Indiana Tribüne, Volume 13, Number 46, Indianapolis, Marion County, 3 November 1889 — Page 4
'tlLtlm SiAit 3nMana Snöuue. S onnts gs- Ans gab e. Office 120 Ost Maryland Str. H3 Ueber die Zunahme der Kurzsichtigkeit. Dieses Thema behandelt der bekannte Münchener Anaenarzt Prof. von Nothmund in einem Feuilleton der Münchener Neuest. Nachr.", indem er die lsndläusige Ansicht, datz die Zahl der Kurzsichtien :unebme. in .rsidcrlcaen sucht. Die Lcurzncyttgreli ii iciue auweme juum htlL w , . . -.-n . . . ß x Prof. Stilling hat nachzewiesen, daß selbe zu allen Zeiten unter den CulturVölkern nicht nur bekannt, sondern auch skkr verbreitet aeathn sei. Er berichtet. a& eS schon zu Aristoteles Zeiten fthr Diele Kurzj:chtige gegeven yaven muic, in dieser R6 mit der Frage beschäftigt. warum dieselben blinzeln und kleine Handschrift schreiben. Bei den Römern ar die Kur:ücbtiakeit sehr bekannt und hat socar schon im römischen Nechtslcben eine Roöe gcsMt, indem ein eigenes Gesetz für kurzsichtige Sklaven gejchaffen rourde. Im 17. Jahrhundert finden wir DestimMUnaen. welche den Zweikamni mit KustÄtiaen regeln und am Ende desselben roird viel geklagt über die Menae der Mvoven (Kurzsichtigkeit) in Italien :c. Als Beweis für die Zunahme der Kurzsichtigkeit durch erhöhte Jäharbat hat man die Statistik der einzelnen Berufsartcn angeführt. Nun laßt sich allerdings nicht lauznen,daß diese Krankheit bei Ständen, die sich ausschltenlich mit Näharbeit befassen, viel häusiger ist, als bei anderen, endgiltig ist aber auch dieser Beweis nicht, denn wie oft wird der künftige Beruf nach den jeweiligen Anlagen gewählt. Das myoxische Auge ist äußerst dauerhaft für die Näharbctt und gerade diese Ausdauer bei Beschäftigung mit kleinen Gegenständen ii oft für die Zukunft entscheidend. Der kurzsichtige Bauernjunge z. B. ist ein sicißlges Schulkind, zeigt aber weniger Lust und Brauchbarkeit zu Feldarbeit, der Vater läßt ihn deshalb weiter ausbilden, der Junge wird Pfarrer oder Lehrer und vermehrt so die Zahl der Brillenträger in diesen Ständen. Noch viel weniger ist damit gesagt, wenn man die zunehmende Zahl der Brillenträger als Beweis für die Ausbreitung der Kurzsichtigkeit anfährt. Es ist das fast, als ob man einem Meteorologen sagen wollte, das häusigere Tragen der Pelzröcke beweise eine Zunahme der Winterkälte auf unserem Planeten oder s könne in früheren Zeiten nicht so viel geregnet haben, weil Niemand einen Regenschirm besaß. Abgesehen davon, daß nicht alle Brillenträger KonkavGläser, d. h. Gläser für Kurzsichtige tragen ein großer Theil trägt wegen anderer Anomalien Konvex- oder Cylindergläser, prismatische oder hyperbolische Gläser, letztere lauter Erfindungen der Neuzeit abgesehen davon also, ist die Brille in ihrer Bedeutung erst in neuerer Zeit klar erkannt worden. Denn vor nicht langer Zeit perhorreszirtcn sogar bedeutende Augenzeugen dieselbe und in vielen älteren Werken sindet man noch das Rezept für ein gutes Wässertem oder eine Salbe, um sich der so schädlichen Brillen zu entwöhnen. Wenn heutzutage Jemand eine Brille bedarf, ist es ihm überdies gar leicht, diesem Bedürfnis abzuhelfen, da gewiß in jedem Städtchen sich ein Optikus befindet, dessen Vorräthe in allen Nummern in Jahren nicht erfchopft sind. Früher war das anders und Dr. Karl v. Weber,DirektordesHaupt-Staatsarchivs in Dresden, erzählt uns, wie kostspielig und zeitraubend es noch vor 300 Jahren selbst für ein gekröntes Haupt war, sich eine Brille zu verschaffen : Kurfürst August von Sachsen besaß zwar schon einen Nasenquetjcher, eine große Brille oder Christallin, dessen er sich in der Kirche bediente und der daher seinen Platz im kurfürstlichen Betstübchen hatte. Als aber seine Augen mit den zunehmenden fahren an Scharfe verloren, wünschte er sich eines solchen Heilmittels auch außer der Klrche zu bedienen und beauftragte .daher Paul Büchner, den Schraubenmacher", er solle ihn einen Ring ums Haupt machen lassen mit einem Haken daran, daß man die Brille hineinhangen könne und nicht auf die Nase setzen dürfe und zwar so, daß man den Haken, darin man die Brille hänge, entniedcr zudrücken oder mit einem Schräublein, wie sichs am füqlichsten schicken werde, zuziehen könne, damit die Brille ständig vor dem Gesichte hänge. Paul Büchner aber konnte damit nicht zu Stande kommen und wendete sich deshalb an einen Goldschmied, der den Ring fo machen sollte, daß man ihn zu kleineren Brillen brauchen und vor die Augen hängen konnte. Nun kam es noch darauf an, geeignete Gläser zu erlangen. Der Bürgermeister Naufcher hatte zwar für den Kurfürsten 1574 zwei Paar Brillengläser erkauft und den Auftrag erhalten, noch mehrere sein lauter" auf dem nächsten Leipziger Markt zu erkaufen, allein er muß sie 1 . ft 't . woy! mHl yavcn ausrrelven lonnen, ecnn der Kurfürst sandte den Lakai Georg Berl nach Augsburg, wo man den zeltenen Artikel wohl zu finden hoffen durfte. Doch war auch dort kein Brillenglas zu bekommen und meyrmonatliche Bemuhungen der angesehenen Firma Philipp Stammler daselbst blieben vergeblich. Im Sommer 1574 reiste der Lakai, mit einem Reisegeld von 15 Dukaten verse: hen, nach Venedig. Er hatte eine UNglückliche Zeit gewählt, denn auch dort war kein Brillenglas vorrathig und das - Glasbrenncn, wie gewöhnlich, in den Hundstagen eingestellt. Berl benutzte seineMußezeit dazu, sich nach der praklischen Anwendung der Augengläser näher s zu erkundigen und schrieb deshalb: Ich hab mich befragt, wenn man das Glas auf die Schrift legt, ob es auch große 'i Buchstaben möcht machen ; so haben nur alle Geblascr und Brillcnmacher gesagt, daß es nicht möglich fe, daß die Buchi staben dadurch groß erscheinen mögen, p fondern, wenn man es davor halt eine ! ' Spanne oder Querhand weit, so macht es große Buchstaben, so groß man es ha-f-Un und schadet dem Gesichtauch nichts. r Erst im Oktober 1574 konnte Be
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melden, daß ihm der Kunstreichste im ganze Lande, der dasGlasmachen könne, wodurch die Schrrst scheine", veriprochcn habe, einige Gläser fertigen, daß der Künstler jedoch für das Stück 50 Thaler und für ein kleineres 20 Thaler verlange. Kurfürst August zahlte gerne den hohen PrnS, um nur endlich rn den fr- t- i k " t IfY Wenn von eraroeruna5vrilleil zu uclangen, wie man sie jetzt in jeder Jahrmarktsbude um wenige Groschen wuroe kaufen können. Aber nicht nur die große Leichtigkeit, mit der man sich Brillen verschaffen kann: nicht nur die bessere Erkenntniß vieler durch das Tragen von Gläsern zu corrigirendcn Augenkrankhciten hat dazu beigetragen, die Zahl der Brillentragcnden zu vermehren, auch die Vorurtheile gegen dieselbe fangen mehr und mehr zu schwinden an, obwohl man bis in die nencste Zeit noch viele Beispiele davon berichten kann. In einzelnen Gegenden, z. B. in England, ist es noch sehr stark und ebenso ist es bei uns auf dem Lande noch jetzt ebenso verbreitet, wie es früher in den Städten war. Allerdings ist die ' . . t Kurzsichtigkeit unter den Landbewohnern weniger häusig als bei den Städtern, doch ist sie auch bei diesen lange nicht so selten als man glauben sollte. Aber wer könnte einen jungen Bauernburschen oder gar ein Vauernmädchen dazu überreden, zur Verbesserung der Sehschärfe eine Brille zu tragen? Sie ist für sie nur das Attribut der Alten, die sie beim Ge betbuch gebrauchen, deö Herrn Pfarrers oder Lehrers. ' Es ilt übrigens noch nicht lange der, daß Brillen tragende junge Ofsiciere mit cheelen Auaen von ihren vorgesetzten angesehen wurden und ein etwas stark konervattv anaelcater General soll einmal die Aeußerung gethan haben: Das viele Brillentragen bei den Lieutenants ist auch eine Dummheit vom Jahre 43!" Daß subalterne Militärs beim Grüßen das Lorgnon fallen lasten müssen, scheint noch das letzte Ueberbleibsel aus jener Zeit zu sein. Denn ein vernünftiger st 1: sw r lOTND, warum cm junger 'cann iicy eines Theiles seiner Sehschärfe berauben muß, wenn er einem Vorgesetzten begegnet, ist durchaus unerfindlich. Es erinnert das elmacrmaz;en an den Brauch der Orientalen, die bei ähnlichen Gelegenhelten ihr Gesicht im (tuub verbergen. Durch all das soll nun natürlich nicht gesagt sein, daß bei angeborener Disposilon die Kurzsichtigkeit Nicht durch die man? cherlei von der modernen Cultur unzerrennttchenchadltchkeltcnaesordertwnd, mag diese Disposition in einer angeborenett Dünnheit der Lcderhaut oder in der Beschasfenheit der Augenhöhle und dem dadurch bedingten Lüngsbau des Auges bestehen, oder, wie dies neuerdings von Professor Stilling beobachtet wurde, durch den Ansatz der Augenmuskeln u dingt sein. Aber ist denn die Kurzsichtigkeit, sraaen wir. ein so schädliches, den Beruf I des Menschen überall hemmendes Gebrechen, wie von mancher Qseite 'geltend gemacht wird? Vor Allem müssen wir be?enken, daß dem Brillentragen kein Auge entgeht. Das normale Auge braucht eine solche vom 45. Jahre etwa an für caharbeit, das uberirchtige (weitsichtige) Auae fchon in der Jugend. Wohl sindet man manchmal Leute, die auch in hohem Alter noch keiner Brille bedürfen; solche sind entweder, ohne eS zu wissen, in geringerem Grade kurzsichtig, oder sie haben zwei verschiedene Augen, von denen sie das eine kurzsichtige für die Jcahe, das andere weit- oder übersichtige für die Ferne besitzen. Das mäßig kurzsichtige Auge hat den Vortheil großer Ausdauer für Näharbeit, ein Vorzug, der für viele Berufsarten in einem Eulturstaate nicht hoch genug anzuschlagen ist. Der große Physloloae DoudeS, deiicn klassische Arbeiten über diesen Gegenstand den ersten Anstoß zu weiteren Nachforschunacn gegeben haben, spricht sich neuestens dahin aus, daß. wenn ihm auch die Macht da;u acaeben wäre, er die Kurzsichtigkeit ihrer anderweitigen großen Vortheile halber nicht aus der Welt schassen möchte. Er sagt darüber: Die Rachtheile der Myopie roerden von Vieicn übertrieben. Sie sind durch zettlae Veordnung geeigneter Gläser, ebenso durch gute Beleuchtung und richtige Haltung m den schulen meistens abzuwenden, und die geringeren Grade bringen eine Fähigkeit sür feine Handarbeit und wissenschaftliche Untersuchungen mit sich, die wir nicht missen möchten. In der Myopie sehen wir eines der vielen Beispiele von in gewissen Grenzen wünschenswerther Adaption der Organe unter dem Einfluß der Uebung. Die Frage ist, ob man mit dem Bekämpfen der Myopie nicht am Ziele vorbeistreifen könnte. Befremden würde es mich keineswegs, wenn sich schließlich ergäbe, daß sowohl der Gelehrte und Städtebewohner, als auch der Bauer, das zweckmäßigste Auge für seinen Gebrauch hat." Wie ost habe ich alte, leicht kurzsichtige Beamte ihr Auge gegenüber anderen als ein aan: voriüalickes vreisen boren. Nur eine Form der Kurzsichtigkeit ist bedenklich und kann selbst zur Erblindung führen, die sogenannte progressive Myopie. Während die gewöhnliche Kurzsichtigkeit zwar mit dem Wachsthum des Auges fortschreitet, dann aber, etwa mit dem 20. oder 22. Jahre stationär wird, nimmt diese seltene Form, die indeß nach Tscherning kaum 1 pEt. betrisst, noch nach dem 40. Jahre zu und ist mit großer Abnahme der Sehschärfe verbunden. Sie ist übrigen? eine auf ganz anderen Ursachen beruhende Krankheit und steht in gar keinem Verhältniß zur Näharbeit, denn sie ist häusiger in den niederen Volksklassen und auf dem Lande. Wegen dieser seltenen deletaren Form hat man den ganzen Alarm gegen die Kurzsichtigkeit hauptsächlich in die Welt gesetzt. Die Zahl der Erblindungen bei progressiver Myopie beträgt nachMagnuS nur 0.64 pEt. I m b a y e r i s ch e n L a n d t a g e ist eine Petition aus Schwabach um Einführung einer bayerischen Elastenlotterie eingegangen. Als Motiv wird angeführt, es gelte, die preußische Lotterie, in der trotz des Verbotes in Bayern gespielt werde, zu verdrängen. V J 1 V X ' i J - - - - Abgewinkt. Ach. bester Freund, wollen Sie mir nicht Ihr Ohr leihen?" .Ja, aber weiter nichts!"
Ein Besuch beim Suaheli.Hattpt ling Futula.
Ueber den Besnch, den tx mit dem Herrn Eurt Toeppen in Lama bei dem Häuptlinge der Suahelis machte, schreibt Lieutenant von Tiedemann, ein Mitglied der Emin Pasckm-Erpedition, in der D. Kol. Ztg." Folgendes: Die ?cesidenz" Futula's, Staran,, liegt eine Tagereise westlich von Mkonu'mbi, einem Dorfe an der Küste. Dichte Urwälder umgeben dieselbe, und Futula beherrscht von dort fünf große Dorfer und eine weite Strecke Land. Er ist vollständig unabhängig, bezahlt keinem Menschen Tribut, kann gegen 10O0 gut . Ä, ' .tfi.d' . ' f. i. vewalsnere zcrreger aufireuen uno gcmcjji den Ruf großcr.Weisheit und Gerechtigseit. In Starani sind, trotz der Nähe der Küste, überhaupt erst zwei weiße Männer gewesen. Der eine ist Herr Toeppen, der andere bin ich. Futula erschien an der Spitze von etwa 1000 Kriegern, die mit Hörnern und Flintenschüssen einen unbeschreiblichen Lärm machten. Futula ist kaum mittlerer Größe, aber breit ; seine Arme, Beine und Brust verrathen herkulische Stärke. Er ist fast schwarz und der schönste Reger, den ich bis jetzt gesehen habe: eine hohe, intelligente Stirn, große schwarze, flammende Äugen, eine feine, leicht gekrümmte Nase, ein großer, wohlgcbildeter Mund, runde, anmuthige Kopsform und knrzgcschnittenes, wolliges Haar. Mit liebensmürdigem und doch stolzem Lächeln reichte er uns die Hand (Herr Toeppen hatte mir schon erzählt, daß er einem die Hand mit Bärenkraft zusammendrücke, ich bezahlte mit gleicher Münze) und forderte uns auf, fo lange wie möglich zu bleiben. Er spricht langsam und mit einer wohllautenden Baßstimme und geht in kerzengerader Haltung mit etwas' zurückgeneigtem Kopf; alle seine Bewegungen vcrrathen Ruhe, Selbstbeherrschung und unbändigen Stolz. Auch sein Anzug war geschmackvoll: als Unterkleid ein rothes, malerisch drapirtcö Tuch und darüber, hinten die Erde streifend, ein schwecmeißcr, mantelartiger Uiberwurs, auf dem Kopfe eine kleine weiße Mütze. In der linken Hand trug er sein Schwert, eine prachtvolle Klinge in reich versierter Scheide, haarscharf, kein Nasirmesser kann schärfer sein. Er hat in einer Schlacht, die er den Gallas einmal lieferte, einen Gegner von der rechten Schulter bis zur linken Hüfte mit einem Hieb (?) auseinandergehauen. So hat er uns wenigstens selber erzählt! Seine Bealeitcr waren lauter stämmige. gefährlich aussehende Burschen, zum Theil von fast riescnmaßiger Große und tadellos gewachsen. le trugen Schwert. Flinte und Dolch, einige auch Bogen und Köcher mit vergifteten Pfeilen. Die ganze Gesellschaft umringte uns mit freudigem Geschrei, schüttelte uns die Hände und feuerte fortwährend ihre Flinten ab. Eins von Futula's Häusern oder vielmehr Lehmhütten war für uns zurecht gemacht. Wir kleideten uns um und setzten uns dann auf die Barasa, eine Art Veranda, die durch das weit überhängende Dach durch Palmblätter gegen die Sonne geschützt ist. Im Dorfe waren sämmtliche Leute auf den Beinen, fortwährend krackten die Flinten, und vor unserem Hause stand eine dichtgedrängte Menge, die unaufhörlich schrie und schnatterte. Futula schickte uns ein junges. fettes Nind, das augenblicklich von unserem Koch abgeschlachtet wurde. Gegen 4 Uhr, nachdem die Hitze sich etwas gelegt, kam ein Bote Futula's, um uns und unsere Leute zum Mittagsmahle abzuholen. Toeppen und ich hatten schon vorher tüchtig Beefsteak und Rührei gegessen, denn es ist nicht gerade verlockend, sich den Magen auf arabische Art zu füllen. Futula faß mit untergeschlagenen Beinen auf einer Kitanda, die mit schön geflochtenen Matten und bunten Decken belegt war. Vor ihm auf der Erde stand eine riesige Schüssel mit Ncis und eine andere mit gebratenem Geflügel. Er forderte uns auf, sich neben ihn Ziu setzen, und sagte uns, wie wir ihm viele Schmeicheleien ; Toeppen dolmetschte. Unsere Leute kauerten rings um die Schüssel, mehrere Töpfe mit geschmolzener Butter wurden in den Reis geschüttet und dann gab der Hausherr in tiefem Baß das Zeichen zum Anfang. Alle rechten Hände (mit der linken zu essen gilt für unpassend) fuhren in den Reis, kneteten und wühlten geschäftig darin herum, um die Butter zu verthcilcn, und wurden dann gefüllt zum Munde geführt. Toeppen und ich aßen anstandshalber auch einige Körner, es schmeckte gar nicht übel. Futula hielt nicht mit, er lebt nur von Milch und Rindfleisch. In sehr kurzer Zeit waren Ncis und Fleisch verschwunden, und eine neue Portion erschien auf der Bildflächc. Zwischendurch wurden Gläser mit Eherbet herumgereicht, einem zuckersüßen parfümirten Getränk. Nachdem auch die zweite Portion vertilgt, wurde Wasser über die Hände gegossen, und nun begann der am wenigsten anmuthige Theil eines Gastmahls in arabischer Manier. Nach den Regeln der Höflichkeit hält sich uämlich jeder Gast für verpflichtet, durch möglichst laute Naturlaute dem Gastgeber zu garantiren, daß es ihm herrlich geschmeckt hat und daß er vollständig gesättigt ist. Hinter jedem dieser Töne folgt ein ernstes, ehrenfestes cliumclii riliah (Gott sei gedankt!), was einen überwältigenden Eindruck macht. Nach dem Essen erschien die Wasserpfeife, ging von Mund zu Mund, und damit hatte das Diner ein Ende. Dumpfe Trommelschläge und der unheimliche infernalische Ton der Kriegshorner waren draußen zu hören und zeigten den Beginn des Schwcrttanzes an. In weitem Halbkreis standen die Krieger, dumpf und eintönig singend, in der rechten Hand das gehobene Schwert, in der linken den winzigen, runden Schild, der höchstens die Größe eines Suppentellers hat, mit dem sie aber fast alle Schläge pariren, selbst kunstvolle Flinten. Einer tritt aus der Nrihe, springt in wilden und doch graziösen Sätzen um den Platz und führt im Vorbeispringen nach einem Andern einen Hieb, ihn dadurch zum Zweikamps heraus fordernd. Nun beginnt eine Art Säbelfechten, wie man es kunstvoller nicht sehen kann. Die haarscharfen ae- ,'..:: fif! .Tf-t 't ' f.'r. . ' schmeidigen Klingen zischen und pseifen
zsssrr
wie Schlangen, der Eine springt über einen Hieb, den der Gegner führt, weg. haut von oben nach dem Kopf des Andern, liegt gleich darauf vor ihm auf einem Knie, die Schildhand zur Deckung über den Kopf gehoben und weicht durch einen mächtigen Satz, wie von einer Feder geschnellt, einem gefährlichen Hieb nach seitwärts oder rückwärts aus. Manchmal fangt die Sache an ernsthaft zu werden, dann springt sofort ein Dritter dazwischen nnd trennt die beiden Kamvsbäbne. die Kls sind aber in der
Führung der Wassen so geschickt, daß bei in dieser Beziehung namentlich in Frankdem Spielen nur höchst selten eine Ver- reich angestellt wurden, steht fest, daß
wundung vorkommt. Am geschicktesten durch Suggejtlon auch zu den schwersten war der Lieblingssklave Futulas, ein Uebelthaten angestiftet werden kann, etwa 15iäbriaer anm famoser 55unae. Liöaeois hat Personen die Suggestion
leicht wie eine Gazelle und gewandt wie ein Panther. Futula erzählte uns. daß er selbst ihn eingepaukt habe, daß der Junge zuerst viel Prügel bekommen, (die Anfänger fechten mit Nohrstöcken), daß er jetzt aber die Sache verstehe und ihm viel Freude macht. Er begleitet auf Krieasiüaen futula als Waffenträger. Der Häuptling beteiligt sich nicht am Tanz das ist untet seiner Würde die langen Narben an Brust, Armen und Schenkeln beweisen aber, daß er im Ernstfall nicht zurückbleibt. Bei Sonnenunteraana börte die Sacke auf. wir empfahlen uns Futula und gingen nach
unserer Hütte zurück. Räch dem Abend- a, mein err." 5 l,r cm retbrot sekten wir uns vor die Thüre, zender junger Mann." O nein,
Bald erschien auch Futula, um Gegenbesuch zu machen, ließ sich zwischen uns nieder und bat uns, ihm von lllaya (Europa) ganz besonders von Ulaya Deutsah (Deutschland) zu erzählen. Das thaten wir denn auch, besonders die Schildernna. die Toevven ibm von unserer Artnes machte, interessirte ihn sehr, und er wurde nicht müde nach allem Möglichen zu fragen. Es mochte gegen neun Uhr sein, als sich an dem einen Ende des Dorfes ein furchtbarer Lärm entwickelte. Mehrere Pauken und eine Art Gong wurden mit großem Eifer bearbeitet, dazu hörte man die Stimmen von vielen Weibern und Kindern in gellenden Tönen. Futula saate uns. es sei ein Tan:, den die Urbewohner des Landes, die Waboni, veranstalteten. Hier muß ich einschalten, daß die Suaheli keine eigentlichen Neger, sondern mit Arabern vermischt sind, die vor mehreren hundert Jahren eingewandert sind und die Waboni und andere Küstenstämme unterjocht haben. Ihre Sprache (Kisuaheli) ist' aber nicht arabisch, sondern die Sprache der Ureinwohner. Die Suaheli Zlnd kriegerische und kräftige Leute, ihre Farbe durchläuft alle Töne zwischen lehmgelb und fast schwor,. Man findet bann Wasnali. die weit über Mittelaröüe sind, im allaemeinen sind sie schlank gewachsen, mit lanaen. schmalen Händen und kleinen Füßen. Futula ist weder Suaheli nock Waboni. sondern ein richtiaer Somali, gehört also jenem Volksstamme an, der ' i . . -7L I ( f-rC - sl - C-! . weitaus oen großen .yeli oer ozrasrlla: f. . ... '.Tjf ' O t C Nl cyen jtii ic zivilen I'amu uno oem Zcap iardafm vcycrricht uno wegen seiner Raubzüge im Innern allgemein gefürchtet ist. Die tapfersten aller Neger sollen die Massai sein, die zwischen dem Kilimandscharo und dem Kenia sitzen, sie sind zugleich auch die schönsten und größten, zum Theil sechs Fuß hoch nnd mehr. Im Allgemeinen ist, glaube ich, der kräftige Europaer dem Schwarzcn überlegen, man sieht aber häusig genug geradezu herkulische Formen, bcsonders bei den Sklaven aus dem Innern. Ich begreife, daß Nachtigal, wie er hausin gesagt haben soll, die Farbe der Neger viel schöner, wie die der Europäer gefunden hat, denn wenn man Hauptfach- '. . . ' . . . . 's' ' lich bronzesarbige und ebenholzschwarze Gesichter um sich sieht und zwar jährelang, so muß man naturgemäß jeden Weißen blaß und elend aussehend sinden. Auch roird es niemals vorkommen, daß sich eine Schwarze in einen weißen Mann vemevk. och zurück zu vluia . Wir gingen zusammen nach dem Platz, von welchem der Lärm herkam. In einem großen Kreise, der von zahlreichen 31 lyuunu yciuiüii iuuiüc, Iprangen Tt..:x. -t:rt-i. r mehrere naale g alten wie wahnsmmg ytiwii inu vwitmui uuazn, a)aum vor dem Munde, in den Handen Büffelschwänze. Man erzählte uns, daß diese Leute vom Tciifel besessen seien nnd daß der böse Geist ihnen keine Ruhe lasse. Sie tanzten so lange, bis sie zu Boden fallen, dann hört die Musik auf, man bringt ihnen Wasser, sie erheben sich und beginnen dann mit demselben wahiisinnigen Eifer die zweite Tour. .... Der Hypnotiemus und daö Necht. Obgleich in Dentschland eine Reihe bedeutender Aerzte und Physiologen die Resultate, welche einige sanguinische französische Mcdiciner in der Erkenntniß und Anwendung des Hypnotismus er. reicht haben wollen, als Humbug benen, gioi es immer noch laubige Seelen, welche die Suaaestionserscheinungen ernst nehmen und sich mit der Frage den Kopf zerbrechen: welche ftli-t t: i n " r. lesayrell vllgl vcr q)yvnollsmus in stm für das Jtecht i too finden w,r eben in der Wiener .N. Fr. Pr." eine tiefsinniacBetrachtung dieser Zukunftsfrage von Ludwig Fuld in Mainz und dieser nimmt die H:Zt.ltlt V Cx.. :r v n umiijitii v yyvviicuiü, vein H?ypnotistrtcn icoe vettevige verbrecherische Abncvr meqnjiccn, zu rönnen, oyne uelteres als unumstößliche Thatsache an ; er glaubt uns aber trotzdem den Trost gewähren zu können, daß der HypnotiSmus doch nur eine geringe Gefahr für unser Nechtslcben biete. Herr Ludwig Fuld schreibt: Die Hypnotirtcn können entweder zum Gegenstande eines Verbrecheus ae-
macht, oder sie können zu de? Vcrubung mir im Gedränge abgerissen!" jammerte kv?kk . sl ' r . 1. c 'Im s. c ' i- .n
ciiicu -cuuiuyui liklgeiiisier lveroen r.t.. rrrrr- ' im letzteren Falle kann sich die Einae bung, die 'Siiggestion, entweder darauf richten, daß daö Verbrechen während der Dauer des hypnotischen Zustandes oder nach Beendigung desselben verübt wird. Die Vornahme strafbarer Handlungen mit Hypnotisirten macht der Siechtspflege keine Schwierigkeiten; fast sämmtliche Falle dieser Art, die bis jetzt in glaubhaster Weise festgestellt wurden, bestanden in Verletzungen der weiblichen Ehre, nur in einem Falle wurde die Hypnose benutzt, um denGegenstand des Versuches
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zu entführen. Diese Vorschriften des geltenden Rechtes über Verbrechen an willen - oder bewußtlosen Personen sind so streng, daß der durch sie gewährte Schutz gegen jeden Mißbrauch genügt, Uebrigens' ist die Zahl der bisher beobachteten Verbrechen an Hypnotisirten eine sehr bescheidene, Etwas anders verhält es sich mit der Möglichkeit, .daß hypnotisirten Personen die Suggestion gegeben wird, rn wachem Zustande n Verbrechen zu begehen. Nach den zahlreichen Versuchen, welche eingegeben, m wachem Zustande einen Giftmord auszuführen, einen Anwefenden zu erdolchen, einen Wech,el zu sälschen, eine falsche Anschuldigung zu erheben und dieselbe zu beschwören, nnd die Versuche gelangen sämmtlich. Ein anderer französischer Forscher, Gilles de la Tonrette, hat die gleichen Beobachtungen gemacht. Er erzählt unter Anderem solgenden lehrreichen Versuch: Wir sagen zur H., welche mit unserem Freunde V.. einem Internen der Abtheilung, ein kleines Zerwurfniß gehabt hat, nachdem sie in hypnotischen Zustand versetzt worden ist: Su: kennen Herrn V. ?" mein Herr, er will mir keine Pillen geben und behandelt mich auch nicht gut." Jn der That? nun, dann wollen wir ihn beseitigen; es kommt dann gewiß ein anderer Interner, welcher Sie besser behandelt." Ich kann mir nichts BessereS wünschen." Sie sollen sich sel ber damit befassen. Hier ist eine Pistole (man gibt ihr ein Lineal in die Hand), wenn Sie wach geworden sind, sollen Sie einen Schuß auf den Herrn abfeuern." In diesem Augenblicke tritt B. ein, benachrichtigt von dem Empfange, welcher seiner wartet. Die H. läßt ihn herankommen und feuert kaltblütig aus nächster Nähe einen Schuß auf ihn ab. B. stürzt zur Erde mit dem Rufe: Ich bin todt!" ..Wie," sagen wir zur H., Sie haben Herrn B. getödtet, aber welchen Grund haben Sie gehabt, ein solches Verbrechen zu begehen?" Herr V. hat mich schlecht behandelt, ich habe mich gerächt." Aber das ist doch kein genügender Grund." Glauben Sie? 3!un, um so schlimmer. Und dann habe ich auch andere Gründe gehabt, kurz, er mußte von meiner Hand jterven." Diese Erzählung ist von typischer Bedeutung und beweist, daß die Handlung, welche dem bekannten Roman von I. Elaretie, Jean Moras", zu Grunde liegt, nicht schlechthin als unwahrschein lich bezeichnet werden kann. Freilich sind diese Resultate hrzpnoti scher Experimente von typischer Vedeutung. aber nicht, wie Fuld glaubt, als I (Rum.!? (" illlt KIllAAf)lA ( Ank.rH o", pu uiiuvn, vhi I lfk .f Cnrnn!? (."i v W! fli. ! JU Ä T X vtiic,,. s ii vll -i.iuti biakeit des Mr. Liegeois und seiner Zeugen. Wie bet den Hangen ichen Schaustellungen, so beruht auch bei die sen wissenschaftlichen" Experimenten die Sugqestionserscheinung auf dem lauten Aussprcchen des Wunsches seitens des Hypnotiseurs. Es sindcn sich stets geeignete Objekte, welche dem Gelehrten den Gefallen thun und aus seine Narr heilen eingehen, theils mit dem Gedanken. daß der Klügere nachgeben mut, theils in der Absicht, sich über die Gelehrten lustig zu machen, indem sie ihre Verstcllungskunst zeigen. Nein, der Hypnotismus hat gar keine Gefahr für unser Nechtslcben, denn jeder verständige I rn 's, t t rn ... r . c tf cicyicr wno oie crusung oes '.'mge klagten auf die Suggestion als das be trachten, was sie ist, als einen srcchen Schwindel. Die ManttUe. Ein junger Frankfurter Ant hatte sei I ticr trtsf ilt rt ftentrt ffiv fitftlrfnYt iTtr-itn die Sebensmnrdiakeiten der Pariser Weltausstellung zeigen wollen und zu diesem Zwecke rür:lick die Reise in die I . 1 .V . o ' franko, cke 5auvt,tadt unternommen. In ihrer Begleitung befand sich en Studienfreund des Mannes, der die willkommene Gelegenheit benutzt hatte, die Ausstellung nicht allein besuchen zu müssen, und alle dr waren wohlbehal ten und rn beste? Laune aus dem Mars felde angelangt. Um den Gipfel ihrer Glückseligkeit zu erreichen, mußten sie nur noch den Eiffelthurm besteigen, und endlich war auch der Tag herangekommen an dem dieses Unternehmen ins Wer gesetzt werden sollte. Sie ließen sich die Mühe nicht verdrießen, stundenlang Queue zu stehen, und da Beharrlichst zum Ziele führt, gelang es schließlich auch ihnen, per Auszug die erste Platt form zu erreichen. Hier freilich ging dann das Drängen und Warten von Neuem los ; aber wenn man sich in guter Gesellschaft befindet, macht man sich wenig daraus, und so kamen die drei aus dem Lachen und fröhlichen Plaudern nicht mehr heraus ; besonders lustig aber war die junge Frau, der das Leben und Treiw c rV. e c, r r n ocn oer cleienzraor gietap vom ersten Tage an sehr unterhaltend gewesen war. Eben kicherte sie 7vch. eine aamt Tonleite? da plötzlich blieb ihr der letzte Ton in der Kehle stecken, ein jäher t : . r.... r... r rrjs.i 'Vcyrea zuare uoer lyr nicvilcyes icncyl, jie machte einige unerklärliche Bcwegunaen nacn ihreu schüttern, drevte ich im Kreise herum, blickte nach rechts, blickte nach links und rief dann mit dem Ausdruck der Verzweiflung: O Gott, meine Mantille ist fort!" Nun verstummten auch die beiden männlichen Begleiter. Wirklich, die Mantille. die eben noch so malerisch die vollen Schultern umhüllt batte. war verschwunden. Man bat sie vke unae rau, uno ne 10 :ei cu U. i i , r? t ' Francs ! Vlarnig Francs stno gewt keine Kleinigkeit, und einem Ehemann kann es gewiß nicht gleichgiltig sein, wenn solch' ein kostbares Toilettesiück zum zweiten Mal auf seine Rechnung gesetzt wird. In diesem Falle aber theilte der junge Ga:te weniger den Schmerz seiner Frau, als er daraus bedacht war, die fo sröhlich verlebten Tage nicht noch zu guterletzt durch eine Wolke des Mißvergnügens trüben zu lassen. Getreu seinem ärztlichen Spezialrus er ist nämlich
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Homöopath verfiel e? sogleich auf das Similia similibus" und war sich klar darüber, daß der eine Schmerz nur durch den andern zu heilen sei. Als sich daher sein un?uhig umhe?suchendes Frauchen eben ein wenig von ihnen entfernt hatte, Art V Tlrtftt ft att silr.iiH 1 mmS f .11 . bvS Vfc 7Ml4ii) vnn.l (J.tUUU lll VZ.UJHJJ10U i lim ö Himmelswillcn, sag' ihr. Du hättest die Mantille scheußlich aefunden und es sei ein wahres Glück, daß sie nicht mehr vorhanden sei. Meine Frau jammerr uns )ont ven ganzen 'ag die Ohren voll !" Der gelehrte Freund, der nichts weniger, als ein Kenner von Frauentoiketten t,t und bisher die bewußte Mantille überhaupt nicht einmal bemerkt hatte, erwartete, der Situatiou vollständig gewachsen, die mit aufgeregter Miene zurückkehrende Gattin seiner Reisegefährj. . cy r r ' un; vnaoige rau, veunruylgen Vie sich doch nicht weiter, die Sache ist ja wirklich nicht der Rede werth. Jetzt, da das Ding fort it, kann lch's Ihnen ja sagen, was ich Ihnen schon lange gern gejtanven hatte: Ich bin lonst rmmer entzuckt von Ihrem vortrefflichen Gelchmack gewesen, habe icbc Einzelheit Ihrer Toilette stets gebührend bewun dert, aber dleje Mantille nehmen Sie ' o C ii . ? I e r rt . rr mv es, ouic, nicyi uuei oiee canllue ist mir schon längst ein Dorn im Auge gewelen ; ste steht Ihnen durchaus nicht. ja. wenn )o etwas überhaupt möglich wäre, so wäre sie im Stande, Ihre reizende Figur sogar zu entstellen. Also danken Sie Ihrem Schöpfer, daß sie das garstige Kleidungsstück los sind ! " Nun secundlrte eifrigst der Gatte, ein Freund spreche nur seine eigene Meinung aus das war in der That keine Unwahrheit und auch er freute sich, dan er die haß liche Mantille nicht mehr an ihr zu sehen braucutc. Allmählkg gelang es so den Beiden, die junge Frau zu trösten und zu beruhigen, und man konnte daran denken, die zweite Plattform zu besteigen. Diese That aber mußte das Ehepaa? allein ausführen, denn der Freund war von der eben gespielten Rolle zu erschöpft, als daß er die Restaurants des ersten Stock Werkes hätte im Stiche lassen können. Er verabschiedete sich, nachdem c,n Wie dervereinigungsort für den Nachmittag festgesetzt war, und schlug sich seitwärts in einen der Pavillons, wo man die werthvolle Ansucht auf ein gutes Früh stück und schließlich dieses selber genießt. Das Pärchen machte alle Unbeguemlichkeiten des Aufstieges von neuem durch, gelangte dann aber auf die erwünschte Höhe. Hier spielte sich eine neue Scene der Aufregung ab. Die sunge Frau fah vor sich eine weibliche Gestalt und bemerkte in deren Arm ein schwarzes Bündel. Mit schnellem Scharfblick hatte sie ihre vermißte Mantille erkannt und war auf die Fremde zugelaufen: Haben Sie diese Mantille gefunden? Sie gehört mir!" Allerdings," gab die Ändere stotternd und verblüfft zur Antwort, ich wollte sie unten abliefern!" Die glückliche Finderin kümmerte sich nicht weiter darum, ob sie es mit einer ehrlichen oder unehrlichen Person zu thun habe, sondern freute sich ihres neu erkämpften Besitzes. Nur ein Schatten siel auf ihr Glück und wehmüthig fragte sie ihren Mann: Ist die Mantille denn wirklich so häßtich?" Und der Gatte schmunzelte und entdeckte ihr das Eomplott. Stunden waren seitdem veraangen. da trafen sie den Freund wieder. Dieser gedachte sogleich des vormittägigen Abenteuers, und um seinem Freunde zu zeigen, daß er auch aus eigener Jnitiatine eine Intrigue wciterzuspinncn vermöge, trat er mit verbindlichem Lächeln auf die junge Frau zu: Sehen Sie, gnädige Frau, wozu der Unfall heute gut gewesen? Jetzt haben Sie sich da ein ganz reizendes Kleidungsstück zugelegt, das Ihnen tausendmal besser steht, als die dumme Mantille. Ich muß Ihnen gestehen, daß ich von diesem Umhang geradczu entzückt bin!" Und er konnte nicht begreisen, warum die Beiden ihn so furchtbar auslachten. . . Ueber das Gehör der Säuglinge hielt jüngst Professor Dr. Julius Böke einen sehr interessanten Vortrag. Mit Interesse entnehmen wir diesem Vortrage zunächst die Thatsache, daß Neugeborene zunächst noch nicht hören können. Die seelischen Functionen, wie das Gesicht, das Gehör, die Sprache :c. werden durch das Gehirn bewirkt, und das Gehirn des Neugeborenen ist zu solcher Thätigkeit noch nicht fähig. Es bedarf noch einer gewissen Entwicklung und Uebung, die es nur mit der Zeit erreichen kann. Das Gehör cristirt bei den Neugeborenen noch nicht, weder das Gehirn, noch das Organ, welches zur Vermittlung der Gehörthätigkcit dient, sind noch derart entwikkelt, um functioniren zu können. Es ist ganz natürlich, daß ein einmonatlicher Säugling noch nicht hört, zwei bis drei Monate alte Säuglinge werden erfahrungSgemäß auf ein intensiveres Geräusch, wie es z. V. der 5Nang einer Glocke ist, aufmerksam. Gibt der Sängling anch in dieser Zeit noch kein Zeichen seines Gehörs, was bei weniger entwickelten Kindern keine Seltenheit ist, wird die Sorge der Mutter zur entsetzlichen Angst, ob das Kind auch hören werde. Und mit Verzweiflung in den Mienen harrt sie des Ausspruches des Arztes, wohl wisseud, daß ein taubes Kind zugleich auch der Sprache beraubt sein wird. Um die Funktion des Gehirns zu erfassen, blicken wir in jene geheimnißvolle Werkstätte, wo dieselbe zu Stande kommt. Das Gehörsorgan.welches nur dazu dient, um die Gehörsthätigkeit dem Gehirn zu vermitteln, besteht aus ;wei Theilen: dem Gehörsnerv und dem Ohr. Der Gchörsnero nimmt seinen Ursprung im Gehirn und fängt jene Reizungen auf. welche um uns entstehen, wenn die Luft durch einen Schall in Vibration gcrätb. Jener Theil des Gchorsorgans, welcher zur Leitung der Schallwellen bis zum Gchörsnerv dient, wird im weiteren Sinne Ohr genannt. Die Ohren sind in der Scircnwand des Schädels angebracht, und was vondenselben sür Jedermann sichtbar ist, sind die Ohrmuscheln und die Ohröffnungen; diese rundliche Oessnung führt in eine Röhre, die Schallröhre,welche von einem elastischen, durchscheinenden Häutchen, dem Trommelfell, abgeschlossen wird. Die Schallwellen gelangen, durch die Ohrmuscheln gesammelt, durch die Schallröhre bis
zum Trommelfell, welches dieselben mit Vermittlung der Gehorknochen bis zum
?eyorsnero gelangen laktt. Diese Knochen, der Hammer, der Ambos und der Bügel genannt, sind in einem luftenlhaltenden Raume, der Trommelhöhle, untergebracht, welche ihren Luftvorrath im Wege oer eustachischen Röhre bei jedem Athemzug erhält. vurde dieses Organ nicht existircn, oder wäre es nicht so construi?t, daß es ,. O --! 1 . ' - V' jui tt.orliklrung auch de? genngstcn Vibration der Luft aeeianet ist. dann waren wir nicht im Stande, die uns beinenoen cyaUwellcn aufzufanaen. uno ber schall würde durch unsere Körper m der Weise zurückaewiesen werden. wie etwa eine Felswand den Schall zurückwirft, wenn ein Echo entsteht. f t w " 1 fc aVI . . r rv m m ' " rt iyuuuuic Ullpere Mslulie auf die Mütter, seelische Leiden derselben, oder r cf n r . -w - ' na 'm,lcyr Mancher auch die Hcircth unter Blutsverwandten, können schon im Mutterleibe bewirken, daß das GehörSorgan des Embryos, oder jener Tbeil des Gehirns, welcher znr Funktion des Gehörs unerläßlich ist. sich unregclmäßig entwickelt; der Säugling kommt dann, ohne daß in vielen Fallen das äußere Ohr eine abnormale Form zeigen würde, taubstumm zur Welt. Wie bereits erwähnt, ist jedoch das Gehörsorgan des Neugeborenen auch in normalen Verhältnissen nicht derart entwickelt, daß es zur Vermittlung des Gehörs geeignet wäre; die Entioicklun, beginnt erst nach der Geburt und Jahre vergehen, ehe die Entwicklung vollkommen ist. Die Schallröhre, welche in späteren Jahren von Knochenwänden umgeben ist, besteht bei Säuglingen aus einer engen, aus Haut und Knorpeln gebildeten Röhre; das Trommelfell ist viel dicker und wenige? elastisch wie bei E?wachsenen und befindet sich auch gar nicht in einer solchen Lage, daß eS mit feiner ganzen Flache den Schall auffangen könnte ; ferner ist die Trommelhohle bei Säuglingen mit Speichel gefüllt, welcher erst allmälig aufgesogen werden muß, um3!aum für die unerläßliche Luft zu schassen. Diese Abweichungen machen es verständlich, daß der öteugeborene überHaupt noch nicht zu hören vermag, und daß die Säuglinge erst in der zweiten Hälfte des dritten Monats und oft noch spater auf ,öne aufmerksam werden. D a ß d e r K r i c g s d i e nst magenstärkend wirkt, hat sich wieder einmal glänzend bestätigt, Ein Soldat des 2. französischen Kürassicrregiments hat in einer Mahlzeit I reichliche Rationen Gemüsesuppe, eine sieben Pfund schwere Keule und als bescheidenen Nachtisch Pfund Käse vertilgt, dazu sechs Pfund Brot und 15 Flaschen Wein. Hebert heißt der Held; zählt das franzosische Heer viele seines Gleichen, so würden die Ueberschüsse der Gcwcrbethätigkeit und der Weltausstellung schon in Friedenszeiten von dem bewaffneten Heißhunger aufgekehrt werden. 25 ; Zu kki?cr anderen Zeit ie in Hrrbst ftr:e nr?r varaui oschtrtkrdkÄ. t Leber und Blut i ßjitr Ordnung nnd. AllcnthMkn, besonders aus MD? m Ibzi d-esrn Vr U. UA Vrezc? zu tesäzleuniaen, Der Farmkr ift häusig gkz'runen am ftubcn Äoren son?ehl ie a späten Abend im Freien zu sei, und iu der Stsdtund . . f , - L cm . - .i ' a: C1C ctittitrt. dieselbe waScnv und schlafend ein, wo durch das Gilt hinkn durck Lebe? uud Luurn rn umer Blut gelangt. Selbst der stärkste ÄanZ fühl! LbZksxannt und kaun nicht arbrt- ' . .M. . g- . ten: rii tränt. 't Levcr renn r?ir ijuni tttathliA Im wird. Gcscbrrscht durch Grst und ölranl bkit sind sie teichttr ErtältÄNgm aLsSeikt. Wak ist jryt am best zn thun? Man r.txt nach Gebraucksanwrisunq, wie eS in vielen Taufenden cu deutschen Fsniilien geschieht, :aK beste AerbeuzunZö- und HellAittel nämlich: R.AugusbK!ma,'s Hamburger Tropfen, ein rufehlbmö Mittel ge?en alle eben egeführten Leihen Oie rou Tuscndm kezeugt ird und eS fc2sic deßwegen in keinem Hans halte fehlen, raOit cS üuu: gleich zur Hand ist. PreiS SS Ckntt,' knallen NMhkkeniahaie. ?E CHARLES A. V0GELER CO.. LaMmore.. F. WILL. FAfiTZER, ApOtheker, Frische Ar;m!c:l. Mäßige Preise. Neceptcn besondere Sorgsolt. West Washington . Strafte. Unter dem LsteS.Haus. Nahe der Trauös'Car. A. CubeS's Salson nebst Kegelbahn. Prachtvoller Garten för Fami, lienaufenlyalt. Gute Getränke, aufmerken Wed!enung. 33S Süd Meridian Straße..' fcSrcdt Scmstag Abend eusge zeichne ter Lunch. w n v - r " V t - . John M. Koeniger, Agent. , DaS größte, schönste nnd älteste derarilgs Lokal in der Stadt. Die geräuinZze nnd! schön nngerlchtrte Halle stelzt Aerelnui, Ls jgm und Privaten zur Abhaltung von pcSeiif (loncrrtm und Versammlungen, ptx Cjsstltn BedknsungV zur Verfügung
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