Indiana Tribüne, Volume 11, Number 95, Indianapolis, Marion County, 22 December 1887 — Page 3
Weiynachis-Wcgwcher. Wir vollen unsern Lesern, velche ihre Lieben mtt großen oder kleinen Gelcher. sen zu Weihnachten erfreuen vollen, he! send an die Hand geben, indem vir ihnen in kurzer geordneter Weile die Geschäfte nennen, in w?!chen sie ihre Einkäufe in dem Btvutsein besorgen können, gut und reell bedient zu werden. Besonders fei auch noch ermähnt, oafe auch uns unsere Leser einen gefallen ermeisen, venn sie in den nachdti annten (Lechäf ten ihre Einkäufe rnachen, uno damit zel gen, daß sie den VjeschäjlSySusern, welche tn der T'idüne" anzeisen, gerne den Vorzug giben. DaS beste WeibnochtSgtichenk velcheS unsete Freunde uno Lscr unZ geben geben können, und hat tonen nicht einmal ettuaS saftet, btfiett darin, tag sie itre Einkäufe bei nachbinonnten Firmen achen, und denselben mittheilen, dav sie ihre Namen in der Tribüne gelesen haben. Cigarren. Wm. Mucho. 199 O. Washinptsn Str. Christ. Brink. 43 Ost WasKtng'vn Str. Birr. Lieber & Co,'s (Jiig Brauerei. Jac. Medr 6: Co., 20 und 32 Oft Mrykand Str. A. Crdrich. 220 & 222 S. Dela-zarestr Piano. D. v. Baldwin & Co.. 95, 97 und 99 Nord VennZylvania Str. Cml Wulichner. 42 44 Nord Penn.
fyloania Str. . Schuhhündlen. Capital Schuh. Laden. 15 !i;,st Wash ington Str. Tl. Hanson. 422 Süd Meridian Stufe?. A. P. Wenaer. Bote? Hau Schuh Laden. 62 West Washington Etr. Oesen und Blechmaaren. Wm. H. Bennett & San. 38 Süd Merid'on ßlr. Puicell & Medöker. 84 0. Washington Strafe?. Geo. E. Feeney. 83 West Washington Strafee. S A Johnston. 62 Ost Washington Strafe Svezerien. Kaffee. Mehl :c E.ö:R Müller, 200 O Waibinlt.instr H. F. Sollidsy. 96 1V0 Süd Penn, syloznia Str. Weine und Liquore. John Erosch. Mozart Halle. Daniel Monninaer. 20 ttentrcky Ä?e. R- Feldkamp. 27t Ost Washtngtonftr. Brod und Kuchen. Parrott & Taggart. Festbraten und Wü rste. Fritz Böttcher, 147 O Washinetonstr. ugust Rahk,. 187 Ost Wbingtsnstr. Louis Bollratb. 467 Süd 'Neridianstr. Audo?ph Bö tcher. 47 Delmarestr. (Febr. Sinlinger. 47 Nord JUinoiS u. 207 West M'chipa : Str. Schnittvaaren. Damenmüntel und tturzwaaren. L S. AyreS & Co. H. P. Wasion & Co. W. T. Wiley ü: Co. südwestlich e Ccke JllmoiS und Market Str. Detlrt & Suddrcck, No. 192 Ost Washington St'. ahn. No. 510 und 642 Süd East Str. P. M König. Ccke Prospkct u. Dillon St-afe?. Stevensons Johnstone. No. 37 Ost Washington etr. Herren u. Kinder. Kleider u. Ausstattung artikel. Original Eag!e. 5 &7 W. Washington Strafee. Model Clothing Co . 43 bis 49 Ost Washington und 2 bis 22 Süd Pknnsy! vania Str. Jodn Rosenberg. 196 Ost Washirgton Strafe?. Juweliere und Uhren geschüste. Wimmer. 10 Nord Pennsylvania Str. Christ. Bernlöhr. 43 Süd JUinoiS Etr. Henry C. Schergen?, 151 Oft Wald irgton Str. Grast Ä. Herrn: in. 93 Ost Malketflr. Wm. I Eisele. 24 Ost Wadingtonst'. ChaS. ffeller. 218 Ost Washingtonstr. S D. Crone, 93 Oft Washington Etr. und 71 Bance Block. Photographien. Lacey'S Ealleiie im Bance Block. Kunsthandlung. Bilder. Rah m e n . Spiegel i:. H. Lieder ö: Co. Spielwaaren. Puppen. GlaS. vaaren, Porzellan, L a m p e n :c. I N. HeimS. 44 6:46 Ost Washington Strafe'. H. P. Sm't) & Co.. 30 & 32 Nord Illinois Str. Taldctt, Ecke Merket & Pennlylsaniaflr 5 & 10 Cer.tS Store, 11 West Wash. ington Strafee. Möbel. H. Frank & Co.. 115 & 117 Ost Wash. ington Str. Teppiche. Tapeten. SpilzenV o r h S n g e :c Castman. Schleicher & Lee. 5, 7 & 9 Ost Washington Str Carl Möller. 161 Ost Walbinptonstr. Her. MartenS 40 Süd Mridionflr. Cunninqham & Zimmer, 62 Ncrs Illinois Strafee. Herrendüte und Pelz vaaren. ' v. Bamberger. 16 Ost Washinatonstr. Kelleher. 23 West Washington Strafee. Pelze. S. ?. Gallaway. 200 Süd Pennsylvania Strafee. Laß die Erkältung nicht anstehen. Du denkst. eS ist eine Kleinigkeit. ader eS kann Catareh daraus verdtn. Oder Lungenentzündung. Oder . ? v r x . - sazvinorucur. Catarry ist widerlich. Lungenentzüf düng ist gesShrlich. Schwindsucht ist otr Tod selber. Der AthmungSappatat mufe rein und gesund erhalten werden, und srei von allen Hindernissen. AndernsallS ist Krankheit fichcr. ' Alle Krankheit dieser Theile. Kops. Nase. HalS. Lungen u. s. v. können leicht durch den Gebrauch von Boschee'S (Jermin Syrup kurirt werden. Wenn Du eS nicht selbst weifet, können DirS Tausende bezeugen. Dieselben sind da durch kurirt worden. Die Flasche kostet dlofe 75 CtS. Frage beim Apotheker darnach. Cisenwiaren jeder Art Pulver, Munition u. s. w- zu. mättgen Preisen im neuen Laden von B. fr. Banier Nord oft Ccke der MorriS und Meridian Strafe?.
Stahl und Stein. N vklle von Gerhard d. Amyutor.
(Fortsetzung.) Wera war schon wieder in ihr Brüten zurückgesunken; sie hatte auch diesmal kaum vernommen, was der Professor gesagt hatte. Nur seinen Seufzer hatte sie gehört. Sie riß ihren Blick von dem Erlöserbilde los und richtete ihn fragend auf ihr Gegenüber. Auch Sie seufzen? Sie, ein thätiger Mann? Der nicht verflucht ist, sein Schicksal leidend von andern hinzunehnicn? Tann hätte ich ein Recht, mir an dem Gefüge dieser niederträchtigen Welt den Schädel einzurennen und mich auszutilgen aus dieser Menschheit, die nur die Heiligkeit des ewigen 'GotteS U schimpft! Ihre Stimme zitterte; ihre Lippeu zuckten ; sie hatte sich auf ihrem Sessel kerzengrade aufgerichtet, und in wühlendem Schmerz ballte sie ihre Hände zu ohnmächtigen Fäusten. BaS hat )it nur? dachte Wernhold, der befremdet ihre' ss plötzliche Verändening, sah. Ein wärmeres Gefühl regte sich in seiner Brust. Sie haben viel gelitten ! sagte er sanft. Er schien mit diesen Worten eine eigene unausgesprochene Fraae zu beantworten. Gott weiß eS, ja, oaS habe ich, und ich leide noch! tonte eS ruhiger zurück. Die krampfhafte Muskelspannung in Weras Gliedern löste sich ; das unheim liche Aufflackern ihrer Augen war erloschen. Fürchten Sie nicht, daß Marfa durch meine Liebe zu Piff benachtheiligt werden könnte! In einem Kinde liegt eine heilige Gewalt; die Seele des Kindes, die noch nicht von der Gemeinheit der Welt befleckt, noch rein und ohue Falsch ist, versöhnt uns immer wieder mit den Absichten der Natur. Ich glaube, daß die Natur den Menschen zum Guten bestimmt har; wie das Böse eigentlich in die Welt gekommen ist, darüber zerbrechen sich ja auch noch die deutschen Denker die Köpfe lassen Sie mich jetzt allein, Wernhold ! Ich habe Stunden, wo ich für andere ungenießbar bin. Zürnen vsie mir? Wie sollte ich? Die Einsamkeit ist für den edlen Menschen die beste Trösterin j mag sie auch Ihnen bald Sonnen schein in's Her senden, Wera Petrowna. Er drückte ihr die Hand und ging hin über nach seiner Wohnung. Sie muß einen tiefen LiebeSfchmerz, eine grausame Treulosigkeit erfahren haben, dachte er, indem er Hut und Ucberzieher ablegte ; meine Diagnose ist richtig gewesen; ihr Menschcnhaß ist un? freiwillig zurückgestaut und in Gährung gerathene Liebe. DaS Zusammenleben mit Marfa wird nach und nach das unnatürliche Staumerk lockern; der Strom ihrer Liebe wird wieder einen Abfluß der Bethätigung sindeu und es wird ihr wohlcr um's Herz werden. So sehr der Schein dagegen sprach, meine Wahl ist keine verkehrte gewesen: sie ist eine durchaus geeignete Pflegerin für die Kleine; Theodor Seidler würde zufrieden fein. Er setzte sich an den Schreibtisch und öffnete den Schub, in dem er Thcodoras Schmuckstück verwahrte. Er nahm das Medaillon heraus und betrachtete lange das brillantenumrahmte Bild desselben. Eine gewisse Aehnlichkeit deS ihm unbckannten Ofsiciers mit Marfa war unoerkennbar; wenn dieser Mann noch lebte, würde er sich sicher seines Kindes annehmen, ja, vielleicht nicht zögern, es anzuerkennen ; aber leider war er in jenes Land vorangegangen, aus dem es keine Rückkehr gibt, und Theodor hatte er sich nachgezogen. Wernhold schloß daS Schmuckstück n'icder fort und sah nach der Uhr. E6 ist Essenszeit fort mit allen Träumereien ! In einem nahe gelegenen Nestaurant" nahm er fein Mahl ein. Auf feinem Nachmittagsgange nach der Thlerarzneljchule, aus dem er lonst den vorzutragenden Gegenstand noch einmal ivl überdenken pflegte, beschäftigte er sich diesmal, der Abweichung von seiner Gewohnheit gänzlich unbewußt nur mit Wera von Repin. Sie gehörte doch auch iu jenem von ihm als mindenverthig geschätzten Geschlechte ; sie galt den Leuten z ogar als die .verdrehte alte Jungfer mit dem Teckel," und dennoch vermochte er nicht, sie so kurzerhand zu den übrigen von ihm mißachteten Vertreterinnen ihres Geschlechtes zu, werfen. Wie sah sie denn eigentlich aus ? Er versuchte, sich ijjre äußere Erscheinung zu vergegenwärNgen, kam damit aber nicht zustande. Unbegreiflich! Du verkehrst bald ein halbes Jahr mit ihr und weißt noch nicht einmal, was sie für Auaeu hat ! Sind sie braun oder blau oder grau? Er lächelte, , daß er, der Naturforscher, der Anatom und Biologe, sich auf einer so ungenügenden Beobachtung der Natur ertappte.Als er sich dem Eingange der Thierarzneischule näherte, bemerkte er erst, daß er bis jetzt noch garnicht an sein heute zu behandelndes Thema gedacht hatte. Wie zum Teufel kam ich denn nur auf jene Russin? Was in aller Welt geht sie mich denn an? Es war ihm wie ein Trost, als ihm die Verpflichtungen, die rr Marfas wegen - übernommen hatte, eine Erklärung für sein ungewöhnliches Sinnen zu liefern schienen: du warst wegen des Schicksals der Kleinen beunruhigt, und zufolge einer naheliegenden Jdeenverbindun hast du dich mit ihrer Pflegerin beschäftigt so ist es! Kein Zweifel ' Er schüttelte alles Zerstreuende von sich ab und betrat gesammelt und würdevoll den.Hörsaal. Auch Wera überlegte bei ihrem heutigen Mittagsmahle, welcher Art denn eigentlich ihre Beziehungen ui Wernhold wären. Sie hatte bisher fast ganz abgeschieden gelebt, nur sehr wenige Da-men-, aber gar keine Herrenbekanntschaften gepflegt, und nun, auf einmal, gab es einen Mann in Berlin, mit dem sie wie mit einem alten Freunde zwanclos verkehrte, dem gegenüber sie kein Blatt vor den Mund zunehmen brauchte und dessen rückhaltöloseS, derb aufrichtiges Wesen sie noch nicht ein einziges Wtal verletzt hatte. Und dieser Mann war .zudem, noch ein Naturforscher, ein Phizsiologe, also wahrscheinlich, er mochte dies nun mehr oder minder eifrig in Ad
rede zu stellen suchen, ein Thierquäler und Vivisector! Eher hätte sie an des. Himmels Einsturz geglaubt, als daß sie solch einen Menschen je in ihrem Zimmer empfangen würde. Sie haben viel ge? litten! wie überzeugt, wie thcilnehmend und zart er das gesagt hatte! Wcher wußte er es denn? Hatte sie sich irgendwelche Blöße gegeben, daß er sa deutlich in den Tiefen ihrer Seele lesen konnte? Einem andern Manne würde sie kurz und hart in's Gesicht gelacht traben ; in ihrem Wesen lag durchaus nichts Hingebendes, Anschmiegelides, der Theilnähme Bedürftiges, sie war vielmehr ab' weisend, sclbstständig und allezeit ent-
schlonen, ohne fremde Hilfe allein mit sich fertig zu werden ; und diesem Profettor tratte ste anstandslos emen Einblick in das Geheimniß ihres Lebens verstattet, und, wie eiiBeichtkind dem Beichtiger, offen gestanden, daß tint kermutbung zutreffend war. Es mochte wohl an Marfa liegen, daß sie ihm vertrauender als anderen Menschen entgegenkam ; war er doch der Vormund ihres Pflegekindes, da galt e3 schon, sich etwas Zwang anzuthun und ihm gegenüber ernen on anzuschlagen, der ihr im Verkehre mit der hassenswerthen Welt sonst ganz und gar nicht geläufig war. Am Abend dieses TaaeS drückte Wernhold wieder auf den Klingelknopf neben Weras Corridorthür. Die bleichsüchtige Auguste meldete ihm, daß das gnädige Fräulein jeden Augen? blick zurückkommen mußte; sie hätte vefohlen, einstweilen den Thee zu bereiten; b der Herr Professor nicht eintreten und ein wenig warten wollte? Marfa, die mit der Magd an die Flügelthür gelaufen war, ergriff Wernholds Hand und bat dringend: Komm, Onkel Wernhold, ich zeige dir ein schönes Bild. Er lachte. Vielleicht wieder deinen Struwelpeter? Ich habe deine Sprüchlein noch alle im Gedächtniß. Nein, viel was Schöneres! Komm nur! Sie schmeichelte ihn herein. Im blauen Zimmer brannte schon die Lampe. Auguste ging weiter nach dem Eßzimmer und schloß hinter sich die Thür, da sie den Theetisch herrichten wollte; sie durfte die Kleine dem Herr Professor schon überlassen. Kommt Nadnaja bald? fragte dieser, indem er sich in einen der blauen Plüsch? fessel niederließ. . Du meinst Mama? fragte Marfa zu rück und fah ihn mit ernsten großen Augen an. Mußt du sie denn jetzt Mama nennen? Freilich, sie ist ja meine Mama. Wernhold konnte eine gewisse Ueberraschung nicht verbergen. Aber Marfa, deine Mama die hat mit dir in der Luisenstraße gewohnt. Hast du sie denn schon vergessen? Das war ja meine Mutter! Sie legte auf daS Wort Mutter" einen ganz besonderen Nachdruck. Meine Mutter ist im Himmel und bittet dort den lieben Gott und die lieben Enelein, daß sie meine Mama und mich beschütze. Es war wie ein freudiger Schreck, der durch WernholdS Seele ging. Sein Tadel damals war also nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen; Wera gehörte nicht zu jenen kurzsichtigen, eigen sinnigen Frauenzimmern, die eine belehrende Bemerkung übel nehmen und sich nur um so fester gegen dieselbe verschließen ; sie hatte dem Kinde einen zartsinnigen Unterschied zwischen Mutter und Mama beigebracht und den für ihren Nuf bedenklichen Folgen deS MamatitclS muthig Trotz geboten. So ist es recht, Marfa! sagte er u dem Kinde, dessen rundliche Wange er belobigend streichelte. Gott und die Engel werden die Bitten deiner Mutter gewiß erfüllen. Aber du wolltest mir ja ein schönes Bild zeigen? Ja, guck einmal ! Sie trippelte nach dem Schreibtisch, wo Weras Taschenuhr liegen geblieben war, und brachte die Uhr mit der daran befindlichen kurzen Kette dem Professor. An der Kette King eine kleine, mit blauem Schmelz überzogene Goldkapsel, mit der Marfa gespielt hatte; bei diesem Spiel mochte jich die Kapsel geöffnet haben.: ein Brustbild war zum Vorschein gekommen. Nicht wahr, der Soldat hier ist noch hübscher als mein Struwelpeter? Ja, Onkel Wernhold? auoll e5 fragend von ihren fchmellenden Lippen. Kaum hatte der Professor einen flüchtigen Blick auf das Photogramm geworfen, als er bestürtt zusammenfuhr. Das war ja derselbe öfsicier, dessen Pastellbild sich in Thcodoras Medaillon befand ! Jeder Zweifel war ausgeschlossen ; dieselben hübschen regelmäßigen Züge, dasselbe spitz gedrebte Bärtchen, Dieselbe offene hohe Stirn, derselbe Ausdruck von Selbstgefälligkeit, Leichtsinn und mongolischer Herzenshärte, dieselbe Uniform eines ihm unbekannten, wahrscheinlich der Petersburger Garde angehörenden Truppentheils! Welch angstlich aehütetes Geheimniß hatte hier die spielende Hand eines ahnungslosen Kindes enthüllt! Wenn das Wera wüßte! Um des Himmels willen, mein Liebchen! Darfst du denn diese Kapsel ausmachen? Verblüfft stammelte Marfa: Ich weiß nicht. Mama hat die Uhr vergessen und da habe ich mit ihr gespielt. Noch ein letztes Mal bohrte Wernhold seinen Blick auf das Bild, dann drückte er die Kapjel zu. Wir wollen sie schnell schließen und wieder hinlegen. Hat Auguste gesehen, daß du neugierig warst? Nein ich war ganz allein in der Stube. Dann sage ihr kein Wort von dem Bilde! Kannst du schweigen? Ja? Mama wurde sonst gewiß recht bose sein. So darf ich'S Mama auch nicht sagen? WernholdS Gewissen reate sich bei dieser Frage. Am liebsten hätte er Nein geantwortet, aber er scheute sich, dem Kinde eine Heimlichkeit vor seiner Mutter anzurathen und dessen junge Seele zu be- ' lasten. 1 Mama gegenüber magst du thun, wag du willst. Du brauchst ihr aber nicht zu erzählen, daß du eS mir gezeigt hast -verstehst du? Es würde sie betrüben. Marfa nickte; ihr Gesichtchen war ganz nachdenklich geworden; si: konnte nicht bereifen, warum f& lleZ ist war.
aber betrüben wollte sie die gute Mama gewiß nicht. Die Uhr lag wieder, scheinbar unberührt, aus dem Schreibtische. Wernhold stand auf, nahm Marfa bei der Hand und ging mit ihr nach der Chaiselongue, um sich möglichst weit von dem Schreibtische zu entfernen. Er setzte sich auf das Polster, schob daS Luthertischchen mit den Büchern und Journalen zur Seite und ließ Marfa neben sich Platz nehmen. So ! Hier wollen wir gemüthlich plaudern. Soll ich dir eine Geschichte er-
zahlen? Ach ja, Onkel Wernhold: Eine Geschichte! Bitte, bitte! Es war einmal Draußen hatte es geschellt. Bleib sitzen, mein Liebling! Es wird deine Mama sein.. Wir wollen uns nicht stören lassen. Und er fuhr fort zu erzählen. Als Wera eintrat, warf sie nach kurum aber freundlichen Kopfnicken gegen die harmlose Gruppe auf der Chaiselongue einen schnellen Blick nach dem Schreibtisch; sie hatte unterwegs schon ihre Uhr vermißt und war froh, dieselbe hier wieder zu finden. Wernhold hatte mit dem Kinde dort am anderen Ende des Zimmers geplaudert sie brauchte sich alfo nicht zu beunruhigen, daß irgend ein Unberufener ihr ängstlich gehütetes Kleinod in die Hand genommen haben könnte. Hastig ging ie zum Schreibtisch, schob die Uhr in eine Falte ihres Mieders, hakte die Kette in einem Knopfloch fest und dann erst nahte sie dem Professor, der sich erhoben hatte, um ihm mit einer Entschuldigung ihrer so langen Abwesenheit die Hand zu bieten. Ich fand überall Aufenthalt und Weit läusigkeiten. Unseren Botschafter zu sprechen, ist mir überhaupt nicht gelungen, aber der Secretär, der sich mir zur 'Verfügung stellte, war sebr liebenswürdig und gab mir die erforderlichen Wei? sungen. Morgen soll ich wiederkommen und meinen letzten Willen in zwei in russischer Sprache verfaßten Schriftstücken mitbringen. Und dann ist alles in Ordnung? Vollkommen. Für den Fall meines Ablebens gehört dann dem Kinde mein bescheidenes Vermögen. Wenn Gott und oer Czai7will. Sie scheinen wenig Vertrauen zu unserer Rechtspflege zu haben? bemerkte Wera Ivik. iJortsetzung kolat.) vom Auslande Ein Bauchredner, Namen! Mever in Berlin stellte sich jüngst bei Medicinischen Gesellschaft vor, der nur aus Liebhaberei sich eingehend mit dem Studium des Mechanismus deS BauchredenS beschäftigt hat und die gefundenen Ergebnisse mittheilte. Eines der ersten Erfordernisse zur Erreichung der Sinnestäuschung ist, daß der Bauchredner die Sprechbewegungen vor dem Publikum verberge. Die Bewegung der Zunge, deS harten und weichen Gaumens und der Lippen muß ebenso wie beim gcwöhnlichen Sprechen ausgeführt werden. Im Anschluß machte der Redner einige Kunstftückchen als Bauchredner. Besondere Erwähnung verdient die vom Redner als Kehlrcdnerei" oder Sckornsteinfeger spräche" bezeichnete Art der Vauchrednerei. Sie unterscheidet sich von der gewöhnlichcn dadurch, daß sie eine halbe Octaoe höher ist und den Eindruck macht als töne sie von oben herab. Herr Meyer wieg im Laufe seines Vertrages nach, daß die Bauchrednern nicht, wie allgemein angenommen wird, während der Elnathmung, sondern während der Aus athmung ausgeführt werde. Zwar läßt sie sich auch während der Einathmung be werkstelligen, gelingt aber nicht so gut. Besondere Schwierigkeit in der AuSsprachn macht das sch. Herr Mever gab noch andere Erläuterungen über Wissenschaftliche Untersuchungen der Bauchredner und erklärte sich schließlich bereit, jedem der Anwesenden innerhalb einer Stunde die betreffenden Kunstgriffe beizubringen; besonders eigneten sich dazu Tenoristen und Baritonisten. Ueber einen a u tz e r g ewohnlichen Fall von Mißhandlung eines Soldaten. berichtet auf Grund einer Gerichtsverhandlung der Rhein. Kur." : Mainz, 23. November. Vor dem Landaericht wurde heute folgende LcidenSgeschichte verhandelt: Karl Vurkhardt, Posthilfsbote in Frankfurt a. M., trut am 1. November 1331 als Rekrut in die 5. Kompagnie deS 3. brandend. Fuß Art.-NegtS. ein, mußte aber schon nach einigen Monaten, als an einem Wechselfieber leidend, in daS Lazareth verbracht werden. Den Aerzten gab A. als Grund seiner Krankheit, die sich in krampfhaften Zuckungen äußerte, an, daß er rn empörender Weise mißhandelt worden sei, allein nach stattgehabter Untersuchung, die zu keinem Ergebmu führte, da kein Mensch etwas von einer Mißhandlung des Burkhardt gesehen haben wollte, hielt man ihn für einen Simulanten und schickte ihn am 23. Fe bruar 1832 unter Bedeckung nach Kassel in das Hauptlazareth. Zufällig wurde 58. im Bahnhofe Kassel von Herrn General von Schlotheim gesehen, er befragte den Mann nach dem Ursprung sei ne3 Leidens und ordnete sofort eine neue Untersuchung an, welche jetzt ein ganz anderes Resultat hatte und mit Verurtheilung der Unteroffiziere Müller, Bartscherer und Strauß zu 3 Jahren, und 1 Jahr 5 Monaten Gefängniß und sonstigen Nebenstrafen endete. Die Mißhandlungen und Quälereien, unter denen Vurkhardt zu leiden hatte. klingen nach dem Berichte so unglaublich und sind so ranlnirt barbarisch ausgc dacht, daß wir anstehen, sie wieder zu aeben. Nachdem der Thatbestand sestge stellt war, hatte der MilitärfiökuS dem Vurkhardt eine monatliche Pension von 57 M. bewilligt, doch mußte die Summe von Jahr zu Jahr neu festgestellt werden. Durch seinen Anmalt, Dr. PH. F. Maver, klagte V. gegen den MilitärsiSkuS am hiesigen Landgerichte aus dauernde Feststellung der Rente und Erhöhung derselben. Der königliche MilltarsiSkuS ließ durch semen Anmalt Dr. Remach die Zuständigkeit deS hiesiaen Gerichts bestreiten. da er nur vor dem Landgericht in Berlin Recht zu neh mm habe. Dieser Einwand, wurde von Bin Ankamen, au dem vNteol fttrtQt,
für unbegründet erklärt und bis'" hiesige Landgericht zuständig erachtet und nunmehr, nach Entscheidung der Vorfrage, wurde heute hier verhandelt. Dr. PH. Fcr. Mayer führte aus, daß nach Artikel 1484 des bürgerlichen Gesetzbuches der Militärsiskus für den Schaden, der B. entstanden sei, aufkommen müsse. Dr. Reinach bcstritt im Auftrage des Militärsiskus trotz der reichsgerichtlichen Entscheidung zunächst die Zulässig keit der Klage, eventuell beantragte er, die monatliche Rente des V. auf 80 M.
zu sirirn. Die Strafkammer verurtheil te (wie schon erwähnt) den Militärsiskus zur Zahlung einer jährlichen Summe von 1260 Mark an den Burkbardt. I n Brü s seler diplomatischen Kreisen will man wissen, daß von Berlin in Brüssel und im Haag ein gemisser Druck ausgeübt werde, um zwischen Hol land und Belgien ein militärisches Ein Verständniß anzubahnen, das bei gewis sen Eventualitäten den genannten Staa ten ennöglichen würde, sich der Friedens Liga anzuschließen. Da aber Belgiens Neutralität keinen offenen Pakt dieser Art gestattet, so müßte wenigstens offi zicll von einer derartigen Convention ab gesehen werden. Ä m 27. November wurde in Constantinopel der Geburtstag des Propheten in außerordentlicher Weise ge feiert. Nach dem üblichen Gottesdienste in der Mofchce fand nämlich im Palast ein glänzendes Bankett statt, zu welchem über 400 Gäste geladen waren. Die Kammerherren forderten dieselben auf, vor seiner Majestät zu erscheinen," worauf eine Doppclthür aufging und der Sultan sichtbar wurde. Derselbe grüßte seine Gäste in freundlicher Weise und hielt darauf eine politische Rede, in wel eher er zunächst auf dieHeldenthatenMakomedS hinwies und- seinem Wunsche Ausdruck gab, daß daS muselmanische Fest alljährlich in ebenso feicrlicherWeise begangen werden möge; daS ottomanische Reich und die Welt, sagte der Sultan, haben Ursache zur Zufriedenheit wegen deS überall herrschenden Friedens, welchen feine Regierung zum Wohlergehen aller Nationen in jeder Weife zu erhalten suche. Diese Scene eS soll daS erste Mal gewesen sein, daß ein Sultan eine öffentliche Rede gehalten hat erregte in allen Kreisen großes Aufsehen und die Minister, welche sehr überrascht waren, fanden keine Antwort und verließen ir Aufregung den Saal. INDI JP4 A. Trust & Safe Deposit COMPANY. Fächer und Abtheilungen zu vermuthen in unserm gegen Fe,cr nd Einbrecher gesicherte Gewölbe. Wertbsacdeu irgend welcher Art können da anfgehsden'der den zn Preisen den $5 bis $25 Per Jaln. 84 Sä Marä.-t Strafe. 8M,iI Drug Store, (Ap-lytke ) vlv. 22 West Wasbingtvnstr. Neuer Laden ; gute, rrine und frische Waaren. Ree,pte werden mit Sorgfalt angefertigt und nach irgend eioem Theile der Stadt geliefert. Greo. W. Sloatt &, Co., IST" Ss kird Deutsch'gesprochen. I. George Mütter (afolger von L. H. SiüQcr, MVo theVee. Z)i, Aufttlignng vsff VkZptkN geschieht in zuverlässiger sachverständiger Wel-e. Südweft Ecke der OS Wasblnqton n. OS Str. Dr. O. G. Pfaff, Offi e i2 tixxxb tYLi No. 197 IK. Alabama Hr. BH 8:30 CormlttM unb von 12 bii 2 .Nachmittag? No. 4dG M.aliox A.ve Hon 910 vorm ,1 4 Lachm. u. vo 7 fttt 8 2ibb8. tc!)0: O'fi: 19?; Wöhzung 9SG Spezielle Notiz! Dem Wunsch vieler Freund nachksmmend, wird ich von jetzt an Irisches und geräHnttS Fleisch jeder Art in Mktnm Laden vorrath'.g (alten. Taglich frische Würste aller .Sorten. Slivdfleisch, Schassteifck und Ochweinefleiscb täglich frisch. FRITZ BOKTTCHER, 147 Ost Washington Straße. J.S. UarrellCo Dampfheizungs-Contraktoren. PlnmbersZ Gasfitters No. 34 Nvrd Illinois Straße. Zö.jährize Erfahrung l Prompte und billige Vedieuuog ! Die Firma empfiehlt ftch ,r nsetttgonb iUr Plumderarbeiten und verspricht dieselbin Sen so gut usd darhiZt all den efuvdhUSvochhriftn tsPrchnd, , fertigen, '
M. ILnES & .' WMhÄMbäWW
enthält schöne und paffende WeihnaHts.Gescheukc!
Bilder, Nahmen, Statuen, Spiegel, Parlor-Easleö", sowie alle Sorten Mateiia.
lien für Photographen, Maler,
Nützliche und passende Weihnachts- und Aeujahrs-Gefchenke Le?nflüyre, SchankelflüSle, Damerpälte, Hids.Asarts. Mööe!! jeder Art! Möbel! XHI. XFirsaiHilfe CD. No. 115 und 117 Ost Washington Straße.
- Thee- und Waschtisch -Geschirr!
Niedliche Porzellan- und Glaöwaaren. Messing, und Plüsch. Waaren. Spielsaen und Puppen.
!. I. Heims,
GsnöVl Fleisch - MavA! Hauptquartier für Das beste Fleisch im Markte. Würste aller Sorten täglich frisch. ja.TnEHirp3a3? EsirniiaE,
Telephon 570.
LOUIS VÖLLUATfl'S Wenes Fle5sH-MSö !
(srühir Seorge Ttndiinger'S Fleischinarkt ) Stets das beste Fleisch. Täglich frische Würste. Gesalzenes Fleisch, Feine Mettwurst :c. CCf- oergksstt Un y.a nicht. No. 46 7 Sud Meridian Straße, VI o. 467. gründet 1850. eorgantstrt 18. T üA und Abend-Schule.
WIIEN BLOCK, OPrOSITE POST-OFFICE. (Consolidation of the Bryant & Stratton and Indianapolis Business Colleges.) eine der best eingerichteten, größten und billigsten Gefchasti., .Short Gcrnd. und Schreibuvterricht Schulen in den V,r. Siaaten. Kur ter Ctsdixn im höchgen Grade prak t'sch und profitabel. Klassen und Unterricht tür Einzelne. Schüler können zu irgend einer Zeit eintreten. Kataloge und .Commercial Surreut-, fcei. Spreche Sie in rer Office der Universität, Na. 1 Wh en Block vor.
SÜ6r8?äiMl?0MPMZl
No. 11 Oft Market Straß?. HöuserAnAreicher, Firmen und Frcsco . Maler N. HÄIS0I.
Händler in eöMU GHnhew nnP MieMw. No. 422 Süd Meridian Straße.
EastEnd Lurnber Company
m
Ü U
Holzhos. und Ossi: Washington und. Noble Str. JECD. O. RICHAHT, Teschaftllührer. Telephon 685. Indianapoli S. Ind. Gute Waaren. Prompte Ablieferung und niedrige Preise. Hl Jacob Metzger & Company, Die einzigen Bottler" von P. Lieber & Co.'s berühmten Tafel-Bier. Verkäufer ausländischer und hiesiger Biere, AleS,. PorterS und Mineral Waffer. Ro 30 und 32 OS Maryland Otraße. iltabltlt 1877.) BkWv M. Go's MG
Lagerbier uud das berühmte Pilsenev Br
-Jn'Flaschm ju
JACOB IIElTZaXiB and COMPANY.
WM,
Ä
Architekten und Znchner. dto. 41 und 4 t! Oft Washington Straße. No. 187 Ost Washington Straße. ip i itziehen durch Leichen -BeftaSSev, &a. 26 S5d Pitesc? Qtu Televho, 911. O? Z&Z cr Nkcht.
