Indiana Tribüne, Volume 13, Number 25, Indianapolis, Marion County, 13 October 1889 — Page 3
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Viola. Ct! metmttl L,benkbiN. frei ach dem Schwedisch voa Lmil JSnaZ. p. Fortsetzung.) o? Also wirklich?" Die Worte kamen schneidend aus dem Munde der alten Frau, deren Blicke unter ihren bleu chen Augenlider brannten. Ja, des Knaben wegen", wiederholte Wiola fest und bestimmt. Ans eine geschiedene Frau fällt stets ein Schatten, wenn nicht das Vergehen de3 Mannes ein solches war, daß es vom Gesetze verUrtheilt wurde. Und was hatte mein Mann gethan? O, nur das Herz feiner Frau gebrochen und für eine solche That gibt es ja keine Strafe, warum lhatte diese Fran auch ein Herz ! Und ihr würdet mir mein Kind genommen haben, denn ich war ja die Schuldige, die ohne Grund" ihren Mann verlassen Ihr würdet es in Verachtung gegen die entflohene Mutter erzogen und zu ernem ebenso kalten, herzlosen Egoisten, wie fein Vater es ist, gemacht haben! Und das, sehen Sie, das wollte ich nicht! Wie ich aber ungezählte einsame Tage und schkaflose,Mächte nachgegrübelt habe, einen AuSseg aus meiner trostlosen Lage zu sinden, meine unwmdigen'Fesseln zu sprengen, ohne meinem Kinde Schaden zuzufügen das weiß nur Gott allein!" Die jahrelang unterdrückten Gefühle, der ganze, vor der Außenwelt so stolz verborgene Jammer ihres Inneren, der noch vor Kurzem selbst dem liebevollen Auge ihres alten, väterlichen Freundes stch tapfer entzog, machte stch nun, da ein leidenschaftlich erregter Moment die starre Eishülle ihres Herzens gesprengt, unwiderstehlich Lust, und ihre Worte strömten dahin wie ein reißender Strom, der seine stillen blumengeschmückten Ufer durchbrochen hat und uun verderbenbringend weiterstürmt. Sie, die so selten sprach, so schweigsam und still durchs Leben glitt, fand jetzt Worte, die sich wie glühende Spitzen in die Herzen der Hörer senkten und ste verstummen Machten vor erschreckendem Staunen. j Selbst der Nendant, der ste von Jugend ! auf gekannt hatte, wußte es nicht, welch ' ein Geist in dem jungen Weibe wohnte, welche Dämonen in dieser Brust entfesselt drohten! Als sie eine Pause in ihrer wild dahin siürmenden Rede machte, sahen die Drei sich wortlos starrend an, und der Bankbirector, stch über die Stirn fahrend, stüfterte dann, zu dem alten Herrn ge wendet: O, sagen Sie mir doch, ob ich wirklich träume!" Die Rektorin faßte sich zuerst, und den einzigen Zweck dieser Stunde nicht aus den Augen verlierend, sprach sie scharf: Mach? endlich diesem unpassenden Austritte ' ein Ende und unterschreibe, Viola! Diese warf den Kopf znrück, so daß die losgeonzene Haarstechte abermals wie eine Schlange züngelte, indem die junge Frau ausrief? Freiwilli die Thür zur' Rettung, welche sich mir ösfuct, schließen? Nein, nie!" Die Rektorin sah ein, daß hier jedes Mittel versucht, jedes Argument geltend gemacht werden mußte. Du äußertest vorhin, sagte sie daher, daß wir Deinen Sohn in Verachtung seiner daoongelaufenen Mutter erzogen jja&en würden ist es denn besser, ,hn in der Verachtung gegen den entehrten nd bestraften Vater aufwachsen zu lasten r Die junge Frau sah ihr furchtlos und fest in die halb verschleierten Augen, und ihre Stimme klang so hell und hart wie eine Metallplatte, als sie antwortete: Das Lrtztcre ist nur gerecht. Kurt soll sein Leben lang vor der Luge bewahrt bleiben, und es ist besser, mein Sehn lernt einem verbrecherischen Vater zu verzechen, als emen Mann zu achten, der semer Achtung unwürdig ist." Die alte Frau verstummte vor dieser unbarmherzigen Anmort. Onkel Malte aber konnte sich nicht enthalten, der prechmn ein leise mahnendes: Viola zurufen. Diese sing seinen Ruf auf und sagte iqon: Ja, ja, ich weiß es, Onkel Malte. Die Frau soll verzeihen und verdecken! Ist es nicht so? Fordert es nicht so Herkommen? Etwa deshalb, weil wir chrlsien lind? New, durchaus nicht nur, weil wir Frauen stnd! Einen Mann, der die Vergehen seiner Frau ? r , c ? . c rf-r ' r r . vervirgr, vejcgiuoigi man ver yrtozlgkelt und Schwache eine Frau, welche die Fehler ihres ManneS blosstellt, zeiht man der Niederträchtigkeit. Nein, daS kann nun und nlmmer aut und nchha. dieses VeschZnigungSsystem muh fasch sein. Oswald Biedermann hob den Kopf empor und schaute sein junges Weib mit eitgeösfnetcn Augen an. Ist daS Viola? stammelte er, ist es Viola, die e -.!.: ?'.. t jt ' ra lpncyr: uno vtn ica es, oer -Ja, nicht wahr, das wundert Dich? unterbrach sie ihn mit schneidender Stimme. z,Du freutest Dich ja so sehr darüber, daß ich den schönsten Schmuck einer Frau befaß dap es keinen Gedanken in diesem mustergiltigen"-Köpfe gab ! Ja, wahrlich wenn ich Dich Nicht einst so heiß, jo innig geliebt hatte, nd wenn es meiner Liebe nicht, so schwer geworden wäre, zu ersterben Die Rektorin, immer bereit und in allen Phasen des Kampfes zu Haus, sing diese Wendung sofort auf und siel schnell ein! Ab so bedenke doch, Unglückselige, daß es der Viann Deines HerzenS war, den Du jetzt dem Verderben preisgeben willst! Venke doch, baß es der Vater Deines abgöttisch geliebten Kindes jaj !- f i,;!,-!,';: Alles Helle, altes 'Sanfte und Liebliche war aus ihrem, jugendlichen,, Gesichte weggewischt, als des Äankdirektors Frau jetzt herb und nahezu unweiblich erwi, derte: J&vLt ein aufaenotbiates Gezchen?
Lat man kein Recht, einen Dank zu sor- waren von meiner Hand gearbeitet, obdern." j gleich Du glaM ES war mehr, als Oswald ertragen Ersparnissen meines Haushaltungsgeldes konnte. Er, der gewöhnt war, aus ' kauft. Ersparnisse bei Deine', Ans sicherer Hohe und souverän lächelnd auf j sPrüchen an den Haushalt! Der seiden
seltte Nlrte Flau hmabzufehen, and sich
jetzt fast zu ,hren Fußen unter den bren nenden Wunden des HcrzenS und der Seele, die ste ihm zufügte. Mitleid, Viola!" flehte er, .habe Mitleid mit mir." Mitleid?" lachte sie grell auf, v wahrhaftig, wo sollte ich dieses wohl ge lernt haben! Hier im Hause etwa? Hier, wo ich dauk Deinem Beispiel und Vorbild mit einer Geringschätzung, ja eine? Verachtung behandelt wurde, die sich bis herab auf die Dienstboten erstreckt! Hast Du Mitleid mit mir gehabt! Hast, Du mich nicht gedemüthigt,, gepeinigt und gemartert Ihr Beide, Du und Deine Mutter? Ihr habt mich im Großen wie im Kleinen nach Euern, Willen gezwungen. Ihr habt meine Seel, niedergehalten, wie ein unnützes Ding. Ihr habt mein Herz mit Füßen getreten, weine weibliche Würde verhöhnt und be leidigt, tausend und tausend Mal, Jh, habt mich behandelt, nicht als ob ich Del frei erwähltes, vor Gottes Altar Dir an getrautes Weib, sondern eine nieder, Sclavin wäre. Schließlich o, Eurt Grausamkeit schreit gegen Gottes Vater gesetz! schließlich habt Ihr Euch ver, ! dündet, mich meines Kindes zu berauben aber das hast Du doch nicht gewagt! ! nein, das wagst Du nicht, Oswald!" Jetzt war er wirklich zu ihren Füßen niedergesunken. Habe ich das Alles wirklich gethan?" rang es stch wie in Verzweiflung aus seiner gequälten Brust. Aber da war auch schon seine Muttn an seiner Seite und riß ihn empor. Feigling!" zürnte ste, bist Du hier an Deinem Platze?" Und stch zu ihre, Schwiegertochter wendend,, fügte ste mil gerötheter Stirn und fprühenden Augen hinzu: Wir wollen doch sehen, wie weil dieses grausame, entsetzlich? Gebahrernoch sühren soll!" wO ja, nicht wahr, meine gnädigi Frau Schwiegermutter," fuhr Viola mu wildem Hoh):czelächter auf, iricht wahr, ich bin grausam, entsetzlich? Aber ich bin es, weil Ihr mich dazu gemachi habt!" Kann sich denn in den wenigen Mo-. naren, mc ich gier verwette, em junges. sanftes Werd so wunderbar verwand ein? entschlüpfte es fast wider Willen den Lippen der in der That nahezu ralhloje Rektorin. Der ganze Strom der entfesselten Lei-. denfchajr, die in Violas Kopf und Herzen tobte, richtete stch nunmehr gegen iit alte nrau, m der sie a von icher tue Ur: heberin all ihrer Leiden zu sehen gewohnt war. Und bebend vor maßloser Erre: guna, schleuderte ste Jener entgegen: O, nicht seit wenigen Monaten erst Sie sind stets m diesem Hauje hie, gewesen, meine Gnädige! Ihr Einfluß war es, Ihr beherrschender, böser Geist. der mich in meinem neuen Heim empfing, der unser junges Eheleben unheiibrin: gend erfüllte und stch seitdem gleich einen' finsteren Schatten zwischen mich und meinem Gatten stellte. Sie stnd es, die ihn lehrte, seine sogenannten Gerechtsam als Mann hofzuhalten, aber bie ver gaßen, ihn feine Pflicht als Mensch zu lehren! Sie stnd es. die ihn in abgottischer Anbetung des Geschlechts, dem er angehört, zu einem pflichtvergessenen Galten und schleckten Vater erzog! die ihn, so lanae er Ihnen nur ein 'auter. Ehrfurcht heuchelnder Sohn blieb, allen Anderen gegenüber zu ernem kalten, herz losen Egoisten machte ! " Die Rektorin, welche um jeden Preis diesem entsetzlichen Auftritte ein Ende machen wollte und jetzt den Punkt 'zu kennen glaubte, aus welchem Violas Gebühren hinzielte, überging alle die gegen sie mit so vieler Wahrheit grnch teten Veschuldia.ttna.en und antwortet! der jungen Frau: Viola! Ich verspreche Dir heilig und auf Ehrenwort, daß Du mit Kurt gehen kannst, wann Du willst und wo hin Du magst, aber unterschreibe jetzt diejes Paprer!" .Gehen?. Gehen, wohin ich will? erwiderte Viola mit schneidender Schärse. llct dajlelve verachtete Vajem zu führen, wie einst meine arme, gattenlose Mutter? und es vielleicht eines Tages erleben zu müssen, wie das Herz meines Sohnes von mir stch ab und dem geehrten Vater, in seiner hochgeachteten, glattzenden Stellung, zuwendet? Stein, meine gnädige Frau, daS wird nun und nlmmer gezchehen, so lange noch em Tropsen Älut in meinen Adern stch regt. Ö. jetzt bin ich vor Ihnen sicher, meine kluge gnädige Frau! Vergessen Sie l i '. f r f... oocy nlr. van em vom 12k;cr verur theilte? Mann kein Recht mehr, nich kmmal ein moralisches, über sein Kind hat. Kurt bleibt jetzt der meine, ganz und aar mein! und ich werde ihn er! liehen, wie ich will und sür gut halte 'fwr .'' . f : t t. J vor 'uuem, Ivozn le nie ,m ranoe ge ivesen waren, in der Wahrheit vor Got end den Menschen!" Jetzt brach fast auch die Rektorin zu .ammen, ihr unbeugsamer Muth, ihre nie versagende Schlagfertigkeit verließen 3. I c. rtJL .e ' . S-i..t. . !.. Zic. v2ic lieg jicj auj einen 11191 nie her und stulterte: Diesem Rasen machtlos gegenüber stehen in müssen 0. es ist furchtbar! Aber so besieht ihr doch, Oswald, zu unterschreiben!" Ihr Sohn lachte, aber dieses Lachen i " r 1 ' 4 ' klang wie jammervolles Weinen. .Befehlen? Ja)? t)örte man ihn murmeln, ach, nur schemt, ich habe bereits zu viel befohlen! Die Rektorin machte noch einen Versuch, die junge Frau umzustimmen. Bedenke doch, Viola!" sagte sie leise, fast sanft. .Wenn Du meinen Sohn verlierst, wovon wirst Du leben können? Dein kleines Kapital schützt Dich nicht, und an Arbeiten bist Du nicht gewöhnt! ' Viola richtete sich stolz auf. f V. . . .:it,t.!., Wie meinen, lcy ronnie niuzl roeis ten?" rief sie. Sieh her. Oswald, mit diesen ihren Händen hat Deine Frau Jahre lang gearbeitet, um Kleidung sür sich Und ihr Kind zu beschatten." ' '-Gearbeitet?'Dil?''' - ,Ja. das that ich. Alle die gestickten, gehäkelten,' gestrickten Kleinigkeiten, die Deme verehrte Frau Mutter zu Geourtstaqen und anderen Gelegenheiten erhielt.
awk. den Du aestern l um dle Schul-
inn Deiner Mutter schlangst, Und der . j rr . . .. k? k ttt mit? zu nex uge vernniazzen svuir, hätte gleichwohl das Werk meiner Hände sein können, denn gar tele seiner Bruder md von nur heimlich für Geschäfte am aefertkat worden, um mir die Mittel zu gewähren, mich ud mein Kind anständig zu kleiden, da Du niemalS'damit belä' tiat werden wolltest. Die .Apanage des Prinzen", wie Du noch gestern ssgest. durste und sollte Dlch nichts kolten. Denn ich wollte, daß er nur mir AlleZl zu verdanken haben sollte, und das wa es doch, wie Du mir vorwarfst, was fr g?oße Summen aus der Haushaltungskaße verschlang" so, jetzt weißt Dv endlich, wie unsere Rechnung steht!" Viola hielt athemlos inne. Aber während Mittler und Sohn in grenzenosun Erztaunen befangen verharrten, chritt der Nendant, der bisher mit mu beschreiblichen Empstndunaen und Ge danken ein wortloser Zeuge dieser Scene, . . v j ? r ja . i . oie ja emer ocoeuiungszcyweren zcara stropye gleichkam, gewesen war, aus die jung? hra zu. tzr war jcyr ?rnjt, und schwer legre jich seine Hand auf ihre cyuiier. Genug, mein Kind, sprach er. Werde nicht unedel!" i? lehnte sich wie ermüdet an seine Vrust. Du hast Recht. Onkel Malte sagte sie, aber es ist nicht meine Schuld. Und ich bin auch nicht mehr die Viola, die Du einst gekannt und gelievjt hast. Etwas m nur it Tut immer verloschen! Sieh, Oswald," fuhr sie zu ihrem Mann gewendet fort, daß Du mich un glücklich gemacht hast, wäre vielleicht noch zu verzeihen; aber daü Du mich boshaft, daij Du mich schlecht gemacht hast, das ist es, was ich Dir nie, nie verzeihen kann! Und nun glaube ich, dajz es genug ist. Wir haben uns ausgesprochen und rennen einander jetzt. Sie machte nch aus dem umschllnaenden Arm des Rendanten frei und wollte gehen. Dmer hielt sie sanft zurück. Bedenke Dich, mein Kind," bat er leise, ud unterschreibe, Deines alten Freundes wegen!" Viola schüttelte sinster den Kopf. Ich habe mich fünf Jahre laug be dacht. Onkel!" erwiderte sie. Aber Oswald hat Dich doch geliebt, und glaube mir, Kind, im Grunde seines Herzens liebt er Dich noch." Da zuckte es wie ein greller Blitz über ihr Gesicht, und in den Augen glühte es unheimlich auf, als sie mit erbarmnngsloser Deutlichkeit sprach: Er mich lieben? Der mit Vergnügen mich dem ersten besten Wüstlittg hingeworfen haben würde aus Dankbarkeit, daß es Jemanden gäbe, der Behagen an meiner unbedeutenden Person grfunven ! " Hier streckte Oswald wie beschwörend seine Hand gegen ste au und rief in warmem Herzenstone: Aber das ist nicht wahr!" Nicht wahr?" höhnte sie. Und ist vielleicht Omphales Gruß an Herkules auch eine Unwahrheit?" Er sank krastloS zusammen. O! geschlagen!" stöhnte er, gcschlagen auf allen Seiten!" Sie sah auf ihn hernieder, und kein Zug des Mitleids, kein Schimmer des Erbarmens zog über ihr bleiches Gesicht, sie schien, eineNiobe. in Stein verwandelt. Aber es ekelt mich an, noch weiter zu sprechen," hob sie an, ihm den Rücken wendend. Das Schicksal hat mich gerächt! In demselben Augenblick, in welchem die Pforten des Gefängnisses für Dich sich anfthun, öffnet sich vor mir der Pfad der Freiheit. Wir sind quitt, und aus den Ueberresten meines vernichteten Glückes werde ich versuchen, einen Tempel zu errichten, groh genug, daß mein Sohn darin für seinen sündhaften Vater beten könne." Und ohne noch ein Wort hinzuzufügen, und ohne daß noch Jemand den Versuch gemacht hätte, sie zurückzuhalten, schritt sie langsam hinaus. Einen Augenblick sprach Niemand von den Zurückgebliebenen, das soeben Erlebte erfüUte ihr Empfinden, fesselte ihre Gedanken. Die Rektorin war es wieder zuerst, die Worte jand. Rmi? wandte sie sich mit einer Grimasse an den ReNdanten, was sagen Sie jetzt zu Ihrer sanften Taube, Ihrem zarten Veilchen?" . Er blickte sie durchdringend an. Ich sage wie sie: daß Sie sie böse aemacht haben!" erwiderte er mit lauter stimme. Und das verzeihe auch ich Ihnen nie!" Mit stummem Gruß jjing er davon, Viola nach. Mutter und Sohn waren allein. Eine dumpfe Schwüle breitete ihre bleiernen Schwingen über? das Gemach. Tausend wirre Gedanken wirbellen in dem Gehirn der beiden Menschen, die des Einen hoffnungslos und schmerzen füllt, die der Anderen unaushörlich grüs belnd und nach dem Faden suchend, der sie rettend aus diesem Labyrinthe führen muß!?, Das Erste, was man nach einer Weile wieder vernahm, waren d,e mehr gestöhnten als gesprochenen Worte aus dem Munde des Bankdircctors: O. Mutter! Mutter! Was haben wir gethan! " , . Es war keine zufällige Handlung, die ste in diesem Augenblick vornahm, indem ,ie oas vormu acynos zu ooen ge,un-, kene heilige Buch aufhob und einen Moment an ihre Brust drückte. War ste sich doch bewußt, stets , nur.daS Nichtige" vvvj vivti- iit, imi -vuv : vyuat gewollt, dasjenige exstrebt z haben, was Wille und Zweck ter Gottheit war, der pe iyr veir iana Mnte.. es -v w "j. nur natürlich daß lhrdie Verwechslung fcfaeaneUt bau n &ttUb&0ütiMm ti- ..1 d 1 1- m 11 m m iTTmt Att sie zu willfahren pokgabdas eigene Jch setzte. Höchstens, die . Wohlfahrt des Sohnes kam .dabei noch in Betracht, denn er war ja in dieser Beziehung Eins mit ihr. So hatte sie es ,,, immer gehalten, und ,! so, würde, sie es auch, weiter halten, . ' ! -t r - ,!! 'R ,, j ,s . " -Vs , jP jjj r: ' 4 Mein Gewissen ist vollkommen ruhig sagte sie daher. -a .-.-. Der Sohn aber rief: Wie Schuppen ist eS von meinen Au, gen gefallen ! Ein dichtgewebter Schleier zerriß vor mir, und zetzt sehe ich Alles nur zu klar ! - fiiM- MAMmi"M.
D!e Mctorttt stand plötzlich neben ihm. .Höre, O5sald, was ich Dir sagen wollte!" rannZrste ihm inSOhr, das Papier dort mich unterschrieben werden. Für eine wahnsinnige Gattin besitzt der Mann vollkommene-Freiheit des Han? delnS. Unterschreibe-selbst!" Er starrte ste wie geistesabwesend- rn. ,Jch?" stammelte er, ,Ja, Du!" fuhr seine Mutter xvtfßq hxt, indem sie seine Hand' ergriff urch. ? rf ... 5 V .
,yn, er wie wiucnzos zu geyorcyen zcylen. zu dem Tische führte. Biolas Name ist' nicht schwer nachzuahmen unterschreibt rasch l ' Er sah sie a und schlug die Hände zu, e ummcu. Du sprachst also nicht im Wahnsinn vorhin, Mutter?" rief er in schmerz erfülltem Tone. WaS meinst Du damit?" O, nichts, Mutter! nichts! Ich klage es nur, daß ich noch nicht all Talente zum Verbrecher habe. 5s wäre gut, wenn Du sie hättest wenigstens in diesem Augenblick. Ve denke, was sür uns auf dem Spiel, steht! Begreifst Du denn nicht, daß ich mn für Dich denke, zur Wich handle? Sieb. Arnsbur kann jeden Augenblick kommen. Er muß nns noch eine Frisj bewilligen, wenn er das Papier hie, steht. Bis morgen früh kann noch viel geschehen des Menschen Sinn wandelt sich über Nacht irgendwie muß .uns Hilse kommen. Sage dem Prokuri sten Er entzog ihr feine Hand, die sie fest, zuhalteu strebte ; aber zum ersten Male rn feinem Leben unehrerbietig gegen sie, stieß er seine Mutter beinahe rauh mit den Worten von sich: Laß mich in Ruhe ! Siehst Du denn nicht, daß ich jetzt nichts denken, nichts thun kann daß ich vernichtet bin?" Bist Du auch wahnsinnig gewor den?" riet lie Nein, ich bin klug geworden klug zu meinem Unglück, und leider zu spat!" In diesem Augenblick drang ein geb lendes Jammergeschrei aus dem anderen Flügel der Wohnung zu ihnen herüber. Der Bankdirector stutzte und erhob lauschend den Kopf. Die NeZtorin schritt rasch zur Thür, um zu sehen, was der Lärm bedeute ; aber ihr Sohn kam tyr zuvor, an ihr vorüber stürzte er hinaus. Auf dem Korridor traf er auf Marie, das Kindermädchen, die weinend und jammernd an ihm vorbei und die Treppe 1 t 1 ymumcr eure. Ihr war Sophie gefolgt, die angstvoll M 'fck. M . L LlU I .M I JktL M, M A uau wiwi oiiiuuy yct ..es, vyn. zu mn, was ue ,oure. Mas gtcbt es, Sophie? nes der zunge Hausherr ihr entgegen. Was st AtiAltlMH 9 lixr j, u -v- r 1 . Ach Gott, gnadiger Herr! jam merte dlcse. d:e diesmal alle koketten utt,re vergan, .es i granilcy anzuWas um Lottes willen . K.W Va IIiim V fr ! 1 I 1 IUWV " llrt i"4Wv er ,tt ,chon ganz dlau ttn encht und nappt,o,onvervar nach ufr! mälfrJ? lt lL TrfI Bankdirector entsetzt. Wo ist meme rau i Ach, die arme junge Gnädige!" rief Sophie in aufrichtigem Mitgefühl, es ist ein Jammer, mit anzusehen sie ist mehr todt, als lebendig ! " Der Bankdirektor wollte hinüber ins Kinderzimmer stürzen. Aber da kam ihm schon Viola entgeaen. Keisterbleick. Analr und SZerzweiflung im Blick, rief sie mit heiserer 7-. ' 1 ' ' ülllNNlf . Hilfe! Hilfe! Mein Kind stirbt! Kommt denn kein Arzt?" Wer ist bei ihm?" fragte Oswald atbemlos. ..Der alte err Nendant antwortete Sophie und eilte wieder zurück, um ihre Hilfe anzubieten. Der Bankdirektor aber stürmte, obne s Hut und Ueberrock, hinunter, ans dem . .fionfr. di trüm hrt,n Wnt tu Kaien, crndesskn s,l,n N!r kalk betäubt vor Schmerz und Angst, an der Wand des Korridors. Sie ranq die Hände und ächzte : w -mtm vißti- mein itfotti öo araurtrti- rf-r . . r-. . j sam kannst Du doch nicht sein! Da tonte eine sonore Stimmern ihr yr: M . . . Avaotteret tcülaat der err ln Staub!" Ihre Schmieaermutter stand m'l .. ' JL . m vor lyr. ' . Em stöhnender Laut, wie aus emer tiefzerfleischten Brust, gab der alten Frau Antwort. Die gerechte Strafe folgt der unnatürlichen Gattin auf dem Fuße .fuhr Jene fort, .wenn Kurt stirbt, ist die Schuld Dein!" Da. gellte ein x markerschütternder Schrei durch das Haus. Die Unglückliche junge Mutter war in ihre Kniee oefunke, oas grausame Wort hatte sie wie ein Keulenschlag niedergeworfen. .Meine Schuld!" stöhnte sie in herzdurchbohrendem Jammer, ich bin es, die ibn aetödtet bat? meinen Knaben, meinen dolden. lünen Knaben !5rck bin die Mörderin meines Sohnes?" ! Aber plötzlich verstummte ihr Weinen,der Varornsmus wick. und die klare Besinnuna kebrte ihr zurück. Sie erbos sich und sprach: ' .Nein, so ist es nicht. O, Sie sind eine boshaste Frau. Sie sind ein schlcch - , teS Weld ! Sonst könnten, sie einerMutter in einem lolcken Auaenblick nickt z dieses Wort zurufeu. , ,. Gott, möge Sie dafür richten!?' , joajur rimrnii u Onkel Malte, den ihr iammero Schrei herbeigeführt hatte, nahn oller m die I Ü I 7'" l -7 ----- j.. Schwerqevrüfte in seinen Arm und letj tete sie zurück, , in das trübselige Gemach, 2 1. (H . w t t t " wo ihr Alles mit dem Tode rang. r ?zeia,zelllg rei)rle auch oer Danroirertor zurück, von einem Arzt begleitet. ; ? Wo .trasst Du ihn, fragte seme Mutter. ;:,,jT . - Gleich vor der, Haüsthür , auf dem Wege hierher, i" .";,'!,"."', , rt. -jrflr'i4 c:s a..... txir .- r . ' t . ' " n . m r i iyuw üüii n oas äi Zimmer getreten, der junge Hausherr Zögerte noch einen Augenblick, ihm zu folgen. .Gehe hinein zu meinem Kinde, Mut - ter." bat er' vielleicht bedarf man Deiner Ersahrung lch vermag j mAtft I ';,,:!! :'V'-, 'tüM v- i - " ir. :!. I , , nichts l
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. Die Nectorin zMe die Achseln , unl , ii-f';, . V : 5. .f. .V f ging m ihr Zimmer. ' Am Bette deS kranken KindeS stand berArzt, den Zustand deS kleinen Leide udl mit strenger Erfahrung prüfend, fern Gesicht war sehr ernst. - Kurt lag und wand sich in ängftoolseA Oualknz' das kleine Gesichtchen roat dunkelroth, fast blan gefärbt.' die Auge drangen aus ihrenHöhlen, und der Athem kam und ging nur in kurzen Stößen, pfeifend und raffelnd. Die Angen Viola S hingen in qual soller Erwartung an den Lippen des Arztes, sie harrte in Todesangst auf ein wort der- Sossnung. - Netten "Sie, ihn, Herr Doctor!" rief k? iTl. it- -L. 1 ft ipcuicnir, xzuzn vic i;n et et stickt! Ach. Sie glauben vielleicht, es ist nur ein Kinv "es gelte nur ein Kind, wie ste alle sind, zu retten 0 nein, nein, es gilt viel! mehr! 3ch habe ihm das Leben gegeben, aber er hat eS mir tau: sendmal gelchenkt sein Leben ,st mehr, unendlich mehr, als die ganze Welt! Der Arzt faßte ihre Hand. .Beruhigen Sie sich!" sagte er fanst. .Aeruhlaen? Ich mich beruhigen?entgegnete sie leidenschaftlich und sank vor ihm fast auf-die Kniee. Ach, Herr 'Ooctor, llles, was ,ch besitze, foll das Ihre sein, wenn Sie mir ihn wiederschenken! Und ich bin reich," sprach ste in fliegender Hast, weiter, 0 so reich, wie Sie gar nicht glauben. Ja. ich bin reich genug, um eines Mannes Ehre mit meinem Gelde zu erkaufen ! Herr Gott nn Himmel, kann ich denn nicht auch das Q.Fi aiii? r !tk3r Kftmif rfnlttn 9" iniiui'.' vuuii vt luujvit ( (ö-rtjetzung folgt.) Zwei Helden. Von X. isa. Awanzia Minuten vor dem kleinen. fchlestschen Städtchen Drachenberg lag ein altes Wirthshaus die Kreuzlchenke genannt. Zwei mächtige, alte Pappelallem schnitten sich dort und gingen, ein reuz vttoeno. uacy auen vier uwica tunaen auseinander, waö dem alten Haus, das dicht am Kreuzverg lag, wohl, einstens zu seinem Namen verholfen batte. Sonst war die Gegend reizlos ... rr.:i... v 00 .f rr.. . . . - ' u vciven vscueu vti Pllppczuuc? ein 11t er Straßenaraben und, daran grenzend. flache, endlose 5?artossel- und Zuckerrübenfelder. . An den letzten Hausern der Stadt, dort, wo die Laternen aufhörten, stand heut', an einem trübhellen Herbstabcnd, ein alter kugelrunder Herr und blickte fjs.wnm c; f?Jt... .ffunschlüssig in die unsichere Helle hinaus. Mondlicht brach hin und wieder ' . ausden ziehenden, windae aaten Wolken. in den Kronen der Pappeln flüsterte der Wind und raschelte unheimlich in den gelben Blättern. Die Stadtuhr hob aus - . . ' ' und that acht dumpfe schlage. Wie ausgestorben lag die schnurgerade mt vox )nu Ih Perspektive verlor im ungewissen Dämmer und fern I ganz sern blitzte verlockend das trauliche Licht aus den Fenstern der Kreuz- . . -v chenke des alten verrn er eymesZiel. alberner Besuch hatte ihn heute so ..... aufaebalten und statt, wie allabendlich, mit seinem guten Freund, dem Rentier Kluae. zu wandern, der ihn hier an dieser Stelle Schlag halb acht zu erwarten pflegte, konnte er nun allein den öden, einsamen Weg geh'n. Diese? Kluge", seuiztr der dicke, alte Herr, Particulier Seibt der hätte auch wohl ein bischen länger warten können aber um acht Uhr sttzt der natürlich längst am Stammntchr . Es war Nicht zu leuanen nem, kem Mensch konnte das daßder Weg sehr I ?v. . ....c.:.r:. c: Ts: &ttm ooe uiiu uuyciHuiuy u ö" sammen, diefem Helden von Alsen und Düppel, der die Furcht mcht einmal dem Namen nach kannte, da war's freilich etwas Anderes aber so allein! Hatte es nicht gestern erst im .Jntelligenzblatt" gestanden, daß bei Steinhagen zwet Strolche einen einmmen Wanderer überfallen und ihn ausgeraubt hatten! Herrgott und stemhagen war nur eine stunde von Macyenvera enlrcrnl l da mukte der furchtloseste Mensch angstlich werden! Er stand noch immer und blickte fthnsüchtig nach der Stadt zurück w- r 1 . w. w m . & sehnsüchtig nach dem blitzenden Licht der Kreuzschenke. Es mußte sein! und seufzend machte sich Herr Seibt auf den ' Weg. Die Hänjer hinter ihm versanken im Dammer vor und neben ihm nichts als ode. endlose Flächen. Noch 'immer I . l . r. rt.-fjr rtr. war oer Wluo oas einzige Vcruu,ci,. 5 zerrte die welken Blatter von den Baumen und jagte die Wolken über den Mond, da Licht und Schatten wunderZ.ch wechselten, Und eben jetzt ehe plötzlich eine dunkle Wolke des Mondes unnchereS Licht ganz verhüllte, entdeckte Herr Seibt eine lange Gestalt, die regungslos etwa L0 Schritt vor ihm an einer Pappel lebnte und offenbar sein Näherkommen erwartete. Entsetzen sträubte ihm die Haare die Kniee brachen unter ihm. Und rings kein Mensch weit schon die Stadt eit noch das Ml keine Waste in seier Äand als der einfache Neaenfchlrm. Flucht, Flucht um jeden Preis! Aber wohm? Wie konnte ein Mensch von seiner, Constitution durch Schnelliaseit in entrinnen hoffen er kam ja nicht 30 Schritt weit, ohne eingeholt zu werden. Da ein Gedanke! - und 1 blitzschnell verschwand ke kugelrunde Gejtalt in dem tiefen slranengraoen, der die Allee von den anstoßenden Feldern schied. ' " ;, Der Ausenthalt in besagtem Straßenrnhm war nickt nerade der änaenebinZte. Moderndes ? . . . i" V t - m !n j I JmJ frWVP' - 1" --- - w 1 1 - - auo uno zayc, lulzer &Mamm darunter, machteu ihn recht unbehaalich. dennoch schickte Herr Seibt stummes Dankacbct zum Himmel. 1 . . "r : " . . j t , ' ,. - . n , ., Was nun thun Äoroeryano war Stille, Todtenstllle die Losung! Merkwürdig nur, daß sich. Nichts rührte ' kein Schritt, kein Rascheln. Der Mond brach durch die Wolken und verhüllte stch micoer, der Wind sauste und ruhte aus 'I . . . . ein? . ont yiiqns. ovliicye, vange xti I nutcn , vergingen so. Endlich, , nach , schwerem Kampf mit seiner Angst, hob Seibt den Kopf, vorsichtig und spähte 1 Bntcr Deckung eineö breiten Pappel - tAntt,nSL nackder entaeaenaelebten Seite. , . "J. j Der Mensch an der Pappel war ver1 7, .Jt:L-tZ-iJ rtf.,. i m. a.(
sich dort Nicht plötzlich An dunkles Etwas von der Erde und versan'k dann langsam, wie vom Erdboden verschlaft ? I .Entsetzlich!" stöhnte Soibt. .Der Mörder will mich glauben machen, ich hätte mich geirrt er ist im linken Graden vd warter mit tenstischer Mordgier aus u?ekn Hervorkommen!" Ud. mit schlotternden Kn?em kroch' er in dem
zähen Schlamm vorwärts, leise, uhörbar de? rauschenden Wind benützend, der in den Blättern raschelte. .Es trre falsch", dachte der Unglückliche, .wemi ich? zurück kröche, denn wenn er mich sucht, wird er glauben, ich'habe mich nach der Stadt znrück- gewandt. Also vorwärts den Freunden entgegen!" ,, Und so kroch er auf Handen und Knieen vorwärts 0 ft itt den tückischer Schlamm einsinkend, oft an fpitzen Steinen Höfen und Kniee zerreißend. Da ist sie endlich, die liebe, die rettende, di heißersehnte Kreuzschenke! Mit wildem Satz erklimmt Seibt den Grabenrand, mit Freudenschnanfen stürmt er über die Straße durch die osf'ne Thür und mitten in die Stube hinein., .Himmeldontier, Seibt!. wie. sehen Sie denn aus?" empfangt ihn mit schalZendem Gekochter der Oberförster. , Und die andern Alle lachen lachen. .Ja, lachen Sie nur!" jappste er mühsam, schwer auf einen Stuhl fallend, meine Herren! Gott hat mich gnädig, aus Mörderhänden gerkttet!" .Wie? Was? ans Morderhänden? in unserem friedlichen Drachenberg ja, erzählen Sie doch!" klana.cS durcheinander. ?lber ehe Herr Seibt zu erzählen vermochte, wurde die Thüre aufgerissen und das Pendant Seibts präsentirte stch den erstaunten Blicken der Herren. Kothbedcckt, athemlos, zitternd Kluge, der Held von Düppel und Alsen. Aber. Kluae. wie sehen Sie denn aus? Wo kommen Sie denn her?" schrieen Alle unisono. .Ein Dieb! ein Strolch! ein Mörder! Schnell, meine Herren,, er flüchtete durch's Haus, er muß doch im Hof oder im Garten sein!" schrie Kluge. .Sehen Sie, "sehen Sie!" jammerte Seibt, .ich sag's ja. Also Dich hat er angefallen. Kluge?" .Angefallen hat er mich nicht ich sah ihn kolnmcn. die unheimliche, gedunjene Gestalt, und plötzlich verschwand er im Graben ;, ich blitzschnell in dem anderen; links war ich, rechts war er ja warum lachen Sie denn, meine Herren?" . Verblüfft sah sich Kluge, der Heldenkänfer, im Kreise um. Nein das war schon Johlen, Lachen konnte man das nicht mehr nennen. Dem Pfarrer liefen die, hellen Thränen über die Vakken,. der Oberförster überdrohnte Alles mit seinem dottner-ähnllchm Gelächter, die anderen trampelten und johlten nur Seibt rieb stch mit merkwürdig verdutztem Gesicht die Hände an seinem Taschentuch ab und lächelte still wie Einer, der lieber weinen wollte. .Frau Wirthin!" schrie endlich, nachdem er nur erst vor Lachen die Sprache wiedergewonnen hatte, der Oberförster, .eine Bowle, eine Staatßbowle sür UNsere Helden ! Ja, es ist wirklich wahr und kein Zweifel: diese beiden Heldenseelen stnd eine Viertelstunde Wegs in schlammigem Straßengraben gekrochen und Jeder hat sich heilloö vor dem Anderen gefürchtet!" Die Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit des entschlasenen Kaifers Friedrich, schreibt die Berliner .Tagl. Rdschau.", ist zum Sprichwort geworden. Jeder weiß, wie gern er die Gelegenheit wahrnahm, einmal ohne Zeugen stch mit diesem oder jenem gemeinen Soldaten zu unterhalten; t drastischer dl Antworten aussielen, desto mehr sreute Nch .unser ' Frik". Von Keinem aber ist seine Freundttchkeit aus eine härtere Probe . aestellt worden, als von einem biederen Pommer, und daS aina. wie man uns- erzählt, so zu: Konia Wilhelm hatte sich mit feinem Sohn r c'. : c' c vcraoreoer, in irgeno einem oer Puzuiv zusammenzutreffen, um mit ihm gemeinsam von dort aus eine Ausfahrt zu unternebmen. An einem Seitenportal fährt der Konig vor, der Posten, ein Landsmann der berühmten Sptckganse, präsentirt und Se. Majestät verschwindet im Palais. Wenicje Minuten später erscheint der Kronprmz. - .Ist der Konig bereits im Palais?" fragt er den Posten. (Donnerwetterpenkt der Pommer,nunaber so höslichwiemoglich geantwortet Jawohl. Königliche. Hoheit, Vavachen ist eben ringeaangen." Schier vor Stannen schaut sich unser Fritz den Mann von oben bis unten tftt und sagt endlich: .Kerll ist er betrunken?" Darauf der Pommer mit fester Stimme: .Ich habe ihm nix angemerkt, Königliche j t a rrs . C ii Voyell. - ja mc oimi vou) 2x 7 , , re-.i . ..t v: ronprlliz ein nayeres Vingeycn uu, vie fo delikate Angelegenheit nicht gerathen;, er entfernte sich Mit einem freundlichen: .Ich danket" Dann ließ er seiner Heiterkcit freien Lauf. Sein herzliches Lacken streckte selbst den greisen,, sonst 1a ernsten Koma mit an. so das er scherzend vor seinem Sohne langsamen Schritt machte, um lhm zu bewetien, daß der Pommer auch wirklich me Wahr heit gesprochen. Er laßt sich nicht ab werlen. Rei ender: .Ich vertrete die garrensabrik Schmaucher & Co. und wollte Ihnen meine Offerte machen. 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&0tt romu dtr Naine Lloyd Ueber die Entstehung Wests Wortes, welches zuerst in England, dan Frankreich, Deutschland, OesterreichUngarn , für ' Versicheruttgs - GeseUfchasten, DamPsfchjffsahrts-Jnstituke, ZntÄttgen ' ud' CtuÄl Anwendung fand, wmt' man bisher im Unklaren. Der Geschichtsschreiber des Londoner Assekuranzttubs Llod hat die ersten gründlichen For schunden oaruber angestellt und das Er-' gcbnil; seiner Emdeckungen ist folgendes: Edwarv Llond ar unter König Karl lt. der Besitzer eines kleinen Kaffeehauses' und einer der' Wenigen, die es wagten, den Verfolgungen zu' trotzen, mit denen König Karl II. alle Vertäufer des revokutionären Getränkes bedrohte. In Tower Street, mittewin der City, dem Centrum englischen' und europäischen Handels, wo schon' damals Kaufleute und Schiffsrheder von? Erdgeschoß bis in die Mansarden alle Ränme mit ihren Komtors besetzt hielten, lag LÄyds Kasfeewirthschaft, und bei ihiw fndkn sich nicht nur Nheder und Geschäftsleute, fondern auch die Schiffscupitäue- zusammen, um ihre Angelegenheiten zu be-, fprechen. l Man konnte da ' von m?it' gleisten Schissskopklättcn manche Nachrichrrcn, der Eine hatte ein Schiff cgtspwchen, ,! der Andere eins stranden sehen' oder brachte Briefe mit, kurz der Nachrichtendienst, den heute der Draht in so bequemer Weise von Kontinent zudöntinent : vermittelt, lag in den HänökZl der ! Schisssführer, wohlgemerkt lauter S?g?, ler, die das Sechs- und Achtfach: Seit ' brauchten, um Strecken zurückzulegm, die unsere Dampfer in 20 Tagen hinter, sich lassen. Der Verkehr bei Meisttr! Llond mug recht lebhaft gewesen' sei, den 1692 übersiedelte er in die umnittel-, bare Nachbarschuft mehrerer andere? Ka.fseebuden nach Lombard Street. Aber die Neaieruna blieb dem' schwarzen Tränke abhold, und unter diesem Drucke und jenem mancher Geschaktsaruvöcn ., verwandelten sich die Kaffeewirth schaften ; in schöngeistige Gejelljchaften, nlubS, Vereine und kommercielle Zirkel. So auch Lloyd's Kaffeehaus das trod seiner ' durchaus nicht würdigen inneren Cinrichtung das Reildezvous aller Jener blieb,, die mit Schissen, Ueberseepläycn und Colonialwaaren zu thun hatten. Im, Jahre ILSi. begann der wackere Kasjeeneder die Herausgabe einer Zeitung, da- f mals etwas recht Seltenes in England. .rloyd's News" hiezz das Blattchen und brachte hauptsächlich Schiffsnachrichtcn. Kurse,Auktionsanzeigen, hie und da wohl auch eme lntcrejjante Mittheilung eines ; Capitäns. Nach Jahresfrist- von fcr ' -Negierung unterdrückt, hörte das Blo zu erscheinen aus, und erst nach dreißig '" Jahren erschien die erste Nnmmcr des Blattes wiederum, das heute noch von der Assekuranz-Vercinigung .Lloyd" ver i ijcnmcgt wlro. S p l i t ter. Wenn das Sprichwort: Der Dumme hat Glück" wahr wäre, dann gäbe eS nur wenig Unglückliche auf Erden.' Große Dummheiten sinden . rascher Verbreitung als groi,e Ideen. G Manchen Menschen hört eS sich am besten zu, wenn sie schweigen. Der Roman eines Find iings. Ein mir mit ünm leichten Hemdchen bekleideter, zweijähriger Knabe war eS, den vor zehn Jahren au. einem Winterabend Gä,te des B.'schen Nestaurants in der Auguststraße in Berlin beim Betreten des Hofes im Schnee, liegend fanden und den ste in das Local. hineintrugen, wo die Frau des Wirthes sich deS Kleinen annahm. Frau B. meldete nun den Fund des kleinen Burschen der Polizei, welche feststellte, daß derKnabeder. Sohn einer Gefallenen sei, welche, in einem Hause der Lindenstraße wohnend, am Tage vorher, nach der Eharitu gebracht worden und' die darauf im Krankenhause verschieden war. DaS B.'sche Ehepaar suchte nun nach Verwandten des Kleinen, welche jedoch erklärten, von der Waise nichts wissen zu wollen, so daß B. entschlossen den Kleinen an Kindes'statt annahm und, wiewohl er mit r. , r i I . ... c . Js ' .f...i )tnasgu:ern 11191 lonoerucy gezegner war, seinen Liebling doch, auf's Sorgfältigste erzog. V. siedelte imLaufe der Jahre nach der Friedrich straße über, wo er in einem feinen Weinrestaurant Gefchäftsführer wurde. Hier verkehrte u. A. auch ein Rittergutsbesitzer v. Pav der eines inneren. Uebels wegen in Berlin ärztliche Hilfe suchte. Diesem erzählte eines TageS B. die Geschichte seines Pflegesohns. Von diesem Tage an blieb Herr von P. aus dem Nestaurant fort, ohne daß B. sich das Ausbleiben seines Gastes erklären, konnte. Vor etwa vier Wochen wurde. B. von. einem Notar ersucht, bei ihm vorzusprechen. Hier stellt? es sich nun heraus, daß v. P. der Vater des Kleinen gewesen, vor 13 Jahren als Einjährig-Freiwilliger gedient und ein Verhältniß mit der Tochter seiner Zimmeroermietherin gehabt, hatte, das nicht ohne Folgen geblieben. Das Mädchen hatte sich. später nemlüderli, lichen Lebenswandel ergeben und war aus der Wohnung, ihrer Mutter rerschwunden, um in öffentlichen Balllokalen chren leichtfertigen Lebenswandel sortzusetzen. Vr etwa acht Wochen, ist Herr v. P. an einer KrebSoperation gestorben und hat in seinem Testamente seinem natürlichen Kinde sein Erbtheil ca 120, 000 Mark vermacht, welches bis zu dessen Mündigkeit B. verwalten soll. Für Mühewaltung und bis jetzt verauslagte Erzichungsgelder hat der Verstorbene dem braven Adoplwvate 30M0 Mark hinterlassen. - 1 K 0 in m i 5 (beinr Austritt aus . dem Geschäft zum Buchhalter): .Sie haben uu? wtth war, so viel Gres erwiesen' i:"r- ' Buchhalter: .Na bemühen Sie sich nur nicht, Sie Undankbarer ! " Kommis : .Wie -Undankvarer? Buchhalter: .Na, hotte ich nicht etwa fünf Töch, ter?" - Wv,''' Sehr fraglich. ..CtuMt: Teufel, heut' geht'S zum Eramen ; soll mich döch'Mnderil, ob mari mich in d:?
Unwer NtZt noch rennt. 1:. Vr:-J ;''..ii:::,ir'.;iE":,!lli!.r7.,i!il'!,l;,; . '
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