Indiana Tribüne, Volume 10, Number 237, Indianapolis, Marion County, 16 May 1887 — Page 3
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Schwere Kämpfe.
Rowan don I d. Vrun Barnod. (Fortsesung.) Qjstnz entsetzt fuhr empor. Sie glaubte, es sei ihr Mann gewesen, und blickte wild und aufgeregt um sich. Bald aber erkannte sie ihren Irrthum und war nicht allein überrascht, daß sie den großten Theil der Fahrt verschlafen hatte, sondern auch im Zweifel, ob sie das Letz:e wirklich erlebt und nicht das AlleS ein Traumbild ihrer erregten Phantasie gewesen sei. Doch auch darüber kam Klarheit und volles Bewußtsein zurück, und sobald sie dieses gewonnen hatte, war ihr erstes, zu erfragen, wann der Anschluß nach S ging, und ob man vielleicht Zeit habe, einige Zeilen zu schreiben. Das hatte sie : der Zug nach S ging erst des Morgens um fünf Uhr ab und traf in B , der nächsten Station vor ibres Vaters Besitzthum, um sieben Uhr ÄorgenS ein. Lore zog sich auf dem Bahnhof in's Damenzimmer zurück, beauftragte einen Kellner, ihr Briefpapier und Sckreibutensilien zu besorgen und führte sofort die Absicht, an ihren Bruder zu schreiben, aus. Sie verschwieg ihm nichts, so kurz sie sich auch zu fassen suchte. Eine erstaunliche Ener gie und Klarheit war über sie gekommen, mit welcher sie in wenigen Zügen das kurze, traurige Bild ihrer Ehe bis zu dem Moment ihrer Flucht ihrem Bruder entrollte und ihn beschwor. Alles, was in seinen Kräften stände, zu thun, um im Gutewoder Bösen ihr zartes Kind, den einzigen Schatz auS dem furchtbaren Schiffbruch ihrer unglücklichen Ehe, der Macht ihres Mannes zu entziehen. Du wirst mir- glauben," schrieb sie, da& ich nimmermehr mit solcher Entschloenheit auf einer Scheidung sowohl wie auf dem alleinigen Eigenthumsrechte meines Kindes bestände, wenn mich nicht schwerwiegende Gründe dazu veranlaßten. Ich hätte den Leidenskelch meiner Ehe bis zu Ende ausgekostet, wenn sein Gift mir nur den Tod gebracht hätte. Meines Kindes wegen darf ich es aber so weit nicht kommen lassen. Das kaum geborene, in seiner Wiege durch die Schuld seines Vaters gebrandmarkte Kind muß ich dem verderbenbringenden Einflüsse seines betrügerischen Vaters entziehen. Ich weiß, um mich zur Rückkehr zu zwingen, ist er im Stande, mit dem Kinde nach Amerika zu fliehen. Er weiß, ich würde meinem Kinde zu Liebe, wenn ich es nicht anders erlangen könnte, ihm bis zum Ende der Welt fol gen, und darauf baut er jetzt seinen Plan. Das äber würde nicht mein Ver derben allein, sondern auch das meines unschuldigen Kindes werden. Ich flehe Dich daher an : Rette mein Kind, rette mich ! Suche seinen Plan zu vereiteln, reise sofort nach Empfang dieser Zeilen nach C. ab, wo die Pachtung meines Mannes liegt! Bringst Du mir mein Kind zurück, so wird meine Dankbarkeit gegen Dich grenzenlos sein !" Der Brief war beendkt, unterschrieden, adressirt und aufgegeben. Ferani konnte ihn den Morgen noch erhalten und .vielleicht denselben Tag noch auf der Pachtung eintreffen. Zum ersten Mal nach den furchtbar durchlebten letzten 24 Stunden kam ein Gefühl der :Kufce, or Abspannung über sie. Sie hatte Alles gethan, was zu thun in menschlicher Berechnung und Macht lag. jetzt hieß es, das Weitere Gott anheimstellen. Der heftige Frost, welcher sie unausgesetzt schüttelte, die übermäßige Schwäche, die, sobald die unnatürliche Anspannung ihrer Nerven nachließ, sich ihrer bemächtigte, die Sorge, daß sie krank werden und am Ende das Zul ly rer Reise aar nicht erreichen könnte, der anlaßte sie, etwas zu genießen. Sie bestellte sich, da ihr noch Zeit dazu blieb. eine Taffe Kaffee, ein Ei und etwas Weißbrod. Obgleich chne jeglichen Appetit, genoß sie das Gebrachte und empfand die wohlthatige Wirkung davon sofort. Der Schüttelfrost ließ nach, und auch ihre Kräfte kehrten zurück. Auf den Perron wagte sie sich nicht eher, als bis der Abgang des ZugeS signallnrt wurde. Ihr Billet zur Fortseuna ihrer Reise hatte sie sich bereits mit schein Umblick gelöst und vermochte kaum den Zeitpunkt abzuwarten, bis die Klingel zum Ein steigen nach C. ertönte. Endlich ! Sie eilte hastig auf den Perron hinaus, der Schaffner öffnete aus ihren Wunsch wie der ein Damencoupee, in welchem sie diesmal die einzige Reisende war. Je naher sie der Helmaty kam, um so angst licher fragte sie sich, wie sie den Vater finden, wie er, der jetzt so Ahnungslose, diesen neuen Schlag hinnehmen würde. Diese Sorge füllte jetzt ihre Gedanken allem aus und sie kam sich wie eme Ver brecherin vor, die ihrem Richter entgegen geht. Wie würde sein Richterspruch aus fallen? Als sie die Station erreichte, von wo aus sie zu Wagen nach der väterlichen Besitzung zu fahren hatte, zog sie den dunklen Schleier vor ihr Gesicht, um a nicht erkannt zu weroen. Der Gedanke durch ihr blasses, verstörtes Aussehen die Neugierde und Aufmerksamkeit des ihr bekannten Beamtenpersonals zu erwecken. lich Lcre, sobald sie das Coupe verlassen, sich sofort nach einem Wagen umsehen. Er fand sich in einer halboffenen Chaise, welche der Gastwirth Zum Stern" aus der kleinen Landstadt sur ankommende Fremde geschickt hatte, und die soeben leer wieder fortfahren wollte. flut scher zeigte sich bereit, die junge Frau nach der eine Stunde entfernten Bentzung Herrn Warnow S zu fahren. Ob gleich erst kurze Zeit in der Gegend, war Tt. ... v cm . . l r r. . i iym oer u;cg corzytN vocy oeiannr. Der Morgen war schön, aber gerbst kühl, die Sonne noch nicht mächtig ge nug, um den Nebelschleier zu zerreißen, den die Nacht über die Erde gesponnen hatte. Rüstig schritten die Marktweiber unter der schweren Last ihrer mit Ge muse und Geflügel beladenen Tragkörbe zur Stadt und wischten sich trotz der Kuhle des Morgens mit ihren bunt gedruckten Schürzen den Schweiß von der Stirn. Lore hätte eine von diesen armen grauen sein und alle ihre Lasten gern austauschen mögen gegen die Last, welche sie trug. Sie ertappte sich auf dem Wunsche, daß dieser Morgen veniger frisch, weniger schön wäre, und daß um sie her ein todter, grauer Winterfrost itett dieler reaen Tbätiakeit. düstren.
regendenHelligkeit des anbrechenden Tages geherrscht hätte. Der Morgenwind, der ihr entgegenwehte, suchte ihr bei dem scharfen Borwärtsfahren den dunklen Schleier von dem farblosen Gesicht zu beben und rief Erinnerungen glücklicher Tage wach, an denen sie den eigenen kleinen Ponywagen gelenkt, die Pferdchen zu schnellem Trabe angefeuert und, von den Gefühlen frohlockender Freiheit und Selbstständigkeit berauscht, dem Wind entgegen, mit flatternden Locken denselben Weg wie heute genommen, um die Postsachen von der
Station zu holen. Wie stolz war sie auf das Vertrauen gewesen, das ihr hierbei der Vater geschenkt hatte. Ihre Gedanken würden immer wehmüthiger, immer intensiver die Erinnerungen an ihre kurze, glückliche Jugendzeit, mit denen ihre Phantasie ihr armes Herz quälte. Sie verlor auf Augenblicke dabei ganz die Gegenwart aus dem Auge, oder wollte sie verlieren, was dielleicht richtlger ist. Sie sah nichts mehr von der Straße, den Bäumen, den Stoppelfeldern. Sie lehnte . im Wagen zurück, die Augen geblendet von dem immer ho her steigenden Sonnenlicht. Es zerriv jetzt den Nebelschleier und zwang sie durch seine strahlende Helle zum Aufblick. Da lag es vor ihr, das väterliche Besitzthum, links der Forst mit der weiten, sandigen, blaulich schimmernden Haide, rechts die mächtigen Fabrikgebaude, hinter denen sich das Wohnbau?, der Park, der See verbarg, von dem im rechten Winkel ein breiter, tiefblauer Streuen sichtbar war, an dem sich in violetter Färbung die heimathlichen Berge hinzogen. Der Kutscher wollte letzt von der Chaussee ab in die Kastanienallee einbiegen, welche gerades Wegs zum Gute führte. Lore gebot ihm jedoch zu halten und forderte ihn auf, den anderen Weg durch den Forst einzuschlagen. Es ist aber em Umweg von fast emer Viertelstunde, Madame," sagte der Kutscher. ..Das thut nichts, ,ch habe keme Eile und der Weg durch den Wald ist schöner." Kann's nicht finden," brummte der Mann, kann überhaupt nicht noch, länger vom Hause fortbleiben." So will ich den wetteren Weg zu Fuß zurücklegen," erwiderte die junge Frau lebhast und lohnte den utjcher ad. )ie se? lüftete den Hut, war ihr beim Aus' steigen behilflich, schwang sich dann wieder auf den Bock und fuhr davon. 9 w r p rr uuetch im Ansänge oer z, ananienauee führte ein schmaler Fußpfad in unregelmäßiger Linie durch den Wald nach dem Park. Lore schlug diesen ein. Eine lautlose Stille umgab sie, hin und wie der durch leises, lockendes Vogelgezwit scher unterbrochen. Jeder Schritt, den sie auf dem weichen, mit Moos beWachsenen Wege vorwärts that, weckte Erinne rungen an ihre Brautzeit, die sich jetzt schwer und bleiern an ihre Füße hingen. Sie machte einen energischen Versuch, sie abzuschütteln und schritt hastiger vorwärts. Jetzt' trat sie aus dem Walde heraus und erreichte den Park. In herbstbunter Pracht schillerten die. Büsche, todtes Laub lag auf den Rasenplätzen, und zwischen den braunen und gelben Blättern glänzte das saftiggrüne Gras,. leuchtend wie die' Hoffnung, die unter allem Welken und Vergehen unverdrossen grünt. Im Hintergrunde schimmerte der See tiefblau,- und das leise Murmeln der Wellen schlug an ihr Ohr. Alle Rofen auf den Beeten waren fort, nur einige dürftige Astern und Herbstzeitlosen singen die Sonnenstrahlen in sich auf. An den Sträuchern hingen die feinen Fäden des Altweibersommers und über daö Ganze war die durchsichtige Krystall klarheit eines schönen, sonnigen Herbstmorgens ausgegossen. Unter den Füßen Lore's knirschte unbeimlich laut der gelbe Kies, der, sorgsam gerecht, kein welkes Blatt zeigte. Ihre Schritte weckten den einsamen alten Mann auf seinem Platze unter der Linde aus seinem grübelnden Sinnen empor. Er hob den Kopf, um zu sehen, wer da so unerwartet des Weges kam. Em Ausruf des Staunen entfuhr sei nen Lippen. Jetzt erst gewahrte auch Lore ihn, die von Bangigkeit überwältigt mit gesenktem Kopfe und zögernden Schritten sich dem Hause genähert hatte. Es war ihr, als sollten die Füße unter ihr fortgleiten, und wie damals, als sie, für die Schuld ihres Mannes Verzeihung flehend, m des Vaters Füßen gekniet, glitt sie vor ihm nieder, umklammerte ferne Kniee und rief : ..Vater, mein Va ter ! Hier bin ich nimm mich auf je r r . . 7 , ' ,cy yaoe leme Heimaty, leine als Dein Herz " Mein Kind, mein armes, unalückli ches Kind!- Er zog sie empor in seine Arme. Ich wußte, daß diese Stunde kommen wurde." Mehr sagte er Nicht. Was dieses Ende herbeigeführt, was sie hierher gebracht, das sagte ihm mehr als Worte ihr Aussehen, ihr fassungsloser Schmerz, der endlich, endlich in seinen Armen Thränen and. Das Nähere zu erfahren, konnte er abwarten, Geduld hatte das Leben ihn gelehrt. Mit frauenhafter Sanftmuth, welche t, r r. ' man diesem strengen Manne nie zu getraut hätte, streichelte er liebevoll ihre vla en Wangen, drückte zartllch, berubi aend seine Lippen auf iyre kalte tirn. und besorgt, daß kein neugieriges Auge Zeuge ihres Schmerzes, ihrer Thränen a. w I i. -w r . - roeroe, irug er vie ocyker meyr, als er sie führte, mit seinen immer noch starken Armen in's Haus hinein und in sein Arbeitszimmer. Hier bettete er sie, wie eine Mutter ihr Kind, auf sein Sopha, legte ihr weiche Kissen unter den Kopf und deckte sie sorgsam mit einer warmen Decke, der letzten Arbeit seiner Zvrau. m. Sie ließ alles geschehen, wie ein müder. m früh flügge gewordener Vogel, dem die schwachen Flügel den Dienst versagt yaven, und den die Alte m's Nest zurück geholt hat. . . . . - Nur leise haschte sie nach seiner Sand, drückte die heißen Lippen darauf und zog ihren Vater neben sich nieder. Sie mukte ihm erst alles sagen, alles beichten, ehe sie sich der Nuye hingeben konnte. Ihr Schluchzen verstummte, ihre Thränen verslechten, sie strengte sich an, aefaßt zu sprechen, und es gelang ihr. Vielleicht gab ihr die Kraft dazu die starke, ' feste Hand, die in der ihrigen ruhte und so nachsichtig milde ihre Küsse hinnahm. Er machte ihr das Erzäblen, das Beichten nicht schwer. Sie brauchte nurmudeuten, und er verstand sie. nur
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vuv w iiiv vniuuv vvrnt ci iiityi verstehen, daß sie ihren Bruder gesehen, gesprochen, daß sie ihn, ihn zum Vermittler zwischen ihr und ihrem Manne gewählt hatte. Sie sah mit angstvollem Schreck, wie bei jedem Wort, welches sie über den Bruder, über ihr Vertrauen zu ihm sagte, sich sein Gesicht mehr und mehr versinsterte und. mühsam unterdrückte? Zorn in seinem Innern arbeitete. DaS war nicht mehr der gütige, milde, um sie besorgte Vater, das wai der tiesbeleidigte, gekränkte Greis, dessen i r .t. . . . . . . . aare ole?es oones wegen vorzeitig ger r i c r rv . r - t p vielcyr, oenen ynecen ourcy vie Erinnerung an des Sohnes Schuld vergiftet worden war. Seine Hand entzog sich der ihrigen, seine Lippen bebten, und seine Augenbrauen zogen sich drohend zusam . r . i . . a r. a . . . . . men. ie iay mir xurcyr uno ineyen dem Ausbruch seines Jähzorns entgegen. . Ein Blick auf sein todtblasses, schwer- - geprüftes Kind, und die Wogen des Zorns rollten zurück. . Nur in der Tiefe grollte es noch, als er mit rauher Srim-1 me sagte: Du hast unbesonnen, voreilig gehandelt, Lore, aber ich begreife, in Deiner Lage that schnelle Hilfe noth. Gebe Gott, daß Dein Bruder die richtige vrmgt!" Du zweifelst daran " rief sie leiden schaftlich. O mein Vater, zweifle, ach zweifle an Werner nicht!" und sie hob flehend die Hände empor. Wenn Du ihn sehen wolltest, würde ein Blick Dir sage, wie sehr er Dein, mein Vertrauen verdient Ja, ein kurzsichtiger Blick wie der Deine! Hat er Dich nicht in Deinem Manne betrogen? Wärest Du mir da mals gefolgt, welches Elend wäre Dir erspart geblieben !" Harrv ist nimmermehr Werner," sagte sie leise, die Liebe, die Unerfahren heit konnte mich blind machen ; aber 5ei Werner o mein Vater, es scheint :x schon eine Sünde, sie zusammen zu nennen! Werner ist nie leichtsinnig, nie ehrlos gewesen." "'kennst Du eS nicht Leichtsinn," brauste ihr Vater auf, daß er eine leichtsinnige Komödiantin geheirathet bat und mit ihr als Champion in der Welt herumzieht V Vater, seine Frau ist keine leichtsinnige Komödiantin," betheuerte Lore, ihre Schwäche, ihren eigenen Kummer in der Vertheidigung um den geliebten Bruder vergessend, sie ist eine wahre, eine echte Künstlerin !" So ", ihr Vater maß die Erregte, welche sich von ihrem Sitze emporgerichtet hatte, mit erstaunten, zornigen Blicken, so hast Du sie wohl auch gar aufgesucht?" vlein, das habe ich Nicht, aber ich lernte sie flüchtig, durch Zufall, wie überhaupt unsere Begegnung eine rein zufällige war, im Kurgarten kennen, ohne daß wir von einander wußten, wer wir waren. Mein Vater, glaube mir, sie ist keine leichtsinnige Komödiantin. Und mein Bruder, Vater, lieber Vater, auf ihn kannst Du, darfst Du stolz sein!" Auf ihn stolz !" rief er mit zornigem Höhne und durchmaß mit langen Schritten das Zimmer. Stoh?" und er hielt dicht vor seiner Tochter m feiner aufgeregten Wanderung inne. Stolz, fagst Du ? Vergißt Du denn, daß er Deiner armen Mutter das Hen gebrochen?" Das that die Sehnsucht nach ihm," nahm Lore den Muth zu entgegnen. Die Sehnsucht nach ihm !" wiederholte er bitter. DaS glaubst Du? Besser für ihn, für mich, ja auch für De.ine arme Mutter, wenn nur die Setnsucht ihr den Tod gebracht ! Nein, meine Tochter, der Schmerz brach ihr daS Herz, der Schmerz über die erbärmlichen Bettelbriefe, die Dein stoher Bruder geschrieben. Mit diesen Briefen hat er von Deiner Mutter Geld zu erpressen gesucht, weil er mit der Theaterprincessin das ehrliche Arbeiten verlernt hatte." Vater, das hatte Werner gethan, solche Briefe hätte er geschrieben ?" Ja, solche Briefe hat er geschrieben. Ich habe sie nach dem Tode Deiner Mutter mit meinen eigenen Augen gelesen und kenne seine Handschrift wie meine eigene, ja, wie meine eige " Er brach plötzlich jäh ab und . fuhr mit der Hand gegen die Stirn. Mein Gott, mein Vater, was ist Dir V Seine Tochter stand neben ihm und ergriff seinen Arm, wie um ihn vor einem Falle zu schützen. Du bist doch nicht krank?" - Nein nein " stöhnte er, mir ist nichts das heißt mir ist ganz wohl, aber der entsetzliche Gedanke, der plötzliche Verdacht, der wie ein Blitz strahl in mir aufsteigt lasse mich beunruhige Dich nicht !" Er ließ sich schwer in einen Sessel nie der, den sie ihm hastig hinschob. Lasse mich " bat er noch einmal, lege Dich hin sprich nicht uns Beiden thut Ruhe noth." Und Du zürnst mir nicht, mein Va ter ?" fragte Lore demüthig, schüchtern. Er schüttelte den Kopf. Nein, nein, wie sollte ich !" Es war jetzt still im Zimmer, so still, daß Lore das leise, eintönige Ticken der großen Taschenuhr, die auf ihres Vaters Schreibtische lag, hören konnte. Aber so sehr sich ihre besorgten Blicke mühten, den Ausdruck seines Gesichtes zu lesen, sie vermochte eS nicht. Seine breite Rechte deckte es, mit der er den Kopf, wie unter der Wucht der auf ihn ein stürzenden Gedanken zusammenbrechend, achützt hielt. Ein kühler unfreundlicher Abend folgte dem hellen Sonnenschein des Morgens. Graue, weißliche, seltsam zerstückle Wind Wolken tummelten sich am Himmel, und über denz Horizont sank die Sonne wie eine groe glühende Kugel in grauem Dunste unter. So schwer wie an diesem Abend war der alten Mamsell noch nie ihr Herz geweien. Langsam schlich sie m ihre Kam mer, ein bescheidenes Plätzchen, das sie ganz gegen den Willen LoreS für sich ausgewählt hatte, und daS sie auch bei behielt," als die junge Frau, nachdem sie die Wochenswbe verlassen, ihr durchaus ein anderes, beffereö anweisen wollte. Sie war eine bescheidene Natur und schob sich gern in emen Winkel, um rinem lästig zu fallen, und em zu schlichter, em fach er Charakter, rnn das Gesuchte in einem anderen Nicht sofort berauezusuy Uxl Daber icußtc Jlc auch aanz senau.
daß Harry Reichfels sie mlemem'yause wie ein treues Hausthier geduldet hatte, dem er im Grunde genommen lieber einen.Fußtritt, als ein freundliches Wort gegeben hätte. AuS Rücksicht auf seine Frau war der Fußtritt bisher unterblieden, jetzt aber war er erfolgt in der Weisung, daß sie abreisen könne und man ihrer durchaus nicht mehr bedürfe. Sie hatte dagegen den Einwand er hoben, daß Frau Lore ihr den Platz bei dem Kinde und die Wirtschaftsführung übertragen habe, welchen sie deshalb auch nicht eher verlassen wolle, als bis Frau Lore es wünsche. Was meine Frau vor ihrer Abreise bestimmt hat," erwiderte er darauf, kann jetzt nicht mehr gelten. Ich bin hier und die Wirthschaft kann auch ohne Sie gehen, da wir genug Dienstpersonal haben. Was den Kleinen anbetrifft, so hat er die Amme und bedarf einer zweiten Wärterin nicht. Im Uebrigen, sollte es gar einmal nicht gehen, springt auch Frau Eberhard bei, wie sie es schon im
Ittfrt 0n hrtf " IIMIJJ jjvtyHii 7. Das war verstandlich gesprochen und ließ keinen Zweifel aufkommen, daß Herr Reichfels sie auf alle Fälle loS sein wollte. Sie hätte dieses deutlichen Winkes von ihm nicht bedurft und 'wäre nach seiner Rückkehr sofort abgereist, wenn Nichtsein Drängen zu ihrer Abreise sie stutzig und mißtrauisch gemacht hätte. Weshalb nur wollte er sie durchaus fort haben und mit dem Kmde allein sein? Weshalb überhaupt diese Unklarhett, diese Glelchgutlgkeit über den Verbleib seiner Frau, über die Erkrankung seines Schwiegervaters? Er hatt ihr Alles von selbst zu errathen überlassen und war jedem näheren Eingehen aus dem Wege gegangen. War die alte Mamsell auch weit da von entfernt, den ganzen Zusammenhang zu ahnen, so mußte sie doch nicht allein Herrn Reichfels' plötzliche Rückkehr Ad Unterbrechung seiner Kur befremden. sondern sie mußte sich auch fragen, wes halb er letztere nicht lieber beendigt habe wenn seine Frau nun doch ohne ihn zu ihrem Vater gereist war ? Alle diese ffra gen beschäftigten sie und machten sie unentschlossen, ob sie der Aufforderung Harry Reichfels' folgen oder, selbst auf die Gefahr hin, seinen Zorn zu erregen. erst eine vcachrlcht LoreS abwarten sollte. Schweren HerzenS und ungewiß, was sie zu thun oder zu lassen habe, saß sie jetzt in ihrer Kammer. Sollte sie abreisen, oder sollte sie auf ihrem Posten bleiben, so lange von anderer Seite keine Aufforderung zur Rückkehr kam? Bleibe," caunte ihr der Argwohn zu, trage sei nen Zorn, lasse Dich, wenn es so weit kommen sollte, lieber wie einen Hund zum Hofe hinausjagen, aber halte auf Deinem Posten aus, so lange Du aushalten kannst !" Und sie hielt aus! Svät Abends, als Harry Reichfels äußerst verstimmt von dem Gute Herrn Arnbergs zurückkehrte, da er von diesem kühl empfangen und mir seiner Bitte um einen Geldvorschuß ungewöhnlich kurz abgefertigt worden war, sah er durch die Spalte ihrer Kammer noch Licht und hörte ein leises Hin und Hergehen. Sie packt ihre Lumpen ein," mur melte er vor sich hin, indem er sein Zimmer aufsuchte, gut, daß sie es thut, denn sonst hätte ich sie morgen ohne wei tere Umstände an die Luft gesetzt. So bald sie fort ist, heißt es, sich mit der Amme und dem Kinde unbemerkt aus dem Staube machen, und wenn ich mit ihm erst in Sicherheit bin, dann dictire ich meine Bedingungen." (FortNdung solat.). Mozart - Halle ! .I,oo Boh, Eigenthum. Das gröhle, schönste und älteste derartige Lokal in der Stadt. Die geräumige und schön eingerichtete Halle steht Vereinen, Logen und Private zur Abhaltung don Vällen, Conzerten und Versammlungen unter liberalen Bediu gen zur Verfügung. Leruarä VonneZut rtkurLonn. WonnettUt Wohn, AECHITECTEN, Vanee Blo6, Stornier Vo- 03 jr ciitiin S. 0. Scke Washington und Virginia Ave. MslreiSer ' Arbeiten namentlich Contrakte zum Anstreichen von Ha se r n werden au'e SciSnste auSgelütrt Bon CARL HOFHAKflT, 136 Mabison Ave. Preise mäßig. Schöne und gute Ar beit wird garantirt. Henry Klausrnann's c?.n ; WöVwcMe. c?o. LttS und Ltt? Nord Nclv Jcrsky Str. Tische, Stühle . Stände werden auf Bestellung angefertigt. . Möbel werden überzogen, aufgepolstert und lackirt ! Matratzen werden aufgepolstert. Neue Nohrgefl.'chte für Stühle. Billige kreise, Prompte Vedlenung
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