Indiana Tribüne, Volume 13, Number 46, Indianapolis, Marion County, 3 November 1889 — Page 6
Die rauchlose Cigarre. ?hata.ste eineZ Nichtrauchers von Ulezanver Oaron vA Roberts.
Edgar hast Du geraucht?" Ihr süßestes Stitzmchcn. Lchend tjestcmö ich rnnnt Mtsscthat. Die Heine Schmeichelkatze schmiegte sich bittend an mich .Du haktest mir doch versprochen. Edgar Täglich gnei!" reckte ich mich autori täts stark aus. Aber bitte, nur ganz kleine So klein sie zu haben find" lachte ich. Das aren die ersten Plänkeleien. Das ftuttme Umherwiltern ihres feinen Näöchens war schon schlimmer; die Nerven meldeten sich. Vergebens wehrte ich mrch die Frau eines gewissen Edgar steifte sich auf die Logik der Hygiene, daß sie sich nicht die schone, frische Gotteslust durch üblen , Dunst wolle verkümmern lajjK, wenigstens nicht hier in ihren Räumen! Thränen u. s. w. wir verstehen uns, meine Herren ! Ein hauslichcr Frieoe, der fort und fort qualmt pich! Lieber las;' ich die Cigarre im Stich ! Wer ruft da: Schwächling!" P!ris ist roohl eine Meffe werth, meine Herren, 0 denke ich mit Heinrich VI. Aber der Trotz brütete in mir. Da kam das rauchlose Pulver es war wie ein Lichtblitz für mich. Hurrah, ich hab's. Die rauchfreie Cigarre eS ist so einfach! Ich werde also die rauchfreie Cigarre erfinden. Als ich meinem Frauchen den Blihgedanken mittheilte, blickte sie mich zuerst mit ihren großen Augen verdutzt an, dann kräuselte um ihr 3!äschen etwas Ironisches, das wie ein Niesen aussah. Was, eine Cigarre, die nicht raucht? Nimm doch gleich Chocolade. . . . Ich suchte ihr die ungeheure culturelle Bedeutung meiner neuen Erfindung in ' ihr Lachen und Kichern hinein zu erläulern. ES ist doch wohl nicht Dein Ernst, Edgar?" Ich that empört: So gut Jemand ei rauchloses Schießpulvcr erfinden kann " Kann Herr Edgar Glimmel seine rauchlose Cigarre erstnden - Du, ich bitte mir aber aus: auch knallfrei, horst Du!" Ich siel in den Scherz ein: 33on, also eine rauch- und knallfreie Cigarre!" Wenn Du aber glaubst, Edgarchen, daß ich Dir selbst Deine Rauchfreie hier in unserem Salon gestatten werde . . . . daS Eine ist ein Unsinn mit Rauch, das Andere ein dito ohne Rauch !" Oho!" wehrte ich. Aber den (rrf.itder ziert Großmuth James Walt erfand doch räch: die Dampfmaschinen, um auf einem Courierzug zu kutschiren; große Ersindungen sind Anfangs immer verspottet worden, na, Du wirst ja sehen, Millg!" rief ich mit matyrerhaflern Nachdruck. Darauf mein Compagnon; ich faßte ihn natürlich bei dem Geschäftlichen. Er glotzte durch den blauwirbelnden Qualm seiner ersten morgendlichen Aechten zu mir empor mit einer Miene: bist Du verrückt geworden? Legte dann die mit einer sicgelringartigen Etiquette versehene Cigarre auf den Tischrand, blinzelte, zog die Stirnfalten, sagte hm! pfiff ein leiseS Hü! ward sehr unruhig auf seinem Lederpolster, und fragte mich dann iv seiner zirpenden Art: Wozu?" Ah, Vie meinen, wozu man sich denn überhaupt so ein Ding in den Mund steckt? Es ist die Mode, einfach die neue Mode! Das Eine war ein Unsinn mit Nauch, daS Andere ein Unsinn ohne Stauch. Wir werden aber ein horrendes Geschäft machen die neue Cigarre wird ungeheuer ziehen " .Ohne Rauch?" Er konnte sich nicht darein sinden, nahm die Etiqucttirte wieder vom Tisch und entwickelte einen gewaltigen Qualm, als wäre dies die letzte, die ihm wirklich zu rauchen" vergönnt sei, denn spater wird man nn anderes Wort dafür sinden müssen, eine hübsche Gelegenheit für ein deutschpatrlöttsches Dreisausschrelben. Aber die Idee "saß" auch bei ihm natürlich wird sich die Welt auf die Neuheit stürzen! Gleich überlegten wir, vie die Erfindung zu insceniren, am nächsten Tage hatten wir uns schon mit Chemikern und Sachverständigen in Verbindung gesetzt, eine große renommirte Cigarrcnfabrik bot uns ihren Betrieb für die neue Idee an. Jetzt, nach monatelangen Versuchen, sind wir endlich so weit, daß wir dem I'. I Publikum eine Cigarre von denkbar größter Nauchlosigkeit vorsetzen können. D't raucblose Cigarre von Edgar Glimmel & (So. ist bereit, ihren Eroberungszug durch die Welt anzutreten. Wir brauchen wohl nicht ans die erskaunlichcn Umwälzungen hinzuweisen, welche unsere Ersindung auf dem modernen Culturgebiet hervorrufen wird. Die rauchlose Cigarre ist im eminentesten Mag dazu berufen, Frieden zu stiften in unsere? kriegsrasselnden Zeit. Sie wird die Kluft zwischen den beiden großen feindlichen Parteien der Raucher und Nichtraucher mühelos überbrücken fort mit der gehäßigen Erclusivität der Nichtrauchercoupees auf den Eisenbahnen fort mit den Nauchsalons! kein veroehmendesn 8mokiuS uere!" wird fcrner die Reiselust vergällen Gleichheit und Freiheit für Alle! I brüderlicher Versöhnlichkeit werden wir uns Alle um jie rauchlose Cigarre schaaren Sie wird das Herz der cioilisirten Frauenwelt im Sturme erobern dadurch allein ist unser Erfolg gewährleistet. Sie ist dazu berufen, so mancher verqualmten Ehe Ruhe und Frieden wieder zu bringen sie ist die wahre Förderin der Häuslichkeit, sie ist der Engel, der s? manchem Gattenzwist die Thüre weisen wird wie dies Rauchen ehne Rauch ein Paradoxon bedeutet, so ist es zugleich der Compromiß zwischen der krilisch witlernden Frauennafe und der gcnußbcgehrlichcn Mannerlippe. Mau erwäge, welches Verdienst die Rauchlose sich um unsere Geselligkeit er- . werben wird ! Für die Scheidung dcr -Geschlechter sach dem obligaten Mahlzeit!" der DinerS und Soupers wird von jetzt ab die rauchende Veranlassung wegfallen fort mit dem Dunst der Langeweile, den wir gebildeten Gefellschaftsmenschen bisher so standhaft ertrugen! ist nicht m viel bchauptcr, daß von
der rauchlosen Cigarre an eine neue Aera der Höflichkeit des Geistes und der Con, versation datiren wird. Sie ist dazu berufen, den Verfall unserer Gesellschaf, siegreich aufzuhalten Alles in Allem, die weitaus großartigste Umwälzung auj dem Gebiet dcr Moral! Natürlich werden wir Nach ahmnnge? und Ausbeutungen nicht entgehen sönnen. So saß mir, als ich gestern auf der Vhn fuhr, im Coupee ein Mann gegenüber, der zu meinem Schreck an einer Cignrrk sog, die ebenfalls keinen Rauch von sich aad. trotz seines ostensiblen Pasfenö.
Um der Sache auf die Spur zu kommen, bat ich ihn mit verhaltener Hoslichtal um Feuer. Da fuhr ein Grinsen über sein schwarzbartiges Gesicht. Feuer nun ja thut mir sehr leid aber wenn ich Ihnen eine von unseren neue Cigarren aubieieri kann. . . ." Er zog dabei ein Etui heraus u reichte mir das geöfsnete hin bitte, greifen Sie nur zu!" Zu meinem Erstaunen lagen die onu bar brennenden Cigarren dort mbcuein: ander gereiht. Allerdings verkaufen wir nur bren: ende Cigarren, mein Herr!" grinste de, Fremde. Aber Spaß bei Seite. Su werden von der neuen Ersindung, den rauchlosen Cigarren, schon gehört ha: ven Fast entfuhr mir in meinem Erslnderstolz eine Vorstellung. eine elende Pfuscherei das, mein Herr!" Ich schnellte empor. Wir haben die Dummheit längst über: trumpst. Unsere Cigarre ist überhaupt nicht aus Tabak, sondern nur eine, rcn Sie sich überzeugen wollen, äußerst ge, schickt angefertigte Attraxe, das Feuer iji nur aufgeklebt." Chocoladencigarren ohne Chocolade! rief ich empört. Wenn Sie es so nennen wollen! Es ist nichts wie die Consequenz der rauchlo: sen Cigarren von Glimmel & 60. Wenu ich mir überhaupt so ein Ding in den Mund stecke, ohne, daß es raucht, so kann ich mir auch das Feuer und den Ts bak schenken. Attrape und Hum bug, mein Herr! Aber die Mode wird eS ha: den wollen. Die ganze Welt ist ja wie eine Attrape ! Uebrigens das Oekonomisch ste, was Sie sich denken können: mit einer Cigarre von uns reichen Sie lange, sie ist aus porösem Stoff monatelang, wenn Sie eine Cigarreuspitze gebrauchen." Damit griff der Kerl in die Tasche, nahm ein überaus kostbares Kunstwerk von einer Meerschaumspitze hervor und steckte die Cigarrenattrape hinein; lchntk sich dann behäbig zurück und begann, je: den Handgriff und jede Bewegung eines Rauchers nachahmend, mit der Henchclcj eines wirklichen Genusses höcbar zu paffen. Ich bin früher Nichtraucher gewesen, da merke ich keine Abnahne eines Genus: ses " sagte er. Raucher werden sich erst daran gewöhnen müssen " und er blies einen eingebildeten Rauchkcgel aus oval gehöhltem Munde in die Luft. 56 saß starr und stumm vor Aerger und Verwunderung. Diesen Unsinn wirk natürlich Niemand mitmachen ! tröstete ich mich endlich. Und das Wort eines sehr bissigen 9!ichtrauchers aus meinem Bekanntenkreise siel mir ein: Was ist nicht Alles Illusion in der Welt, von des Cigarre angefangen!" Die Entsteh un g des Petroleums. D er berühmte russische Ehe: miker Prof. Mendelewjew in Petersburg hat eine bedeutende Theorie für die Ent stehung des Petroleums ausgejtcut, wonach dasselbe sich immeruiährend neubilde, wenn Wasser durch Klüfte und Nisse der Erdrinde nach dem glühenden Erdkern dringe und hier auf Metallkohlenstosfoerbindungen stoße. Wenngleich ffie Möglichkeit der Bildung von Petro leum auf diesem Wege auch nachgewiesen worden, so sprechen doch gewichtige Gründe, hauptsächlich begleitende Ncbenerscheinungen an den Fundorten, das regelmäßige Vorkommen von Thicrrcsten, dafür, daß das Erdöl animalischen ttrsprungs, speciell aus den Fettrückständen verweste? Secthiere und durch Wärme entstanden sei. Diese Theorie ist nun durch die eingehenden Untersuchungen von Prof. C. Ettgler mehr als wahrscheinlich geworden. Es gelang diesem Gelehrten nämlich durch Destillation von Fischthran unter 10 Athmosphären Druck und einer Temperatur von 320 bis 400 Grad (Seisius, 60 Procent Petroleum (Rohöl) künstlich zu gewinnen. Durch nochmalige Destillation dieses Rohöls erhielt Engler ein vollständig rafsinirtes Brennöl, welches in gewöhnlichen Petroleumlampen mit ausgezeichneter Leuchtkraft branntt. Diese 'Thatsache, so schreibt das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz, verdient die größte Aufmerksamkeit der industriellen Kreise, indem dadurch ein sehr lohnender Weg gezeigt ist, wie gewisse Abfälle von Fetten, insbesondere Thran, in vortrefflicher Weise verwerthet werden können, insbesondere da geeignete Apparate für Destillationen unler Druck in guter Aus: führung bereits cristiren. Gerade in Deutschland, welches j hrlich dem Auslande Millionen für Petroleum bezahlt, dürfte die künstliche Petroleumgewinnuna bald festen Boden fassen. Der H u t. Der Lehrer Semmler trifft im Eouj mit dem als etwas knickrig bekannten Kaufmann Dreher zusammen. Die Herren haben, weil es warm ist, ihre Hüte abgelegt und vertiefen sich in ein Gespräch über die zweckmäßigste Reiseroute nach X, die Scinmler aus dem Coursbuche festzustellen bemüht ist. Plötzlich unterbricht sich der Lehrer: Herr Gott, Herr Dreher, Sie sitzen ja auf dem Hute!" Donnerwetter", denkt Dreher erschrocken, indem er den Hut, auf dem er wirklich gesessen, vornimmt, wenn ich ihn nur nicht ersetzen muß", und ohne die schauderhaft zugerichtete Kopfbedeckung genau anzusehen, sagte er tröstend: O, das ist nicht schlimm sehen Sie, man streicht ein paar Mal von allen Seiten mit dem Aermcl darüber und es ist ganz gut. Hier, bitte!" Ei nein," lächelte Semmler, Sie irren, Herr Dreher, nicht meinen Hut haben Sie zerdrückt, sondern den Ihrigen! ,Ei verflucht!"
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--?V133aEi Die Ueberraschung. Humoristische Skizze von Walther TadaMae. Zum Geier mit allen Ueberrasch' gen! Ich habe sie satt! Ich könnte heute eine Villa in Berlin, W, haben und eine halbe Million auf der Bank dazu. Und um das alles hat mich eine Uebcrraschung" gebracht. Sie glauben nicht? So hören Sie zu. Die Geschichte ist einfach, verflucht ein fach, weil sie eben wahr ist. Wir waren seit einigen Monaten ver-. beirathet, mein junges Weibchen und ich. Wir wzren jung, gesund, hatten uns ziemlich lzübsch von dem Mitgebrachren meiner Frau einrichten können und mein Gehalt reichte sür ein bescheidenes Dasein aus. '!'" Aber wir hatten große Zukunftshossuungen. Meine Frau hatte eine reiche Tauic, eiuc alle, filzige, knick'rige Person, die ich nicht ausstehen toiuttc. Meine Käthe war ihr Liebling, so weit die alte Taute fähig war, überhaupt einen Liebling zu haben. Wir beerben die Tante, Niemand sonst," so versicherte mir meine Frau oft genug und von unseren Bekannten cmpsingen wir schon Gratulationen auf die alsbaldige Erbschaft. Da, eines Abends, als ich vom Bureau kam, trat mir meine Frau mft allen Zeichen einer außergewöhnlichen Erregung entgegen. - Walter, ich habe eine großartige dee!" Nun?" machte ich verblüfft. Höre nur! Die Tante wünschte sich immer, einmal Berlin zu sehen. Aber Du kennst ja ihren Geiz. Morgen ist der 23. also Tante's Geburtstag. Zut r t vem 11 moraen onnraa. ant uore meine Ucverraschung. Ich fahre morgen mit dem ruhzug nach Brandenburg, hole die Tante und sie bleibt eine Woche bcr uns. WaS jagst Du zu dem prächttgen Plane s Was soll ich dazu anderes sagen, als führ' ihn aus! Du scheinst ja sehr davon eingenommen zu selit!" Das bin ich, denke Dir nur die Herr liche Ueberraschung " Deine alte Geiztante " 0," schmollte meine Frau und im Vertrauen sie war reizend, wenn sie schmollte ! Das solltest Du nicht sagen! Die Ueberraschung wird .anke entzücken und bei ihrem Vermögen, weißt Du " Weiß ich, weiß ich alles! Also fahre! Dann wird es aber Zeit, Deine Lorbereltungen zu treffen. Ist schon alles besorgt!" lachte dcr Schelm. Ich habe unsere alte Aufwarterln gebeten, morgen um Neun, während Du mich auf den Bahnhof bringst, die Wohnung zu ordnen und zu bleiben, bis Du zurückkehrest, damit sie zu Deiner Verfügung steht, im Fall Du etwas brauchst. Am Nachmittag kehre ich dann mit der Tante zurück und zur Feier des TagcS speisen wir in einem fashlonablen Restaurant zu Abend. Na, als junger Ehemann hat man ;a bekanntlich keinen eigenen Willen. Ich sagte also zu allem ja und begleitete richtig a;n anderen Morgen um neun Uhr meine nran aas den Bahnhof. Es paßte mir gar nicht, daß meine Frau reiste und ich blieb. Ich wollte mitfahren, aber nein mein Frauchen hatte sich die Ueberraschung ohne mich schöner ausgemalt und sie jchtckte mich lächelnd ' fort. Um mich zu trösten, brückte sie mir noch aus dem Coupofenster zartllch d:e Hand, mahnte nuch daran. am Nachmittage ja auf dem Bahnhöfe zu fein, um sie und die Tante abzuholen und lächelte mir scelenfroh noch zu, als der Zug jich schon rn Bewegung setzle. Ich machte mich auf den Heimweg. Diese Stunde war sonst unsere nch stücksstunde n?wefen. die wir an den Senniagen ein wenig auszudehnen pfleg ten. Jetzt allein zu sein oder an Stelle Meiner Frau die alte häßliche, aber rundehrltche Marthe, unsere Auswar terin. ;u sehen, aina mir wider den Strich. Ich überlegte gerade, ob ich nicht lieber in ein Icestauraut gehen tollte, als ich plötzlich von meinem Freunde Willy angerufen wurde He, Walter Du so früh draußen Und allein?" Ich rapportirte kurz. Schade," sagte kr, ich wollte gerade zu Euch und mich urn Frühstück bei Euch einladen. Mit der Hoffnung, ein paar fröhliche Stunven bei Dir zu verleben, ist'S nun KMg-" .Bewabre!" rief ich. Nur mit mir allem mußt Du Dich zufrieden geben. Die Marthe ist in der Wohnung, wir lassen sie sofort das, was nur zu klnem opulenten Lunch gebrauchen, zusammenholen." Sehr vergnügt gingen wir in meine Wohnung. Die alte Marthe stand vor der Thur und winkte mir zu. ES ist ist ist " stotterte sie, wurde aber schleunigst von Willy unterbrechen, der ihr jovial zurief: Mund halten, alte Marthe und dafür die Beine gebrauchen !" Er hat Recht," lachte ich. Hie? haben Sie Geld, holen Sle Camar, Schinken, Käse und zwei Flaschen Ckateau Lasittc, schnell, hören Sie, Marthe!" Fs ist-ist Besuch stotterte die gute Frau weiter. Ja, besorge deshalb ja das Frühstück. Nur ,chnell, Marthe l" Die Alte sah mich ganz erstaunt an und schüttelte den Kovt. Als ic aber ieder Miene machte, mir eine Min hei lung zu machen, nahm Willy sie lacheno r - r l renn vrrm, icyov sie zur treppe uno rief: Nachher reden, so viel Sie wollen. letzt erst die schönen Dinge besorgen, die walter Ihnen aufaetraaen. Pajcholl ! Wir gingen in mein Zimmer, das an en alon stieß. Ein alter grauer vcantel lag hier aus dem Sofa. Na," sagte ich ärgerlich: Die alte lNarthe kann ihre Sachen auch in der Rüche lass:n, in mein Zimmer braucht sie neselben rncht zu legen. Setz' Dich, kZilly. Und bis sie wiederkommt, plau? ,ern wtr." -na erne ,rau 1 1 mr mmamt an v tm. a . t fahren", nm sie hierher zu holen. 4 ir 1- ------- V, w 0 Ja. Es soll eine Ueberraschung sein, ftu? mich ist'S keine freud'ae. Die dante ist ein Geizteufel schmutzigster Jttt."
lawss ,Du kannst sie nicht leiden?" Sie ist einfach unausstehlich. Wenn bie Erbschaft nicht wäre ich würde vor dem Dracben meine Thüre verschließen." Im Salon tönte an lettcS Gerauich, leider achteten wir Beide nicht darauf. Das mütc ne wissen!" lachte Willy. Aber ist sie denn wirklich so schlimm Ich gericth m Fetter. mit HÜf d z'g DaS ist unsere Tante! .Ja.dasiftJhreTantc! rief es d plötzlich, und in dcr gcösfncw, Slnchd wie us deu?Äden Yachsen Wie festqedonnert saßen wir da ich konnte kein Glied bewegen. Sie aber nahm den alten grauen Mantel, für Marthe's gehalten, s, formlosen Hut auf und eilte rcy ne zurückholen konnte. Da kam Äcarthe zurück. Der der der Besuch ist wieder " stotterte sie, da hatte ich sie aucy schon an den schultern und rutUUC'lC . r r D-nncrwetter, weshalb sagen Sie k . ; .f. i. , c - t!. o i. üciiii meyr, oa oie anie angerommen lst ! " schne ich sie an. ste ba ha haben mich ia mich nicht angehört " agte die Alte mir ..n,.r Anstreng n nh -j - m. - . . . - Alte mit unaeüeurer Anstrenauna und nun einmal im Zuge, kam es fließender aus ihr heraus : Die die Frau Tante über raschen wollen zu Besuch gekommen " Hölle und Teufel!" wüthete ich. wahrend Willy einen Lachkramvf bekam. Die Erbschaft ist futs'ch. die rA r w f r I vcet,e meiner rau umsonsl, icy mn vtabittersten 5veindin macken mukte. ! 9 nn mr.Ute rn rf irnften rf rnnrbf ' . " " v heftig und ungerecht, denn beleidigt ging w f : t . :.. v rei..r ; r i u. V " " ' i-". i er endlich davon. Zu der Erbschaft hatte ich einen Frcnnd eingebüßt. Ich hatte mir selbst die Obren zerzausen können. So dumm, so flegelhaft dumm war noch kein pradestuurter Erb neffe gewesen. Aber diese Ueberraschunv - ' , , ' " " ' ' vxau. ward mir zur Hollenqual. Es ... . . r t l ? . ri wuroe uor.geus anm ojon ein ersinunres, ais ,le micu aueln say. Nun, dicie Ueberraschung, nicht? (nxc ix. v:- o- i. -c' cr... s.t' . xuyniiu iui wie ,iuuc uujuioicu jayie, überrascht sie uns. Wo ist sie denn?" ,Belm cusel!" suhr es aus nur heraus. Dann kam die Aufklärung. rm j . . i mmcr rrauriger wuroe oie cicne meiner mau, immer araerlicher ich. blS sie endlich anfing zu weinen und ich zu 5 JL - f 1 7 t ff. f r 1 T i
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Denke Dir eine mittelgroße Pcrson, ;v;. 'bj """ Hanger. Der Äcarquis von Hartinaton.
gemeinen GesichtSzügen. einer lahmen j u)tsege;cyntttcn weroen her kannte Ovvositionssührcr. vslcat
te und einem schielenden Auge. Und "S1.?'-l.a pünktlich zum Beginne der Sivun-
iese Person denke Dir mißgimsrig. W K.8 8 einznstellen. Er nimmt behaglich
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Tante he uns überraschen wollen. Mtn Un tiwS Ym Ükti üÄm ii er den Zustand der eg chen meine Frau sie und ich h?e ihr ja di! W Z ' Marine V.WJP allergröLte Ueberraschung gemacht, in- König, dann in größerem Z ischenraume ' . steht u . U. . dem sie enldeckte. daihr neuerNesie die Ad n.anten. der Ar,t und Hfmr- "ele .M"'. tittc Me una urni ilir de an. hie Rt lur tj..n ' rv -,:. :a. 1 A l.-.j.. ur eine Ge,ch,ch,c des englischen Seewc-
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icyetten. er verlorenen rvscyasr prachtvollen Kabine wenig wissen, und lrapp m carourg versagte revensveund dem elnaebunten freund hatte ich s x. iu , schreibuna demnächst erscheinen wird.
den ersten Zank. v - j i Nun komm' mir mal noch Einer mit nner Ueberraschung. Die 2ichter,Zä!)lung. Ein Könict. saß zur Tafel mit seiner vziaire ayi, Der liebt' mit guter Rede zu würzen Trunk und Mabl. Und also sprach der König zum ausl ' ' i ia nl c jiici ; (pTtrtf rflfrn nthuUrt irrt flftrt nrtf)sfTtt HWMf v ywyu tt vwvi tuvii ytiihm und Preis?" Dem König " sprach der Eine, dem Priester," meinte der. ?Vtt7 .f?sh"tT M rt? tr TWtTrr rnrn M " v v . tvi VIII riLIL(IVbi .Vfc.Vfc4 w . ' . ' r mit Schwert und Speer." Der Könia lauscht dem Streite, der lebhast ward gesührt, Dann ruft er: s ist der Dichter, dem Zicuym und Preis gerührt! Er. dcr mit seinen Liedern daS Dasein uns ver chont. . , - . ' Und uns in Lieb' und Frieden selbst mit dem Feind ver öhnt. , D'rum will ich. dau man itäble die Dickter in meinem Neick. Daß ihre Namen nenne ein gold'nes Cn..J. T i -1 f. tu -üiuu lonicirn i" Der König hat's gesprochen, und Alle wurden stumm. Bis daß der Narr des Königs bricht das Silentium: .Willst Du die Dichter wissen in Deinem and geschwlnd, Laß lieber jene zählen, die keine Dichter sind, Denn leichter als der Dichter zählst Du oer stiegen jayt, Weil Jeder in der Jugend gedichtet hat einmal." Wohlan!" so rief der König, wer von Euch Allen bier
Bracht noch in seinem Leben kein Vers- Münchener Fremdenblatt", Aikgsbarlein zu Papier? gcr Abcndicituug" und die Neue Freie Wer hat noch nie gesungen von Liebe und Presse" zur Hand : ob er sie aber liest
von vein, Wer machte keine Reime auf Liebchens Aeugelein?" Da geht ein lächelnd Schweigen anmuthig durch den Krei. m -r Es schwlca der blonde ünalina. der Alte silberweiß. Und auch der König sinnend für sich im
'lluen lacht : Musik und ein reudenschlmmer zog über Mir ist, als hätt' ich selber manch' Lic- sein Antlitz. Einer von den fünf Pflebeölied aemacht!" aern meldete diese Gefüblsäuüeruna. die
Es lächeln die Alten, die Jungen noch viel mehr, Und leerten ihre Becher der Dichterzunft su sfnrr 0" v tt n ü b e r l e a t. Professor lru nnem uanvlöaten, der der Etiquette entenert .M.:r... .V. lu ff in . 1 . ' " v v fc JLVV -Jv' V C V V Student : (rmlegen) : Ja.Herr Professor I Professor: Aber bei anständigen Leuten scheint man weh! nicht damit? Stw Unt (bestürzt): Nein, Herr Professor! Gedan kenfpäne. Bei einer Conoenienz-Ehe ist in der Regel die kine Hälfte nur das Portemonnaie der anderen."
an SZ3ZSD König Otto auf Fürstenried. Konig Otto sieht zur Zeit, wenn nicht gerade beleibt, so doch sehr kräftig aus. Er trägt einen mächtigen, bis auf die Brust reichenden Vollbart, welcher der Scheere sehr bedürftig ist, aber auf ein ..ric. ernr. ;x.i ..- . c uciüuyiuiiucv xjiuK nicyl reoucirr weroen airn, weil der leicht erregbare Monarch Mm nenen ,,n irtlHiofi Hink, ,,.., Irv : t - 'f AV t lü' ftÄff Hta I'kKr' "rj V t i &WL7JÄ ÄÄ der vergißt. An anderen Personen geht nen Promenaden anaesorocken werden. Hausig siebt Otto I in einer Ecke, gestir.,lirt mit' den Armen und snrir in, Hallucinations-Zustande lebhaft u dem Gegenstände seiner Einbildung. Dann aber tritt völlige Apathie ein, die stunden- und taaelana andauert. Mit 9eh I. - J .J : . . denschast raucht der König Eigaretten, gewöhnlich 30 bis 36 Stück im Tage, und sein Verbrauch von ündköllern ist - x ... , , , - - i aus dem Grunde enorm weil der Könia i-Ia C .ff f r"!? meist ein ganzes Bündel Streichhölzer anzündet und sie dann mit sichtlicher reuoe orenneno wegwirsr. Genau ,st die Lebensweise des Geisteskranken geregelt. Die Mahlzeiten .werden streng eingehalten, und wird das Menü vom dienstthuenden Arzte vorgeschrieben. Ie einen Monat haben die A-rite r. Snell und Dr. Ranke die w Aufsicht: alle Sonntage kommt der 4.KW UJl . UUC WVIIIUUUC lUillllU Direktor der Kreis-Irrenanstalt. Dr. mr-,h. !na crf,rnr, iwi Hr,t, schall. Der Könia iöt aerne und reich xz ai: ....v iu,i. iuuu ciiiuic vyiiij -sijiu. uiiu uevr i .. :x..;.- , innui ii li uiiu in iiiii lrnniiri JLUIIIIIIUU; dostimme Se t. den er gerne zu sich . ' u Q nimmt. Bei der Tafel null König O stf ... t . r. . . oas veraorevc lauiiüic Scuuni, ,v wixv, wie ic i..LtT. . : . r" v:. ji. 151. -Pf. rnmynu, vtm jvüuuj uuy cr u ii.Lt. ..1 1. v iiiui, vci oiuma yiviuuuji s und Gabel in normalen Zustande, i nur bic Serviette wird von ihm stellen weise versckmäbt und dafür der 5cock betHn fUmnmtt d.,n enüm .9fr"V ' -I- oocu Dcrurjoau. üui cirutrni -n. c.. . i
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iT "rr ) : durchwegs tm Erdgeschosse liegen, wahrend die Diencrickaft :c. den ersten Stock bewobut. isi das Scklaflimmer mit allem Eomtort ausaestattet. und benutzt der y---f -f- 'lj Kran te di? VniUite - Menstande ffsir kausia nur vom Baden will er trotz dcr I 7 I " i . ' i li u a. iij iij il l in &.L.B&ka& uit U.. rn l.. j uzeacn. ' Xj Ebenso hcat Otto I. eine gründliche Antivatkie euen das akren. Wird er
. ' ' -J . J -r . der Könia häusia dem Kammerdiener erbost zuzuschreicn: Jch fahre nicht!" Aeuner t empNndllcy ilt Stoma sjtto qt-. gen daS Schließen von Thüren, die aber durchaus nicht mit Gucklöchern verseben sind. Es ist Befehl, daß alle Thüren I v frr.. jf.i. i l sr t wo oec iiityi im viiogejcgou ivuyienv ücö I stna n o'AH n o t1t'tho-t nuA St T"fitrtt i vuvuv uvviiiui vivtvv, uuuj vv vyiuv" nach dem Garten bmaus. mndet der Könia eine aeschlossene Thür, so aeräth er aeraderu in Wuth und schläat mit I rnit4ltrl ZZnit CiUleUort Vlt j1il fl TrtS I 1VUUI1IUIU lltl II ULlll Ulll v.v llvb .W l v - u v . Seit er die Fenster nach der Straßenseite Zertrümmert bat. sind dieselben mit Eisengittern versehen, und als wenn diese ein Schutz für das zerbrechliche Glas wären, Itf , r'. ist von dieser Zeit an keine Scheibe mehr Zertrümmert worden. Die Abneiauna iv . . . des Könias aeacn Aus ahrten wird daraus zurückaefübrt. daü auf dcr Strafe sich iu - .i-T-r - v y Neuaieriae einfanden, deren Analoben der Kranke veinlickll emvnndet. Wenn Auskakrten nattnnden. dann mun der Wagen an der Rückseite des Schlosses I y n i. . r. warten. Hier ist es einmal passlrt, dau der wie traumverloren in die Lust starrende König den Waqentritt fehlte und daneben trat. Mit einem Satze sprana er in's Haus zurück und schrie: Ich fahre nicht!" Ii? W (?nnift siA mir nri&rtrhen wurde, nach seinein lieben München" sehne und öfters den Wunsch, in die Rev " ry, .v. :'-7'"-" sidenz zu fahren, geäußert habe. ist. wie mir m,t Bestimintheit vcrnchert werd, unwahr. Was die Beschädigung des Königs oetrisst, so nimmt er wohl ab und zu eine der aufliegenden Zeitungen, als ..Münchener 3!cueste Nachrichten". und den Inhalt ersaßt, vermag man nicht anzugeben. Seine Umgebung ist unablässig bemüht, auf Zerstreuung desKranken zu sinnen. c, hntr'mp Triilims,r frtrn mand i O1 U 7) 7 " laut hm ßkhslnfen. in des .skönia immer eine kleine Svieldoie ui lcaen. Der Monarch horchte erstaunt auf die leise rechtzeitig beobachtet werden konnte, dem jourhabcndcit Arzte. DaS verständigte Hofmarfchallamt erstattete weiteren Bev . r.r.r-....:.ri r. . a uaii uno cd.nuiioc uuciuuiiu ein uiuhc Spielwerk im Werthe von 5000 Mark anaeschasst. Allein die gewünschte Wirli . . T . r . L L fi f rung konnte nicht erzielt weroen, oero I .tt AAirt. k Vii "117h tI Vtv ocim'm daß das Instrument ans den königlichen Appartements wieder eiltfernt werden mußte. Die Umgebung des Königs hat Beweife dafür, daß der Kranke einzelne Personen erkennt, und in lichten Augenblicken ist es vorgekommen, daß er auch einzelne Herren angesprochen hat. So
nach Rücksprache mit dem Arzt gefragt, ö an zmtm Äiiqa oie i?cayr ausgcob eine Ausfahrt anaenehm ist. so pfleqt playt war; er schickte also zum Schuh-
5?!!,! soll Otto I., als ihm die Krone Bayerns zusiel, seinem Kammerdiener gegenüber geäußert haben: Von jetzt ab mußt Du Majestät zu mir sagen." Parlamentarische Schläfer. r:0 Mrtli s:,, qr'Schlafen eine schön? Ersindnng sei, hat ? .' L 1 ' ' ll1 iiuui uuiiiiiui jwiiMiiiiit uit t Vill' Sc'ch"'m.nert za sein. , ch Gladsie vttA meiiiA.!! DtMiitffit l'nuif . gc,ch,!,ert zu ,em. Auch GlaI l fl der Wirkung gewisser S "!'.. 3!eden Das Kinn sinkt alsdann tiefer und tiefer und man wissen, ob eine Verhandlung en gnrnd old man anregend ge wesen, braucht man nur zu sehen, ob der Brusteinsatz seines Hemdes zerdrückt ist getadelt wurde. Jtchard emple, ein sehr fleißiger Parlamentarier, heißt wegen der malerischen Haltunq bet seinem .chlaschen tue slecping beauty".Brablfltigh hielt eine heftige Rede, bei der auch für Broashurd Einiges abfiel. Plötzlich bemerkte Jener, daß Dieser in Morpheus' Armen lag, und von diefem Momente an schloß er die einzelnen Abschnitte seines Votums in w r ipiiin 1 min iiiiifiiii 1 1 1 i riiriii n 7i 1 - V onorable gcotlemaii Uswache, werde mit der Bemerkung, sobald der rignt er dessen Aufmerksamkeit noch besonders auf den Punkt hinlenken. Während der letzten Session gab sich einer der Herren dem Schnarchen so leidenschaftlich hin, daß ihm bedeutet wurde, diese Sprache sei keine parlamentarische, er möge gefälligst draußen die durch den Jiedner über ihn verhängte Betäubung abzuschütteln suchen. Lord Norlh galt rä v . U X . Tl. (TXJIZf. ÄÄ Als er eines .ages erfuhr, daß Odcr,t . . -, rrs-l t:- ar UNO wovei tanciö jraic uiw oic ai . t c n rr ... a "T" "'S l sor intrn -riintrt im ii ttt m ent nie; r nit ""7 J r"n 7a Miijii vv i,wv m j. v v " ;) that ihm den Gefallen. Wo sind mir?" 4 heim (9 rtnn thety CTr IIUUIC U IIVUU I VUlil iuvjui, -v ' 7.. r mucic iiuiiuu nv ttlwo- v:wt. . . r h nslrs ä;, baken u "vu. .. , rt " . , . c,,,,t tu iriin aufaetlliv rj .j.-y---- - g 1 y O weckt!" Ein Gegner nannte ihn gelegentlich einen Staatsmann, der im Stande sei, zu fchlafen. während er das Land ruinire," worauf Lord North erwi derte, da er doch die Reden seiner Feinde über sich ergehen lassen müsse, wäre es r 'i . - 3 uiu arau am. lmn ZU verweiaern. ivav man ifAst nfcA.r rtmsw in mhin Nacht vor dcr H nr chtnng VUk Als der verstorbene Ge Als der heimrath Johannes Schulze, ein um da preußische Untcrrichtswelcn kochverdienter Mann, dessen von Professor BarrenI i XY .- . s r - r sich cmst als zungcr Regierungsrath auf I j T t s t bt i y u y I j - w ner ien,rrci,e in vzovtenz oesano, vemerue er clnesorgens denn Anllclöen. I . r r ,f , t . . . macyer, ver ven Stiesel von seinem 'ehrjungen abholen ließ. Dem prägte der Regierungsrath ein, spätestens in einer Stunde die fertige Arbeit abzuliefern. Das bescheidene Benehmen des Lehrlings hatte ihm gefallen, und als diefer pünktlich wieder erschien, fragte ihn Schulze: Wie heißt Du, mein Junge ?" Iohannes", erwiderte der Kleine. Und mit Vatersnamen?" Müller". Nun, sage mal, mein Schlichen, macht Dir denn Dem Handwerk Vergnügen?" i rr ... v , r , ...... c l. nnoe swieg uno wuroe ganz oetrübt. Uv,rst also nicht gern chuhI t n ü cr u y n. t macyere cetn . yaslu oenn m der schule etwas galernt? " Sehr nig, er 9 moa)ie gern via lernen. Und das Aufblitzen des Auges, die zierr : jr. rn n . tu . ... t,u)e Bewegung oes orpers, aucs an dem Zungen geslel Schulze ungemein t 11- . c r-t i-k, enitien lyn mn oen dorten: jq werde bet Deinem Meister vorsprechen. Nach wenig Stunden war der Regie rungsrath in der Werkstatt und erfuhr, I ir stiftn li.itf if CÄriS,fit.-f v" -jlltl"c Vuuc ül llnvge,,. er wäre auch flelßkg und folgsam, aber sehr arm. Schulze, von dem Zungen ganz eingenommen, ram den nacysten ag wieder und bestimmte den Meister, Lehrling sofort zu entlassen, es wäre für ihn. wenn er noch einmal in oen gut ln vie f . - , ff 3 Schule käme, und für alles übrige soll gesorgt werden, zon tund ao war Johannes dcsRegicrungsrath Pflcgesohn, der, in gute Penston gebracht, das Gmnnasium durchmachte und zu Schulze's Freude sich ausnehmend gut entwickelte. Und er hat die aus ihn gesetzten Hoffnungen nicht getäuscht, denn der später so hochberühmte Anatom und Phystologe Johannes Müller, die Zierde der Berliner Universität und die Zierde der deutschen Wissenschaft, war kein anderer als jener arme Schusterjunge aus Coblenz. Der neue Stattha lter von Böhmen, Graf Franz von ThunHohcnstein hegt von der Lehrerschaft eine Ansicht, die ihn hinter dem Grafen Brühl nicht zurückstehen läßt. Vor einem Jahre äußerte er sich bei irgend einer Gelegenheit, daß ein großer Theil der böhmischen Lehrer seine Aufgabe nicht richtig auffasse, die Bevölkerung vergifte, die nationale Gehässigkeit in die Herzen der Kinder pflanze und die Erwachsenen verführe. Möge drum," fuhr der edle Graf fort, die Regierung ihres Amtes walten uud auf Zucht uud Ordnung unter den Lehrern halten." Jetzt steht Gras Thun an der Spitze der böhmischen Regierung, nun führt er das Scepter und trägt er den . Stern, und schwerlich wird er zogern, der ihm unterstellten Lehrerschaft die richtige Ausfassung ihrer Aufgaben beizubringen und sie zur Zucht und Ordnung zurückzuführen. . Schade übrigeus, daß der Mann bereits böhmischer Statthalter ist ; er würde sich nicht übel für einen preußischen Oberprästdentenposten qnalisicirt haben.
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'"'3 .' 1 Der Aberglaube in Berlin. Berlin läßt sich sehr gern die Stadt der Intelligenz nennen und in Anbetracht des Bildungstriebes, den man dem Bcr Ak (fnrAn frtmr irt CÄrnstft V j i v y fc vi wu mr i v i. auf die vielen gelehrten Gesellschaften und Vereine, die Ausklärung unter daS Vo.k zu verbreiten bestrebt sind, verdient wohl die Nesiöcnz des deutschen Reiches auch die Stadt der Intelligenz acnailnt zu werden. Trotzdem Hit steh in der Berliner Bevölkerung noch ein gutes Stück Aberglaube erhalten, der sich in den verschiedensten Formen kund gibt, ganz abgesehen von jenen spiritistischen Kreisen, die in letzter Zeit durch den Spuk in Iicsau viel von sich reden machtkN. ;' ;.;..' , , i Au einzelnen Beispielen wollen wir nun zeigen, in welcher Art der Aberglaube in Berlin zu Tage tritt. Schon an die Entwicklung der Kinder knüpfen, sich bei der Berliner Mutter eine Menge Verurthcile. Neugeborene Kinder dü'rfen nicht gewogen werden, weil ste sonst nicht gedeihen, eine Einbildung, die zu zerstören dem Ar;t nicht immer leicht wird , Säuglingen dürfen die Fingernägcl nicht beschnitten werden, weil sie sonst nicht länger wachsen, vielmehr muß die Amme oder die Mutter sie abbeißen. Kinder bleiben, wenn sie Branntwein trinken, im Wachsthum zurück, ein Glaube, der sich auch auf das Wachsthum der jungen Hunde erstreckt, der insofern aber von heilsamen Folgen begleitet ist, daß die Kinder nicht allzn früh den Braunteingenuß kennen lernen Vor Schimpfworten und vor Beheren" ist das Kind zu bewahren, nennt man es z. B. Kröte, dann muß es elendiglich" dahinsiechen. Die Zähne spielen bekanntlich als Propheten des Unglücks insofern eine Rolle, als demjenigen, der vom Ausfallen eines Backzahnes träumt, in aller? nächster Zeit der Tod eines FamilienMitgliedes droht. Andere Unglücksraben sind der Holzwurm, der "sogenannte Todtenwurm", der durch sein Geräusch die Ankunft des TodeS meldet, die Spinne, von der der Vers geht : Spinne am Morgen, bringt Kummer und Sorgen Spinne am Abend, erquickend und labend u. s. w. Uebcrhaupt wird den Thieren ein gewisser Einfluß auf das Schicksal des Mensch? zugeschrieben. Fällt z. B. Spinngewebe von der Deck des Zimmcrs, so soll das eine Ankündigung sür die Ankunft eines Freiers sein. Die schuppen der Fifche, wenn sie im Portemonnaie getragen werden, üben eine Anziehungskraft auf zu erwerbendes Geld aus, das Rufen des Kukuks um die Mittagsstunde wird dem Hörer unheil? voll, indem es ihm fein? Todesstunde ankündigt, und der Name Unglücksrabe und Glücksschwein man denke nur an den Ausdruck Sau" im Skatsxiel bedürfen keiner weiteren Deutung. Glück und Unglück deutet man aber auch noch aus einer Reihe von anderen Zufälligkeilen. Die 13 ist eine ominöse Zahl ; sitzen 13 Personen an einem Tische, so muß noch in demselben Jahre eine von ihnen sterben oder es tritt ein plötzlicher Unglücksfall ein, ein Aberglaube, dem sonst sehr gebildete Leute huldigen. Der 13. und 7. jedes Monats, ebenso wieder 28. Februar sind als Unglückstage verschrieen. Glück dagegen bedeutet es, ein Sonntagskind zu sein ; diese können Gespenster sehen, ohne daran zu glauben. Zerbricht bei einer Festlichkeit Glas oder Porzellan, so bedeutet das Glück. Wer dagegen mit dem linken Fuß zuerst aus dem Bette steigt, wird den ganzen Tag unwirsch sein und es wird ihm alles fehl schlagen. Der aufgeregte Eraminand soll sich den Daumen drücken lassen, ebenso derjenige, welcher in der Lotterie spielt, am Tage vor der Ziehung, um zu gewinnen. Wenn einem das Ohr klingt oder wenn man Schlucken hat, so ist das ein Zeichen, daß von ihm gesprochen wird. Die beiden letzten Fälle bilden eigentlich einen Ueberqang zu dem Aberglauben, der auf Sympathie berühr. Und welche Rolle diese bei Heilung von Krankheiten spielt, davon kann man sich jeden Tag überzeugen. Denn sympathetische Kuren zu nehmen, ist in Berlin etwas sehr Gewöhnliches. Besonders um die Rose und Warzen zu vertreiben, sind Sympathiekuren haupisächlich bei Patienten weiblichen Geschlechtes, wie überhaupt unsere Damen eine große Neigung zum Aberglauben zeigen, beliebt. Schließlich wollen wir noch einer SpezieS deS Aberglaubens gedenken, wobei auch die klugen" Frauen eine Hauptrolle spielen. Ja. daS Geschäft Dieser enormanvs- uno wie ne ncy sonst nennen mögen, steht so in der Blüthe, daß sie sich den Lurus erlauben. im Annonccnthcile gewisser Zeitungen ihre Wohnungen ankündigen. Vermittels Karten oder aus den Linien der Hand, den Adern der äußern und den Furchen dcr inneren Handfläche u. f. w. weissagen sie das Schicksal ihrer Klienten. Daß mau sich zu gewissen Zeiten des Jahres, hauptsächlich in dcr Neujahrsnacht, durch Bleigießen über sein Schicksal unterrichten kann, davon wissen die Berliner jungen Mädchen ein Lied zu singen, wenn es gilt, die Antwort auf die Frage zu erhalten, ob sie Jungfrau" bleiben oder junge Frau" werden. .ArwH,' , . . . Unter dem freundlichen Namen Vrod-Uuion" hat sich in London eine Acticn-Gejellschaft gebildet, welche das Väckergcwerbe iu ihre Spekulationen ziehen will. Zunächst ist beschlossen, in den bevolkertstcn Distrikten der Millionenstadt 300 altbegründe.e Bäckcreiwesen aufzukaufen und danach weitere Ankäufe ins Werk zu setzen. Das Unternehmen ist keine neue Ersindung, denn eine Gruppe von Spekulanten hat schon früher des Volkes Brod Compagnie" gegründet, aber bis jetzt den Aktionären keine nennenswerthe Dividende behändigen können. Erwähnenswert ist, daS ein großes Drittheil, wenn nicht sogar die kleinere Hälfte aller Londoner Backgeschäfte, in den Handen von Deutschen, darunter auch , viele Oesterreicher, sich schon seit Jahren befindet, ohne anönahmsweise! ' bei den Eingeborenen Eifersucht gegen fremde Eindringlinge" hervorzurufen.
li'.a.gyy
