Indiana Tribüne, Volume 10, Number 262, Indianapolis, Marion County, 10 June 1887 — Page 3

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KOMMUs HAMBURGER ?r ßriUor In Lt. gegen Prust- und Lungcnleidcn. Verickte Über Dr. Vuqust König' Hambur. er ruitkhe welche vor Jahren zielt wurden und jetz: be,ttlgt erdeii. Jae lange Leiden geheilt Ceptembe? 1876. Ost Lendall, N. Y. Ueber ein Iakir litt ich an Brustschmerzen und nichts wollte helfen, biZ ich meine Zuflucht u Dr. August König'S Hamburger Brustthee nahm, welcher mich in kurzer Zeit heilte. . JohnMiller. 11 Jahre später dauernd geheilt. Ost endall, N. Y., S. Februar 1837. Sech? Packet Dr. Äuq. König' Hamburger Brustthee haben Brustschmerzen geheilt, an de. nen v$ set Jahren gelitten hatte. JohnMiller. Seit Jahren gebraucht. Baltimore, Md., 13. Jaguar. 1837. Ztit einer Reihe von Jahren gebrauche ich ?r. Aust Äöniz's Hamburger Brustthee und l.abe ae,uu?en. da dieser Thee ein ganz or znaliches Mittel gegen Erkältungen ist. Der Ui.be bewährte sich in den schlimmsten Fällen. Ich hette dcr.selben stets im Hause vorräthig. Emma Levhe, 2016 Orlean?,Ttr. Jmttrr mit Insolg angewandt. emont, JllS., 31. Januar, 1S37, Tr. August KSnig's Hamburger Bnistubee ist ein gaiiz auSg,;ei(t,neteS lliitnl gegen Erkät tungen und hat stch in hiesiger Gegend schon üxt langen Jahren bewährt. In den meisten arnUiea wird er stet vorrathig gehalten. J.S. Bodenschatz. IHt CHARLES A.V0CELER CO., Baltimore, Md. f k M SrMlsrKomia's WM HAMBURGER Kfi I KUhT LW Blntkrankheiten, Leber- u. Magenleiven 'tun, ÖO nt clti iuni Uii(n Si i0 tn allen Aretkeke x kabcn. TUE CU1BLE3 A. VOCELEK BALTIMORE. I. Wenn Sie bin b e st e n. r e l n st e n und st ä r k st t n f f i st! Backpulver, (bking powder,) C?tfröCtf, (stavoring extracts) und Gewürze, Alle? Tein und unvlrsälscht laben wollen, rann fragen Sie rai) H. F. SOLLIMY'S Waaren nab gebrauchen Sie keine andern. 9, 8 S5 100 Süd PkiliiWänla Str. Indianapolis, Ind. Z&T Zweiggeschäft in Wichita, Kan. 1843. 1887. tt. Browning. R. C. Browning Krowning& Kon, Arotbekek und k Sndler ! D'vauen, 0h,,ksnn, arjtiin Jnstkmnten. Banda'N. la mioren, r unter, Rim wer, seinen arf' meri', Totlttnar ist In, (gtioitricn. Acirdestossen tc. flw alten lae. Apotheker Halle ! 7 & 9 Ost SLaltiivgton St.aße. t 4 li pen fhiiip iliffl lManneökraftvollflär.disi!zcr;ustellcn. ' vvvvvwvWWVVVXVVVVSAVW innb selbst rie scheinbar nbellbaren Aalle vonr Geschiechtskinkdei:en fier und dauernd ji .hklie, seiner, genaue unlaruzuoerllnu:' tt.iki.4,kit t l5K? k ftillhrrnisif fe?r:t4 ielbea und Seil,,, daS irr lehnte utt 1 1" wnr nni.lt.nl irr Nlimas-Tl.l er. - nun., -,':ev"ul. ' mit zablreichen lebel.skreu. n iPUMtn. msui .n ' , ; tviiA te.vn IS in ü 11 tun 3 seit 2." V(UiUlll - ---I'ijtntj in P?it-Stamms, scrz,.l verpaßt, ZreiZ .llZNlt. Piace. xali Bi-aäway. Nex York. NYr.tiir- riAiifrhit Hi!insilIUI.lll Ottgt ach l auch ju haben 6l uchabUt ät 9 l e t. SädDelamar, trae. I.8 vruZ 8wr. (SpßlykK.) V?o. 22 West Washingtonstr. Neuer Laden; gute, niae uud frische Waaren. Rechte werden mit Sorgfalt argesertigt und nach irgevd einem Theile der Stadt geli.fert. Geo. W. Hloao fc Co., Es trild Deutsch gesprochen. Bau und Unterlage - Mlz! Zwei- und dreifaches Asphalt DachMaterial, Dach-Filz, Pech, Kohlen-Theer, Dach-Farben, feuerdichter Asbest Filz, sicher gegen Motten und Wanzen. H. C. SMITHE, (Nachfolger von Simk Smither.l 169 Welt Martzlandttr. Telex hon 861. . E DOM'S I. X. L. GlüssVlIme Z)a öelle FÜV DefeN

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Das Gtspeust der Ehre Roman von Han Wachenhusen. (Forlsegung.) Ein'vea, was daven Sie dem armen Fräulein von Hollmaver zu Leide gethan?" empfing ihn die Fürstin im Morgengewande irnt strenger Miene. Ä!eine Kammcrjungfer sah, wie Sie im Garten zu ibr traten, auch wie die Aenuste, oas liebste und beste Geschöpf der Welt, das zu nichts Argem fähig, vorJhnenzusammengesunken. Aufgelöst in Schmerz ist sie von dieser Nachricht, wie man mir meldet, ins Haus geführt, aber aus der Unglücklichen ist für den Augenblick nichts herauszubringen; sie sitzt starr und regungslos in ihrem Zimmer und blickt scbweigend, tbeilnabmslos vor sick hin." Durchlaucht, eine Familienangelegenheit, zu deren Ueberbringer mich der Zufall machte !" antwortete Einbeck mit kavaliermäßig unterwürsiger A!iene. Das Fräulein war verlobt." War ?...." Die Fürstin schaute ihn unmutbig an. Ich wußte, daß sie derlobt sei !" War, Fürstin ! Ich bin kein Gott, um Abgesäiedene ins Leben zurückzurufen !" So bracbten Sie ibr eine UnglücksNachricht?" ' Ick war dazu bestimmt, Durchlaucht !" Herr von Einbeck," sprach sie, so willkommen Sie mir hier waren, da es meine Absicht, sür meinen Salon interessante Akenschen zu werben, die ich hier weniger noch als in Paris nach ih rem moralischen Werth zu sichten im Stande bin, muß ich Sie doch bitten, Ihre Besuche bei mir einzustellen, bis Fräulein von Hollmayer sicy von ihrem Schmerz erholt haben wird. Ich werde Ihnen gern begegnen und mit Ihnen plaudern, aber die Rücksicht für eine Unglückliche, die in meinem Schutz, gebietet mir Schonung ihrer Empsindungen." Er erhob sich phlegmatisch und verließ den Solon. XXIII. Acht Tage waren verstrichen. Von Verthold ward nichts mehr gehört und gesehen. Selbst seine unglückliche Schwester, wenn sie in tiefster Trauer kam,' um ein Stündchen bei Schrader's zu verweilen und mit bleichem, leidenden Antlitz und von stillem Gram umrandeten Augen schweigend auf das Meer hinaus ZU blicken, selbst sie sprach nicht von ihm; sie hatte ihn über ihrem eigenen Leid vergessen, seit er das Hotel verlassen, um, wie man glaube, nach Deutschland zurückzukehren. In Meta's Gemütb kehrte inzwischen die Ruhe zurück. Die Besorgniß der Freundin hatte sich nicht bestätigt; sie selbst hatte heimlich forschen lassen und durfte beruhigt sein. Werner zog nach wie vor mit den Fischbooten auss Meer hinaus oder fuhr im Jagdanzuge auf seines Wirthes sehr primitiver Timonella, einem Einspänner, in die Berge hinauf, um zu jagen, und diese Ausflüge führten ibn meist weit fort, hoch hinauf,' wo die Raubvö gel horsteten, in das wildeste Geklüfte, denn die übrige Jagd war ihm wegen des Mangel an Waldung nicht interessant genug. Ricclo ein schwarzköpsiger, kleiner, aber sehniger Bursche mit echtem, ligurischem Leberthrangesicht, hatte ihm, um ihn in guter Stimmung zu erhalten, aber so, daß es die Damen nicht borten, von einem ganz ertraordinären Jagdausfluge in die Alpen hinauf erzählt ; er hielt heimlich im Stall ein Lämmchen und verschiedenes Geflügel bereit, das auf der nächsten Jagd als Lockung dienen sollte, und als Werner bei dem ersten Sonnenblick ihn aufsuchte, setzte er diesem seinen Plan auseinander Aber, meinte er, man werde wohl Zwei Tage fortbleiben müssen, was ja an sich keine Bedenken habe, da er für die Nacht ein gutes, trockenes Obdacb in einem der höchsten Alpendörfer v)t, das wie ein Schwalbennest aus den Terrassen der böchsten Felsenspitzen klebte. Werner rieb sich veranüat die Hände ; I nur Eins wollte ihm nicht gleich in den Kops: er sollte zum ersten Male sett femer Vermählung sein um ihn so besorgtes Weibchen vierundzwanzig Stunden lang nicht seoen können. Indeß die Waidlust siegte auch hier über. Beim Abendmahl begann er von seinem Jagdausflug zu erzählen; es sollte sein letzter qroßer Jagdzug sein, denn in wenigen Wochen kehre daheim der Frühling wieder ein, und sein Vater begehre in seinen Briefen, die junge Frau zu seyen. V!eta gab erst nach langem Zögern ihre Einwilligung, doch unter der Bedingung, daß es wirklich der letzte sei, denn sie sehe ihn jedes Mal mit emem so bangen Vorgefühl scheiden. Am nächsten Morgen, als die Sonne aus dem Meere auftauchte, umarmte Werner seine mnge Gattin, die um sei netwillen.so früh fchon dem Schlummer entsagt. Sie war so unruhig die Nacht hindurch gewesen, denn Werner hatte am Abend spät draußen im Hofe noch so viel zu arrangiren gehabt; sie hatte den letzteren gehört, wie er in seiner Schweizer Aussprache zu ihrem Gatten so lebhaft und enthusiastisch gesprochen, als handle es sich um ein überaus wichtiges Unternehmen, und das hatte sie helmlich beunruhigt. Diese schrecklichen, schroffen Felsmas sen, zu denen sie auf ihren Gebirgsausflügen immer mit Schaudern hinaufgeschaut, wollte Werner erklettern, nur aus Mordsucht, um die abscheull Raubvöael zlu iaaen. Wenn ibm ein Un glück widerfuhr! .... Aber es sollte das letzte Mal sein, und mit verheimlichten Thränen umarmte sie ihn, als der Karren schon vor der Thür stand und Nicolo so ungeduldig mit der Peitsche knallte. Berthold hatte in der That an jenem Abend, an welcbem Henrike ibre foreurn r . & " v din Meta zum ersten Mal aufsuchte und ihr von seinem Hiersein sprach, nach ihr das Hotel verlassen. Ruhelos war er am Abend auf dem Abbanae von San Remo umhergeirrt, dann von der

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M hMMlegcii HUT W?, hsnter einem von Palmen- UNd seiqengebüsch überragten, zerfallenen Mauerwerk ver- j steckt, Meta und seine Schwester Helmlich beobachtet. Der Anblick der ersteren, wie sie dastand in dem magischen Licht, das die vom Wasserspiegel zurückgestrahlte Abendsonne auf sie warf, hatte seine Leidenschaft wieder, zur wildesten Flamme angesacht. Sie war schöner, 0, viel schöner als damals; in diesem so wunderbaren Himmelslicht, das sie überstrablte, glich sie ihm einer göttlichen Offenbarung, k Das war nicht mehr jene oft so bleiche, r.'it . 1, l cmL r. ''.. still wairenoe Maoa)engestalt, ein vlubendes junges Weib, dessen Stirn die Liebe verklärte. Er hätte vorstürzen, ihr zu Füen mken, ibreKnie umklammern und rufen mögen: erbarme Dich' meiner, denn ich bin nichts obne Dick', ein elender Mensch,der verurtheilt ist, Dich lieben zu müssen: AVer er oacyte an den Glücklichen, der sie ihm entrisien, der in ibren Armen scbwelaen durfte, und der Haß, der seit Monden schon hundert Pläne gegen diesen geschmiedet, oderte in ibm aus ; er ballte die gegen das auf dem Bergabhange so traulick dastehende Häuschen ausgestreckte Faust 0 seit, dan sein Puls zu sprengen drohte. Er hatte ihn gefunden inmiten seines ersten Llebesrauscbes, er, den man mit schönen Trostesworten abgeveist, dem man ein ersprewen abqedrungen, das ihn nicht mehr binden onnte, wabrend dieser Andere scbon damals seines Triumphes gewiß geWesen. Seine Wobnung aufzuiucben, das widerstrebte ibm ; er konnte nicbt Menschen sehen in dieser Stimmung, und so lieg er denn bergan in dem Bedürfniß, oem Häuschen nahe zu sein. So erreichte er die alte, aus der Höbe des Felsens eingenistete Stadt, und auch hier wieder zauderte sem Fufy Er glaubte Geräusch binter sick zu hören, taktmäßige, langsame, aber schwere Schritte, schaute abwärts zurück und sah, daß ihm Jemand gefolgt, ein ligurischer Bursche in brauner Wollenjacke und im Stocke sitzenden verwitterten Filzbut, der jetzt, beide Hände in den Hosentaschen, wenige Schritte von ihm entfernt stehen blieb und den spaten Gast im Zwielicht des hochgelegenen Plateaus mit seinen kleinen, grellen Augen verwundert musterte. Fremd hier oben und noch ohne Entschluß, wandte er sich an den Burschen. Willst Du Dir ein Trinkgeld verdienen, so zeige mir, wo ich hier zur m r 1 -n r l r r c r . naa)! em ooaa) nnoe :" sagte er, lym die Hand auf die Schulter legend. Geld, Signore? D. davon möcht' ich viel verdienen, wenn ich's nur anzusangen wüßte." Bertyold glaubte letzt m ihm denselben zu erkennen, den er unten im Hof und Garten des Häuschens beschäftigt gesehen. Du dienst vielleicht da drunten? Mich dünkt, icb sah Dich dort?" Ja, Signore. Ich besorge das Pferd und später das Gemüse für die Küche. 5Xch will nur merne Mutter vesuchen, die Mfr oben ein Wirthsbaus hält." Werde ich bei Deiner Vkutter über nachten können?" Er drückte dem Bursiben ein Gold stuck in die Hand. Ich denke wobl, Signore. Sie bat lwar nur eine Starn für Gäste " Der Bursche schaute ihm erstaunt in's Gesicht. Führe mich !" An einer Baracke, über deren mor scher Thür Berthold eine in den Farben erblichene Akadonna auf zerplatztem Holze gewährte, setzte der Aurswe den rostigen Hammer in Bewegung. Ein altes Weib erschien mit einer Zinnlampe in der Hand, binter ibr die ver kruppelte Knabenqestalt eines Albino, der mit blöden Augen auf den Fmden starrte. Berthold vernahm m semer Ueberraschung, daß der Bursche die Alte im schlechtesten Schweizer-Deutsch anredete, während er ibr die Lampe aus der Hand nahm, um den Gast über eine kurze, morsche Holztreppe in das emztge zvremoenzimmer zu suyren, einen niedrlgen dumpfen Raum, von denen Holz decke das bestaubte Spinnqeüvebe gleich einer Wolke herabhing. ir holte darauf schweigend, aber dienstfertig einen rüg Wa er, emen anderen mit Wein, wies auf das elende Bett, stellte eine zweite Lampe auf den Tisch und fragte dann, ob der Signore noch etwas be dürfe. Du sollst jeden Abend um diese Stunde hier nach mir fragen; das Weitere wirst Du hören. Kann ich mich auf Dich verlassen, so bekommst Du hundert Lire und mehr.... Jetzt geh'!" Lustig sprang der Bursche die Treppe hinab, und Berthold, wahrend er mi gekreuzten Armen in die Lampe starrte, vernahm, wie er noch lange unten mit der Alten plauderte. XXIV. 1 Um dieselbe frühe MorFenstunde, in der Werner zur Jagd auszog, stieg eine hohe, bärtige Männergestalt, sich lösend von dem düsteren, chaotischen Gemäuer der alten Stadt San Remo, die Höhe herab und lugte, die Hand über die Augen, in derselben Richtung hinaus Berthold war's, .im Eostüm eines Ilgurlschen Bauern. Em grober, breit randiger Filzhut beschattete fein Gesicht, sein Bart siel ungepflegt auf die Brust, Wind und Wetter hatten schnell sein Antlitz geröthet, seine Füße steckten bis zu den Knieen in groben Bauernstiefeln; seine ganze Erscheinung machte 1 gfL l it m oen uinorutt einer avsicvtilcyen ner nachlassigung. Während der rauben und meist stür mischen Regentage, an welchen kein Fremder, der Unbill des Wetters trotzend, sich die Mühe gegeben, den alten wüsten Steinklumpen hoch oben aufzusuchen, in dessen . kellerartige Gaffen selbst die Sonne nicht zu dringen vermag, hatte Berthold in seinem halb düsteren, nie drigen Gemach ein einsames, menschenscheues Dasein geführt. Zu einer bestimmten Stunde, wenn der Himmel sich noch grämlicher und dunkler über den alten, von den Sarannen einst verwüsteten, und danach

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1 rr.rt.U i J.u lil4 (AAAtI nvi4iiÄAvt Hti ' tiuiivnuu ,115 urnvii VllllVHUU SJlUl legte, hätte er mit einem (Gewehr auf dem Rücken sein Asyl verlassen, spät Abends wr er wieder heimgekehrt, um ein einfaches Mahl zu sich zu nehmen und seine ohnehin schon überreizte Phantasie noch durch einen Krug Wein zu erhitzen. ' Er sprach zu Niemandem im Hause und die Stumpfheit der ligurischen Felsenbewohner kümmerte sich ebenso wenig um ihn. Die Wirthin der elenden Baracke war eine Schweizerin aus dem Engadin; als Magd inerher verschlagen, hatte sie den Bescher dieses elenden, damals noch wemgcr baufälligen Hauses geheirathet, der frühzeitig gestorben. Die Kropfanlage des Mädchens hatte sich zu einem frattlichen Gewächs ausgebildet und sie zu emer Mißgestalt gemacht. Rlcolo war ihr ältester Sobn, aber sie möcht' ihn nicht, deshalb ging er binab in den Dienst zu Leuten, die an Fremde vermutheten ; ihr zweiter Sohn, ein Eretm, war gut genug zur Bedienung der wenigen Gäste, die sich allenfalls in ihre Boutike verirrten. Das alte Weib und der Kakerlak fragten, da er prompt jeden Vkorgen bezahlte, Beide nicht, was er hier oben wollte und was er treibe. Während der letzten Tage hatten sie allerdings gewahrt, daß er trotz allem Wetter vom Morgen bis zum Abend auf der Jagd war und ganz durchnäßt wieder heimkehrte, um in seinem Zimmer mit dem Burschen zu plaudern. Danach hatte er das Haus umschlichen, in welchem das glückliche junge Paar wohnte ; er war glücklich gewesen, wenn er nur Meta's Silhouette sich an den Stören des erhellten Zimmers abzeichnen sah; es war ihm sogar gelungen, sie auf dem Balcon ihres Schlafzimmers zu erblik ken, wenn sie hinter den Zweigen des Eucalvptus erschien, um trostlos in die durch undurchdringliche Dunstmassen verschleierte Umgebung hmauszuschaucn. Auch sein Haß hatte die eifrig gesuchte Nahrung gefunden, wenn er sie mit Werner heraustreten sah, wenn dieser den Arm über ihren Nacken und sie ihr Köpfchen an seine Schulter legte. Er lebte nur noch diesem Haß; er mußte Werner sehen, um diesen Haß zu schüren. Am Morgen, nach einer schlummerlosen Nacht, stand er bereits im ersten Dämmern des Tages, umgeben von den aus dem feuchten Boden aufsteigenden Dünsten, auf seinem Posten. Er sah Werner sich von seiner Gattin trennen, sah noch, wie er von der Höhe derselben seinen Gruß sandte, und stieg in der gewohnten Terrainsenkung zum Ä!eer hinab. Meta's weiße Gestalt erschien ihm noch einmal, wie sie, dem Geliebten nachschauend, im Nachtgewande am Fenster stand. Sein Fuß zögerte im Hinabschreiten.... Sie war allein. Der Gedanke ließ ihn zaudern. Aber der Tag war a da, auf den er so lange gewartet. Dieser Tag, auch vielleicht erst der morgige, sie sollten für ihn Alles entscheiden. Den Hut tief über die Stirn drükkend, schritt er weiter und stieg hinter dem ardino publico zum Bahnhof hinab. In Mentone verließ er das Eoupee. Wartend, bis die Passagiere den Perron verlassen,, stand er seitwärts desselben, sah sich aber plötzlich einer Gestalt gegevüber, dereir Anblick ihn betroffen machte. Eva Westerström, die ihn Minuten l ang zaudernd schon beobachtet, war auf ihn zugetreten und mit trauernder, bittender Miene sck'aute sie zu ihm auf. Ich suchte Sie überall," sagte sie fast der.iüthig, auch ihrerseits überrascht durch seil Eostüm und seine verwitterten Züge. Ich bin sehr unglücklich, Herr von Hollmayer! Ich habe Alles verloren.... Alles!" Unfreundlich blickte er Anfangs über sie hinweg. Daß sie nicht glücklich, davon zeugte die Haltung, in der sie vor ihm stand; lästiger als eben jetzt aber hätte sie ihm nie sein können. Eine vewegung der Ungeduld venieth tfi das. . Eva senkte traurig das blonde Köpschen. Sie schien nicht zu wissen, wie sie einkleiden sollte, was sie ihm zu sagen hatte. Ich habe Eile, mein Fräulein. Man erwartet mich!" rief er überdrüssig. Eva hob die Stirn mit recht vorwurfsvollem Blick. Sie glaubte, mehr Schonung verdient zu haben. Nervös fuhr sie mit der Hand an die Stirn, dann schien sie entschlossen, zu reden. Ich weiß nicht, wohin ich soll; ich habe nichts, nicht einmal ein Obdach mehr!" Sie?"...." Bertbold schaute sie erstaunt an. Ich will Ihnen Alles in wenigen Worten erzählen. Sie haben mich Beide verlaffen." Wer?" fragte Berthold zerstreut, ohne eigentlich eine Antwort zu verlangen. Die Mutter, die nur meine Stiefmutter war und mich gar nicht gern hatte, und er auch, der Landsmann, der mit uns reiste und mir immer das Geld gab viel Geld, denn er ist furchtbar reich. Ich sei im Stande, ein ganzes Goldbergwerk an einem Morgen zu verschwenden, sagte er und drehte mir den Rücken. O, ich wußte' wohl warum !" Berthold blickte kalt auf sie nieder, als erscheine sie ihm in einem ganz neuen Lichte. Ich bin jetzt arm wie eine Bettlerin, gan verlassen und mag nicht schlecht sem, wenn ich auch wohl leichtsinnig bin, und da dachte ich, wie immer, an Sie. Ich habe Niemand mehr, obgleich ich Alle haben könnte, und bin recht traurig und unglücklich. Mein m . r.r r cm Vater war em seyr reicyer cann in Gothenburg, er ist gestorben, weil ihn sein Compagnon um Alles gebracht. Der Landsmann, den Sie bei uns sahm, ist der Sohn dieses Compagnons; er kam zu uns, als wir nichts mehr hatten, und nahm uns mit sich, ohne uns zu sagen, wohin er uns bringen wolle, ohne uns eine ruhige Stätte zu bieten. Ich sah zu spät, was er wollte, und daß die Stiefmutter damit einverstanden sei. Ich verschwendete gedankenlos, .ozne für mich selbst ah

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sorZett, sein Eeld' mit deck er plöhlte, denn er hatte es doch . . nur weincm armen Vater gestohlen ; endlich gab ich ihm seine Vorwürfe zurück und sagv: ihm, er sei ja nur ein Dieb, und da dampfte er vor meinen Augen mii seiner ?)acht ab ; wahrscheinlich hat er meine junge Stiefmutter mitgenommen und ich mußte unsere Rechnung im Hotel mit dem Letzten bezahlen, was ich hatte, um Sie zu suchen." Berthold hatte, während sie sprach, unruhig vor sich hinausgeschaut und nur so viel verstanden, daß sie sich in Noth befinde sie, die ihm so selbstlos mit jenem Goldregen überschüttet. Ohne sie anzublicken, griff er in die Tasche und reichte ihr eine Banknote. Das' ist Alles, was ich augenblicklich für Sie thun kann'. Ich habe Eile, man erwartet mich zur Jagd da oben in den Bergen!" sprach er, ohne eine Miene zu -ändern, mit harter Stimme. Leben Sie wohl!" Ea wandte ihr herzlos den Rücken und verließ den Perron. Eva stand da mit dem Billet, das er ihr gewaltsam in die Hand gedrückt. Thränen stürzten aus ihren klugen. Erst im Bahnhöfe von Nkonte Earlo kam sie zu einem klaren Bewußtsein. Dieses Billet sie hatte ja so viel Glück an der Baut gehabt. konnte sie verzehnfachen ; mit hundert Francs konnte sie eine Vkillion gewinnen. Aber für sich behalten wollte sie dieselbe und dann.... Dem sich die Treppe hinauf wälzenden Strom auf flüchtigen Füßen voraneilend, erreichte sie das Plateau, zog den Schleier tiefer über das Antlitz und betrat das Easino. Und sie gewann; sie gewann immer wieder; mit triumphirenden, fast habsüchtigem Blick sah sie das Häufchen Gold vor sich steigen. Ein Beben durchschaucrte sie wieder und wieder bei jedem glücklichen Schlage und die Employes saben mit einer gewissen Besorgniß die schöne Hand ihrer Gegnerin das Geld cinraffen Stundenlang stand sie da, beobachtet in ihrem fieberhaften Wirken von den kaltblütigen Spielern ihr gegenüber, aber auch endlich bemitleidet von denselben, denn als die Stunde kam, wo die Kreise um die Spieltische sich lichten und Alles zum Diner die Tafeln des Hotels sucht, schlich Eva mit gesenktem Haupt, kaum mächtig ihrer Glieder, aus dem Saal, und das Antlitz sich verschleiernd, stand sie draußen auf dem Platz, an den Rand der Fontäne gelehnt. Ihr Herzschlag wollte aufhören, ihre Arme hingen willenlos herab, ihr Kinn war auf die Brust gesunken. In sinnloser, fiebernder Hast, keiner Ueberlegung, keiner Mäßigung fähig, hatte sie Alles wieder geopfert; ihr war nicht so viel geblieben, um sich ein Mittagsmahl zu erkaufen. Der Platz um sie her ward immer stiller; vor dem Kaffeehause, vor der Freitreppe des Easino war Niemand; uur die ?kachzügler bewegten sich im Lichte der Eandelabcr davon und mit hartem Tritt ging an seinem Posten ein Earabinier auf und ab. (Fortsetzung folgt.) E i n reichgewordener Weinkauf mann zieht sich vom Geschäft zurück. Von einem Freunde befragt: ob er wäh rend seiner Aktivitäts-Jahre viel verdient habe, erwiderte er : So ziemlich. Man bat mir immer vorgeworfen, ich habe Durst nach dem Golde Anderer, abci in Wirklichkeit habe ich jetzt Gold nach dem Durst Anderer!" O im 9 skr die Sailon 1887. A. Caylor, Office. -1 O Nord Wot v-. ßT Teltdbon 949. ' Ahöö - Sadöw ! Es ist erstaunlich zu sehen wie die Preise von Kaffee jetzt beständig steigen mit Anzeichen von noch größeren Preis erhöhunaen. Wir offeriren unseren M Kaffee, eine seine Mischung zu. '61 Cents das Pfund. Er ist etwas extrafeines und nach den jetzigen Preisen höchst preis würdig. Sie können sich daraus verlassen, daß dieser Kaffee ausgezeichnet gut ist l!.&E.Mueller Qo. 200 Ost Washington?., Ecke der New Jersey Str. Dr. O. G. Psass, Qrjt, Wundarzt um Geburtshelfer Office : 4S Radieon Are, Spch ft b : Worgini ton 8 MI 9 Hit. Machmittag von 1 b'.t 8 Uhr. , , 7 8t I k. ET el,bo 18. Oshuuag : 141 CT. Alabama St. Ttltvbon 9)86. Indianapolis WATER COMPANY 23 Süd Peunsv'vankastr liefert ausgezeichnetes Wasser zum Trinken, Kochen, Waschen, Baden, für hydrau lische Elevators, Maschinen und Motore, sowie zum Feuerschutz. Kosten außeror dentlich mäßig. ICl, ornas A. Morris, Präsident.

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