Indiana Tribüne, Volume 13, Number 11, Indianapolis, Marion County, 29 September 1889 — Page 3

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Viola.

Cta vsd,mk5 Lebensbild, frei nach dem SchwedWe von Qmll Jonas. (5. Fortsetzung.) Onkel Malte hatte am Morgen aus einer entfernten Provinzialstadt, wo er Verwandte hatte, einen Brief erhalten, der feine Anwesenheit dort früher wünschenswerth machte, als er gedacht hatte, und er wollte daher heute noch abreisen. Vorher aber wollte er noch einmal mit Violas Gatten reden, denn er konnte und wollte die junge Frau nicht schütz- und wehrlos in der Hohle der Löwin" zurückrück fassen er wollte zu Oswalds Herz sprechen, das ja nicht hart und schlecht war, und ihn bitten, gut und rücksichtsvoll gegen Viola zu sein, damit das arme Kmd wieder glücklich werde. Ja, das wollte er, und sollte er auch Da horte er Schritte und sah den Vankdirector mit ausgestreckter Hand ihm entgegenkommen. Dem scharfen Auge des Nendanten entging die Veränderung im Acußerm des jungen Mannes nicht, ebensowenig vak die mühsam bezwungene Erregtheit des schotten Gesichts. Und da kam auch seine Gegnerin herein. Was war das? Sie mied ihn heute nicht, wie foüst, sie suchte ihn auf nach jenem Austritte vor drei Tagen !, Und so gut die Rectorin ibre Gesichtszöge auch in ihrer Gewalt hatte, so bemerkte der feine Menschenkenner doch ein gewisses Etwas auf ihrem Gesicht und ein eigenthümliches Glimmen in den Augttkwinkcln, das ihn stutzig machte. Halloh, alter Junge," dachte er bei sich selbst, da ist etwas im Werke. Sei auf Deiner Hut!" In liebenswürdigster Weise begann' der Äankdirector, ihm die Hand zu schulteilt: Guten Morgen, lieber Onkel Malte. Ich freue mich, Sie zu sehen!" .Du bist unwohl?" fragte der so freundlich Begrüßte ziemlich trocken. O, es ist schon fast wieder vorüber," war die Antwort, cin kleiner Anfall von Schwindel!" Die Brauen des Nendanten zogen sich hoch. Schwindel!" fagte er, ei, ei, ein unangenehmer Zustand!" Oswald hat schon von Kindheit an unter solch plötzlichen Zufällen gelttten," mischte sich die Rektorin jetzt schon ein, indem sie sich an's Fenster setzte und eine kleine Handarbeit aus der Tasche zog. Der Ncndant erhob sich, indem er erroiederte: Wirklich, hat er das ? Purzelbäumeschießen pflegt ein gutes Mittel gegen Schwindelanfälle zu sein !" Was soll der Scherz, Onkel?" sagte der Vankdirector nervös gereizt. .Ich sinde das herzlos." Scherz?" entgegnete der alte Herr, ihn groß ansehend, durchaus nicht, es ist mein voller Ernst." Setze Dich in's Sopha, Oswald, und ruhe ein wenig," wandte sich die Rektorin in mütterlich besorgtem Tone ihrem Sohne zu, Du bist immer noch leidend." Und wie ihrem Rathe gehorchend, sank der junge Hausherr in die Kissen, wobei aber unwillkürlich seine ganze Haltung so so sehr den Ausdruck des GebrochenfeinS annahm, daß der Rendant nur noch aufmerksamer wurde. Er trat daher an ihn heran, legte die Hand auf feine Schulter und fragte theilnehmend : Etwas Unangenehmes eingetroffen, Oswald?" O, nicht der Rede werth!" rief die Rektorin vom Fenster. Der Rendant drehte sich um zu ihr und erwiderte höflich : Meinen Sie vielleicht, Iran Rektorin, es sei nicht der Mühe werth, mit mir darüber zureden?" Der Vankdirector sprang auf, und den Nendanten krampfhaft am Arme fassend, rief er: OnM, ich muß Geld haben!" Geld?" Viel Geld, Onkel m Die Rektorin beugte sich tief auf ihre Näherei und murmelte: .Ungeschickter Ztarr!" Der Rendant ließ einen langgezvAenen pfeifenden Ton hören, blinzelte mit den klugen Augen und fagte : .Ach so! Darin also bestand der Schwindel?" .Kennen Sie irgend Jemand," fuhr Oswald in athemloser Hast fort, Ux mir vier- bis fünftausend Mark gegen zehn ja, gegen zwanzig Procent leihcnkantt?" Der Rendant lieg eine Pause eintresen, ehe er langsam aber bestimmt antuiortete: .Nein, ich kenne Niemand. Wucher achöreu nicht m meinem Umaang." .Ich muß Geld haben!" begann der Vankdirector in steigender Erregtheit nueder. .Nun, das dürfte doch wohl nicht t unmöglich sein," sagte der Rendant rubia. Geld tu leihen ist nicht schwer. eS wieder zu bezahlen, hat viel mehr SchwieTkaketten." Des junaen Mannes Aufreguna - kannte nun dieser Ruhe gegenüber keine Grenzen mehr; händeringend durchmaß tx mit hestigen Schritten den Salon und mit heizerer Stimme keuchte er: Ick mutt Geld haben muß eS öald haben jetzt spätestens am Nachmit tag!" 3Va 3? nWi tn fflefiAt wor lcbr naefi dcnklich geworden, und mit den Fingern auf den Dich trommelnd, vemertte er: Das verändert allerdings die Sache. Was kann das für eine Schuld fein, die so unerwartet den Kops emporstreckt und so urplötzlich bezahlt zu werden ver länat?" Jetzt hielt es die Rektorin für die höchste Zeit, mitredend in die Scene einzutreten, denn bei der ganz unmännlichen Schwäche ihres Sohnes war jede Unoorsichtickeit und die schmählichste Blamage zu vefurcyren. .Oswald hat die Unbesonnenheit begangen, zu spielen," nahm sie daber das Wort, indem sie ihren Sitz am Fenster verließ und näher trat, .er hat gespielt hat hoch geiplelt und chat verloren. Es war dies ein Mißgeschick, aber doch r i n r gerade rein o arges nergeyen.

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Der alte Herr ließ seine Augen von dem Einen zu der Andern schweifen, knackte mit den Fingern und stieß langsam heraus: Ja, ja!" Bei sich selbst aber dachte er: .Du wirst lieber heute nicht verreisen, alter Malte! Du wirst für alle Fälle auf dem Posten bleiben, um über Deinem Herzblatt zu wachen, denn mir scheint, es ist Gefahr im Anzüge." Das Stillschweigen, welches eingetreten war, war schwer und drückend. Der Vankdirector hatte sich wieder in's Sopha geworfen, und faß nun da, den Kopf in die Hände gepreßt und von Zeit zu Zeit leise aufstöhnend. Die Rectorin stichelte wieder auf ihrer Arbeit herum, ohne zu sehen, was sie nähte ; sie war offenbar verlegen, was zu lhun sei. sie war rathlos, vielleicht zum ersten Male in ihrem Leben. Endlich sprang Oswald wieder auf, und seine Arme um die Schultern des kleinen Mannes schlagend, rief er mit vor Angst zitternder Stimme: .Nicht wahr, Onkel, Sie sehen ein, daß ich das Geld haben muß? Spielschulden sind Ehrenschulden, das wissen Sie!" , .Nein, Gott sei Dank, daS weiß ich nicht!" entgegnete dieser mit starker Betonung, sich von den umschlingenden Armen lösend, .ich meinerseits kenne keine unchrenhasten Schulden." Der Bankdirektor achtete nicht des Vorwurfs, sondern flehte: .Onkel ! Sie kennen also Niemand, der mir das Geld vorstrecken würde?" .Zu diesem Zwecke nein. Dein Freund es ist natürlich ein Freund," des öiendanten Feuerblick bohrte sich förmlich in das Auge dcS jungen Mannes, der es tief davor senken mußte, wird warten, meine ,ch." .Nein, er wartet nicht!" fchrie Oswald, der sich nicht mehr beherrschen konnte. .Nun, und wenn Du nicht bezahlen kannst was dann?" .Dann dann " Dann hat mein Sohn die Klage vor Gericht zu erwarten," rief die Rektorin schnell dazwischen. Nun, so lalle Dich ruhig verklagen," meinte der Rendant trocken, .dadurch gewinnst Du Zeit." Damit nahm der alte Herr feinen Hut und schickte sich zum Gehen an. .Onkel Malte! aus Barmherzig keit rief ihm der Bankdirektor sieend nach. Der Angerufene kehrte um, trat auf den jungen Mann zu und suchteihmwie- . . c . eve j oer in vic trugen zu jenen. .Es ist doch eme Spielschuld, von der Du sprichst, wie?" fragte er. Ja, m. wiß. Was tollte eS denn sonst fein? stammelte Oswald sich wegwendend, um nicht in die gefürchteten Augen blicken zu müssen. Was sonst? 3a, ich wem nicht. Doch nun Adieu, ich muß fort." .Und keine Hilfe, Onkel?" .Nein." Mit einem dumpfen Laute brach der Vankdirector zusammen, und die Hände verzweiflungsvoll vor's Gesicht schlagend, wemte er wie tin Jlrnd. Der Rendant aber trat aus die bleich und wortlos am Fenster sitzende Frau zu und sagte ernst: Mir scheint es. nrau Nektsrin, als ob das Schicksal doch schwerere Wassen fchmiede, als Nadeln." Damit ging er. Die Stunden des Tages verrannen, und nach den stürmischen Aufregungen des Vormittags schien wieder mehr Ruhe in die Gemüther zurückgekehrt zu Km. Der Baurdirector hatte sich, aus encr? aischen Antrieb seiner Mutter, ermannt und abermals einen Nundgang bei eiuigen Freunden, auf deren erlchwlegeu- j r 'i . ... r (.il ! geu er zaylen zn rönnen gitmun, angetreten, um unter irgend einem Aorwand nch Geld n! vcrlchatsen; dann wsllte er auch nochmals eine Unterredung mit dem Procuristkn suchen. Auch die rtcktorm war inzwrjchktt nicht unthätig geblieben. Sie hatte alle ihre rsparnltte zuiammengeincy?, iyren Schmuck hcrooracholt, uul ihn zu Gelde zu machen, und zu allerletzt hatte sie noch I1X . ! j. . ... t tZ st i. ernen v3z gcjcyricöcn, von oci jic 1119 Erfolg versprach. Im Ninderzimmer sah es eoenfalls wieder tröstlicher aus. Der Arzt war dagewesen und hatte vorlansig keinen Grund zuernttllchenBe gram m ge unden; er hatte einige lindernde Mittel verschrieben und war gegangen, um am Abend noch einmal nachzusehen. Jetzt' lag der Knabe in tiefem, weun auch unruhigem Schlummer. Am Tische, untern des Bettes, sa die iunae Mutter und an ihrer Seite Fritz Hennings. Vor ihnen lag ein kleiner Berg von grünen Neuern, Blattern und Blumen. Violas Hände waren damit beschäftkat. einen Kranz für das Grab ihrer Mutter zu winden, den ihr Jugendfreund sich gern erboten hatte mitzunehmen. Sie band zwischen das dunkle Grün der Epheublätter. Tannen- uud Buchsbaumreifer reichlich Veilchen hinein, die sie dem Geburtstagbouquet des guten Onkel Malte entnahm; hatte doch ihre Mutt.'r wie sie den Namen Viola geführt. Die beiden Jugendgefpielen hatten lange von der Verstorbenen und von ihrer stillen Heimath gesprochen. Jetzt saß Fritz Hennings ruhig da und sah dem graziösen Spiel der schlanken, weißen Finger zu. .Wie hübsch Du das machst, und wie gut es sich Dir zusieht!" fagte er nach einer Weile bewundernd. .Du kannst auch etwas dabei thun, gieb mir dort den Jmmortellenzweig herüber!" war ihre lächelnde Antwort. .Sobald ich heimkomme, soll der Kranz auf dem Grabe ruhen," bemerkte er, den Zweig hinreichend. .Still!" fuhr Viola erschreckt auf, weinte Kurt nicht soeben?" Sie blickten. nach dem Bettchen, der Knabe warf sich hin und her, schlummerte aber weiter. .Er hat die ganze Nacht so arg gesichert und auch viel gehustet. Er ist so ungewöhnlich zart." Es werden die Zahne sein, die ihm schaffen machen," sagte Fritz Henning? altklug. Viola mußte lachen. .Nein, die hat er schon alle beZfara

VitVUVfcltfc eilt wenig .v,;av. trtaUrt hahfrtl .Wie gefällt Zir unsere Hauptstadt, Fritz?" .Schlecht!" .Und weshalb?" ... ... .Mir kommt es vor, ah . fl1 '? 0,1 einer Dreschmaschine. Q . .Freilich, so ruhig wie auf Wn öni)C ist es hier nicht," lächelte sie, aU.vcln hast Du wohl auch nichts von den fec henswürdigkeiten der Stadr kenmn F lernt?" .O. ja." .Was denn?" Xuy .'iuuuuut-.ut uiiuut. ..ffY) tf.tM. .Du warst heute Morgen schon dort und kamst deshalb fo spat zu mir?" .Ich glaubte, eS schicke sich nicht, früher ui kommen." .Und was gefällt Dir am besten dort?" .Die Treppe.ID! VlIm TVjm9 3a. ' Utt hilfst i die ist schön." ITnH ?k firtfl fcrf ÜHrtiliinrtrrtS H -V V yi r 1 ij sehen? Ja, das war interessant. Es sah aus wie ein langer Wurm mit vergoldeten Schuppen. Wenn ich der Kaiser wäre " Nun, was würdest Du dann thun?" .Dann ließe ich die Wachtparade alle Tage zwei Stunden lang vor meinem Fenster vorlmmarschkren. Es ist ein zu prachtiges Schauspiel!" .Gut, daß Du nicht Kaiser bist die armen Soldaten ! Ach, bitte, beschneide mir doch den Zweig !" Er nahm die Scheere, säuberte das Tannenreis und reichte es ihr dar. Dann fragte er auf einmal, wie einen inneren Gedanken fortspinnend: .Pflegt Dein Mann öster den ganzen Tag wegzubleiben?" Sie senkte den Kopf auf die Blumen. .Nicht oft," antwortete sie leise, abe? bisweilen." .Und aS treibt er dann?" Er hat Geschäfte." Fritz Hennings hatte die Scheere in der Hand behalten und schnitzelte unbarmherzig an einem Buchsbaumzweige herum. .Mich freut's, daß Deine Schwiegermutier hier nicht herüber kommt," sing er darauf an. .Warum?" .Ich inag sie nicht leiden ; sie sieht aus wie ein Raubvogel!" Viola antwortete nichts. .Aber Kurt gefällt mir sehr, er sieht Dir ähnlich, Viola! Ich werde sein Freund sein." Die junge Frau reichte ihm ihre Hand hinüber. .Ich danke Dir, Fritz," sagte sie herzlich, .Du bist ein guter Mensch. Giebt eö denn nichts, womit man Deiner Mutter eine Freuds bereiten könnte?" .Ihr machtnur recht viel Arbeit Freude." .Ich habe eine Haube mit blauen Bändern gekauft, ich glaube, daß ihr diese gefallen wird." Der Kranz war nahezu fertig geworden. .Ach, wer jetzt ein paar Vergißmeinnicht hatte!" seufzte Viola, mein Mütterchen liebte sie so sehr!" Der junge Landmann erhob sich fogleich. .Ich werde welche holen," sagte er. .Du?" .Ja, ich schasse Dir Vergißmeinnicht." .Das dürfte Dir fchwcr werden." .O, in irgend einem Blumenladen." .Ich zweifle." .Dann nehme ich einen Wagen und fahre in eine 'Gärtnerei. Ich weide sie schon austrcibcn." Er nahm seinen Hut und wollte fortstürmen. ' Guter Fritz!" sagte sie gerührt. bleibe noch, es eilt ja nicht so! Laß uns noch ein wenig plaudern. Ach, morgen bist Du wieder weg, und ich habe Niemanden, mit dem ich so vertraut von meiner Mutter und von meiner Kindheit sprechen kann!" Er setzte sich fofort gehorsam wieder ihr gegenüber. In dlefcm tugenbucre trat etwas ganz Unerwartetes, Ungewöhnliches ein, daß die Beiden nicht gerade auf das Angenehmste überraschte. Die Rektorin öffnete die Thüre und blickte herein. .Ich HZre, Kurt ist krank!" sagte sie, näher kommend. .Es geht besser. Er schlast." Die alte Frau hatte soeben die Antwort aus ihren Brief erhalten, und diefe Antwort lautete artig ablehnend. Sogleich war in ihrem erfindungsreichen Kopfe ein neuer Plan aufgetaucht, und sie zögerte keinen Moment, ihn in'Z Werk zu setzen. Von Sophie, ihrer getreuen Berichterstatterin, mußte sie, daß der junge Fremde bei ihrer Schwiegertochter sei. .Ah, Herr Hennings!" rief sie, vor den jungen Manne stehen bleibend, scheinbar überrascht. .Sie sind noch hier? DaS ist ja schon, daß Sie unserer lieden Viola ein wenig Gesellschaft leisten!" Fritz Hennings hatte sich erhoben und versuchte, eine Verbeugung zu machen, die ungeschickt genug aussiel. .Aber bitte, behalten Siedoch Platz!" sagte die Rektorin im Mollton und warf dem jungen Manne unter den Augenlidern hervor einen überaus freundlichen Blick zu. Dieser folgte der Ausforderung, indem er sich auf den Rand seines Stuhles setzte und nach Viola schielte. .Ach bitte, Viola," wandte sich die Rektorin jetzt an ihre Schwiegertochter, habe doch die Güte, in meinem Zimmer nach dem Märchenbuchs zu suchen, welches ich für Kurt gekauft habe. Wenn er roach ist, soll ihm Marie Geschichten daraus vorlesen." Viola schien unschlüssig, ob sie gehörchen solle. Aber m einem one, der keine Weigerung zuließ, fuhr ihre Schwiegertochter fort: .Du sindcst es in einem der Fächer meiner Kommode, suche nur!" Die junge Frau stand auf, warf einen raschen Blick aus fony und ging dann, der .Bitte" Folge zu leisten. Daß Kurlchen erkrankte, ist recht bedauerlich!" begann die Rektorin gefühl

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voll, indem sie sich an Fritz Hennings' Tr.'.i.. M:.v.r;.M. - ;; vciic utucitiip Ein höfliches Brummen gab ihr Antwort. .Er ist ein so süßer, kleiner Schelm, nur etwas zu zart!" Fritz Hennings nickte. Die Rektorin hatte spielend einen der zrünen Zweige auf dem Tische ergriffen. und wieder flog ein leutseliger Blick im Bogen zu ihrem Nachbar hinüber, als sie sortsu-r: .V ola spricht so oft und so viel von ihrem Jugendfreunde, daß es mir wirklich ein Veranügen ist, seine Bekanntsa. ft, wenn auch leider nur so kurz, gezu haben." B'la fo"ch sonst so wenig," war die trockene V'Uwort. .Das ih llcrdings wahr, zu den Plaudertasche' gehört meine Schwiegenochter mchi. Aber wovon das Herz voll ist, davon geht er Mund über, und Violas Herz ist erfüllt von Allem, was mit ihrer früheren H'math verknüpft ist " Eine Pause entstand. Der junge Mensch war in der That em schlechter Gesellschafter, aber has schreckte dxwelterfahrene Frau nicht ab, unentwegt !ng sie auf ihr Ziel los. Ihre Aesttzungen lttgm a ganz dicht neben Violas Jugendheim?" begann sie von Neuem. .Ich habe keine Besitzungen," antwor, tete ruhig der junge Mann. .Wie?" fragte'die Rektorin. .Ich habe nur ein Bauerngut." .DaS dennoch nicht so wenig abwirft! Ein lauernder Blick lag in ihren Augenwinkeln, als sie fragend hinzusetzte: .Oder wie?" .Es gibt wohl Vauernhose, die schlechter sind, als der meinige," sagte er trocken. Die Rektorin beschloß, diesem .Strohköpfe" gegenüber alle Diplomatie bei Seite zu seyen, es verlohnte ja der Mühe nicht. Sie hielt es für geeigneter, ihn direct zu fassen. Sie sind jedenfalls Kapitalist," beaann sie näher rückend, .der ohne daß es ihn genirt, einige tausend Mark springen lassen" könnte, wenn es sein müßte? Fritz Hennings sah sie mit seinen runden, ehrlichen Augen groß an, dann sagteer: .Nein, das gerade nicht." Wenn Sie wir können es ja zum Scherz annehmen " die Rektorin! schoß nun ihren Pfeil gerade hinein ins Schwarze, .wenn Sie nun, Herr Hennings, plötzlich und nnvermuthet eine Ausgabe von drei bis viertausend Mark zu. machen hätten, was würden Sie dank thun?" .Ich würde das Geld vorläufig schuldig bleiben," roar die prompte Antwort. Die alte Dame hielt ihr Taschentuch an den Mund, sie bekam einen kleinen Hustenanfall. .An diesen Ausweg habe ich allerdings nicht gedacht", erwiederte sie, nachdem der Husten nachgelassen hatte. Noch gab sie ihr Spiel nicht verloren, sie wagte die letzte Karte : .Aber wenn zum Beispiel Viola gerade einer so großen Summe bedürfte, um sich aus irgend einer fchrecklichenVerlegenheit, sagen wir, aus den Händen eines grausamen Gläubigers zu befreien was würden Sie dann thun, Herr Hennings?" .Ich wurde den Kerl, der ihr solche Unannehmlichkeiten bereitete, einfach zur Thür hinauswerfe oder, wenn ihm das Lieber wäre, erwürgen!" Die Icektorin erhob sich. .Welch ein thatkräftiger Ritter Sie sind!" sagte sie lächelnd, .ich wünsche Viola Glück zu einem solchen Freunde." Bei sich zelbst aber dachte sie: Mtt diesem Tölpel ist nichts anzusangen. Ein completer Dummkopf ! " Auch Fntz Henmnas war aufaestanden, blickte nach der Thür, ob Viola nsch immer nicht zurückkäme, und sah dann nach der Uhr. .Haben wie m diesem Jahre eine gute Kartoffelernte gehabt?" Wlr haben t noch mcht gelchmttcn." Schneiden Sie die Kartoffeln?" .Ja, wenn sie im April gelegt werden sollen!" Die alte Frau schon ihm einen bitterbösen Blick zu und murmelte bei sich selbst: .Entweder ist dieser Mensch ein Idiot oder auch" ihre Stirn runzelte sich, und ein heftiger Aerger färbte ihre gelblichen Wangen roth, lö sie über fein Benehmen nachdachte. Sie wollte mit kurzem, stummem Gruße sich entfernen, als Viola zurückkehrte. .Ich habe das Buch nirgends finden können", bemerkte sie eintretend. Sie hätte in der That noch lange vergebens danach suchen können. So, so," erwiederte ihre Schwiegermutter, .ich werde es wahrscheinlich verlegt haben." .Viola, brauchst Du Geld?" fmgFritz sogleich an. Ich? Nein, gewiß nicht," erwiederte diese erstaunt. Der junge Lanmann sah die Rektorin mißtrauisch an und sagte aeU'mt: .Ach so!" Sie verstehen keinen Scherz, jung Mann!" herrichte die Dame ihn an. ich dedaure, mich mit Ihnen eingelassen zu haben..So, so, ein Scherz also?" Viola war an das Bett ihres Knaben geeilt, der von dem lauten Sprechen erwacht war und zu weinen begann. Sie gab ihm den verordneten Trank ein, worauf Kurt wieder ruhiger wurde und in leichten Schlummer verfiel. Inzwischen hatte Fritz Hennings seineu put genommen, und sagte leise; Ich werde Dir jetzt das Vergißmeinnicht holen. Viola." .Nein, laß nur, eS ist ja nicht notbia " Ich schasse sie Dir." Er eilte darauf l" Die Rektorin sah ihm verächtlich nach Eine ausgeprägte Sklavennatur!" bemerkte sie. Fritz Hennings ,st eine edle Natur entgegnete Viola ruhig, .ich kenne wem? um t f . . .. t . . . k y L it zvcenzcyen, cic o zur nno." Seine bäurische Hingabe für Dich ist geradezu löcherlich.

.Ich sinde sie rührend "wt,f f t r i'i,'ifcij rfl-.(Ji. ir.wrs, , j . ,ES ,st wirklich schade, baß Du nicht ihn statt meines Sohnes geheirathet hast," sagte die Rektorin höhnisch. Vielleicht wäre ich dann glücklicher?" antwortete Viola, ihre Schwiegermutter fest und ruhig ansehend. Diese warf die schmale Oberlippe auf und ging alsbald auf ein Thema über, das ihren Geist zu befchäftigen begann. Du kennst ja Arnsburg,den Prokuristen?" sing sie an. Ja." Was hältst Du von ihm!" .Er ist ein Ehrenmann." Die Rektorin räusperte, sich. Ein Ehrenmann? Nun ja, das freut mich Oswalds wegen, versteht sich." Die Rektorin betrachtete vou der Seite ihre Schwiegertochter, die ernst und ruhia dasaß, ihren Knnn vollen

dend. Und zum ersten Male vielleicht machte sie die Bemerkung, daß die junge Frau eine graziöse Gestalt, ein liebliche? Gesicht und schöne Augen habe. Ob sich wohl ein Mann wie Arnsburg von dem Flehen zweier schöner Augen rühren lassen konnte? Ob er nicht Doch nein ! ehe man dieses lebte Mittel versuchte, wollte sie erst noch einmal mit ihrem Sohne reden, der fa jeden Auaenblick von seinem Gange zurückkehren mußte. Wie unerträglich heiß Du eS'm diesem Kinderzkmmer hast!" begann sie daher, ich bekomme wahrhastig Kopfschmerzen. Sollte es mit Kurt fchlimmer werden, so laß es mich wissen." . Viola neigte stumm den Kopf, und die Rektorin begab sich in ihr Zimmer zurück. Hier fand sie ihren Sohn, bereits ihrer harrend. Oswald Biedermann hatte seinen Rundaang vollendet, aber, wie er es geahnt hatte, ohne günstiges Resultat. O, es war nur zu wahr, er hatte nie Freunde gehabt, und der Unglückliche hat ja vollends keine! Der Bankdirektor stand an den Ofen gelehnt, die Hände auf dem Rücken und mit den sinsteren Augen unbeweglich auf einen Punkt starrend. Nach den furchtbaren vorhergegängenen Aufregungen war er jetzt ruhig, beinahe gefaßt, und sah dem herannahenden Geschick mit so viel Mannhaftigkeit, als überhaupt in feinem Eharacter lac, entgegen. Als die Rektorin ihren Sohn erblickte, trat sie lebhaft auf ihn zu und rief: .Endlich! Nun, ist es Dir gelungen?" Der Bankdirektor schüttelte müde das Haupt. .Nur fünfhundert Mark", sagte er, das ist Alles, was ich zusammenzuscharren vermochte." Die Rektorin eilte an ihren Schreib tisch. Und hier hast Dn ungefähr ebenso viel, das ist meine Ernte," sprach sie nicht ohne Selbstgefühl, indem sie ihm daö Geld einhändigte. Danke, Mama, danke. Aber was kann das nützen? Ich bin ja doch ocrloren ! " .Verloren ist Niemand, der sich nicht felbst verloren gibt!" Diese Phrase klingt sehr schon," erwiderte er seufzend. Es gibt Auswege für Alles, wenn man nur den rechten Blick dafür und den Muth hat, sie anzuwenden!" fagte sie mit Nachdruck. Er wandte ihr fragend sein bleiches. schönes Gesicht zu. Und was ist Deine Zvcelnung, Ma ma?" Sie dachte einen Augenblick an ihre Schwiegertochter und das .letzte" Mittel. Aber nein, zuvor mußte alles Andere versucht werden, da sie überdies nicht sicher war, wie ihr schwacher ohn diesen Vorschlag aufnehmen würde. .Meine Meinung ist," antwortete sie, dicht vor den jungen Mann hintretend, .daß Du Dich um jeden Preis vor der Entdeckung zu retten suchen mußt einer Entdeckung, die ewige Schmach und Schande über Demen und meinen Namen werfen würde." Müde und abgespannt erwiderte er: .Was kann ich thun? Ich habe Alles versucht." Die Rektorin sah sich um, ann neigte sie ihren Kopf dicht an den ihres Sohnes und flüsterte mtt gedämpfter Stimme: .So le Feuer an die Bücher! Das wird Dir Zeit geben." Oswald fuhr aur, wie von emer Schlange gebissen. 'Wl . . n . . kirnen ner er. Nun, und was?" sagte sie, ihn ruhig ansehend. Er schlug entseht die Hände zusammen und entgegnete mit leiser, bebender Stimme: .Du räthst mir Du! eme Unbedachksamkeit mit einem Verbrechen zu sühnen?!" Keine Wimper zuckte an ihren Augen, und wie m Stein gemeißelt erschien ihr Gesicht, als sie ruhig antwortete: Ja, ,ch ich rathe Dir das. Du s! ich st von Unbedachtsamkeit? Unterfchlagung und Fälschung, meine ich, wird sonst mit einem anderen Namen belegt."' Sie sprach es mit unheimlicher Scharfe und Deutlichkeit. Er rang, nach Wyem. .Gut denn," faqte er keuchend, ich bin fehlerhaft ja. ich bin sogar, wie ' ' -rn r r 'T r Du es nennen wiusr, verorceyeril gewesen, aber. Gott, der den Willen und nicht die That richtet, weiß es, daß ich in meinen Geduiken nie ein Dieb gemesen bin!" . . . t Die uienenu iaeite tau, mvem 1. entgegnete: Gcaenwartra. scheint nur, eS wäre nothwendig, auch die Menschen insbesonbfte 55 ine Äoracietzten von Deiner Auk fassung dcS Gezchchenen zu uverzeugeu Ich fürchte, diese werden es anders nen ' . . r..:"- ni . . ! ' z. nen. Uevngens gave rg lr nnr zeigen wollen, daß es noch Auswege aus Deiner Lage gibt," fugte sie nzu. Viordbnnner!" flüsterte er schau, bernd. ' Nein, , nur Selbstoertheidigung. .Niemals. Mutter! Eher fallend Sie ergriff seinen Arm, so daß er den Druck ihrer Fiuarr fühlte. Du fchelnst zu vergessen," raunte sie ihm zu. daß Du nicht allem fällst!" Er stöhnte laut auf. .Aber eö ist nicht Ui erste Mal fuhr

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f(f . ihm verächtlich den Rücken wendend, hü ' " baß ich bemerke, wie viel von dem fort, Blute deines Vaters Du in Deinen Adern fmk V Das iK'ne ebrenwerthe Erbschaft!" rief er, stvl; k n Kopf erhebend. Dann taumelte er?ft nen Sessel und murmeltc, das Gesichts '" den Handen verbergend: Woher ich mete Wenhasjen Instinkte habe, das hebe Nicht gewußt bis heute!" Sie that, als ob sie e$ nlä horte, sondern begann wieder, sich ihm zendend: .Und was beabsichtigst Du kkt ti lyun? )evem!k Du, Mit gekremten Armen Dich hinzusetzen und die 'Schande TV . ' - . ,y sr. 1 ' ' y oer Jütxnt Vchwcue kommen zu la sen?" Oswald erhob sich mit geisterhaft bleiraem )eZlwt und antwortete: .Ich besitze vielleicht nicht den Muth, wie Du, meine Mutter, aber ich habe einen anderen Muth, der, wie ich glaube, schwerer in die Waagschale der Beurtheiluna fällt: ich habe den Muth, meinen Fehler zu bekennen und um Verzeihung zu vilren.Seine Mutter fuhr herum und fragte heftig: Du beabsichtigst" .Demüthig und reuevoll werde ich mich der Nachsicht des Aufsichtsrathes anvertrauen. ES gibt keinen anderen ehrlichen Ausweg." .Und wenn diese Nachsicht ausbliebe?" Danu nun, dann werden wir sehen, was die Zeit mit sich bringt und wie mein Schicksal sich gestaltet. Gegen dieses ist der Mensch ja ohnmächtig." Sie lacht? grell auf. Diese .männliche" Auffassung sieht Dir ähnlich ! rief die Rektorin heftig. Setze- Dich nur in die Ofenecke und warte, was da kommen wird! Ich aber werde nicht aufhören, für Deine Rettung bis zum' letzten Augenblick zu kämpfen." Mit aroßen Schritten durchmaß sie das Zimmer, indem sie bei sich überlegte, daß auf ihren unmännlichen Sohn nun nicht mehr zu rechnen und sie daher lediglkch'auf sich allein angewiesen sei. Mit gesteigerter Leidenschaftlichkeit fuhr sie fort: Um der' Schande zu entgehen, daß man mit Fingern auf die Mutter eines vcrurthetlten Verbrechers deutet, wurde ich mich keinen Augenblick besinnen. meine rechte Hand zu opfern ja, meine ewige Seligkeit dahinzugehen ! Weshalb starrst Du mich so an?" Es kommt mir vor," erwiderte er. lcije zusammenschauernd, als ob ich Dich niemals früher so -wie jetzt gesehen hätte, Mutter!" .Das ist möglich;" sagte sie, sich ge--waltsam beherrschend. .Ich habe Dich bisher als Mann behandelt ; seitdem Du groß genug warst, um allein laufen zu können, hast Du Deinen eigenen Willen gehabt, aber nun. sehe ich, daß Du ein Kind geblieben bist, und daß es nicht gut war, Dich Dir selbst zu überlassen. Hast Du mit Arnsburg gesprochen?" fügte sie nach einer kurzen Pause hinzu. .Ja, aber er ist unerbittlich. Wie Du weißt, erhielt ich. die Stelle in der Bank auf seine Empfehlung hin, und er hält sich daher jetzt für doppelt verantwörtlich. Er kommt heute Abend, wenn es dunkel wird, hierher, um zu hören, wie die Sache steht.. Habe ich dann das Geld, so hat er mir unverbrüchliches Schweigen versprochen, unserer alten Freundschaft wegen. Habe ich es aber nicht ." Der Bankdirektor wischte sich den perlenden Schweiß von der bleichen Stirn und hielt inne, dann setzte er gepreßt hinzu: .Jedenfalls hat er mir versprechen, feinen ganzen Einfluß zu meineu Gunsten aufzubieten." Die alte Frau athmete tief, ehe sie entgegnete: So? Er ist also unbeweglich ! Nun, dann werde ich versuchen, was ich vermag. Sei ganz beruhigt," unterbrach sie sich, als der Sohn wie erschreckt ausfuhr, ich werde ihm nichts Böses thun. Freilich, wäre ich ein Mann, dann würde ich ihn eher erwürgen, als dieses schicksalschwangere Geheimniß über feine Lippen kommen lassen! Aber ich bin einmal nur ein schwaches Weib nnd vermag nur mit den Waffen des Weibes zu kämvfen." Was willst Du thun, Mutter?" .Ich werde weinen, bitten, flehen wie nur eine Mutter weinen, bitten und flehen kann. Ich werde mich zu feinen r r ! Allsten werfen, seine Hanve rui?en, ja soaar feine Füße; wenn es sein muß ! Ich werde mich an ihn als Gatten, als Vater enden, und nicht aufhören, feine Barmherziakeit anzurufen, bis es mir gelun- ' n cr r x. ... gen lr, 1901 oas -octpiciycii zu cunti Ken. aus dem Deine Rettung beruht. Siehst. Du, mein Sohn, das werde ich thun. ES ist' taujendmal mehr werth, als jede aufgebauschte Kraftanstrengung, zu welcher Du Dich möglicherweise aufzurasten lMVtande walZk. Er wouts antworten. ic bitten, avzuussen von vemsefährlichen Unterfangen, aber sie leate rhm schwer die Hand auf dicSchulter und schnitt ihm das Wort ab. (F.srt!etzung folgt.) Bore!niqen Wochen kam ein distinguirt aussehender Herr nach Kusstcin und bat sich von dem Festungs- " 1 , .5 rr f. commanoaauen me rrauom aus, 01 alte: Festung zu besichtigen. Als dn fremde saii dem Kommandanten, der die Führer lle übernommen hatte, in die. '"u. . , obersie ?tage des ogenannlen calzer? thumS kam, in dessen 14 bis l.6 rchial angeordneten, kleinen einfenstrigen Räumeu ehemals polltnche Sträflinge dete um Wurden, suchte der Er tere eme Dies scr Zellen aus, und als der. Kommandant rvenige Minuten später hinzutrat, sah er den alten Herrn am Feuster lehnend nnd m ergreifender Weise weined.. Nach geraumer Zeit wendete' sich der Fremde um und erzählte mu oeweaier Stimme, daß er hier in diesem kleinen Raume volle fünf Jahre mö Ströstrna Verbrach habe. .Die ErZnnerunA. 6n diese Zeit feines Lebens habe ibn an dieser Stelle derartig überwältigt. Er fei als jetziger höherer italienischer Beamter auf ner Veranügungreife begriffen und wollt, Kusstein nicht passiren, ohne diesen Be such geMcht ha.hen.

Verbrechertünfle.

Sf.!?. ?lt erstaunlich, mit welcher Ge. schicklichkelt und Ueberwindung größter Hindernisse Verbrecher aus den Gesangnissen zu entkommen suchen. Vor ein! ger Zeit war in das Untcrsuchungsgesängniß zu Berlin von auswärts ein sehr gemeinzefährlicher Verbrecher eingeliefert worden. Man verdoppelte die ohnehin umfassenden Vorsichtsmaßregeln, fesselte den Mann und glaubte, da auch in der Zelle für gefährliche Verbrecher" kein dem Gefangenen als Fluchtwerkzeug dienender Gegenstand vorhanden fäien, den Eingelieferten sicher zu haben. Aber am anderen Morgen bot sich dem revidiren. Kn Oberbeamten ein eigenartiger. Anbliä'. Seelenvergnügz saß der Verbreeher aV? der Lagerstatt und spielte mit feinen tten Fangball. Wie sich der Gefesselte ron seinen Hasdschelle befreien konnte, wurde dem Beamten bald klar. Mit fcßsxfem Auae hatte der Terbreche? das mit Draht uberzozene Luftloch der Zelle geschen md sofsrt einen Plan zur Flucht gefaßt. Er reckte sich in die Höhe rnid bearbeite:?' mit starkem Gebiß das Drahtgeflecht lang?, bis ein StüÄ im Munde reNeb. Mit dieser Errungenschaft, die e?fct zmschen den Zähne?, hielt, löste er nmch harter Arbeit den Vcrschksß der Handschellen. aber aus dem Unkerfuchunggängnlß entkam er trötzdezL nicht. Es durfte hierbei interefsirnr rsit in einer .mt!!chen, vom Oberinspettzr Matz rnsaßkerr Srift die Kammer fär ZwangSZN'äth? geschildert wird : Dir ZwangszerAhebestehen in HandNtten Handeije Fu--kttten, Zwangsjacken und werden" nichtels Strafmittel, sondern nur zur Bandigung bei thätlicherWiderfetzlichkeib bei übermaßigem Toben,' bei geroaltthäikger Zerstörung von Utensilien:md bei drittgendem Verdacht resp.- b Veabsichttgung von Selbstmord' auf' Zürzere oderlängere Zeit angelegt. Von diesen Zwangsgeräll), kommen ' nur die l Kilogramm schweren Handeisen. seltener die Hand- und Fußfesseln von 3Kilogramm Gewicht und nur in äußerste seltenen Fallen die Zwangsjacken zur Verwendung, weil erltere sich:gemeinhinals ausreichend erweisen, leicht'anzuleSen . und auch weniger gesundheitsnachtheUig . sind wie die auö starkem Leder und Eisen s gefertigten Zwangsjacken vsn'0 KiloAramm Gewicht, in welche der Gefangene immer nur auf kurze Zeit geschnallt werden darf. Außer diesen schweren Zwangsjacken bestehen hier zwar noch leichte dergleichen Jacken aus Zwillich, mit langen um den Leib festzubindenden Aermeln, jedoch erweisen sich diese nur für weibliche Gefangene als ausreichend. Dieeichten Handketten dienen Vorzugsweife zur Fesselung derjenigen schweren Verbrecher, welche nach ihre? Verurtheilung in die Zuchihäufer überführt werden." Ueber die Zellen für gefahrliche V brechcr" lese wir: Dieselben unterscheiden sich von den gewöhnlichen Zellendadurch, daß die Fußböden nicht auSHolz gedielt, sondern größerer Festigkeit: wegen mit Cement gepflastert sind; daß: die Bettstellen nicht aus Eisen, sondern aus umssivem Holz bestehen und nicht an der Wand hochgeklappt werden können , daß ferner in jeder Zelle an einer LänaSwand, 15 Centimeter vom Fußboden-, entfernt, ein Ring zum Anschließen der:' Gefangenen eingemauert ist, daß die Thür außer mit dem gewöhnlichen Zellenfchlon noch mit zwer starken Nieaelni verschlossen, und daß das Fenster mir vom Stationsauffeher mittels einer besonderen Elsenstange geöffnet werden kann." Was ein Diplomat Alles' kann. Die Wiener .Alla. Zta." schreibt: Herr v. Thömmel, der öster reichische Gesandte in Belgrad, hat s.Z., als er noch Ministerresident in Cettinie-. war, eine hübsche Probe seiner Gewandtheit gegeben, allerdings - auf ; einem Gebiete, auf dem Diplomaten sonst nicht zu ' Hause sind. Die-Fürstin von Montenegro hatte nämlich viel vgn der aroncn . Brauchbarkeit und Nützlichkeit der Nähmafchine erzählen hören und äußerte? eines Tages den Wunsch,, eine solche zu f. .fi. ... f- t r l... t! oenyen. crr v. yommez, otumtz hörte, beeilte sich nicht nur, sofort eine' Nähmaschine kommen zu lassen, sondern tneb seine Dlenstsertlgkeit .so wclt,tselbst?k Untcmcht in dcrNähmaschinennäherer zu , nehmen, inii die Fürstin bei Ueb erreich ung , des Geschenks auch in dessen Gebrauche zu überweisen. Dies geschah denn auch und die Fürstin war von der .LkebenS-' Würdigkeit des gefälligen Diplomaten ganz entzückt. Ein Staatsmann, als. Lehrmeister in der Kunst deS Nähe:ö das kommt nicht alle TsFe vor. . Man . braucht übrigens, um .einen. ShrÄchen Fall zu finden, nicht bis auf Achills und. die Töchter des LykomedeS zurückzugehen.. Bekanntlich war eS ja die LieLlnaSbefchaftigung eines früheren, östrrreichifchen Mimiterprasidenten, des Fürsten Adolph Auersperg kunstvolleStsckereieru anzufertigen, morm er.es mu den geubA.fi cm.:ft.-: crJC ..er... icjuii artnjuiiuuc;i üwt. jj jiu Man muß sich Au.hxlsie,n w'Z.s s e n. Aurelien Scholl ' nzähldj int; Mattn" folgende Anekdote: - Ärn Kuntt? ler meldet sich bei einem Theaterdircctor Er tcill ein paar Lieber sing und einem Charartertanz äusseren ; ,dur,.ve?!angd eeioFrcs. pro Wend. Der.Directcr sieht ihn an und sucht in semem Mdacht m . m; der Alaun umm uns dekannt vor. Sind Sie nicht einmal,- sagt ev.daru,, mit einer Warrtm?pecimTH'.ater von Vernon aufgetLeten?" wohl " War die Antwort. Aber da sarenSi k ganz abscheulich lJch kannte icht t am . i ii ;. , y-v anvers. it p vcnne- 1 rector bezahlte feinz Küstler nicht. Wenn ich xxn gut fiette, urdc. ich ap plaudirt, während h vor Hunzr fast starb. Spielte ich her schlecht, so warf man mich. mit Acreln, mb da hatte ich wenigsteus etwas. ,zu eftew -4 Logisch. Jüngling (der uis glücklich liebt, zu seinem alteren, prakti scheu Freunde schwärmerisch): Ach, ich sage Dir meine Liebe war so keusch, zart, so duftig, wie der frischgesallene Schnee! . . . Na, siehst 'Du, da umte lle ja zu Wasser werden!" ' Das Charakt eriflfche des Glückes ist, daß oft die GMche nichts von ihrem Glück wissen.

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