Indiana Tribüne, Volume 10, Number 155, Indianapolis, Marion County, 23 February 1887 — Page 3
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Gii Novelle, frei uach dem Englischen, Von O lliverio. (Fortsetzung.) Es kann so unrecht nicht sein," ver such:e er in solchen Momenten sich zu trösten. Sie ist so schändlich, so grau sam behandelt woroen! Mit mir wird ste glücklich sein, und ich will sie zu mei liem Weibe machen, sobald es angeht; und ich ich habe ja versucht, ohn sie ;u leben, aber ich konnte es nicht." ist war allein im Coupee ; Niemand störte ihn in seinen Gedanken. Behag lich lehnte er sich in eine Ecke zurück und überliek sich den glänzenden Plänen und süßen Träumereien einer sonnigen Zu kunft. ' Da plötzlich wurde er vor einen viel strengeren Richter gerufen, um Ne-. chensckaf: von seinen Handlungen abzuU$v, alH Wilhelm Rainer ihm gewesen Kar. . ., ein Stoß ein Krachen, vermischt mit dem entsetzlichsten Angstgeschrei und zerbrochen und zersplittert thürmten sich die Wagen auf dem Boden einer tiefen Sldlucdt hoch übereinander! Älleö das war das Werk eines Augen blicks und dennoch von so furchtbarer, daarnräubender Wirkung ! .'-.-. . D eier bier ahnte nichts von seinem schnellen Tod," sagten die Aerzte, als sie sich üb r die leblose Gestalt eines in vol ler 'Iugendblüthe siebenden Mannes dcuzlen. Sehen Sie doch, wie glücklich und fr.etlich er lächelt, gerade als ob er einen süßen Traum träumte! Auf den Gesichtern der übrigen Todten malt sich Schreck Und Entsetzen; doch diese Züge hier sind wie die eines unschuldigen Kmdes. Wie schön sie übrigens sind, und was für eine' schöne Gestalt! Annex Kerl ! Wer mag er sein ? Jedenfalls ge bort er der guten Gesellschaft an." Diese . Frage war bald beantwortet. Seine Wäsche, der kleine Handkoffer mit seinem eleganten Inhalt, welcher dicht neben ibm lag. das Portefeuille, das er in der Brusttasche trug alle zeigten die selben kamenszüge: Baron Kuno von Reifenstein aus Breitenborn." Es war am ; zeitigen Morgen, als Cbrista in A. eintraf, und genau Kuno's Ano:dungen folgend, nahm sie einen Waen .und fuhr nach dem von ihm be zeichnettn Hotel. Sie fühlte sich nicht ein'am, nicht beklommen ; ihr Zorn, ibre Aufregung ließen keine andere Em psindurg aufkommen. Als s:e in das Hotel kam, war es dort noch ziemlich still. Die Bediensteten singen eben an, ihren verschiedenen Obliegenheiten nachzugehen, doch war man luf ihre Ankunft vorbereitet, da der Ba on dem Wirth schriftlich aufgetragen hatte, einige Zimmer für eine Dame be' reit zu halten, die sich ungefähr zwei Tage in B. aufzuhalten gedenke. (Äleichzeiiiq scrried er auch an Christa und der Brief wurde ihr bei ihrer An kunft sofort eingehändigt. Sie öffnete denselben nicht ctnr. als bis sie sich in ihren Zimmein allein und unbelästigt iah von den neugierigen Blicken der Dienstleute. Ihr schönes Gesicht flammte auf und da Her'; klopfte ihr heftig, während sie da Siegel erbrach. Die Worte in dem Schreiben waren sorgfältig gewählt es war kein einziges darin, was nicht jeder Ehemann einer Dame bätte schreiben können, mit der er gut bekannt war und deren Interesse er im Auge hatte. Die Wangen glühten ihr noch mehr, als sie bemerkte, daß dem Schreiben eine be deutende Summe in Bankscheinen bei gefügt war. Ich dachte" so hieß es in dem Briefe Du würdest vielleicht dies und jenes noch für Dich oder Elfriede einkaufen wollen und nicht genug Geld bei Dir baben. Ich erlaube mir deshalb, einige Banknoten beizufügen, und bitte Dich, mir dle Ehre zu erweisen und davon Gebrauch zu machen." Diese Demüthigung hätte er mir er sparen können," dachte sie, und ihr gan zer Stolz bäumte sich dagegen auf. Und doch war es em freundliches Gefübl,das ihm die Idee eingab und ihn so überlegt handeln ließ." Der Tag schlich langsam dahin und keine Sekunde kam ihr eine Ahnung von der Größe der Sünde, die zu begehen sie im Begriff war. Ihr Gewissen mußte in einen todtenähnlichen Schlaf Versal' len sein, irre ganze Natur verwandelt. Sie war nicht mehr die sanfte, seinfühlende, hingebende Frau, die so leicht zu regieren war; sie war zum leidenschast lichen, starken Weib geworden, das sich in dem Gedanken labte, daß, wenn sie es nicht vermochte, das Herz Wilhelm Rainers und seiner Schwester zu rühren, ihr doch noch ein Schritt übrig blieb, der deren unbeugsamen Stolz bis in den Staub herabdrücken mußte. Wie der Tag verstrich, wußte sie selbst nicht. Mit gefalteten Händen, den Blick träumerisch in die Ferne gerichtet, saß sie da und malte sich die sonnige Zu kunft aus, deren Bild des Barons Worte in ibr wachgerufen hatten. Ätorgen werde ich mein Kind wieder in den Armen halten, die warmen Küsse des kleinen MundeS wieder auf meinen Lippen fühlen. Morgen sageich Deutsch land und einem öden, liebeleeren Leben für allezeit Lebewohl !" DaS waren die Gedanken, mit denen sie am Abend ein schlummerte. Heute heute !" flüsterte sie beim Erwachen am folgenden Morgen. Heute ! In wenig Stunden !" Auf der Westbabn ist ein entsetzliches Unglück geschehen," berichtete der Kell ner, welcher ihr das Frühstück herein brachte; sechzehn Personen sind todt ....... t . nrr r r uno .oreißig verwundet, zunjcyen gna dige'Frau die Zeitung zu lesen V Ich danke,' entgegnete sie einfach. Sie lächelte, in ihrer träumerischen. geistesabwesenden Weise, während sie dem Mann die Zeitung aus der Hand nahm, und das Lächeln verschwand selbst nicht ganz, als sie die furchtbaren Einzelheiten von dem Eisenbahnunglück laö. Sie war so sehr mit ihren eigenen Ge danken beschäftigt, daß ihre Augen über das Papier glitten, ohne daß sie den Sinn des Gelesenen in sich aufgenommen hätte.' Vlödlich streckte sie wie mechanisch
nochmals die Hand nach dett Blatte äus, und von euem begann sie den Artikel zu lesen; diesmal aufmerksamer und mit dem Bemühen, zu begreifen, was ihre Augen lasen. Was war das ? Verwirrten sich ihre Sinne? Spielten ihr ihre Augen einen Streich? Drehte sich das Zimmer mit ihr im Kreise herum ? Hatte die Sonne aufgehört zu scheinen u' umhüllte sie plötzlich die Finsterniß der stacht? Stand dort auf der Liste der Getödteten in Wahrheit der Name Kuno von Reifen
stein auf Breitenborn" i i (&- mvvm iiC f4isii. ya hrtf I vlt ituitty MU, iyuw) vit lyunvv vv das Besicht, ein rnarkdmchschütternder Schrei entrang sich ihren Lippen und shnmäcbtig brach sie zusammen. 22. Die ersten Herbsttage schwanden Mur von Hollwang hin wie ein wonniger, seliger Traum. Seme junge Liebt über goß alles und jedes mit einem rosigen Schimmer. Selbst seine Arbeiten mach len ihm jetzt mehr Fieude denn je ; wußte er doch nun. für wen er schaffte. Ja, Mari5, seine Marie! Wie glücklich' verweilte er bei dem Gedanken. Weihnachten sollte Marens Name in die Geschäftssinn mit aufgenommen werden, Berthold und Hollwang" sollte sie von da ab beißen, aber von einer so schnellen Vermählung seiner Tochter rollte der alte Herr durchaus nichts ho .'en. Laß sie mir noch ein Jahr," sprach er zu Mar, dann lege ich Eurer Ver bindung nicrts mehr in den Weg. Ihr seid Beide noch sehr jung und könnt war ten, und obgleich Du mir versprochen hast, in Villa Emma zu wohnen und mir aus diese Weise mein Kind nicht zu ent führen, so wird sie mir doch nie wieder 0 ausschließlich angeyoren wie visyer. Und wle der alte Herr es wünschte, so wurde es beschaffen. ..Da ist wieder ein entsetzliches Eisenbahnunglück geschehen," sagte Mcrr eine Morgens beim Frühstück, ungefähr vier zehn Tage, nachdem er Marie seine Liebe gestanden hatte. Schon wildere" entgegnete seine Mutter erschrocken. Man möchte sich letzt wahrhaftig fürchten, mit der isen bahn zu fahren." Mar hatte weiter gelesen, ohne aufzu blicken und nach einer Weile fuhr Frau von Hollwang fort : Auf welcher Strecke geschab das Unglück?" Doch sie erhielt keine Antwort, und ihr Bl-.ck, den sie verwundert zu dem Sohne aufhob, wurde ernstlich besorgt. als lie sah, da alle Farbe aus seinem Gesicht geschwunden war und er entsetzt auf das Blatt ,n semer Hand starrte. Mar!" rief sie erschrocken, was ist Dir? Bist Du unwohl ?" Nein," antwortete er langsam ; aber ick bin tief erschüttert." Erschüttert ? Wodurch ?" Er sah sie einen Moment wie unent schloffen an. Früher oder später mußt Du es doch erfahren," sprach er sinnend, und viel leicht ist es bejer, wenn ich es Dlr gleich sage." . ..... Mar, Du erschreckst mich. Sprich, was ist es ?" Unter den bei dem Unglück Getödteten, Mutter, befindet sich auch Kuno von Reifenstein auf Breitenborn." sprach der junge Ä!ann bewegt. Auf dem Gesicht seiner Mutter spie gelten sich bei dieser Mittheilung die verschiedensten Empfindungen. Sie war tief erschüttert doch war das nicht das vorherrschendste Gesühl, das ihre Brust bewegte. Kuno von Reisenstein todt!" rief sie. Armer Junge, wie schrecklich !" Schrecklich, sagst Du, Mutter ? Ich kann es noch garnicht fassen. In seinen schönsten jungen Jahren!" Weißt Du denn, Mar," nahm Frau von Hollwang nach einer Weile wieder das Wort, der lautesten Regung iihres Innern Worte leihend, weißt Du denn, daß Du gesetzlich der nächste Erbe von Breitenborn, daß Du Kunvon Reisen stein's Nachfolger bist?" O Mutter, davon nicht jetzt," wehrte der junge Mann, der den plötzlichen Tod seines Vetters noch immer nicht zu faffen vermochte. Aber man muß doch daran denken," beharrte die alte Dame, armer, guter Kuno, welch' schreckliches Ende mußte er nehmen!" Es folgte ein langes Schweigen, und da sie von ihrem Sohne keine Antwort erhielt, begann sie von Neuem : Man wnd ihn jedenfalls nach Bleitenborn bringen, von wo aus er dann in der Familiengruft in Kirnburg wird beigesetzt werden. Es wird ein großar tigeS Leichenbegängnis sein. Der arme Kuno, ich habe ihn immer gern leiden mögen." Welch' furchtbarer Tod für einen so jungen Mann !" pflichtete Mar bei und dachte, ob sein Vetter wohl ein Herz auf Erden zurückließ, das so treu für ibn schlug, wie Mariens Herz für den Geliebten, und das weinte und trauerte um den so plötzlich in die Ewigkeit Abge rufenen. Ihm war nur eine kurze Zeit gegönnt, sich seines reichen Erbes zu freuen," fügte er noch laut hinzu, während er aufstand und sich zum Gehen anschickte. Wo willst Du hin ?" frug seine V!utter, die Augenbrauen in die Höhe ziehend. Er sah sie eine Weile fragend an, dann antwortete er : In daS Comptoir, natürlich. Wo sonst sollte ich hingehen? ES ist heute jpater schon als gewöhnlich." 23. Berthold war schon im Geschäft, alS Mar eintrat. Ist etwas vorgefallen ?" fragte er mit einem Blick in Hollwang'S einstes Gesicht. Du kommst spater als gewöhn lich und siehst auffallend bleich aus." Hast Du das Morgenblatt nicht ge lesen, Papa?" fragte dieser statt aller Antwort zurück. Noch nicht, Mar, ich babe beim Früh stück mit Marie geplaudert, anstatt zu lesen. Stebt denn etwas Besonderes darin ?" Auf der Westbahn ist ein furchtbares Eisenbahnunglück passirt. Sechzehn sind todt iz entsettiö !" unterbrach ihn
Bertbold. Ist ein Bekannter danm ter?"
Mein Vetter Kuno von Reifenstein." Wie?" rief der 'alte Herr, .und das Blatt, das er soeben aufgenommen, ent' ' sank seiner Hand. Der schöne, junge Man, den ich vor einigen Monaten mit Dir auf der Straße traf ?" Mar nickte stumm mit dem Kopie und einige Minuten standen sich die beiden Männer in Gedanken versunken gegen-', über ; dann wandte sich Hollwang mit einem tiefen Seufzer ab und trat an sein Pult. Peters sagte mir, daß von einem amerikanischen Haus ein Einkäufer hier ser und vermuthlich bedeutende Aufträge geben werde." Ich babe ihn gesehen," gab Berthold zurück mit einer Miene, die nicht darüber -. e i ? r rzi t. ? in Zweifel iicp, oay leine eoanien - weit entfernt waren von Geschäften, j Einkäufen und Aufträgen. Wer erbt nun Breitenboul ? Wenn ich nicht irre, war Dcin Vetter unverheirathet." Ja. v.no der nächste Eibe bin ich." ! 'i u ?" , , , .1 jiv Ja," antwortete dieser, und nach seinem Ton und Gesicht zu schließen. bätte man meinen sollen, es sei ihm das eber eine Sorge als eine Freude. ! ' Wie kühl Tu das sagst! Natürlich j kann ich Dir nicht gleich gratuliren, wo ' der entsetzliche .od Deines Vetters noch so neu ist ; aber Vreitenborn ist so viel ich gehört habe ein sehr großes, reiches Gut, eine Besitzung, der an Schönheit und Werth wenige gleich kommen." So borte auch ich." Und dennoch kommst Du in das Ge schäft wie alle Tage vielleicht etwas ernster und sprichst von Einkäufern und Austrägen, gerade als ob nichts geschehen wäre." Mar- schwieg einen Moment; eine neue Besorgniß, welche seiner veränderten Stellung entsprang, machte ihn UN' ruhig. Papa !" rief er plötzlich in ängstlich bittendem Ton, Du wirst mir Marie nickt nehmen, weil ich Besitzer von Breitenborn geworden bin ?" Weil Du Besitzer von Breitenborn geworden bist?'' wiederholte der alte Herr mit weit aufgeriffenen Augen, wie soll ich das verstehen ?" Wie Du weißt, habe ich für den Kausmannsstand nie eine besondere Nei gung gehabt ; als Besitzer von Breiten born muß ich ihm entsagen, da mir mein Erbe andere Pflichten auferlegt." Jetzt verstehe ich," meinte der alte Herr etwas traurig. D:ines Vetters Tod zerstört mir meinen Lieblingsplan, und mein Nachfolger hier im Geschäft muß ein Fremder sein." Doch darum wirst Tu mir Marie nicht nebmen?" Nein, Mar." lächelte Berthold und ergriff warm des jungen Mannes Hand, ich gab Dir mein Kind, weil Ibr Euch liebt und ich Dich von Deiner Jugend an als braven, tüchtigen, ehrenhaften Menschen kenne, der mein Kind wahrhaft glücklich machen wird. Wohl istes wahr, daß mir der Gedanke, das Geschäft werde einmal in fremde Hände überge hen, ein sehr schmerzlicher ist und daß ich es'mir herrlich ausgemalt habe, wie erst Du, dann Dein Sohn und Deine Kindcskinder hier Ehcfs lein werden; aber dee Himmel hat es anders gewollt ; und ich darf nicht klagen. Nur ein Ver sprechen sollst Tu mir geben," fügte er hinzu. Ich sehe die Unmöglichkeit ein, daß Ibr wie wir verabredet ballen nach EurorVerheirathung in Villa Emma wohnt, und Du sollst mir nun als Entschädigung versprechen, mir Marie alljährlich einige Wochen znm Besuch zu schicken." In Marens Augen schimmerten Thrä nen der Rübrung. Nein," rref er, Du sollst Dich niemats von ihr trennen ! Wo wir unser .vaus auch gründen werden sei es in Villa Emma oder auf Breitenborn Du mußt es mit uns theilen." Ter alte Herr schüttelte bedenklich den Kopf, doch lächelte er wohlgefällig, und Hollwang zweifelte nicht, daß er ihm schließlich nachgeben würde. Ich kann das Geschäft nicht allein lassen," sagte er. Wer sollte denn Deinen Platz ausfüllen, wenn nicht ich?" Du hast es doch nicht mehr nöthig, Dich mit dem Geschäft zu quälen ver kaufe ts." Hiermit stieß er zwar auf entschiedenen Widerstand ; doch wurde der Vorschlag freundlicher aufgenommen, als Mar zu hoffen gewagt hatte. Lassen wir die Sache vor der Hand ruhen," meinte Verthold. Sag', wirst Du zum Begräbniß Deines Vetters reisen ?" Gewiß." Ich bin neugierig, was Marie zu der Neuigkeit sagen wird. Du willst sie ihr doch jedenfalls selbst bringen. Was meinst Du, wenn Du nun gleich zu ibr gingest und ihr Alles erzähltest?" Wenn ich zu entbehren bin," begann Max, und daS freudige Noth auf seinen Wangen, wie die leuchtenden Augen sagten deutlich, wie sehr der Vorschlag ihm gesiel. Zu entbehren? Müisen wir Dich nickt bald gan; missen, so schwer es uni auch fallen wird? Zu Mittag sehen wir unS in Villa Emma, ich werde Deine Mutter bitten lassen, daß auch sie unser Tischgast ist." Er ist doch ein prächtiger Junge," dachte Berthold, nachdem sich die Thür hinter Hollwang geschloffen hatte; er verdient sein Glück. Aber das Geschäft geht nun in fremde Hände über, trotz all der Lustschlösser, die ich so fest gebaut habe. Ach was, wenn Marie nur glück lich ist, dann mag nach mir Ehef hier werden, wer da will." 21. Giebt eS wohl einen Menschen, der schwerer zu tragen hat, als ich ?" fragte sich Wilhelm Rainer wieder und immer wieder in den Tagen der quälendstem Zweifel und Aengste. Er ließ sich äußerlich wenig von den Qualen merken, die sein Inneres durchwühlten ; .nur seine Züge waren noch ! ernster und strenger, seine Worte noch r. . r ' . rt . r . . ipartiazer ms visyer. ltemano wule I daß er die Nächte schlaflos und in sieber hafter Unruhe verbrachte ; Niemand Hort: das oft wiederhole Gebet, der Hrm mel möge ihm seine Christa rein und sündenfrei zurückgeben.
,3ch war blind", klagte er stcy an, ..icv war unfreundlich gegen sie und nicht liebevoll genug ; aber babe ich sie wleoer. so soll die Zukunft die Bergangenheit aul machen."
Doch Tage Wochen vergingen, und ! von der Verlorenen kam keine Nachricht. In allen Blättern erschienen Ausrufe sie blieben erfolglos; selbst die Polizei vermochte troy ihrer geschickten Beantten keine Spur von Christa zu entdecken. Kuno von Reisenstein hatte man vor einigen Monaten in der Familiengruft in Kirnberg beigesetzt ; Mar von Hollwang und seine Mutter halten das Herreiihaus auf Breilenborn bezogen, und die Bäume waren kahl uad Schnee deckte die Wege, bevor Wilhelm Rainer voll bitterer Verzweiflung die Hoffnung auf gab und seine Nachforschungen einstellte. Sie muß todt sein", sagte er sich. Wenn sie noch am Leben wäre, würde ich sie gefunden oder wenigstens von ihr gehört haben." Nach Elsriede fragte er nie. Wenn Cloiilde das Kind zufällig erwähnte, gab er ihr leine Antwor: ; er schrak .vielmehr davor zurück, als ob er einen heftig? Schlag erhalten hätte. Auch Clotilde war der frsten Ueberzeu gung, Christa ist todt. Ihr Brief war in boshaftem Zorn geschricben", dachte sie, um uns zu ärgern und zu quälen. Wenn sie noch am öeben wäre, würde sie schon um des lindes willen zurückgekommen sein." Bucheneck war Rainer verhaßt geworden. Wo er ging und stand verfolgten ihn die traurigen Augen und die vorwurfsvolle Stimme ; und der Gedanke wie es hcttte sein können, wenn er nur gewollt, ließ ihm Tag und Nacht keine Ruhe. Seilt einst fo theures Vaterhaus wurde ihm unerträglich, und er beschloß, es zu verlaffen. Eines Tages die Krokus und Schneeglöckchen begannen eben aus ihren Blättern Hervorzulugen setzte er seine Schwester durch die Mittheilung seines Entschlusies in das höchste Erstaunen. Sobald ich einen gnten Pächter finde, verpachte ich Bucheneck und trete in ein ('schäst ein", sagte er. Ich habe mit Herrn von Hollwang darüber gesprochen, und er meinte, es werde nicht schwer fallen, die geeignete Person dasür zu sinden." Bist Du toll geworden!" rief Clotilde entsetzt, nachdem sie ihren Bruder eine Weile angestarrt hatte; das Haus, in dem Dein Vater, Dein Großvater und deffen Vorfahren gelebt haben, willst Du au Fremde verpachten V So habe ich es beschlossen und so wird es geschehen", lautete die gelaffene Antwort. Mit Christa's Verlust hatte sich der Einfluß, welchen Clotilde bis dahin auf ihren Bruder ausgeübt hatte, bedeutend vermindert, anstatt, wie sie sicher gehofft, noch zu wachsen. Auch jetzt mußte seine strenge, entschloffene Mutter, wie der ruhige, bestimmte Ton, in dem er sprach, sie überzeugen, daß hier jeer Einwand nutzlos sein würde. . . v Karl Berthold haite beschlossen, sein Geschäft ganz zu verkaufen. Sin erster Plan, nur einen Tbeilbaber zu suchen. 1)atte jlch bei näherer Beleuchtung in verschiedener Weise als unvorthcuyast ergeben, und vor allem schwand sein Inteieffe an dem Mühlenwerk mehr und mehr, nun Mar von Hollwang keinenfalls Chef desselben wurde. Marie und Max waren vollkommen einverstanden mit seinem Entschluß. Ich habe immer s? große Angst vor den abscheulichen Maschinen", meinte die Erstere, und wenn Papa im Ge schäft bliebe, würden wir ihn nie auf Breitenborn zu sehen bekommen." Wilhelm Rainer war geneigt, das Mühlenwerk zu kaufen, und so wurde der Gutsherr Kaufmann, und das große Firmenschild, welches viele Jahre lang über dem Eingangsthor gehangen hatte, wurde herabgenommen und mit einem anderen vertauscht,' welches in großen rothen Lettern den Namen Wilhelm Rainer" zeigte. Bevor das jedoch geschah, hatte Nainer seine Tochter aus der Penston genomnien, in welche seine Schwester sie gebracht, und. sie in eine andere gethan, wo die siegeln weniger streng, die Erzie' hungsweise eine liebevollere war. Und so rollten Jahre dahin. sffortieizuna solar.) Sbcn eröffnet UpMhsks von 0110 SCH0IT, Ao. 302 Süd JNnois Straße gegenüb'r dem Lrritznha5. edizinen, Toilettenartikel, Schwämme, Vürsten Parsümerien . s. . Receote werken sorgfältig angesertlgt. Bau und Unterlage - Filz! Zvkl- und dreifaches Dachmaterkal, DacbFilz, Vech, Qoblen-Tbeer, Dach-Farben :c. SKIS & SHITHER, O5eü Marvlandür. Zur Sicherheit, Bequemlichkeit und Sparsamkeit beim Kochen steht GaS unerreicht da. GclS-Wefen GaömsssHinen zum Kostenpreise. GAS COMPANY, 47 Conto Vennsvlvania Otr.
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