Indiana Tribüne, Volume 13, Number 18, Indianapolis, Marion County, 6 October 1889 — Page 2
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Weiuälschung,
Die giftigcri Eigenschaft bet künstlichen Boquets" und Essenzen der Weine tmb geistigen Geninke. Die wZßenschaftttche Nlitersuchnng der im Handel vorkommedcn Er;euaniffe' welche Kenls Wein, Cognac und andere . .!n - rtt-i . . .ifir:jt t 1 w nn . F i i gciliujc ciiuruc cnaujicu luniuitcn j Mifchunzen den Geruch und Geschmack der natürlichen Getränke geben fallen, hat die gesährliche Wirkung derselben aur Frage ezteM. Zur Berbrfferung des Weins werden deutsches und französisches Weinol urd Weingeistverbindungen benutzt. Diese Producte kennen auch künstlich durch chie Oxydation von Fett,n?ie CocosnuM, Ricinusöl nd Butter mittels Salpttrsäure gewonnen werden. Auf diese Weise erhält man Capron- und Caprulfäure, welche mit den verfchiedenen Alcoholforten einen angenehm riechenden Arther liefert. Die Zusammensetzung der -BouquetS für Cygnac, BranrUw?rn und Rum ist sehr verschieden ; sehrhausig werden dieselben benutzt, um den flechten Geschmack des unreinen suselhaltigen Alkohols zitt verdecken. Bei den ron Laborde und Magnan mit Boum'5t5", den sog. Weinölen,-ange-stellten Versuchen ergab sich das Folgende: Kunde, in dren Adern 6 bis 8 et Weinol .gebracht wurden, starben nach Verlauf einer Stunde,- wobei verschiedeue Störungen des Gehirns, des Herzens und cher Athmung hervortraten. 'Von drei .gleich schweren Hunden erhielt der erste 50 Gramm SOprocentigen Alkohol von rNon'sillon, der zweite, ebensoviel Rübcnspiritus, der dritte eine gleiche Meuge von Maisbranntwein. Der erste Hund verfiel in eine mäßige Trunkenheit, Während die beiden anderen stumpfsinnig wurden und heftige Schmerzen litten. Dieselben wollten 24 Stunden lang nichts genießen, und ihre Temperatur 'erniedrigte sich um 1 Grad C. Ein mit den obigen Essenzen gemischter Brannt. wein rief bei den drei Hunden dieselben Erscheinungen der Lähmung und Gefühllosiakeit hervor, und 50 Gramm der Nüben- nnd Maisessenz verursachten schwere Magenlclden' und Alutungen. Das früher chäusig und wohl auch jetzt och zur Erreichung eines angenehmen Geruchs der 3!hein- und Moselweine angewandte .Anilinol besitzt, wie die meisten kimstlichen Essenzen, sehr aistiae Eisenfchaften,' weshalb Wein, Cognac und dieubngkn. glsttgen Getränke ohne selche ätherische Mittel vcrkanst werden sollten. Eine Geschichte, luftig und luftig zugleich. nicht gerade wahrscheinlich, aber u so wchrkaftiaer. wird dem W. Fr." aus einer französischen Provinzialstadt erzählt. Während dort ein Luftschisier, Nemens Zanini, auf freiem Felde den ungeheuren Lustballon füllte, unterhielt er die Zuschauer durch verschiedene Kiel-nl-'kerten, besonders durch Absenduna i neZ kleinen Ballons, der ganz die Gestalt und Flstur Aoulanger s hatte. Als der Gcneral aehöria mit Gas aefüllt war. erhob er sich majestätisch in die Luft und verschwand unter demJauchzen der Wenge iy die höheren Regionen, doch kam er ui: iiiiiit ititvbttii wtvuv ivivvu uiu. Stzrbliche und benahm sich nun beinah: K?t.ll ttuSm wie, ernst der verliebte Gottervater Zeus. Der' windige Geselle ward nämlich von emem türme gepackt nnd bei Bleore vor einem feinen Landhause mit der Erde in Berührung gebracht. Die junge Herrin des, Haufes machte eben in der: Dämmerung, bei großem ossenen Fenster,: das auf den Park hinaussah, Toilette für. einen AbendspazierganI. Sie war gerade damit heschäftigt, ihre Taille zu einem bloßen Gedankenstrich zusammenzuschnüre, als der Windbeutel wie ein ungestümer Liebhaber zum Fenster hin? einstsrrzt. Di Dame schreit, wirst einen Shawl um ihre schonen Schultern und bittet den ungestümen Don Juan : 0, Monsieur, gehen .Sie! gehen Sie! Sie richten mich zu Grunde!" Aber der durch'S. Fenster blasende Sturm gibt dem leichtsinnigen Anbeter einen Stöß so, daß er auf die Dame zustürmt. Sie schreit , wieder,und da sie draußen Schritte bort, hilft sie ihm eiligst unter das Bett. Der, Gatte ast jetzt int einem mächtigen Skkel in der Hand herein und ihn schwingend,,.brüUt er:Ha, seht hab' ich ihn,. Zeyt, soll er sterbe, der Verführer!" Dame, mehr iodt als lebendig, bittet flehentli : Mousieur, fliehen Sie und ersparen ie mir eine blutige Zragödie,! iAbcr Monsieur Boulauger liegt -still. Freunde uud Diener sprmgen .nun ebenfalls herbei. Einige halten den :Uhenden Herrn, Llndere .suchen nach derr Anbetr der Frau undziehcn ihn endlich an einem Beine unter dea Bette hervor. 2tty reiß: sich der eiferfüchtZgeSqtte ,ln4 uiid ist .eben im Begriffe, ihn zu, dur bohren, &I bei E'gedrungene. sich ergebt und Kumm un ehrfu.rchwc5ictend is zur hohen Decke; aufsteigt. Aber unlerwegs haUe ihn das'? todtliche wchwert l.dle Achillesferse gebohrt,es,s!ieht die. Leidenschaft us ihm mit melancholischem . Geräusch, .er General agert rasch ai.an der Dlte und sinkt sterbend .als ein Häufchen von luftdichlem, durchlöchertem Seidenzeuz zu den Füßen der Anzebettten nieder.eine Zähre des .Schmerzes rieselt nieder.auf die Leiche, .mohl,aber .manche Thräyun-' bändigen Gelächters. Zu B e.g.i.nn .d.es neuesr Lehrjahrs hct sich an her Warschau Nn;,i-sZt?Zt intK'üantt aU tre'tflixtt. i Universität int?sianteall erei deß Vater ULö ,Sstn als Studenten an etl:er und derlben akulteck eintraten. desfiSy Fakltäk als Student, eingeschrichen; der Vater des angehWdea Studenl( aber, im Aer von 45 Jahrsr, bisher Mili tärfelsicher in ,i Kalencz:Podolsk, faßte vor einigen Jahren den Beschluß, sich Mm,,i Arzk auszuoilden. Dank ÄNge- , strengter Arbeit gelanz es chm, mit hessnderer lKlauönig, im Juni d. I. 'S Abiturienten-Eramen abzulegea und deS Zeegiiiß der T?e!fe zii erhalten. Gegenwattig hat er fch ebenfalls als Student Der medicinischen Fakultateingefchrieben, wlchIllö'Btudieiifollege seines Sshnes. , Mit sich selbst vollkommen zufrieden, kann nur ein rsilkommen ÄöLiser 'iMn sin VMpMMkr zgrr sehr.
Nkch dem Ku?. Wa?Sz.5 ht jlch nam-. !ich ein gewisser K. B. uach Absoloirung
mnailalkiA-ius rldle ?MdkclNkZche
DsS erste Jenny LittÄrViNet.'!
ßaät dem knzllsche bei P. T. C&rn:t Als ich Jenny Lind engagKZe, um in öer Sailon I 85152 nach Amerika zu kommen, war die Gaae. elche ich mich ihr zu Zahlen verpflichtete. tmt so enorme . 7 t. n . ... -n. jur C1C OstMUigC Jttl, Cß 1C ilicijicu Leute dachte, sie würde meinem sinanziellen Ruin herbeiführen. Ich weißte i doch, daß ich die beste derars!ae Zugkraft gewonnen, die damals in der Wett z finden war, und daß das Publikum sich davon überzeugen würde, sobald eS sie sinaen aehort hatte. Mn HauxtbeUreben war daher, die Leute um Besuch der ersten Konzerte der 'talentvollen Sänge-: trn zu .veramassenl Zu dtesem Zwecke wandte ich jeden erdenklichen Plan an. den ich als den aecinnetsten erachtett, um das aanle Land in -wilde Aufreanng.zu setzen, ehe noch die schwedische Nachtigall". die .gottliche Jenny", unser-älfer verrat. In meiner Selöstbioarüphle stnd zahU reiche Kunstgriffe angeführt, zu denen ich für dlezen Zweck Zuflucht nahm. ,Zch wußte, daß die fabclhaste Geldsumme, die ich für ihren Gesang zu bezahlen hatte, an und für sich eine bedeutende Anzeige" war, daß die Leute Neugierig werden würden, welchen PreiI ich für die BilletS fordern werde, um nur auf meine Rechnung zu kommen, haß'viele befürchten würden, daß. sie.nicht imstande feien, den verlangten Preis zu bezahlen. DaS war genau der Zustand der öffentlichru Meinung eine Woche vor der Ankunft der Primadonna, als ich ankündigte, daß, um allen, welche Jenny zu hören wünschten, eine gleiche Chance zu geben, die Billets ossemlich versteigert werden würden und zwar sollte zum 9tormalpreis von drei Dollars per Billet begonnen werden. Es wurde zugestanden, daß dieser Plan annehmbar sei, aber man srug sich verwundert, wie viele Male die ausgewählten Sihc den Ror malpreis" in der öffentlichen Konkurrenz wohl einbringen werden. In den ganzen Ver. Staaten, ja sogar in Europa erwartete das Publikum ungeduldig Nachrichten über diesen Punkt, die ihm nach dem Verkaufe so bald womöglich zugehen sollten. Während 'den zehn Tagen, die der Auktion vorangingen, waren die Zeitungen mit Weissagungen betreffs der Villets angefüllt. Jedermann wünschte dem ersten Eoncert beiznwohnen, und von allen Theilen des Landes wurden Vestellungen an Freunde inRew 9)ork geschickt, um Billets zu sichern, - falls dieselben zu nicht gänzlich fabelhaften Preisen gekaust werden könnten. Ich sah deutlich voraus, welche Wirkung dieser Auktionsoerkauf bei der vorhandenen allgemeinen Aufregung haben mußte, und daß, je höher "die erzielten Preise, desto mehr die Raserci'sich stets gern würde. Ich ging daher drei Tae vorder Auktion der Concertbillets ruhig zu John 3!. Genin, einem populären Hutmacher, und .sagte ihm, daß ich ihm einen geheimen Vorschlag zu machen hätte, der ihm nach meinem Dafürhalten bei schlauer Ausnutzung zu eine? Anzeige verhelfen würde, die ihm Tansciide von Dollars einbrächte. Was ist es?" fragte Mr. Genin hajtlg. Ersteigern Sie das erste Jenny LindBillet", erwiderte ich: und je höher der dafür bezahlte Preis, desto größeren Ruhm werden Sie innerhalb 24 Stun, den nach dem Kaufe im ganzen Lande ernten. Genin, der sich auf das Antünditzen seines Geschäftes wohl verstand, zah sofort die sich ihm bietende Gelegen!yelt unv urnne tzano ergreifend, rief er freudig aus: Varnum, Sie haben znem K2)iüa aemacyt. üjoq i t eine Chance, wie man sie nur einmal im Le bcn hat. Ich werde das erste Jenny Lind-Billet kaufen, aber selbst meiner Frau gegenüber nichts erwähnen, bis ich es besitze' Bei weitcrem Nachdenken befürchtete ich, daß niemand anders auf diese dril lar.te Jdce kommen konnte und folglich die Angebote nicht hoch gehen würden. Da ich. aber wußte, daß irgend ein Geschaftsmann, der das erste Billet kaufte, bedeutenden Gewinn davon haben würde, besuchte ich Dr. Brandreth, den großen Pillen-Fabrikanten, der colossale Summen sür Anzeigen ausgab. Ich bat ihn um eine ..geheime Unterredung. Der Doctor lud, mich in fein Bureau ein nnd nachdem er die Thür verschlossen hatte, deutete erlauf einen leeren Lehnstuhl und sagte leise. Freund Zarnum, was isickos?" Etwas sehr Großes für Sie " entegnete ich,; wenn Sie drei Tage lang as tiefste Schweigen beobechten wollen." Des Doctors Augen fun5elken vor f Vergnügen, llS er mir die Hand drückte mnd sagte: ,Mun lieber Aaruum, ich erpsande Ihnen anttn Ehrenwort, keler lebenden Seele. etwas zu rzrratHcn, bis Sie mir ?rlaubniß geben." Kaufen Sie ,das erste Jenuy 'LmdWllet auf der Auktion, selbst wenn Sie eincn hohen Preis dafür bezahleu", .erwiderte ich z " .und lassen Sie jede Zeitunß in Amerika .verkünden, daß Dr. Breudreth juniox, der Verfertigcr .der berührten Brandreth's Pillen, das .erste Jenny Lind-Billet um 60 oder 100 erwarv. Dollars, wie es ebeniderall sein zag, Der Ooktor lächelte uird antwortete-: SeHr gut, Varnum, besonders für Sie, r?enn Sie ein Billet 2lm .dlzse SumWe .verkaufen .können." Ich war von der Nnhe dieser Erwibe .rung überrcscht und sagte.: Jc, Doktor, .esa gut ür mich sein,' aber öas hindertlcht, daß es auch lks Sie'Fon großem Sortheil ist." Der Doktor ' blinzelte mir sckn zu. und benierkte nur: Barnum. 'wi alle wissen, baßsSie ein fruchtbares Gehiru habe lind keine Gelegenheit un missen, Heu zu machen, wenn die Solme scheint. Ihre Voraussicht ist eine merkwürdige u:'.S gewöhnlich eine nutzbrine.' Aeraerlich über des Doktors temporere Dumulheit, erwiderte ich nun: Dr. Brandreth, ich habe seit langem Ihre geistreichen Methoden, Brands reths Pillen ' anzukündigen, bewundert, aber wen Sie nicht einsehen, welchen
Werth mein Vorschlag sür Ihr Ge, schaft hat, muß ich mirzu sagen lau ben, daß Sie es sicher ' bereuen Vcrdcn, wenn das erste Jennz Lind-Billet in an, dere Hände fallt." Der Doktor xsix so fest LSerzeugt,
oaß meine Idee ine rein selbstsüchtige sei, da mehrere 'Mlnnten vergrngel ehe er zur Erkenntniß gelangte, daß. cb wohl ich aus dn vorgeschlagenen Plane Vortheil zöge, derselbe ihn nicht hindern wutöe, gleichzeitig eine Ernte eiut.!tkz5i,usen. Er sazte dann: Ich dankeJhnn :sür den Wink, Mr. 'Äarnüut. ' Z-vLN-zi?; oder dreißig DoSrs für' da erste Billet auszugeben, rrörde vielleicht ?eine üble Geldanlage sei. Ich werde daher meinen Kassirer zur Auktion senden und ihn instrüiren em liberales Angebot zu machen. Aln Samstaq. d:n 7. September 1851, fanden sich an 3000 Personen im Castle Garden in New Jork ein. um dem Verkauf der Jenny Lind Billets ieizumoh-; " - rs i. I Tm ' nen. Vr. Äranoretys Kalrer und ienins Buchhalter waren unter dem Auoitorlum, ohne daß ver eine des anderen Anwesenheit und Absicht kannte. -Der Auktionator bestleg sein Pütt, rief die1 Versammlung zur Ordnung und sagte; mit großem Nachdruck: Meine Damen und H:rren, j ich weide Ihnen nun die erste Wahl emes Sitzes mit dem Privilegium von zehn, Sitzen zu demselben Preise für das erste Concert offeriren, welches die weltberühmte schwedische NachtigallMademoiseile Jenny Lind gibt." Ein Najcheln der Erwartung war für einige Minuten durch das ganze Gebäude zuhören und dann entstaud eine tiefe Stille. Was wird mir geboten?" 'fragte der Auktionator. 25 Dollars!" rief eine Stimme. Niemand 'wußte, daß das Angebot von BrandrethS Kassirer war. Die ungeheure Menge hielt sür einen Augenblick den Athem an, als zmanS0 Dollars!" hörte. Das Auditorium konnte' einen brausenden Hurrahruf nicht unterdrücken. 75 Dollars!" 100 Dollars!" hieß .vs'in rascher Folge und nach Verlauf von einer haen Minute, als der Auktionator im Begriff stand, es zuzuschlagen, -ekektrisirte der Stuf 150 Dollars!" von Gcnins Agcnten die Zuhörer. 20, Dollars ? " ' erscholl ieS , wie ein Donnerschlag. 250 Dollars!", rief eine Stimme in starkem und entschlossenem Tone aus Die anwesenden 3000 Damen und Herren wurden ganz verwirrt. Eine Minute verstrich, dann sagte der Auktionator, der seit dem Beginn des Vietens noch keine Gelegenheit zum Sprechen hatte: Ist dieses das letzte Angebot, meine Herren? Bieten Sie rasch, pder Sie verlieren es. Zum ersten, zum zweiten, zum dritten Mal! Wer ist der glückliche Käufcr?" ?John N. Genin, der Hntmecher!" schrie eine Stentorstimme. Die Menge schien vom Blitze gerührt, aber ichon un nächsten Auaenblicke brachte sie drei Hochs für Genin. den Hutmacher! welche auf dem Festlande 'deutlich gehört wurden und über die' ganze Welt hin ballten. Ich traf Mr. Genin bald machhem die Versteigerung vorüber war, gratulirte iym z;u seinem Erfolge' und frug ihn aus Vceugkcrde, wieviel er für mezcn auserlesenen Sitz lieber bezahlt haben wurde, als daß, er semen Kaus.unter- - lassen h ätte Er erwiderte , Ich beauftragte meinen Buchhalter, wenn nöthig, dis aus ivvv Vouars zu bieten und dann, da er mein Bank- , conto kannte, feine eigene Besonnenheit wailen zu zaen. Dr. Brandreth erzählte mir am fol gcnden Tage, daß er seinen Kassirer auf L00 Dollars beschrankt hatte, da er sich Nicht . träumen ließ, 'daß Jemand auch nur die Halste davon bieten wurde: aber" fügte er hinzu, es wäre besser gewesen, ich hatte 5000 Dollars bezahlt. als daß ich mir das .erste Jenny LindBillet entgehen ließ. vEine so kostliche Chance Berühmtheit Zu erlangen, wird Mir, nie mehr geboten."" Genin machte ein Vermögen daraus. Seine Hüte wurden von fast Jedermann gekauft und da er darauf bedacht war, einen preiswürdigcn Artikel zu liefern, gewann er Tausende fester Kunden. Fast jjedcr Mann, der New ork besuchte, nahm sicherlich einen GeninHut" mit uach Hause und erregte damit denNeid seiner Nachbarn, die nicht ruhim, bis auch sie eine solche Kopsbedek5ung ihr eigen nannten. : j Gen in konnte mit seinem Kaufe zufrieden sein., denn derselbe brachte ihm ein Vermögen ein und identisicirte ; ihn mit der Geschichte , eines .musikalischen Unternehmens, dessen Einnahmen sich für 9 3 5 Eonzerte innerhalb einer Periode von Monaten auf Ml2,161.34bel!efe D e r ,ne u e V ürger-m eist e r eines kleinen Städtchens beschließt, an einem dec ersten 3 Tage , feiner Amtsthätigkeit, eine Parade über die freiwill ge Feuerwehr abzunehmen. Dan:it nun das schöne Fest ordnungsmäßig und ungestört vor sich gehe, veröffentlicht .er folg gendc BekanlltmachUttg:- Sollte eü ' am! Dienstag Vormittag regnen, so sinket die Parade am Nachmittag statt. A Falls t& aber 1 Nachmiltags regnet,- so wird die Harade berens 'am Pormittag abgchalllen." . t V e nehnsw rth e S The tkx in Nikolaiken! WaS sämmtlichen Gcneral-Jlttendanten und Theatcr-Di-rectoren versagt ist, dem genialen Lenker des Thespiskarrens zu Nitolalken ist es beschieden Er darf, indem er seines jüngste Neuheit unker dem vieloersprechen-, Sen ZÄel: Ein Abenteuer ir d n ü)!iko, laiker, Forst oder so siud unsere Männcr,Z Po sie, mit föijnps :., jn xicr B iüern von . ngczetg 'tnLspijsrschn ft dieolze Wörie aus den Zcttc! feßeu: Erfolg ga? rantirt." gjsspÄ In de r':i! B au ern scheu k tA Wirth (ärgerlich, daß in seiner Schenk-Z stube statt Weur stets Nührmilch bcstcllt wird, ruft nun Küchenschalter hinaus): Elisa, geö nit alle Nührmilch de Schweinen, die Herrschaste'i wollen a darsnhan!" Auch ein Verdacht. Meine Geliebte kommt mir verdächtig vor, sii st mir schon so lange treu. ,
Credit und Gew.
Uuler den melen schwerverständlichen n von den meiften Leuten oft mißVerstandene Erscheinungen des wirthschaftlichen Leben sinket, keine so rcrchichcnerlei Beurtheilung ls der Credit. Dieses so häusig gebrauchte Worr läßt sich schwer in kurzen Worteii erklären. Die Bezeichnung stammt aus dem kaufnlännischen Leben ven der doppelten Buch Haltung, bei welcher, in England na:nentlich. ' die Seite deö Guthabens mit Oreäit", im Degensatz zur Sei der Verpflichtungen mit Debet," üöcrschrven ist. Jeder Kaufmann strevt darnach, daß seinem Soll" immer ein größeres Haben gegenübersteht. Credit chaben, ist eine sehr angenehme Sache. Weniger 'angenehm ist es schon, . r t l ' r t t L . wenn es jicy oarum yanvetl, urcoit in Anspruch zu nehmen. Es gibt viele Leute, die den Credit für etwas sehr Gefährliches und Verwersliches halten. Als be,te geschäftliche Negel wird empfohlen, keinen Eredit zu geben und ebenso auch keinen Credit in Anspruch -zu nehmen. Diese Ansicht entspricht aber nicht den Verhältnissen des wirklichen Lebens. Die wirthschaftlicht Entwickelung bringt es mit ,sich, daß fortwährend 'Neue Wechselbeziehung n von Guthaben und Verbindlichkeiten entstehen, die gelegentlich zum Theil abge! wickelt, aber immer wieder in.'größerem Umfange erneuert'werden. Wenn sich die geschäftlichen Bezichungen immer auf den Umfang hatten be, schränken sollen, der durch die Bedin-. gung sofortiger Vaarzahlung veranlaßt wordin wäre, dann hätte die wirth? fchaftliche Entwickelung unmöglich die hohe Stufe erreichen können, auf der sie zum Vortheil' der großen Mehrzabl der Menschen angekommen ist. Credit ist, im Allgemeinen betrachtet, der gute Glaube, daß die redlichen Vemühungen der Menschen, ihr Fortkom: men .zu sichern und, ihre Lcbensumständk zu verbessern, pon Ersolg begleitet sein werden, und daß daher eingegangen Verpflichtungen eingehalten werden können. Durch diesen Glauben wird das wirtschaftliche Leben in beständigem günstigem Fortgange erhalten und aus diese Zeise nicht nur der Noth im Einzclncn vorgebeugt, sondern auch ein HZherer und sreierer Lebensgenuß ermöglicht, wie er sich durch verständige Verv enhung und Verwendung norhandener Güter und K raste erreichen läßt.' Mi&? trauen und pessimistische Auffassung von Welt und Menschen wirkt dagegen wie ein giftiger Mehlthau, der jede Anstrengung erlahmen und Menschen- und Naturerzeuguisse zweck- und ziellos verkammen läßt. Als eine wichtige Erscheinungsform iind wesentliches. Hilfsmittel des Credits ist das Geld anzusehen. Geld vertritt die Stelle von Guthaben, wofür man sich jederzeit die Bcschassung von Gütern und Dienstleistungen aller Art sichern kann. Geld ist eine Jedermann kenntliche AnWeisung auf eine bestimmte Werthfumme. Selbst das Edelmetallgeld ist aber nicht denkbar ohne die Voraussehung deö Eredits. d. h. ohne das Vertrauen zu der Kaufkrast der Metallstüäe im späum Falle. Der Werth des Geldes besteht eigentlich nur in der Einbildung. Denn die runden Mctallstücke sind an sich nur zu sehr. wenigen nützlichen Zwecken brauchbar. Der Geld besitz hat seinen Werth mir -in 'dem Vertrauen, daß man nch dafür zu gelegener Zeit eine irgend ein Bedürfniß oder die Eitelkeit befried!gende Gegenleistung verschafscn könne. Die Meinung, daß das Edelmetallgeld das beste und zuverlässigste, daher allein empfchlcnswerthe .UmlaussMittes sei, ist zwar sehr weit verbreitet, beruht aber .auf durchaus unusll kommener Auffassung der wirklichen Verhältnisse nnd t .!?. nn , ozv oerteyrslNlere,zen. ceraugcio cig ist. Papiergeld und Banknoten sind ein Cl I . t v , iucüutiHiu, ja gcraoezn eine i'cotywettotgkeit, wenn es sich um Zahlungen von Hunderten nnd Tausenden handelt. Das Bedürfniß, die Zahlungen im 'Großhandelsvcrkchr dnrch Anweisnngen statt Aaargeld zu begleichen, hat jchon im 1 1 Jahrhundert zuerst in Venedig zur Errichtung von Banken gesührt, die Metallgeld' in ihren Kassen zur AufbeWährung annahmen und auf die Anweisungen ihrer Einleger hin deren Zahlungsgeschäste besorgter. Von Italien, wo der große Handelsverkehr schon im Mittelalter eine gewaltige Bedeutung erlangt hatte, ist die Ausbildung des Zah'z lungswesens durch Bankanweisungen spä ter nach den Sciedcrlanden Und nach Eng4and übertragen worden und so allmälig an allen bedeutenden Handelsplätzen in Uebung gekommen. Bei der Viekgestaltigkeit des Münzsystems in früheren Zeiten boten die Zahlungen, durch die Banken noch den besonders großen Vortheil, daß kadurch die wiederholte Prüfung und Zähluug der Münzsorteu ersparj wurde. 'vti5;:,:vs ;:: Die Eaidjtnng vm'lBxati ferner den hoch anzuschlagendell, Gewinn mit sich, daß .dadurch eine Vermehrung der Zahlungsuuttel erreicht würde. Denn die Anweisungen auf die, Banken dienten selbst zum Ausgleich von Zahlungen, indem sie, von vcn Znabernelkr,?i Zahlung gegeben, DUO Geld selbst bei der Bank erhoben u werdn brauchte. Die wachsenden Bedürfj Nisse des Verkehrs einerseits, namentlich aber auch die fast beständig .herrschende 'Geldknappheit in den öffentlichen Kasseu .andererseits führte zu noch weiteren NeueZungen im Geld: und Creditwescn, die im Wesentlichen darauf abzielten) die Mniqe des unilaufenden .Geldes durch Geldzeu chen verm'hren. In England' ist zuerst mit"er Ver! mehruuz des Gelöllmlauss zdllrHlAusgäbe von Banknoten vorgegangen I worj den. Die Bank von England wurde im Jahre errichtet auS Aulaß der starken Geldbcdurfnisse der Negierung. Da dieselbe die lei verschiedenen Banquiers gemachten- Darlehne nicht, zurückzahlen konnte, so licßeu diese sich durch das Privilegium zur Errichtung einer Notenbank entschädig?, ,welche so viel Banknoten im Umlauf sehen durfte, als d Schuld der Ncgierutt? an die betreffenden Finanziers ausmachte. DaS Capital der Bank
nct sich , nur sür die kleinen Zahlungen, .während dessen Verwendung im Großverkehr zu umständlich .und zeitraubend
urde nacö und nach In dem Verhältniß de? Schuld der Regierung bis auf 14 Mill. Pfund Sterling erhöht. Heute
gilt die Bank von England als das : Muster von Sicherheit, aber zeitweise : während der hausigen Kriege im vori- ! gen und zu Anfang dieses Jahrhun, derts war sie durch die großen ' Vor schösse an die Negierung so stark in An sprach genommen, daß sie von der Verpflichtung, ihre Noten auf Verlangen gegen baar einzulösen, entbunden werden mußte. . Die auf Vorschlag des Finanziers Lam im Jahre 1716 in Paris errichtete Bank, die zuerst in Frankreich das Privilegium d? Notenausgabe von der Negierung erhielt, nahm nach kurzem, glänzenden Aufschwung' schon im Jahre 1821 ein trauriges Ende, indem die von ihr begonnenen Unternehmungen fehlschluaen und ihre Noten entwerthet wurden. Zu sehr schlimmen Ergebnissen- für Frankreich führten ferner die gewalttgen Emmissioncn von Papiergeld- Assignaten" dct französischen Nevolutionsvcegierung, die.' soweit sie nicht zum .Ankauf - von Nationalgütern Verwendet wurden, in völlige Entwerthung verfielen und erst unter Napoleon I. zu einem Bruchthcil ihres Nennwerthes eingelöst wurden. Diese und andere schlimme Erfahrun: gen mit Papiergeld und Banknoten in 'Neueren Zeiten haben im Allgemeinen das Urtheil überden Gebrauch papierene? 'Ersatzmittel für Baargeld sehr ungünstig -becittflußt Trotzdem ist nicht richtig, wegen der vielen schlimmen . Ersabrungen -mit papierenen Umlaussmitteln diese an 'sich für verwerflich zu erklären. 'Nur die mißbräuchliche und über zcdes verständigt 'Maß hinausgehende Ausgabe von Pa piergcld istdie Ursache, daß dasselbe so oft starke Entwerthung erfahren und für den Handelsverkehr der betroffenen Länder 'nachtheilige Folgen gehabt hat. M?n muß bedenken, in welch' schwierigen ' Fällen sich das Papiergeld als Nothbez helf zur Erfüllung großer wirthschaft' ltcher Leistungen der Staaten eyr nützlich, ja unentbehrlich erwiesen hat. Es wäre verkehrt,, deshalb den Gebrauch von Papiergeld nur als äußerstes Hilfsmittel in Nothfällen gelten zu lassen. Was in der Noth gut ist, kann auch im normalen Lauf der Zeiten gute Dienst leisten. ' ' Papiergeld ist vor allem ein billige, und sehr vorteilhafter Ersatz für das kostbare Edelmetallgeld. Von vertrau, enswürdiger Seite ausgegeben und in normalen Zeiten erleichtern papieren Umlaussmitteln in sehr vortheilhafter Weise den Verkehr und bringen cewaltige Ersparungen an Edelmetallgeld mit sich, einerseits bei den Anschassungö kosten, andererseits verhindern sie die großen Verlnste, welche durch die Abreibung des Edelmetalls im Verkehr entstehen. (lhincsische Erziehung. Die Erziehuiig der Sohne des Mant schu-Kaisers so schreibt der Ostas. Lloyd"-ist von ihrem zartesten Alter an eine äußerst strenge.' Sie stehen taglich um etwa 4 Uhr Morgens auf; ihre erste Lehrstunde unterweist sie in der chinesischen Literatur, die ihnen von ihrem einzigen Hofmeister beigebracht wird. Hat der Schüler feine Ausgabe nicht gelernt, so gibt, der Hofmeister einem der begleitcnden Eunuchen den Auftrag, die Nuthe zu bringen,' und macht Anstalten, eine kleine Züchtigung auszutheilen. Jeder Kaiserliche Schüler ist von acht Schul- ? genossen begleitet, die man in der Mant chusprache Ha-hä-tschn" nennt und die dieselben Stnnden nehmen wie ihr junger Herr. Kommt es einmal vor, daß der Letztere eine scharfe Nüge verdient, so werden die Ha:ha:tschus" mit der Nuthe durch geprügelt ; hat andererseits der Ka? serliche Schüler seine Aufgabe gut gelernt, so werden sie gelobt oder belohnt. , Eiu Prinz, der sich als hartnäckiger Faulpelz erweist, wird, wenn nichts Anderes helfen will, dem Kaiser vorgeführt, der einem Eunuchen bcsiehlt, die Wangen des jungen Taugenichts zn kneifen. Der chincsij'che Unterricht nimmt zwei Stunden in AnSpruch, sodann folgen mantschurische und mongolische" Aufsätze weiter.- Sprachunterricht in Mantschurisch, Mongolisch und Tangutisch, auch in chinesischen Diolekten.i 9!ach Beendigung diesev Lehrgegenstände, wird Bogenschießen zu Fuß und! zu Pferd geübt. Fechten, Turnen iu s, w ; hierzu sind eine Anzahl besonderer Lehrer angestellt. Den ganzen Tag über imissen sich die jungen .Prinzen entweder geistig oder körperlich beschäftigen, gehen aber sehr früh zu Bett. Im fünfzehnten Lebensjahre sollen sie : heirathen: Ein Jahr früher, : ehe eine Frau für den Thronfolger ausgewählt wird, sucht man für ihn , aus dem Familienkreife der Inneren Vannerleute, die dem Kaiserlichen Hofhalte zugetheilt sind, eine Dienerin aus, welche ein Jahr alter als er 'selbst fein soll und die ihn für die Pflichten eines Ehegatten vorbereiten muß.' Sobald' er den Thron besteigt, erhält chiee' Dienerin den Titel Fei, und sie ist die Einzige, 'die diesen Titel unker den Mitgliedern des Harems tragen darf. , Vierundzwanzig Dienerinnen, alle aus dem Familienkreise der Inneren Bannerleute ausgewählt, bringen die Nacht ! über? in1 dem Zimmer zu, in welchem das Kaiserliche Paar fchläst. Ihr Dienst besteht darin, über die Majestäten zu wachen es ist ihnen nicht erlaubt, zu miesen husten spucken oder irgendwelchen Laut von sich zu geben. . Das Auswachen des Kaisers in der Frühe,s wird von dem Eunuchen, der auf Posten steht, dadurch kundgegeben,' daß 'er' mit den Händen laut klatscht. . Einmal des Jahres am Neujahrötage führen der 5?aijcr,und feine hohe Gemahlin bei , dem großen Bankett den Vorsitz; die Kalsein sitzt bei diesem Festmahle znr Linkendes Herrfchers. Dieses ist auch die einzige Gelegenheit während des Jahres, bei welcher Se. Majestät alle seine Frauen? zusammen sehen und ihre Vorzüge vergleichen kann. Ei n v er l o ckend es O b Z t k t. Nichter i : ie stehen zum vierten Male wegen thätlicher' Beleidigung desselben Klägers hier was haben Sie da zu Jhrer Entschuldigung anzuführen?" Verklagter: Ja, sehen Sie, geehrter Herr Nichter, der Mensch ohrfeigt sich nu' mal 9 famos ,
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Am letzten Freitag war es, da faß der Ingenieur Wcitleff, der Herr Major und eine Anzahl Honorationen im hinteren Stübchen der Goldenen Gans". Die Tagesneuigkeiten, sowie die politischen Ereignisse waren durchgesprochen. Es stellte sich jene Nuhe eiu, von welcher man zu sagen pflegt, es gehe ein guter Geist durch die Gesellschaft. Der Major hatte sich in feinen Sessel zurückgelehnt und entzog seiner schön angerauchten Meerschaumpfeife, welche die stete Bewunderung Aller war, etliche mächtige Nauchwolken. Plötzlich richtete er sich wieder auf und sagte: Herr Weitlcsf, ich glaube nicht erst versichern zu müssen, daß ich nicht an schwachen Nerven leide, aber Ihre Tiergeschichte, die Sie unö das letzte Mal) als wir beisammen waren, erzählten, hat mirs doch angethan. Sie haben mir eine ganz abscheuliche Nacht mit ihr bereitet. Bald träumte mir, das Beest liege auf meinem Bett, und unter Stöhnen wachte ich auf. Bald glaubte ich auf der dahinsansenden Lokomotive mich zu befinden, dann wieder vermeinte ich am Schürloch zu stehen und in die Gluth zu fallen. Ich habe ir Frankreich gräßliche Eoifoden erlebt, aber ich fange an zu glauben, daß es leichter ist, eine Batterie zu erstürmen, als in Ostindien eine Bahnstrecke erstmals zu befahren." Weitlesf lachte. Nun ja, Herr Major, was eiNem einmal im Leben begegnet, braucht sich zum Glück nicht öfter zu wiederholen. Ich habe manche andere Strecke befahren, auf welcher sich nicht das geringste Ereigniß zutrug, vielleicht mir Ausnahme einer Strecke, dies war aber nicht in Ostindien, fondern der Weg zwischen Caltukta und der Capstadt." . Ah!" sagte der Major, also ein Sce-Abenteucr. Nun, mir sitzen so feucht-fröhlich zusammen, da könnten Sie uns wohl die Geschichte zum Besten geben." Wenn die Herren es wünschen, mit Vergnügen," erwiederte Weitlesf. Von allen Seiten wurde die Zustimmung gegeben. Nun, meine Herren," begann der Aufgeforderte, Sie Alle'wisse'n ja, wie seit etlichen Jahren im Seewesen eine Neuerung sich eingeführt, eine Neuerung, die Tausende von Menschenleben zu erhalten bestimmt ist. Ich meine das Oelen der See. Es ist merkwürdig, wie lange es braucht, bis ein guter Gedanke zur That umgesetzt wird. Erinnern Sie sich wohl der Schessel'schen Strophe: Glatt wie Oel lag der See". Da haben Sie die ganze Geschichte. Scheffel hat den Gedanken zuerst ausgesprochen, und nach ihm hat irgend ein ingeniöser Kopf denselben an?Zi.'führ:. Doch sei dem wie ihm wolle, ich bin in der Lage, Mnen eine Geschichte über die Oclglätte der See zu erzählen, die ich auf meiner Fahrt von Calcutta nach Capstadt selbst mit erlebt habe. Unsere Fahrt war herrlich seit sechs Tagen, in den nächsten vieruudzwanzig Stunden hofften wir den Tafelberg zn bcgrüßen und auf. einige Stunden wieder festen Boden unter unsere Füße zu bekommen! . So hofften wir, doch wir hatten die Nechnung ohne Herrn Poseidon gemacht. Schon Nachmittags um vier Uhr, noch ehe wir die geringste Ahnung hatten,was unserer wartete, sahen wir die Matrosen in einer bisher nicht beobachteten Thätigkeit begriffen. Aller Orten wurden lose Gegenstände befestigt und geschnürt, der Capitan stand auf der Commandobrücke und schaute mit dem Fernglas unablässig nach Osten, schüttelte von Zeit zu Zeit mit dem Kopf und gab weitere Befehle. Es war gegen fünf Uhr, als auch uns Passagiere eine Ahnung von herannahender Gefahr überkam. Hatten wir biöhcr eine anaenehme vortheilhafte Brise gehabt, so daß wir mit vollen Segeln fahren konnten, so bemerkten wir jetzt, daß dieselben völlig schlaff herabhingen. Die Maschine sing mehr und mehr an zu pusten und zu fauchen ; endlich aber jagten die Matrosen die Wanten hinauf und refften die Segel ein. Daß dies nichts Gutes zu bedeuten hatte, war uns zweifellos: aber auch das im Osten aufsteigende Gcwolke ließ nichts Gutes ahnen. Wir unterhielten uns eben über die Gefahr, welcher wir entgegen zu gehcn im Begriffe waren, als plötzlich von der Brücke das Commando ertönte: Alle , Passagiere unter Deck." Wir sahen einander an. so nabe glaubten wir die Gefahr doch nicht. Doch es hieß ge-, horchen. Kaun: , hatten wir die Kajütenkreppe erreicht, als wir ans der Ferne Millionen weißer Schanmflöckchen daher tanzeit sahen, eine scharfe Brise stand plotz-' lich auf und wir beeilten uns, uns rasch zuFergen. - Ich will Ihnen nun keine Schilderung deö Zustandes geben, in den wir uns in der nächsten halben Stl'.ndc versetzt sahen. Aufrecht konnkö sich Nlcumnd in'ehr hakten, und bereits i waren zwei Matrosen von den hereinbrechenden Sturzwellen über Bord gespült worden. Unser Schiff war im , i Sturm zur völlig, führerlosen Nußschale geworden. . Wir waren, mit einem Wort gesagt, in einen Tornado ge: rathen.' So -rasch' nun ein solch?? sonst vorüberzu gehen pflegt, diesmal durften wir eine Ausnahme genießen - Es war bereits gegen fünf Uhr Morgens,' Niemand dürfte noch die Cajüie verlassen, das Schiff stampfte und stöhnte, als gälte es eine Fahrt über den Höllenstrom. i Allein wir hatten wieder Muth, dir größte : Gefahr - war wieder vorüber, der Wind günstig und in zehn bis zwölf Stunden konnten wir vondcn Strapazen unserer 3!ejfe ansrlchen. Doch Hervccnschdentt,.a5 Schicksal lenkt. Mit einem Mal verspürten wir einen StoLZ dann noch einen !,!uck. und' wir alle lagen am Bodens Das Schiff ist leck!" war der erste Aufschrei, ,M rs. m -c V'i '"V 8 ''-tW - "ffi ' "? ; . Deck!" der zweite: 'Jeöer Nahm, wa ibm im Aug.iblick der Bestürzung das' Äeste zu sein schien. Der Kalke die Hälfte seines NasirzeuHs Nn der Hantz, Jener den Kochtopf, ? Dieser wieder eine leere Hutschachtel vnd so fort, und dann ging dieJagd nach Oben. Unten bleiben! tönte uns aber eine Stimme von dort entgegen. Das war mm leichter gesagt als gethan; als es aber hieß, das Schiff hält Stand, kein Wasser in den Pumpen,
da athmeten wir auf, und beruhigt und unter schlechten Witzen kehrten wir in unsere Eajüte zurück. Was uns aber nach kurzer Frist aufsiel, war, daß seit der Stoß vorüber, dasSch-ff einen mehr und mehr ruhigen Gana annahm. Wir waren noch in der stärksten Auseinandersehung über die Ursachen dieser Erscheinung begriffen, als der Capikain in unserer Mitte erschien und uns lächelnd einlud, auf Deck zu kommen, nur sollzen wir Hut undMütze gut aufsetzen, da noch eine sehr starke Brise wehe. Daß wir unS beeilten, dieserEinladung nachzukommen, können Sie sich nach den durchlebten Stunden denken. Welch' ein Anblick seilte unserer her a:f Deck erwarten. Auf zwechmtdert Meter im Umkreis war kein? handhohe Welle zu entdecken, ja sogar die Bewegung, welche die Schisssjchraube in der See heroorbrac.,lk, war kaum auf zehn Meter rückwärts des Schiffes noch demerkbar. Weiter hinaus sahen wir aber haushohe Wellen sich überstürzen, immer und immer wieder neuen Platz machend. Die Brise war dabei aber so mächtig, daß es nicht möglich war, auch nicht das kleinste Segel beizusetzen. Fragend umstanden wir den Capitain, der uns lä-
chelnd sofort die Erscheinung klar machte. Meine Herren, begann er, in etlichen dreißig Jahren, daß ich auf der See fahre, ist dies das zweite Mal nun, daß ich Derartiges erUbe. Uns war das Schicksal gnädig, wir sind, statt w'e ich erst glaubte, auf einen Felsen, sondern auf einen Walfisch gerannt, und haben ihn mitten durchgeschnitten. Nech sitzt er am Kiel festgekeilt, wird aber, wenn er vollends sein Fett au die See gegeben hat, ganz von selbst abfallen. Ihm danken Sie die Oelglätte und, wie ich glaube, ein rasches Ende unserer Neise. Wir sahen uns erstaunt m, allein in Keines Miene lag nur der geringste Zweifel an der Wahrheit des Gesagten. Wir hatten die Thatsache vor uns. Doch so ganz gefahrlos sollte unsere Neise nicht zu .Ende gehen. Wir hatten noch einige Stunden bis zum Ende unserer Fahrt. Acht 'Stunden waren uns Sturm und 'Walfisch von Nutzen sür die Verkürzung der Fahrt gewesen. Da spürten wir wieder einen Nuck, der Walsischleichnam hatte sich losgelöst. Die Sonne schien aufö Neue, die See hatte ihr gewöhnliches Aussehen wieder gewonnen, auf einmal commandirte der Capitain Halbdampf, der Matrose im Auslug hatte Land in Sicht angezeigt. Der Maschinist kam dem Befehl nach. Nach kurzer Zeit sahen wir die Spitze des Tafelberges. Heller Jubel brach an Bord aus, wir Alle wandten uns nach dem Capitain, beuierkten aber zu unscrem Erstaunen, daß er unsere Freude nicht theilte, ja der ernste Ausdruck seiner Mienen machte sofort unseren Jubel verstummen. Es war etwas nicht richtig, das erkannten wir sofort. Immer mehr nahten wir unserem Ziel. Bereits sahen wir die Hauser von Capstadt, da plötzlich machte unser Schiff eine Schwenkung nach Süden, und in rasender Eile entfernten wir uns wieder von dem ersehnten Ziel unserer Neise. Was sollte das heißen? Es vergingen zwei bange volle Stunden, endlich drehte sich das Schiff wieder, die Maschine hatte den langsamsten Gang, den sie einhalten konnte, die Miene des Captains klärte sich wieder auf, und Mittags zwei Uhr lagen wir wohlbehalten im Hafen von Capstadt. Ehe wir ausstiegen, fragten wir den Capitain um die Ursache des Abfchwenkens unseres Schiffes. Lächelnd erwiederte er: Meine Herren, wir sind Gott Lob einer großen Gefahr entgangen. Hätte ich nicht südwärts abhalten. I und wären wir nicht durch ein großes Zeld von Seetang gefahren, wer werß, was unser, gewartet hätte. , Der ganze Schisssrumpf, soweit er in der See liegt, war mit Fett überzogen, die Reibung zwischen Schiff und Wasser war gleich Null und so hätten wir unter Umständen noch etliche Tage auf offener See zubringen müssen, ehe wir die nothige Schiffsgcschwindigkcit zum Einfahren in den Hafen erreicht hatten. Das Seetang hat uns von dieser Gefahr befreit, und nun viel Vergnügen für die nächsten zwölf Stunden!" Weitleff fchwieg, der Major über blies ein paar tüchtige Rauchwolken au? seinem Meerschaumkopf und sagte: Meine Herren, abermals Stoff für eine unruhige Nacht. Wie hieß denn das Schiff. Herr Weitleff?" Das Schiff heißt heute noch," erwiderte dieser Maria, tue oiled ! " W. Unseld. König Menelik, der in .etzter Zeit vielgenannte Herrscher von Schoah, ' crzäh lte eines !! TageS feinem Hofe in folgender Weife den Ursprung der Neger: , Zur Zeit der Erschaffung Adams wollte auch der Satan seinerseits mit ein paar Handvoll Erde einen Menscheu erschaffen und es gelang ihm recht gut; aber Alles, was er berührte, wurde schwarz und auch sein Mensch nahm natürlich diese Farbe an. Bei diesem Anblick dachte Meister Satan darauf, ihn zu waschen, und warf ihn in den Jordan; aber die Gewässer Kieses Flusses zogen sich sogleich zurück , und nur , die Handflächen und gußsohlen konnten ein wenig benetzt werden, waS ihre hellere Färbung erklärt. Ergrimmt über diesen Mißerfolg, versetzte nun der Teufel seinem,Geschöpf.eincn fürchterlichen Faustschlag auf die Nase, wodurch, diese platt wurde. Der Unglückliche bat um Gnade, und da der Satan sein Unrecht einsah, fuhr er ihm mit höllischer Liebkosung mit der Hand über die Haare; aber da dieHand zu heiß war, brachte sie sogleich die Wirkung eines glühenden Eisens hervor und kräuselte dieselben. Daher der UntmchttbMkHen 'fcen Söhnen Javhets und SemS und jenen Chams. Der Kömg Meuclik f etzt?" htiizfia'ßjiach'1 drei oder vier Generationen der liebe Herraott ein Negerkind sehr lieb gewonnen, t. ' -, rif'-vlrt'!l;cl!i- -J'l t.,Vil r und da er den Leib Nicht anders machen konnte, - wandelte 'er daS Her; um und machte es ehrlich, treu und zu guten Handlungen geneigt. Dieses Kind gründcte spälcr das ? Königreich Schoa und Köniz Menelik ist sein Nachkomme. iiB i!',ut2lF? iseu x Student (mit wenig Bart): Bitte auch meinen Schnurrbart etwas zu locken!" Friseur: Ja, locken kann ich ihn schon eö ist nur die Frage, ob er kommt!"
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