Indiana Tribüne, Volume 13, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1889 — Page 4

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giiötaiM griOüne. Sonntags-Attsgabe. Office t 120 Ost Okarylsnb Str. ..ii . Der deutsche Tag. Die deutschen Pioniere Amerikas And deren große (lulturarbeit. - 1 ', i a einem Vottrzze von WUK. .au sm an, gehattkA in C!eveläd. O.) , Die deutsche Eimvandenmg beginnt Mit der Wesiedelung des Hudsonthales Äurch die Holländer im Jahre 1613, sieben Jahre vor Ankunft der Mayflower. SowM.die Holländer als die 1633 landendtt schwedischen Schiffe brachten mehr beutHe,'als hollandische und schwedische Ansiedler. Namentlich waren die schwebischen Colonien in Süd-Pennsylvanien die Arbeit deutscher Siedler begrünbet. Der fchvedische Besitz ging bald an die Holländer über, aber schon 1068 mußten diese den Engländern den ganzen Küstenstrich abtreten. Schon lt53 spricht der holländisch? Statthalter vom Weinbau im Hudsonthale als von etwas längst Bestehendem und sagt, daß die Deutschen ihn zu hoher Blüthe gebracht hätten. 1GG0 lassen sich die deutschen Lutheraner in New Jork den ersten Pfarrer aus Deutschland kommen. Es war Jacob FabriciuZ, der vor nun fast 230 .Jahren die erste deutsche Kirche Amerikas baute. Auch unter englischem Geleite hatte sich schon früh eine deutsche EinWanderung entwickelt, namentlich in den Schreckensjahren, die auf den 30jährigen Krieg folgten, und schon 1662 bildete sich die Frankfurter Landcompagnie, welche unter Pastorius Führung die Ansieolungen am Delaware begründete. Namentlich aus PeunZ Anregung folgten diesen Siedlern Hunderte und Tausende mn Deutschen nach, und schon 1685 wurde die rein deutsche Stadt Germantown gegründet. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts haben wir schon eine organisirte EinWanderung deutscher Secten. Zuerst kamen die deutschen Quäker, ihnen folgten 1098 1716 die Mennoniten, dann 1723 die Tunker, 1734 die Schwenkfäder, 1737 die Herrenhuter und mährifchen Brüder. Auch die Salzburger, Welche sosort den Seidenbau einführten und John Wesley die Anregung zr.r Bildung der methodistischen Kirche gaben, gehören zur ersten Einwanderung. Schon 1726 waren die Deutschen in Pennsylvanien so stark, daß die englischen Beamten die .Bildung eines rein deutschen Staats befürchteten. 40, Jahre spater rourde wirklich im Landtage von Pennsylvaniender Antrag gestellt,da5 Deutsche , zur Landessprache zu erheben. Der An--trag wurde nur durch die ausschlaggebende Stimme des Präsidenten, eines Deutschen, geschlagen. 1742 wohnten in Pennsylvanien schon 100,000Deutsche, 1749 kamen allein in Philadelphia 25 Schisse mit 7049 Deutschen an, und in dem einen Jahre 17S9 landeten in Phika.delphia allein 22,000 Psälzer, Schwaben und Aadenser. Man kann rechnen, daß 'Während der 50 Jahre vorder amerikanischen 3!eoolutiou durchschnittlich 5000 Deutsche jährlich hier landeten. Die Aufzeichnungen der deutschen Geistlichen in Philadelphia geben darüber näheren Aufschluß. Dieselben liegen noch im Originale vor. Wer nicht allein Pennsylvanien und 'die angrenzenden Süd staaten erhielten damals einen starken Zuzug von Deutschen, sondern auch New Hork. Jahrelang war dorthin die Einwanderung ebenso stark, als nach Pennsylvanien, und erst im ersten Drittel des 18. Jahr.Hunderts schwenkte der Strom mehr nach ben Thälern des Susquchana und des Delaware ab. Besonders bemerkenS??erth ist das Jahr 1709. Die furchtbaren Verwüstungen der Franzosen am Rhein und in der Pfalz hatten Taufende heimathslos gemacht. Diese Unglück.lichtn flohen den Rhein hinab und wurhtn von der Königin Anna nach England, .eingeladen, 'nnt dem Versprechende nach Amerika zu besordern. So fanden sich 1709 an . 33,000 hungernde, frierende, verhetzte Menschen in London zusammen, mo ihnen für den Winter ein Feldlager errichtet u?ucke. Wie viele dieser Üaglücklichen das Land ihrer Hoffnung erreicht haben, meldet kein GefchichtsjHreiLer, der Hunger und das Schifsssteber rafften Tausende dahin, und einer jener Emigranten, der wackere Psadsinder Eonrad Weiser, meldete 1720 in einer Acschverde beim Londoner Handelsamt, baß von einer Abtheilung von 4000 Psälzern1700 s:n SchifZssiebcr gestorben Waren. . Aber Diejenigen, welche der zwiefachen Hölle der srakizostschen'Naubzüge und dem Massenmorde auf See (in Folge der unbeschreiblich scheußlichen Schisssein, lichtuugeu) entgangen waren, fanden hier noch längst nicht die ersehnte Nuhe. Sehr viele mußten noch in jahrelanger Knechtfchaft den Preis der Ueberfahrt abarbeiten nach Löher hat über ein Drittel der ersten deutschen Einwanderer die Schande

der Versteigerung erlitten, und sehr m?;,f ich wurden, nachdem sie endlich ihre Freiheit erlangt und die paar Acker Land, nach welchen ihr ganzes Streben stand, cultivirt hatten, aus die schändlichste Weise um die Früchte ihrer Arbeit betrogen. Aber da damals hier herrschende Engländerthum hat die maßlose Ausbeu- , tung der ersten deutschen Auswanderer , theuer genug bezahlen müssen. Die Nachkommen dieser unsäglich bedrückten Menschen lieferten die bewährtesten Kerntruppen der Nevolutionsarmee. Sie kämpften nicht allein für demokratische Freiheit und für Haus und Heerd, sondern bei ihnen hatte sich noch ein ganz besonderer Haß gegen das Engländerthuul berausgebilder. Sie waren die zuvcrlässigsten Truppen des NeoolutionsHeeres, Einflüssen der Torys waren sie iinzugänglich und wohl hauptsächlich des! halb hat George Washington, der selbst fließend deMsch. 'sprach, seine berittene Leibgarde ausschließlich aus Deutschen .gebildet. Mein verdienstvoller Freund ,RaltcrmauN) in Ein innati at diele Thatsache mmmstößlich festgestellt und .sogar die Namensliste der Leibgarbe Washingtons akleumäßig ermittelt. : Jene Mischen Einwanderer von

1709 haben die blühenden Niederlassung gen im Hudsonthale begründet und jetzt mahnen uns die Städtenahmen Neubürg eburFd) und Nheinbcck an ihr Wirken. Jenen Psälzer Pionieren folgen Tausende und Abertaufende nach. Sie wurden von den damaligen englischen Stadthaltern an der äußersten Grenze angesiedelt, sie sollten, wie amtlich aus den Berichte,; der britischen Statthalter festzustellen ist, eine Mauer bilden, cm welchen sich die Naubzüge der Wilden brechen könnten So zogen sie ins Hudsonsthal bis nach Wann hinauf, ins Mohawkthal, das sie ausschließlich besiedelten und in ein Paradies verwandelt haben, ins Schohariethal, aus dem der habgierige Gouverneur Hunter sie später verttieb. Diese armen Menschen, welchen die bittere Noth gebot, sich mit den Indianern gut zu stellen, wurden sogar von Hunter in England verklagt, daß sie die Indianer aushetzten! ' Auch Neu-England erhielt deutsche Einwanderer, namentlich Maine und Massachusetts. Diese begründeten 1740 Watdoborough in Maine, dessen Einwohne? sechs Jahre darauf von Jndianern niedergemetzelt . wurden, ferner Bremen und Frankfurt in Maine und die deutsche Fabrikstadt Araintree bei Boston. Ueber 6000 Deutsche zogen damals nach den Fankeestaaten, doch wanderten die meisten einige Jahre spater südwärts. Auch aus Neu-Schott-land wurde um dieselbe Zeit die blühende Andsiedelung Lüneburg gegründet. Der Staat Ohio wurde zuerst von Deutschen, und zwar von Hcrrnhutern besiedelt, und das erste in Ohio geborene weiße Kind war die Tochter des deutschen Predigers Heckewelder. Auch der erste Erforscher des Alleghany-Gebirgcs war ein Deutscher, Johannes Lederer, der 1669 70 durch die völlig unbekannten Gebirge einen Psad bahnte und bis nach Florida vordrang. Ans den Angaben, die ich Ihnen schon machte, geht deutlich genug hervor, was die erste deutsche Einwanderung in Amerika war. Sie bestand aus Vaterlandslosen Unglücklichen, sie war das Product der Deutschland verheerenden Kriege, des heimischen Elends, oder der NeligionsVerfolgungen. Jene ersten Ansiedler mußten erst in ein fremdes Land fliehen, ehe sie Ueberfahrtsgelegenheiten fanden und die schwimmenden Hollen, welche sich damals Auswandererschisfe nannten, segelten unter englischer oder holländischer Flagge. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß diele Einwanderung kein deutsches Nanonalgesühl entwickelte und sich nicht al gleichberechtigt mit den holländischen und englischen Herrer des Landes betrachtete, fondern demüthig und verzagt sich derem Joch unterwarf und in duldende? Ergebung mit sich geschehen ließ, was Jenen gefiel. Aber kaum waren sie einige Jahre im Lande, als sich auch das germanische Blut in ihnen zu regen begann. Den Deutschamerikanern gebührt der unsterbliche Ruhm, den ersten Protest gegen die Negersklaverei erlassen zu haben ! Schon 1683 forderten die Deutschen PennsylvanienS die Abschaffung dieser Schmach, und als ihnen das nicht gclang, suchten sie das Loos der armen Schwarzen so viel als möglich zu lindern. Auch in der constituirenden Bersammlung der 13 freigewordenen Eolonien, 1787, stimmten die Vertreter sämmtlicher von Deutschen besiedelten Colonien für das Verbot der Negersklaoerei. Aber auch fras erste historisch genau festzustellende streben nach Unabhängigkeit von England haben die deutschen Bauern Pennsnlvaniens an den Tag gelegt. 1739 lehnte sich die hauptsächlich aus Deutschen bestehende Gesetzgebung Pennsylvaniens ossen gegen den König von England ans. Sie verweigerte ihm die geforderten Mannschaften und Gelder zu dem 5?ricge gegen Spanien, indem sie rundweg erklärten, für Englands Vergrößerungssucht wollten sie nicht arbeiten. Lassen Sie mich noch eine unantastbare amerikanische Ansicht über das Wirken der deutschen Pioniere anfuhren. Der berühmte amerikanische Geschicktssorscher George Bancrost sagt im 16ten Bande seines Geschichtswerks: "So Gennany, wlnch appropriated no territory in America, gare to tue colonien of New Netherland and Hew England their laws of bein.n 0 Zur Zeit des NevolutiouSkrieges hatten die 13 Colonien ungefähr S Millionen Einwohner, von denen ungefähr 700,000 öcegerjclaoen waren. Die deutjcheBevölkerung betrug nach Löher's Berechnung ungefähr ein Drittel der Weißen und in mehreren Colonien waren die DeutsKe ebenso stark, als summtliche andere Nalionalitäten zusammen. Pennjylvanim bestand damals zu zwei Dritteln aus Deutschen, New Jersey (das damalige Paradies der Plattdeutschen), Delaware und Marvland fast zur Hälfte, Birgiuien zu einem Viertel, und in New Pork bildeten Deutsche und Holländer vier Fünftel der Gesammkbeoölkerung. In beiden Earolinas, in Georgia und in Louisiana besanden sich starke deutsche Colonien. . , Wäre die Revolution damals gelungen, wenn dieses Land der deutschen EinWanderung entbehrt, also etwa ein Drittel weniger Nevolutionäre besessen hätte? Wäre sie damals schon versucht worden? Wer die Geschichte jenes denkwürdigen Krieges kennt, wiro die Frage nicht bejahen rönnen. Ja, man könnte noch weiter gehen und fragen, ob die Revolution hatte gelingen können, wenn die BeoolkerungSzahl 3 Millionen betragen, aber aus lauter Engländern und Jrländern beständen , hatte. .Die mächtige ToryPartes, welche unter den englischen Ansiedlern bestand und mit alter britischer Treue am Mutterlande hing, hat den amerikanischen Patrioten schon genug zu schassen gemacht, und eine Verstärkung demselben wäre, gewiß verhängnißooll geworden. Dagegen waren die deutschen Bauern sammt und sonders Nevolutionäre. Sie hatten mit dem Könige von England nichts 'geNiein sie haßten das engtische Regiment ans guten Gründen, und die Pennsylvamer haften, wie wir bereits HeseNHÄe 30, Jahre früher o jsen revoltirt. ' Und so finden wirdenn die Deutschen Mann sürMann aus der Seite der Patrioten, ebenso einvstilnmig,Miedsie kVorbäldZ0iJabrikt - .vrf" " , : - ..zxSth . "TXP'X ;; :vv, ,V. 'VMZV',?

gegen dN die Erhal tung , der Union eintraten. Und wenn mich jetzt Jemand nach den Hessen, fragt und etwa einwirft, daß 28000 deutsche Söldlinge gegen die amenaniscen Patrioten kämpften, so erwidere ich ihm, diese Schmach trifft nicht das, deutsche Volk, sondern dieses namenlose Verbrechen an der ganzen Menschheit wurde von deutschen Fürsten und von der dafür bezahlenden britischen Regierung begangen. Ja, auch aus der Kriegsgeschichte jener, Hessen laßt sich für das deutsche, Volk Rühmliches nachweisen. Sie schlugen sich nur so lange tapfer, als sie glauben mußten, der König , von England sei in seinem guten Zcecht, aber schon bei Trenton waren ihre Sympathieen für die um Haus und Heerd kämsfendelt Patrioten so groß, daß sie in dle Mitte der britischen Regimenter genommen werden mußten, um die masseuhaste Desertion zu verhindern. Tausende sind übergelaufen und viele haöen später unter den Amerikanern gekämpst, so z. V. besanden sich in Washingtons Leibgarde mehrere Hessen. Die politischen Zustände Deutschlands haben sich während des amerikanischen Revolutionskrieges ' in ihrem gamen Jammer hier wiedergespiegelt. Bei Horktown kämvsten deutsche Hessen unter englischer Fahne und deutsche öiheinländer, Schwaben und Badische unter französischer Fahne in dem von Frankreich den Patrioten zugeschickten Hilsscorps. ' In beiden feindlichen Feldlagern wurden eine Zeitlang die Eommandos ausschließlich in deutscher Sprache gegeben und deutsche

Kneger waren es, welche zuerst die französische Fahne aus den Wällen gorktowns errichteten. Es war um diese Zeit, als Herder das beschämende, aber damals berechtigte Wort sprach: Man kann in der Fremde nichts Schlechteres als ein Deutscher sein". Die Jorktowner Affaire hätte für uns Deutsche noch immer etwas unsäglich Demüthigendes, wenn nicht der eigentliche amerikanische Feldherr bei Dorkkown ein Deutscher, der General Steuben, gewesen wäre, und wenn nicht des deutschen Generals Mühlenbcrg pennsvlvanische und virginische deutsche Regimenter so wacker an der Seite ihrer sranzssssch-deutschen Waffenbrüder gekämpft hätten. So wurde das deutsche Volksthum auch in den Augen Derjenigen gerettet, welche kein Verständniß besitzen konnten für die entsetzlichcn Zustande des damals von einem ganzen Schock von Fürsten und Fürstchen gebrandschatzten deutschen Volkes. Das zum französischen Hilsscorps geborende Regiment Zweibrücken war rein deutsch, das Regiment Anhalt so deutsch wie sein Name, nnd 'andere französische Regimenter hatten Bataillone, welche aus Rheinländ'ern, Vadensern, Württcmbergeru, Anspachern nnd Schweizern bestanden. Es ist bei Jorktown vorgekommen, daß nach der Gefangennahme des britischen Heeres, unter den gefangenen sogenannten Engländern" und unter den bewachenden sog. .Franzosen" sich alte Freunde wiederfanden, welche zukommen in derselben deutschen Dorfschule gesessen hatten. Das klingt uns Deutschen von heute wie ein Traum, uns Deutschen, die wir herangewachsen sind unter den Siegesklängen von Königsgrätz, Gravelotte, Sedan und Paris, und unter dem KlingKlang und Gloria des neuerstandenen deutschen Reiches. Und doch liegen nur hundert Jahre zwischen e,i Ereignissen. Aber mit Stolz können wir sagen, daß es hundert Jahre einer gewaltigen Entwicklung aus der Bahn des Fortschritts waren, einer Entwicklung aus unerträglichcm Druck, zu erträglichem, weil vortrefflich organisirtem Druck. Aber auü) dieser wird und muß schwinden nnd' wir sehen schon die Zeit herannahen, in welcher das führende Volk der alten Welt ebenso frei fein wird, als es das führende Volk der neuen Welt schon ist. Und dann, meine Freunde, bncht eine neue, eine hossnunsvolle Geschichtsperiode für die ganze Menschheit an. Die glänzende Rolle, welche Deutsche im amerikanischen Reoolutionskriege spielten, ist für mich sehr verlockend, doch will ich hier nur ein Blatt dieser glorreichen Geschichte össnen. Es ist die Schlacht von Oriskany im Mohawkthale, wo nur Deutsche, und zwar Psälzer Bauern aus dem Mohawkthale, gegen I,7ö0 Briten und Indianer siegreich blieben. Es waren ihrer 800 Deutsche, und am Abend des blutigen Tages lagen ihrer 200 erschlagen aus der Wahlstatt. Auch ihr kühner und, besonnener Führer, der wackere Oberst Nicolaus Herckheimer, starb dort den Heldentod. Zu Beginn des Kampfes hatten die Indianer die meiste Munition der Deutschen gekapert, und viele unserer Landsleute mußten mit Messer und Hewehrkolben kämpfen. Es war ein furchtbares Ringen, Mann' gegen Mann. Aber der Sieg war nicht zu theuer erkauft! Das : Mohawkthal blieb verschont von den furchtbaren Verheerungen der Wilden, und diese wurden so demoralisirt, daß sie die verbündeten Engländer im Stich ließen und nach .ihren Stammsitzen im, Norden , zurückkehrten. Jedoch die wichtigste Folge dieses Sieges war die Capitulation des britischen Generals Burgoyne bei Saratoga., Das bei Oriskann pon Herckheimer geschlagene Corps sollte dem bedrängten . Aargoyne zu Hilfe kommen und ihm den Weg nach Albany eröffnen. Nur der Niederlage dieses Hilfscorps istder glänzende Erfolg bei vSaratoga zu verdanten. Hören wir, was George Washington bei Empsang , der Nachricht von Herckheimers Tode sagte: : Der Held vom Mohawk-Thale war es, der? den ersten glücklichen Umschwung , in die traurige Führung des nördlichen Feldzuges brachte. Er diente aus Liebe zum Vaterland, nicht mit dem Wunsche nach einem höheren Kommando, " geschweige, denn um pecuniärcr Vortheile willen." Das waren die Worte des z Vaters des Vaterlandes. ., ' - :' j ' Die sünf deutschen Generäle,. welche im amerikanischen Freiheitskriege dienten,?Kalb, , Steuben, Mühlcnberg, von Wödtke und von der Mieden haben sich um die amerikanische Freiheit hoch verdient gemacht, und die Namen der drei Ersteren sind noch in Aller Munde. : Auch unsere anglo - amerikanischen Freunde, welche sonst ein so schlechtes Gedächtniß v a l n t ' . ;..i.i':r' iHöic.i4üeipicnji?iDer'fut(yenTiiin!..oic; scs Land an den Tag ! l hk :;!, Kl : ,,3:: , " t.-m

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Mmen Steuben, Kalb und MühlenberF ihrem RubmeStempel einverleibt. . D!s deutsche Einwanderung schlief fast vollständig ein nach dem Sievolutionskriege. Erst fast 40 Jahre später beginnt sie wieder, es ist das die neue EinWanderung, welcher auch wir angehören. Jene 40 Jahre bedeuten den Niedergang der eigentlich deutschen Sache in Amerika. Die Deutschen hier verloren den Zusammenhang mit dem alten Vaterlande, Ufld nur in Pennsylvanien ist noch manches von. dem alten germanischen Geiste lebendig geblieben. WelcheRolle die Deutschen in Amerika spielen würden, wenn jene Unterbrechung nicht stattgefunden hätte, sondern wenn qerade in den Jahren des ersten Wachsthums unserer Republik das alte deutsche Blut durch beständig wachsenden frische Zufluß aus Deutschland verstärkt worden wäre wer kann das ermessen? Wer weiß, vielleicht hätte sich Franz Lohers Traum von rein deutschen Staaten in Amerika doch noch ersüllt! Wiener Brief Die Eröffnung des Deutschen VolksTheaters setzt ganz Wien in Bewegung. Der erste Eindruck, den der von Fellner und Helmer ausgeführte Bau hervorbringt, ist nach dem Urtheil der Wiener Blätter ein ungewöhnlich freundlicher und sympathischer, man fühlt sich sofort heimisch in diesen Räumen. Eine liebenswürdige Anmuth ist über das nur zwei Ränge besitzende Haus gebreitet, welches, in Weiß und Gold gehalten, durch den dunkelrothen Hintergründ ein warmes Kolorit erhält und das Plastik und Malerei angenehm beleben. Und doch wenn wir unsere Neuqierde bcfriedigt, wenn wir zunächst die Allgemein-. t ' r " . rf I Yen yaoen aus uns wirren laen, um dann in die Details einzugehen, können wir uns der Thatsache eben nicht verschließen, daß uns irgend etwas wenn auch nur vorübergehend befremdet. Es fehlen .nämlich als Abschluß an den Längssronten des Zuschauerranms die Parterre-Logen ; um die größte Sicherheit der Gäste zu erzielen, um für die siebzehn Ausgänge des Parketts Raum zu schaffen, haben die Architekten aus die Anbringung d& Parterre-Logen verzichtet und gleichsam zum Ersatze hierfür ein Proscenium geschaffen, das bis etwa in die Halste deö Parterres reicht, in drei Stockwerken nur Logen rm Ganzen dreißig enthält und dem Zuschauerräum sein eigenartiges, charakteristisches Gepräge verleiht. Vielleicht nur wegen seiner vkeuartigkeit fällt dieses Arrangement, das bisher in keinem Wiener Theater zur Anwendung gelangte, besonders ans aber sicher scheint uns, daß sich das Auge bald daran gewöhnen, daß das Urtheil über die Zweckmäßigkeit und Schönheit des Werkes, welches Fellner und Helmer geschossen haben, durch diese Neueinrichtung nicht beeinflußt werden kann. Das breite Parterre gewährt 889 Gästen Platz, eine Ziffer, die von keiner unserer Privatbühnen auch nur annähernd erreicht wird und doch findet Jedermann auf seinem Sitze genügend Raum, er vermag sich aus die Lehne seines Fauteuils zu jtützen und auch die lästige Sorge um den Hut existirt nicht mehr: An der Rückseite des Fauteuils des Vordermannes findet man eine einfache Vorrichtung, an welcher man seine Kopsbedeckung befestigt. Der sanfte Schimmer des elektrischen Lichtes verbreitet sich aus einer Unzahl geschmackvoller Beleuchtungskörper über das Haus. Der große, effektvolle Lüster in der Mitte der Decke, eine Arbeit aus der Hof-Metallwaarenfabrik von A. M. Beschorner. stellt einen hängenden Vlumcnkorb dar, dessen Fond eine aus schillernden Glasrauten "zusammengesttzte Glasschale bildet, deren acht Felder durch ebenso viele hochausstreöeude, elegant gefchwungene Henkel gegen aufwärts und durch ein nach abwärts gekehrtes Blumenbouquet gehalten werden. Auf den Gallcrien und an den Wänden entströmt das Licht reizenden Tulpen, Blätterzweigen oder Ampeln. Wenden wir unsere Blicke dem Plafond zu, so gewahren wir zwei prächtige Deckengemälde des MalerS Veith : ' Die Huldigung der Vindobona" und Die Bekränzuna des Volksdichters Raimund", dieses oblong, jenes halbmondfönyig. Neben dem todten Volksdichter prangt die Figur eines lebenden: der wohlgetroffene Kops Anzengrubers blickt von der Höhe auf die Zuschauer nieder. Auch der sigurale Hüuptvorhang des Theaters ist eine Schöpfung Veiths und vergegenwärtigt uns ein Maisest unter Leopold d-m Glorreichen. Eröffnet wurde das Deutsche Volkstheater durch einen von Ferdinand von Saar gedichteten, von Weiße gesprochenen Prolog, und durch Anzengrubers Volksstück in drei Akten Der Fleck aus der Ehr." Die jüngste Bühnenschopfnng Ludwig Anzengrubers hat eigentlich eine sehr kurze Handlung, die nur durch allerlei Beiwerk aus drei Akte ausgespounen ist. Die Handlung spielt zwischen zwei benachbarten Dörfern. In dem einen lebt der Bauer Philipp Mo ser mit seiner Frau Franzl in dem anderen Philipps Onkel, der reiche Andrä Maser. Dieser Letztere ist der Hausfreund Philipps, ohne Nebenabsicht, er hat die Franzl gern, kommt oft zu Besuch und die jungen Leute sind daher erstaunt, daß Andrä plötzlich' seine Besuche einstelle. Das Alles verläuft, wie in der Novelle, ebenso,' daß Philipp seine Frau für eine Diebin hält und sie ' deshalb zur Rede stellt, worauf sie entflieht. Aber die Novelle geht uns ja nichts an. Nun kommt eben der Dramatiker zu seinem Rechte. Vor Allem erzählt er uns ziemlich , ausführlich, wie es sich eigentlich mit dem Dlebstahle verhält, der Franzl vorgemorsen wird. - Der Dame, bei welcher sie in der Stadt bedienstet war, fehlt ' nach einem Walle ein Schmuckgegenständ, e!n werthvolles Armband, Franzl wird des Diebstahls beschuldigt, angeklagt und verurtheilt. Nachdem sie zwer Monats im Strashause gesessen, findet die Gnädige" das Armband, das sie nur verlegt hatte, wiederj Franzl Unschuld stellt sich heraus, das Mädel wird , aus der Haft entlassen und kehrt vergnügt in sein Heimathsdorf zurücke Hier heirathet sie ,MROrWhilipp!1edMHU t,m 'xxm lvbr

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was vavon zu agen sajz lie wenn auch unschuldig im Sträshause 'gesessen. Es ist begreiflich, daß alle Personen, welche hören, daß Franzl eingesperrt war, sich von ihr zurückziehe und am Ende ist es auch für einen Msnn nicht angenehm, wenn er erfährt, daß er eine Verbrecherin zur Frau genommnr hat. Da sich das Stück sehr ernst anläßt, da Franzl in dem Augenblicke, in ro?lchem ihf Philipp Miebitt!" zuruft, davonläuft und sich in's Wasser stürzt, so muß m'an nach der tragischen Schuld der Heldin' suchen, die also hier darin besteht, daß Franzl ihrem .Manne gegenüber die ganze Strafhausgeschichte "verheimlicht hat. Warum aber? Sie war ja unschuldig, sie ward unschuldig verurtheilt und wurde dann freigesprochen, aus welchem Grunde verhehlte sie dies ihrem Manne? Ah, wenn sie wirklich ein Verbrechen begangen, gebüßt nnd dasselbe verschwiegen hätte, dann würde man von einer schweren Schuld gegenüber dem Gatten, den sie durch ihr Schweigen betrogen, sprechen können, aber das Verheimlichen einer die Frau in keiner Weise belastenden Sache kann unmöglich als tiagische Schuld angesehen werden. Gehen wir aber weiter ! Was in aller Welt veranlaßt Franzl, weil ihr Mann sie eine Diebin heißt, gleich in's Wasser zu springen? Sie braucht ja nur den Mund aufzuthun und zu ihm zu sagen: Red' net so dumm! Du hast Läuten hören und net Schlagen! I bin gar kan Diebin, das Ganze war nur a Irrthum und 's G'richt hat mi völll, freig'sprochen ! " So beruht die Grundidee des ganzen Stückes auf sehr schwacher Basis. Der Dichter ist deshalb aus der Bühne dem Aeußersten, -das sein Stück zu einem Drama gestaltet hätte, " " - " ili. i ."r; 'fc' aus dem Wege gegangen. Er läßt den Gatten und das Publikum nur einen Moment in dem Glauben, daß die wie früher vom Gerichte nun auch von ihrem Manne unfchuldig Verurtheilte sich den Tod gegeben habe. Und hier findet er eine t'iefpoetische Losung. In demselben Momente, in welchem sich das arme Weib in das Wasser stürzen will, kommt ein Leichenzug über den See gefahren und der Ortspfarrer tritt zu der schwer Geprüften und kündet ihr, daß in dem Sarge, der hier ans Land gebracht werde, die Frau ruhe, um derctwillcn Franzl so viel ausgestanden. Aus ihrem Todtenbette habe sie Franzl noch um Verzeihung bitten lassen, das unselige Armband hinterlasse sie ihr als Andenken und der Pfarrer sei beauftragt, von der Kanzel herab feierlich die Schuldlosigkeit Franzl's zu verkünden. Philipp stürzt herbei und schließt sein Weib in feine Arme. Während der Leichenzug landet, fällt der Vorhang. Weinauösichten. Man schreibt aus Württemberg : Die guten Weinaussichten,, deren man fich namentlich in Süddeutschland wie schon lange nicht mehr erfreuen zu dürfen glaubte, sind leider jetzt, da es allmälig in den Herbst geht, ziemlich in's Schwinden gerathen. Einen sonderbaren und traurigen Anblick gewähren da und dort die Weinberge oder einzelne Theile derselben ; die Rebstöcke stehen ohne Laub da, aber wenn die Blätter noch vorhanden sind, so sehen sie braun, rostig, verbrüht aus ; in jedem Fall sind die Trauben der Thätigkeit ihrer besten Ernährer, der Blätter,, beraubt und gehen vor der Reife elend zu Grunde. Die Urfache dieses Uebelstandes, der in diesem Jahr im ganzen Süden gewaltig über Hand genommen hat, ist die sogenannte Blattfallkrankhcit oder auch falscher Mehlthau genannt. Diese Pilzkrankheit ist den Franzosen und Italienern wohl bekannt und, war auch schon früher in Deutschland, z. B. 1386 in Württemberg, eingedrungen. Ursprünglich stamtnt der Pilz aus Amerika, von wo er aus amerikanischen Reben nach Frankreich verpflanzt wurde ; mau wollte sich damals durch die Einfuhr und Anzucht überseeischer Traubensorten gegen die Reblaus wehren und bekam so statt eines Feindes zwei in's Land. Die Krankheit mtsteht durch die Samen (Sporen) des Peronospora-Pilzes, welche mit Hilfe des Windes auf die Oberfläche des Nebblattes gelangen, sich,' wenn dre übrige Lebensbedingnngen günstig sind, dort, fortsetzen, das Blakt durchdringen und sodann auf der unteren Seite des Blattes als silzartige weiße Flecken hervortreten. Diese Flecken sind nicht Anderes, als Pilzfäden und Hunderttausende von neuen Sporen; sie fressen um sich und vergrößert sich auf's Rascheste, bis schließlich das ganze Blatt mit Fäden durchsetzt ist, verdorrt und ah-, fällt. Die unglaublich schnelle Verbreitnng wird durch den Wind vermittelt und steigert sich umfomehr, je feuchter die Witterung ist. In einem trockenen und windstillen Sommer verschwindet, regelmäßig der Pilz. Aber schon anhaltenvcr Thau kann den Pilz zum Keimen bringen, was mit der VolksbeobachtNng stimmt'die -den .'mehlartig ausjehenden., Flecken, welche gern bei hansigcm Thau auftreten, ö den Namen Mehltau geschaf fen hat. Die sich im Herbst auf dem Laub bildenden Windersporen sind schneeH und frosthart und' gelangen, wenn die sonstigen Bedingungen zutreffen, Am folgenden Sommer durch Wind und Feuchi tigkeit auf, das neue Laub und daselbst zum Keimen. ; Sie pflanzen die Krankheit fort, ebenso wie dann die Sommersporett die Kranke heit weiter ausbreiten. Da dieser Som mer zu den feuchten und windigen gehör-, te, so erklärt sich die Ausdehnung des Uebelsö Nun W ' man glücklicherweise in, den Versuchen diese Krankheit, zu bekämxken7 ersolgreicher gewesen als gegenüber der Reblaus. Gegen die Fortpflanzung des Pilzes wehrt man sich dadurch,' daß man im Herbst 'alle Blätter, sowie alles geschnittene Holz sammelt und verbrennt ; auf den l Blättern sitzen, die Wintersvoren und dieselben gehen' nun mit den Blättern zu Grundes Gegen die Ausbreitung durch die Sommersporen, die bei warmem und feuchtem Wetter in zwei bis drei Tagen -einen ganzen Weinberg erfassen können, hilft sicher und zuverlässig das Bespritzen der Blätter mit einer Kupfervitriollösunq. n einem Erdölsaß werden in 100 Liter Wasser 2 Kg. Kupser-

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vllrim auigtojr uno oieje 'ojung mit Kalkmilch, IZ- Kg. gebrannter oder 'U Kg. teigiger Z?slk in Wasser gelöscht, vermischt. Mit bieser Mischung werden die Rebstöcke bespritzt, so daß die Oberfeite der Blätter getroffen wird; man benutzt hierzu einen Aaurerpinsel oder bei größeren Entfernungktt eine Gartenspritze und zwar spritzt man lieber nicht aus der Nähe, weil sonst die Mssigteit zusammenläuft und abstießt, ährend sie, um Erfolg zu erzielen und zu hasten, tropfenförmig auf die Blatter kommen soll. Dieses Bespritzen ht stattzusinden vor der Blüthe, dann zum zweiten Mal nach 4 bis Wochen usd nach Bedarf zum dritten Mal ebenfalls wieder nach 4 Wochen. Die Kosten belaufen sich für das einmalige Besprengen für württembergischen Morgen aui etwa 2 Mark. Von schädlichen Einflüssen, welche etwa durch das Kupfervitriol bereitet werden könnten ist bis jetzt nichtZ beobachtet worden. Dagegen steht fest, daß der verderbliche Mehlthau durch die Anwendung dieses Mittels erfolgreich bekämpft wird und das ist für den vou so vielen Seiten gefährdeten Weinban von höchstem Werth. Natürlich kann das Mittel im Großen nur dann wirken, wenn es anch im Großen angewendet , , " v mrd. Ein SeanöalProeesUn Ungarn. In Ungarn herrscht wieder einmal eine gewisse Erbitterung gegen das Ministerium Tisza, weil man entdeckt hat, daß im Handelsministerium von einem Unterbcamten, Namens Koka, ansehnliche Kassenunterschleife verübt werden sind. Wie eS in Ungarn Sitte ist, gibt die OpPosition dem ganzen System, welches durch die am Ruder befindliche Partei vertreten wird, die Schuld an solchen Vorkommnissen und zeigt uichb übel Lust, von diesem einen Falle einen Rückschluß auf die Gesammtheit zu thun. Da der Vertheidiger des angeschuldigten Veam? ten, dcssenProccß kürzlich zur öffentlichen Verhandlung gelangt ist, seinen Schützling dadurch zu, entlasten suchte, daß er ihn gewissermaßen als das Opfer des schlechten Beispiels seiner höchsten Vorgesetzten Hinstellte und zum Beweise dafür einige schwer belastende Anschuldigungen gegen den früheren Handclsministcr Grafen Szechcnvi, sowie seinen Secretär, Geh. Rath Matlekowitsch vorbrachte, so macht diese Angelegenheit jetzt das peinlichste Aufsehen, denn man hat nicht das unbegrenzte Vertrauen zu der Reinheit deä-Veamtenthums, das z. B. in Deutschland vorhanden ist. Daß in der That bei den öffentlichen Behörden manche Mißstände bestehen, welche solchen Argwohn erklärlich machen, das hat auch die Untersuchung, dieses neuesten Scandals zu Tage gebracht. Dem srühcren Hilssämter-Director im Handelsministerium, Johann Kokan, war die Verwaltung nicht nur der Hauskasse des Ministeriums,, sondern äuch dreier Ausstellungskassen" Darunter die der Pester Landesausstellung) anvertraut. Kokan unterschlug nun im Lause mehrerer Jahre 42,000 Guldeu, ohne daß die Unterschleife entdeckt worden waren. Reoidirt wurde nämlich nur die Hauskasse, und auch diese nur einmal im Jahre. Von der Durchsuchung wurde aber Ko? kan jedesmal vorher durch zwei befreundete Beamte, die bei ihm fast täglich zu Gaste erschienen und die aus den veruntreuten Staatsgeldcrn bestrittenen Geläge mitmachten, in Kenntniß gesetzt. Kokan hatte sonach Zeit, die Kasse in Ordnung zu bringen und das Fehlende aus den anderen Kassen zu decken, so daß sich nie ein Anstand ergab. Endlich siel es auf, daß ein vor elf Monaten von Seiten des Großherzogthums Baku für zwei angekaufte Hengste gczahlter.Betrag von 60S1 Gulden wohl eingegangen, aber an die Staatskasse nicht abgeliefert worden war.. Nun führte Kokan folgende Komödie auf. Er steckte vor seinen Beamtcn anscheinend eine größere Summe in ein Couvert, steckte dieses zu. sich und begab sich zur, Staatskasse, wo er ohne Couvert ankam und vorgab, dasselbe, in dem 42,000 Gulden enthalten gewesen seien, verloren zu. haben. Die hieraus eingeleitete. Untersuchung ergab aber so gravirende Momente, 'daß Kokan ein volles Oestandniß ablegte. , Als er jedoch, des Verbrechens der Veruntreuung angeklagt, vordem Strafgcrichte. stand, zog er sein Geständniß lheilweise zurück. Jetzt wollte er ur 22,000 Gulden veruntreut haben, wahrend er bezüglich der übngen 20,000 Gulden andeutete, daß dieselben von feinen, Vorgesetzten zu Privatzwecken verwendet worden seien So behauptete er, daß Staats secretär Matlekowitsch aus der Kasse öster Geldbeträge entlichen, diese aber nicht mehr zurückerstattet, sondern als,Kaferuuslagen verrechnet habe imd daß' er lKokan) anderen Beamten des Ministeriums auf Weisung desHandelsminjsters'oder seines Staatssekretärs Darlchne aus der Kasse habe auszahlen müssen welche oft Jahre lang nicht zurückgezalt worden seien. Von dein Han-z delsmilttster, .Grasen Szechenyi behauptcte Kokan, ' daß dieser vo r seiner Abgeoidnekenwahl 10,000 Gulden aus der Kasse' entnommen habe, welche ' er nach vier Tagen zurückgezahlt habe. ' Ferner gab Kokan an. daß er für bey Staatsjecretär im Auftrage desselben! Möbel gekauft habe. Herr Matlekowitsch hat dagegen öffentlich erklärt, daß dieseAngaben infame Lügen seien und - einen Pester,, Advokaten, der' zugleich Reichs-, tagsabgcordneter ist, mit dem Nachweise seiner Unschuld beauftragt. Ebenso hat auch Gras Szechenm alle Beschuldigungen des Kokan und seines Vertreters mit Empörung zurückgewiesen. Aber trotzdem ist man im Publicüm doch mißtrauisch genug gestimmt, un: zu glanben, daß doch, nicht Alles mit rechten Dingen zus gegangen , sei. Die freilich ., unerhörte Thatsache, daß die FiakerRcchnung des Handelsministeriums, während der, Landesausstellung nicht weniger als 80,000 Gulden ausmachte, ist den- doch geradezu unerhört. ! Bezeichnend i st auch, daß anläßlich der thcilweisen Erneuerung des CabinctS Tißa nicht nur Gras Szechenyi aus dem ;: Cabinet schied, sondern , daß man auch den Startssccretär Matleko- ,,' ' i. i :'' '" ';i f. ' W- L ' i ,. i'll1 - 'n ii,, ' 'i ''i ' i ! :' !: , : r : , ,, witsch, obschon ihm als Handelspolitiker große Fähigkeiten nachgerühmt werden, tt" : "ä 'XiXXX-. t i3x -T -' i . i!.r r v n c c jiiysii tj mm

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Jv'C TPAnr UM " &s 7iT WTOjiLs TRPFF Zur BlutreittigMg. SmHtt n t Ottawa, Jl:?., Jg. Mäl, 1888. Nkw er ZcZre lm ich UmetzZakeit des BWc. Nachdem ich ewe kurze Zeit Dr.ALZuft ÄöÄg's Hsnbmgcr Xtnfm angewandt bsüe, war ich vicder vÜMdiz hcrAkst:llt. WA. F. Fuchs. , Hilft fietS. Da,envort, Ja., 22. Äak,I888. Jh , kalte stets Dr. Auz. Könis'S HaAöusqkr Trop fen im Haufe rorrathia, da sich dieselben scho , hLusia als e!a auSgezelchNkteS VwtteÄkgOOZe . ütel msikfes haben. Th. C.'SäNstn. Nezelmäßiger Gebrsuch NsSkster, N. F., 19. Jur.i,i8S3.Zr kedem Frühjahre gebrauche ich rkclQSßlq Dr. ugust Köuig'S Hamburger Tropf zur Äewlßuua dcö Blutes. Diese ausgezeichntteu Trepfen sollten in keinem Hause fchlcu. - Göttlich Sonath, 292 LzeZ.Aveuue. Wirklicher Freund. St o St n, Cal., 20. Slxril, 185. Al wi.rr :.(.. si.l... l..m..tt.r ant immer. Ad. Ela PrelS SS CeukSrw eLe Hothrken zu ZeSe. THE CHARLES A. VOGELER CO., Bat'Jmore; Uf. IMMaMMMl HIIIIH 'I j 0f Dr. August Kcnig's O M.BixbuiGT G ji2?si2t2roriaste2? jn Mr jm m ist ein ganz rcrzüz ichcs HellmiUel czen Skschwüre. CchnZttwJden. Drand und VrSl unLr. LrftökM?u, pkdnkrazze, etc. 25 CtS. das Vackkt. Jn allen Llrrlft! zu hsbe. TEE CHARLES Ai VCSS ER CÖ , EÄcri VL&i Eine tZorznFliche Gelegenheit zur Ueberfahrt zwischen Deutschland und Änrerika bietet die bewährte mih beliebte Aul timore Linie des Aord deutschen Lloyd. Ti: ruhmlichst bekanntM, soune die neuen und erprobten, 6000 Tons großen Postdampser dieser Linie fahren regelmäZzig wöchentlich zwischen Baltimore und Bremen dir eet und nehmen Passagiere zu Zchr billigen Prek sen. Gute Verpftegung! Größtmöglichste Sicherheit! Dolmetscher begleiten die EmWanderer auf der Neise nach dem Westen. Bis Ende 18S3 wurden uüt Lleyd-DsWpscm Psffagicre glucklkÄ über den Ocean befördert, gewm ein gutes Zeugniß sür die Beliebtheit dleserLinie. Weitere AvSkunZt ertheile : N. Schumacher & Co EkiZkrsl.AMk, No. S Cüd Cay Str.. Baltimore, Md., oder deren Berireter tm Inland e. In' JndiauapsliS: Wenzel Bros.. . Metzger. . Bhre. f. WILL. PAilTZER, Apotheker, Fnsche Arzneien. Müßige Preise. . Recepten besondre Sorgfalt. 4 West Washington Strake. Unter dem ZLatkZaus. blähe der TrssftrCar. UOSI'S WUVN Ul'USiiililUljU. Prachtvoller Garten für Famtlicttaufcntli.nl. Gute Getränke, aufmetlsame Vcdienung. Mo. 333 Süd Meridian Straße., v . H Pl iS ff MZJeden Samstag Abend eusge? zeichneter Lunch. Dle SaföDfiiöi COMPANY, No. 10 Süd Bteridian-Sttake. (Hinter dem Wrcha,t5 Wat. Bank.) Nbfolut diebs- tu feuerfeste JameS F. FsiZey, G. G. ComcliuS, Präftdet. SickprSsideLt O. N. Frenzel, Secretär. . ' s,dkütt unAukbahren ten WttldMvtercn lebte? fett tonnn tat 15 und QUttoärlS jimiSi vermittlet. Dr. 0. G. PFAEE, Ossice S!::nvcn: m. 197 U. ÄLAßAMA . STPiASSH. BiZ 830 VcrmittazS irnb von 12 M2 S!achmitwzI. ko. 423 umstm ayesue'" Von 910 Vorm., 34 Nachm., und den ' 7 8to Eir 2ütst Clsutr W-:mi DA ( Vr y p!ach?ols ton L. H. WlLaer,) Apoth z r owuQx: Die Attferiigttng von Recepte Hkschieht w HuverMlftrr. fachverftÄndi Weise. " Südroest Ecke der r 0ST WATHINGT0N und OST STRASSE . . ;. : ' , i" U Wvznrt-HÄ Fshn M. Kaettlgex, Agcnt j j iDaS größte, schönste und Altere derarlZgA Lokal In der Stadt. Die geräumige nnd' schon emserZchMe Halle steht Vereinen. Lo. gen und. Privaten M AbhaUäng von' Vällrn, Concrrlcn und VtrsamÄlungm Mer Merken BedirMnen M Verfügung. 6 , ,i;VMiüii. , . , ,, , ,, ,., ,. ! ,, ; -"'"

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