Indiana Tribüne, Volume 13, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1889 — Page 7

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,2erDoeiorderunvtrnünstigen." Einer der lustigsten Kumpane Fritz Deuter'S voax ..der Doctor der Unocr-

nünftigen", Thicrarzt Steinhoff fn Stavenhagen. SteinhosZ yar ein ginal, stattlichen Wuchses, vt nta Herkunft, mit Wohlstand rseanct. Seine Aiederlassung fiel gerade in die Hab-'l-.Bafedöw seinem Selbstgezahl durch tt Anordnung Ausguck gab, dan ttnt Dienerschaft nur i rack, weiMz,. Handschuhen und weißer Halsblnde seinen durste und ihm als Äruß lUeruttterthänigsten guten Morgen" Zurufen mußte. Die Frau Gräfin, welche ihres Gatten Schrullen theilte, ngagirte Steinhofs als Thierarzt und höheren Nathzeber für's Vieh. Bych schon am ersten Tag entstanden Disserenzen. Frau Grasin wünschte, daß ihr Leibarzt in Uniform erscheine; SteinhosZ remonstrirte: eine Uniform könne ihm nur der Großherzog verleihen, die Fran Gräsin höchstens eine Livree, und dafür muffe er bestens danken. Endlich kam es zu einer Einigung dahin, daß Steinhoff feine Kleidung nach Belieben wählen dürfe und nur dann zur Anlehnn g des Fracks verhalten sei, wenn er vor der' Frau Gräsin zu erscheinen und bei ihren Aussahrten als Nebenreiter am Kopf --des Viergespanns zu traben habe. Eine Zeitlang ging auch Alles ganz gut, nur ärgerte sich der bequeme Viehprosezser", rot Neuter ihn gern nannte, über die "ewige weiße Binde und die .vermaledeiten willen Handschen, mehr noch über die Launen der Gnädigsten, die recht ungnädig werden konnte, wenn nicht Alles flog, sobald sie rief. Und sie rief oft, besonders ihren lieben Doctor. Ob es nun früh am Morgen oder fpZt am Abend war, er mußte Folge leisten. Eines Herbstmorgens, nachdem die Herren in Stavenhagen eine strannm Sitzung abgehalten hatten, und Steinhoff noch mit einem gehörigen Brummfchadel ilt den Federn lag. kam ein Bote der Gnädigen, Herr Steiuhofs möge doch schnell, 'mal 'rumkommen. Ja wohl", sagte 'Stemhosf schlaftrunken, drehte sich um und schnarchte weiter. Der Bote kommt nach einer Viertelstunde wieder. Dunn:rwetter," sagt Stemhosf und. wirst den Blick auf die groß? Wanduhr rs ja noch ich saben aber segg man, ick kam glieck".-DerViehprofessor hat auch den besten Willen aufzustehen, aber er schläft wieder ein. Ein drittes, ein viertes Mal kommt der Bote vergeblich, und es ist schon acht Uhr geworden. Dunncrwetter ich muß doch erst Toilette machen", schreit Steinhosf dem Sechsten zu, bleibt aber ruhig liegen. Zum siebenten Mal kommt der Bote jetzt in vollem Lauf: Allergnadigste sagt, Sie sollen man so Äuninen wie Sie sii'.d! Jetzt ist Steinhosf mit ei nem Satz ans dem Bett. Ja wohl, minJung, dat falgescheihn, segg man, ich kämm im Moments!" Die Allergnädigste sitzt im Sammetfauteuil, im Schooß des seidenen Morgenkleids ihr weißes Schooßhündchen, das sich den Magen verdorben hat und nun nach Luft schnappt. Da wird die Portiere aufgeriffen und Steinhosf tritt ein, alle Diener bei Seite stoßend. Aber Stein Steinhoff, Herr Stein: hoff!" ruft die Grafm entsetzt. Vor ihr steht der Herr Vieharzt im blan ken Hemd und nackten Beinen, doch im Frack, um den bloßen Hals die weiße Binde und mit behandschuhten Händen. Wie können Sie so zu mir kommen?" stammelt die Gräsin, noch immer fassungslos. Aber Allergnadkgste, der ich allenrnterthanigst guten Morgen wünsche, ließen mir doch sagen, ich solle kommen, so wie ich sei.... Ich wollte aber den 3!espekt nicht verletzen, legteerst die Galastucke an und hier bin ich ! - Die Gräfin wußte nicht, wohin sie sehen sollte. Ich meinte natürlich, Sie seien in ihren gewöhnlichen Kleidern, als ich sagen ließ, so wie Sie sind!- Na denn nichts für ungut erwiderte Steinhoff in größter Seelenruhe, denn tom me ich nachher wirder!" Hier ist Ne Geichichte zu Ende. Ans Basedow war Steinhosf unmöglich geworden, ober der Frack und die Weißen kamen dort auch außer Brauch. Steinhofs etablirte sich in Stavenhagen und wurde ein beliebter und jovialer Gesellschafter aller durstigen Seelen. Er ist noch vor seinem Freund Fritz Neuter gestorben. Mädchenerziehung. Ist das Weib wirklich und immer das schwächere Geschlecht"? Es gibt Skeptiker, die es bcstreiten. Wenn sie es inKeß physisch wirklich ist, liegt dem ein unüberwindliches Naturgesetz zu Grunde oder wirken hierauch ererbte Erzkehungsfehler mit? Fast möchte es so scheinen, wenn man die vielfach immer noch in voller Geltung stehende Methode der MadchenMiehung m'sAuge.faßt. .Der " Knabe erhält sein Steckenpferd, seinen Spielball ; er laust frei umher in Sonne und Wind ; er strengt sich an, kriecht und klettert überall, ringt seine Muskel uud Lungen, seine Gesundheit erstarken. Das Mädchen bekommt seine Puppe, sein Zimmerspielzeug, Kochgeschirr gestickte -1 Nöckch eU, ' in's Haar5eiu Bändchett sUnh v . l. f . .. '""W t errn r mngerr uno zierr iq rnneryao oerWovnuna auf dem Divan und vor dem Spieael, im Kuhlen. Die Hautfarbe bleibt r C f t woyG mltcykaroen, sie vneocr totxa uns rund, das Haar goldflaumig; doch bleibt die Lunge eng, die Knochen zart und . . knorpelig. Was 'für eine. Gattin und " ' besonders welch' eine Mutter wird wohl aus solcher Trnbhauspttanze? ' Das r i'i'i'A ,j6"!!i. 'li ... st !! t ' 1 ';rt"'''" 4 iMgUU dBesiimtnung der nJCtbltchest En stenz ist, ein beaehrteS schönes Weib, eine beglückende Gattin und segensreiche Mutter tit .werden. Dann wird ' die Frau mit sich und die menschliche Gesell scyazt nur der rau zusrieden it, je achdeni sie Dteicn Zwecken entwuchs Dies hat sich die weibliche Erziehung 1H0NF,?,,m zartesten Alter, an, vor Allem "Mhte zukunftige Gattin und Mutter, Kr Augen zu halten. DaS Mädchen soll immerhin mit sei- ' nem Kochgeschirr und Spielzeug ordentlich uud geuau, mit feiner Puppe zärtlich und sorgfältig sein und Ifou bitterlich weinen, wenn der Puppe eine Hand oder ein Fuß bricht; dies bringt das Gemüth der Gattin, der Mutter am besten zur EntwickluNg. Dabei aber darf der Körper nicht übersehen werden! Auch das

MSdn mag frei umZerlaufen. 'Ball lagennnd jpringen'" wie der Knabe z Ftlonders soll es schwimmen, eislaufen,

singen, tanzen und freiturnen (weniger Gräthturnen!) Es soll nicht viel im Zimmer hocken, auf einem Flecke mit wu r t m , rtt.t.'ii... reriHlagenen Vemen, mir von coicgic der Romanen aerötheten Wangen und t - f t T' V-.. stf.. rzoprenoen Herzen uno nimmernoen uu gen. Be, solchen Bescyastkgungen nnrr d:e Brust em, die Muskeln werden matt, der Nucken krumm, die Augen und sogar das Herz verdorben. . "!... - . Die austallcndite BcrkehNyttt ,n oer Lebensweise unserer Frauen ist jedensalls die, daß sie viel sitzen uud wenig Vewegung machen. Etne andere große Äerkehrtbeit in der Lebensweise sunaer Mädchen und Frauen ist., daß sie sich nicht in entsprechender Weize nähren. Es gemrt sie, sich satt zu essen, einen gesunden Schluck zu thun vor lauter Zartheit und Noblesse nähren sie sich mangelhaft, greifen nur nach Näschereien und haben in Folae dessen ein interessantes, zartes, durchsichtiges Gesichtchen und eben solche Gestalt, aber auch emen blutleeren, kraftlosen, und nervösen und unentwickelten Körper. i Nun aber sind me Manner auch schon klug und fanacn an, an der Fran nicht nur die schneeweißen Händchen, den blendenden Teint und die Mitgift zu schätzen, sondern auch die Gejundhelt. Dem verständigen Maune muß auch wahrhastig eine schwach organlltte, nervöse, 'krankliche Frau abschreckend sein, denn er kann mit Necht besorgen, daß er sein ganzes Leben zwischen Klagen, Thränen, Schmerzen, Krämpsen, Aerzten, Badern und ähnlichen Bitterkeiten verbringen werde. Dem verständigen Manne ist darum die wertyvolllte Mltgrst janer tzrau chr gesundes, frisches Ich. Sorgsame Eltern werden darin in erster Linie darauf bedacht sein, ihre Tochter mit guter Ge sundheit auszustatten." Die verunglückte AerhnhN'Valze. Hmnsrs: von Walter Madert. In der Försterei der fürstlich Donner-, bach'fchen Waldunaen herrschte große Aufregung. E& war der Besehl zur Borbereltung emer großen Zago ange langt, in welchem gleichzeitig angedeutet wurde, daß Seine Durchlaucht einen Auerhahn zu schießen wünsche. ' Da war nun allcrolngS guter Llaty theuer. Forster und Gehilfen zerbrachen sich vergebens den Kopf, wie dieser Marotte so nannten sie höchst rewektwidria den Wunsch seiner Durchlaucht willfahrt werden könne. Kein Mensch kannte eine Balze und es war überhaupt sehr zwei felhast, ob überhaupt eine einzige in den ganzen Donnerbach'schen Forsten zu sinden sei. Ohne zu irgend einem Nesul tat zu kommen, begab sich unser braver Forstmann Abends in die Dorfkneipe, wo er dein anwesenden Schnitzen sein Leid klagte. Dieser nickte, als er den Sachverhal! geHort hatte, bedächtig mit dem Kopf und begann: ,DSs iö halt ä sakrisches Ding, aba i weiß an Rath und i glaub', daß die Sach' gch'n wird, von wegen unserem Fürst fei' üble Augen." Und nun entwickelte er vor dem von Satz zu Satz vergnüatcr werdenden Förster seinen Schlachtplan. Als der Schulhe schwieg, sprang er freudig auf und fchrie: .Ja, Schnltz, dös is a sauberer Rath", und schwub, war er zur Thür hinaus. Er lenkte seinen Weg zu einem stattlichen Haf, der etwas abgelegen vom Dorsweg war. Der Besitzer stand im Thor und nach kurzer Verhandlung schlucj der Förster vergnügt laut schallend auf feine .Gamsledernen" und die beiden schlüpften über 'den Hof, nm im Gesiügeistalle zu verschwinden. Nach ungefähr einer halben Stunde verließ der Förster mit einem sorgfältig verhüllten Gegenstand den Hof und eilte schleunigst nach Hanse. Dort angekommen, begab er sich sofort in das Schlafzimme, seines Gehilsen. Zu seinem Aerger fand er denselben je doch nicht, sondern erfuhr auf Befragen, daß . derselbe noch auf den Hirschwechsel gegangen sei. Mit einem leise gemurmelten Fluch löste er die Hülle von dem Packet, das er vom Bauernhof mitgebracht hatte und es kam ein wunderschoner, frisch aetödteter Auerhahn zum Bor schefn. Er legte denselben sorgfältig aus den' Tisch' des Gehilfen. schrieb' schnell etwas auf ein Stück Papier, welches er in den Schnabel des Thieres steckte und begab sich dann in sein Zimmer, um der Ruhe zu pflegen, da der Fürst in Anbetracht ver Auerhahnbalze mit dem frühesten Morgengrauen zu erwarten war.. Am anderen Tage erschien mit 'dem Frühesten der Fürst und wurde von seinem ackeren Nimrod aus'ö ehrfurchtsvollste empfangen. Seine Durchlaucht brannte vor Jagdbegier und beschloß sofort die Auerhahn-Jagd zu beginnen. Bei dem Baume angelangt, den der Forster zur m zweiten Hmrichtungsstelle" bestimmt hatte zeigte er dem Fürsten einen dunklen Gegenstand, welchen man mit ebenso großer Sicherheit für ine. Katze, als für den gesuchten Auerhahn,' halten konnte, und sagte ihm, er solle danach schießen. Der Schuß kracht! Es poU ! r !l ,'. ,,, , ? 5 r tert etwas aus den Zweigen herab. .Getroffen! jubelte der Fürst. : j Beide eilen nach der Stelle hin, wo mit ausaebreiteten Flügeln der, unseren Lesern' schon' bekannte prächtka. Hahn liegt. Da bemerkt der Fürst beim näheren Betrachten der Beute plötzlich im Hchnabcl' derselben etwas weißes schimmern. Er freist zu! ,Halt ein Mtuck Papier in den Händen und liest: u' F Ms' is 'dem 'Nomcrhosbauer sei' Hahn, tri nemfte morgen! früh', und legst en halt so aus' Zweigel von der .Noland-Eiche", daß er bei dem geringsie Nucken abfällt. So welden mer b lli, -',,,r t ., ,,,, iAJi'' '!'' ,: Xi'i!, 'L' em Ahm do no an X sur! an l macha. Daß Du mer nit die Zeit verschläfst.Das war der Zettel, den der Forster M Tage vorder gefArieben und den der Gehilse in der Hast' vergessen hatte aus dem Schnabel des Thieres iktnH fernen. Ueber der nun folgenden Scene schNene wir am heütn hm Nnv nur fi viel will ich bemerken, daß Fürst Don - nersbach an dieser einen Auerhahn.Balte t-... ....-. i . . genug sur ewige Zellen gehabt hat, uns daß ich am Vormittag nicht der Förster und am Nachmittag nicht der Gehilfe hätte sein mögen.

Der Strike der Berliner Kan ,negiekr. , (Eine denselben gemachte Scene), so betitelt sich ein Capriccio von Julius Stettenheim, das wir im neuesten Heft des humoristischen Deutschland? sinden. (Ort der Handlung : Stämmtisch. Zeit: An der Mancher Ueberfluß hat. Im Hintergrund: Em Kornchen Wahrheit.) Guten Abend, meine Herren. Sonst nichts Nenes? Wozn die Ironie, wenn ich guten Abend sage! Das haben Sie schon gestern Abend gesagt. Lesen Sie doch die Zeitungen von morgen früh, wenn Sie heute etwas Neues wissen wollen. Da sinden Sie die De mentis der gestrigen Nachrichten. Das ist ein alier Scherz. Was sich nie und nirgends hat begeben, das allein veraltet me." Sie haben heute mal wieder Ihren brennenden Citatendurst in's Wirthshaus mitgebracht. ' Schonen Sie meine Nervett mit Ihrer Nervosität. ' Die Nerven haben heutzutage keine Schönheit. : ' Es ist das Beste, meine Herren, wir suchen so rasch wie möglich vom Aichstrich abwärts zu kommen, und so wie wi? ,die Neige erreicht haben, unseren Schwerpunkt wieder nach H5.usk zv verlegen. Denn es herrscht unstreitig eine gereizte Stimmung in der Gesellschaft, deren Folgen nicht abzusehen sein werden. Ich bestreite das Vorhandensein erplosivcr Stoffe nicht, aber ich nehme an, daß wir uns der modernen Bewegung in der Artillerie anschließen und rauch- und knallfrei darauf lospulvern. Sie sind gerade der Rechte ! Gerade Sie knallen in der Debatte, daß sie zur Debatterie wird. Falscher Wortspieler, Sie! Ich gebe zu. daß ich mir in der Politik nicht auf der Nase tanzen lasse. Wir tanzen alle trotzdem aus einem Vulcau. Das ist eine feine Charakteristik meiner rothen Nase, die ich nicht gehört haben will. Aber in der Politik bin ich feinhörig. Da habe ich meine eigenen Gedanken, und wenn ich mit dem Kopfe gegen die Leitartikel rennen will, so muß man mich rennen lasten. ' Sie haben ja auch Ihr eigenes politisches 11, und wer Ihnen mit einem kommt, der kommt schon an. Ich Politisire überhaupt nicht mehr. Schließlich bin ich doch dahintergekom, men, daß das U nicht vielmehr werth als das X ist, wie wir Kannegießer es uns ausdenkeu. Glauben Sie mir, meine Herren, wir würden den Abend im anae-

Nkhmsten Zusammensein verbringen, der gereizte Ton würde einem angenehmen Clubtenor weichen, und wir würden weniaer schläsria nach Hause nachtwandeln. um schlafen zu gehen, wenn wir das Kan negießen ganz unterließen. Womit sollen, wir denn die Zeit zwischen einem Schluck und dem anderen ausfub len? ' Man kann ja über andere Dinge re-. den, von denen man nichts versteht. Das ist eine Beleidigung, die nur mit Vier abgewaschen werden kann! Meine Herren, Sie wissen alle, mit welchem Vergnügen und Eifer ich mit Ihnen kannegoß. Jahrelang haben wit Abend sür Abend die politischen Ereignisse besprochen. Auch die kleinste Seheroave wurde mit Dank entgegengenommen. Wenn unser Reichskanzler noch nicht wußte, was er thun sollte, wir haden es gewußt, und dann haben wir auf das Gelingen angestoßen und keine Blume, keinen Zcest geschont. Und wenn unser Reichskanzler dann zusälligermeise etwas ganz anderes, als wir beschlossen hatten, unternahm wenn er -j 50. mit Oesterreich - Ungarn eine Allianz in's Werk setzte, obschon wir uns mit erdrükkender Majorität für ein Bündniß mit Rußland entschieden hatten, dann, meine Herren, habe wir bei , einer Bowle über die Consequenzen der abgeschlossenen Allianz gesprochen, bis kein Tropfen mehr in der Terrine war. , Wissen Sie denn auch, meine Herren, daß wir nachstenS das Fest des fünsundzwanzigsten Weltkrieges feiern, den wir mit Bestimmthelt für die nächsten vier Wochen vorausgesagt haben, ohne daß er ausbrach? Ich schließe daraus, daß das Kannegießen nicht wie jedes andere Handwerk einen goldenen Boden hat, sondern überhaupt ein Bodenloser Bald hätte er was gesagt! , . , Sehr richtig, meine Herren. ES ist immer Alles anders gekommen, als wir es besprochen nnd festgestellt hatten, und ich habe die Empsindung, daß sich dfc Lenker der Politik nie'und nimmer um unser Kannegießen bekümmert, ja, daß sie vielmehr stets unbewußt das Gegentheil gethan haben.' Uud während wir uns vernüftlgerweift kangenehmnhätten unterhalten können, ermüdeten wir uns mit unnützen Redensarten, laAen sich die Kahlköpfe in unterem Kreide in den Haaren und geriethen die getrennt Sitzenden hart aneinander. Da kommt j gerade ein lebendes Beispiel, der Herr Hitzmeier, den wir vierzehn Abende , lang nicht bei uns gesehen haben, ' weil Sie diesem alten Freunde nicht den Gefallen erweisen wollten, ihm darin Recht zu geben, daß die Schweiz kein europäischer Zankavsel werden würde. j Guten Abend, Herr Hihmeier. Guten Abend. Kellner, die Nord'deutsch r A llgemeine und '! eine n S choppen. Nun, meine Herren, was sagen Sie dazu, daß der Kaiser aller ; Ich habe das Wort, Herr Hitzmeier! Das kkstmie ich ja g nicht.' Führe, Sie also fort. I Ist das, L?as ich gesagt babe, nun schon Grund genug, dle Arbeit des Kannegießens niederzulegen, um wie , viel ehr ist dies der Mißkredit, in welchen unser Politisiren gerathen ist. I yiinitiitatUlhiifStWi Allerwarts, Herr Hitzmeier, ist dev Kannegießer eine konnsche lgur geworden, und unser Tisch bildet für das ganze . ocal die Zielscheibe der Malice. Oft ! Senug habe ich hören müssen, daß, wenn ' mir Irt ms iritr r ,r 1tf-fTvi j PZT.t c Z iTvriP und mit der Theiluna der Erde befcbäftigt waren, an den Nebentischen gesagt wurde: Na, heute sind sie mal wieder

sehr bei Kanne oder: Da wird mal wieder schaff gegossen." Was sagen Sie dazu, daß der Kaiser aller Neu Räumen Sie alle diese Danaidenarbeit der Unterhaltung, allen diesen Spott aus dem Wege, indem Sie die Zügel der Politik den berufenen Händen überlassen uiid Ihre Abende mit einer angenehmeren Zerstreuung ausfüllen. Man muß doch über etwas reden. Meine Ueberzeugung ist, daß es noch eine Menge anderer DinSe gibt, über die wir. uns ebenso freund lchastlich . zanken könnten. Znm Beispiel? Zum Beispiel über die vierte Dimcnsion, über die Frage, ob Columbus ein Genueser ist, über die Abstammung des Menschen, über den Mann mit der riscp nen Maske. Mit allen diesen brennenden Fragen können wir uns ganz bequem beschädigen, ohne daß uns irgend eine Thatsache einen Strich durch unsere, Rechnung macht, wahrend in der Politik die Staatsmänner immer anders han, deln, als wir es unter uns ausmachen. Bismarck ist unausgesetzt einen anderen Weg gegangen als den, den wir eebnet haben. Es ist allerdings nicht ermunternd. Trostlos ist es! Also fort mit der Kannegießere! ! Eine Gewissensfrage: Spielen Sie Karten, meine Herren ? Wir Alle. Der Bürger ist der erste Diener deö Skats." Halten Sie Ihren Büchmann ! Kell, ner, sechsmal Karten ! (Stürmischer Aelsall an den anderen Tischen,) g Das Schwein in China. , Anch der bezopfte Bewohner deö NeicheS der Mitte hegt und pflegt dcn grunzenden Vierfüßler und weiß die Vortheile, die ihm seine Zucht verschaffen kann, wohl zu nützen. Das chinesische Schwein ist aber bedeutend kleiner als uusere europäische Gattung, hat einen hohlen Rücken, ein knrzes, dickes Genick. kurze Füße und ein runzliges Gesicht." Eine Eigenthümlichkeit des chinesischen Schweines ist seiner, daß Thiere, welche gewisse Ptovinzen des Reiches angehören, vorwiegend eine bestimmte Farbe haben.

Der Aberglaube, welcher w Betreff die? ses Thieres im Lande verbreitet ist. ist sehr mannigfaltig. So rathet man all gemein ab, "Schweine zu essen, die weiße Beine uud dunkle Klanen haben; Span; serkel scheinen im Reiche der Mitte eine unbekannte Delicatesse zu sein da man in allen Büchern, die über Schweine m d dereu Zucht handeln, ausgeführt findet, daß es höchst nnrathsam ist, ein Thier unter einem Jahr zu schlagen. Der Chinese glaubt, daß das Schwein den Regen sehr gerne hat, und ferner, daß man seine normale Gestalt durch Füttern mit den zermalmten Blättern Ks Tzu-Baumes (Ilottlera Japonica) mu's Dreifache vergrößern kann. Aucbj!! das Schwein sehr gerne nach den !er: nen fchauen, doch führt diese Schwärmerei zu einer Krankheit, welche bei dcn Chinesen unter dem Namen Min-Siu" d. h. Reißkörner - Krankheit" bekannt ist. Diese Krankheit ist zweifelsohne unsere Trichinose. Die Schweinezucht, schreibt der Ostaf.Ll." soll in China über 500p Jahre alt fein, und der l!,:.stand, daß die chinesische Sprache etwa hundert verschiedene Namen sür dieses Thier auszuweisen hat, spricht schon für genaue Bekanntfchafi mit demselben. Zu den am meisten charakteristischen unter den Name gehören nachstehende: D Herr mit dem schwarzen Gesichte", der schwarze Tcusel", der schwcrmüthige General". Bei festlichen Gelegenheiten darf das Schwein auf keinen Fall fehlen. Mter den Geschenken, welche die Eltern der Braut oder deren Verwandte dem Bräutigam machen, befindet sich anch stets ein im Ganzen geröstetes Schwein, dessen Schwanz wunderbar künstlerisch auswärts geringell und mit Blumen ge schmückt ist. Dieses Schwein wird aber während der Hochzeitsmahlzeit nicht angerührt. Sollte eS stch nun herausstellen, daß die Braut eine Person gewesen ist, die, wie wir Qccidentalen sagen, nicht dazu berechtigt war, den Myrtenkränz zu tiagen, so schickt der Vrämigam am Morgen nach der Hochzeit das fragliche Schwein zurück, jedoch hat er den kunstvoll geringelten Schwanz zuvor abgeschnitten. Damit will er sagen,, daß die Eltern der Braut ihre Tochter wieder zurücknehmen sollen, da dieselbe zur Zeit der Heirath auf den Titel Jungfrau" keinen Anspruch mehr hatte. Wurst wider Wurst. Ein Gutsherr sieht zum Fenster hinaus Und bemerkt wie ein Zigeuner einem züdischen Pferdemakler ein Pfech verkauft. Neugierig, zu erforschen, welcher von Beiden der größere Spitzbube sei, läßt er zuerst den Zigeuner zu sich kommen. Was hast Du mit dem Kerl abgemacht? frägt er ihn Ich hab' ihm mein Pferd verkauft!" .Wie theuer?" .Für zehn Gulden.k O. Du dummer Zigeuner, wie konntest Du ein Pferd für 0 Gulden verkaufen!?" .Herr, das Pferd ist lhm!" Nun läßt der, Gutsherr den Pferdemakler rufen und sagt zu ihm: O," Du dummer Pferdemakler, wie konntest Du ein Pferd kaufen, das lahm ist?" Das ! Pferd ist nicht lahm," sagt der Noßmakler. es ist nur schlecht beschlagen und hinkt deshalb l" Da ruft nun der Gutsherr wieder. den Zigeuner zu sich und sagt: zu ihm: .O, Du dummer Zigeuner, Dein Pferd war ja nicht lahm ; es hinkte nur, weil es schlecht' beschlagen war!" Mein, : Herr" erwidert der Zigeuner. eS ist wirklich lahm und ich habe es nur schlecht beschlagen, tanMerÄSÄfe melne) es hinke mir; weil föt&Xt&lfal schlagen ist.. Nun' wurde wieder der Pferdemakler herbeigerufen: dummerGferbema doch wirklich lahm und wurde Ilur schlecht beschlagen, damit der KauM'Ä es hinke nur- weil'es schlecht beschlagenisti" Da wird der Pferdemakker nachdenklich und blickt vor sich zur Erde hin. ' Endlich ermannt er sich und ''sägNgKb'.lK ,hm gegeben for llle FaU' 'n falschen Zehner!" Eine putzlkebende Frau ist wie ein ausgezeichnetes Buch; sti macht stets neue Ausgaben nöthig. ,

Yopulär-Wissenschaftlicht Vor träge. Hälte im DolrLbUdunzkverki von Mottenbur , Von OskrJVis. .

Die Zunge. Meine Herrschasten! Der Zndrang zu meinen Vorlesungen, den mein Auge gesehen, der Beifall, den mein Ohr gehört, und der mir dargebrachte Weihrauch, den meine Nase gerochen, haben mich,, nicht stolz oder träge gemacht ; im Gegentheil bin ich erst jetzt so recht klar darüber geworden, was ich mit meiner Znnge vermag, weshalb ich heute über Geschmack und Zunge reden will, wdmit ich Ihren Geschmack zu treffen hofse. Die Zunge hieß bei den Römern lingua daher der Ausdruck: iWte linguisl was der höfliche Deutsche in das feinere: Halten Sie's Maul!" übersetzt. Die Römer haben übrigens nicht ihre eigenen, sondern die Zungen der Florentiner, Pisaner :c. im Munde ; es heißt: lrngua Toscana in bocca Koniana"'. Das darf Sie nichts wundern, denn wir nehmen ebensowenig Anstand, etwas zu essen, was ein Anderer im Munde gehabt hat, zum Beispiel die Nindszunge, Kalbszunge, Seezunge. Die Zunge ist ein knochenloses, theilweise knorpeliges Stück, Fleisch, welches in einer Hohle, der Mundhohle, romantisch hingestreckt im . Schatten zweier Kiefer, dem Oberkiefer und Unterkiefer, ein einsam Leben führend, mit Salz und Pfeffer, gepökelt uno kalt auf Butterschnitten gelegt, sehr gut zum Frühstück schmeckt. Man nennt dies in der medicinischen Sprache eine helegte Zunge ' Sie besteht, wie alle zusammengesetzten Körper, aus mehreren Theilen, dem Zungenrücken den sie wölben, krümmen und surchen kann ; die Zungenspitz mit der manche Menschen anstoßen, ohne etwas Anstoßiges zu reden; der Zung'cnhaut, den Zungcnwärzchen Je, Weiter in die Anatsmie einzudringen, halte ich sür geschmacklos, da ich zur Demonstration Ihnen die Zunge herausstekken müßte, während welcher Zeit ich den Vortrag zu ünlerbrechen genöthigt wäre. Die Zunge ist wenig empnndlich. Man streckt sie heraus, man zerbricht sie sich an einem böhmischen Worte und sie bleibt ganz. Man drischt sie, daher der Ausdruck Zungendrescher, und sie nimmt keinen Schaden. Man züngelt sie und hält sie im Zaum, wie ein Pserd, und dann laßt man ihr wieder freien Lauf. Stellt man einige Flaschen Wein auf dieselbe, so wird sie schwer, beginnt zu stammeln, später zu lallen ; begnügt man stch mit einem Glaschen, so wird st beweglich, geläufig. Ihre Wärzchen besitzen einen starken Klebstoff, denn es liegt Einem manchmal etwas auf de: Zunge und man bekommt es nicht her? unter. Es gibt Menschenzungen, Nachtigallenzungen, eine Delicatesse, welche sieb leider der Mann aus dem Volke noch nicht täglich anthun kann, böse Zungen von Heinrich Laube, Seezungen, gut in Butter gebraten, nnd Landzungen, gewohnlich etwas sandig und selten genießbar. Doppelzüngig sind die Schlangen und einige in diezelbe Kategorie fallende Menschen ; feurige Zungen nnd Engelszungen sinden wir nur bei den Aposteln vertreten. Die Zunge hat einen vierfachen Beruf. Sie hilft sprechen und kauen, besorgt aber das Kosten und Schmecken ganz allein. Was das erstere anbelangt, so kann man zwar ohne Zunge nicht sprechen, aber die Zunge allein kann dies auch nicht, sondern bringt nur Zungenlaute heraus. Papageien pflegt man dieselbe zu lösen und dann reden solche geläufig, als hätten sie Alles am Zungenbändchen. Auf die Hilfsthätigkeit beim Kauen zurückzukommen, so will ich pon dieser nicht zu viel reden, damit Sie nicht von mir Zagen, daß ich wiederkaue. Die Zunge nimmt den Bissen (auch Happen oder Brocken genannt, letztere nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Blocksberg) von den Zähnen in Empfang.wirft ihn hin und her und knetet ihn solange, bis ihr selbst der Appetit davon vergeht und ste wie ein Handlänger den Ziegel, die zugerichtete Speise an Magen und Speiseröüre weitergibt. Sie begnügt sich dabei allein mit dem Kosten und Schmecken. Das Kosten ist für die Znnge, was das Sehen für das Auge ist. Ohne Kosten würden wir ein Flasche rothe Tinte ruhig für feinen Bordeaux, ein Fäßchen sirirne Seife für Kaviar genießen ; die Ta :. n .i' ...r. ;r... .....,?,' oann roner, außer lyrrm merieayruchen Lohne, von allen Gerichten. Das Kosten von alten Weinen ist sehr angenehm, wenn es keine Kosten macht, doch kann das Kosten auch sür eine Strafe selten, denn im Cioilprocen wird der Unterliegende kostenpflichtig verurtheilt.' Dnrch das Kosten kommt man auf den Geschmack. In der Desinition' des Eeschmackes hoffe ich mit Ihnen einig , zu gehen : denn über Geschmäcke soll man nicht streiten!" D; Geschmack ist nämlich mit einem Worte Geschmacksache. Dem Lazzarone schmecken seine Maccaroni, dem Hamburger seine rothe Grütze, dcm Kosaken seine Unschlittkerze nebst Docht, dem Leipziger seine Gose. dem y L . . .. r.:..'. icts n.' c-r V0loaien leine rvswuijl, vemozympier seine Ambrosia, dem Schusterbuben seine Wichse und dem Corsen seine Blutröche. Was Kosten geschieht 'nicht nur von Selten der Erwachsenen, was schon t ft m.ixm-n v,c;.j.i st... DtX üfqri I ovu luuuci vuuuuv tfiu !! ''i? Vr,'' !f t" ' ganz kleine Geschöpfe sinden sich befondere Anstalten, die man Vörkosthandlunge nennt. . Wem die Zunge gauz den Geschmack versagt, der ist geschmacklos, f t '" ', V '' ' r iw !?' 'i 1 ' jf-v'-wer ihn verloren, it abgeschmackt. Wir ünterscheidenHßen dlttern, sauern; salz zigen, vornehmen, pikanten, scheußlichen, Bor- und Nachgeschmack.' Da eine wissenschaftllche Elasstsication sehlt. habe ich folgende einfache Skala ausgearbei i7t: Ich schüttelte gleiche GcwichtScheile Holsteiner Austern) Hummern, ! safligen Lungenbraten, ' Ananasgelee,, Veuv Cliquot, Straßburger Pastrte.Nebhuhnbrüst, Schlagsahne, feinste Wald-Erd-beeren und ein Stück Zichinger Tsrte in ein Gesäß zusammen, ließ Alles zerre!ben ' und durcheinanderquirlen, kostete und bezeichnete den Geschmack dieser Masse , mit hundert Grad Plus. Darauf braute ich ein Gemisch von Schuhwichse, grüner Seife, Rhabarber, s

koetiäk, Petroleum, Vitriolöl, Tischlerleim und Stieselsohlen, nam einige Löffel davon und bezeichnete den. Geschmack mit hundert Grad Minus. Endlich aß ich. trockenes Brot mit Kartoffeln nebst Wassersuppe und stellte diesen Geschmack als Nullgrad fest. Zwischen diesem,, dem hundertsten Grade Plus einer- nnd fcem hundertsten Grade Minns andererseits habe ich also nun je eine Scala, unter die ich sämmtliche gute und schlechte Geschmäcke klassisicire. Butterbrot mit Schweizerkäse fand ich 21,5, mit Holländischem 22,7, Kalbsbraten mit Gurkensalat 34,2, ein Diner bei Vöfour in Paris ergab 84,9, eine Tasse Kaffee mit Salz anstatt Zucker und einige Tropfen Brennöl 24,1, das beliebte grönländische Volksgericht Eskimokloße mit Leberthransauce 67,2. Ich beschäftige mich augenblicklich mit der Herausgabe eines Reise-Almanach, in welchem ich sämmtlichen Hotels die Durchschnitts - Gcschmacksnummer ihrer Tadle cTliöte beisügen werde. DaS Kosten und Schmecken hat die größten historischeu Ereignisse herbeigeführt. Eoa gab Adam den Apfel, Kam dem Abel die Keule, Jakob dem Esau die

Linsen und Ävcoses den Juden zur Entfchädigunq für das verbotene Schweinenel ra, Mannah zu kosten. Auch die Römer waren Feinschmecker: so aßen die Senatoren auf dem Kapital kapitolintschen 'Ganzebraten. Sokrates kostete den Schitlingsbecher, Cleopatra Wein mit Perlcngelöe und Caligulas Pserd vergoldeten Hascr. (5,asar zog nach Gallien, um Trüsseln und Champagner, Germanlkus nach Dentjchland, um Kulmbacher an der Quelle zu genießen. Die deutschen Stamme zoaen um des dort wachsenden schonen Sauerkrautes willen nach Welschland, nannten dasselbe Welschkraut und brachten den ,talienischen Salat in ihr Vaterland zurück. Als Etzel einst ein Bivouak an der Donau ausjchlug, sah er, wie Frauen seinen frierenden Hunnen warme Wiener Würstel verkauften. Er kostete dieselben und war von ihrem Geschmack dermaßen entzuckt, daß er aus der nämlichen Stelle eine Stadt gründete, welche,, den Wiener Wursteln zu Ehren den Namen Wien erhielt. Die Kreuz ;üge würden angefuhrt von Gottfried von Bouillon mit Ei die Entdeckungsreisen nach der neuen Weit geschahen um das Columbusei. und bekannt ist der schöne Vers des rcimlustigen Mittelalters: Jedem ein Et dem frommen Schweppermann aber zwei Eier ! Die neueste Zeit kennt Dejeuners, Soupers, Diner & part, Table d'iiöte, Stiftungsfeste und Abtütternngen. Die Muttk hat dem Ellen zu Liebe eine ganze Tonart eingerichtet, die sie Esdnr nennt. Ich bin mit meinem Vortrag zu l?nde. Experimente über Kosten, Lecken, Schmecken :c. kaun ich nur bei gedeckter Mit EßLouquets gezierter Tafel vornehmen. Jung und jünger. Ich sah sie wieder Nach manchem Jahr, Am Rhein die L u r l e u Bei Sanct Goar. Der Fels erglühte So mkttagsschwül, Der Etrnm umrauscht' ihn So wunderkühl. Mein Herz zu prüfen Lang' stand ich still: Ob's noch wie früher Erbeben will? Ob es noch Geister Am hellen Tag Auf Fluth und Felsen Erblicken mag? Ob noch von Märchen Die Brust erklingt, , Goldene Jugend Im Herzen singt? Und lächelnd horcht' ich ? In ernstem Glück: Wie Echo klang mir'ö Vertraut zurück. Vom Fels herüber ' Ueber den Nhcin Sang meine Jugend mir. In's Herz hinein. Jung noch wie vormals, Wanvr' ich volbei, Lebwohl, im Märchengold, O Lörele?! Und wie ich mim wandte Gen Sanct Goar, Kam mir entgegen Ein Knabenpaar. . 1 Klein noch und zierlich, Schnell schreitend warm, Schmetterlingssänger Hingen am Arm. Hell rief der Eine mir. Der rascher ging: , , , Mann! qi.bi's da obbe Viel Schmetterling'?" Rostock, im September 1689.' ' . Adolf Wilbrandt. L-4'5ft e sti ge a ll en. Nun. meine Kleine: wäscht DU Dich denn auch jeden Morgen? Nee ! O, oy das ist nicht ant: Artige Kinder thun das. Wäscht Du Dich denn des Mittags? Neel Aber o Zag' doch, wunn wajchl Du Dich denn eiaenllich? Jar nich ! Entsetzlich ! Ja, ja, ' die niederen Stande ! Daö mun a in Schmutz ver kommen -& Man. lolltö , einen, Verein g r ü nb e n ; llii cj l a ub U et), ;rt Ir k j a einmal aufrichtig, wäscht Du Dich denn wirklich niemals? SZee aber Mut- ...' i. nr'':r 'rfW jMl 1 , (Ü1 '' .. ter wäzcht Mtr alle Mgel I Aus der Instruktion stunde. Unterossizier: - Einjähriger Huber, nennen toie mir einige groue Feldherren. lnjahnger Huber: Han r i'rr- ":r '!Hrii'.;iüf T?, .:;. i ' Nlbal, Julius Ca,ar Unterof silier: Ach, wat gehen mir Ihre Fanu nenangehoIige, an, farlgen Sie bei dem alten Fritz an. WJ ' Man wäre nen eint, die Aestbetiker für Blinde zu halten, dem sie bringen es nicht zu Stande, die Frage 1 . ' . im -. e r n ' ß zu veantwotten: W ,zr zeyon f

Verttner Gerichtöseene.

Sle sollten sich schämen, daß Sie al großer, krästiger Mann dem, Müßjg-' gange obliegen, Sie sehen ja die Folgen davon, nachdem Sie vielfach wegen Arbeitsscheu und Bettelns bestraft sind, haben Sie sich jetzt schon eines Dieb jtshls schuldig gemacht.- Diese Strafrede deS Vorsitzenden des Schöffengerichts gatti dem Arbeiter" Philipp Pohl, einer fufelduftenden Gestalt, der man den Gewohndeitstrinker auf den ersten Blick ansah. Det ick jebettelt habe, det U streite ick, un von wejen stehlen, det !s mcht wahr," erwiderdiescr mit heiserer Stimme. Vors. : Verschlimmern SU Ihre Lage nur nicht durch Leugnen. ö!ennen Si?Jhre sämmtlichen Vornamen. Angekl.: Philipp, eenenVordernamen un eenen Hinternamen, mehr habe ick nich. Der Vorsitzende verliest sodann ein ziemlich langes Strasregistcr. Jst das Alles richtig? Angekl.: Je, det soll ick noch wissen? ick führe keene Akten nich, aber det mag woll stimmen. Vors.: Zunächst sind Sie am Abend des 14. August bettelnd im Thiergarten betroffen worden. Angeld: IS denn det Betteln, wenn eener roochen will, un er hat Zkehjarrn un keeNe Zündholzer, un l iu v.i i.jt L.i. trtu. ... uu. u. iiuc lyujiiiy ji,4 11 41 un fraje ihn : Derf ick Ihnen vielleicht en Zündholz jeden? Wenn mir eener denn aus Dankbarkeit wat schenkt, soll ick so unhöflich sind und ihm det abschlagen? Vors. : Gewiß ist das betteln, es ist ein qanz unverichamter Bettlerkttiss. Was meinen Sie wohl, wenn ein Mensch wie Sie einem ,m Thiergarten begegnet und hält einem in der einen Hand eine Schachtel Zündhölzer und in der anderen den Hut entgegen, sollte man da nicht ängstlich werden und Ihnen lieber etwas schenken, damit Ve gehen? Angekl.: Vor mir braucht sich keener nich zu iürchten, un mit den Hut, det is pure Höflichkett, mit n Hut in der Hand kommt man durch't janze Land, det ts schon bei',! ollen Fritzen seme Zett so zewelen. Vors. : Wir werden über diesen Punkt also die Zeugen vernehmen müssen. Wi ist es denn nun mtt demDttbstahl? Zmel Tsae sväter find Sie dabei betroffen wor den, als Sie in einem Gartenhause in der Stromstraße genächtigt hatten. Beim Fortgehen haben Ste nun verschiedene Gegenstände mitnehmen wollen. Anaekl.: Erstens wollte ick die sojenanntcn Jejenstände überhaupt nich behalten. zweetens wollte lck sie wieder zuruckvra gen un drittens hatten sie ccenenerly nich. Vors. : Das ist ja eine anjzers ordentlich klare Auseinander etzuna. Angeklagter: Jawohl, so bin ick, sichr. ii Uüt Is Nk n 19 itvy 'wv -: müssen doch etwas näher auf die Sache eingehen. Daß Sie iu dem Gartenhaus genächtigt haben, räumen Sie wohl ein? Angekl.: Ick wollte kjentlich früh Murzens nach n Zrunewald sehn und Pilze suchen, die ick in die Markthalle verkoofe. Da muff man r. jr. r r. v cr-t ; je nalieriir cgo milien in er jiaaji uf die Becne machen. Als ick nu so an die Stromstraße vorbeijehe, sangt det an, zu rezncn, als wenn et mtt Mollen jießt, und ick sehe da so'n kleenct Jartenhis stehen, wat offen war un denke denn so bei mir. Du sollst da mau so lange rinsehn, bis et en bislen nachjelassenhat. Also ick rin un werde mir da en bis ken tnleen, aber vpn wezen nachtljen, da adde ick jar kccue Absicht von, det sing ja überhaupt schon an, helle zu werden. Ick krieje en Dodenschreck, als ick die Oogen wieder ufmache, det war schon spät jeworden, un ick muffte machen det ick raus kam. Aber ick hadde en mächtigen Brand in'n Halse un musste nothweildig en Hering essen, det ick en andern Appetit kriegte. Da kneie lck denn en ollen Teller in't Ooje, der in eene Ecke stand, un den nahm ick mit. well ick beim Koofmann zehen wollte, um mir so'n Schneiderkarpen zu. holen. Vors.: Höchst glaubwürdig! Sie erzahlen gut. Warum knöpften Sie denn den Teller unter Ihren Rock? Angekl.: Die Menschen sind manchmal ja so komtlch : tck denke, wenn nur eener mtt den Teller jesehen hädde, denn konnte er vielleicht jloobcn, ick wollte ihn behalten, wo lck ihn ja doch man blos vorjen wollte. Vors. : So. so. Nun sollen Sie aber ferner noch eine Waschleine mitgenommen haben. Angekl. : Wafchleme? Det war en Ende, wo man kaum en ausgewacyzenet Hemd überhangen konntet UL.Habe en Bekannten, der hat en Jungen von so'n Jahrener zwslfe, der spielt immer die Wilden aus Amerika" un wollte ferne so'n Strick haben,' wo sie so mit schleudern, en Lastos'k mennen sie det. un da wollte ick den armen Beugel jern 'ne Freide mtt machen. Vors. : Mann, wie kommen Sie blos zu diesen Ausreden? Wie war es denn nun schließlich mit der Petroleumkanne, die der Gärtner bei Ihnen fand als e Sie nhieltf Angekl.: Det olle Dings hielt ick für werthlos. Vors.: Sie sagten ja aber vorhin, Sie wollten die Sachen, die ja allerdings insgesammt nur einen geringen Werth haben, wieder an Ort und Stelle .tragen, das Vnnte ja bei dem Teller mögZich sein, den Sie ja angeblich beim Hermgskauf benutzen wollten, aber warum nahmen Sie denn Kanne und Strick mit ?Ange5l s Det muß en reenet Versehen sind,- ick Vors.: Seien Sie nur still, jetzt, wir haben genug von Ihrer Vertheidigung, MerAngeklagte wird wegeil Bettelns Zch 14 Tagen Haft und wegen Diebstahls ' zu drei ' Tagen Gefängniß bestraft. Mi'" Olsenherzi g. ,,A,5ff,Jch jore, lieber greund,' Du bist seil einem halben Jahre oerheirathet! Wie gefällt Dir die Ehc?"-V.: Nicht schlecht.' A. : ..?lf nas bist, Du denn bel Deiner fffÄströgtegen? Auf Geld oder aus Schönheit?" A.: z.Aus.-v den .Leim!" M " i ' .''; ' '! ' Z Neid. Mama : Kommt denn Bcttn noch nicht zum Frühstück? Tochz ter: Die wird noch keinen Hunger babeit! sie hat eben erst einen sechs Seiten langen Brief ihres , Verlobten verö lchluNgenlMM M f '".(llf,1. ii'' . .Buch ha lter (zu seiner Tochter) : ,Jch habe für morgen Nachmittag unsc-K ren neuen KommiS zum Kaffee eingeladen; zieh' Dich ,twas hübsch an, M scheint ein dummer Kerl zu sein, :tsct weiß,..."

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