Indiana Tribüne, Volume 10, Number 97, Indianapolis, Marion County, 26 December 1886 — Page 6

G SCEEEESTZ: Ä

r. Von ffvuard Engel. In der Straße des Pan zu Athen war es, wo ich die seltsame Bekanntscbaft eines griechischen Seeräubers machte. Als er kam, standen alle Gäste in der Schüttle auf und grüßten ihn fält ehrfurchtsvoll. Auch ich hatte mich erhoden, obwohl ich ihn noch nicht kannte. Der Mann imvonirte mir ungeheuer. Herr Soundso aus Berlin, der Hauptstadt Deutschland's, Herr Tutundsls." Ich verneigte mich und wir schüttelten uns die Hände, das heißt, er mir, denn erhielt sie wie mit eisernem Griff, der in Berlin studirt hatte, flüsterte mir auf deutsch zu Dies ist der einzige noch lebende Seeräuber Griechenlands". Der Tausend ! Das verlohnte. Auf der Brust trug Tutundsts den Orden d?s Erlösers ; der pflegt doch nicht gerade für Verdienste um die Seeräuberei verliehen zu werden. Ein blühender Greis. Ich schätze ihn auf 70. Er ist 83 Jahre alt! Die muskulösen Beine in Blüthen weißen Gamaschen, darüber die bauschige Fustanclla, eine silbcrgestickte offene Jacke mit weiten Aermeln, das Fez keck uf's Ohr gedrückt, ein Stöckchen, nicht zur Stühe, fondern zum Spielen in den großen Händen das war Tutundsis, jetzt mein Freund Tutundsis," wie er selbst auf sein Bild geschrieben, womit er mich am Tage darauf in meiner Wohnunz überraschte. Für einen Seeräuber merkwürdig'höflich und selbstbewußt. Ob Vater Tut undsis ein Glas Wein mit uns trinken will ? Er dankt, ihr Herren ; er hat nie im Leben Wein getrunken und wird jetzt mit 88 Jahren nicht mehr anfangen. Er nimmt ein großes Glas Wasser, gemischt mit einem unschuldigen Ratfi. Nicht ganz von ungefähr ist er in die Echänke gekommen, die er sonst nie betritt, außer an den Wahltagen. Nein, er hat von Michail's Anwesenheit in seinem" Viertel gehört, und da darf er nicht fehlen. Michail steht ihm sehr nahe, einmal als politischer Freund, dann als der Stadtverordnete seiner Wahl ; endlich, und nicht am wenigsten, als sein Häuserversicherer." Michail bat neben seinen vielen ande, rcn vortresflichen Eigenschaften und Ob liegenheiten auch die, Generalagent der berühmten Triester Versicherungsgesell' schaft Sienrita" für ganz Griechenland zu fein, und genießt als solcher in Tutundsis Augen eine besondere Verehrung. Tutundsis, der Seeräuber, besitzt nämlich fünf Häuser in Athen, schuldenfrei, und alle hat er sie bei Michail versichert. In Gold, nicht in Papier-Drachmen," bestätigte der alte, mit Orden geschmüt!te Seeräuber. Er hat durch eine böse Er sahrunz den Segen des Versichertseins kennen gelernt: vor zwei Jahren, als der alte Vazar mitammt Lord Elgin's Uhrihurm abbrannte, ist auch ein großes HauZ des Tutundsis abgebrannt. 150,000 Drachmen in einer Nacht, wie dies", und er zündet ein Streichhölzchen zur stärkeren Verdeutlichung an. Du bist wohl ein Millionär, Vater Tutundsis r fragte ich scherzhaft. Nein," erwidert er ganz ernslhaft, mir ein halber, und dies ist mir genug." Und auch deinen Kindern," schaltete ich unvorsichtig ein." Meinen Kindern? Du meinst wohl Wegen des Beerbens V Ich wehrte ab. Ich denke noch lange nicht an's Sterben ; meine Söhne und Enkel winen das sehr gut und haben selbst für ich gesorgt. Ich hab' es auch thun müen. Gutwillig haben die Skilia (Hunde, d. h. Türken) nichts hergegeben, und wenn nan sechs Jahre eine eiserne Kette am Beine getragen, wird man auch steif." Damit zieht er den Schnabelschuh vom rechten Fuß, streift die Beinbinde hinauf und zeigt mir über dem Knöchel inen breiten rothen Streifen, auf dem kein Härchen wächst. Alle Anwesenden schauen theilnehmend und achtungsvoll auf die Kettenspur dieses ehemaligen Sträflings. Höre, Vater Tutundsis", sagte Mi. chail, der offenbar schon eingeweiht ist, erzähle diesem Herrn deine Lebensgeschichte, und Wie du zu deinem rothen Streifen um den Knöchel, zu deinem Er-köser-Orden und der halben Million gekommen bist. Der Herr schreibt das nachher Alles auf und läßt es drucken." Tutundsis fühlt sich geschmeichelt durch die Aussicht, auf diese Weise auch außerhalb Griechenlands unsterblich zu werden. Und er beginnt. Griechisch, ungekünsteltes schönes Volksgriechisch, nur die und da, wo ich nicht genau zu verstehen scheine, mit einer italienischen Uebersetzung in schlechtem genuesischem Dialekt. Erst habe ich die Türken zwei Jahre . lang gejagt; dann haben sie mich sechs ' Jahre lang an die Kette gelegt und dann habe ich sie wieder gejagt", und schmunzelnd streicht sich der seeräuberische Halbmillionär seinen buschigen, weißen Schnauzbart. Gejagt habe ich sie unter Aypsilandi in Rumänien, dann haben sie uns vertrieben dann floh ich zum Theodor Kolökotronis nä mit ist es uns da auch nicht ergangen ; dann zum Odysseus, da half ich den Omer Wrioni hauen, endlich zu meinem Landsmann Miaulis, denn ich bin auch don Hydra, und dann haben die Hunde ruch gefangen und nach Stambul ge schleppt. Damals war ich zwanzig Jabre alt. Nun dachte ich, sie würden mich pfählen oder erdrosseln. Aber sie thaten nichts bavon, sondern schmissen mich in das Gefängniß bei Topkapu und schmie deten mich mit einem aenovesischen Ban ditcn an eine Kette. Von dem habe ich mein Italienisch gelernt. Sechs Jahre lang habe ich m dem Loch gesenen und von Wasser und Brod gelebt. Warum sie mich nicht umgebracht haben, - weiß ich nicht ; ich war wohl vergessen worden. Als ich vier Jahre gefangen .'gesessen, wurde ich eines Tages von der Kette losgemacht und hinausgeführt. Ich hatte keine Furcht vor dem Sterben, denn är ger als in dem Gefängniß konnte es im Grabe auch nicht sein. Wenn sie mich blos nicht lange quälen möchten! dachte ich. Türkisch verstand ich ein wenig

per letzte grieckische Seeräub

aber was hätte mein Bitten mir genutzt So sagte ich gar nichts und liek geZchehen. Sie fübrten mich in einen weilen Hof, dicht am Meer, Ringsum U'ar ein eisernes hohes Gitter mit vergoldeten Spitzen, und an dem Gitter nach der Meerzeite standen Kanonen aufgefahren, damit vom Meer kein Schiff herankäme; das Wasser war auch ganz leer. Auf dem Aoven aber lagen, gebunden an Händen und Füßen, wohl hundert Kerle, lauter Türken. Und nun dachte ich, das sind Verurtheilte wie du; bald liegst du auch gebunden da, und dann schmeißen sie uns Alle in's Meer, im Sack oder so. Aber es kam ganz aneers, ein alter Türke, mit einem krummtn Säbel an der Seite, trat an mich heran und sagte auf Griechisch : Diese Gebundenen wirst du jetzt sogleich einen nach dem andern erdrosseln," und reichte mir eine dreisträhnige starke Hanfschnur. Mir war Alles gleich; auch waren es ja nur Türsen, und auf EhioZ haben die noch ganz andere Dinge gethan : da haben sie den Müttern die Haare vom Schädel geris sen und haben die kleinen Kinder vor ihren Augen damit erwürgt. So ging ich denn an die Arbeit und erdrosselte in drei Stunden Alle, die gebunden auf der Erde lagen. Es ging auch ganz glatt, nur einer von den Schuften hat mich, wie ich ihm die Schnur umlegen wollte, bier tief in die Hand gebissen" und Tutundsis zeigte mir eine große weiße Narbe in der Maus der rechten Hand. Zwei Jahre darauf wuroe ich freigelassen. Ich hatte keine Schuhe, Lumpen auf dem Lttbe und nicht eine Para im Besitz. Auf den Gassen von Stambul, durch die ich wankte, schnappten die Hunde nach mir, die Türken spieen mir in's Gesicht, und ich wäre gewiß erstochen worden, wenn ich nicht an den Ha fen gelangt wäre und mich auf das erste Schiff mit fremder Flagge gerettet hätte. Es war ein französischer Schooner, der zwischen Stambul und den Inseln fuhr. Der Kapitän wußte Italienisch ginug, um mich zu verstehen, und nahm mich freundlich auf. Ich bekam frische Kleider, auch Schuhe, ruhte mich drei Tage aus, während das Schiff im Hafen lag, und gewöhnte mich wieder an das Essen anderer Dinge als Brodes und Wassers. Dann fuhren wir nach Mykonos, wo ich zurückblieb, denn dort hatte ich von ehemals Freunde ; sie waren alle todt oder

nach dem Festland ausgewandert Man erzählte mir, was inzwischen in Griechenland für große Thaten geschebs daß aber Dann fuhr ich mit einem Fischerboot nach Svra, von dort mit einem Englän c r e-.A v . ..'.( I oer nacy vora uno war wieoer rn oer - . r a i. f r schnell zu Ende.

!N und daß es eld tstandig geworden, keme hastende unruyvolle Weltstadt, son- uver zwanzig au, sehr V.U0,Y, schlank.

es auch einen König kriegen sollte, dern im Vergleich zu heute ein ruhiges lichtblondes Haar, dunkelblaue Augen,

damals nur einen Koma hatte, aemütbliches Städtchen war, aus den kleiner Mund und sehr weiße Zähne;

Veimary. ca, uno oa nng rcy meinen iigen cewxorrer uno vor auen Gingen i men, ne iagie, ne

Krieg mit den Türken an." Er machte von den sogenannten ..vractical s oker", Ottersell-Mantel dafür haben."

eine Vause und machte eine Cigarette ! den vraktischen Schelmenstreichen, die Einen Otterfell-Mantel !

Von unserer tegierung kriegte ich welche die zetzige entartete Generation dazu, wenn ich sie nur zwNchen die ftineinen Kaperbrief. Mit meinem Bruder, ganz das Verständniß verloren habe, ger bekomme ! O, dieser Schurke, sein meinem Vatbensobn und drei Freunden Sch will es versuchen, einen der oriai- armes treues Weib läßt er hier zurück,

rüstete ich eine große Felucke, lang, aber sehr schmal, mit zwei Masten, und mit einer guten kleinen Kanone im Hinter.r tn r . t . a.jt . I .yeii. ie anone war aoer veruear; ein Faß-war darum gelegt. Wenn wir die Kanone abfeuern wollten, wurde das Faß weggeräumt; es war so eingerich- . . . - . rvr r.. . err r-r.r. xci, can es vonAuyen wie ein va,ersan , aussah. Nun gingen wir auf die Jagd. Immer zwischen den türkisch gebliebenen rC ' t ' c t. . C t!s njem ylnourcy, von reia yinaus vis nach Thasos, und Alles, was wir trafen von türkischen svabr'.euaen und was uns nicht zu aron war, das nahmen wir mit , , ' KJ . .1' nach Hydra, die anderen verbrannten wir." Und die Besatzung ?" 1 Die warfen wir in's Meer oder ließen sie mit verbrennen. Was willst du? ES war Krieg, ein guter Krieg. Wir hatten Waffen und die Türken sind . ? crn r . . . . r - ii . r aus oem 2ieer feige ; ne yailen nie lange Umstände gemacht, vlux einmal hat ein rv i w v . w w l. ita Vengel, nicht großer atö oer loa, mei nen Pathensohn mit emem Meffer in den Rücken gestochen ; aber es hat dem! nichts geschadet. Da habe ich den Bengel mit meinen bloßen Händen erwürgt. An's Land sind wir sehr selten gestie gen ; was sollten wir da? Wir waren keine Näuier, sondern .führten Meg, mX am Wnk iMrthnliin n Min lri4i uuw uu iwv wv! ini, .ss ;.fcf m;. üttinai wie Äisn W türkischen Häuser geplündert, nichts da : ,. czä,:;; r,,. :c .. -i " r ' r uV vu iinX VtitvtAiittiin stA Alli CÄVXvt ii Vnrt uuv vurnuiui iv uu yvv man sie sonst haben wollte. So führten wir unseren Kr üic uiicn Tur -saoic mug, ci o." r.".: cvt. r i hörten, daß Griechenland einen König hatte. Als König Otto in Nauplia . .stNv i 9' "' aucy uujcic pciuuc und trug , eine große seidene ÄS r:LnZW? ? v. vv . y-,?,v- " b henathet und bm dann nach Athen gezogen, nachdem die Baiern vertrieben wa??n ?7,e hafan dock ickt so viel eren. Die haben doch mcht so viel getaugt, wie wi? damals m Nauplm ge knfft halt ?er QBntsl w? wttkl ant yom yatten. Zer omg war woyt gut, aber die um ihn taugten nichts, und die Königin war ein aianasj aoer ein Satanas. mw yln- p- sm rfMsrta das Geleite nach seiner Wohnung. Ich v mhvi vi. mv ivhihiiv v w'sehen. wie dieser Ha,bmillinär. 7 . ' . up-- V'7 TauSZx LTiS KSS övPV..... Wv.....v.Vv außer einem eisernen Bett, emem rohen o:?x. .. w ' : n:r.rir.tir. iU uno Ki in cniiuöuii iwun $TJWZZ S r ' ZzUu ? nV di ?ck lMa?M Flinten. Dolche, alle mit Taschirarbeit, Schz eine kenwaffk Im andern Zimmer waren die Wände dicht beklebt mit bunten Bildern und Holzschnitten: Scenen aus dem gne. cyisch-turkischen , Kriege wohl zehnmal das Bild, auf dem Kanaris das türkische Admiralschlff anzündet und in die Luft sprengt. Auch eine Menge kleiner Biloeroogen mll zeyii, zwanzig vunleniiderchen auf icdem und darunter em oemiqere!i. umen iiano

ntzereien am Laus und olben- g.' auf die in der Nähe liegende liebenswürdige yreuno ryenneymeno.

wayre Augenweide. ,amer Cottaae tu. önnete das Martentkürchen. was oenn pstljiri !"

:n", sagte Tutundsis. dnrck snwpiun fcrt ips, Caleb starrte ibn ein vaar Augenblicke

lesen : Neu-Ruppin, zu haben bei Gu-

stav Ruhn. Sie machen sebr schöne Bilder bei dir in Deutschland," sagte Tutundsis und legte liebevoll seine beiden mächtigen Hände auf meine Schultern, dieselhm .CvHnhf init denen er tanfil bnndert I w v w w w w WJ w w - - www . der gegen Sultan Mahmud empörten Janitscharen im Gefängniß von Topkapu erdronelt hatte. W evanche. Eine HumorcZke auZ d?r guten alten Zeit New York?. Vo.l (5. A. Hontdumd. Wir saßen im Barroom des Honman Vaues uno waren veranuar uno auier ? . n w ... i. V . I Dinge. Dieser Barroom ist wohl die eleganteste, mit wahrhast verschwendenscher Pracht und dabei zugleich mit echt kunstteri chem (Äejchmaa eingerichtete Trinkstube der ganzen Welt: sie bildet eine der Sehenswürdigkeiten New NorkS, und der einzige große Fehler derselben r. . n . r. i c . . wr. e .r. . f r . r V I oeieyi oarin, oay man ieyr viei wio in seinen Beutel thun mun, wenn man sich dort für längere Zeit häuslich niederlassen will. An einem Tische in unserer unmittelbarsten Näbe far.cn vier luttlae Kum- . ' ' ' . . ! vane. die aan', unwillkürlich schon nach wenigen Minuten unsere Aufmerksami c r t. i . .3 . cn Li I ich aus jicy lernten, es waren 'ptatv I Exemplare der Spezies grauer alter Sünder". Cbaraktcrkövke mit arauen Haaren, bis an die Nacken reichenden

Stirnen, lebhaft rother Gestchtssarbe Gattin vorstellte, und oer er oie wmuaund sehr fleischig abgerundeten Nasen sachen kaufte, sicherlich Sie nicht wa mit ienem eiaentbümlicken kuvferfarbi- ren."

gen und mit zierlich blauen Mädchen durchzogenem Kolorit, zu dessen Herstel . . .'.""' ri , I lung man nur Burgunder und ihamüaaner verwenden kann. Ollern Anscheine nach hatten wir es hier mit einem bereits bis ir vierten Nackmittaas k stunde verlängerten Muylchoppen zu thun, dessen Ende noch vorläufig gar nicht abzusehen war. Das herzliche und ' I ungezwungene Lachen, das m rascher Folge von dem Tische zu uns herüber klang, veranlaßte uns unwillkürlich, mal etwas genauer zuzuhören. I Da fanden wir denn auch bald her aus, daß sie das allerdings unerschöpfliche r . i. . . ii I yema von oer gmen allen clr in i Bearbeitung genommen hatten, m waren eben vier alte New-Iorker, die r ' , er r i. r r - 1 aucy lorc rugenoioien zugenoiayre yier i durchtollt hatten und ietzt die Erinnerunaen an die schönen leiten vor dreien und vierzig Jahren, als New-York noch verlenden Chamvagnerkelchm aufsteigen lieken: man svrach von dem urwüchsigen, i mttumer was oeroenvumor oer oama-1 l. . . .-, i I 7 .. , i r r c ... c" T man sich gegenseitig anthat und für nellen Scherze, die einer der vier lustigen Brüder um Besten aab. nachzuerzählen und mich bemühen, so gut es angeht, r i. . . ' n.i.fr. ... . . ' ' I aucy oen ricyngen oiailon zu iressen. Der größte praktische Joker" also hub der Betreffende an, war doch Caleb Weeks, der vor dreißig oder vierzig -. .. . . zayren vie veruymre Kaverne an oer Jamaica-Landstraße (Jamaica ist ein sehr altes Landstadtchen in der Nähe von m'. rr -w r . Ts - ..'.-.. I vuv yoxi) yieir. xas roar ein under und Pharisäer von der allerschlimm sten Sorte, er ..verkaufte" seine besten Freunde und schonte keinen II I " I Menschen; daber war er so schlau und ranmnt, daß es Niemandem gelang, ihn mal selbst hineinfallen" zu lassen. Nur einmal m seinem Leben wurde er ganz gründlich abgeführt, Wenn Ealeb in die Stadt kam, gab s gewöhnlich eine vergnügte Zeit, und die 1. 1 )i.i! t : .i. . r r.: zeyie raiion viioeie oann regelmäßig Frank Monteverdes Trinkstube an der r m ? w r i ri evstraye, oie vamais veruymleile Kneipe der ganzen Stadt. Eines Abends saßen wir dort auch ganz vergnügt zusammen, Ealeb war be- ! sonders aufgelegt, und als gegen Mitternacht noch ein Freund, der schon etwas angesäuselt war, hinzukam, dauerte es gar nicht lange, da hatte Caleb denselben ,Alr iinh tittfi tnn tiuug viiivjv uiiyt-u uuv n'tn uJuJL ou Vcfcu. kk. ks. i?stiocn ivto yainpagn ua9u u sen. Natürlich brauchte auch er für den I ' ... r u. fz iiwvuj vy Hvv . I U..M VIJi AitChA4tjt. V HAhttt Viav l r.r rrr .-T. , .1 -il ft r. , cyr mia, ylneinaeiear, aller nnaoe, aoer ich werde schon mit Euch quitt werden darauf könnt Ihr Euch hängen laffen." i Caleb brachte die Nacht IM nahen Astor-Hause zu, am nächsten Tage wurde die .Kneiperei . ortge etzt, uno m, am zweiten naymittage suyr er aus iemem tt-inen Einsider" seiner beimatblicken tt m Er wa! Su ? i V. J! lohnte in emer reizenden Cottage, etwa bundertScbritte von der Taverne entferntyunverlrorilie von I ver averne enisernl, feme Frau war Nicht schon, aber alter wie er und eines von jenen weiblichen :::.r::o;"',T'"rr7'"; -";;: riart. MiminTiim i?nn imMprnMriTP ZZZ tZT'vSL. uk is7n1.m.i is U i derenndewen Besen. ..,Aeme wvyuijv vuk 41UU tuu uim Taschenwch wrbanarti umwickelt. Ca. 'b herrschteunumschran t m der Ta. . verne, leine oenere uno ioiioere a'sie ber in der Cottaae und über ibn wenn aoc in. Bil "S6 un0 055 lVn n,en" er tu Saus war. des zrinluudedenreich.gieltei ? ! 7i ' "?J?5 E? IZVr?. ' m?mit,n k !,? 2s ; wea-. ttiea die m,hr wi- faiiünm And stufen hinauf, ergriff den wie eitel Gold glänzenden Thürklopferund gab energisch das Zeichen ; im nächsten Augenblick öffnetc stu c itt und auf der Schwelle erschien Mrs. Caleb Weeks, nen Besen in der einen, ein Staubtuch i xn bet andern Hand, eineSchürze vor und ein Taschentuch um den Kopf gezuinden.

Wesen, die man sich nur trnt den vm- rch die lautlose Stille des Sommer Mftttftt ihr MrtPtmisnPtt Göhhslri. tml ... . . . . . r

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Ist Mr. Werks zu Hause?" frug der

Fremde. ..Nein, das ilt er nicht," lautete die Antwort, ist seit zwei Nächten nicht nach Sause gekommen." Tbut mir leid, bin gekommen, um m kl-Zno Wrf;tiimrt Mn:iifrt?firfn " 1 1 v nviitv V V f 2 w V v ..Nun, da müssen Sie ihn persönlich sehen," erwiderte sie recht schnippisch. ..was ist das für eine Stechnung (" ..Rechnung über einige Scymuckiachen goldene Uhr und Kette Dia mantrmg rt t ii VLa s 5 U50löeNC Hüt UNv ..Könnte ich vielleicht Mrs. Weeks seden ? frug letzt der Fremde und unterw r i ' . l ? f CfT ' ? vracy oamil m oer unutoia uen um k den losbrechenden Redestrom. ..Mrs. Weeks sehen ?" wiederholte diese in sichtlicher Aufregung, naturlich können Sie Mrs. Weeks seyen, wenn Sie nicht blind sind. Ich bin Mrs, Weeks." Ach, entschuldigen Sie mich. Mada . . i. . me, oa liegt ein rriyum vor. ia) meine die mnae Mrs. Wetts Mr. (ialcb Weeks Frau." Ich bin die einzige Mrs. Weeks. die eristirt. Ich bin Caleb Weeks Frau - i i r . r i. . und bin außerdem noch niwt so alt wie Metbusalem." Natürlich natürlich ich fo (1.: ,,,,? S11.i Vrtrn vu" vuuM.iv aver oennow ließt yier ein rriyum vor ich wein ganz gewin, daß die Dame, die Mr. Weeks mir als seine . i . r. r , '.. .'.f.... Äe,en uno lauoiucy sieien in oie,em Augenblick zu Boden, und die beiden Hanve m oie usren siemmeno, oraa) sie los : ..as, Nlcyr IQ vjine anoere ffrau ? Und der hat er eine goldene Uhr, Kette und Diamantrina gekauft?" -v. . w m . r T - awoyi, carame vier raoenle die Rechnung macht zweihundertfünf, uudzwanzig Dollars." Was sagen Sie ? Zweihundertsunf undzwanzia Dollars? Und ich, sein treues, sein gesetzliches Weib, seine Skta vin, seine Dienerin, habe ihn schon leit Jahren vergeblich um em neues schwarz seidenes Ztteld gebeten I ann hat er V : - aac yuui norgeuern. 'caoame." fco vorgestern, und seit der Zeit ITl S...Zl ! J. i. ... ... i rr v?u;ui mu. zu uu yciucic. Wie sah denn diese diese junge Mrs. Weeks aus?" Well, ich sollte denken, sie war nicht dann war sie sehr elegant gekleidet; er wollte ihr noch einen zweiten Nina kauIr t f! i--,rTt- W.MC.. IXi ..C. sen, avei ir ivvuic v?tt,civcn mu i r?-f-i. . ... i . r? r. ... .? rnocie uecer einen Na warte. ich will ihn schon mürbe machen und sie das putzt und scheuert und arbeitet vom frühen Morgen bis in die späte Nacht, um ein paar Pennies zu sparen, und er - . r. i V V Li . , lt. .is.-. r geyr vavon uno jiyciyunvujuii undzwanzig Dollars für Schmucksachen und der Himmel weiß nieviel für einen Otterfell-Mantel: und das arme Weib r r-r. . V fc :t Tt - orary ,n yrnen aus uno arg iyr vyc Minder Schürze. Der Mann bat um Entschuldigung, ? Cfrjr.illj: It.- s-fi Tj . oaz; er unttoiiii yt ivicn ujmcij bereitet, er sagte ihr, daß er bei Mr. Weekö wieder vonvrechen wolle, wenn derselbe aus der Stadt Ziurückaekebrt sei. und ließ die arme Mrs. Weekö in einem schrecklicben Zustande zurück. Eine halbe Stunde darauf sah er Caleb langsam auf die Taverne zufahren : ..Hallo, alter Knabe." rief dieser, indem er aus seinem Wagen sprang, wann sind Sie gekommen'" . r i Ungesayr vor einer yaiven MNve, bin auf dem Wege nach Jslip," erwiderte der gute Freund ganz unbefangen. So, 'so nun, kommt herab, wellen eZö 'Zusammen nebmen." Sie nahmen eins zusammen und dann war? der aute freund so nebenbei die Frage hin: Habt in der Stadt wohl ine vergnügte Zeit gehabt, Caleb?" Vergnügte Zeit ist gar kein Name .. J l i safjir erwiderte (Sslleh l?s wr rtgs I 0aluw erwioerie .aieo. war ge. X(ftm jgg . stct ck füble mick furckt' u LmtrL ü. mn7 ; I , wiw 'i. ir t . wie eine Hornisse ; ich gebe lieber I 0 . II ' . . , ' r.: ;;0i i st?;? ; nguienS muß Jeder vertragen können! Also bis morgen Nachmittag !" Damit verließ Caleb die Taverne und ging nach Haus. t freund stand auf der Ner- ? c!.V 1 r ? t!nbA"nVlaUle S!ia f?' Caleb das Gartenthürchen önnete, den :,z.s.d binaufaina und w e er dann "iesz?sao yinausging uno wie er vunn Cottage herumging, um durch die bintere Tbür einzutreten Einige AuaenM?!, naa?.ntt! i ... " . ' -. - - . rr.. 'linme; na,ten axomen m !S?Ms?m aS&gS'Ä Qfmn prfthitn in htrUlhm unmittelftiS. md . ful)Ulnkn tugen, flis s.spn?, N?s?n ?en H.en und sausendem e, en, Sr nnA ein Kalk? Dnnendmal den Un- : : i 7:7 " 'LltA Zi": rw 1 1 rr ni pti irn t pn tr r 1 1 i tr ' r i 11 11 1111 11 ii i r 11 W vollständig verblüfft langt. auf der Veranda'der Taverne an und warfsich erschöpft in einen Armsessel. Was ist denn los, Caleb ?" frug der an. obne ein Wort zu sprechen ; schließ' lich kam er doch soweit wieder ui Athem, daß er losbrechen konnte : . Das haben Sie mir angethan ! Sie elendiger Schuft, dafür blaje ich Ihnen das GeHirn aus! Sie haben die Alte ja rem toll und wahnsinnig gemacht ! Sie will sich Icheiden lanenuno oas ganze genthum ist aus ihren Namen verschrie. den!

laas eme cvriue, zornige rauen-

Aber Caleb, Ihr - wißt doch, einen guten Scherz muß Jeder vertragen können !" Das ist ke'.n Scherz, das ist der reine Mord ! Sie müsien die Geschichte wieder in Ordnung bringen ! Kommen Sie jetzt gleich mit ,:nr und erklären Sie der Al ten die Geschichte ; wenn Sie das nicht fertig bringen, darf ich ihr nicht wieder vor die Augen kommen." Ich werde das thun, aber unter zwei Bedingungen," fagte der Freund. Und die sind V frug Caleb. ,.Sje müssen vor der Gesellschaft er klären, daß Sie ebenfalls hineingelegt" worden sind, und dann einen gsuzen Korb Champagner anfahren lassen !" Das soll ein Wort sein !" erwiderte Caleb. Aber um des Himmels Willen, lassen Sie die Jungens nicht wissen, wie Ihr mich gefangen habt; wenn das herauskommt, kann ich' mich nicht mehr in der Stadt sehen lassen." Natürlich, nicht ein Bort." Es war ein hartes Stück Arbeit, sie m überzeugen, und ein noch härteres, sie wieder vernünftig zu niachen ; schließlich wurde aber doch der Friede wieder hergestellt, und in der Woche darauf wurde denn auch richtig der Korb Champagner bei Frank Monteverdes vertilgt ; auf irgend eine Weise wurde die Geschichte jedoch ruchbar, und noch nach Monaden brauchte sich irgend ein durstiger Freund bei Calcd nur nach dem Besindender jungen Mrs. Wecks zu erkundigen, um sofort van diesem aufgefordert zu werden, eins mit ihm zu trinken. Ja, das war in der guten alten Zeit! Student und fliegende 2)ainc." Aus Prag weiß die Politik" folgende pikante Studentengeschichte zu tu Zählen : An einer hiesigen Mittelschule studirt seit Jahren ein junger MwsaV

der mit seinen ichönen mädchenbaften Zügen nicht selten den Berdacht erweckte, ein Mädchen zu sein. Der junge, überaus bescheidene Mensch war schon Vaterlos und seine Mutter eine Prager Bürgcrsfrau lebte in überaus bescheidenen, Verhältnissen. Um so mehr mußte es also auffallen, daß der junge Mann eine sehr sorgfältige Toilette machte und in seinem Auftreten keinesWegs den Eindruck eines armen Studenten machte. Ja noch mehr, alljährlich in den Ferien nach gut absolvirtem Studienjahre unternahm unser junger f. I L. f. eil - nr eio eme größere vmi ins Ausland, um dann um so freudiger das neue Stn L. ..f.. , , f . -. . vienzayr anzuirelen. ileie umstände webten um den schönen Studenten ein förmliches Geheimniß. Bor einigen Wochen fanden an der bezeichneten Präger Mittelschule die Maturitäts-Prüfun gen statt und unter den Abiturienten, welche das Eramen besonders günstig bestanden haben, befand sich auch unser räthselhafter Student. Nachdem er das Zeugniß der Reife in den Händen hatte. vegav er ncy zu ieinem iLlaenlehrer und sagte demselben beiläufig Folgendes: Ich weiß, daß man mich an unserer Anstalt, sowohl Lehrer als auch Colle- . i ... rn t . - gen, mn zroeiveuiigen naen angeeyen, und daß man sich angesichts der Mittelr.. t i. : nn..u... r. ... ivzigieil meiner niuner uoer meinen verbältnißmäßig großen Aufwand wunderte. Ich fühle mich nun gedrängt, Ihnen beim Scheiden von der Anstalt eine Aufklärung zu geben. Ich bin nicht unvermögend, sondern besitze in Paris ein Haus. Wie sich dasselbe erworben, nachdem mein Vater ein armer Bürger war? Mein Oheim ist Be sitzer eines Circus in Paris, ich selbst habe bei ihm cquilibristische Studien gemacht, und da mein Aussehen ein mäd chenhaftes ist, so ließ mich mein unternehmender Oheim alljährlich nach Paris kommen und als fliegende Dame" debutiren, und als solche hatte ich derartige rr. r .1 . ... r t - r r rsoige zu verzeicynen, oa icy vald der Star der Gesellschaft wurde. Nicht qe nug daran ; in Paris, Äkarseille, Lyon, Genua, Mailand und 3tom war die Zahl meiner Bewunderer und Anbe ter Legion. Ich wurde von LiebesbeWerbern förmlich verfolgt, erhielt die reizendsten und kostbarsten Geschenke und war ob . meiner Standbaftiakeit und Kälte bald ebenso berühmt, wie als fliegende Miß-. Die Präsente machte icy zu Geld und für dieses, sowie für meine bedeutende Gage, kaufte ich mir schließlich in Paris ein Haus und behielt nur so viel zurück, um meinen Studien in beicheidener Weise obliegen zu kön nen. M yatle Lynen, Äerr Prote nor. V, r i . , M0 r I m mm schon früher mein Geheimniß gebeichtet, allein die Furcht, daß die ..fliegende Dame" aus der Anstalt ausgeschieden werden konnte, hielt meinen Mund ver schienen. Nun kennen Sie das Geheimniß meines Lebens und ich hoffe, daß ;ie mich nicht verurtheuen werden." Die fliegende Dame" wird ander Pra ger Universität Medicin studiren, ob sie aber in den Ferien wieder im Circus herumfliegen und ihre Anbeter und LiebHaber neuerdings berücken und bestricken wno, wten wir Nicyt." Daß Menschenblut als Tinte benutzt sich Jahrhunderte läng in seiner frischen, rothen Färbung erhält erfährt das Leipziger Tageblatt" durch einen Brief, den am 30. Juli 1607 der Typograph Johann Htldebrandt in Lewzig an seine Geliebte Klara Stelnerin in Sagan schrieb, ..indem er beim Ausdruck seiner Gefühle sich auch feines Blutes bediente. Der genannte Hildebrandt schickte am genannten Tage mit einem rührsamen Schreiben an sein vertrawtes Hery" zum Namenstag semer Geliebten, der sich auf den 12. August stellt. zwei Dotz't seidene knöpffe und schniere zum angebind". Das Geschenk begleitet er mit folgender mit seinem Blute geschriebenen Widmung: Fahre hin du kleines schnierlem, bind mir das Hertz allerliebster mein, Bind mir sie fein vnd bind sie wol, denn sie ist aller tugend voll." Hildebrandt hat seine Klara später geheirathet, und so befindet sich der Liebesbnes aus vergangenen Jahrhunderten noch in den Händen der Abkömmlinge Hildebrandt's in Leipzig. Beim Unterricht. Gouver nante : Nun, Elise, heute wollen wir die verschiedenen Zeiten durchnehmen. Also Gegenwart: Heute hast Du die Schürze; Vergangenheit : Gestern hattest Du die Schürze ; und Zukunft : Morgen Else : Morgen ist sie schmutzig.

Schnupfen V?r kuliftlcr. BuhnenDe? Tenorist Franz Joseph Brall, ein Bruder des am Wiener i'arl-Theater engagirtm Tenoristen gleich cn )camens, veröffentlicht in einem Münchener Blatte über den Schnupfen der Bühnenkünstler einen amüsanten Artikel, welchem wir nachstehende Stellen entnehmen : Unter dem Aühnenvölkchen hat jeder Einzelne seine eigenen, meist sehr aparte Mittel' eben, welche er gegen diesen Erb und Urfeind der Nasen und Kehlköpfe, gegen Schnupfen und Katarrhe, in's Treffen führt. Der Bassist nimmt seine obligaten Dampfbäder, der Tenorist inhalirt, der Baritonist gurgelt, die Sopranistin heilt sich in der 27gradigen Wanne mit fünfliterigem MeersalzZusatz, während die Altistin dieser strapaziösen Metbode einen kräftigen Eierpunsch vorzieht. Das sind so nach der Natur gezeichnete Bilder im großen Stile, die aber trotz der Aehnlichkeit denn doch nicht immer zutreffen. Wer wollte auch die Heldinnen und Helden der Bretterwelt nach Normen sichten! Es giebt ja stimmgewalnge Tenöre, die viel Bier, und seriöse Bassisten, die nur Wasier trinken, lyrische Tenöre, die nur Jmportirte rauchen, und nach unten schlecht disponnte Bassisten, welche früh dampfbaden. Mittags inhaliren, Nachmittags gurgeln und Abends noch eierpunschen". Wie manche poetisch duftende Elsa läßt sich vcr dem Schlafengeben eine Vrofane Biersuppe kochen, Lobengrin verspeist seine Heringe und trinkt, sechs rohe Eier dau. während die Lucia sich mit A!alz-Extract und Traubcn-Arustbonig behilfft. Nahezu Alle schwören auf den Prießnitz-Um'chlag und ein paar meiner hübschen Eollcginnen schwärmen sogar für Katarrh Pillen ; ich hasse sie, nicht L Wf L 1 -VT j, oie Kolleginnen, pnmndie Piuen. ei ßes Fett, das mcrn aufein Flanelllavpen träufelt und Scachts über aus die Brust legt, spielt auch eme große Nolle in der bretterweltlichen Heilkunde. Am Einathmen von Eibischdämpfen und auch an der Unsitte, sich mit heißem Brust- und spanischem Kräuter - Thee die-Magen-wände zu verbrühen, wird mitunter auch noch festgehalten. Was thut eben der Sänger nicht Alles in seiner Schnup r rr r c senverzweiseiung : ticyr oen bangern und Sängerinnen ist übrigens der chnupfen in der Theaterwelt am unangenehmsten, noch weit widerlicher ist dieser stereotyper Vorstellungssiörer den Buhnenleitern, den Dlrectoren und Intendanten. Ich selber kenne einen Ehef, der nur wohlversehen mit Pastillen das Podium betritt und seine Mitglieder aus schwarzlackirter Schachteldose zugreifen läßt ; ja der verstorbene General'Jntendant v. Hülsen ist in seiner intendan tischen Vorsicht und liebevoller Rücksicht für die schnupfenkranke Kunjtwelt so weit gegangen, ein Recept zu veröffentIlchen, welches gleich zwei Medlcamente anführte, von denen je ein Tröpfchen, mit dem anderen vermengt, die Zlrast besitzen sollte, die daran riechenden, schnup fenbehafteten Individuen zu heilen. In jüngster Zeit jedoch ist ein kleiner Apparat eirunden worden, welcher alle bisherigen Schnupfen - Präservativs in Schatten stellt. Es ist dies der NasalInspirator. Das kleine Ding ist so originell und glücklich construirt, daß man damit ungenirt gehen, fahren, reiten, schlafen, ja sogar was doch die Hauptsache für Fachgenossen proben und dem Souffleur nachreden kann. Wenn der Apparat beim Theater in der Weise sich einbürgert, wie ich glaube, dann werden die mehrstündigen Proben auf den zugigen Bühnen lange nicht mehr so gefährlich sein wie bisher, denn die Acteure und Äctricen, welche ihre p. p. Nasen und Naschen mit dem Inspirator stopfen, werden sieghaft allen Unbilden zu trotzen vermögen. Wie der kleine Schelm aus sieht 'i Einfach genug ! Zwei feine Nöhrchen aus Celluloid, die durch einen zierlicheu Bogen miteinander verbunden sind. In jedem dieser Röhrchen befindet sich ein winziges Löschpapicr-Röllchen, und dieses wird mittels eines beigegebenen TrovsenKählers mit einem Tropfen desjenigen Mcdicamentes (ich nehme Carbol) befeuchtet, welches der jeweilige Hausarzt dem Patienten vorschreibt. So gefüllt, läßt man diese Miniatur Batterie in den bedrohten Gesichtsvor sprung verschwinden, bis auf den niedlichen Bogen, der es uns ermogiicyt, vas Geschütz aus den occuvirten Na emochern . L ' . . . ...if r X. ' . ' . . m m wieder zu entfernen. Wenn bei mir ein ungezogener Schnupfen im Anzüge ist, dann nehme ich Abends ein Stückchen gereinigtes amerikanisches Unjchlitt (ge ruchlos), belege damit vollständig mein Riechorgan, innen und vorzüglich außen, so daß eine dünne Fettkruste dasselbe bedeckt, fülle meinen Inspirator, führe ihn ein, wünsche mir eine gute Nacht und schlafe oder schnarche damit süß und lieblich bis zum hellen Morgen. So vertreibe ich diesen unseren grimmigsten Feind !" Der T a u s e n d st e. Vor einigen Tagen machte das Madrider Aür germeisteramt der Königin Christine die Meldung, daß am 20. Nov. der tau sendste Knabe geboren worden, welcher den Namen des Monarchen erhalten hat, und zwar war dies? Rechnung seit dem Hinscheiden des Königs geführt worden. Die Siegentin war von diesem Beweise der Sympathien des Volkes tief gerührt und sie sandte dem Tausendsten", dem Söhnchen eines Schreiners, Namens Felicia Campos, eine komplette Kinder Wäscheausstattung, in gediegenem Leinen und waschechten Spitzen ausgeführt, einen silbernen Becher und ein Eßbesteck, ferner ein Sparkassenbuch mit einer hübschen Einlage, auf welches sie selbst geschrieben : Dem tausendsten Alfonso, von einer ??rau. welche von iwei Alfonso's beglückt wurde." Dieser gemüth. reiche Zug der Königin hat allenthalben lebhafte Rührung erweckt. Schlimme Ausrede. Mann (der von seiner Frau unversehens von hinten geküßt wird) : Mein Gott, Frau, bin ich erschrocken. Daß Du das nicht Wieder thust! Ich mag solche Ueberraschungen nicht leiden. Frau : Ach, liebes Männchen, verzeih'! Ich ich wußte ja gar nicht, daß daß Du es warst.

Der

Morgcnrötz heraus: Ich gastirte so erzählt die in Ber!7 bekannte Schauspielerin Frau Anna Löhn-Siegel, vor Jahren einmal in L. in Schlesien. Das kleine nette Theater war für Ausstattungsstücke wenig geeig net. Dennoch wurde eine Komö?i.', ein Zauberstück aufgeführt, das viel Decorationswechsel erheischte, auch Bcleuchtungseffekte mancherlei Art. In der Schlußscene muyte ich als eine Gottbei: erscheinen, wrhl als Aurora, denn 'ich wurde mit großen Mullschleiern urnwun den, die in langhinwallende Schleppen ausgingen und die, von bengalischem Nothlicht angeglüht, den Schein von Wolken annehmen sollten. Bengalische Flammen waren also Hauptbcdingniß sür den Schlußeffekr. Der Tirecwr beauftragte umständlich die Frau Reauisi teurin, ein würdiges Faktotum des Tbea ters und zugleich Zettelträgerin, sie solle die bengalischen Flammen besorgen und zum Schlußakt bereit halten, liebe? etwas früher als später. Sie versprach Alles mit gewichtigem Kopsnicken und man war seit langen Jakrcn an ibre Pünktlichkeit gewöhnt, sieben dem Thcatergebäude lag damals ein großer Obstgarten, er hiev der Bengcl'fche. Ich weiß nicht, ob der Besitzer den unschmeichclhaften Namen Bengel" über seine Jugendzeit hinaus zu führen gezwungen war, oder was fönst vielleicht die Veranlassung zu der Benennung abgegeben haben mochte. Genug: ich siebe" in ei nem Wust von weißem Mull eingehüllt, als umwölkte Aurora auf einer großen Tonne, die gleichfalls den Gaze-Borrath

eines zeipvaarengeichaftes erschöpft haben konnte, in der Mitte der Buhne, ich bringe das Schlußslichwort, zu d er verklärenden Beleuchtung, das die herannähende Morgenröthe einer schöneren Zukunft verkündet aber die Morgenröthe naht nicht. Ich warte einen Äugcnblick in Ungeduld, werfe einen ;ürncnden Blick in die Kulisien ; es entsteht ein banges Flüstern, ein angstvolles Nennen dort hinten, endlich ein Zanken und Streiten, und schließlich vernehme ich die klägliche Entschuldigung der Requisiteurin auf die wüthend bcrvorgestoßene Frage des Direktors: wo denn die bengalischen Flammen seien, die sie habe besorgen sollen ? Pflaumen habe sie im Bengelschen Garten nicht bekommen, aber Birnen, und da habe sie gedacht, die würdcn's Wohl auch verrichten !" Die Unselige batte anstatt bengalische Flammen" Bengel'sche Flaumen" verstanden. Kein Obst der Welt hätte nun die Schlußwirkung retten können. Das verehrliche Publikum, das meine gebauschten Wolkenmassen weiß bleiben sah und das den bengalischen Purpurschimmer vielleicht aus anderen Vorstellungen fannte, brach in ein Gelächter aus und antwortete auf meine Rede von dem Morgenroth einer schöneren Zukunft, da? uns jetzt entgegenflamme, (und eben nicht flammte) mit einem stürmischen : Morgenröthe 'raus ! Morgenroth 'raus !" Ist Kaulbars ch" ein Schimpfname ? Ueber diese Frage wird demnächst das Schöffengericht in Meerane in Sachsen u entscheiden Haben. In einem dortigen Berein gingen am 6. Nov. die Wogen der Unterredung überaus Hoch ; der Borsteber war in einer Angelegenheit, welche die Bereinskasie in An spruch nahm, eigenmächtig vorgegangen und nun stürmte man von allen Seiten auf ihn ein ; ein besonders aufgeregtes Mitglied rief aber dem haribcdrängten Vorsteher die geflügelten Worte zu: Sie sind ja der reine Kaulbarsch!" Das zündete. Den russischen General Kaul bars, der gegenwärtig in Bulgarien gleich einem Geßler baust, kennt Jedermann als die personifizirte Unverfroren heit, und kaum war der 9!ame dieses be rüchtigten Großmunds ausgesprochen, als in der ganzen Generalversammlung ein so homerisches Gelächter sich erhob, daß der Vorsteher heftig die Glocke hin warf und drohend das Vereinslokal verließ. Schon am darauffolgenden Dienstag erhielt das betreffende Mitglied, welches die Kaulbarsch-Jnjuri? ausgesto ßen, eine Vorladung zum Sühnetermin ; der angeblich Beleidigte verlangt indeß eine Bestrafung und somit kommt der Kaulbarsch" vor die Schöffen. Nachträglich wird aber gemeldet, daßdie Kaulbarsch-Injurie dochnichtdieSchöffen beschäftigen wird, indem der Beleidiger . ' ' ' . . . mit nachstehendem Gedicht im Mecra ' l . - . rrt . . r ner Tageblatt" seinen Gegner zu beru hlgen verstand: Zur Beruhigung !j Kaulbarsch hab' ich gesagt in meinen urnmm, Nun Freund, , das ist doch nicht te schlimm ! Wie kannst Du d'rob sogleich zum Schiedsamt geh'n? Der Kaulbarsch ist ein Fisch und schmeckt sehr schön! Hätt' Kaulbars ich gesagt, dann loär's bedenklicher. Denn dieser Herr ist ein sehr kränklicher Und ungenießbar grober .General. Kaulbarsch und Kaulbars ist doch nicht egal ! Der Kaulbarsch ist ein munt'rer Knochen v r Den Kaulbars stellt man dar als Tintenwisch : Ein Kaulbars sollst Du, lieber Freund, nicht sein. Den Kaulbarsch aber steck' nur ruhig ein Ein Arzt schreibt uns: Bei Eintritt der rauheren Jahreszeit möge im Jnteresie unserer Kleinen wiederholt daran erinnert werden, daß ein groper Prozentsatz der Erkältungen noch immer auf die Unsitte zurückzuführen ist, die Kinder im Gesicht oder gar auf den Mund zu küffen. Es ist eine jedem Arzt bekannte Thatsache, daß so mancher Hu , L r fl fT -T. Tmm AM AlAM tten, oer oyne ernne eftu un him Erwachsenen vorübergeht, durch Ueber tragung auf noch unentwickelte, weniger Widerstandsfähige junge Geschöpfe, bei den letzteren die gefährlichsten Formeu annebmen kann. Die Unsitte vieler Menschen, trotz aller Warnungen, ihre angebliche Liebe zu Kindern durch Küssen zu dokumentiren, bringt alljährlich eine, große Zahl derselben in Lebensgesahr.