Indiana Tribüne, Volume 11, Number 54, Indianapolis, Marion County, 11 November 1887 — Page 1
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Aems der XflcßM&K Es ist geschehen! Der Mordvollbracht. Die.Berschwöruna ist aus geführt.
Sie haben ihr Opfer. CookCountyJail. Chicago. 11. November. 11 Uhr 65 .Mnutm. SpitS. ParsonS. Engel und Fischer wurden soeben erbängt. cm . var vorauszureyrn. , : mir rn öiitHiHimv, xj. jivv. hTT?oraen. (TsttiL B'fl ! fcalt sine Unter redung mit dem Gouverneur um mit Rücket auf die Naricht. ba& der Bom htNVerstr gefunden st!, tiNtN Ausschub ' ' . w von OU .ugin zu CUUNUin, UUU l(( , VSüuueiuut luciyuu iuj guuuuum Wie die Unglücklichen die Nacht verbrachten. Chicago. 11 Nov. Nur die Berichtirstatter der asociirten Presse hatten in der Nacht Zutei!t erhalten. Um 4 Uhr heute slü) unternahmen dieselben einer: Rnndgang durch dieZillen. aber die Gefangenen lazen Alle im tiefsten Schlummer. Spie? lag aus der S:ite, seinen ttops auf einen Arm gestützt und ParsovS schien zu träumep. Vor der Jail trar die ganze Nacht hin durch berraffnete Polizeimannschast flatio und Niemand durste sich in dtk NSHe herumtreiben.' ttarz nach 2 Uhr heute srZh erhob sich SpieS von seinem Lager, zündele sich eine Cigarre an und plaudeite mit semen Wächtern. Der letzte Morgen Kurz vor 7 U'zr erhoben sich die Vi r. für welche die Sonne zum letzten Male aufgegangen wzr, von ihrem Lager. Sie kleideten sich an und verabschiedeten sich von den Wächtern, welche lmn durch andere abgelöst wurden. Spie?, Enge! und Fischer wuschen sich in der Vorhalle an dem eisernen Trz?e und all ParsonS hinzukam. !a Ue u, dab er gewohnt sei. sich in einem Waschbecken zu waschen und er verlange ein solches. DaZ Gesuch wurde nicht berücksichtigt. Um 7 Uhr 20 Min. rahmen sie ihr Frühstück ein. Dasselbe wurde auS einer benachbarten Restauration gekracht. ES war 8 Uhr 30 Min. als Dr. Meyer kam und die Verultheiltm fragte, ob sie Stimulunlien wünschten. Sie verneinten m t AuSna)me.EngelS, der ein tun GlaS ,ei tränt. Sp;, GZÜser faltlS Wasser. S trank ein prar Um 9 Uhr kam Jrau PzrsonS und ver langte Einlak. Derselbe wurde ihr ver weigert. Um 10 UV ersuchten Parson.-. I scher und SpieS um 20 Minuten Zeit, um vom Galgen herab Reden zu halten. Der Sheriff antwortete nicht sofort und Fifchlr begann die Marseillaise zu singen und die .ander.n Gefangenen stimmt.- mit ein. Ein Prediger kam wieder, wurde ab r von sammtllchen efangenen abge wiesen. Fisch r sagte zum Schlieker : .Wenn ich in den Himmel komme, werde ich ein gute? Wort für Dich einlegen. I L?! s! 7, tl A . . . . L . . V wyu iuö iu öiiriujm, evri, unu jchnto einen Aktes. Auch die Andern hinlerließen Briefe. G'inxnt Minuten bor dem lekk,n si tn.ie ttank Parson eine Taste Kfffk. Um 11 Mr 12 Minuten nahmen die Vtlurtheillen Nr letztes Mahl ein. Polizeima hre geln. Um 6 Uhr morfchirten 300 mit Ge wehren und Revolvern bewaffnete Poli ziften räch der Jail, und daö ganze Ge lüngnib wurde umstell.'. Die Waffen G M G C9tAC AilitXiM s M A 4 Ct A ek M waren ivv UHzahl Polizisten wurde auch im Innern der Jail stotionirt. Die ganze übrige Polizeimannschast wurde in Reserve ge halten. Frau ParsonS verbastet. Al Frau ParsonS der Zutritt zur Jail verweigert wurde, wollte sie mit Gewalt 'd. ab.. inS St.itionS Unter dem Galgen. 11 Uhr 49 Min. Dir Gang nach dem Galgen wird angetreten. Das TodeLu'theil wurde erst dem SpieS. dann Fischer, dann Engel, dann ParsonS vorgelesen. Fischer ruft: ES lebe die Anarchie. PaifonS frugte, als ihm die ttappe über da lRelickt ae,oaen wurde: .Darf ich cht sprechen? OdieSchmach. dakdit freie Rede erwürgt wird." 11 Uhr 51 Min. Fifcher stirlt sehr schwrr. so auch SpieS. ParsonS zuckte heftig mit den Beinen. 12 Uhr 3 Min. AlleS ist votüber. 13 Minuten nachdem die Mappe gefallen
ar, hö:!e bei Allm der Pul? aus zu schlagen. ' 12 Uhr 17 Mn. Soeben werden die einfachen schwarzen Särge zum Galgen getragen. Aöe Bier mur)en eraürgkt. tteinem brach da Genick. ES war ein elender erbärmlicher Job. Folgende? waren die letzten Worte der Vier:
Engel: ,ES lebe die Anarchie !"
Fischer: .ES lebe die Anarchie ! DieS keine halbe Stunde lang unter Aussicht ist der glücklichste Augenblick meines, eines WüchtnS allein. Der Wachter
Lebens l ParsonS: .Kann ich sprechen, Sheriff Matson? Lassen Sie die Stimme des Volkes hören. Schmach, vag sie erdross?!t wird-. SpieS : .Eine Zeit wird kommen, da unser Stillschweigen mächtiger sein wird. als die Stimme, die man j'tzt erwürgt. Die sonst bei Hinrichtungen übliche Fiage an den Delinquenten, ob er noch etvaö zu sagen habe, wurde nicht gestellt Man erlaubte Keinem ein Wort mehr. Nachdem die schauerliche Prozedur vorübii war. wurden die entseelten Kör per abgenommen und in Särge gelegt, welche dann den Verwandt: übe geben wurden. DrahtnaHriHten S:e müssen Akut yaöen. Frelden und Schwib begnadigt. Vier werden gehängt. Sprin gf ield. 11 Nov. Um ur. geführ 7 Udr sandte GouvkrncurOgleSby siinen Sohn hinaus zu den außen war tenden Berichterstattern und liek ihnen melden, daß er entschieden habe. Fielden und Schrrab zu lebenslänglicher Haft zu begnadigen, daß er aber den Andern ge ger.über dem Gesetze seinen Laus losten werde. Wörtlich laut t die Entscheidung de Gouverneurs wie folgt: Exicutlve Depaltement. Springsitld, Jll . 10 Nov. 1887. .Am 20. August 1836 wurden August Spie?, Alb,rt R. Parson. Samuel Fielden. MichaelSchwab. Adolph Fischer. George Engel und LouiS Lingg schuldig befunden. Mt hiaS I Degan ermordet zu haben. Der Fall wurde dem StiatS obergrricht vorgelegt und nach sorgfälti g,r Erwägung wurde daS Urtheil des unteren Gericht? blstätit. Der Fall liegt mir j tzt vor auf ein Gesuch d.rV.rurtheilten um Begnadigung, wenn man die Schreiben von ParsonS. Engel, Fischer und Lingg überhaupt alS solches betrachten kann, denn dieselben verlangen entweder volle Freiheit oder den Tod. Eine Begnadigung würde ihnen nie mal? genügen weil dieselbe daS Begehen eines Verbrechens voraussetzte, und ich würde niemals von der mir durch die Konstitution überwiesen!! Macht Ge brauch machen, ausgenommen ich wäre überzeugt, daß Zveifel in Bezug auf die volle Schuldigkeit der Verurteilten e;i fllr.n. Eine sorgfältige Durchsicht der GerichtSalten in diesem Falle hat auf mich nicht den Eindruck gemacht, daß daS Ur heil der Geschworenen ein ungerechte? war. ES ist mir nicht möglich, das Ur theil für A. R. ParfonS. Adolph Jtfher, George Enge! und LouiS Lingg umzu wandeln, da dieselben alle Berücksichti gung seitens der Exekutive verweigern. Samuel Fielden, Michael Schwab und August SpieS kommen gemeinschaftlich um Gnade ein. Fielden und Schwab haben außerdem seperat ein Schreiben eingesandt. Nach sorgsältigst.r Ueberle gung deS ganzen Falles bin ich zudem Schlusie gekommen. daß daS Urtheil ge gen Jie'.den und Schwab im Jnteresieder Humanität und ohne Gefahr für die all gemeine Wohlfahrt in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt werden kann. In Bezug auf die anderen Ver urtheilten glaube ich kein Recht zuhaben, mich einzumischen. Während ich gerne eine andere Eni scheidung in Bezug auf August SpieS. Adolph Fischer. George Engel, Albut ParsonS und L. Lingg gegeben hätte, bedaure ich, r'cht im Stande zu sein, im Einklang mit der mir auserlegten Ver anlwortlichkeit anders handeln zu können. .Richard I. OgleSby. Gouverneur. Die Verurtheilten. Sobald die Nachricht von der Entschei dung deS Gouverneur hier eingetroffen war, wurde den VtkUandten der Ver urtheilten Mittheilung davon gemacht. Dieselben begaben sich sofoit nach dem Gefängniß. Frau Schwad war die Erste, welche kam. Ihk Mann vurd: nach der Olfice gesührt. wo sich Beide unter Thränen umarmten. SpieS und Fischt? wurden noch dcr Bibliothek gesührt und Engel in die Osfice deS Gefüngnibmär tetS. DieS geschah, um den Verwandten einen letzten Abschied zu gestatten.
Die Tochter Cngel'S fiel ihrem Vater um den Halt und weinte bitterlich. ES war eine herzbrechende Szene, nicht min der wie der Abschied der a'.ten FrauSpieS von ihrem Sohne. Er war ihr vorjüngster Sohn und sie hatte ihn über alle Maßen lieb. Da? Schluchzen der alten Mutter ran im ganzen Corrioor hörbar. Als sie folt war, wurde Nina Van Zzntt ringe lassen. Die beiden jungen Leute stürzten einander in die Arme und man lieb sie
schweipt wie daS Grab über das, was die Beiden einander gesagt haben, aber er versichert, daß ihn die Szene so tief be weat habe, daß er unaushöllich weinen mus,t'. Die Gefangenen benahmen sich wüh rend der ganzen Zeit ruhig und stand haft. DaS Adendtsikn wur)t für sie auS ein! benachbarten Restauration geholt. Um Vtertel nach 8 Uhr wurden sie ia iUt Zellen zr.rZckgeführt. In federZelle befand sich etne LaNrne und vor der Zel ler t'züre ebenfalls eine, fo daß der WSch ter im Stande war. seinen Gefangenen fcrtmührend zu beobachten. Frau ParsonS bricht zus a m m e n. Frau ParsonS kam um 10 Uhr nach dem Crimiralgerich'SgktSudk. Sie ver langte ihren Mann zu sehen. Der Ein tritt wurde ihr v:roeigert und sie fiel plötzlich ohnmächtig zu Boden. ES dau erte über zwanzig Minuten d,s sie wie der zu sich kam. Ihrem Manne theilte man nichts von dem Vorfalle mit. Die Aufstellung deSGalgenS. Um 10 Uhr 15 Min. begann man mit der Aufstellung und dem Zufammenzim mern des Galgens. Er ist so eingerich let, daß die Execution der Vier aus ein mal vor sich gehen kann. Um halb ztrö.f Uhr waren die Gefan genen noch wach. Fielden und Schwab gingen in ihren Zelyn auf und ab, ebenso ParsonS. SpieS und Fischer saßen aus dem Bette und Engel erzählte dem Wär ter eine lustige Geschichte, so deß derselbe heftig lachen mute. ' In der Stadt ist Alle ruhig und keine Anzeichen einer Ruhestörung .sind vor Handen. Lingg'S schrecklicher Selb, m o r d. Unmittelbar nachdem die Explosion in Lingg'ö Zelle erfolgt var. öffnete man dieselbe und trat hinein. Der Unglück liche lag auf den Boden. Man trug ihn nach dem Badezimmer und man kann nicht sagen, daß die rohen Gesellen sehr zart mit ihm umgingen. Man wusch daö Blut ab und er rä(rle sich nicht dabei. Sein Aussehen war ein ertsetzliche?. Fast die ganze untere GestchtZhülste war abger.sier'. DaS Kinn und der Ur.t.'rkieser fehlten ganz, von dir Zunge war nur noch ein kleines Stückchen da. die Oberlippe und ein Stück von der Nase waren ebenfalls ot Im Gaumen te fand sich ein großes Loch, die Backen hin gen in Fetzen herunter und der Hals war ebenfalls aufgerisien. Der Arzt hieß ihn die Augen öffnen. und zum Erstaunen Aller hob Lingg wirklich die Augenlider. Man verband das Gesicht m,t Guttapercha und flößte dem Unglücklichen Wasier und Brandy ein. Er kan. wie es schien zu sich, blickte aber stets nur in'S Leere. Ept. Black kam hinzu, aber er konnte den Anblick nicht e tragen und ging bald wieder weg. Die andrre.i Gefangenen hatte die Explosion furchtbar erschreckt. Sie sag ten sich sofort, daß etvaS FurchtbcreS vorgegangen sein müsie. Sie wurden sosort alle au? ihren Zel len grho'.t. Die Zellen wurden ausö Allerforgfältigste durchsucht und sie selbst mußten andere Kleider anziehen. Man sagte ihnen Anfang nichts von dem, rraS vorgefallen war. Erst, nachdem die Durchsuchung fertig war, erfuhren sie von dem entsetzlichen Verfall. Letzte Rettungsversuche. Ept. Black erhielt folgende Depesche von New Volk: New York, 10. Nvv. Eapt. W. R. Black. Chicago. Ich habe Beweise, daß die verurtheil ten Anarchisten unschuldig sind. Der schuldige Mann ist in New York. Habe an Gouverneur OgleSby telegraphier. Brschworene Beweise liegen vor. August R. Wagner. Advokat. 59 2. Avenue. Ept. Black schickte dem Sheriff ein Schreiben zu, worin es heißt, daß da Urtheil und der Befehl zur Hinrichtung ungesetzlich sei. daß r ihn vor AuSfüh rung desselben warnt und laß lr per sönlich verantwortlich gehalten werde. Aus Grund deS Briefes von Wagner in New York ist Black heute Abend noch. malS nach Springsitld gereist, um einen Ausschub von 30 Tagen zu erlangen, da mit es möglich ser zu ersorschen, was an der Sache ist. Ehe Black nach Springsitld reiste, sagst
er. er hätte genau gewußt, daß Schnau belt die Bombe nicht geworfen habe und er hä te Schnaubelt in's Gericht klingen köanen. aber er habe sich vor den Ent scheidungen des Richter? Gary gifürch'et. DaS Habens Corpus Ver fahren. , Um 2 Uhr heute Nachmittag wurde vor Richter Tuley über daZ vom Advokaten volomon eingeschlagene Habeas CorpuS
Versahren v:rdande?t. DaS Gesuch wurde nicht bewilligt. Wollen keine Priester. Rev. Dr. Bolton besuchte gestern Abend ParsonS und SpieS, Beide aber wiesen denselben mit der Weisung ob. daz sie keinen Priester trauchten. AlS Rev. Bolton zu SpieS scgte : .Ich werde diese ganze Nacht für Sre beten erwiderte Spics : .Beten Sie lieber für sich. Sie habcn's nöthiger.Der B o m d n w e r f e r. New York, 11. N.?v. Der Advokat Wagner, welcher an Black telegrophirt hat. daß er den Bomöenwerser kenne. sagte heute srüh FolgendlS einem Be. richtrrstaiter : .Franz Maynoff. welcher wegenBrand stifiung auf 4)6 Jzhre nach Sing Sing geschickt wurde, veanlast; mich, am 2. November nach Sing Sing zu kommen, woselbst er folgende Aussagen machte: .Ich bin im Januar 1887 mit Kliman Schütz durch Wilhelm Schaaf bekannt geworden. Beide waren Anarchisten. AlS ich Schütz 14 Tage spöter wieder sah. sagt: er mir.'daß er in Chicago wohnte, aber auSreißen mußte, weil die Polizei ihn verfolgte. Ich fragte Schütz. ob ee etwas Näheres über die Heumarkt Bombe wiffe und er sagte: .Reden ist Silber. Schweigen ist Gold" DaS nächste Mal. alS ich Schuft traf, bat er mich, ihm zu helfen, einen Mann umzu bringen, welcher $3CKX) in seinemSchranke habe. Ich weigerte mich und er sagte zu mir: .Du bist nichts wert); ich habe Schlimmeres gethan. Ich war einer der Anarchisten in Chicago. Ich habe die Bombe gewolktr... Andere leiden zwar dafür, aber das kümmelt mich nicht. Er erzählte mir. dsß lr drei Bomben in seiner Reisetasche zur Zeit dtS Heu-marlt-RiotS hatte. Er stand hinter dtm Wagen, warf eine Bombe und es that ihm leid, daß er die beiden and.rtn nicht auch wersen konr te. Maynoff erzählte ferner, daßSchütz ihm gesagt habe, baß er bei einer V'rjamm lung in Jrving Hall in New Bork nur daraus gewartet hade, daß die Polizei einschreite in welchem Falle rr ebenfalls Bomben geworfen hätte. , Der Advokat Wagn r sagt, daß er überzeugt sei. daß obige Angaben wahr seien. Er selbst habe keine Sympathie für ararchistische Bestrebungen, aber die Menschlichkeit erscrdere eö. das, die Sache untersucht wrde. Dlr Advokat Pkyor sagte, lr sei über sengt, daß die Aussagen öuS zuverlässiger Quellt kommen. Die Demonstration in New York. New Y o r k, 10. Nov. Gegen 5000 Sozialisten und Mitglieder von Gewerk schastm hielten heute Abend einem Umzug 200 Polizisten beglewten denselben. Drei Mustkkorps befanden sich in der Parade, welche die Drfeillaife spielt!. Viele rothe Fahnen welche alle in schwarzen Flor gehüllt waren, wurden im Zuge ge tragen. Die Jnstrumerte der Musiker waren in schwarzen Flor gewickelt. Der Trommelschlag war gedämpft. Verschiedene TranSparerte befanden sich im Zuge mit Aufschriften wie : .Der Galgen gegen die Freiheit !" .Erwacht ibr Söhne der Arbeit!" Reden wurden gar keine ge halten. ES sollte ein stummer, aber doch bliebet Protest sein. Nicht die grringste Ruhestörung kam vor. FürdieWittwenundWaiset. New P ork. 10. November. Justus Schwab und Andere wollen einen Aukrus an die Arbeiter der ganzen Welt zur Gründung eine? Fonds sür die Angedö rigen, Wittwen und Wa'.sen der Verur theilten gründen. (öortsetzung auf der 4. Seite.) Mozart - Halle ! X aool Bos, Eigenthümer. Da größte, schSnfte und älteste derartige Lokal ia der Stadt. Die geräumige und schön eingerichtete Halle steht Vereine, Logen und Privaten zur Abhaltung doa Bällen, Conzerten und Versammlungen nuter liberalen Bediu ge zur Berfugnng. Zkar1v8 Llilius Heveen - Schneider Neinigen, Reparaturen, Färben, Alle Arbeit garaniirt.
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