Indiana Tribüne, Volume 11, Number 234, Indianapolis, Marion County, 11 May 1888 — Page 3

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Des Lootsen Weib.

Von Jonal Lie. AuZ dem Norwegischen von Mari Her, seid. (Z5ortsedung.) Den letzten Tagen hatten sich überHaupt seltsame Dinge zugetragen. Außer jenem Leuchten liatte man auch unten in ver Kohlenlast Stöhnen vernommen. Der Segelmacher behauptete, er habe mehrere 9!ächte hinter einander emen Mann vom Bttttelickiff über die Kante Der chan;verkleidung nach vorn gehen sehen. Eine Weile stand er still und deutete nach dem (5ompaß, und dann verschwand er im Kielwasser. Ein Anderer behauptete, er habe den Schifssnissen (der Nisse ist der Poltergeist deS Norvenö, ein Hausgeist, welcher bald die Rolle der Heinzelmännchen, bald ' des Kobolds-spielt,) denselben Weg gehen und dann über Aoro springen sehen. Mit der Zipfelmütze war es nicht höhei als ein halber Wasserstiefel, und wenn der Nisse das Schiff verläßt, bedeutet daS stets dessen Untergang. All' dies hatte etwas zu bedeuten, und die Art, wie Beck Tag für Tag hauste, ließ sich nicht anders erklären, als daß ein böser Geist in den Capitän nnd das Schiff gefabrcn sei. Die wunderlichen Laute im Raum unten horten nicht auf. Es hatte fast wie Jammern geklungen, als man die Luke verschallt hatte. Nun hatte man sie wieder geöffnet, damit unten nicht Kohlengale entstünden. Der Koch, welcher von unten Wasser geholt hatte, kam eines Tages erschrocken hergelaufen und behauptcte, er habe einen Mann in rother Jacke dasitzen gesehen. Dies ist der Schisfsnisse, der um die Schute (Schute ist hier als Gattungsname gebraucht; der nordische Seemann nennt ein Fahrzeug gewöhnlich Schute,) klagt, meinten Einige bedenklich. Allein als der Koch einwendete, der Geselle sei mindestens so groß gewesen, wie Verdicke Bootsmann Anders, und als er ihn überdies mit schwarzer Farbe und Krallen ausstattete, da entstand ernstlicherSchreck ; am Ende fuhr der Patron mit dem schiffe noch weiter. Der Capitän hatte dies als neuen Versuch, ihn zu ärgern, betrachtet und da, rauf schon mit neuer Schindarbeit" geantwortet. Salve besaß zu viel Verstand, um all' den Aberglauben zu theilen, jedoch gegen die keimende Unzufriedenheit fand er nichts einzuwenden und deutete an, daß es nicht so übel wäre, wenn Alle, die es könnten, in Rio desertirten. Als nun Veck von den letzten Wahrnehmungen des Koches hörte, rief erhöhnisch, indem er mit dem zerbissenenMundstück seiner alten Meerschaumpseise auf den Sprecher zeigte: Ich schätze, es steckt Jedem von euch ein recht dummer Teufel in der Last. Ist denn Keiner unter euch, der den Muth hat, in den Kohlenraum hinabzugehen? Oder soll ich selbst gehen?" - Der erste Steuermann erbot sich, ihm zu folgen ; doch nun meldete sich Salve und et klärte, er für sein Theil sinde es egal, ob er in den Raum hinab oder in die Takelung hinaufgehe; man schwitzt ja nicht halb so viel dabei," sugte er hinzu. Als Salve mit der Laterne den dunklen Raum durchsuchte, fand er einen armen, verkommenen Kerl in rother Wolljacke, der hinter dem Wasserfaß auf die Ka.belltaurolle gekrochen war. Er war von den Kohlen geschwärzt wie ein Neger, und als er auf's Deck kani, erzählte er bebend, er sei in Montevideo von j'einem Regiment desertirt eine That, auf welche Todesstrafe gesetzt sei und er habe gehofft, sich bis nach Rio im Fahrzeug versteckt halten zu können. Am letzten Abend, welchen sie im Hafen ver bracht, sei er unter dem Schutze der. Dunkelheit an Vord gekommen und habe sich im Kohlenraum verborgen. Als sie die Luke verschlossen, habe ihn das Kohlengas fast erstickt, und da sei er dagelegen und habe gestöhnt. Seikher habe er die Gelegenheit wahrgenommen, sich im Dunkel der Nacht achterwärts zur Heckjolle zu schleichen, In dieser habe er sich ausgestreckt und frische Luft geschöpft, bis die Sonne aufging. Einigemal hatte er sich in der 'Kombüse Nahrung gesucht, und beim Eompaß war er manchesmal stehen geblieben, weil ihm schien, als nehme die Fahrt gar kein Ende und weil er sich vergewissern wollte, ob das Schiff wirklich gegen Norden nach Rio steuerte, wie er unten im Hafen gehört. Es war ein junger, schmal gebauter Mann mit kleinen, lebhaften Augen, im Ganzen nicht höher als Salve und dem Aussehen nach Spanier oder Portugiese. Doch konnte er sich auf Englisch verständlich machen. Die Wahrheit seiner Erzählung kam dem Capitän etwas zweifelhaft vor ; denn er schien von besserem Stande zu sein, als ein simpler Soldat, und aus seiner Angst, seine Gegenwart, zu verrathen, sogar nachdem sie schon die hohe See gemannen, schloß Veck, daß er zu den politisch Proscribirten gehöre, welche momentan allen Grund hatten, sich auch in Rio zu verstecken. Er lieh ihm Speise reichen und versprach, er wolle nicht hirdern, daß Jener das Schiff verlasse, wie und wann er es selbst für passend erachte. Doch Hilfe möge er nicht erwarten; denn der Capitän wollte es sich seinetwegen nicht mit den herrschenden Autoritäten verderben. Salve, welcher, wie die meisten See leute, ziemlich viel Englisch wußte, schloß sich nach und nach an den Spanier an, in welchem er einen unterhaltenden und sehr klugen Burschen fand. XV. Vor einer leichten Nachmittagsbrise zlitt die Juno" aus dem Meere in den engen Einkauf von Rio de Janeiro, einen der schönsten der Welt. Es slankiren ihn zwei riesige Granitberge, deren einer nock rotk im Sonnenlichte , stimmte, während der andere au3 dem Schatten heraus violett vom reinen Blau der Luft abstach. Auf der einen Seite, am Fuße des Suckerhutes", hatten sie die Festung Proja, auf der anderen das Castell Santa Cruz und gerade vor ihnen im Haken drinnen volljubrje auf dem höch-

ffen Punkte ein schlänker Signalthurm seine Bewegungen. ' Derselbe meldet jedes Schisf an, welches an der Hafenmündung erscheint und Rio, der Stapelplatz von Südamerika, wird jährlich von vielen tausend Fahrzeugen jeder N, tion besucht. All' diese Naturschönheit machte aup Salve einen gewaltigen Eindruck; es übersiel ihn zu dieser Stunde eine Empsindung der Reue über seinen Entschluß, zu entweichen. Als die Hafen-Autoritäten .an Bord kamen, arbeitete der Brasilianer ruhig' unter den anderen Matrosen, und es ge lang ihnen beider Musterung nicht, zu entdecken, daß in dex vom Capitän angegebenen Mannschaftszahl ein Uebercompleter war. Salve hatte ihm seine Kleider geliehen. Der Hafenlootse, ein aufgeblasener Mulatte in einem Panamahut mit Tuff, mit Schild und Stab, merkte jedoch bald, daß unter der Besatzung Unzufriedenheit herrschte, denn als man zu warpen (Warpen, warpern, heißt ein Schiff mittelst eines Taues verholen oder vorwärts ziehen. Das Tau ist dabei entweder auf dem Lande oder am Warpanker, Wurfanker, befestigt.) und zu verholen begann, um das Fahrzeug auf dem Ankerplatze Jlha das Cobras zu vertäuen, klang der Gangspillgesang wieder nicht wenig aufgeregt. Und gewiß geschah eS in Folge jeines Winkes, daß sich schon am gleichen Abend unten beim Quai Runners (Runner, vom englischen to mii, r?iiiien, sind ungern gesehene Agenten, welche die Matrosen verlocken zu entweichen, ihr Geld zu verthun :c.,) bei ihnen einfanden. Capitän Beck war mit sich und der Mannfchaft unzufrieden. Im warmen Klima war er immer beftig ; er suchte sich oft sehr achtungswürdig zu beherrschen, jedoch führte das in unbewachten Mo; menten zu um so stärkeren Ausbrüchen. Jener Brief des Sohnes hatte ihn erbittert, und nun, da er seine Autorität gekränkt glaubte, war er unbeugsam getvorden. Jene Matrosen, welche daran dachten, das Schiff zu verlassen, hielten es für angemessen, zu warten, bis sie, wie e3 im Hafen gewöhnlich geschieht, einen Theil ihrer Heuer ausgezahlt bekommen. Doch schon in der Amelten Nacht waren Salve und der Brasilianer verschwunden. Man stellte unter dem Beistande der Hasenpolizei eine scharfe Nachforschung an, insbesondere aber bei jenem Runner, den man mit der Mannfchaft hatte sprechen sehen. Allein dieser zeigte bei der Hausdurchsuchung ein so freies Gewissen, daß die Polizei meint?, daß diesmal doch nickt er es sein könne. Bon nun an verstärkte Beck in der Nacht die Wachen mit den verläßlichsten seiner Leute, holte jeden Abend weiter eg vom Quai und verweigerte jegliche Urlaub. Nun habe er seinen Lohn vorweg, bemerkte er bitter, weil er jenem rothjackigen Gaudieb geholfen, der ihm zum Entgelt seinen besten Mann mitgenommen habe. - Daß' Salve entwichen, ärgerte den Capitän mehr, als er sich zugestand. Er hatte seinem Versprechen gemäß dafür gesorgt, daß Jener bei der Ausfahrt vom ersten Steuermann die Navigation erlernte, und dabei hatte er den Plan ge-

habt, Salve zum Führer der Juno" zu machen, sobald er sich einmal zurückzog. Denn er fühlte wohl, daß er nie einer redlicheren, verläßlicheren Natur begegnet war, und überdies besaß Salve eine uuawöhnliche Begabung. (seine Idee, daß der Brasilianer der Mann sei, ihm fortzuhelfen, sobald sie im Hasen waren, hatte Salve bald bestätigt gefunden, sich denselben auf mannigfache Art zu verpflichten. Ehe sie das Schiff verließen, nahm er seine silberne Uhr, ritzte in dieselbe mit der Messerspitze Zur Erinnerung an Salve Kristiansen" und legte sie NilS Buoaagen in die Westentasche. Dieser schnarchte laut und vernehmlich in der Nebenkoje. Von der Deckwache nicht bemerkt, kletterten die beiden Männer dann in der stillen Nacht über das Landtau auf den Quai. Salves Begleiter schien mit den Localitäten wohl vertraut und zugleich sehr furchtsam zu sein; denn sie mieden alle erleuchteten Straßen und hielten, oft an dunklen Plätzen, um nach der Nachtwache zu jpahen. Eine Stunde lang waren sie durch enge Gassen gewandert; da begannen die Hauser nut Gartenmauern abzuwechseln. Die Zweige von Pomeranzenbäumen hingen über dieselben und verbreiteten ihren starken Dust in der stillen Nacht. Sie waren ,n die Vorstadt Catumbn aekom men und sollten nun über einen offenen Platz ,n die andere Vorstadt Mata-Por-caS. Auf einer Seite erblickte man ein festungsähnliches, mit Steinmauern versehenes Gebäude auf ner Anhohe. Salves Kamerad zeigte sich überaus ängstlich, und es entschlüpfte ihm. daß dies die Strafanstalt sei, um welche stets eine Patrouille streifte Nach einem weiteren halbstündigen Marsch hielt er endlich vor einer Gar tenmauer, durch welche ein kleines Psörtchen führte. Er schaute sich vorsichtig um und sagte fieberhaft : Hier müssen wir hinüier und wir nrn m Sicherheit!" Er stieg auf SalveS Rücken und zog dann den Freund nach sich auf die Mauer. Mit einem Sprung war er im Garten unten und benann sich nun wie wahnsinnig im Gras umherzurollen, indem er fortwährend ausrief: "Salvado ! Salvador Hierauf eilte er zum kleinen Haus, das von Bäumen halb verschaltes da lag, klopfte eigenthümlich an die'Thür und rief: Paollna! Paollna!" Ein Frauenzimmer im Nachtgewand, mit einer jugendlichen, wenngleich etwas tiefen Stimme, öffnete die Jalousien und steckte den Kopf heraus. Federiao!" sagte sie zitternd, und nun wechselten die Beiden in spanischer Sprache em paar hastige fragen und Antworten, welche Salve nicht verstand. Er merkte blos, daß sie stutzte, einen fremden zu erblicken, und van Jener sie durch das Wort "amigo" und eine kurze Erklärung vollkommen beruhigte. Eilends schloß sie auf, fiel Federiao mit Heftigkeit um den Hals, küßte ihn auf beide Wangen und schluchzte. Dann reichte sie nach Landesbrauch auch Salve Wange hin und schien ergaunL, wie

dieser t5at, als merke er cS nicht, ihr nur seinen (Zruß zunickte und ihr halb eng'lisch, halb spanisch zurief: (iood evening, Senorita!" Nun erinnerte sie sich lerst, daß sie in der Aufregung ihre Manstille vergessen, und lief hastig von ihnen hinweg. Paolina war die Schwester des Fedengo Nunez. Sie. ihre alte Mutter und eine noch ältere Mulattin, welche einst ihre, Amme gewesen, bewohnten das Haus ganz allein. Bald trat sie wieder ein und brachte auf einem Brette Licht,

Brod, Wein und Früchte. Sie setzte sich zum Tisch, legte den Arm auf die Schulter des Bruders und hörte theilnehmend an, was Jener mit lebhaften Geberden erzählte. Sie mußte wohl meinen, daß die Beiden halb verhungert seien ; denn unaufhörlich schob sie ihnen das Brod zu. Während Federigo erzählte, schien ihr Gesicht der lebende Spiegel seines Berichtes. Plötzlich übet zog eine leidenschaftlicke Blässe ihr Antlitz und die schwarzen Augen blitzten. Sie stieß geroaltsam mit der Hand in die Luft, als ob sie einen Dolchstich ausführte, und lachte mit zurückgeworfenem Nacken höhnisch triumphirend, so daß ihre Zähne hervorschimmerten. Salve merkte, daß der Bruder in Montevido Einen oder den Anderen getödtet habe, vermuthlich um sich zu retten, und daß er befürchtete, die Polizei in 'Rio fei davon unterrichtet. Salve saß und betrachtete Paolina. Sie war ein elastisch schlankes Weib, anmuthig und mit schwellenden Formen, eine dunkle Schönheit von jenem Schlag, welchen blos der Süden besitzt, mit wundersamer Lebhaftigkeit im Antlitz und in den funkelnden Augen. Allein das N!ienenspiel, welches an den Bruder gemahnte, kam ihm unweiblich vor, und schon hatte die Art ihn abgestoßen, wie sie mehrmals den Blick auf ihm ruhen ließ. Wiefo es geschah, wußte er uich ; jedoch plötzlich wurde ihm Elisabeth's tiefes, reines, nordisches Gesicht so gegenwartig, daß er es wohl hätte zeichnen können. (Fortsetzung folgt.) Vom Auslande. A u s Paris wird geschrieben: Die Qssiciere der französischen Besatzung in Jndo-China langweilen sich entsetzlich, und um sich einigermaßen die Zeit zu ver treiben, ersinnen sie stets neue Jure, welche den Zweck haben, einander 2chabernack anzuthun. Das Qpfer eines diescr harmlosen Scherze ist nun auch der König Norodom geworden. Anläßlich eines großen Festes, welches der genannte Souverän gab, erschien nämlich einer der französischen Qssiciere in tadellosem Frack, aber ohne den üblichen Cylinder oder Ciaquehut. Sein Haupt zierte vielmehr eine hohe schwarze Steifleinenmüyc, wie sie in Paris auf den crcentrischen Boulevards, aber nicht von der Elite der männlichen Gesellschaft ge:ragen wird. König Norodom, welcher einen solchen Toilettegegenstand noch nie gesehen hatte, gerieth darob in höchlicheS Erstaunen. Das ist die neueste Pariser Mode," erwiderte frischweg der übermüthige Marssohn. Unsere ersten Würdenträger tragen solche Mützen bei ihren ossiciellen Empfängen." Norodom erreist die Mütze, prüft sie und sindet offenbar Gefchmack daran, denn er erkundigt sich, wo er diese Kopfbekleidung bekommen könne. Da ein Handelsmann der Stadt, ein persönlicher Freund des Qfsiciers, statt der bestellten Hüte eine Sendung solcher Mützen erhalten halle, beeilte sich der Lieutenant, dem Wunsche des Königs entgegenzukommen, welcher in der That des andern Tages die ganze Sendung aufkaufte und nicht nur sich selbst, sondern auch alle seine Minister mit den neuartigen Mützen beglückte. Als der französische Gouverneur kurz darauf dem Könige einen Besuch zu machen hatte und auf den Häuptern des ganzen Hofes diese eigenthümlichen Deckel erblickte, übte dies einen so unwiderstehlich komischen Eindruck auf ihn, daß er sich deS Lachens nicht erwehren konnte. Selbstverständlich gab er dem Könige Aufklärung über die Ursache seiner plötzlichen Heiterkeit. Der Qsslcier, ein tüchtiger junger Ma rine-Lieutenant, hatte es aber nur seinen vortrefflichen Qualitäten zu danken, daß er mit einer sanften Rüge davonkam. Virchorv und S ch l i em ann. die sich nunmehr bereits auf der Rückreise nach Europa besmden, waren wahrend ihrer Reise durch Afrika in dringendster Lebensgefahr. Man beuchtet aus Kairo: Am 5. April sind Geheimrath Virchow und Dr. Schllemann von ihrer ober egvptischen Fahrt wieder glücklich nach Kairo zurückgekehrt. Während ihrer vierzigtägigen Abwesenheit haben die Reisenden die Nilfahrt bis Wadi-Halsa und zum Beschluß der Reise einen Ab stecher nach dem Fajum gemacht. Als die Nachricht von der Beschießuug des Poslvampiers ourai sogenannte ')tx wische, Mahdisten, aufrührerische Ababde oder wie man sonst die Wüstenstrolche nennen mag, die jetzt die User des Nils oberhalb der ersten Katarakte unsicher machen, hierher gelangte, war man hinsichtlich des Schicksals der hervorragenden Reisenden eine zeltlang tu nicht geringer Besorgniß, denn es währte lanae. bis sichere Kunde über den Vorfall nach Kairo gelangte. Jetzt wissen wir, daß allerdings Professor Virchow und Dr. Schliemann sich an Bord , jenes Dampsers befanden und daß sie sich zeitweilig in einer kritischen Lage befunden haben, denn die begleitenden Soldaten unterhielten mit den aus sicherm Versteck feuernden Angreifern ein anhaltendes Geroehrseuer, das Todte und Verwundete ergab. Eine Bootfahrt, welche die Reisenden von Wadl-Halsa aus unternom men hatten, wäre fast zu einem ähnlichen Abenteuer geworden, wenn nicht ein zeitiger Rückzug der Ansammlung der Feinde an der gefährlichsten Stelle vorgebeugt hätte. Bei Besichtigung der alten Tempel hatte sich Prof. Virchow überall zur Ausgabe gemacht, die ethnographischen Merkmale der in den sigürlichen Darstellungen daselbst auftreten? den Völkertnpen festzustellen. Mit einer reichen Ausbeute an Photographiern und Aufzeichnungen der Art Zurückgekehrt, wird der große und universelle Geleyrte Aewiß nicht ermangeln mehr Ordnung in die Systematik der den alten Egvvtern bekannten Völker zu bringen, ein Bestreben, das in neuerer Zeit besonders von Seiten der BritMen Vereiniaung

der Naturfoi1cl)cr vicl'Nge orücrung erfahren hat. Der 03 r a f von Paris scheint seinen Anhängern jetzt ebenfalls die Weisung ca-theilt zu haben, für die Durchsicht der Verfassung einzutreten. Die zu ihm in nahen Beziehungen stehende Eorrespondance Nationale" schreibt nämlich: Die jüngsten Ereignisse überraschen uns weniger, als sie uns beunruhigen." Sie sind die natürliche Folge und eine verdiente Sühne für die feit zehn Jahren von der Republik

gemachten gehler: fnr die Verfchlcuderung der .taatsgeldcr, sur die cslecylichkeit, die Willkürherrschaft, die Bedrückung der Seelen, für Skandale aller Art, durch die endlich 'das Rechtlichkeitgefühl deS Volkes angeekelt wurde und gegen die es sich nun empört hat. Die monarchische Partei hatte diesen Aufruhr des Gewissens vorausgesehen, unh ihr Oberhaupt deutete bereits im Monat September v. I. auf den Nutzen hin, den ein verbrecherischer Ehrgeiz" daraus ziehen könne. Aber will Frankreich zu dieser Stunde thatsächlich den Weg gehen, auf den man es drängen will? ös w'tll vielmehr' Ordnung, Freiheit, Frieden und Sicherheit für den nächsten Tag. Kann es diese Güter von einer Militärdictatur erwarten ? Glaubt es nicht vielmehr, daß der Tag gekommen ist, wo es der ihrem Grundsatze nach in der Ver gangenheit fußenden, ihren Einrichtungen nach aber inoderncn Monarchie die Sorge für seine Ehre und Zukunft anvertrauen wird? Man spricht von der Durchsicht der Verfassung. Weder das Wort noch die Sache kann die Monarchisten erschrecken. Die Monarchisten wollen grundsätzlich die Revision, und sie waren die ersten, die sie verlangten; sie werden sich daher in dem Augenblick, wo die Revision dem Lande vorgelegt wird, offen für die Wiederherstellung jener nationalen Monarchie aussprechen, ohne die es weder Ruhe, noch Beständigkeit, noch Eh gibt." I m T h e a t e r P a n a j e f f i ! Petersburg verlöschte neulich während da Vorstellung mit einem Male das elektri schc Licht und es herrschte tiefe Nacht. Die unerwartete Finsterniß ries im ersten Augenblick eine gewisse Heiterkeit hervor, und es wurden sogar Bravorufe gehört. Als jedoch nzch Verlauf von wenigen Minuten keine Aenderung eintrat, begann das Publikum in sichrliche Aufregung zu gerathen. Viele begannen Zündhölzchen anzuzünden, doch diese an verschiedenen Punkten des Theatersaales auftauchenden Flämmchen riefen die Angst vor Feuersgefahr wach und allgemein wurde unter den wiederholten Rufen weg mit den Zündhölzchen" dagegen protestirt und darauf 'auch ein weiteres Anzünden derselben unterlassen. Ein mit diesen Protesten Unzufriedener fühlte sich veranlaßt, zu erklären, daß bei solcher Finsterniß nur zu leicht Tiebstähle stattfinden tönnten". Endlich wurden die Gasflammen an der Rampe angezündet ; doch auch nur für einen Augenblick, denn nach wenigen Secunden verlöschten auch diese und es herrschte die frühere tiefe Dunkelheit. Schließlich gelang eS, die Rampe zu erleuchten, und die Vorstellung konnte ihre Fortsetzung nehmen. Der übrig? Theatersaal aber blieb bis zu Ende der Vorstellunq iii Dunkel aebüllt. iv i n t r u rt e s e a in in l u n g ?am unlüitf4st in Vondon unter den Hammer. Der lürlich verstorbene George iodlvin bat loähreno seines Vebcns viel MiUze nnd Geld verwendet, um die StüMe und Sessel berühmter Männer und Frauen aufzustöbern nnd anzukaufen. In senu'in Hanse in Cromwell Place ist das Stuoirzimmer mit den seltsamsten M'obeln angefüllt. Da ist u. A. der höchst einfache Sessel, in dem Shakespeare seine Dramen geschrieben haben soll; eine Kette mit Vorlcgschloß, die von einer Lehne zur anderen reicht, verbietet es den Unbefugten, sich auf den Sitz nicdclzulasscn. den der Großmeister der dramatischen Dichtung benützt hat. Der einzige Schmuck des Möbels ist eine rauh kingeschnitzte Kirche auf der Rücklehne. John (Mais Lehn stuhl dagegen ist breit und bequem und mit rosafarbenein Leder auögcschlagcn ; zwei Lichtstöcke sind an die Lehnen befestigt nnd ein Brett zum Schreiben dienlich, sammt Schubladen für Tinte, Fcdcr und Papier vcrvollständigen die Ausrüstung. Ein Stuhl, der vor 40 Jahren aus dem Schloß Hever erworben wurde, wiro der Anna Bolcyn, Gemahlin Heinrichs VIII., zugeschrieben. Walter Jialwlgh s ehnstuhl ist ein stattliches Mobei, das Holzlverk aus gedrehten Kugeln, veraoldct und mit einem Kissen. Von riesigem Umfang, aus dickem Eichenholz ist der Lehnsessel, auf dem Walter Savagn Landor seinen mächtigen Körper auszuruhen liebte. Ter Sessel, den die Tragödin Mrs. Siddons benützte, ist ans Bambusrohr und grob gearbeitet. Die Dichterin Elisabeth Barrel Brown ing befaß einen eleganten, bequemen Lchnstuhl. mit Stickereien reich verziert. ts. jt c- L...i itl : .uunerliu s tfamciui ii ein jtiuumiyca, reich gepolstertes, karmosinfarbenes Möbel. Charles Matthcws Lehnstuhl ist schäbig, zeugt von langem Dienst und riecht stark nach xaoaf. Außerdem be sitzt die Sammlung noch die Stühle der Lady Morgan, Lytton BulwerS Lieb- ' i.r.r ?i rA -x r ci a ilNgSsiuyi INI! einem oqrily, ji;roiii Fauteuil mir rothem Utrccht?'am,nct ausgeschlagcn, Alexander Povrs steifen Lehnsessel und einen tuyl, der vcapoleon i. zugeschrieben wird. Billiges H e i z n n g s m a t er i a l. Im Frühjahr schreibt er Novellen macht Gedichte :c. im Sommer schickt er die machen an verschiedene ötedactionen bekommt sie im Herbste zurück und heizt im Winter damit ein. (Schnell besonnen. Zwei Schriftsteller zankten sich. Man sindet Ihre Werke nur in Ihrer Bibliothek, fchrie der Eine. Und in Ihren Werken 'sindet man nur Ihre Bibliothek, rcxli ihit der Andere. Jobn Weilaeder, Saloon u. ViöiätdsHalle na N. Veuusvlvanta Gtr

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