichen siebzig Leuten im Jnvalidendom. Unser Führer zeigte uns die vielen Fahnen, die durchlöchert und zerfetzt an den Wänden hängen und '" von "' dem französischen Knegsruüi früherer Zeiten 'erzählten. Nachdem - der Alte mit einem, unbeschreiblichen Hochgefühl in Haltung und Stimme uns die Geschichte" dieser Fahnen, d. h. der französischen' Großthaten gegeben hatte, kam er zu der einzigen dentschen Fahne aus dem letzten Kriege, ä'&'s j . . "v' . r . ' die bekanntlich mcyr erooerr, ,onoern unter einem Haufen von Leichen nach der Schlacht bei Dijon gesunden wnrde und zwar nicht von Franzosen, sondern 'von Garlbaldlaner. Ich war gespannt, wie der Brave diesen Fund erzählen, oder ob er die Geschichte dieser eroberten Fahne" lieber mit Stillschweigen übergehen würde. Der aber deklamaniirte womöglich mit noch , größerer Verve als , zuvor: ' ' " ' ' iT"i'" '' ' I ' 1 ' ' '' ''I-pi' '(J 1 '' jj jj' 1 't'ii''' : ' y ,i ' Das ist eine deutsche Fahne, erobert Anno 1877. Die. Deutschen können nicht ein Gleiches von uns sagen; sie haben von uns keine einzige Fahne. Di unseren wurden alle verbrannt. 1 ! Bei d em letzten Sah lie ß u n ser bra ver Führer die Stimme bedeutend sinken, , ob in patriotischem Schmerz über die durch das Feuet vor Entehrung geretteten franzosischen Fahnen oder in einer Anmandlung von Scham über die ausgesprochene Lüge, konnte ich nicht unterscheiden. Ich sah in di e sein Augenblick mehr auf die Franzosen unter dem Publikum, die, zur Ausstellung nach Paris gekommen, natürlich auch dies Heiligthum des französischen Ruhmes besuchten. Ich erwartete, anf vielen Gesichtern einen unglaubigen Ausdruck, ein Lächeln der Verlegenheit zu sehen doch nein, die Augen

funkelten vor patriotischer Freude, daß die Deutschen keine einzige französische Fahne erobert hatten". Wie lange wird es noch währen, so glauben die Franzosen überhaupt nicht mehr, daß sie von den'Deutschen geschlagen worden. Hab' ich doch im Jahre 1870. von franzosischen Ofsicieren bestreiten hören, daß deutsche Truppen je einmal, als Sieger in Paris eingezogen sind. Warn, denn? Vielleicht zur Zeit der Kreuzzüge!" sagten diese Herren im Tone souveräner Verachtung über ein solches Vorgeben. Der Strike der Schulkinder,

der eben in London tu aroken Ungezo genheiten geführt hat, greift immer mehr lltrt iiAl SlX5 Tm- Sv i! Oahauii fZ ntt - llv7 -cijuyvtiiw wv uuui kinder nur erst die Abschaffung der Prü gelstrafe und der häuslichen Aufgaben verlangen, erden anderswo viel weitergehende Forderungen gestellt. Es gehen uns hierüber folgende eigene Drahtnachrichten zu: In Liverpool haben die Schulkinder die Schiefertafeln niedergelegt. Sie wollen diejelben Nicht eher wieder aufnehmen, bis ihnen das Recht zugestanden wird, die Lehrer zu versetzen, wie diese das Recht haben, die Schüler zu versetzen Sie wollen von jetzt an diejem- i gen Lehrer, welche sich in der Strenge auszeichnen, Zn eine höhere Schulklasje versetzen. In einer neulichen Verfammlung wurden nicht weniger als 23 Lincale zertrümmert. Die Schulkinder in Manchester haben die Klassenzimmer verlassen und erklärten, sie erst dann wieder betreten zu wollen, wenn ihnen das Recht, die Lehrer zn züchtigen, ertheilt worden. Mehrere Kinder, welche dies al nnzulassigerklärten, wurden heute auf dem Wege zur Schule von ben Strikcndcn mißhandelt und am Besuch der Schule gehindert. In Bradford verlangen die Schulkinder die Abschaffung der todten Sprachen uud Ersatz derselben durch Tau;, drämatischeu Unterricht und Zweirads fahren. Eine öffentliche Versammlung der Sekundaner schloß damit, daß die lateinische Grammatik in wenigstens 130 Eremplären an die Antiquare verkauft wurde. . Die Schulkinder von Bristol verlangen die ReduzirunA der Stunden auf 35 Minuten, Abschaffung der unregelmäßigen Conjugationen und des Kopfrechnens und Einschränkung der Censur. Man befürchtet einen Zusammenstoß mit dem Pedell. In Dover begann dle Schülerbewegung damit, daß die Schüler die Dintenfäffer an die Wand warfen, um ihr Verlangen nach einer Zteformation symbolisch auszudrücken. Hierauf verließen sie unter großem Lärm die Schule, in die sie nur dann zurückkehren wollen, wenn ihnen sür jede Stunde Unterrichtsgenuß je nach der Schwere desselben 2 bis 5 Pence vergütet wird. Weitere und wohl auch schlimmere Nachrichten sind noch zu erwarten. CulinarischeS Wanderlied. Vom Himmel lacht die Sonne Im goldenen Frührothschcin. Ich wand're welche Wonne! Mit ihr in's Land hinein. Es bläst im Thale drnnten Der Hirte die Schalmei .... Wie würde mir jetzt munden Beefsteak mit Spiegele! ! Viel Vlümlein blüh'n und wiegen Sich grüßend in der Lust Und bunte Falter siiegcn Durch Sonnenglanz und Duft. Von hoher Wipsel Krone Schwebt eine Taube her Die wäre auch nicht ohne, Wenn sie gebraten wär'! Es zieh'n des Büchleins Wellen Zu Thal so klar und kühl Uud muntere Forellen, Die treiben drinn' ihr Spiel. Jetzt fliehen sie in Rotten, Jetzt rasten sie lind stch'n .... ' Könnt ich sie blau gesotten Auf. meinem Teller sehn! Mit einem Korb gegangen Ein Mädchen kommt daher. Wie glühen seine Wangen ! Es scheint, der Korb ist schwer. Der Weg wird schmal und , schmaler Was mag im Korb wohl sein?.. . . . Ein Stückchen Emmenihaler Zum Nachtisch wäre fein ! Cyclamen bietet leider , Die Kleine nur zum Kauf, Ich ziehe dankend weiter, Der TanNwald nimmt mich auf. Und wie ich ihn betrete, Da flüstert er mir zn: Freu' dich auf die Pastete Und auf das Rchrägout!" Und aus des Waldes Kühle Führt weiter mich wein Pfad Zu einer alten Mühle Mit moosbcwachj'nem Rad. Das sch äumende Getöse In mir die Sehnsucht weckt Nach Humnlermajonnaise ; Mit einer Flasche Sekt. , Weit über das Gehänge . Ein Glöckleltt tont in's Es sind die lieben Klänge , . Mir lange schon bekannt. , . Es endet alle Traume .. : ' - Der Glocke Tischgebet. . . . Ich eile sonst versäume , ,, Ich noch die Table d'tel, , , - Dei Menschkann sich an Alles gewöhnen. Diejenigen, welche am lautesten gegen die G räuel der Sklaverei schrien und die Verbreitung von Christeuthum und europäischer Gesiltnng in Afrika predigten, haben sich am schnellsten praktisch mit der den. und jetzt erfahren wir aus dcr Kölnischen Zeitung", da ß man bei einiger (jo I on a s be c i st crii ii g 0 aii j f ür 3en schen fresserei erwärmen und derselben eine freundliche ! Seite abgewinnen kann? Die !,KSln. Ztg. schreibt in einem Feuilleton wörtlich: Der Menschenfraß, dessen Besprechung ich an diejenige der übrigen religiösen und nichtretigiösen Absenderlichkeiten anschließen möchte, blüht zur Zeit noch immer im BiSmarck- und im

T2S.

Salomo-Archipel. Er kommt aber im Kaiser WilhelmskLand nicht vor, auögenommen vielleicht am Huon-Golt. wo rüber man aber nicht genau Bescheid weiß. Uebrigeus ist die Sache, wenn man sie näher erwägt, doch wohl nicht so besonders schlimm. Won mcmen sarblgen Begleitern aus der Fknisterre-Erpe-dition, die aus einer der berüchtigtsten Gegenden von Reupommern stammten hatten manche daheim in der schönen kannibalischen Heimath Menschensieisch genossen. Aber um dessentwillcn sind sie nicht minder neu. brav 'und zuverlässig, gewesen. Im Gegentheil. Kannibalische Völker sind wie gewohnlich krästig, schneidig und hochbegabt. - Sie sind ein hartes Holz, aus dem etwas Tüchtigesgemacht werden kann." Schneidig", das ist das richtige Wort. In der Schneidigkeit liegt eine gewisse Verwandtschaft mit dem Menschenfressers thum, und in der Kölnischen Zeitung" hat man nnn zum ersten Mal von schneidigcr Seite die Menschcnfresserlinie als Verwandte anerkannt. B i s m a r ck nnd der Z a r! Welch' ein großartiger Stoff für die unbeschränkte Phantasie" der französischen Tagespreise! DieJustice" zaubert ihren Lesern folgendes grausige Stimmungs bild vor die Augen: .Der greise Kanzler das ist der Befehl seines jugendlichen Herrn muß gegen seinen Willen an der Kaiserusammenkunft iheilnehmen. er muß sich vom Zaren e:ne Audienz erbitten, er muß selbst an den Bahnhof. Die Stunde der Ankunft schlägt und noch ist Herr von Bismarck in kleiner Uniform, doch das thut nichts, und in aller Eile bringt man ihm einen Großkordon des Andreas - Ordens. An den Bahnhof, Kanzler! Wenige Stunden später fand die Audienz thatsächlich statt Noch einmal gehorchte Bismarck der Stimme seines jungen Gebieters ; nachdenklich, entmuthlgt, kopfschüttelnd begibt er sich zur Botschaft. Warum ihm diese nutzlose Anstrengung noch auscrlegen? Er kennt seinen Älerander, er ist eine Mauer. Wozu da noch streiten? WaS sollte er von diesem Herrscher von Marmor verlangen? Als er dann aber dem Zaren gegenüber sitzt, erwärmt sich der alte Kämpe. Ohne Hoffnung ist er in das Votschaftsgebände eingetreten, aber seine eigenen Worte berauschen ihn. Er redet und redet immer weiter. Der Zar hört zu. Wer weiß? Sein erster Sieg wäre ras nicht, viele andere hat er ja damit verführt. Und immer weiter entfaltet er die wunderbaren Mittel seines Geistes, er geizt nicht mit Schmeicheleien, läßt Drohungen durchblicken, kurz, er, der vorzügliche Spieler, spielt an der Schwelle des 'Todes seine vornehmste Partie. . .. Aber der Zar verzieht keine Miene, kaum daß er durch eine Handbewegung oder durch eine töfliche Redensart zu verstehen ajbt, dan.' er ein näheres Eingehen auf eme oder die andere Früge vermeiden mochte. Er bleibt ungerührt, unbeweglich schrecklich.... Arrr! äütmp ö Susierr n werden sicher Lchellt urch D.Al MM l 'ASN IST "28 klukzehrung gkhellt. Pttrla, JUS., 25 MsZ, ?L85. Dr. Ausuil $iU0 Hamiurge? Wrustth habe ich haasig in meiner Familie Zkgcu starke ErkältllNgcn enaewandt r.d jedesmal mit (Er folg. Ein DicnZlmädcben, welches u der AuSzehrunz litt, wurde- durch beu The? zäzlich kuritt, Vö Wolf. Stechend Brustschmerzen gehelkt. Rochestcr, N., 1. 12 Zuut. 1SS3J Ein Zalbeö Jahr litt ich an einer starken Erkilrung Verbunden uiit stechenden SchNcrzcn in der Brust und konnte icd in Folge dessen nicht schlafen, aber nach dem Gebrauch ron Dr. Anz. Aöniq'ö Hamburger Brustthee rcrsckwandeu Ile Echmerien und wurde ich rsUstandiz ISO der hergeilellt.--Chas L. Himmermann. Pnk5, 25 GtntZ; ia LenKpatZekentn Ulau THE CHARLES A. VOCELER CO.. Caltlrncre, ck. 1 i ,, ' ll; '.'!: - Dr. August König'S ' ' Gz Hsrnljurgei? -liiäsMcrpHasi er ', ' ist ein ßon vorzügliche Henitiel gegen veschioiirk, CchvittÄuudrn,' Vrzud d vruhs, wnde, FttftbevIv, Hühseraußru, rte. 55 EtS.isS Vöckkt.Jz allen A?:!Zc?en zuhaken. THE CHARLES A. VOCCLER CO BaRIniare, 12. ;A- Cubel's SDW f t ! . vmmM Prachtvoller Garten für Faml ' ' ttenaufenthalt. ;V' ', ', : "'"'!: !" 'L,'i " 's ;f' ' t " ,. " "" ' , Wuie Getränke, aufmerksame Seticnima. r-". .; :,, - ,1 U i , -! V. ' , i 5Zo. 333 Süd Meridian Ttrahe.. Jeden Samstag Abend auSge. zelchneter Lunch. , , . ' -VV'-u F.4VILI4fPÄHTZER; .,

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