Indiana Tribüne, Volume 12, Number 359, Indianapolis, Marion County, 15 September 1889 — Page 3
Viola.
iki nodence? CetcnSfcilb, frei nach besi Schwedisch!? don Cmil JynaA. . (3. Fortsetzung.) .Das ist Alles wohl möglich, aber ich habe den Abschied von mir "selber Betont men. und das ist die Hauptsache. Wenn ein Beamter darüber nachzudenken ans sZnIt, was er zu thun hat, wenn ihm thu Arbeit, mit der er sich bulßicj Jahre lang beschastigthat, ermüdend un beschWerlich zu werden beginnt danr ist Zeit, sich vom Schauplätze zurückzuziehen. Schlechte Komödianten pfeift man aus, und das müßte man eigentlich bei schlechten Beamten nicht minder thun. Außerdem hatte ich schon feit dem vorigen Jahre den Anspruch auf dreiviertel mei 5 GlhaltS als Pension. Die Jahre haben keinen Einfluß mischte sich mit überlegenem Tone die Nettorm in das Gesprach, matt theurer Gatte stand noch am Tage vor- seinem Tode aus dem Katheder." Und der Katheder hat das überlebt? Der Tausend!" Tke Rektorin richtete sich kerzengerade in L.e Höhe, und aus ihren Augen zündete ein Blitz empor. Seik'.e Waffen, und waren es noch so abgeskukupste, gegen die Lebenden zu kehren, das mag immerhin geschehen, sagte sie hoheitZvoll aber Verstorbene ÄlNUstreiskn ist unedel!" Verzeihen Sie, Frau Rektorin," entschuldigle sich mit artiger Stimme der Äendant, mein Angriff galt dem Kathcder, und der durfte es wohl vertragen, enn er nicht etwa unter der Vürde der der großen Gelehrsamkeit morsch gesrden t.a DerTZanldirektor, der entschieden heute AlleS von d?r spaßhaften Seite nahm, Machte und entgegnete: D, mein Äater hatte eine starke Natur!" Aor Allem hatte er eine unendliche Geduld," begann der kleine Mann wieder, seine schwächste Seite aber waren die Augen. Er sah, so viel ich weiß, verdammt wenig damit." (Zrlauben Sie, mein Vater benutzte nie eine Arille!" 31, da hast Dn Recht. Aber das war gerade sein Unglück." Mit einem lauten Geräusch siel die Fußbank am Fenster um. Die Rektorin erhob sich halb aus ihrem Schaukelstuhl und schoß einen wüthenden Vlick auf den Sprecher. Im nächsten Augenblick aber lies; sie sich sanft zurückgleiten, ihre Miene wurde wieder liebenswürdig verbindlich. nur ihre Lorgnette trommelte fo eigenthümlich gegen die Spiegelscheiben des Fensters. Und eben kam auch Viola zurück, der Onkel Malte vergnügt zurief: Ah, da bist Du ja, mein Töchterchen ! Und nun muß ich wohl mit meiuer Neuigkeit herausrücken. Aber komm, fetz-' Dich hierher, neben mich." l?r griff sie an der Hand und zog sie zu sich aus das Wopya. Also, ich verreise in einigen Tagen. Eine kleine Gefchäsksrelse! Violas Augen blickten erschreckt. Das wird ein großer Verlust für uns ,ein!" bemerkte die Rektorin im Mollton, emsig stickend. I, nicht wahr, verehrte Freundin? Und romu ich zurückkehre, beginne ich einen Krieg!" Viola griff nach seiner Hand, Oswald lachte: Ach, was Sie sagen!" Die Rektorin aber suhr halb aus ihrem Sitze herum und blickte unwillkürlich wie fraqend unter ihren Lidern hervor nach dem Sprechenden hrnuber. si &.vif ist trrttti Die Sache ist nämlich die", fuhr inzwischen der Rendant ruhig fort, daß ich ud mein Magen in den letzten vier Jahren einen förmlichen Guerillakrieg mit einandec geführt haben. Welche Ausdauer, welche Llst ich auch entfaltete, um mich durchruschlagen, ist unglaublich. Jeht hab: ich beschlossen, eine snrchbare Rache zu nehmen. Ich beginne eine Brunnenkur und ersäufe meineu Feind mit Karlsbader Sprudel wenn er sich nicht auf einen ehrenvollen Vergleich einlasien will." Sie haben eine gefährliche Angriffswaffe gewählt, Herr Rendant!" Ich rociß das, aber es macht die Sa, che nur um so pikanter. In einem Altcr von nahezu sechzig Jahren das Leben zuriskiren, um an einem hinterlistigen Freunde Rache zu nehmen, das ist doch sicherlich heroisch. Das ist ist der That heroisch," meinte Oswald. Der Rendant, dem nur darum zu thun war. sie um jeden Preis los zu werden, wandte sich mit einer Verbeugung gegen die Rektorin: Wie glücklich Sie sind, meine Gnädis ge, einen so starken Magen zu haben!" Diese sah ihn von der Seite an. Was meinen Sie?" Was ich mit einem starken Magen meine? Run, das ist sehr einfach. Ein unter Magen kann Alles vertragen, verbaut Alles, selbst Stecknadeln!" Die Rektorin erhob sich so rasch, daß die graue Seide nur so um sie knisterte. Sie stand hoch aufgerichtet ba, u, es war ein seltsames Bild, die Blicke der beiden einander Gegenüberstehenden zu gewahren. die gleichsam im Bogen von unten nach oben züngelnden und die wie ein seuriger Pfeil geradeaus schießende? des Sttndanten. Sie senkte die ihrigen zuerst, j sie schien aus dem Voden etwas mit den Augen Zu 'suchen, als sie lächelnb irnd mit ihrer eichen Stimme erwiederte: (S thut mir unendlich leid, genöthigt zu sein, ein so angenehmes und lehrreiches Gesprach abbrechen zu müsfeu; aber ich glaube, meine Schneiderin erwartet mich auf meinem Zimmer. Ich bewundere Ihren Muth,. Herr Rendant, daß Sie in Ihrem Alter sich in einen solchen Kampf einlassen. Ihr Feind dürfte stärker sein als Sie glauben ! , Mit stolz emporgcworsenen Haupte rauschte sie von bannen. Onkel Malte rieb sich die Hände. So, der eine Feind wäre aus , dem Felde geschlagen," sagte er halblaut kichernd vor sich hin, die Stecknadeln t scheinen ihl? doch zu grob gewesen zu sein." Oswald draÄte es nur u einem schwachen Lachen, er war ein wenig nach deutlich aeworden.
.Ich weig nicht, woher es kommt sagte er aufstehend, cte mir scheint ti, als ob Mama und Onkel gegenseitig d Sympathie entbehrten," O, da krrZt Du vollständig," entqeg. nete der Letztere. Sympathie entbehren wir Beide von Allem am wenigsten." 3$ muß gestehen," fuhr der junge Mann fort, es war mir ein angenehmer Gedanke, daß Mama bei ihrem Hierher ziehen an Jhuen, lieber Onkel, einen alten Freund wiedersinden würde!" Einen alten Freund, meinst Du? Ja, siebst Du, das Alker verändert bisweilen die Menschen und die Erfahrung bringt ihnen andere Ansichten bei." Die Erfahrung?" Aber, lieber Junge, willst Du denn heute nicht in Dein Comptoir gehen?" O, das hat keine Eile. Mein Pro. kurist besorgt das Alles." Ich zweifle nicht daran, indessen soll' est Du doch ein wenig zum Rechten sehen. Das Bankgeschäft beruht aus Umsicht und Gefchäftskenntniß. Dein Prokurist wartet ganz sicher ans Dein Anweisungen." Er weiß Bescheid." Das ist richtig, ich bitte tausendmal um Verzeihung," sagte der alte Mann, indem sich seine Blicke wie bohrende Eisen in Oswalds Augen senkten. Du hast Recht, ich meine. Dein Prokurist meiß besser Vezchcid in Deinem Geschäft, ali Du." Der Bankdirector wurde betreten. .Nein, jetzt ist es besser, sich zu entfernen," lachte er gezwungen, heute fechten Sie mit scharfen Waffen, Öit kel!" Er ging, die Operettenmelodie, die ihm immer noch nicht aus dem Sinn gekommen war, vor sich hinträllernd. Auf der Schwelle blieb er nochmals stehen. Apropos, Onkel!" rief er, wollen Sie nicht übermorgen zum Diner hierherkommen? Es ist ein Diner in Folge einer Wette, und es findet sich die gewöhnliche kleine Koterie bei mir em. Und dann schließen wir den Abend mit einem Spielchen Skat, oder auch mit einem anspruchslosen kleinen " er machte die Pantomime des Kartenaufwerscns, he, was sagen Sie dazu, Onkel?" Ich sage, daß ich mich bedanke. Ich Verabscheue Meuchelmord." Meuchelmord?" Ja. Durch meine Tante, deine Tante ausgeplündert zu werden, verdient keinen besseren Namen." Viola neigte sich gegen sein Ohr und Mette bittend: Bester Onkel, komme doch !" Nun, höre, Oswald!" ruf er dem stch schon Entfernenden zu, ich werde doch ein wenig mit den Wölfen heule üssen!" Und Sie kommen?" Gut also, ich werde kommen. Desto besser. Bei Gott, schon drei Uhr, und ich habe noch " Die Worte verklangen hinter der sich schließenden Thür. Onkel Malte war mit Viola allein.
ßrnfcftift I " riri her nXte .C?rr n?rnniint .it.y ! 0 Ü us. Dein alter Freund, mein Kind, hat viel strategisches Talent entwickeln müssen, um ein Weilchen ungestört mit Dir plaudern zu können. Das ist in der letzten Zeit etwas Seltenes geworden!" Der Rendant zog sie zu sich auf das Sopha zurück, von dem sie sich erhoben hatte, legte ihre beiden Hände auf die Schultern und zwang sie so, ihm in! Auge zu blicken. Sieh mich an, Kleine!" sagte er mit einer so weichen, zärtlichen Stimme, wu man bisher noch nie von ihm gehört hatte. Er sah sie mit licbeooller Vetümmerniß ein? Weile schweigend an. Ihr kamen die Thränen in die Augen. Wie? Thränen?" rief er besorgt, und dieses schmerzliche Zucken um den Mund? Ich habe mich also nicht getäuscht ! Was ist Dir, Kind ?" Sie lehnte müde ihr liebliches Haupt zn seine Schulter. Nichts!" sagie sie leise. Viola, was soll das heißen? Es ist ein frcmöes Element in Deine Natur hineingekommen, ich verstehe Dich nicht mehr.Verstehst Du stets Dich selbst, Onkel?" Ja, Gott sei Dank. Und ich will auch Dich wieder verstehen. Antworte mir auf meine Frage, aufrichtig unb offen, wie sonst: bist Du unglücklich ?" Viola schmieg. Aber ihr Busen wogt heftig, ihre Lippen zitterten wie im leizen Kramp fe, und Thräne ans Thräne perlt. herrneder aus ihren großen, jchnmmnew den Augen. Wie? Du antwortest mir nicht?" Ach. Onkel ! " kam es mit unterdrücktem Schluchten über ihre Lippen, mein Glück war so groß, daß ich glaubte, Nichts auf Erden könne ihm gleichen !" Nun, und jetzt?" Da wich der starre Bann, der so langt auf ibr gelegen, vollends ; der tief vm schlössen? Scl merz brach sich wild txn unaufhaltsam Bahn, laut aufschluchzend warf sie sich an die treue FreundesbrUfl und weinte, weinte heiß und lange. Onkel Malte ließ sie eine Weile aewähren, indenr er voll tiefer Theilnahme und innigster Rührung uf sie niederschaute. Dann hob er das thranenuber strömte Gesicht der jungen Frau zu sich empor, strich ihr sanft und zärtlich über das glänzende braune Haar und sagte in dem liebeoouen .onc eines Katers: , Trockene Deine Thränen,- Viola, und yore mir zu. Ich will Dir eine kleinr Geschichte erzählen." Sie sah ihn nassen VlickeS an. Es qab einst zwei Männer," hob der Rendant nun ernst und leise an, welche dasselbe junge 'Mädchen liebten. Der Eine war jung, schon und reich, der Andere alt, arm und häßlich. Was Wunder also, daß sie den Ersteren vorzog. Sie heiratheten sich, und am Hochzeitstage bekant der verschmähte Liebhaber eine Älume aus dem Aouquet der Äraui Das wurde seine Hochieitsrose und der Talismann feines Lebens, ein Andenken an ste. die er nie vcrae!jen konnte. Die Jahre entschwanden, aber ehe das dritte seinen Lauf vollendet hatte, saß die einst so vergötterte junge Frau einsam,' vergessen auf ihrem reichen Besitz, während der Mann in der nahegelegenen Stadt' in unwürdigen Vergnügungen Gesundheit
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und Vnmon vergeudete. , fernere zwei Zahre in Gram und Sorge? hingeweint, und sie mußte krank; gebrochen an weele und Leib, mit ihrem Kinde ln J&eii Armen das Heim des Glanzes und beS ?!cichthums, das ihr so wenig Glück geschenkt, mit einem kleineu bescheidenen Miethshauschen vertauschen. Sie stand ganz allein und einsam, befaß nichts mehr, als die Stütze eines alten Freundes, dessen sie sich in den Klagen des Unglücks erinnert hatte. Mit den Ueberresten des verlorenen Vermögens hielt sich der Mann noch eine Zeit lang auf dem stürmisch wogenden Meere der Aus schwei fangen und Vergnügungen, bis es ihn für immer verschlang." Er hielt inne. Viola weinte nicht mehr, ihre Augen hingen, groß und trocken an dem Munde des Erzählenden. Cs. ist hie Geschichte meiner Mutter, die Du mir erzählst, Onftl, sagte sie leise.. . ... . , Nnr in den äußeren Zügen," war feine ebenso leise Anwort. Möge Gott Dich' davor bewahren, die innere Geschichte ihres Lebens zu erfahren !" And der Freund, der treue, helfende, tröstende Freund, das warst Du!" Viola!" Ich weiß es, Onkels , Ach, meine Mutter klagte ja nie " Nie. Vwla?" , Nein Wozu hätte es auch nützen sollen ? Ich erinnere mich meines Vaters als eines glänzenden, wunderbaren Märchenprinzen, der meine ganze kindliche Bewunderung erweckte!" Der Rendant sah sie ernst an. Erinnerst Du Dich auch, wie er starb?" fragte er. Ue?" V.I? IV I Ich meine, als er starb?" yiax undeutlich. Ich entsinne mich, baß die Thränen meine? Wiutter Tage und Nachte lang strömten, und daß wir damals, wie so manches Mal zuvor, verhungert waren, wenn Du uicht gewesen wärest,, Qukcl Malte!" Er schüttelte abwehrend den 5?opf. Glaubst Du denn ich weiß es nicht." fuhr sie eifrige? fort, daß wir Dir Alles zu danken hatten? Das HauS in dem wir wohnreu, die Kleider, die uns deckten, das Brod, das wir aßen ! Daß rr Laß dsS, Kind," bat er sanft. Aber Viola ergriff seine beiden Hände nd ehe cr es verhindern kennte, drückte sie eiucn Kuß auf feine Nechte und immer wärmer wurde ihre Rede. In mein erstes Gebet schon, das ich der Mutter nachlallte, war Dein Name verflochten, Onkel Malte, und Dein Name war daS Letzte, das meine Mutter flüsterte, als sie starb. Was sie euch gegen Dich gefehlt haben mag, sie hat es gebüßt, sie hat es bitter und schwer bereut." Jetzt wurde eS ganz still zwischen den Beiden. Viola blickte wieder trübe vor sich hin, und der Nendant legte die Hand über seine Augen. Als er sie wieder wegpg, waren die Augen feucht. Jcshalb die Vergangenheit mit all ihrem Leid heraufbeschworen?" sagte er mit einer Stimme, in welcher noch die Bewegung uachzitterte. Wenn ich sie für einen Augenblick hervorzog, fo geschah es, um Dir zu zeigen, daß Du volles Vertrauen zu Deinem ältesten Freunde hegen darfst. Im Allgemeinen halte ich es für unbedacht und schädlich, sich m dre Angelegenheiten zwischen Eheleuten zu mischen ; aber hier ist das Verhältniß gar zu ungleich. Du stehst schütz- und hilflos da in diesem Haufe, und an mir ist es, Dir sowohl Vater, a!s Mutter zu ersetzen. Äiola schwieg eme Welle, in Sinnen verloren. Onkel Malte," begann sie darauf, weshalb widersetztest Du Dich meine? Verbindung mit Oswald?" Der Gesragte blickte seitwärts. Widersetzte ich mich?" sagte er. Dessen entsinne ich mich gar nicht mehr.'" Ja. New,. Dn saatezt. er sei ein Mann, dessen Biederkeit nur in seineiu Namen läge, und diese Heirath würde ft Unglück für mich sein ! Der Neudant schüttelte ärgerlich den weißen Kopf. Sagte ich daS? brmnmte er. Nun, das war natürlich ein Mißvcrstäudniß, oder ein Irrthum von keiner Seite. Sich, ich bin za überzeugt davon, baß Dein Mann viele guten Eigenschaften besitzt, aber ich sehe ihn zuviel außer seinem Hause und " Das ist sein Neckt!" siel Viola schnell ein, es ist das Recht der Männer." Hm!" sagte Onkel Malte. Dann sah er sie wieder von der Sjte an, als ob er sich' scheue, ihr durch die Aue,en auf den Gruud ihrer Seele zu blicken. Aber das ist nicht Alles fuhr er nach einer Weile sott, Deine Schwiegermutter kenne ich von Grand aus. Sie ist einherrschsüchtiges, scheinheiliges und gefährliches Weib. Hüte Dich, daß sie Dir nicht die Macht aus den Händen reißt! " Viola lächelte bitter. " ' Dcr Macht, welche ich besitze kann sie mich nicht berauben," sagte sie gepreßt. Wieder faßte er ihre Hände, und diesmal blickte er ihr, voll in die Augen, aber sie senkte dieselben zu Boden. Erkannte nicht in ihnen lesen. Du hast also Deinem alten Freunde nichts weiter anzuvertrauen?" fragte er indringlich.. Bei Viola war der Moment der Wehmuth und der Schwäche vorüber, die Anspannung ihrer Seele hatte nachges lassen, xwid sie wollte offenbar nicht, daß Jemaud, wer es auch immer sei den ganzen Jammer erkenne,' der ihr Inneres erfüllte. Ich habe Dir nichts anzuvertrauen," entgeguete Viola anf W- Frage Onkel Mattes einfach, aber fest. Der alte Mann athmete tief. Desto besser ! " 'sagte er. Vielleicht habe ich, wenn ich ÄllcS überlege, nur Gespenster am hellen Tage gesehm und mich unnothigerweise beunruhigt. Aber fetzt zu etwas Anderem. Bevor ich reise denn so kurz die Reise ist, so steht des Menschen Leben doch in GotteS Hand ' habe ich mich entschlossen mein s " " ,,.. WÜ. ... I" ' ..llOk M ''," f tzaus zu vezteuen. jum Kiua ein icy arm, wie eine Kirchenmaus, und habe daher nicht nöthig zu befürchten, daß eine
32 WLÄZ gwStia fetten Verwandttn auf meinem m Grabe nM Ka- '! stattfinden werde. Mein aa pttal besteht aus fünfhundert Mark, und .'.!. -t,- ix x ' Oicje ciciuc mj iiiunii yuudyaumn aus Dankbarkeit dafür, daß sie mir so viel übrig gelassen hat und daß ich noch im Stande bin, mein Haus zu bestellen. Aber das ist es nicht, worüber ich mit Dn sprechen wollte." Er zog ein zusammengefaltetes großes Papier aus der Brusttafche. Es ist eine Angelegenheit, die Dich betrifft, mein Kiick." Mich?" fragte die junge Frau erstaunt. Hier, nimm dlefes Papier. Als Dn geboren nrst, überwies ein unbekannter Freund eine unbedeutende Summe an die Renten- undKapitalversicherungsanstalt. Durch Zins., auf AinfeßzinS ist die Summe nunmehr auf sechstaufend Mark angewachsen, welche Dn gehörend Aiola hielt das Papier in ihren vor Aufregung zitternden Händen. Sechstausend Mark? Mir?" fragte sie fast athemlos. Ja, sie stehen in der Bank. Ich hake daran gedacht, sie noch- eine Zeit lang dort verzinsen u lassen,, aber es ist mir, als ob ich ruhiger abreifen könnte wenn ich weiß, daß , Du nicht ohne Mittel in den Händen dastündest, wenn ß' Wenn ?" wiederholte sie, ihn bang und ängstlich anschauend. Ja, wer vermag den Ideenwelchedurch das Hirn eines alten, einbildungskranken Mannes fliegen, einen Namew zu virleihen ! Wenn ich die Sache bciM rechte Licht betrachte, so bin ich nur krank vor lauter Einbildungen.. Die eine meiner kranken Vorstellungen hast Du mir ja fchon benommen, mein Kind, und die anderen werden wohl auch nur in dem modernen Krankhkitszustandc unserer Zeit beruhen der Zeit des Wahns und der Lüge." Viola hörte schon langst nicht mehr aus seine Worte. Sie stand, die Rentcnverfchreiöuuq in der Hand, träumend da. Welche Gedanken zogen ihr durch den Sinn? Warum gewann das Geld, dessen sie sonst nie sehr geachtet, einen' so großen Werth in ihren Augen? Sechstausend Mark!" flüsterte sie gedankenverloren vor sich hin, das ist viel Geld!' Der Nendant sah sie einigermaßen überrascht an. Für den, der mehr haben will, ist es wenig genug," bemerkte er lächelnd. Und das Geld ist mein?" fragte sie. gierig, mein und Kurts?" Dein und Kurts, Niemand kann es Dir nehmen. Die einzige Manier, es loszuwerden," fügte er schmerzend hinzu, wäre, das Geld zum Fenster hinanszuwerfen oder zu verschenken. Man hat wohl mitunter Frauen, die das thun!" Zetzt flog Viola an seinen Hals und küZzte ihn stürmisch. Onkel!" rief sie leidenschaftlich, wenn Du wüßtest, wie glücklich, o wie glücklich Du mich gemacht hast!" Onkel Malte konnte sich doch so recht in ihr Wesen nicht finden. Freut mich," sagte er nur, freut mich, mein Kind." Die junge Frau sah ihn mit leuchtenden Augen an. Erst sorgst Du für die Mutter, dann für die Tochter," rief sie, o, Du rächst Dich edel, Onkel!" Ich habe keine Ursache, mich zu rächen, Kind," antwortete er mit sanfter Stimme. Wenn ein Auge, von einem glättzenden Sonnenstrahl geblendet, eine unscheinbare, armselige Distel übersieht, so ist dies nicht die Schuld des AugeS. Aber still, ich glaube, Dein Mann kommt!" Viola schrak zusammen. Stecke das Papier zu Dir und veröira es nut ." malmte der Nendant. 5di jj j r - y - ' " - - tt -j habe freilich nicht das Itecht, Dich zu bitten, Geheimnisse vor Deinem Manne u haben, aber es ist vielleicht m dieem Falle besser fo." Es hätte dieser Mahnung nicht be durft. Mit dem Ungestüm einer Löwin, die ein Beutestück für ihr hungerndes Junges davontragt, barg Viola das im V. -iL t i. ... . . a . ..r rv r .. c yairsWwere Papier in lyrem zuzen uno wich unwillkürlich in die äußerste Ecke des Gemaches vor ihrem eintretenden Gatten. Oswald kam lächelnd und trällernd. Das Uebelbestnden von heute Morgen war vollständig der besten Laune gewicken, und er hatte wie immer die glLnzendste Toilette gemacht. Ich hahe das Comptoir geschlossen, und nun bin ich fertig," sagte er im Eintreten. Wenn Du nun willst, Onkel, so gehen wir noch ein Glas Wein trinken, oder ziehst Du echtes Bier 'vor? Komm' mit. ich weiß ein verstecktes allerliebstes Winkelchen, wo eine verdammt yudjche " Onkel Malte warf ihm einen bitter bösen Blick zu. Katze!" hustete sich" verbessernd der Vankdirektor. Katze meine ich, natürlich ein niedliches Kätzchen mit rosenrother Nase." Und Klauen!" sagte der Rendant zcyars. OSwald lachte halb verlegen : Natürlich hat sie Klauen. Aber das thut nichtskomm nur Mit Nein, ich danke Dir !" unterbrach ilp der alte Herr mit einem beloraten Blick auf Viola. Ich habe niemals Neigung zur atzen gehabt." Neiaunq?" wiederholte Oswald mit einer frivolen Bewegung, indem er sich eine neue Cigarre anzündete, nein, das habe ich auch nicht, aber eS ist so unsagbar reizend, mit ihnen zu spielen." Onkel Malte drehte ihm unwillig den Rücken und wandte sich zu Viola mit den Worten: Da habe ick einen anderen Vorschlag zu machcu. Wie wäre es, Viola, wenn ich Dich hernach zu einer kleinen AbendPromenade durch die Straßen abholte? Die frische Luft wird Dir aut thun, und zuletzt gehen wir vielleicht noch auf eiy X . ,. . ' ' iunocyen ,n cm gutes Bonzen." Die junge Frau' eilte 1 in feine Arme. Wie gut Du-bist Onkel!" rief sie vanrvar und nicht blos dafür. 1 ' . Ist ja heute Dein Geburtstaa. Herz öen!" sagte Onkel Malte, ibr zärtlich und mitleidsvoll die blasse Wange streichelnd.'!.!.! ,...i"..Hr 1 : , .Na ja," nafelte Oswald, da bin ich
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ZÄSSÄLÄWL i denke zur Zeit wieder zurmk zÄ sein Viola sagte kein Wort. r- - -. i f AdiM,.a!w letzt, Klud. emAchk sich oer NeNdänt, seineir Hut holenb, ich habe zu Hanse noch einige Briefe zn ichreiben, mache Dich indeu zum SpazZsrengehen fertig!" Reich' mir die Hand, mein Lebe, ang Oswald, indem er Onkel MalteS Arm Unter den feinigen emporzog und mit ihm von bannen schritt. Es war am Abend desselben Tages. Das Wetter hatte sich vollständig geklärt, und ein wolkenloser, fchwarzdlauer Winterhimmel mit seinen Myriaden von tzternen leuchtete hernieder auf das Haufermeer der Kaiserstadt. Und jetzt stieg auch der volle Mond herauf in feiner stillen Majestät und blickte wie mit mitleidigem Lächeln herunter auf die zahllos fen Gasflammen und das zuckende elektrische Licht in den dichtbelebten winterlichen Straßen. Viola faß im Kinderzimmer an dem kleinen Tifch und theilte das kleine Nachtu mahl ihres Knaben. Hut und Mantel hatte sie bereit gelegt, um nicht warten zu lassen, wenn Onkel Malte kam, sie abzuholen. Da trat Sophie herein und sagte mit naseweisem Lächeln: s ist ein Herr da, oer die gnädige Frau sprechen will." Ein Herr? Mich?" fragte Viola verwundert. Wer mag es sein?" DaS weiß ich nicht," war die kichernde Autwort des Mädchens, der june Mensch muß nicht von hier sein. Er ist drüben im Salon, und der gnädige Herr der eben zurückgekehrt ist, unterhält sich, mit ihm." Die junge Frau erhob sich, und nach? dem sie ihren Knaben der Obhut Maries übergeben, ging sie hinüber nachdem Salon. Vor der Thür angelangt, hörte sie drinnen das lautschallende Lachen ihres Mannes, und eine leichte Spannung in dem holde Gesicht, trat sie über die Schwelle. Da stand in der Mitte des Zimmers ihr mit dem Rücken, zugewendet, eine gedrungene, breitschulterige Gestalt in ei-' ner Jagdjoppe und hohen Stulpenstiefeln,, den graxen Filzhut in der Hand. Beim Geräusch der sich öffnenden Thür wendete sich der Ankömmling um und' kehrte der Eintretenden ein volles, rundes, von Gesundheit strotzendes Gesicht' zu. Das flachsblonde Haar, in der Mitte gescheitelt, legte sich dicht an die niedere' Stirn; eine kleine Stumpfnase faß über dem vollen rothen Munde mit feinen derben, gesunden Zahnen, auf der Oberlippe' reimte, der wechttchheue Anflug eines Schnurrbärtchens. Ein Paar unendlichgutmüthiger und treuherziger Augen blmten Viola entgegen. Diefe erkannte den Fremden sogleich und eine helle Freude flog über ihr Gesicht. Fntz!" rief sie, ihm mit ansgcstreckten Handen, entgegeneilend. Bist Du es wirklich, Fritz? Ach, wie freue ich mich ! " Ja,"' tagte Oswald noch immer la? chend, Herr Hennings hat ein Kalb mitgebracht !, Wir wollen ihm ein bimmelblaues Vändchen umbinden und es Dir zuführen, Viola." mtla bückte erstaunt aus ihren zugend freund. Fritz Hennings stand da, von dem Lachcn des Hausherrn verwirrt, und drehte verlegen seinen arkmen Filzhut m den großen Händen hin und her. M es " begann er ltotternd,, es ist Dein Geburtstag heute, Viola - und da dachten die Mutter und ich Violas Augen tullten sich mit yraneu. Du guter, lieber Mensch!" sagte sie aerührt, ich danke Dir von Herzen. Wie geht eS Deiner guten Mutter?" Tanke, ganz ausgezeichnet. Aber das Kalb, Viola. V Ich nehme eS erfreut an, Fritz, aber Es dst schon geschlachtet," versicherte treuherzig Fritz Hennings, Herr Biedermann ließ mich vorhin nicht ausreden, er fand es so komisch, daß daß -", Ich finde es nicht komisch, Fritz," entgeanete Viola ernst ; ich bin gerührt von Eurer treuen Anhänglichkeit und nehme dies Geschenk aus der Heimath mit Dankbarkeit an." Rührende Dorfidvlle!" spottete der Bankdirector. Bleiben Sie lahge hier in der Stadt, Herr Hennings?" ' Die ganze Woche. Ich habe Geschäfte hier." Ah!" rief Oswald, das ist ja er, sreulich. Heute Abend bleiben Sie bei uns," sägte er hinzu, dem jungen Mann aus die Gchulter klopfend, plaudern Sie mit Viola über entschwundene Zeiten! Ich muß mich leider entfernen und kann von diezer rührenden Unterhaltung, nicht prositiren!" Damit nickte er dem Gaste freundlich herablassend zu, und seine' hohe ele-, gante Gestalt verschwand hinter der Thür. Draußen hörte man ihn noch Zachem Fritz Hennings machte ein verlegenes, ärgerliches Gesicht, und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Aber wie Sonnenschern zog es über seine ehrlichen, wetkergebräuutfn Zuge, 'als jetzt Viola seine beiden Hände ergriff und ihn zum Sopha zog. Komm, setze Dich zu mir, und laß uns herzlich plaudern.' Aber lege doch Deinen großen Hut ab!" Mit diesen Worten wollte sie ihm denZclben aus der , Hand' nehmen. " ' ; ; ; ,, , . " : . ; ' ' : ' , Sachte, sachtes schmunzelte Fntz Hennings, da drinnen steckt noch Etwas." 1 '"," - ' '' Er nahm ein Vlumensträußcheu t)tx aus.''' '': Ich habe eS zu Deinem Geburtstage zusammengebunden, Violas Es sind Blumen aus der' Heimath! Und hier der Eypressenzweig ist vom Grabe Dei, ner Mutter." ,, Vom Grabe meiner' Mutter ! schluchzte Viola. Ach, Fritz, , wie Du mich verstehst! ""Ich danke, danke Dir!" 'Sie nahm den Cnpresseniweig heraus aus dem strauLchenund küßte ihn, yb und innia. Ach, eS war ia ein Gruß von ihrem Mütterchen So war 1 sie
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doch heute nicht vergesse, t och Menschen, die sie liebten und .an sie dachten, und aus dem Vrabe sandte Ar die theure Verblichen c ein Zeichen be veMöwes heute zu ihr " nt Geburtstage! r"i$nhW:' MH sich 'die junge Die Blumen in den Händen haltend, legte sie die Arme um den treuen Jugend sieund und berührte seine Wange Mit ihren Appen. Wir FlauSten," begann Fritz Hmnings errathend, Du würdest im vergangenen Herbst die Gräber Deiner Eltern besuchen., da Dir fo lange nicht dagewesen bi$! , Sind die Gräber wohl gepflegt? antwortete Vicsa ausweichend. Ja," sagte Fritz Hennings, aber ich bitte Dich, se?che kein Geld mehr dazu!" Weshalb nicht?" .Ich pflege sie. Die alte Frau, die es bisher besorgte, verstand sich nicht darauf," versicherte er eifrig. Fritz!" flüsterte fit leise, ich danke Dir!" Du versprachst, als Du abgereist bald wiederzukommen ! " sagte er einen leisen Vorwurf in der Stimme. ' Ich werde kommen so bald ich kann!" erwiderte sie mit eigenthümlicher Betonung. Doch mm erzähle mir von der Heimath!" O. sie steht noch auf dem alte Fleck." Steht die Mühle noch am Ufer' des. Sees?" ' Sie steht und klappert noch." . Rauscht und braust das Wasser noch' am ih'.e' Räder, dessen glänzend weißeschäumende Wellen die Grotte der Feen", wie wir sie nannten, bilden?" Es rauscht noch wie damals." Sausen die Tannen noch so geheim nißvoll im Walde?" Die Bäume reden jetzt eine andere' Sprache, wie früher." Erinnerst Du Dich noch des kleinensteilen Hüzels. den wir hinauf liefen, wenn wir Haschen" spielten ?" Ob ich mich daran erinnere!" Ich pflegte Dich Karo zu nennen. Wesyalb that ich das eigentlich?" fragte Viola, sich besinnend. Du warst fo Verzweifclt, als Dein Hund starb," erinnerte er sie, und da versprach ich Dir " 'Karoö Stelle an Treue zu vertreten." ihre Stimme vertiefte sich dabei und ihre Augen schimmerten, ja, so war es und Du hast treulich Wort ges halten!" ..Viola" Du beschütztest mich vor jeder Gefahr. Du fandest Dich in jede meiner Launen, folgtest mir, wohin ich ging, und wachtest über mir, wenn ich ermüdet auf der Wiese eingeschlafen war. Und oft ärgerte und reizte ich Dich, denkst Du noch daran? Aber Du mochtest noch so ärgerlich, noch so böse sein wenn ich Karo" rief, so kamst Du sofort zu mir. Ach, ich war doch bisamlen recht, häßlich gegen Dich!" Er schüttelte den Kopf. Nein," sagte er, Du thatest mir nicht weh. Mir gefiel das " Sie war in Nachdenken versunken und antwortete nicht mehr. Fritz Hennings hatte Zeit, sie zu betrachten. Er studirte das feine, liebliche Gesichtchen, das ihm fo vertraut gewesen war feit feiner frühesten, Kinderzeit, mit gespannte? Aufmerksamkeit. Aber was er sah, das behagte teiucm guten, ehrlichen wmn durchaus nicht. Er schüttelte wiederholt den Kops unv sagte endlich, seine frische Stimme dampzend: Du hajt Dich recht verändert, Viola. Du bist blaß geworden." wie suhr auf aus ihren Traumen. Meinst Du?" erwiderte sie, wehmuthig lächelnd, indem it sich über die weiße Stirn strich. Ja, die Jahre verandern!" Es ist nicht das allein! beharrte e? auf seiner Meinung. Wir haben uns fett meiner Verdeirathung nicht getehen," fuhr sie ausweichend fort, das sind jetzt Fünf Jahre, drei Monate und zwei Tage," siel er ein. Viola blickte auf und lächelte mecyanisch. Du jchemst darüber Äcechnung zu führen," sagte sie, wie über einen Todten." Fritz Hennings nickte vor sich hm. Du hast wohl jetzt den Hof Deiner Mutter übernommen, Fritz? begann jie wieder. Schon feit drei Jahren." Und bist verheiratet?" Nein." Aber Du hast eine Braut." Nein niemals!" Es klang laut und beinahe heftig. Sie überhorte es und fuhr wie mechanisch fort zu fragen:. Deine Mutter führt Dir also die Wirthschaft?" Wie früher." Wieder entstand eine Pause. Dann fügte er hinzu: Jsabella lebt noch." Ach. ich vergaß sagte sie etwas lebhafter, nach Deinem alten Liebling zu fragen. Was macht sie? Sie kann wohl jetzt nicht mehr so viel arbeiten?" -n e !i . ..:. rv.t c Wie Ijl )tll zwei agn iiyi uyi vorgespannt worden," meinte er. Und Du pflegst sie?" Ich versprach, sie bis zu ihrem Tode u füttern." Und Du hältst Dein Versprechen Du " . X r am f t fit.... - - guter treuer wieni. ?" 1031c ue, 191 gerührt anblickend. Jsabella versteht Alles," versicherte er, sie ist so klug wie ein Mensch und meine beste, Freundin." Die Uhr auf dem KaminsimS schlug acht. : Fritz Hennings erhob, sich. JH muß letzt, gehen tagte er. , " : ,,' lFortzetzung folgt.) ' Die arme NiS. chw i e g e r m n t t e x.' Sie , haben ja Ihre Schwiegermutter ein prachtvolles Drnt mal setzen lauen ein trauernder vinga." Nun ja, es muß doch roenigstens einer da sein der trauert! Auf dem Ball. Wollen wir nicht 1 nach Hause gehen, Ueber Freund ?-Nur noch einen Tanz. Ach aS, komm nur, den hast Du uf jede Fall noch mit Dein Frau wenn Du nach Ho&fc ko.ur.mst. ' '
Harmloses LekchendegöNgniz
.Dem berühmten NechtSzelehttm Lud Itft ( ortMii" t-.js.-s i4i ... ;" .... o vierte; m. welcher 1418 .. r . .... sduq tte. zu, lassen, io zuwider, baß e? deshalb in seiikwi TeMmenie ausdrücklich Freuden, bezeugWgen im Falle feines Tsse' cnordnci5. CarlestsS hskU lanze er.? Podogm ge. litten und Mg in An?ehÄß der fkoch ten Aitordnirnt von jolpstc vernünftigen Grundsätzen ans: Er; verliere an feinem elenden, ßchWkrzvoLe gebrechl! .Sen Körper nich: nur nichw sondern finde rieltnchr Nahe und Ende der Schmerzen im Grabe; sciner? Mitmens schen fn a, feiner MgnZKeit tstpnt, schon lange lkkchts mehr mitr und scher Erven gewönne? durch sein Hinscheiw:r eine bedeutend? Erbschaft. Von aufrichtigm Leuten abc? körne und möge er falsche Thränen imd erkünstelt') Trauer nicht fordern. Darum sollten sie aus Mienen und Kleidung Alles verbannen, roaS nur im Mindesten Jammer verrathen könne; im Falle des Nichtgehorchsus setzte er sogar Strafgeld?? us, welche zu milden Stiftungen vewnldet werden sollten. Auf diese Art waren also feinekErden für alle Aeußerungen von Zufriedenheit und Freude über seinen Tcd, die mm ihnen vielleicht übel usleen konnte, hinlZngs lich gedeckt. Die Anordnung ftmes LnHZzugeS mz gleichfalls höchst originell. Vor und hinter dem Sarge-sollten sooMusi kanten und Sänger gehen, lustige Stücke hören lassen und Mmm sür Mm einen halben Dukztcn erhalten, wtil diese armen Leute bei den sonstigen Leichmbegängttiffcn gar nichts rerdienterr. Die Geistlichkeit sollte der Procession in pnt.!üoÄlibns beiwohnen, doch nicht mit KreuzunÄ Paternoster, sondern mit Wlumen und Laubwerk in den Handen. Me Eremiten allein blieben von dem Zuge ausgeschlossen, weil ihr trüber Anzug, mit dem fröhlichen Leichenzuge zu sehr contrastiren würde. Für die Fortlaffung der Messen, Tod tcngesange in Kirchen, vor der Kirche und" beim Leichenconduct bedachte er die Or den und Klöster mit reichlichen Legaten. Der Sarg sollte grün angestrichen sein und von zwölf grün gekleideten, mit Blumen qeschmüöteu Jungfrauen actragen werden, und Jede dafür SVO Zechinen zur AnSstener erhalten. Damit hoffte er als Hagestolz seine Schuld an den Staat abzutragen, gegen welchen Vcfördernng der Ehen eine heilige Pflicht sei. Uebrlqens war sein Testament so rechts kraft ig und formenAeiuäß abge faßt, wie es von einem geschickten Ad?ocaten niir zu erwarten und also umzustoßen nicht möglich war. Daß es unter den Paduancrn an Lachcrn darüber nicht gefehlt haben wird, ist kaum zu bezweifeln ; also war auch von dieser 'Seite des ehrlichen Cartesius' Wille, mit Freude begraben zu werden, vollkommen erfüllt. Mein Freund, der Geizhammel. Der Geiz ist die Wurzel von allem Uebel ! fo steht es geschrieben und das stimmt auch. Eine gewisse Sparsamkeit läßt man sich ja gefallen, und Leute, die sparen, fasst man, bringen es zu Etwas. Natürlich ist dabei immer vorausgesetzt, daß auch etwas zum Sparen vorhanden ist! Gut! Nun aber die Geizigen! Kann es woljl etwas Ekleres geben, als einen Menschen, der z. V. auL Geiz sich, nicht satt ißt? oder gar nicht satt trinkt? Gewiß nicht! Hierin wird jeder Billigdcnkende mit mir einverstanden sein. Mein Freund Peter war so Einer. Wenn wir Andern des Abends in der Kneipe unsere 12 bis 16 Schoppen tränken und dabei lustig und sidel roaren, die schönsten Lieder sangen tu ic, dann saß Peter stumpfsinnig da und trank zwei, höchstens drei Schoppen, sang nicht, rauchte nicht und blieb sogar die m nigen Schoppen, die er getrunken hatte, noch schuldig! Alles aus purem Geiz! Wir hatten dies schon verschiedene Male gerügt und ihm mit Entziehung unserer Gesellschaft gedroht ; er besserte sich nicht. Was mir aber kürzlich mit ihm pafsirte das setzt Allem die Krone auf und ich werde den Umgang mit ihm jetzt doch abbrechen müssen. Es war in der Frühstückskneipe, ws Peter und ich zu dejeuniren pflegten. Ich hatte an dem Tage eine kleine Ver Hinderung gehabt und kam etwas späterals zur gewöhnlichen Stunde. Als ich eintrete, sehe ich meinen Peter mit schmunzelnder Miene "etwas Kochst; ungewöhnliches bei ihm, denn sonst f er immer mürrisch und verbissen aus), hinter unserem Stammtisch sitzen und wie es den Anschein hatte, emlukullischeL, Mahl zu sich nehmen. - :i Donnerwetter denke ich Bei mir, waS hat denn der Kunde VloS heute? Ich trete also naher an den Tisch heran, um.mich zu überzeugen und waS sehe ich? Da sitzt mein Peter mit einem großen Stück trock'nen Brodes in der Unken Hand und vor ihm auf dem Tifch.ist' mit Kreide eine riesengroße Wurst gezeichnet! Ich gucke nun genauer hin und bemerke zu meim'r größten Verwunderung, ! er jedesmal, wenn er ein Sü& von dem. Brode abbeißt, auch ein etwa singerbrei-. tes Stück von der Kreide-Wurst mit, dem nassen Finger der rechten Hand, fortwischt!! Mensch! sageich, Peters so opulent? Eine ganze Wurst zum Frühstück? Wird Dir das nicht zu theuer? Sosort wischte Peter die Hälfte von der Kreide.Wurst aus, um. sich dieselbe für daS Aöendbrcd aufzusparen! U - - t i- Aus stf.! l c der 1 Mi d 1 1 l r u ck. elaolaud ist doÄ' ein ver teufelt theures Bad. Das wüßte ich ?erade Ajcht. ' Aber, ich' bitte Sie ür e':n weiches Ei habe ' ich zwanzig Pfennige bezahlen müssen nd dabei steht tn c.Äen Neizebüchern, dstz Helgoland t'xr Wand ist. , ;; . HdMS feBfri Eir gehört, daß unserem Eyllgen Äiüller die' Frau entlaufen ist? . Ja, der Kerl ist. das reine Sonntekind.
w;r s ie teiüe himt Hat. M
Lciax5n5eOngNissen durch Uifyltz sogez mmüt ThrSktmseiber je sich teWeinen
