Indiana Tribüne, Volume 13, Number 11, Indianapolis, Marion County, 29 September 1889 — Page 7

Vou A. Notl. .Klmg, Hing I Es n?ar die Telephsnklingel, welche vom Carl-Ludwighause auf der RarAlpe aus das Vermittlungsamt in Neichenau anrief und als sich der Beamte nach den Wünschen des hohen" Clienten erkundigte, kam es von dem erhabenen Alpenschutzhause mit silberner Mädchenstimme wer hätte das nicht gleich ersannt herab: Verbinden Sie mich mit Nummer einunddreißig." . Kling, kling!" Der dienstbare Geist in Neichenau un iin hatte den Wunsch aus der Wolkenregion erfüllt, und eine feste Männerstimme rief in den Fernsprecher hinein: Sie wünschen?" ?A&er Papa, ich Bitt'S ja, Madeleine! Wir sind soeben hxcx im schubhause angelangt ! Es geht ausgezeichnet ! Ich bin nicht einmal ' müde ! Wir haben Glück mit dem Wetter! Die herrlichste Aussichtk Kein Wölkchen! Am liebsten möchte ich jetzt gleich den Gipfel ersteigen! Aber Robert und feine Freunde ha--den keine Lust. Die Ungeheuer wollen Wahrscheinlich den wunderbaren Abend mit Tarokspielen zubringen. Jetzt steigen sie draußen herum und suchen Edelweiß und Enzian. Das will ich nachher auch. Dann heißt es aber zeitig zu Bette gehen, denn morgen früh stehen wir noch nm zwei Stunden früher auf als die Sonne und sehen uns ihr Lever von der Heukuppe aus an. Bis Mittag sind wir wieder unten bei Euch!" Freut mich sehr!" tönte es an die Ohren deS jungen Mädchens, welches eben die Muscheln des Apparates an dieselben gehalten hatte. Die Stimme kam ihr nun so fremd vor. Aber bist Du es denn auch, Papa?" frug sie ängstlich. Nein, ich bin nicht Papa. Vatersreuden sind mir noch versagt." Wer ist eS denn? Fritz viellelcht? Natürlich, Fritz!" "Ach, so! Ich habe Deinen ProvinzHeatertenor doch gleich erkannt!" Wahrhaftig ! Sehr schmeichelhaft! Besten Dank, schöne Magdalcne." Keine Ursache! Und Du weißt doch, Fritz, ich kann es nicht leiden, wenn man mich Magdalcne nennt! Das erinnert mich immer an die Büßerin mit den aufgelösten Haaren ! Du kannst Deine Cou sinbosheiren nie lassen! Wo ist denn Papa?" Wie soll ich das wissen? Bin ich der Hüter Deines Vaters" . Gesprochen wie Salomo, nur nicht so weise. Also Papa ist nicht zu Hause? Dann vergiß nicht, ihm alles ju berichten, wenn er wiederkommt, horst Dn ? Sonderbar! Papaversprach doch, den ganzen Nachmittag zu Hause zu bleiben! Er war so besorgt, der arme Papa, ob es mich nicht zu sehr anstrengen würde, die Nar zu besteigen. Und dennoch aus' gegangen: Gewlß hat rhn Baron Born zum Whist abgeholt. Wie die Jungen summen, so die Alten brummen! Doch sage mir, Fritz, wie bist Du denn so plötzlich aus Neichenau qekommen?" Wie? Mit der Eisbahn!" Ach, an dem Witz erkenne ich Dich n?ch besser als an der Stimme. Warum schriebst Du gestern einen Absagebrief, wenn Du heute doch gekommen bist? Wir hätten ans Dich geroattet!" Mir thut es unendlich leid ! " Mir n.cht unendlich, aber ein bisk chen! Ewald und Hans. Roberts Freunde Bestien zwar mehr Schnurrbart als Du, da es leicht ist, mehr zu besitzen als nichts, aber weniger Ritterlichkeit. Unter uns gejagt, sie sind beide sehr mopsig. Du warst ein recht dummer Jung?. Fritz, nicht zu schreiben, daß Du heute kommen würdest." Hat Dein bärbeißiger Rittmeister plötzlich ein Einsehen bekommen 'und Dich armen Wurm doch wieder für einige Taze zu einem Menschen avanciren lassen? Das ist etwas, was Deinem ?lfrttrrriltir oK?r ttmnn Wlilime'tfttr tätr'. I i v .v. v . wi j.. . . V V ' Haupt nicht ähnlich sieht! Weißt Du, ich Haffe die Rittmeisters in corpore. Sowohl die alten Brummigen, die ein so strenges Regiment im Regiments sühren.als auch die sporenklirrenden, schnurrbartmichsenden, enggeschnürten, vcmafcis sirten. geschniegelten und sich unwidersteblich dünkenden jungen. Andere giebt s doch nicht! Nicht wahr. Fritz?" .Danke sehr, mein Fraulein, für Ihre gute Meinung von den Rittmeistern." Und die Fernsprecherin oben vernahm ein deutliches Fersenzusammenschlagen in beZleimng von Sporenklirren. Abr, Fritz, das ist jcf garnicht mehr Deine Stimme!" rief t junge Dame rathlos. Oh doch, ich spreche nur mit meiner eigenem Stimme!" klang es etwas spottisch von unten. Nein, das ist nicht Fritzens Stimme. Ich erkenne es jetzt genau! Wer sind Sie denn da unten?" .Gerhard von Lanenbach, Rittmeister im zweiten Husarenregiment, mein Frau? lein, Ihnen zu dienen (wieder Absatz;sammenfchlogen und Sporenklirren!), aber nicht von einer der beiden Ihnen bekannten, sondern von einer dricten, Ihnen noch unbekannten Sorte." .Mein Herr! Wie kommen Sie denn in Papa'Z, in Hofrath Wiedemanns Villa ? Sind Sie etwa ein Wohnungseinschleicher?" Mein Fräulein 1 Ich bin eben gar nicht in der Villa Ihres Herrn Papas, sondern, so viel mir bekannt, in der meiner Schwester, Frau von Dminskr), Villa Elsa!" .Und Sie stehen da und reden, mit mir, als eb wir Bruderschaft, getrunken hatteNüüd machen mich nicht auf meinen Irrthum " Sie brach ab, und der am Telexhon Lauschende horte, wie die junge Dame i in der Schutzhütte oheu in erregtem Ton auf Jemznden einsprach. " Gewiß der erwähnte Robert! Und in der That strömte auch schon der volle Klang eines kräftigen Jünglingsorgans auf ihn ein. - ; MemHerr, was unterstehen Sie sich? Wie können Sie es wagen, meine Schwester zum Besten zu halten?" .Wer sind Sie denn, det mich zu inierpelliren wünscht?" .Wer ich bin? Robert Wiedemann, Techniker im vierten Jahrgang und Ne-lervelieutenant!"

Durch's Telephon.

Schön! Jetzt wollen wir weiter sprechen! Wenn Ihr Fräulein Schwester nicht mich meinte, so hatte sie mich nicht ans Telephon rufen sollen. !" .Meine Schwester hat Nummer einunddreißi gerufen. Haben Sie Nummer einunddreißig?" .Wir haben Nummer neununddreißig.' Es ist folglich eine Verwechslung" .Welche Sie sogleich aufklären mußten!" .Junger Mann, Sie brauchen mir keine Lehren zu geben, am wenigsten in solchem one" .Ich bin nicht Ihr junger Mann, und eine Lehre haben Sie sehr nothig!" .Sie noch mehr, ich will Ihnen eine ertheilen!" .Ich schicke Ihnen morgen meine Sekundanten!" Gut! Ich erwarte sie!" .Aber, Robert, bist Du verrückt?" zürnte oben die jugendliche Mädchenstimme so nahe am Telephon, daß es der soldatische Heißsporn von Nummer neununddreißig ebenfalls horte. Wemi ich gewußt hätte, daß dies so enden würde! Ich will mit Papa reden, und es wird ein Duell daraus. Sprich doch ein begütig gendesWort!" .Schluß!" rief der ingrimmige Robert in den Apparat hinein und der junge Ofsicier in der Villa Elsa hörte nichts weiter, aber er konnte sichs wohl denken, daß der junge Mann jetzt die Schale seines Zornes auf den unglückseligen Beamten entleeren würde. Ein Duell! Das lag ihm sehr wenig am Herzen, dem Herrn Rittmeister Gerhard v. Lanenach. Aber daß dadurch die so originell cingeleitete Bekanntschaft mit der hübschen Madeleine in Todfeindschaft umschlagen sollte, das wars! Denn hübsch mußte sie sein! Und nicht ohne Ehick, wenn sie auch seine Stimme einen Provinztheatertenor genannt hatte. Bah ! DaS hatte ja dem unbekannten, jchnurrbartloscn Fritz gegolten! ES war etwas so Frisches, Klingendes in ihrer Stimme, daß dazu unbedingt eine aufgeweckte, pikante Brünette gehörte, an deren Phantasiebilde sich Herr Gerhard sogleich mit Schöpserfreude machte. Und als er das schwarzäugige Geschopfchcn mit dem lachenden rothen Munde wie leibhaftig vor sich stehen sah, da that es ihm sogar leid, daß er Herrn Robert nicht etwas sanftmüthiger geantwortet hatte. Es hatte sich daraus eine Bekanntschaft anspinnen können, eine Bekanntschaft! freilich, wenn ihm einfiel, daß Fräulein Madelcine vielleicht doch häßlich war! Deittt welche Garantien hatte er für das Gegentheil? Keine als das allerliebste Selbstbewußtsein in ihrer Stimme, ein Beweis, welcher allerdings auch trügen konnte. Immerhin war die Neugicrde des jungen Rittmeisters in hohem Grade rege. Niemanden wird es daher

wundern, wenn er des anoern Äzormlts tags ununterbrochen, mit einem scharfen Feldstecher bewaffnet, an dem Fenster seines Zimmers stand und auf die Straße hinauslugte, welche sich grell weis: zwischen Wiesen und Gärten hindurchschlängelte. Villa Elsa lag am Abhang der Höhen, welche das Reichcnaucr Thal nach Süden zu abgrenzen, und man konnte von ihren Fenstern aus nicht nur den langgcdehnten Höhenzug der Raralpe, sondern auch das Thal und eine ziemlich große Strecke der Straße überblicken. Der Marssohn blickte lang getreu und unermüdlich in die Richtung der Prein, von wo die Ausflügler zurückkehren mußten. Endlich hielt er eT nicht mehr aus, sondern schlenderte den Wiesenpsad zur Straße hinab bis an die Stelle, wo sich, in einen großen Garten eingewickelt, das hübsche Schwcizerhaus erhob, welches über die Tclephonnummer einundreißig verfügte. Und hier spazierte er im Schatten der Gartengcbüsche geduldig aus und nieder und blickte neugierig in alle aus der Richtung der Rar kommenden Wa gen. . Plötzlich sah er ein Gefährte mit einer Dame und einigen Herren hergnrollen. Sein Adlersblick heftete sich auf die Dame, aber o weh! Sie war über die erste, sogar über die zweite, ja fast schon über die dritte Jugend hinaus und besaß eine Nase, vor der Herr von Lanenbach weit sicherer die Flucht ergriffen hätte als vor einem Dutzend Krupp:Kanonen. Rasch entfernte er sich von dem Wiedemann'schen Garten. Wenn dies Madeleine sein sollte, jene Madeleine, die ihm seit gestern im Kopfe herumging, dann verleugnete er sie einfach! Allein der Wagen hielt nicht vor der Villa, er rollte vorüber, und Gerhard athmete soeben aus, als ein zweiter Wagen nachfolgte. Auch hier eine Dame und mehrere Herren! Diese Dame war aber ein blutjunges Mädchen mit einem engelshübschen Gesichtchen, eine Blonde, deren lichtes Kraushaar unter dem Filzhute mit dem grasgrünen Bande besonders reizend hervorguckte. Sie war so hübsch, diese kleine Touristin daß Herr von LaNenbach sich aus Furcht vor der Enttäuschung nicht zu hoffen erlaubtes es könne Madeleine sein. Madeleine war ja aller menschlichen Voraussicht nach brünett. Und dann konnte der harmlose, sehr junge Jüngling neben ihr doch nicht der ingrimmige Robert sein! Nein, auch dieser Wagen wird vorüberrollen, dachte Gerhard, und betrachtete mindestens die wunderhübsche Tounstin so lange es möglich war. Da es gab dem Zuschauer im Schatten des GartenrandeS einen Ruck hielt der. Wagen. Der harmlose Jüngling und noch zwei andere ebenso "junge und harmlose sprangen aus demselben. r Einer von ihnen wollte der jungen Dame helfen, aber diese wies seine Hand lachend ad, setzte ihren langen Bergstock ,uf den Boden und' schwang sich daran mit schalkhafter ' Grazie, herab. Zwei von den jungen Leuten öffneten die Garkenpforte und verschwanden sogleich hinter, derselben, der Dritte unterhandelte noch mit dem Kutscher, als Gerhard den Moment benützte, wo das junge Mädchen ihren Lodenanzug glattstrich, um an sie heranzutreten. v 'v i Sie erschrak ein wenig, als sie das flirren feines Säbels horte, und dankte nit mädchenhaftem Erröthen auf seiner Brüß. .Ich qehe wohl nicht fehl," begann er. j ie Fersen an einander schlagend, .wenn

ich in dem gnädigen Fraulein meine t lephonbekanntschaft von gestern erblicke. Erlauben Sie mir, mein Fräulein, mich diesmal in pcrsoua vorzustellen: Gerhard von Lanenbach, leider Rittmeister! Und Ihnen, Ihnen allein, mein Fraulein, biete ich meine Entschuldigung für die, Freiheit, die, ich mir nahm, an. Wollen Sie mir verzeihen,' das; ich den Irrthum nicht gleich aufklärte, um noch ein wenig länger das Vergnügen zu habcn, mich mit Ihnen zu unterhalten? Ja, ja, ich verzeihe Ihnen." versetzte Madeleine, mit der frischen Stimme, die ihm schon durch's Telephon so gnt gesallen hatte, und mit einer gewissen entschlossenen Keckheit, die mit ihrer Vl?n-, dinenanmuth im entzückendsten Gegen satze standen. Ich verzeihe Ihnen und, nun brauchen Sie mir auch meinen Bru: der nicht zusammen zu schießen." Lege auch gar kein Gewicht darauf betheuerte Lanenbach, mit Vergnügen bemerkend, daß Madelcine schwarze Augen hatte, seinem Phantasiebild also doch in etwas entsprach wenn sie es auch dabei himmelhoch übertraf. Denn solche Augen konnte man nicht träumen. Auch ich lege keinen besonderen Werth darauf, Herr Rittmeister," sagte der nahertretende Aipbert etwas, steif, von Ihnen erschossen zu werden, oder Sie zu erschießen, und da Sie meine Schwester um Entschuldigung gebeten haben, so erübrigt mir nichts Als den Herrn Rittmeistn gleichfalls um Entschuldigung, zu bttteu," fiel Mabeleine gebieterisch ein. Meine Schwester befiehlt, und ich gehorche," sagte Robert nicht ohne Verlegenheit. Gerhard schüttelte ihm kräftig die Hand. lind bitte, Herr Rittmeister," fuhr Madeleine fort, komm.n Sie jetzt für einen Moment mit herein. Robert hat Papa noch gestern von Allem unterrichtet, und Papa wird gewiß froh sein, zu erfahren, daß die Sache gütlich beigelegt ist." Mit Vergnügen erklärte Gerhard. .Aber wie werden Sie die,Anwesenheit eines der Ihnen so verhaßten Rittmeister erklären?" 3ie können mich ja bekehren!" sagte Madelcine mit spöttischer Hcrausforderung. Und er that es. Mindestens glaube ich, daß die schöne Blondine die Rittmeister nicht mehr so sehr haßte, als sie itfc Herbste mit einem derselben (vom zweiten Husarcnregiment) vor den Altar trat. Eingegangen.

Privatier Wamperl lebt zwar sehr glücklich mit seiner theuren Ehehälfte, aber in einem Punkte übt sie strenaes ausrecht, und wenn er darin unfolgsam ist, so gibt es regelmäßig ein Donnerwetter. Herr Wamperl mußte präcis 10 Uhr zn Hause sein, und war er nicht um diese Zeit zu Hause, so . Eines AbcndH das alte Bier war eben gerade sehr gut vergaß sich Herr Wamperl, trank eine Maß mehr wie gewohnlich und Himmel, hab' Erbarmen als er. im größten Glücke schwelgend, auf die Uhr sah, war es bereits $12 llhr. Entsetzt fuhr er in die Hohe er mußte unbedingt vor 12 Uhr im Bette liegen. Uvamperl hakte zum QJIna nicgt welk kach Hause, und so stand er (seine Alte schlief Gott sei Dank) bereits vor seinem Bette, selbstredend im finsteren Zimmer als die neben seinem Bett befindliche Uhr 12 Uhr schlug. Im gleichen Augenblick aber hörte er auch, wie seine Alte fich im Bette umdrehte und halb wachend sagte: 5averl, bist z' Haus in Dei'm Wettert?" Ja, Meigerl!" sagte Wamperl, im Stillen die Schläge der Uhr zählend. Als eben der zehnte Schlag vollendete, nahm er schnell das Uhrgewicht in die Hand, so daß es also nur 10 Uhr schlug. So blieb ex wohl eine halbe Stunde vor feinem Bette stehen, das Uhrgewichi halUnd, bis er dachte, seine Alte sei wieder eingeschlummert. Er hatte sich aber getäuscht, denn sie lag nur im Halbschlummer, da ihr die'ganze Geschichte verdachtig vorkam. Endlich wurde Wamperl doch des Wartens müde, zudem es ihn etwas sröstelle, und so ließ er auf einmal das Gewicht fahren und schlüpfte hurtig in sein Bett hinein. Durch dieses Geräusch wurde aber Frau Meigerl vollständig wach und horte dieselbe deutlich, wie'die Uhr ihren Schlag vollendete und zwei Uhr, schlug. Wart', Du alter Saufaus also am 2 Uhr kommst Du 'z' Haus öas ist ja recht nett!..:.' Ro' wart' aur, bei'm Kaffee reden wer noch a Vörtl!", , ; :'l '. Der Dichter Billiers de Jsle-Adam welcher schon lange a :inem Magenkrebs litt, starb am 13. Aug. bei den Fröres Sa!nt-Jean-dt Dien in Paris, wo die Fürsorge seiner Freunde den unbemittelten Kranken untergebracht hatte. Dieser Tage ließ er sich noch in extremis mit einer Freundin krauen, welche außer einem schönen Ramen und einem Knaben, über dessen Geburt geheimnißvolle Geschichten erzählt erden, nichts von ihm erben wird. Ein beträchtliches Vermögen hatte derselbe serprocessirt, um die alten Rechte seiner Familte . aus den Thron, von Jerusalem Sarzuthu'n, gestützt aus die Thatjache, daß der letzte Großmeister des MalteserOrdens ein Villiers de rJsle.Adam gevesen war. Der Dichter leb!e zeltweise im tiefsten Elend, ohne Dach und ffach.' in d'er Welt seiner Träume, die! er in ge bundener und ungebundener Rede nieder-schrieb,-, aber.,nicht verwerthete, wie ein noderner praktischerer Schriststeller. Er war' bis zuleht, glelch dem llten Barbey d'Aurevilly, der ebenfalls lrm starb, Wtttarbelter des Gil-Blas," Scheinbare I n eo n s e quenz. Nlter Lehrer (an dem eine hohe Persönlichkeit vorbeigeht); i Jetzt war der Rens in der Schule so ein Esel und ist loch ein so großes Thier geworden!" Vor si ch t i g. Er: .Leb' wohl, liebe Emma,w!rst Du mir auch treubleiZen, bis ich wiederkehre?" Sie: .Geriß, Theuerster aber nicht wahr, Du kommst recht bald zurück?!

Bilder aus per yariser Wett, f Aftrsftftt A ; ;;;'

4MVtll) i t Von Eugt n v. Jagow. Die Esplanade des Invalides bietet eine Fülle von Anregungen, welche man in der Pariser Presse durch den nicht ganz zutreffenden Ausdruck erotische" zu bezeichnen liebt. Doch begnügen wir uns damit, denn man würde uns sonst eine uerollo ä'aUemanä zum Vörwurf machen, eine Bezeichnung, die UU der auch wieder nicht zutreffend ist und deren Vemäkelung zu neuen quereUes ä'aUemanä führen würde, sodaß wir schließlich aus dem sehlerhasten Cirkel gar nicht herauskamen, was um so betrübender wäre, als es schon ohnehin nicht leicht ist, sich in diesem Gewimmel von Arabern, Mongolen, Malaien, Pariser Abgeordneten, Ministern und andern Ajrikanern zurecht zu finden. Begeben wir uns lieber gradesmeg in das anamitijche Theater, roelches sich, so behauptet man wenigstens, von dem chinesischen nicht wesentlich unterscheidet. Ein luftiger Holzbau mit durchbrochener Arbeit und reichlichem Schnitzmerk. Beim Betrachten der Jnnen-Einrich-tung, der Bühne, der Jnscenirung und des Schauspiels suchte ich wie es nun einmal in der Menschrnnatur liegt, welche eines Maßstabs zur Beurtheilung von Niegesehenem lchwer zu entarten vermag sofort nach Verzeichnungspunkten, und da zogen denn die urspünliche Shake-spcare-Bühne, Bayreuth, die Lear-Auf-sührungen in München und das Kauderwelsch unserer in mehreren Sprachen gLsungeneu italienischen Opern vor meinem geistigen Auge in rascher Reihenfolge vorüber. Es bedarf nicht der Versicherung, daß wohl kaum 'ein einzige? Zuschauer der anamitischen Sprache mächtig ist. Aber, wie gesagt, den Text der italienischen Opern verstehen in Deutschland doch auch nur wenige Menschen, selbst wenn sie die Sprache einigermaßen beherrschen und doch ist es ihnen möglich, dem Gang der Handlung verständnijzvoll zu folgen. Verhält es sich nun mit der anamltifchcn Aufführung ebenso? Die Antwort dieser Frage wird sich aus dem Nachfolgenden ganz von selbst ergeben. Zunächst ein Wort über den viereckigen Zuschauerräum und die Bühne. Ersterer besitzt ein Parterre. Seine Bänke werden meist von einem ungläubigen, staunenden Publicum eingenommen, das sich aber zu seiner Ehre sei es gesagt durchaus ruhig verhält. Darüber einNundgang, der zugleich ersten Nang und Olymp bedeutet und bei dem niedrigen Eintrittspreis von 50 Centimes wenig einbringen würde, wenn die schnellermüdeten Schaulustigen nicht beständig wechselten. Die Vülme bildet einen erhöhten, Lreiten Auftritt, der durch eine bemalte Wand abgeschlossen wird. Letztere wird zur Rechten und zur Linken von einer Thür durchbrochen. Wenn der Schauspieler durch die eine abgeht und nach wenigen Secunden durch die andere wieder eintritt, so bedeutet diefe Zwischenzeit für die Handlung Stunden, Tage, Monate. Der anamitische Zuschauer ist an diese Eonvention gewohnt, welche, wie ein Hohn auf die moderne Kunst der franzosischen Dickter erscheint. In der That verwenden diese ja ein gutes Drittel der ihnen für die dreistündige Aufsuhrungsdauer eines Stuckes zur Äerfügung gestellten Zahl "von Worten zur Begründung des Kommens und Gehens und der Abwesenheit ihrer Figuren. Die Zeit spielt bei den Anamiten keine 3col!e und ebensowenig der Ort. Die Bühne zeigt kaum etwas anderes als ein paar Stühle und einen Tisch, und wird einer der ersten: auf diesen gestellt und durch dienstbare Geister bei osfener Scene (einen Vorhang gibt es überhaupt nicht) mit bunten Stössen bedeckt,, so gibt das einen Königsthron. Man ersieht daraus auf's klärlichste, daß die Jnscenirung den Anamiten weniger Mühe', und Geld kostet als den Meininaern. 'Jn Ermangelung von Dccorationcn und Seitencoulisjen. aus welche sich die europäische Theaterkunst jetzt so vnl zugute thut, ist der Ortswechsel also überaus leicht zu veranschaulichen, sintemalen er lediglich in der Einbildungskrast des uiohlwollenden Zuschauers sich vollzieht, und diese ist noch unendlich reicher und wandelbarcr, als alle Wandeldecorationen von Bameuth und, München. - Zur Ehakcspeare'schen Zeit begnügte man fich bekanntlich damit, einen Zettel herabzulassen, auf dem die einfachen BeZeichnungen WId" oder Halle" oder dergleichen zu lefen.waren. Die Anamiten bedienen fich ,u demselben Zweck gewiffcr Symbole, die ich, ich gestehe es zn meinem Bedauern, nicht alle ergründet babe. Jedenfalls find ' sie, wenn ich so sagen darf, poetischer als der nüchterne Zettel. Ein Jüngling tragt eine Fackel über die Bühne, und das bedeutet: das KönigSschlon steht in Brand. -,,Ein auf der Flucht begriffener König , rrit einem ragenden Kopfschmuck, der mich an die Fühlhörner eines Nkesenkäfcrs erinnerte, gcht iur Zickzack über die 'Bretter.' ',,T)as deutet auf ein durchschnittenes Gelände, Reisfelder, irnd dergleichen hin, und j so dient also auch das Spiel zur Versinnblldlichung der Oertlichkeit. Selbst die chinesischen Schriftlichen sind' ja sinnbildlicher Natur. Es darf also s nicht überraschen, daß'auch bie,Äühne! dieser Mittel sich bedient. Vielleicht erscheinen uns diese mit ihrer vorwiegend epischen Handlung nur dcöhalb so gar eintönig, weil wir von den Symbolen nichts oder doch fast nichts verstehen.. Die kundigen Eingeborenen aber wohnen diesenSchauspielen, die zu wahren olympischen Festen anwachsen, tagelang an, ohne, zu ermüden. ' "-5 ?-''-- f!v"i: ' Die Symbole beschränken sich natürllch nicht nur auf das Spiel, sondern finden fich auch m der oft prächtigen O - l''V!lin- ili :!! . rtä! , V, ., i. ' Tracht dem emziaen Lurus. den sicb die . lamitische Bühne . gestattet , auch 9W2. i.. fc i. wv. tu vv v cp iniyc, in oziv Gebärden, in der Mimik, in der Musik wieder. Den Bösewicht, den Intriganten, wie man bei uns sagen würde, erkennt man schon an der Schminken ' Ein verrätherischer Mandarink ii'jetipielSioeife hatte fich eine so grausige Tigcrmaske aufgesetzt, daß einem, besonders wenn er wilde, unarticulirte Laute ausstieß, eine Gänsehaut über den Rücken laust. Ge-barden-und Gefichtsspiel find meist geessen und überaus ausdrucksvoll. Einen

Dialog in unserm Sinne gibt es nicht, i und es ist daher nicht leicht, das zu definiren, was sich auf der Bühne abspielt. Ich komme der Wahrheit noch'am nach, i sten, wenn ich es als ein stummes Spiel kennzeichne, daß durch beständige Rufe, die theilweife wohl nur sinnbildliche Be: deutung behufs Eharakteristik.des OrteZ haben, und durch eine fortgesetzte Orche- j stcrmusik unterbrochen und erläutert wird. ' 1 t Das Orchester befindet fich nicht etwa in vertieftem, unsichtbarem Raume, wie bei Wagner, sondern auf der Bühne selbst, und zwar anf der linken Seite. Das ist gewiß minder unnatürlich als der Aufenthalt der vornehmen Welt auf der Bühne, wie es in der rormoliereschen Zeit durchaus üblich war. Dem anamitischen Orchester gegenüber, auf der anderen Seite der Bühne, sitzt der Dichter hinter einer gewaltigen Pauke, mit welcher er, zugleich auch Ober- und Unter-Regisseur, bic Handlung leitet, das Zeitmaß beschleunigt oder verlangsamt, sein Mißfallen oder feine Zufriedenheit, ausdrückt. Sein Stück ist nämlich nur ein Gerippe, nur eine Art von Scenerie, daß die großen Züe der Handlunz andeutet. Den Vchauj'pielern, die sonnt auch zu Dichtern werden, bleibt es überlassen, die Lücken frei erfindend auszufüllen, und man versteht uun die oben geschilderte reulirende Thätigkeit des Dichters. Wir haben es hier also mit einer Zusammenarbeit zu thun, welche nicht so sehr an die in Paus so übliche Ealläboration" wie an die Art erinnert, in welcher die Anamiten ihren Prospect malen, der meist die schönsten Auftritte aus ihren Zugstücken schildcrr und also zur Handlung des Stückes keine Beziehungen hat. Zu dieser Art Arbeit gehoren nämlich drei Kräfte. Der erste malt den Entwurf mit schwarzer Kohle, der zweite gibt diesem mit schwarzer Tusche erst Leben und Ausdruck, die Umrisse hiec und da schärfer hervorhebend, ausführend. Zuletzt aber kommt der Maler, den leuchtenden Inhalt seiner Farbentöpfe einen nach dem andern auf die weite Blldfläche entleerend. Doch kommen wir auf unser Orchester zurück, das aus einer Violine, einer Art von Trompete und zwei anamitischen Trommeln, sogenannten Gongs, sich zusammensetzt. Eine recht bescheidene Zahl von Instrumenten, wenn man an unser modernes Meyerbeer- oder Wagner-Or-chester denkt, aber trotzdem machen sie liorribile dictu noch mehr Lärm, als zenes, einen geradezu höllischen Lärm, der um so unerfreulicher ist, als unfer Ohr darin auch nicht eine Spur von Harmonie oder Rhythmus 'zu entdecken vermag. Die armen Schauspieler, die ihn mit ihren an das Miauen einer Katze erinnernden Rufen zu überschreien haben, sind wahrlich zu bedauern. All diese grellen Töne haben offenbar, wie Wagnerö Leitmotive, eine conventionelle Bedeutung, gewisse Signale mögen sich darin ost wiederholen, aber mein Ohr hat sie nicht herauszuhören vermocht, und da selbst - die Dolmetscher nur sehr oberflächliche Sprachkenner find, so müssen wir uns wohl oder Übel mit Vennuthungen abspeisen. Und'nun, bevor ich versuchen werde, dem Leser von einem der aufgeführten Stücke, vom König von Duong" eine Vorstellung zu geben, noch eine Bemerkung über die Bühneneinricktung. Sie jst,,,wie gesagt, eine uuwandelbare, herkömmliche, wie die der Shakfpearcschen, wie die der Eorneilleschen , Bühne. Letztere unterscheidet fich in der That nur dadurch von der erstem, daß fie den Zettel durch einen steifen Säulenpalast erfet hat, und von beiden unterscheidet fich die anamitische nur dadurch, daß sie statt deS Palastes, der fich nur für die Corneillesche Einheit des Ortes schickt, und statt des unschönen Zettels andere Mittel gebraucht, um zum Ziele zu gelangen, Mittel, die man fast als künstlerische bezeichnen mochte. Denn während Zettel und Palast rein äußerliche Dmge find, bilden die anamitischen Erkennungszeichen wesentliche Bestandtheile der, , wie der Leser gleich sehen wird, ja sehr kindlichmaiven Handlung. Immerhin verlohnte es fich in unserer Zeit, wo man nach neuen Formen sucht, wo man in der Münchener Lear-Anfsührung, bei den Jnscenirungsversuchen des zweiten Theils des" Uaust .mehr oder weniger auf alte Muster zurückgreift, indem man sie zeitgemäß zu verjüngen sucht, auch die eben geschilderte Form nicht ganz geringschätzig beiseite zu lassen, sondern nachzusinnen, ob sie sich nicht in irgend welcher Weise verwerthen ließe. Chien-Du dies der Held, der, ich wiederhole es, rein epischen, chronologisch aneinandergereihten Handlung ladet

semen Schwager und , Oberherrn, den Konig von Duong, zu einem Festessen ein. Die Einladung wird angenommen. Aber vier Mandarinen die bösen Mandarinenl planen ein MacbethAttentat wieder ihren König, dessen Ankunft durch Fanfaren angekündigt wird. Glücklicherweise befitzt Lu-Tieng-Vuong so heißt unser koniglier Held, auch drei treue Mandarinen, die ihn warnen und zu einer wenig königlichen Flucht bereden. Die Flucht bildet einen wesentlichen Bestandtheil des Stückes. ' Hinderniß hemmt dieselbe, und schließlich gelangt man an einen Fluß, dessen Ueberbrückung durch die, denkbar einfachsten Vorrichtungen veranschaulicht wird. Einer der Getreuen ertnnkt, der König selbst stürzt in einer fürunsere Begriffe wiederum recht unköniglichen Weise auf den Boden, wird , aber, gerettet, , verschwindet rechts durch die Thür-Vorhän-ge, um wenige Secunden später links wieder aufzutreten, nunmehr verfolgt von der Streitmacht der verrätherischen Mandarinen und durch diese sogar umzingelt Ein furchtbarer B rend, bei dem einer derselben, das Leben verliert. Glücklicherweise wittert der Adoptivs ohn des' armen Königs, erschreckt über dessen lange Abwesenheit, Unrath und stellt sich seinerseits an die Spitze eines machtigen Leeres, sodaß es zu einem blutigen Zusammenstoß tmmt, der nach Circusart

M recht nawralistischek Meise dargestellt wird. Die Verräther werden besiegt und der König kehrt triumphirend in seine gute Hauptstadt zurück, nicht ohne unter den Häuptern seiner lieben, übrigens durch männliche Schauspieler dargejtellten Frauen ein geliebtes Haupt, zu ver, Miss W fSMMifMt - ' ' --v -7..':

Der Tod dieser Gattin, die sich aus Schmerz über die Hiobspost von denGefahren, die ihr hoher Herr läuft, vor den Augen der Zuschauer erdrosselt, ist für unser Gefühl der allerrührend ste Zwischenfall der kindlichen Handlung. 'Die Aermste haucht ihren Kummer in einen seltsam eintönigen uud seltsam berührenden Klagegesang aus, ergreift dann einen rothen Vorhang und macht eine Gebärde, als wenn sie ihn um den Hals schlänge. Das genügt für die Einbildungskraft des anamitifchcn Zuschauers, der durch die verite xralW Zolas noch nicht blafirt geworden ist. Der Kopf der Duldenn neigt fich, sie hat ausgelitten, und alsobald erhebt sie fich, macht den Zuschauern eine Verbenauna und der Vor-

hang finkt, oder vielmehr er würde sinken, wenn das anamitische Tbeater diese betrübene Einrichtung des unsrigcn fich ebenfalls angeeignet hätte. Persische Kochkunst. Der Schal) von Pcrsien hat auf seinen Reifen Gelegenheit gehabt und genommen, die europäische Kochkunst gründlich zu ztudiren. Beschasttaen wir uns auch einmal mit der persischen Kochkunst. welche, nach den Versicherungen von Kennern, trotz ihrer Beengung durch die Gebote des Korans, sich auf einem hochentwickelten Standpunkt befindet. Wie im ganzen Oriente, bildet auch in Perlten, bet: den reichen sowohl uue bei den ärmeren Classen, der Reis die Unterlage aller Kochkunst; der xerltsche Koch izt unerreicht in der Kunst des WürzenS diefer einfachen Spelfe. Das Fletsch des Rindes Kalbes und Schweines ist unbekannt in Perfien. und Hammelfleisch allein der Punkt, um den sich die persilche Küche dreht, welches sie aber trotzdem zu den schmackhaftesten Gerichten zu benutzen versteht. Auf die Tische der Anltorraten allein aelanaen auch 'die ein köstliches Gericht bildenden zwei bis drei Wochen alten und forgsaltig mit Datteln, Mandeln und Trauben gefüllten Lammchen. Der Perser ißt das Fleisch am liebsten gesotten. Die verfilchcn Hammel zeichnen sich durch einen besonderen starö entwickelten Schweif aus, der, bis zu sechs Kilo schwer, ein vorzügliches Fett liefert. Dasselbe wird - mit zerlajjener Butter acmenat und aesalzen in LcdersScken aufbewahrt. Die persischen Hühner sind klein, zart und gleich den Zungen Kammern nur sur die Takel des Ntichen bestimmt. Man genießt dieselben entweder in einer Brühe aus fchmackhaften Kräutern, oder in einem Weinblatte gebraten. Die rauben, welche ziemlich allgemein sind, werden auch sehr geschätzt. Das persische Wildprct beschränkt fich auf Wachteln und Nebhühner. Ein gleichfalls sehr geschätztes Gericht ist der wilde Esel, der ehemals zu Pferde verfolgt und mit Pfeilen erlegt wnrde, gegenwärtig aber mit Windhunden und Falken gejagt wird. Die Falkenjagd, dieser so ansregnngsrciche, heute im Westen aber fast schon ganz vergessene Sport, steht in Perfien in vollster Blüthe. Der Hase ist, als ein unreines" Thier, vom Tische dcö Mohamedaners verbannt. Fische, die so häufig find an den Ufern des persuchen Gotres, fehlen im Innern des persischen Reiches gänzlich. Keine Auster, . . i nn -ü) m c r i cynecre oocr counsre iji oaieiozr zu sinden. DaS einzige Schalcnthier, wclches auf den Tisch des persischen Fein schmeckers kommt, ist der Seekreds, der itt Sächen auf den Markt von Teheran gebracht wird. Die Hummcrarten hingegen sind als unrein verpönt. In den unterirdischen Wasserlausen, die Persien durchziehen, findet man stellenweife prachtvolle Forellen, die bei den Perscrinnen sehr beliebt find. Nüsse, Mandeln, Aprikosen, Birnen, Trauben, Datteln, Feigen, giebt es in Perfien die verschiedensten und schinackaftesten Gattungen. Die Früchte werden zumeist zu Marmclade verkocht genossen. Das Diner wird in vornehmen Häusern in schweren goldenen Schüsseln auf einem auf den Boden ausgebreiteten Teppiche aus wohlriechendem Leder servirt. Rings herum ruhen die Theilnehmer am Mahle auf seidenen Kissen und schlürfen den Duft und den Wohlgeschmack der kunstvoll bemieten Speisen schweigsam ein, drn melodischen Klängen einer Musikkapelle laufcheno, die Schlachten-, Jagd- und Liebeslicdcr spielt. Nach dem Mahle bringen, die roth gekleideten Diener die gold- und filbcrbefchlagenen glänzenden Wasserpfeifen herbei. In Perfien raucht alles, Frauen, Greise. Kinrer, Arm und Reich, unmäßig. Die Zahl der in einem Hause befindlichen NarhlleS ist bezeichnend für die sociale Position seines Besitzers. Der Pfcifentrager des Schah ist denn üucb einer der ersten Würdenträ; ger dcs Landes. Die Fraum in den Harems rauchen aus reich und bewunderungswürdig kunstvollen Narghiles. Bei Hofe sind die Pfeifen reich mit Diamanten, Rubinen und Türkisen besetzt und werden an Festtagen mit Blumen umwunden, deren Duft sich mit dem Aroma des orientalischen Tabaks zu beraufchendem Wohlgeruche vermengt. Neuer Lehrsatz. Unnütz ist Vieles in der Welt, Vieles, was mich für schweres. Geft Lehrte die alma rnater. Unnütz fogar mein blonder Schatz, Vieles in der Welt ist für die 5catz, Nur's Trinken ist für den Kater. r ' ' V e r u h i q t. Fürchten Sie nicht, ttnmal lebendig begraben zu werden, da Unsere medicinische Wissenschaft in dieser Beziehung noch, im Finstern tappt? Osten gestanden, nein! Ich habe einen klrzt, auf den ich mich ganz verlasse. Wenn dessen Patienten sterben, so sind sie wirklich todt. ' . . Naturwissenschaftlich e s. Mama, da lese ich, daß die Löwinnen ihre Jungen sressen.'Nun? Nun möchte ich doch wissen, warum denn blos Vt Jungen., Schmecken ihnen die Mädt i ' .. : k Nicylk 4ir;:,' Vr Einst und Jeb t. Früher var mancher Handwerker ein Künstler, j irnd setzt ist mancher Künstler ein Handverker. Früher lobte das Werk den Meister r-heutzutage lobt der Meister dasWerk.

Großen Vate?S kleiner Sohn. Ueber Schillers Sohn Karl, der im September WZ geboren wurde, theilt I. Straubenmüller folgende Erinnekungen mit: Karl wurde als Erstling mit der zartlich sten Freude begrüßt. Er gedieh körperlich und versprach somit eine kräftige geistige Entwickelung. Aber man tauschte sich. Man erzählte fich, daß Schiller einmal in uter Laune am Familicntisch mehrere ferner Jugendstreiche, besonders aus der Karlsschule, mitgttheilt l)abe. Die Familienmitglieder, sowie die anwesenden Gaste lachten herzlich darüber. Nur der Knabe Karl war so fürchterlich, daß er sich die naseweise Bemerkung erlaubte: Aber Vater, Du muß doch schon viele dumme Streiche gemacht haben?" worauf der Dichter mit Wehmuth erwiderte: Zugegeben, jedoch mein dümmster Streich w a r st D u." Karl von Schiller verlor im 12. Iahre seinen Vater, widmete sich spater dem Forstwesen, trat als Forstrath in die Dienste deS Königs von Württemberg, und war mehrere Jahre Oberförster zu Lorch bei Schwäbisch Gmünd. Hier geschah es nun, daß der Herr Oberförster höchst ungnädig in Streit geneth mit den jungen Burschen, welche Nachts unter der Linde sich versammelten und populare Volkslieder sangen. Als Herr von Schiller . sich beim Ortsoor sicher über die unanständigen und unmoralischen Lieder beklagte, welche die Burschen Preis graben, stellte sich heraus, daß eS das Neltcrlied und Näuberlied des grotzen Dichters war, was das Mißfallen des Herrn Oberförsters erregte, und daß er die Gedichte feines Vaters noch nie gelesen hatte. Herr ObcrfZrster Karl von Schiller war über 6 Fuß hoch, breitschulterig, wohlbeleibt und glich mit seinem plum.pen Kopfe einem Landedelmann. Fast itäglich fuhr er uach Gmünd, nie ohne einen Bedienten in Livree. Im Kaffeehaus L. Köhler auf der Hofstatt spielte er Stunnen lang Billard. In eine gewählte Unterhaltung konnte et sich nicht einlassen, da er dem Lesen abhold war und der höheren Bildung ermangelte. Als sprechender Beweis hierfür diene ' Folgendes ; Es war im Juni 1842, als fich im sogenannten Stahl'fchen Garten, nahe der Ncmöbrücke, mehrere Honoratioren aus Gmünd eingefunden hatten; auch Herr von Schiller war anwefend. Da trat Professor F., ein beliebter Improvifator, auf, um Proben feiner Kunst zu geben. Er wandte sich an mich, ihm in Thema zu nennen. Ich Meinte: Schillers Leben und Schöpfungen mochten der beste Stoff für ihn fein, was dem anwesenden Sohne des Dichters gewiß angenehm sein werde. Improvisator F. sprach mit Begeisterung und Feuer von dem großen Dichterund feinen Werken, Alles war hingerissen und brach in Beifall und Jubel aus. Nur; der Herr Sohn zeigte gänzliche Gleichgkltigkeit. Er saß allein an einem Tische und rauchtt mit Behageit. Ich stand auf und bat ihn um seine Meinung über den .Vortrag, und ob er irgend einen Grund habe, warum er nicht Antheil an dem allgemeinen Beifall

nehme, der doch yauptsachllch sel'icm Vater eaolten babe. Der Äerr Oberförster meinte, er liebe keine lange Predigt; sein thatet möge ein großer Dichter gemeseir sein, doch'habe er vom Forstwesen durchaus nichts verstanden. Karl von Schil ter prd 1857; aucy jem einziger ohn .starb, und zwar als Ofsicier in Oesterreich. Der Eisen geh alt int menschlichen Körper. Die im Körper eines Menschen sder Thieres enthaltenen festen Stoffe, welche in der Ascbc desselben zurückbleiben, werden stets in einem bestimmten, jedoch gewissen Veränderungeu unterivorfenen Menacnverhältniß zu einander und zu ihrer Gesammtmenge im Organismus angetrofsen. lLntnommen werden sie den Nahrungsstoffcn, die in den Körper eingehen, und während des Säualingsalters ist dies ausfchließlich die Milch. Nun war fchsn im Jahre 1674 dem Physiologen Bunge die Thatfache aufgefallen, daß das für den Organismus so überaus wichtige Eisen im äuglingskorper selbst in verhältnißmäßig viel größerer Menge enthalten war als in der demselben alS das Mcngenvcrhältniß deS Eisens und der übrigen Aschcnbestandtheile im Körper des Säuglings und in der Milch festgestellt wurde; die übrigen Aschen, destandtheile außer dem Eisen ' zeigten untereinander, wie nebenbei er wahnt werden mag, in der Milchaschi und im SäuAlingskörper dasselbe Men, genverhältnitz. In einem Falle war da, gegen der Eisengehalt der Milchasche fogar sechsmal geringer als in der Asche deS Säuglinas. Da nun nicht nnae -nommen werden konnte, daß der Saug rir. .... t . . . m c r ? ung, vios um iclnen zeoarr an izenu decken, eine bis zu sechsmal so groge Menge aller anderen Aschenbestandtheile als er braucht, aufnehmen würde, fo ent? stand die Frage, woher der Säugling das zum Aufbau feiner Organe erforder-. liche Eisen entnehme. Mehrsache Untere suchungen, die Bunge hierüberl!neuer dings anstellte, haben nun ergeben, daß der Säugling seinen Eisenbcdarf schon, bei der Geburt vorräthig auf seinen Le-? bensweg mitbekommt ; denn bei der Ge burt ist der Eisengehalt in seinem Korperz am größten während er mit dem fort schreitenden Wachsthum des Thieres (die Versuche werden, wie natürlich an Thie-z ren angestellt) abnimmt. Bon deinj Eisengehalte zehrt demnach der Zunge Or ganismuS, wie von einem Capital, daZ er , in sich trägt, .wahrend die übrige Aschcnbestzndlheile durch die Nahrungse ausnahme erworben werden müssen. D i e g ut t r Na hr w;rt::::S!;;Sa einmal, ist das nicht der berüchiigte Wu, cherer Cravatte!?. Donnerwetter, ist der aber stark geworden! Kein Wunder, bei der Nahrung! Vorgestern erst hat er! einen Bäcker verschluckt, gestern einen Fleischer verzehrt und morgen wird ihm der - Colonialwaarenhandler am Markl Zlum Opfer fallen! Noth verband. Er: Mein Fräulein, ich liebe Sie wahnsinnig, Sia haben mein Herz tödtlich verwundet. Sie: Vermundet? Da schlage ich Jhne vor, sich mit mir zu verbinden.