Indiana Tribüne, Volume 10, Number 262, Indianapolis, Marion County, 10 June 1887 — Page 2

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Zndiana Tribune. Erscheint Si g li eZ und SVtags. CTU tJU$ .XrtCsint- tonet durch bin Zslfcx D f tntl jtt Z3o5, di Constagl ,IrtBa5 Cistl i tt vch. fSttb mfarnnt li Stntl. VI Po? agtf$tft tn S r Sx. Offtee: I L0 O. MarvlaudKr. Indianapolis, Ind., 10. Jrni 1887. Erfahrungen eines PostinspeetorS. Ein Postinspecto? erzählte : Der schlimmste Fall, den ich je zu behandeln furic, ereignete sich in einer kleinen Postanstalt in Penns'?lvani;n. Es war bekann: geworden, daß dort seit einer geraumen Zeit eine Menge von Briefen gestohlen worden war. Ich nahm einen breitkrämpigen Hut, reiste in den Ott und sagte zu Jedermann, ich sei gekommen, um Vied zu kaufen. Während der Zeit, daß ich mich im Orte aushielt, gab ich auf der Post verschiedene Briefe ab, um den Schwindler abzufangen, doch konnte ich es kaum glauben, daß der Dieb in der Postanstalt selber sein Werk ausübe. Der Postmeister war eine alte, ehrliche deutsche Haut, auf den sich Je dermann, der ihn kannte, mit ruhigem Gewissen verließ. War der Alte nicht zu Hause, dann versah seine 18jährige Tochter den Postdienst, ein bildhübsches Mädel, welches mit einem reichen Far mer in der Umgegend verlobt war. Mein Verdacht lenkte sich schließlich auf das Mädchen. Ich wartete eine Woche lang, bis sich mir eine Gelegenheit darbieten würde, zu erproben, ob meine Muthmaßung auf Waheit be gründet war. Meine Ausdauer wurde endlich mit Erfolg gekrönt. Die Eltern des Mädchens fuhren aus der Stadt, um bei Verwandten einen Besuch abzustatten, und das Mädel mußte unterdessen, wie gewohnlich in solchen Fällen, den Postdienst versehen. Ich ließ einen Brief in der Postoffice, dem man es ansehen konnte, oaß er Geld enthielt, und ging meiner Wege, ohne meine amtliche Stellung dem Mädchen zu verrathen. Nach einer Weile kam ich wieder, erklärte, ich sei der Postinsvector, und wollte die Postsachen sehen. Das Mädchen gehorchte zitternd meinem Verlangen : mein vor Kurzem abgegebener Brief war wirklich schon fort. Ich verlange den Brief, den Sie heute aus dem Postsack genommen baden," sagte ich zu dem Mädchen mit eisig kalter Stimme. Sie brach in krampfhaftes Schluchzen aus und riß sich verzweiflungsvoll das Haar aus dem Kopfe. Ich stand ruig und unerschüttert da, als ob mich ihr ganzer Jammer nichts angehe. Schließ lich schien sie zu einem Entschluß gekommen zu sein. Sie stürzte sich auf mich, begann m?ch zu küsien, umschloß mich mit ihren Armen und flehte : Sie werden mich nicht in's Zuchthaus schicken, nicht wahr? Ich soll jetzt beirathen. O, mein Gott, was soll ich thun?" Ich berub'gte sie, so gut es mir unter den obwaltenden Umständen möglich war, und sagte ihr, es würde sich vielleicht tbun lasten, daß sie nicht in das Zuhthaus gehen müßte. Vor Allem forderte ich sie auf, mir die volle Wahrheit zu sagen. Ich will Ihnen Alles gestehen," sagte daS Mädchen. Alle die Briefe, die von dieser Station fortgekommen sind, habe ich allein gestohlen, mein Vater ist gänzlich unschuldig. Erführe er, was ich gethan habe, so würde sein Herz brechen. Ich hatte nichts Ordentliches an zuziehen, hatte Geld nöthig und nahm deshalb die Briefe, in welchen ich Geld verrnutbete. Bitte, stürzen Sie mich nicht in's Unglück!" Ich blieb im Hause, und als der Post meiste und seine Frau wieder heimge kehrt waren, sahen sie sofort, daß etwas Seltsames geschehen sein müsse. Sie glaubten erst, ich hätte mich an ihrer Tochter vergangen und wollten mir deshalb an den Leib gehen, doch legte sich das Mädchen noch rechtzeitig in's Mittel. Dieser Mann," sagte sie auf mich weisend, ist der beste Mensch auf der Welt. Er bat mein Leben gerettet." Die alten Eltern boten ein solches Bild grenzenlosen Erstaunens, daß ich eö vorerst vorzog, sie mit den näheren Umständen des Falles noch nicht bekannt zu machen. Erst nach längerer Zeit sah ich mich veranlaßt, ihnen den wahren Sachverhalt mitzutheilen. Ich sagte dem Vater, daß ich von Rechtswegen seine Tochter verhaften müßte, doch hätte ich mir die Sache überlegt und zöge es vor, die Strenge .es Gesetzes gegen die Sündenn nicht in Anwendung zu bringen. Der alte Mann versprach mir, daß seine Tochter nie mehr die Postsachen anrühren sollte. Sie ist jetzt verheirathet, hat mehrere Kinder und genießt in der ganzen Gegend hohe Achtung. Nicht minder interessant war der fol ende Fall. Mir siel ein gedrucktes Rundschreiben in die Hände, welches folgende Ankündigung enthielt : Greenbacks, Greenbacks! Ich will Geld, so gut wie echt, zu 10 Procent des Nennwerths liefern. Schickt einen Dollar für eine Probe. Verschwiegenheit Ehrensacke. John Adams." Ich brachte heraus, daß besagter John Adams der Herausgeber einer ländlichen Zeitung war, und stattete ihm einen Be such ab. Er gestand Alles ein, meinte aber zu seiner Entschuldigung, er habe die aame Geschichte nur zum Spaß angestiftet. Hätte ihm Jemand einen 5 . ' r t - l r - ... . ; t . ? Dollar emgeiHlul, ivivuroe er 19m einen auten Rath" gegeben haben, der doch unter Umständen mehr werth sei, als ein Dollar. Ich zeigte den Schwindler an, es aelana ihm jedoch, dem Zuchthaus zu entwischen, und er gibt noch bis auf den r .... o- e o. (.... ; " yeuiigeii t,aQ o5l4U,lö y Der neue NordOstseecanal. Vor einigen Tagen hat bekanntlich tt Arbeit an dem neuen Eanal beaonnen. welcher die Nordsee mit der Ostsee verbinden soll, erster urnpe war es atürlick die Absicht der deutschen Ne gierung, vermittelst dieses Eanals einen Ieauemen Fabrweg zwischen den beiden

Meren für dtt Krlegsschlssi der fctui schen Marine zu schassen. Der Eanal beginnt an dem Kieler Hafen in der ,'ähe von Haltenau, südlich von der starken Festung Friedrichsfort. Er wird die Provinz Holstein in der Umgegend von Rendsburg durchschneiden und in der Nähe von Brunsbüttel oder doch zwischen diesem Punkte undSt.Margarethen die Mündung der Elbe berühren genug sein.um selbst die Er wird breit größten Pan;erschisse der deutschen A!arine, wie z. B. den König Wilhelm," bequem neben irgend einem andern.

aus der entegenzeseyten zilicytung lommenden Scd'isf rorbeivaffiren zu lassen. Das Projecr, den )!ord-Ostseecanal zu bauen, war schon seit einer langen Reihe von Jabren in der Schwebe, konnte aber natürlich erst dann zur Reife gelangen, als beide Enden des beabsichtigten Ea nals in den Besitz eine: Macht aelangt waren, die nickt allein den Willen, sondern auch die (seldmittel belad, um das große Unternehmen durchzuführen. In erster Reihe waren dabei für die pnußische Regierung die strategischen Gesichts punkte überwiegend. Es galt, einen Seewea ut schaffen, der vollständig in der Gewalt der Deutschen stehen und von dem Bett und den Kustenvatterien und Torpedos Dänemarks gänzlich unbelästiat sein würde. Zum östlichen Ausgangspunkt des Eanals eignet sich Kiel mit seinem großen Hafen ganz ausgezeichnet, wäbrend auch das westliche En de des (icnale sehr stark befestigt werden soll. Ob das neue Unternehmen sich aucb financiell bewäbren wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wird es auch für Handelsschiffe von Vortheil sein. sich des kurzen und bequemen Kanals auf der Fahrt von der einen feee in die andere ;u bedienen. Der Bau des Eanals wird ungefähr sechs Jahre in Anspruch nehmen. uaranrane in v.w kUHlWI Während unten in einzelnen Staaten Südamerika's die Cholera noch immer massenhaft ihre Opfer fordert, droht uns in den Ver. Staaten, wenigstens dem südlichen Theile derselben, von Neuem eine Gelbsieber Epidemie. Es ist be kannt, daß bcreils mehrere Fälle von gelbem Fieber in Key West in Florida vorgekommen sind, und allgemein rüstet man sich, diesem Feinde der Menschheit mit den Waffen der Wissenschaft entge genzutreten. Besonders in Louisiana hält man diesmal sehr strenge Ausschau gegen die Pestilenz. Aus N'ew Orleans wird u. A. geschrieben : Das Auftreten des gelben Fiebers in Key West hat die ganze Aufmerksamkeit unserer Staatsgesundheitsbehörde wachgerufen, und es werden alle Vor sichtsmaßregeln getroffen, um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern. Man befürch:et scheints weniger, daß die Krankheit auf dem Seewege New Orleans erreiche, als auf dem Landwege über Florida. Im Staate Florida be steht kein State Board of Health" und in Folge dessen werden in den einzelnen Häfen Quarantäne Maßregeln gar nicht oder sehr lar durchgeführt. Dr. Holt, der Präsident der Gesundheitsbehörde von Louisiana, bat nun an den Gouverneur von Florida ein sihr vernünftiges Schreiben gerichtet, worin er ihn darauf aufmerksam macht, daß die Paint" Dampfer-Linie. zwischen Havana und dem Hafen Tampa an der Küste von Florida verkebrend. Paffagiere landet, die in keiner Weise irgend wel chen Ouarantäne-Maßregeln unterwor? fen werden, trotzdem sie von Orten kommen, die thatsacblicherweise von gelbem Fieber heimgesucht sind. Diese Leute kommen vielfach mit den verschiedenen Bahnlinien dircct hierber, und es existirt deshalb eine große Gefahr der Einschleppung der Krankheit von der Land seite in unsere Stadt, trotzdem auf dem Mississippi und an der Küste Ouaran' tänemaßregeln sehr strikt durchgeführt werden. Die Desinfektion des Inhalts von Schiffen, der Ladung sowohl als des Mobiliars, geschieht auf den Stationen nicht mehr wie früher durch trockene, sondern durch Dampfhitze. Die trockene Hitze, ganz abgesehen davon, Vaß sie die zu desinficirenden Gegenstände leichter beschädigt, hat sich auch, wie Wissenschaftlich bewiesen, nicht so wirkungsvoll als Dampshitze erwiesen. Durch dieselbe werden Krankheitsorganismen schon bei einer Temperatur von 150 Fahrenbeit zerstört, Spuren dagegen, welche sehr vielfach Krankheitskeime enthalten, bt-. dürfen zu ihrer Zerstörung einer Temperatur von 210 dabei müssen die Ge genstände zum mindesten 10 Minuten der Hitze ausgesetzt werden." Der Kasseemarkt. Im Januar 188,". kamen aus Brasilien Berichte, daß es mit der dortigen näch sten Kaffeeernte sehr schlecht aussehe. Dieselbe würde wahlscheinlich noch geringer ausfallen.als im Jahre 178-7i., in welchem Brasilien im Ganzen nur etwa drei Millionen Säcke Kaffee zum Versandt für das Ausland übrig hatte, während in anderen Jahren die Aus fuhr fünf bis sechs Millionen Säcke betrug. Eine Folge davon war, daß der Preis für Kaffee sofort in die Höhe stieg. Wäbrend er im Februar des Vorjahres nur 6.55 Cents per Pfund gekostet hatte, stieg er in demselben Monat des nächsten Jahres bereits auf 13 Cents, hatte sich also nahezu verdoppelt. Es waren einige hervorragende Fir men in New Zjork, die sich dem KaffeeHandel widmen und den Beschluß faßten, ein Syndikat zu bilden, um den Preis für Kaffee in die Höhe zu treiben. Zu denselben gehörten Joseph I. O. Dono hue & Son, Siegfried, Grüner & Co., und W. H. Croßman & Brother. Ihnen schlössen sich n Havre die Firmen Busch & Co., Windeeheim, Schmidt; & Co., Lepham & '5o., Haese Bros., Lsuis Haas und Louis Reinhardt sowie der Speculant L. Bellest an. Bald machte sich die Bedeutung und der Einfluß dieser Firmen auf dem Kaffeemarlte fühlbar. Sie trieben durch gemeinsames Vorgehen den Preis für 5iaffee auf eine geradezu fabelhafte Weise in die Höhe. Besonders in New I)ork erlangte die Kaffeebörse dadurch eine solche Äedeutung, daß sie kaum der Actienborse nachstand. Es heißt, daß die Speculanten an jedem Pfund Kaffee ungefähr d Cents Reingewinn aemackt baben. Die

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drei großen WW Yorker Firmen Und ihre Verbündeten in Havre haben angeblich durch die geschickte Leitung des Kaffeemarktcs mindestens 85,000,000 verdient. Im April d. I. sahen die Specukanten in Havre und in New Aork ein, daß es so nicht weiter gehe, und sie be gannen langsam abzuwiegeln. Sie hatten jedoch nicht mit einem Syndicat gerechnet, welches sich an Ort und Stelle in Brasilien gebildet hatte und Hauptsächlich aus den Firmen Berlacotrim & Co., Jobn Bradshaw 6z Co., G. Amsinck & Co., und Phivvs & Co. bestand. Die beiden letzteren Firmen haben gleichfalls Commanditen in öiew )orf. Die Brasilianer gaben sich den Anschein, als ob sie die Idee verlachten, daß die diesjährige Kaffeeernte Brasiliens mehr als drei Millionen Säcke betragen werde, und thaten einen kübnen Zug, indem sie an einem einzigen Tage in der New Iorker Kasieebörse 200,000 Säcke aufkaufen ließen. Der Preis für das Pfund wurde dadurch auf 18 Cents hinaufgetrieben. Die steigende Tendenz" wurde von den Speculanten so glücklich festgehalten, daß in einigen Tagen später das Pfund bereits 21 Cents kostete. Die Firma Arnold & Co. in New Sork führt gegen wärtig auf Rechnung des brasilianischen Si)ndicats 400,000 Säcke, die Firma William Scott, Son & Co. 200.000, und die Firma Henry Hentz 200.000 Säcke auf Lager. Bis auf den heutigen Tag sind die Brasilianer die Herren der Situation und m'oncpolisiren den gesammten Kasseehandel ihrer Heimath. Kaffee, der im Januar 1866 noch L9 per Sack gekostrt hatte, muß jetzt mit 830 bezahlt werden. Die Preissteigerung ist so unsinnig hoch und durch die Thatsachen so wenig geboten, daß man allgemein erwartet, es werde bald zu einem Krach kommen, in welchem die Speculanten nothwendigsr Weise den Kürzeren werden ziehen müssen. Die Kleinbändler mit Kaffee klagen, daß der Verkauf dieses Artikels in der letzten Zeit ganz bedeutend abgenommen hat. Dafür soll die Nachfrage nach Ci chorien um 150 Procent zugenommen haben. Auch Vobnen und Erbsen als Kaffeesurrogat sind im Preise gestiegen, und sogar die Bundesregierung hat angeocd net, daß für diescsJahr nicht 3000 Säcke Kaffee, wie in früheren Jahren, für die Armee angekauft werden sollen, sondern nur 2,100 Säcke. Der Kaffee sei einfach zu tbeuer ! Beiläufig sei erwähnt, daß die Aussichten auf eine gute Kaffeeernte in Bra silien auch in diesem Jahre gar nicht schlecht sind, und daß die dortigen Pflanzer viel mehr Kaffeesträucher angepflanzt haben, seitdem die Preise für die Bohnen so hoch gestiegen sind. Vom Inlande. Die Indianer in Arizona fangen wieder an. übermüthig zu w'rden. Vor einigen Tagen wurde von ihnen, 00 Meilen nördlich von Benson am San Peoro Niver. der Viehtreiber William Diehl, dem Namen nach alsc ein Deutscher, ermordet. In )!eu Braunfels in Terak siel kürzlich ein zwei Jahre altes Kind in einen 100 Fuß tiefen Brunnen. Die Muttcr band einen Haken an ein Sei von genügender Länge, und nach sechsstündiger Arbeit gelang es ihr, das K leint herauszubringen, das noch am Leben, aber von dem Haken stark zerfleischt war. Nach einem Berichte des Ministers für Fischereien in Canada be trug der Totalertrag des Fischfangs in der Dominion im vergangenen Jahre Si 8, 078, &()(). also 8950,000 mehr, als im Jahre 1885. Man kann daraus ersehen welche bedeutende Stellung in der Volköwitthfchast der Dominion der Fischfang bildet. Im Unterhause der Legisla tur von Michigan wurde vor einigen Tagen üder die Localopüon-Bill abgestimmt. Für dieselbe wurden 47, gegen dieselbe 4t Stimmen abgegeben. Zur Annahme derselben wäre eine Mehrheit aller erwählten Mitglieder nöthig gewe sen, und an dieser Mehrheit fehlten 4 Stimmen. Die Bill ist somit abgelehnt, doch soll die Abstimmung in Wiederer wägung gezogen werden. Die New Iorker Handels, kammer wird nervös. In einer ihrn letzten Sitzungen erbleichte sie angesichts des vertheidigungslosen Zustandes des Hafens und beschloß, daß die Stadt New Sork acht bis zehn Widderschisse bauen müsse, wenn die Bundesregierung nichts zur Vertheidigung des Hafens thun wolle. Die Bemühungen des Flottenministers Whitney, eine Seewehr aus frühe ren Seeleuten von der Bundesstotte zu schaffen, wurde höchlich belobt. Ein gräßlicher Unfall ba in Parsons in Kansas eine junge Wittwk Namens Patterson betroffen. Auf eineni Spazierritte wurde sie von ihrem Pferdi abgeworfen, blieb aber unglücklich Weise im Steigbügel hängen, und daö erschreckte Thier schleifte sie in wildester Flucht ungefähr eine Meile weit. Du Frau ist furchtbar zugerichtet. Ihr Gesicht ist zu einer unkenntlichen Mass geschwollen, das eine Auge ist ausgeris' sen und man erwartet stündlich ihren Tod. Gouverneur Hill von New Fork hat jetzt die Gesangvereins-Bill unterzeichnet, welche den Gesangvereinen gestattet, ihre Proben in Localen abzw halten, welche eine Wirthschaftslicenz besitzen, ohne daß die Inhaber der Locall genöthigt sind, eine Concerthallen-Licenz von $500 zu bezahlen. Indessen dürfen aber in diesen Localen nur Privat-Sing Übungen abgehalten werden, keine Concerte. Wünschen die Vereine letzteres zu thun, so muß es in einer Halle geschehen, welche eine Licenz als Concertlocal be sitzt. Ein bekannter Bürge? vo? Biddleford in Maine litt seit einiger Zeit on einem kleinen Geschwür an der Stirne, welches ihm viele Unannehm lichkeiten bereitete. Er wußte sich die Entstehung desselben nicht zu erklären und versuchte alle ibm bekannten Heil' mittel, doch halfen dieselben nichts, und das Geschwür wurde immer schlimmer. Endlich entdeckte er die Ursache seines Leidens. Er hatte sich einen Hut ge kauft, dessen Band mit einer grün an gemalten Schnalle zusammengehalten wurde. Die Farbe der Schnalle enthielt

ArsiNik lind daS feist !var dein Mdrtiit j in die Köpshaut gedrungen und hatte das Geschwür erzeugt. Schnei d" m u ß man ha ben. Von einem Manne in Portland in Maine wird erzählt, er habe eine fasche ?!ase, ein Glasauge, im Ganzen nur drei Finger und einen Daumen, ein Ohr, falsche Zähne, falsches Haar und einen Stelzfuß Trotzdem ist derselbe der lebhafteste Mann in der ganzen Stadt. Er geht jeden Tag zehn Meilen weit, ganz egal, ob es fchönrs Wetter isi oder regnet. Er hat bereits drei Frauen gehabt und dieselben sämmtlich überlebt. Seither sind ihm fünf andere Ehe anbietungen gemacht worden, doch hat er sie alle ausgeschlagen und nur erklärt, er denke vorläufig" noch nicht wieder an's Heirathen. Ein glaubwürdiger Zeitungsschreiber in Washington erzählt folgendes Beispiel von verwohlfeilterem Kleiderstaat : Er fuhr eines Abends die Pennsylvania Avenue entlang, als ihm eine ihm bekannte Frau auffiel, welche reich in Sammet und Seide in fashionabler Weise gekleidet war. Er ließ sofort halten, stieg aus und näher:? sicb ihr achtungsvoll mit den Worten: Marie, wie kommt es,aß Sie sich so kostbar von dem bescheidenen Gehalte kleiden können, welches Ihr Mann bei mir als Setzer begeht? Wie ich genau weiß, ist dies Alles,' was ihm an Mitteln zu Gebote steht. Ich habe immer eine große Theilnahme für Ihren Mann gefühlt, allein dieser Beweis von Verfchwendung bekümmert mich." Dies Kleid gehört nicht mir," lautete die Antwort der Frau. Ich gehöre zu einem Club von sechs Mitgliedern von gleicher Größe, und dieses Kleid steht mir wöchentlich einen Tag zur Verfügung. Ich wähle mir gewöhnlich den Montag, weil mir die auf diesen Tag fallenden Empfänge bei den Familien der Ober-Bundesrichter am Besten gefal len. Sie sehen ein, wir haben aufdiese Weise ' alle Sechs unsern angenehmen Tag und jede macht eine imponirende Erscheinung mit wenig Kosten." Das Verfahren dieser Frauen ist jedenfalls ehrenhafter, als das so mancher andern, welche durch ihre Putz- und Genußsucht ihre Männer in Schulden stürzen. Welche Canaillen in der New Iorker Polizei angestellt sind, er: sieht man auch an der Schandthat des Polizisten Ed. Hahn gegen den braven Thürsteher des Castle Garden, Jack Hus sey, der so viele Menschen aus den Fluthen gerettet hat. Hussey befand sich Abends halb zehn Uhr in einer Wirthschaft in der Nähe seiner Wohnung und hatte seine 13 Jahre alte Tochter be' sich In jener Wirthschaft traf er den besage ten Hahn, der auf einem Polizistenaus' fluge zu viel getrunken hatte und einen ihm bewilligten Urlaub mit Saufen ver bringen wollte. Die beiden Leute gerie: then in Streit. Hussey ging auf Vran lassung seiner Tochter weg und begab sich in eine anders Wirthschaft, doch Hahn folgte ihm dorthin und erneute den Streit. Im Verlaufe desselben zog Hahn seinen Revolver und schoß nach Hussey, welcher nach der Thüre zu ging. Hahn lief ihm nach und feuerte noch drei Schüsse auf ihn ab, von denen einer dem Hussey in die Leber fuhr und diese durchbohrte. Der Verwundete schickte nack seinem Sobn und ließ sich von diesem nach dem Hospital bringen, wohin man noch in der Nacht den Coroner beschied. Hahn, welcher etwa ein Jabr bei der Polizei ist, war früher Schankwärter in einer berüchtigten Kneipe, erhielt aber trotzdem eine Anstellung als Polizist. Er wurde noch in der Nacht seiner Schandthat verhaftet. Sein Versuch, die Schandthat als ?!otbwehr hinzustellen, wird von Augenzeugen Lügen gestraft. Die Aerzte hoffen, das Leben Hussey's retten zu können, da er ein sehr kräftiger Mann ist. Vom Auslande. Einen launig en Epilog Widmet D. Spitzer, der Spaziergänger der N. Fr. Pr." der Wiener Wolter. feier. Er sagt : Die Jubilarin wurde mit Kränzen und Blumen überschüttet, die nach Wien zuständigen Lyriker feierten sie in Versen, die neuerdings zeigten, daß die gebundene Sprache nur dazu dient, die Gedanken zu verbergen, und wenig hätte gefehlt, so wären der be wunderten Künstlerin auch die so verdienstvollen Pferde ausgespannt worden. Aber Kränze, Lyriker und Pferde vergehen, während ein unvorsichtig begangenes Jubiläum in der Erinnerung der Theaterbesucher fortlebt. Es muß ein großer Conflict zwischen Eitelkeit und Ehrgeiz in der Brust einer Frau entstehen, bevor sie sich entschließt, ein fünf undzwanzigjähriges Jubiläum zu feiern und für die Galanterie die Ehrfurcht einzutauschen, indem man offen gesteht, daß man nicht mchr zu den Jungen ge höre. Und nun gar, wenn diese Frau eine Schauspielerin ist, die noch Rollen von äußerster Verliebtheit glänzend zu spielen vermag. Denn wen reißt Frau Wolter nicht auch hin, wenn sie in den französischen Toiletten- und Ehebruchs dramett die leichtsinnigen Frauen giebt, die zwischen Pflicht und Abwechslung hin und herschwanken, die in ihrem regen Sinne für die Anforderungen der Mode zuletzt auch den Mann als ein Toilettestück betrachten, und ebenso wie einer Robe, die man nicht immer tragen kann, auch des ewigen Einerlei ihres Mannes überdrüssig werden, den man nicht einmal wie jene mit einem Spitzen besatze auffrischen oder blau färben las sen kann. Wüßte Frau Wolter nicht solche 3tollen durch wahre Leidenschaft zu adeln, man müßte über diese Modeda men, die ihrem Manne im dritten Acte durchgehen, aber nicht, wie man vermuthet hätte mit ihrem Schneider, son dern mit einem Liebhaber, die, sobald sie gefallen sind, die reinen Engel werden und nach den' Flitterwochen des Ehebruchs zu den Gatten, die erst richtig denken, nachdem sie den Verstand ver loren, reuig zurückkebren, fürchterlich la chen. Doch eine Schauspielerin wie die Wolter kann es selbst unter den erschwerenden Umständen eines fünfundzwanzig jährigen Jubiläums unternehmen, solche Rollen fortzuspielen, und sie wird gewiß noch lange die Zuschauer sowie über die Dummheiten der Handlung, auch über die Dummheiten der Zeit hinwegzutäu Wissen.

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