Indiana Tribüne, Volume 11, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1887 — Page 1
!K 1 Sshrgsnz 11. Sssiee: No. 120 Oll NarölMw StesZe. Uuumx 32. Zodisospolio, Jndians, Donneistag, den 20. Oktober 37.
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NcueS per Telegraph.
O t Her . u!iö I t n Washington. 20 Okt. SchSkttS kühle Wette r. Der Anarchistenvrozeb. .Washington. 20. Ottow. Die Advokaten Ben Butter. R. Pkyor. Cpt. Black und Salomon kamen heute hier an und reiften bei Obeirichter Harlan ein Gesuch um einen wit of crror in dem Anarchisienprozesse ein. Da? Ee such wir) wahrscheinlich morgen er.tschie den werden. Strenge Kälte. .Berlin. 20. Qktbr. Im westlichen Deutschland herrscht eine für diese Iah reZzeit ganz ungewöhnliche ttälte. Bei Karlsruhe. Cr feld und anderen Plützen find Leute, welche im Freien schliefen, erfroren. Editorielles. Die Justiz in Amerika macht son. derbare Bocksprünge. An einem und demselben Taae wurden in Cincinnati ein Neger und ein deutscher Arbeiter von dem Polizeirichter bestraft. Der Neger hatte auf einen Andern geschossen und die Kugel war diesem durch den Hut gefahren, der deutsche Arbeiter hatte einen Revolver in der Tasche, hatte aber nicht damit geschössen. Letzterer wurde um L50, Ersterer um 52 bestraft. Woraus zu sehen, daß eS billiger ist zu schießen, als nicht zu schienen, immer vorausgesetzt natürlich. datz Derjenige, welcher nicht schießt.ein deutscher Arbeiter ist. Die Zustände, wie sie in Iowa unter dem Prohibitionsgesetze herrschen, spotten jeder Beschreibung und sind ein Hohn auf das, was man Freiheit zu nennen beliebt. Es bedarf bloß einer Anzeige beim Friedensrichter und sofort stellt derselbe einen Hausfuchungsbefehl aus. Derselbe be rechtigt den Constabler, in jedem Winkel des Hauses herumzuschnüffeln, ob sich nichts Geistiges" vorfindet. Ja noch mehr ! Ein Richter Johnson in Des Moines hat einen Constabler, der ohne Haussuchungöbefehl in die Häuser drang und den Bewohner, der sich der unberechtigten Haussuchung widersetzte, niederschoö, freigesprochen. Seitdem dringen in Des Moines die Constabler so oft sie wollen, in die Privathäuser und schnüffeln dieselben von oben bis unten durch. "My liouse is ray castle," sagt der Engländer, sonst pflegte eS auch der Ameritaner zu sagen, heute kann er's nicht mehr. In Iowa sindet der Bürger nicht einmal mehr in seinem eigenen Hause vor den Angriffen gemeiner Strolche Schutz. Ist es nicht lächerlich Angesichts solcher durch das Gesetz sanktionirter Vorgänge noch von Amerika, als von einem freien Lande zureden? Unter allen zivilisirten oder halb zivilisirten Ländern der Erde ist neben Amerika Rußland ganz sicher das einzige Land, in dem-Solches vorkommen kann. Das Vorgehen der Mucker in Iowa ist ein würdiges Seitensiück zu dem Vorge hen der Polizei gegen die Arbeiter in an. dern Staaten. Es ist der amerikanische Dünkel und die amerikanische Unduldsam keit. Dieser Geist der Unduldsamkeit, dieses vollständige Verkennen der persönlichen und natürlichen Rechte Anderer zeigt sich aber auch in anderen Schichten der Bevölkerung, als in spezifisch ameri kanischen, zeigt sich auch da, wo man am Allermeisten Ursache hätte, jede freiheitswidrige Regung zu unterdrücken. Jeder möchte die Freiheit für sich, aber Keiner gönnt sie dem Andern. Jeder glaubt, seine Freiheit sei die einzige richtig gemünzte und vollgiltige. Es verdient aber Niemand frei zu sein, der nicht auch Willens ist, inem Andern seine Freiheit zu laffen und Mancher, der wü thend ist über die freiheitsfeindlichen Bestrebungen der Mucker greise in seine eigene Brust und frage sich, ob er es Anderen gegenüber nicht ähnlich macht. Es ist kein Wunder, daß die kapitalistische Preffe die Jndignationsversammlung, welche am Montag in New Iork stattfand, ebenso todtschweigt, wie den Vorgang, welcher die Ursache zu dieser Versammlung gab. Nach den Berichten der N.J. Volkszeitung" und des N.J. Leader" waren am Montag Abend zum Mindesten 20,000 Menschen im Union Square versammelt. Von fünf Rednertribünen wurde zugleich gesprochen. Die Gewerkschaften kamen mit Musik und fliegenden Fahnen angezogen. Transparente und Inschriften, wie: Nieder
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mit der Polizei!" Redefreiheit für ewig!" Wir sind entschloffen, das Recht der Redefreiheit gegen brutale Gewalt zu vertheidigen !" u. s. w. waren in Menge vorhanden. Die Earpenters Union trug bei dem Anmarsch Stöcke, an denen Lederriemen befestigt waren, kurzum, es War eine Demonstration im vollsten Sinne des Wortes. Gegen 500 Polizisten wa ren in verschiedenen Straßen in der Nahe des Versammlungsortes aufgestellt, auf dem Platze selber aber ließ sich kein einzii sifJlft v,u Der Schluß der Versammlung am Hauptrednerstande muß geradezu dramätisch gewesen sein. Der Vorsitzende sagte : Laßt uns schwören, daß wir für die Freiheit dieses Landes Mann an Mann kämpfen und wenn nöthig sterben wollen. Nehmt Eure Hüte ab und schwört!" Tausende von Hüten flogen in die -Lust und die Menge rief : Wir schwören !" Darauf ging die Menge ruhig auseinander und nach wenigen Minuten war kein Mensch mehr auf dem Platze zu sehen, als die gewöhnlichen Passanten. Nicht die geringste Störung war vorgefallen, und die fünfhundert Polizisten konnten wieder abziehen. Was aber würde sich ereignet haben, wenn die Schergen wieder ihre Knüppel gezogen und die ohnedies aufgeregte Menge überfallen hätten ? Ohne Zweifel hätte es ein fürchterliches Blutbad gegeben, für das man dann die Schuld nicht etwa den Polizisten, sondern den Arbei tern aufgebürdet hätte. Dann aber hätte die Lumpenpreffe nicht geschwiegen, sondern die feilen Schreibknechte hätten einander überboten in Entstellungen und Verläumdungen. ES ist und bleibt eine Thatsache, daß bei Ärbeiterversammlungen noch niemals Unruhen vorgekommen sind, wenn sie nicht von Polizisten verursacht wurden. Nicht die Arbeiter sind die Friedensstörer, sondern die Polizei. Es war in Chicago ebenso. Die Heumarkt-Versammlung war eine friedliche und niemals hätten Gerichte und Geschworene Gelegenheit gehabt, das bekannte Urtheil zu fällen, wenn nicht die Polizei bei jener Versammlung in brutaler unberechtigter Weise eingeschritten wäre. Man braucht sich darüber nicht zu täuschen. Die machthabenden Klaffen wollen Ausschreitungen herbeiführen, sie wollen Unruhen haben, und da dieselben nicht von selbst kommen wollen, so stiften sie sie eben an. Auf friedlichem Wege läßt sich die Arbeiterbewegung nicht unterdrücken, speziell nicht die politische. Daraum arbeitet man ganz planmäßig daran, Zustände herbeizuführen, welche als Entschuldigung für Gewaltmaßregeln von Seiten der Behörden dienen können. Jetzt, da die New Jorker Polizei einen Augenblick lang vor sich selber erschrickt, sagt sie, das Einhauen am Samstag Äbend sei die Folge eines Irrthums geWesen. Lächerlich! Es war geplant. 150 Polizisten marschiren nicht aus Irrthum nach einem Platze und hauen nicht aus Irrthum auf' eine friedliche Menge ein. Aber, das ist Alles nur der Anfang. Es wird noch schöner kommen. DrahtnagriHtea. MajestütSbeseidigung. St. L ouiS. 19. Okt. Anna Lachs, die unglückselige deutsche Frau, welche bei der Anwesenheit deS Präsidenten dahier stch dadurch bekannt machte, daß sie der .Flau Präsidentin' auf dem Fairplatze aus lauter Verel,rung und in einem Anfall humoristischer Laune einen heißen Pfannkuchen in den Schooß wais. wurde heute im Polizeigericht dafür zu einer Geldstrafe von 50 verurtheilt Alle Bcr. stcherungen, daß sie nur einen Scherz habe machen wollen, halfen ihr nicht?. Sie meldlte übrigens gegen dieses Urtheil Berufung an. Der Sechste. New York. 19. Okt. JndenTrüm. mern des eingestürzten katholischen Kir chenschul'NeubaueS in Harlem fand man kkstern noch die Leiche eines schwedischen Bauschrnn'erS Namens John Johnson. Damit ist die Zahl der Getödteten auf sechs gestiegen. Der Zustand mehrerer Blrwundettn ist ein kritischer. Der An archisten.Prozeß' Chicago. 19. Okt. Ben Butter ist nun endgiltig als Anwalt angestellt. Für seine Dienste bekommt er $1500 und außerdem $250 per Tag. Am nächsten Freitag wlrden sich die Anwälte nach Washington begeben und das Gesuch um einen Aufschub dem Richter Harlan vor leglN.
Protestversammlungen.
New Vor k. 19. Okt. Ein Aufruf zu einer Proiestversammlung gegen daS Chicagoer Urtheil für nächsten Montag wird allgemein vlrbreitkt Derselbe gebt von der Cesteal Labor Union und der DistriltZ.Affembly 5Ro. 49 tt. os L. aus. RoScoe Conlling und Pastor Talmage wurden zum Sprechen eingeladen. Freiheit oder Tod! Chicago. 19. Okt. Anarchist Par sonS schrieb einen Brief, an den Gouvcr neur von JllinöiS de Inhalts, daß er für sich keine Begradigung wünsche. , Er verlange die Freiheit oder den Tod. K. os L. MinneapoliS. 19. Oc'. DieConvention der KnightS of Labor vertagte stch heute. Trotzdem Pöwderly'S Plin. das er Xa Recht haben solle, die übrigen Mitlieber derxeutivt zu ernennen, nicht durchgegang f ist. erklärte (r sich doch mit dtm Resultcte der'. Convention zufrieden. . Eine Resolution wurde angenommen, wonach die Cigarrenmacher. welche in Folg, deS Richmonder BeschluffeS sich als ausgeschlossen betrachteten, ohne Ge bührenzahlung wieder eirteeten können. Die nächste Convention findet am Dienstag nach dem weiten Montag im November nächsten JahreS in Jndiana VoliS sta t. - Ein gesädrlicher. Irrthum. New Po?. 19. Okt. Die Brook lyner Behörden haben einen Jutbum begangen, indem sie den estrigen Tag als den letzten für die Registmung von Stimmgebcrn ansetzten, während e? dem Gksetze räch der nächste Dienstag hätte sein sollen. Gestern ließen sich etlra 37.000 Stimmgeber registriren und Viele sind der Ansicht, daß dieselben ungesetzlich reglstrirt sind. Cleveland in Atlanta. Atlanta, Ga.. 19. Okt. Die für den Empsang deS Präsidenten arrangir ten Festlichkeiten wurden dadurch verdorben, daß eS während des anzen TagS heftig regnrte. KnÜalii Ist uns .Wurscht'. Berlin, 19. Oktober. ES heißt, dir Zar beabsichtige uf der Heimreise von Copenhagen nach St. Petersburg den Weg über Berlin zu nehmer. Der kranke Kronprinz. Berlin. 19. Oct. Der .Reichsan. zeiger- theilt mit. Dr. Mackenzie habe den Kronprinzen Friedrich Wildem aber malö in Baveno besucht und berichte, daß der Zustand deS Patienten forisabre sich zu bessern. Man hat eS indeß nrtwen big befunden, den Kronprinzen zu zwin gen, sich soviel wie möglich deS Sprechen? zu er.tha ten. Der Aufenhalt in Baveno wird lange dauern, und nach der Abreise von da wird stch die Kronprinzenpartie nach der ikallenischen R'vikra begebet'. Bcrgestern war der 57. eJebkrtttZg deS Krorprinzen. Zur Feier desselben ist der Prinz Heinrich von Preußen nach Baveno zu seinem Vater gereist. Auch fand dcrt zu Ehren deS Prinzen ein Musiksst und eine Illumination statt. Die Einwohner deS OrteS Übersichten dem K-onprinzen ein Album mit Ansichten. Sensationelle Enthüllungen. London, 19. Olt. Dkr Pariser Correspondent deS hiesigen Chronicle" meldet sensationelle Enthüllungen be treffS der russtsch'sranzSsischen Vereinba rungen. Danach hat' dir verstorbene Redakteur der Moskauer Gazitie, KaZkow, Boulanger ver'sprochcn, daS Möz lichste zu thun, um ihn zum Diktator Frankreichs zu erheben, ihn gedrängt, den Klieg mit Deutschland sofort zu be ginnen und ihm schließlich die Hilfe Ruß landS versprochen. Weitere sevsctionelle Ertdüllungen sind noch zu erwaiten. Vom VuSland, Nach dem Tode deS Afrikaforschers Gustav Nachtigal. dessen irdische Neste bekanntlich auf Kap PalmaS in Westafrika beigesetzt rourden, begannen die vereinigten geographischen Gesellschasten Deutschlands öffentliche Sammlungen zur Ausschmückung der letzten Ruhestätte Rachtigal's. zu vcranstalten. Nach der z,Nat.-Ztg." haben diese Sammlungen bisher einen Betrag von circa 12,000 Mk. ergeben. Der bekannte Weltreisende Wilhelm Joest veröffentlicht in der Köln. Ztg." über Nachtigal's Grab einen längeren Artikel, in welchem er den Vorschlag macht.Nachtigal's Asche in der deutschen Colonie Kamerun beizusetzen. Er sagt: Freunde und Verehrer haben ihm dort schon ein bescheidenes Denkmal gesetzt, um so besser eignet sich also der Punkt zur Errichtung eines solchen in mehr monumentaler Weise. Hier in Kamerun wird das Grab sorgsam und liebevoll gehütet und gepflegt werden, hier wird es vor Entweihung sicher sein, denn auch unter den schwarzen Söhnen deS Landes hat sich Nacktwal nur freunde erworben. Unsere
Seeleute aber, die Offizier: m:d Mannfchasten der Kriegsschiffe, und zwar nicht Verdeutschen allein, sie werden hinpilgcrn nach dem Grabe jenes Helden, sie werden es schmücken mit Zeichen der Anhanglichkcit und Erinnerung,- die ihnen Freunde und Verehrer des Verstorbenen in der Heimath mitgegeben -haben werden als Zier seiner stillen Ruhestätte in der Ferne von Palmwipfcln umrauscht an der sieberschwangcrn Küste des ewig rollenden Ozeans. So wie sich 'auf Hawaii ein Denkmal crhckt des unsterblichen Eook, so wie der erste Weltumsegler auf Ecbu unter einem Obelisken schlummert, den ihm die Nachwelt errichtet hat, so soll auch Nachtigal ruhen in Kamerun! Zum Schluj; mag noch ein Punkt bcrührt werden: Könnte an Stelle der bisher verfolgten Absicht, das ' Grab Nachtigal'S, durch irgend ein Monument, etwa einen Obelisken oder eint hohe Stein-Pyramide auszuzeichnen, nicht der Gedanke treten, die für diesen Zweck zusammengcbrachte Summe, ohne sie letztem irgendwie zu entziehen, in einer andern Weise zu verwenden? Wir wollen uns für heute weiterer Vorschlage enthalten, glauben aber,' daß sich leicht ein Weg finden ließe, den Nachtigal -Fonds an Afrikas Westküste in einer Art und Weise anzulegen, bei welcher auch praktisch produktive und ivilsatorischc Momente zur Geltung kommen konnten und wobei doch daZ Andenken an Nachtigal in einer vielleicht ctttfprcchclldcrcnZorm vcrci: Nlgt weröcn könnte, als gerade durc ein Denkmal von Stein." In einer außerordcntl'ichen Sitzung wurden in der Wiener Akadcmie die Ergebnisse der Pasteur'schen Impfung gegen Hundsnrnth besprochen. Da Pastcur selbst in Wien, nicht erschienen ist, erstattete fein Mitarbeiter, Profeffor Ehamberland, den Bericht, und nach ihm theilte Dr. Ullmann, Assistent an der Wiener chirurgischen Klinik des Professor Albert, die daselbst gewönnenen Resultate mit. Von 122 durch erwiescnermaßcn wuthkranke oder doch wuthvcrdächtige Hunde gebissenen und dann geimpften Personen seien nur d'rci gestorben. Zwei dieser Todesfälle seien wegen Kopf- und Gesicht iverletzungen erfolgt, die auch Pasteur als besonders gefährlich bezeichnet. Bei 104 Personen seien bereits sechs Monate vorübergcgangen, sodaß man nunmehr jede Gefahr als ausgeschlossen betrachten könne. Diesen, der Pasteur'chcn Methode günstigen Anschauungen trat Professor Frisch, gleichfalls Wiener, gegenüber, indem er sagte, die Mehrzahl der Bisse sei ohnehin, also auch ohne Impfung, wirkungslos, und er müsse die Frage schon darum als nicht spruchreif bezcichnen, weil man das Gift, das im wüthkranken Thiere stecke, und das man einspritze, noch gar nicht kenne. Netschnikow aus Odessa schreibt auf Grund seiner Erfahrungen dem Pasteur'schcn System eine epochemachende Bedeutung zu. Zum Schlüge ergriff Ehamberland noch einmal das Wort und erklärte, wenn die Ergebnisse, die einzelne Forscher gcwännen, nicht entsprechend seien, so hätten sit gewiß nicht genau nach ben Vorschriften Pasteur's cxpcrinientirt.
- Eine pikanteErgänzung Geschichte des Bankwesens wird eben zur von einem gelehrten Forscher zu Tage gefördert. Der Akademie der Inschriften in Paris hat Herr Delisle eine Denkschrift über die Geldgeschäfte der TempelHerren vorgelesen, welche ein neues Licht auf diesen Orden und daS Leben des MittclaltcrS wirft. Der Orden hatte Niederlassungen in allen Ländern der Ehristcnwclt, stand unter einer strengen, regelmäßigen Verwaltung. Seine Kirchcn und Niederlassungen boten eine doppelte Sicherheit, erst die kirchliche Unvcrletzlichkeit, dann die Tapferkeit ihrer Besatzungen. Kein Mensch getraute sich deshalb, dieselben anzutasten, und somit boten die 3!icdcrlassnngen der TempelHerren die größte Sicherheit für die bei ihnen hinterlegten Gelder und Werthschen. Dcliöle wdst nun nach, daß die Templer umfassende Geldgeschäfte trieben. Es wurden große Summen bei ihnen zur Aufbewahrung eingelegt; sie benutzten dieselben zu Gcldvorschüsscn, größeren Anleihen und Bürgschaften, übernahmen Zahlungen in entfernten Orten, natürlich Dank ihrer in stetem Verkehr stehenden Niederlassungen. Ebenso zogen sie Gelder für ihre Kunden ein, welche bei ihnen in offener Rechnung standen. Also so ziemlich die Geschäfte unserer heutigen Banken. Herr Delisle beweist durch sichere Urkunden, daß auf diese Weise die Templer die für die Kreuzzüge bestimmten Gelder semnielten und versandten. Die Könige von Frankreich ließen ihre Finanzgeschäfte durch das Pariser HauS der Tempelherren besorgen, die Prinzen und Großen beauftragten sie mit der Verwaltung ihres Vermögens. Dadurch gelangten die Templer zu einer Macht und einem Einflüsse, wie sie kaum je ein Orden besessen hat. So begreift sich auch, daß eS ihnen an Neidern und Gegnern nicht fehlte, was dem König Philipp bei der Aushebung deS Ordens seor :u statten kam. Jobu Wellacder, Saloon u. Billiatdchallc, 88 ? Veansvlvania Otu
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