Indiana Tribüne, Volume 13, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1889 — Page 6
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Die Siamesen. EW stanKstscher Missionär, Namens tcillarb, der als solcher viele Jahre in Smm Übte und wirkte, hat vor Kurzem "über dieses merkwürdige Land ein von der geographischen Gesellschaft in Nantes durch eine Medaille erster Klasse anszeZeichnens Werk mit dem Titel ,Siarn i les Siainois veröffentlicht, aus dem ir-in Folgendem das Bemerkenstheste mitzutheilen gedenken. Zunächst schildert der Verfasse? das -bunt bewegte Leben, das sich dem Reisenden aus dem Menam stromaufwärts bis zur Hauptstadt Bangkok darbietet. Me'am bedeutet in der Sprache des Landes .Mutter der Gewässer", und der meitge--reiste Missionär gibt zu, daß dieser Fluß eine? der schönsten der Welt ist. Er trägt mit Leichtiakeit die größten Schisse,
ja solche können sogar an den Usern wie an Kals zum Laden und Entladen nieen. Hunderte von einheimischen und chinesischen Fahrzeugen fesseln durch ihre verschredenartkae Gejtalt den itntec des Europäers, dessen Aufmerksamkeit oft durch die tropischen Reize der User abgelenkt wird. In den Zweigen der Bäume spIelenAssen und grüne Tauben picken an den Beeren qclbblumlaer Pappeln, niay rend araue Pelikane auf abgestorbenen Zweigen träumen. Voii dem geringsten Rudergeräusch aufgescheucht, gleitenFifchottern über den Üferschlamm hin, hier und dort taucht der ausgezackte Kamm emes m der onne schlafenden Kroko dils auf und klewe Siamesen beiderlei Geschlechts schwimmen mit lustigem Spiel im Wasser hin und her, wie Enim untertauchend und wieder an der Oberfläche erscheinend. Unter dem Eindruck solcher fremdartiger Bilder gelangt der europäische Reisende endlich in Bangkor an. Diese neue Hauptstadt des Landes ist erst ein Jahrhundert slt. Den Namen Banakok. d. b. Stadt der Olivendäume, führt sie mit Unrecht, da es nach der Aussage Chemuards im ganzen Lande keinen einzigen Olioenbaum gibt. Diese unpassende Bezeichnung ist auf den Irrthum einmer Europaer zuruckzusuyren, welche die Früchte eines einheimlschen Baumes für Oliven ansahen. Was das Äeußere der Hauptstadt von Siam anbetrifft, so nimmt der franzosische Missionär keinen Anstand, dieselbe -für eine der schönsten Asiens zu erklären. Jedenfalls ist sie eine der merkwürdigsten dieses Erdtheils, da sie, ähnlich wie Venedig, nur wenige Straßen hat. Die ganze Stadt liegt im Wasser und ist auf Pfählen gebaut, so zwar, daß die Häuser mit der Ebbe und Fluth aus- und niedergehen. Kanäle bilden die Verkehrswege und Fahrzeuqe alle? Art die VerkehrsMittel. Äusdem Menam selbst erstrekken sich in einer Entfernung von drei Meilen zwei Reihen schwimmender Gedäude, und auf dieser von Tausenden von Fahrzeugcnb-lebten Wasserstraße concen trirt sich fast der ganze Handel Bangkoks. Der Anblick der Häuser dieser asiatischen Riesenstadt ist freilich nichts weniger, als großartig, aber diejenigen der Reichen und hohen Beamten zeichnen sich doch im Innern und Äußern durch kunstvolle Schnitzwerke aus. Um einen Blick über die Stadt in ihre? ganzen, etwa vierzig Kilometer betragenden Ausdehnung genießen zu können, muß man die Spitze einer der vielen Pagoden erklettern, die übrigens an und für sich mit ihren vergoldeten BuddhaBildsäulen, ihren vergoldeten Dächern, ihren unvergleichlichen Ebenholzpforten ; und ihren Mosaikwandflächen aus Pors ellan wohl geeignet sind, immer wieder ' von Neuern das erstaunte und bcwun--dernde Auge des Europäers auf sich zu lenken. Einer der bemerkenswerthesten 'S Tempel ist von dem Vorgänger des jetzt ' regierenden Königs erbaut worden und : besteht zum nicht geringen Theil aus ! Marmor. Er enthält eine Bildsäule !' des Vudbba in Lebensgroße aus getrieE benem Golde; der Thron, dessen Ver- ? goldungen durch die werthoollften Edel- ; steine noch überstrahlt werden, bildet ein i Meisterwerk siamesischer Kunst. Anden lf Wänden dieser Pagode haben einheimiI sche Künstler den Himmel der Hindus ß mit seinen Heerscharen hergestellt. Die !' : Priestcr,welche zu dieser Pagode gehören, bilden eine Aristokratie, denn sie empfan- ? gen ihre tägliche Nahrung aus den Hän- ' den des Königs selbst. An innerer '"' Pracht werden alle Pagoden Bangkoks "i- jedoch weit von derjenigen des königli;i chen Palastes übcrtroffen. Dieser Tem- ;!;" pel enthält mehrere Bildsäulen des Vudd- !:; ha von 0 Fuß Höhe auö getriebenem ' Golde; die Einfassungen der Gewänder ! , sind mit unzähligen kostbaren Steinen besäet uud die Finger mit goldenen diamantengefchmückten Ringen bedeckt. Auf ii goldenen Leuchtern brennen Tag und ! Nacht Wachskerzen ; zu den Füßen des Götzenbildes breiten goldene und silberne Bäume ihr strahlendes Gezweig aus, il lurz, die innere Einrichtung dieser Namefischen Königspagode spottet jeder Beschreibuna und steht nach der Vehauptung des französischen Missionärs ohne Gleichen in der ganzen Welt da. , ' Beschäftigen wir uns jetzt mit dem Lande im Allgemeinen. Der Name feiarn bedeutet braunes Geschlecht" und
. war früher allgemein gebräuchlich; jetzt nZrd er nur noch in ofsiciellen SchriftMücken un) schriftlichen Abmachungen zwischen Privatpersonen angewandt. Die heutizen Sian:esen nennen ihr Land im gewöhnlichen Mtn Muang-Thai. fc. h. das.Königreich der Freien", im Gegensah zu den benachbarten Reichen, die sie Muang-Khun, Abhängige Reiche", nenneu. Siam hat einen Flächcnraum von 15t000 Quadratmc-len und acht Millionen Einwchner, ven denen nur etwa zwei Millionen wirkliche .Siameftn sind, ährend.die Zahl der Chinesen über zwei und eine halbe Million beträgt. Der ganze nördliche Theil deS Landes ist mit Gebirgen fichtst, die in zwei langen Meihen von Norden nach Süden laufen und von großem Einfluß auf das Klima sind. SüdVestwind führen vom Meere gewaltige Wclkenmassen mit sich, welche sich an den Gipfeln der westlichen Gebirgskette zusammenballen und dann meistens zur Nachtzeit so gewaltige Wassermasseu niedcrströmen lassen, daß duselben! regelmäßige Ueberschwemmungen des Menam, ebcnko heilsam für die Siaescn der Ebene, wie die lleberschwemOuugen dcs Ni!s für den koptischen
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Fellah, herbeiführen. Diese Nez?nzeit beginnt Ende Mai und dauert bis Mitte eovcmder. ')er von den lewayern hinterlassene Schlamm und die tropische Hitze machen Siam zu einem überaus fruchtbaren Lande, der Nets gedeiht vortresslich in der Ebene und eine doppelte Ernte im Jahre wäre hier wohl möglich, wenn nicht die angeborene Trägheit der Siamesen derselben im Wege stände. Die Banmfrüchte Siams sind wogen ihres besonders schonen Geschmackct: auf allen asiatischen Märkten sehr gesucht. Mit lebendiger Anschaulichkeit schildert Chevillard die Urwälder Siams; wir wollen ihm deshalb hier selbst das Äorr Zeben.- Die Urwälder des Königreichs Siam schreibt er gleichen keineswegs den Florida'S, ihre unentnrröar?n Verschlingungen bilden zwischen deu Stammender großen Bäume "Schlupfwinkel, welche nur dem NothwilD uns den wilden Thieren zugänglich si:). Dann und wann sindet man freilich am Waldsaum Fußwege, aber sonst silieruU kann man nur mir dem Beil in der Hno in das Dickicht hinciudringen. Hier r:rsperrt stacheliges Bambusrohr den W'g, dort sind Lianen so dicht durchcinanott gewachsen, daß nur Assen da3 Ladenn:!, zu durchdringen vermögen. Weikerl)i:r. neben einem Baum von gcw.Utii'u Stamm und hoher Krone, liegt ein König der Einsamkeit, vom Sturm zu Bo den geschlagen und vom Zahn der Zeit ausaeböült. In seinem zernaatcn Slamm: hausen die Cobra, deren Biß das B'.ttt zum Erstarren bringt, und die Bm mit den Stahlringen. Beim .Einbruch der Nacht oder beim Nahen eines Mensch?,, erschüttern der Elephant und das khilwzeroS den Boden unter ihrem zilgellosen Lauf, und wenn daS ferne Echo dazwischeu das Rollen des GewittersturmeS zurückwirft und der Blitz den nachlsinsteren Nand des Laubwerks erhellt, wird die Seele von Schrecken ergriffen. Die Einsamkeit und Unermeßlichkeit legen sich drückend aufs Herz irnö hemmen seine Schläge. Wenn der Wanderer ein Christ ist, bewundert er schweigend die Macht des Schöpfers; in diesen qewaltigen Räumen fühlt er sich allein. es beschleicht ihn em Gefühl der D.inulh und der Ohnmacht, er beugt das Haupr in Ehrfurcht und betet." Und den noch hat der Urwald feine bezaubernden Reize: das Auge liebt es, bis zum Gipfcl des grünen Gewölbes hlnaufzndringen und die Zweigverfchlillgnilge?, die Schlupfwinkel der Pfauen und blauen Famnen, zu ersorschen. Man lauset dem Gesang der Vögel, die durch laulcS Getriller und ihr prächtiges Gesoec die Einsamkeit erheitern, und folgt mit dem Blick den tausendfarbigen Schmetterlingen auf ihrtm lug nach Orchideen, die hier an unsichtbaren aden yeril:cdk:ryan: gen, von die stamme gewaittger Äanmc umkränzen. Indem Chevillard von der Thierwelt SiamS spricht, wendet er unsere Aufmcrksamkeit besonders auf den wcis.cn Elephanten, der bekanntlich in iam durch königliche Ehrenbezeugungen ausgezeichnet wird. Derienige, dem das Glück zu Theil wird, sich eines solchrn überaus seltenen Vicrfüßlers zu bnachtlgen, ist für sich und seine Rachkoin:ncn durch drei Geschlechter von allen Steuern befreit und empfangt vom König o viele Goldstücke, als er mit einem Strick, dessen beide Enden er in seinen Handen hält, auf dem Boden zu sich herabziehen kann. Die Gefangennahme eines w'ißen Elephanten bildet für Siam ein außerordentliches Ereigniß. Sobald derselbe im königlichen Palast angelangt ist, erhalt er den Titel eines Mandarinen ; ein fürstlicher Haushalt wird für ihn ein: gerichtet, und mehrere Tage hindurch finden ossentllche Beluitlgungen alle? Art ihm zu Ehren statt. Hinzufügen wollen , t - . wir, oaij ersr oer gegenwärtige oouig, der mehrere weiße Elephanten besitzt, ihnen einen so hohen Rang in der ossentuchen Verehrung zugewiesen hat. Im Jahre 1831 ließ er eine Anzahl von Personen. die im Verdacht standen, ben Tod eines weißen Elephanten durch ihre Nachläniakelt herbekaetuhrt zu haben, hin richten. Hat der Besitz dieser Albinos ihn glücklich gemacht?" fragte sich der französische Mission und antwortete darauf : Nein, denn er hat seine Kinder im frühen Alter sterben, einen Altt'ruhr in seinem Palast ausbrechen sehen, und eine unheilbare Krankheit suhrt lyn lang sam, aber sicher dem Tode entgegen. Die gewöhnlichen Elephanten beoöl kern in zahlreichen Schaaren die Wälder und Ebenen Siams. Sie gehören alle zum persönlichen Elgenthum des Königs und das Elfenbein bildet den Gegenstand eines Monopols, dessen Verletzung schwer bestraft wird. Für den Jäger ist Siam ein Land ohne Gleichen. Hcerden von wilden Büffeln und Wildschweinen begegnet man häusig genug, im Schilsrohr der Flüsse hausen ver Königstiger und die Tigerkatze, die Wälder beherbergen Hochwild ohne Zahl und in noch viel größeren Mengen Assen der verschiedensten Art. Von dem mensaenähnlichen Gebühren der letzteren weis; Chevillard ein merkwürdiges Erlebniß zu erzählen. Als er eines Tages in einem Boot auf dem Menam fuhr, bemerkte er am Ufer eine Schaar von Affen, die alle auf einen Punkt im Wasser hinstierten. Ein Junges war soeben durch eigene UnachtsamZeit oder durch diejenige der Mutter in den Fluß gefallen. Voll Verzweifelung tauchte diese nun unter, um ihr Kleines dem Strom zu entreißen, aber es gelang ihr nicht, sie kam allein wieder an der Oberfläche zum Vorfchein. Da eilte ein alter männlicher' Aste, wahrscheinlich der Vater, herbei, und zwang sie durch regelrechte Ohrfeigen, das Nettungswerk noch mehrere Male zu versuchen. Als aber alle ihre mütterlichen Anstrengitngen nach dieser Nietung vergeblich bliebeu, zogen sie undhr Gatte sich endlich mit den übrigen Assen unter den äußeren k Zeichen tiefer Betrübniß in den Wal : .. zurucr. Mit der höchsten Bewunderung hat dte Vogelwelt Siams den franzosisches Misr ...f-ftM. . rr.' rr- i . m Zleinstett, einem Schmetterling gleisnden Voael, allumfassend zu schildern. Besonders bemerkenswerth sind die 'schon erwähnten blauen Fasanen, die Weberoöael init ihren schwebenden Nestern, die
ffXBÄlSnA 'K! sind'd''' Jg'nd aus dem Schicksal wäre nach seiner An tcht erforderlich, unr s?... iMrli&, indieselbe !n ihrer uielgestal.igen Manniz sö feig!? kal iakeit im König der Lüfte bis zuÄ i..?' 5 ÄW"'
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sprachgelehria.e Goldamsel, der ParadiS,'" vogel mit seiuem Gold- und Purpur? gesieder, die Schwalbe mit den eßbaren Nestern (hirnndo esculenta) und endlich der Gcicr, bei dem wir wegen der v t , n t r... .f. ii d;.' Mesiimmuna iu kinterlassen. daß sein Körper nach seinem Tode von heiligen Pagoden - Geiern aufgefressen werde. Chevillard hat einmal die Gelegenheit gesucht, einem so abfloßenden Schauspiel beizuwohnen, und zwar wäre,, es die sterblichen Ueberrests eines Mädchens von etwa zwanzig Jahren, die vor den Augen der Hinterbliebenen von den Schnäbeln der Raubvogel zerhackt und verschlungen wurden. Der Körper war auf einer Matte ausgebreitet. Nachdem der Priest-r den Mund der Todten geösfaet hatle, um demselben seinen Lohn zu entnehmen, der dort na siamesischer Sitte verborgen war, fchlitztc er den Leib mit einem Messer auf, wahrend die freßgierigen Geier ihn und die für sie be; stimmte Beute mit wildem Geschrei umflatterteu. Auf ein Zeichen feinerfeits ff .ff . i.!...it... c. i. 1. i : i V : ic? ver aen bis auf die Knochen, die daraus verbrannt , - x, Vnf wurden. Aus zenauester Anschauung und dem täglichen Verkehr mit allen Massen der Beoölkernng des Landes, sch.ldert ver französische Missionär die socialen Gewohnhcitcn der Siamesen, die äußeren Formen ihres Lebens und ihre Charakter- . . r - ä v: e,aen waiken im nuaemelnen. as oic
UCOUC, OlC u)m IM even ovw vizumy, iciuc vccuvcuu yiuuitu yuvu, vm.iv, v uv wit vvuj jtutii, iu iy im Tode der Siamesen zufällt, einen An- ihrer Reihenfolge nach durch die Ord- rer ganzen Neinheit, ihrer Ausgedehntgenblick verweilen müssen. Nach der nungSzahlen bezeichnet werden. Die heit und Schönheit groß gezogen wird ; Lehre des Buddhismus ist es nämlich für Siamesen zählen nicht nach Tagen, son- deren Folgerichtigkeiten, Aeste und Zweige .en Siameieu in ksbem Grade verdiensti dern nach Frachten. Auf die Frage: nur zu häufia durch leicht binaeworfene
onen oie eiven oann miijauKj uu, vir , zarlen, vir um uuuinuu v i eines unoes wiuen, ivicy ein usyeoens L i. r , I r .-..v ..f Ct'.m sJ..S I 9 , ' .W.
strmmette veime nieoer uno ver,cyian- ausgcswmual sino, zummmen. m macyen, uns wout aar, als oo wlr')leve , , t' r . (.'iv.af 's. 1 ' . Cn n . ... r . ..t cc
lt! unaiailiiiim rurter elr oas ,ikl aus einem einimen aura imaiH it icicn. verkiaaen wollen, und uud wir
retzleren anvelrlslk, jo lonicr sein untjeti geyen. vü cacyen, weicyer ven .yron ggt eine Sielke gepflückt, indes; das Klnd im Großen und Ganzen günstig genug, trägt, ist ein Zwillingsboot, ebenso der- st heimlich zu den Stachel- Und JohanEc nennt ihre Sinnesart sanftmüthig jenige, in dem der Katafalk aufgebaut nisbceren schleicht! Die Sträucher sind
. ' r "? , . . - it if t und zur heiteren Lebensauffassung ge- . . . . r. r. r. ; . r. : ' rr ... , . nelgl ; die royinuly vlivei nacy seiner Slnsicht den hervorstechendsten Zug in ibrem aa inzen Wesen. Niemals weisen ,?. rr sie einen Vedürftiaen von ihrer Thür, und die Gastfreundschaft üben sie im weitesten Maße aus. Der Wanderer, der über ihre Schwelle tritt, wird von ihnen mit solchen Ausmerksamkeiten überr . f J" STi I si. yauil, ais oo sie o;e nrosZieu vz)elicnvictt,ie von ihm erwarten konnten. Verbrechen am eoen uno lgcnlyum ud äußern t if w t . k r. r' " . . i. selten in lam. der aerinaste Dlebstahl wird schwer bestraft, und zwar im WiederholungSfalle mit dem Tode. Die Achtung der Kinder für die Eltern ist so tief im siamesischen GemüthLlcben eingewuzelt, dan roye Gewaltthätigkeiten der Ersteren gegen die Letzteren völlig unbckannt sind, wobei man freilich berücksich? .' . ..t, , liste man. oan sie nrcur oer oer rzieyung in miii eine weil größere jiquc ' r x . r. ... st . f. I spielt, als bei uns. Chevillard hebt . . . .. t - . . jX . Mm. I . udci sich crgeyen lassen. , r -r t T Was die Negierungssorm Siams anbelangt, so ist es nicht möglich, sich eine -r .. ri : t. ri .(s l!..'. unumichranllere.'gerriergewair aisoiesc vorzustellen. Es eristiren dort freilich zwei Könige, aber in der Hand deZ Ersten ist allein die Macht vereinigt, mit völliger Willkür ' u , sm, , in tr nhr Nhn ititn IVirtnf nit it tiittfr er ihm Nicht m's Antlitz schauen, und erst der jetzige König i hat ach tuscr ichtirng MrttthiM rtimslttii rare er riit nhtrs und der Mandarinen, die das arme Volk auf die unerhörteste Weise aussaugen. rx r, . l ; r - ; irsrr. ,alk aus allkn C!ij,ra, ? ruz liiiu.v..!,..!, ...yergänzt , , mm,stMk Uli',,,onr
uorigciis auoj i oiracut.uu u ui; Der im Jahre 1870 gestorbene Director heute eine Blume, morgen sind's einige rakt.r der siamesen hervor. Er macht be3 Vaudeoille-Thcaters in Paris, No- Stachelbeeren, dann ein Apfel oder eine ihnen ihre körperliche im gcijnge Trag- ueplan, hatte eine eigenthümliche Ge- Birne uud fo fort. Es sieht's ja Nieheit. besonders aber ,ihre ,clavl,che Ge- oirnbeit. den Ditern. welcbe ibm ibre ,, $,r ?lkömnnd saus. Kestable-
3 b . j i X, i r i canuscrlpte vorlasen, zu verstehen zu nes Brod schmeckt sün. ttnd aus nnnlgen Glelchmnth zu age tritt, mit gben, daß dieselben für ihn unbrauch- der kleinen Diebin ist ein großer Dieb dem sie d,e unerhörtesten Erpressungen gar feicn. gr lehnte sich dann in den wachsen; abgesehen davon, daß eine und Unterdrückungen seitens der tatt- or seinem Arbeitstisch stehenden Arm- Blume, nutzlos gepflückt und zerstört, den Halter, der ülandarluc und der Richter s.ss.r rück. scklou die Vum und 5.- .Lrul.&uh (tittM fa
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uiti hl hvu s.vvi v s,vnyu. nn i uuilivuuutu (.llttlil U. Ullk tltllUl IllUCil I ÖCIMllUj zu ItjCll, IVUyiCIlU VU? IUC Unterthanett verfügen Er ist für sie Werke; Noqueplan wurde dessen schließ- beilNMk 10 Überaus strena von Seiten
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der Jttbegtlss aller trolschen, sa, gewisser- lich überdrüssig und gab Befehl, den Vost und des Staates aewahrt wird. -
maßen auch aller göttlichen Herrlichkeit, iunaen Autor Nicht mebr vorzulassen, mz. Kni hr trf im ftrtiif
( CT x - C a ' (.1 i ' . . - II ' JMt IMW Ml Vpv, tyH.v e:ne Worte sind Beskhle, gegen die es Eines Tages sasz der Director bei osse- hier oder dort eine kaum des Nennens keinen Widerspruch giebt. Früherdurfte nem Fenster in seinem Bureau und sah werthe Kleinigkeit. Man behält sie. kein Siarnese sich anders feinem Herr- einigen Maurern zu, die eine Reparatur Wozu des Aufhebens, darüber reden und scher nähern, als ans den Knieen und an der Faoade des Thcatergebaudes vor- fragen und doch wird der Dienstbote, mit niedergebeugtem Haupte, auch durste nahmen. Plötzlich kam einer derselben LAuhmt drrfAalt .htm 9W
tnr wenigstens btS zu einem gewissen machte aber vor den, erstaunten Director Grade zu erschließen. eine höfliche Verbeugung und präsentirte Die einflußreichen Stellen des Landes ihm den Kübel, welcher statt Kalk ein sind erblich und befinden sich ausschließ- Papierhcft enthielt. Der Maurer war lick, in den bänden Köninlicher Vrinen Niemand anders als föm-mfc; Nn
"v""Tr iul wi 'öuuuuuug in zvranrrelly plötzlich ein chlicht, aber
euiscuiano veranntlicy kemes- ehender Herr. Der weißb V i.fk m ä a aViaw 1 a r ! i l . 11V r .
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vv9 jt d in vui mang iinijw i ucv nicie von ur- und INUU Lcrrn Müller sorecken' So Ma.e hindmch schwere Arbeilen ar sprünglich de.scher Abstammung in eine "fl H-Sf. tetcP.SW den Slaat errichte,,, selbstverständlich kleine wde,.che Armee übertreten. Trümmer sich durchwindend, und redete TrZJA 3s'Cirü"3 'i".Prbed!enstzei.'. dmi ig b?schästtg,en Au steller an: t Ä 5t?jE SV, 6 '""i weicherer sich m.t den Verhalt. P fal wirklich schöne und praktische tljeit seines Vorgeletzten. Weniger zu u,en und der Sprache vertraut gemacht ,ric' tnnaen ick liabe niobl die Sbrc bedauern als d,e Frhnxfl,ch,igen. sind hatte, sollte er or dem wirklichen Ueber, mi Ä ?- ".xM. ge.,. U sie zu keiner .ritt 'geprüft werde,,. Die Pmfunz w '.7 " kr ?l LrV esZeit ÄffstrÄ ich-Ä tenÄ w mrflW&te nde.', Lder Lieu.enan! s5ck.e n?ch. Pl ! . Ä Kön'gkchm Schatz z ,e,ern haben, lich aber siel ihm das betrefftnde Cm. Vi'ed der W ut- Vnit bitte Via D? 4üM,B ehe,. . D,en,t der ,ud ich, ein. und kurz eutschlosse Vm.M MiKW. Prinzen z'.nd der andere .zren H.rren em,.,andir,e er ,i, weithin schallender ÄSt ffiittlic5 Tbr ra (M ' inbt des Landrs n., nehmen 1 der mevrigen Stimme: .Escadron maiS ßi, ? ' i i j" j . ' ' kianiküiriien Neoö'ker,, inioferit eine u. "'txT7. der Fremke fort, indem er die wegen. lame,iien ze?.ierung lnioieril eine waS!" die ge chulte bscadron nz,,?, mj, nrüfnAm Widt nniintf Ausna.ne,teü.,.g em s sie nur m,t der llführ,e mit Sicherheit die Bewe. ' Äd. 3,' Zl i ftL rÄÄÄÄ eiLftitt
1 1 1 . . . . . L lich durch ihre Unwittenhett und gaut heit ,n gleichem Maße auszeichnen. Es gibt zwei Zeitrechnungen in Siam, eine religiöse und eine bürgerliche. Die erstere beginnt mit Um Jahre 542 voi
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eraiworrung gezogen wcrocn tonnen. Oberst war doch etwas rgerlich qeworBei weitem am zahlreichsten ist die Classe den und befahl, daß zum Turnen und
er ituvcn, man i;i juiiymigc unu ccylen uvergegangen werden - solle unfeiwillige theilen kann. Die Ersteren Seine Stimmung wurde nicht besser als haen sich, entweder mn eine Schuld zn der unsicher gewordene Lieutenant combzahlen, oder um ihrer amtlie aus mandirte: .Nummer Eins schlagt
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jtytitu vuiui'j i1 "ü uno er vesayi ireluvungen. ihnen, sich wieder aus den Banden völ- es aber mit der Fassung deS öliger Abhängigkeit zu befreien; die Letz- zu Ende. Das Commando
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WWWTWT: Christo, Vxt zweite mit dem Jahre 638 der chnstlichcn Zeitrechnung. Das sia mesische Jahr mmmt seinen Anfang mit dem December und ist, wie das unsrige. in zwölf Monate eingetheilt, die jedoch t-s-Sv-.. 0" ... rp. fTi Vrrr Wie weit ist cS bis zu dem und dem Orte?" erhält man je nach der Lange des Weges die Antwort: Eine Nacht, zwei Nächte u. f. w." Jeder achte oder fünfzehnte Tag des zunehmenden und abnehmenden MondeS wird in Siam festlich gefeiert. Die Eingeborenen nennen diese Tage Gottestage. Auch sonst ist das siamesische Jahr reich n Festen, die ohne Ausnahme einen religiösen Charakter haben. Das glänzvollste von allen fallt auf den sechzehnten Tag des elften Monats und ist dadurch besonders ausgezeichnet, daß der König mit Entfaltung eines auszerordenttlaen Glanzes in höchsteigener Person den Priestern der königlichen Pagoden nem Gewänder überbringt. Der königliche Zug, schreibt Ehevillard, se.t sich aus einer Menge von m t c . i ......Arlif!fui- li-rtif I V V . ' - . j, tigt und zeigen am Vorderthell kunstvolle, vergoldete Schnitzwerke, welche sabelyaste Thiere darstellen und hell in der Sonne strahlen. Jede Barke, höchstens zwe, oder drei Meter vrm, emyatt i.a;ig bis 80 Ruderer, deren vergoldete oder lackirte Ruder gleichmäßig nach dem Takt eines Lootsen, welcher eine lange r vtur C V l .V . . anxe in oer ano uau. uu unv hhu I ' 7 ' '. 1 t ... C ... f l n. a. . . ir rr j. H. M.i,? m ,st,unter dessen Dach man die königlichen I r t t ... . . . . n.ti fT a OffT. escyenre ausgeoreller sieyr. nvuc gewährt einen feenhaften Anblick, und zwar besonders der König, dessen GeI " t , ? ? . 7r- r fl t . . s wänder mit funkelnden Edelsteinen be sät sind. Er sitzt, die Krone auf dem Haupt, auf einem Thron von Gold und Edelsteinen, und ist von vier hohen, ebenfalls prächtig gekleideten MandarlI C ? V M1 . f Z nen umaeoen, wayreno ein ?ive seine erhabene Person mit einem goldenen i j. t . rz"" i t r 'scyirm vor oen srrayien oer sonne schützt. Und dem Herrscher voraus sahren Hunderte von vergoldeten Barken und entfalten, indem sie die Wellen des Menam durchschneiden, auf einer Länge von mehreren Meilen ein tausendfarbiges Band. Auf der Fahrt wirst der König in den Fluß Goldstücke, nach denen unermüdliche Taucher immer von Neuem v rrrs. i unrerlaucyen. Vian yiiic. Der Weg durch' s Fenster. I . gan laut !iU schnarchen. Die Einaeweihten kannten dieses Symptom und machten sich, sobald der erste schnarch- . r m c r i ' laut yorvar wurde. Niedergeschlagen davon, worauf Noqueplan sich behaglich wieder zurecht setzte und in seinen Arbeiten fortfuhr. Einer der zäbesten Schriftstelle? war der iunae siraudin. ftaft I 0 J I I sTtAttff 1,4 141 mit einer Leiter zu Noqueplans Wohnung herüber, lehnte die Leiter an das Cmt& ,,s,,k? ,k,k,n frr1tr,fii plan lachte herzüch über den originellen Einfall, willigte ein, sich das Stück vor- , - nahm es diesmal fand auch den und Straiidlns u vuvmwutui uu viiuuuiuc uuo bereu. Nach den Befreiungs krieI . ' . xanrt Terz vcun war Prüflings ur ersten ueoung nrme seitwärts und aufwarts hebt siel ihm nicht ein, und mit unsicherer Stimme rief er: Schlagt die Hände über Kopf, zusammen! HaltZ" rief, da der entrüstete Oberst, diese. Bewegung möchte ich machen! In mer Wochen , Fortsetzung, für heute gave icu genug!
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Nur eine Blume. . Es giebt eine Seite im Leben der Menschheit, deren Grundgedanke, Wurzelfaser in jeder Menschenbrust ruht und s,n,v5 nVi f, kst I.. . C - Redensarten oder reine Gedankcnlosia seit geknickt., gebrochen oder überbrückt werden. Wir meinen die Achtung vor dem Eigenthum Anderer! Es führt uns der Weg an Getreideselbem vorüber. Eine Mohn-, eine Kornblume lacht uns von dort entgegen, Wir pflücken sie, nicht erwägend und bedenkend, daß wir, um dieselbe zu erlangen, unzählige Halme des Aehreufcldes niedertreten. Ebenso ist es mit dem Vergißmeinnicht, das am Grabe,: der se erblüht ist. Wir zertreten daS Gras, indeß der Hund, den wir mitgenommen, rechts uud lmks durch die Felder jagt überall Schaden verursachend. Käme der Herr oder Hüter des Ackers, der Wiese zürnte oder pfändete uns wir würden entrüstet rufen: Wie kann man lim einer Blume, um der Freude - c- t x. ?, , s nicht? Haben wir nicht Diebstahl an fremdem Eigenthum begangen? Würden wir nicht außer uns sein, so ein Anercr Gleiches aus unserem Grund und Boden ausübte? r xLifo was hier dem Acker, der Wiese geschehen -wird nicht Aehnliches, Gleis Privat- und öffentlichen Gärten ' r - . . , 11 m r w nenibt v xutr wird eine Kot aeorocoen. " f '.'' ' . r so voll und der mosen vluyen so vlete im Garten! Was kann eine Nose ausmachen! Und doch war dieselbe vielleicht deS Besitzers besondere Freude. Der Strauch,den er selbst groß gezogen, echt gemacht hat die erste Blüthe zu seiner Freude getrieben. Laune, Ge dankenlonakkit bat ihm dieselbe ,n Schmers und Unmuth verwandelt. König y . . Z.- . . ' edrick 2s lbcliii 111. von Vreuuen Önn cjuc zreude derart zerstört wurde, - rief, als man ihm den Thater urVestrafnng nennen wollte: Nichtwissen, nicht wissen ! Der Mann könnte einst Gnabenaesuch einreichen und ich es abschlagen, so mir der Mann bekannt! Kann und wird jeder solche lronmuty üben? Und was sind alle diese kleinen Beraubungen anderes alsDiebstähle ? wir sind Diebe, die wir uns mit den Worten beschwichtigen und unser Gewiss sen zur Ruhe bringen : es ist i nur eine Blume: iicwlN! es ni vei oem junoe . sr r- t ' ri f !..v. Herzens iunleick mit vernichtet. Und aiebt es solcher Kleinigkeiten nicht viele, die dem Anschein nach gering I ' -L ' - und doch die erste Sprosse zur ungesetzMäßigkeit, zur Sünde sind? Man findet da und dort einen fremden offenen Bries und kalt es iür erlaubt, iür bübsch. w, 9lnmitr in lkriediaen und iku I V V 0 I r r ... r.r st .v m?c. . acs der gesetzten besonders lieb, der auch im Klein sten treu befunden wurde. Und dies V. ' r. :.-r r.: iiyitu 3lUl klein auf gcüb pedantisch, und Strafe großgezogen, sondern dnrch die Liebe ge läutert. , Fr. Brunold. (Eltern-Zeit. Blätter für häusliche Erziehung.) Ueber einen merkwürdigen Unfall" in der Ausstellung für Unfallverhütung in Berlin bringt die Ofslclclle Aus st. Ztg." euien launigen Bericht: An der Saales im eines viel keivromenen eitvewerves ein iusnener rv i . -r rr w -ntnnm mir ilm Müller'-ebe,l mit dem Einpacken beichSi.igt war, erschien würdig aus emützte AufAbtheilung weiß wohl". würdig ausore mit dazu nun erhalten haben, die Sachen es wobl verdient!" Nicht wahr? meinte Herr Müller, sehen Sie diese zusammenlegbare Bettstelle, diesen Tisch, alles zusammenlegbar, für bequemen Transport berechnet!" Und er demonstrirte die Vorzüge der Bettstelle weiter. Der große unbekannte verfolgte diese Erklärungen mit lebhaftem Interesse; ja er bückte sich sogar nieder, um alles naher zu betrachten. Plötzlich holte er mit der Hand ans, und patsch, patsch! wollte er die Festigkeit der Constructlon prüfen? er schlug mehrmals an die Seitenwand der Bettstelle. Aber es blieben von diesem Schlage nur allzu deutliche Spuren zurück: mehrere 'nicdliche, runde blaue Dingerchen mit Adler und Inschrift, im gewöhnlichen Leben
assiscasssnrEsm Siegel geheißen ! Ich bin der Gerlchtsvollzieher T. und habe von Herrn rv c . s- . i). oen usxrag, rnc machen zu pfänden!" Sprachs, verbeugte sich und gmg. Herr Muller klappte zusammen wie feine zusammenklappbare Bettstelle. Wer hätte es gedacht, daß selbst in diese, der Humanität geweihten Jiäume der unerbittliche Scherge der Gerechtigkeit eindringen wurde! Gab es hier denn gar keine Unfallverhütung" ? Und wie seltsam wird sich nun noch in der Kostenrechnnng ein Posten ausnehmen, welcher lautet: 'Eintrittskarte in die Ausstellnng für den Gerichtsvollzieher 50 Pfennige." Aus dem Lede eines Professors. Mit dem Hinscheiden Professor Gustav Wenzel scheidet eine der eigenartigsten Gestalten aus den Hallen der Vudapestcr Alrna rnatcr. Wer ihn jemals tm: Lchrsaal gesehen und geHort, wer seine r z x. stf.. - r.'... itasnitgni ussprucye, seine orouigen Zurechtweisungen, seine unverwüstlichen VI fhrtttt futtttin Aim ht .V.WtVt tVlllllll ijvtlttlt V l fc'V o schreibt der P. L wird der alte Wenzel" unvergeßlich bleiben. Wenn der vierschrötige kleine Mann nn Hor-f-f rjf'- t t? nr . i r r, suui. erslcn uno vie cytlanzei vesilkg, war der Saal über- und übervoll, besonders wenn draußen im Gang der Ruf erscholl: Der Alte wird Katalog lee!. Sobald die Namcnsllste verleen war uud die Anwesenden auch für die abwesenden Kommilitonen daS jolen" oder itfc van" gerufen batten. schlich der größte Theil der Hörer wieder aus dem Saale, um draußen im Corridor C'garetten zu rauchen. Gar ost licßen die eifrigen Flüchtlinge die Thür onen und der zornige Professor nes ihnen dann nach: He! smioe, machend wenigstens die Thür zu!" Wurde die Hörerschaft, wie dies b und zu geschah. gar zu üppig, so ergo sich eine tratpredigt über sie, welche in manchen Stucken an die klassischen Muster deS Abraham a Santa Clara gemahnte. Die Studentenjchaar nahm dem alten Herrn diese Ausbruche nicht krumm, son dern quittirte dieselben zumeist mit so sturmischen Elienrusen, daß der ante Professor eine Weile in seinem Vortrage nicht fortfahren konnte. Aber seine scharfe, schrille stimme durcydrang den Lärm, und er wußte sich Gehör zu ver schassen, besonders wenn er Anekdoten aus seinem eigenen Leben erzählte. Als Examinator war er, trotz seiner bissigen Vemerknngen, herzensgut, und wenn ihm em Witz gelang, konnte der Kandidat, wie schwach auch seine Antworten waren. mit Sicherheit aus einen guten trsolg der Prüfung rechnen. Zu drolligen Scenen kam es oft. wenn Professor Wenzel bei den Einschreibungen thätig war. Gegen icden Namen hatte er etwas auszusehen. Kam da einst ein grüner Student ans der Slovaret. dessen Nam? mit Ausnahme eines Buchstaben dem eines berühmten Staatsmannes alich. Warum heißen Sie nicht so? dann wären ie auch ein berühmter Mann, amice", sagte der Prosessor. Der junge Bursche überlegt stch's nicht lange uno erwiderte: Der Herr Pro fessor hätte sich just auch schon einen besser klingenden Namen wählen können! Uebrigens fängt meine Dynastie mit mir an Diese Unverfrorenheit genel den alten Wenzel sichtlich und er schrieb schwelgend weiter. Erlebnis eines Entlzugasteu. Von einen! in Wien weilenden Fremden. der sich selbst als .bedauernswerter Enthusiast" bezeichnet, erhält das N. Wiener Tgbl. nachfolgende Schilderung eines Erlebnisses, das ihm vor ciniqci Abenden passirte. Der Fremde schreibt: Jch bin ein junger Mann und weile z a meinem Vergnügen einige Tage in Wien. Angelockt durch den Ruhm einer hiesigen jungen Künstlerin, deren Erscheinung mir als die Verkörperung einer vollende ten Tochter ThalienS im Geiste vor schwebte, betrat ich am Abend nach mei ner Ankunft, in Wien das Theater, wo die holde Kunstlertn zu einem der auserwahltesten Lieblinge des streng kritische: Publikums zählt.... Und sie erschien. Nach wenigen Minuten schon war ich ihr Gefangener, stimme, Erscheinung Augenaufschlag, die kleinen Füßchen das Alles bezauberte mich, und ich war ganz Auge und ganz Ohr, so lange sie, die Göttliche, ans der Bühne stand. Und wie ich axplaudirte ! Die Leute müssen mich rein für emen bezahlten Parket Elaqueur angesehen haben!.... Die Vorstellung war zu Ende, das Publikum zerstreute sich und ging nach Hanse. Nur ich hatte noch nicht qennq von meiner Begeisterung; ich wollte die rei-. zende Künstlerin nur noch einmal, em einziges Mal sehen und xostirte mich neben dem geschlossenen Wagen, der sie in ihr gewiß reizendes Heim bringen sollte. Ich wartete etwa zehn Minuten im kalten Nachtwinde, der mächtig durch die Straßen fegte ; sie aber kam nicht und kein Theaterdiener vermochte mir zu sagen, wie lange das graziöse Kind noch oben in seiner Garderobe zn verweilen gedenke? Ich wendete mich an den Kutscher; der sagte mir in halbschläferigem Tone, daß seine schone Passagierin gar lange brauche, ebe sie das Theater verlasse, daß sie aber immer direkt in ihre Wohnung in der .. . . N.-Str. Nro. . . fahre. Jkasch machte ich mich auf die Wanderung in die mit einem prächtigen Asphaltpflaster ausgestattete Straße, wo ich vor dem Wohnhaufe der Holden stehen blieb. Hier mußte, konnte ich sie ja sehen, wenn sie den Wagen verläßt, um in's Haus zu treten. Horch, da rollt auch schon ein Wagen aus der Ferne heran und fahrt in die fchöne Straße ein. Aber siehe da ! Etwa drei Häuser ror dem Wohnhause der Künstlerin hält der Wagen wie mit einem Ruck still. Der Kutscher schlägt wüthend auf das rechte Pferd 7os, doch dieses bäumt sich und ist nicht von der Stelle weiter zu bringen. Das gute Thier hatte nämlich vor dem Asphalt, diesem Straße'nparkett, Angst bekommen und wollte nicht weiter. Mein Gott, dachte ich, giebt es doch auch Menschen, die sich vor einem Salonparkett , fürchten, warum sollte sich nicht auch'einmal ein Pferd vor dem Straßenparket fürchten! Da plötzlich stiegt
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d? Wagenthüre ans, eine Dame steigt aus. Ein Blick ich erkannte sie. ja, sie war es, meine angebetete Künstlerin. Sie tra einen Schritt vor und rief dem Kutscher im Tone höchster Entrüstung zu: Sie Esel, so h:un's doch nicht so los, Sie sehen doch, daß sich das arme Viech fürchtet!" Und wie sie diese
Worte sprach! Mit derselben holden, klangvollen Stimme, mit demselben Brusttöne der Entrüstung, mit dem sie dem Helden des Stückes i Stunde zuvor ans der Bühne zugerufen hatte: Du bist mir untreu geworden Du tiebü mich nicht mehr, ich hasse Dich us ewig!" Doch dieses Viech" mit ch und dieser Esel mit dreifach gedehntem E"! Soll ich Ihnen das Staunen, die Verblüffung und Ueberraschung meiins Gemüthes in jenem Augenblick hier schildern? Genug, ich stürzte aus allen Himmeln der Begeisterung, von dem Olymp meiner Illusionen in den bodmosen Abgrund tiefster Enttäuschung hinab. Diese Worte sind nur ein schwacher Ausdruck meiner Seelenstimmunq. Die reizende Künstlerin aber huschte auf hren Elsensußchm an mir vorbet und verschwand in der Einfahrt ihres Haufes, Mich, ihren felernden Enthusiasten, dem Kummer meiner Enttäuschung überlasr i. t . ? eno. aumeti.v zog tm welter und er tränkte ihn, meinen Kummer, noch in jener Nacht in geduldigem Pilsener Bler. Heute aber schrieb ich Ihnen diesen Brief im Kater der Enttäuschuna. Das Vkch mit ch" will mir nicht aus dem lLedachtnisz. I. F. Cooper alö Gifnngeuer. Kürzlich waren es hundert Jahre, dak der amerikanische Nomanschriststeller James F e n i m o r e C o o p e r, der bekannte Äersasser der Lederstrumpserzahlungen. tn Burlington, New Jersev. das Licht der Welt erblickte. Aus seinem spateren Leben, das er meist an denwaldigen Ufern des Otsego-Sees verbrachte. t. r r t x rt f i wo au) okt cyaupiav seiner vinncoicr an den Quellen deS Susanehana" und anderer Romane zu sinden ist, dürfte bei diesem Erinnerungstag eines Vorfalls gedacht werden, der wenig bekannt fein dürfte. Der Novellist besuchte imIahre 182 Europa, wo er längere Jahre verweilte, zuerst in Paris, dann in Italien In Venedig begab er sich eines Tages in den sogenannten Brunnen", den Kerker des fürchterlichen ÄeatheS der Zehn, um die an den Wänden angebraten Auslassungen und Stoß.ufzer der Verurtheilten zu studiren. Er l,at seineu Führer, ihm zu diesem Zrrcck Zeit zu lassen. Der Beamte, dem die Sache natürlich langweilig werden mußte, entfernte sich mit der Absicht, den Fremden später wieder abzuholen. Mit der Lampe in der Hand erforschte nun Eooper die verwitterten Inschriften, die sich an den vielen Wänden befanden und vom Staube der Jahrhunderte fast unlesbar geworden waren. Nach vielem Wandern und Forschen in den entsetzlich feuchten Räumen erinnerte ihn der zur Neige gehende Docht der Lampe, daß er wohl lange, sehr lange verweilt habe, und nun suchte und rief er beunruhigt nach dem Führer, aber vergebens. Er suchte an der schweren Eisenthüre sich durch heftigcs Klopfen bemerkbar zu macheu. Es horte ihn Niemand. Bei dem letzten Scheine der Lampe sah er nach der Ühr und bemerkte, daß er bereits tt Stunden da unten war. WaS blieb ihm übrig, als sich darauf gefaßt zu machen, die Nacht hier zu verweilen? Tappend suchte er nach einer jener hölzernen Lagerstätten, die zum Gebrauche der Gfangeuen vorhanden waren, um sich darauf niederzulassen. Hier brachte er selbstverständlich eine schlaflose Nacht zu. Wohl zwanzig Male tappte er wieder zu der Eingangspforte, die er aber ebensowenig durchdiingen konnte, wie die Kerkcrwände. Nach vielem Suchen gelangte er endlich an eine mannshohe öefjnung, die neben dem Marmorsitze angebracht war, auf bet einst die Sbirren jene Schlachtopfer mederfetzcn ließen, deren sich der Rath der Zehn durch Erdrosselung im Geheimen entledigen wollte, und deren Leichname sodann in die in einer benachbarten Bucht stets bereit gehaltene Gondel, geworfen wurden, um mit einem Stein am Halse beschwert in den berüchtigten Eanal Orfano versenkt zu werden'. Seinen Arm durch die Qefsnung steckend, bemerkte Eooper, daß dieselbe verschiebbar war, und irgend eine Verbindung ahncnd, begann er wiederholt hineinzurufen ohne anfängliche Wirkung, da alles rf i jsliu vtteo. er 'iusregung uno Erschöpfung hingegeben, verfiel er in einem Zustand körperlicher und geistiger Abspannung. Glücklicher Weise jedoch erschien eine Anzahl mit Fackeln versehener Leute, welche den Dichter auf dem entsetzlichen Marmorstuhl sitzend fanden und denselben, der beinahe vierundzwanzig Stunden gefastet hatte, ans Licht brachten. Einen für d e u Kläger unerwarteten Ausgang nahm eine Privatklage zwischen zwei Aerzten, welche jüngst vor der 100. Abtheilung des Schöffengerichts in Berlin zur Verhandlung gelangte. Der praktische Arzt Dr. Friedrich N. hatte gegen seinen Berufsgenossen Dr. Richard Sch. den Klageweg beschütten, weil dieser ihn mit Bezng auf seine Berufsthätigkeit beleidigt haben sollte, indem er behauptete, daß Dr. R. durch eine verordnete Einreibung bei einer Patieytin eine Blutvergiftung herbeigeführt habe. Dr. N. strengte die Klage an. aber Dr. Sch. erhob Wider'klage, weil der Kläger behauptet habe, daß die Aeußerung des Dr. Sch. auf Brotneid beruhe und Sch. ein Pfuscher sei. Durch die Beweisaufnahme hielt der Gerichtshof die vorerwähnten Behauptungcn nach beiden Richtungen hin für erwiesen, sprach aber den Beklagten frei, weil diesem der Schutz des JZO des M.-G.-B., Wahrnehmung berech, tigter Interessen, zu Gute komme. Dagegen müsse der Kläger wegen des beleidigenden Ausdrucks Psuscher" bestraft werden, und sei hierfür aus eine Geldstrafe von SO Mark. event. 6 Tage Haft, erkannt worden. Die Kosten fallen dem . n . n. tager zur aji. Lutre nous. Was von unserem Inspektor? -lege, er ist der größte Esel natürlich. halten Sie - Herr Kolunter uns
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