Indiana Tribüne, Volume 9, Number 243, Indianapolis, Marion County, 23 May 1886 — Page 7

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Vor zwölf HewehrmäuKrn. Episode aus dem amerikani schen Bürgerkrieg. 4 KiJj Un Crfcm des CapitZn W. ?. Vsrdon. ' Kriee.risch Tapferkeit und Muth sind nicht immer dasselbe. Im heißen Schlachtgewühle Stand zu halten, be täubt und berauscht vom Geschrei der Kriegskameraden, dem Knattern der Musketen, dem Schwirren der Kugeln, den Hurrahrufen der Sieger, der verzweifelten Gegenwehr und dem thierischen Nach e u. Blutdurst,wie er in jedem Men schen noch mehr oder weniger schlummert, dazu gehört kein besonderer Muth. Man kann sogar sagen, daß gar Mancher im Schlachtendonner blos aushält, weil er sich fürchtet, auszureisen. Ich könnte von mehr als einem Beispiel dieser Art erzählen. m Ganz anders aber steht es mit demje nigen, der vereinzelt umgeben nur von Schimpf und Hohn, langsam und klar bewußt einem sicheren Tode entgegenmar schirt! Das war mein Geschick oder schien es wenigstens in den Augen Aller zu sein. Als Spion der Conföderirten in die feindlichen Linien gesandt, wurde ich, mindestens 1 SO Meilen entfernt von meinen Waffengeführten entdeckt, ver rathen, gefangen. In Fort McHenry, am Hafen von Baltimore, stellte man mich vor das Kriegsgericht. Natürlich - wurde ich schuldig befunden und verurtheilt, am 3. November 1863, zwischen 12 und 3 Uhr Nachmittags, auf der Parade zu Fort McHenry gehängt zu werden." Huh, welch ein Gefühl überkam wich da, wie ich es nie in der heißesten Schlacht empfunden! Auf mein Fleben, mich wenigstens einen ehrenvollen Sol datentod sterben zu lasten, wurde mein Urtheil in Tod durch Pulver und Blei" umgewandelt. Mein Gruseln hielt indeß nur wäh ?end der Verlesung des Urtheils an. War es Leichtsinn oder irgend etwas An deres, kurzum, ich fühlte damals nicht nrehr als in diesem Augenblick, daß ich unmittelbar vor den Pforten des Todes stand. Während der ganzen Berhandlungen gegen mich, war ich so lustig und frivol gewesen, wie vielleicht nie zuvor, und meine faulen Wiye hatten oft das Auditorium geradezu erschreckt. Unmittelbar, nachdem mein Loos be siegelt zu sein schien, nahm mich der Vorsitzende des Kriegsgerichts der Oberst des betrcffendeu 'Regiments zur Seite und ersuchte mich um eine kurze Privatbesvrechunz.- Capitän," sagte er, ich fürchte, Sie haben noch gar kein Verständniß von Ihrer Lage. Bedenken Sie, was es heißt, gewaltsam sterben zu müssen ob nun durch Pulver und Blei

oder durch den strick, macht schllevllch wenig Unterschied. Als Mitmensch habe ich tiefes Bedauern mit Ihnen und fühle mich verpflichtet, Ihnen Ihren unerhör ten Leichtsinn vorzuhalten. Wenn ich vor dem Abgrund stände, vor dem Sie stehen, würde ich meine Mußezeit zweck mäßiger verbringen !" Ich kann mir noch heute nicht erklär ren, was mich zu der folgenden, gelinde gesagt, frechen Antwort veranlaßte. Oberst", erwiderte ich nachlässig, ich danke Ihnen für Ihre Theilnahme ; aber lassen Sie' mich das Eine sagen: Sie oder ich können natürlich noch sterden, ehe die- Sonne untergeht wir wissen es nicht ; soweit es indeß auf Ihr kriegsgerichtliches Urtheil ankommt, so werde ich noch am Leben sein, wenn Sie und Ihre zwölfBeisitzer läng st todt und vergessen werden." In Zorn und Ekel verließ mich der Oberst, und ich konnte es ihm nicht ver denken. Aber, wie gesagt, es war mein wirkliches Gefühl, das ich ausgesprochen. Mag es nun wahr sein oder nicht, daß der grimme Todesengel jedem seiner Opfer eine Art Vorahnung zukommen läßt, ehe er seinen Pfeil absendet, ich hatte jedenfalls keinerlei Todesahnung. Und doch wußte ich ganz genau, daß ich zum Tsde verurtheilt war und an dem und dem Tag um die und die Stunde erschossen werden sollte ! Ich fühlte das recht deutlich, als ich, mit Handschellen gefesselt, 'zwischen zwei schwer bewaffneten Wachposten nach dem Gefängniß zurücktransportirt wurde, und man mich statt in meine frühere, schon hinreichend kleine Zelle, in ein unterirdisches stocksinsteres Loch sperrte, das eine Ausdehnung von 3x10 Fuß. hatte. Hier mußte ich bleiben bis zum Tag und zu? Stunde der Execution. Tageslicht ! Mensch, du begreifst nicht, was ein Strahl hellen fröhlichen Sonnenscheins ist, bis du von Allem abgesperrt bist, was dem Tag seine Scho ne verleiht ! Ich habe es allmälig begriffen, als ich in jenem ewig nächtlichen Verließ herumkroch, bis ich mit meinen krampfhaft erweiterten Augenpupillen im Stande war, die feuchte Fläche, die meine Hände betasteten, nebelhaft zu erkennen. Mit der Zeit gestattete man mir, eine Lampe kaufen zu lassen und dieselbe brennend zu erhalten. Die Wände wa. ren ostenbar mehrmals geweipt toorden ; aber die feuchte Schmutzbrühe, welche allenthalben durch die Backsteine rann, hatte die Verkleidung getrübt und flokkenweise losgetrennt. Zehn Fuß über mir wölbte sich die 5xat, deren schwer ßige Fläche mir sagte, daß ich schon bei "ebttiten unter dem Nasen war. Schlüpfrige Schlängelchen, Tausendsüßer und anderes Gewürm huschten über den Boden und die Wände und nährten )q von dem nassen Schmutz ; manchmal kro chen Natten an der Gttterthure herum, schössen aber so. leich wieder zurück offenbar angeekelt und suchten sich ein - r rv r i. rr danlvareres ijeio iur iyre nagenoe jui samkeit. Doch das AlleS hatte noch wenig n bedeuten gegenüber meiner fürchterlichen Einsamkeit. Keine menschliche Seele, und mit Ausnahme des Ungeziefers kein Thier, unterbrach die sinstereGrabesstille. Hoch über mir mußte die Schildwache r.j aber ich sah und hörte nichts . - , r r , , von ihr, aus lyrem gemeijenen lyrm. wann die Ablösunasstunde kam.' Zwei mal täglich erschien der' Gehilfe deö Kochs und reichte mir meine Baracken-

suppe oder meinen armseligen Kaffee auf einer langen Schaufel herein, doch auch der durfte nicht mit mir sprechen, nicht einmal durch Zeichen. O, welche verzweifelte Mühe gab ich mir oft, die sen Menschen zum Sprechen zu zwingen ! Selbst ein Fluch von ihm wäre Musik für meine Ohren gewesen, aber es sollte nicht sein. Die einzige Stimme, die ich in vielen Wochen hörte, war die des Jtegiments kaplans, und auch diese nur ein einziges Mal. Er entsetzte sich über meinen Leichtsinn und gab mich als unverbesserlichen Höllencandidaten auf. Vor dem Weggehen sagte er noch :, Capitän, Sie müssen sich unbedingt auf den Tod vorbereiten. Ich .kann Ihnen versichern, daß Ihr Leben nicht mehr zu retten ist. Ihre Freunde habe alles Mögliche aufgeboten, aber der Präsident hat sich posi tiv geweigert, das Urtheil des Kriegsgerichtcs umzustoßen. In wenigen Tagen ist es mit Ihnen zu Ende, denken Sie an mich und an Ihre arme Seele !" Das war gewiß genug, mich schaudern ;u machen. In der ersten, herrlichsten Blüthe des ManneZelters, nock eine ganze ungeborene Welt vor mir, taufende glänzender Pläne und Ideale in meinem

Geiste gährend. Alles noch zuckend von Lebenslust und Thatkraft, ein junges We-.b und zwer blühende Kmder, deren Zukunft in meinem Schoße ruhte, und üb alles Das der schwarze, kalte, blutträufelnde Todesschleur sich langsam leJ" Ww.2i Sr , nnzternrß mußte mir dreses Schicksal in ,n u,j. öl iyuwS kett vor die Seele treten. Groner Kott. ist es möglich ? Soll dieser frische, gefünde, kraftvolle Körper schon jetzt den Würmern vorgeworfen werden ? Sollen !ma f!XiVtN.M4iMWM C1Ta am Ä m. z r TZ V t 7 Ym T 9 nm sich dann auf ewig zu schließen i EZ-ii :j. v.:r.3 rat .j. l. rrr i vu uy inuc viuuu um Ilvll, ucua cn, n T. . I nrn minn iAKnn i rr nMri mttnimA I ' niTAT. ymi luf vcui imui ,v. Uttv sovielmal vrerundzwanztg Stunden zwölf V..T ai.-..- Tl I vuiiuc uvtyiiuuuuv IW1.VI.., uiiv vv,, .uWvv.. v .ivw v, tiwn n ' mn j tA hA 1 Woher mir dieses Gefühl kam, darüber vermag ich, wie gesagt, keine Nechenschast i zu geben. Ich kannte das Kriegsgesetz ; ich wußte, daß einen Spion keine Macht, außer der des obersten Beamten derkation, vor dem Armesündertode retten kann, und ich wußte, daß diese Macht vergebens angefleht worden war. Der Kaplan. und die Briefe meiner 1 . V rf"P SS JE 1 hS LIZa ? J m 1 kl fflilfr 5 Z t ,t wurden rmmer lebhafter, ,e naher der Tag memer Hinrichtung heranruckte, bndlich zog er heraus, der unvergebl.che -!frysjrthfiTtnnrncn Wtnn hntt wir fniftii reunoe yanen mrr oaruver volle Ge e ä i7Ä um 9 ümeinn nächtlichen Verließ geholt, und mir ein Ofsicierszimmer in den Baracken einge räumt würde, wo merne Eltern und Geschwister mich erwarteten, um meine letzten Stunden mit mir zu verbringen. Als ich aus der Zelle kam, mußte man m t mrcy eine Älerretnunoe m emem yalv dunklen Wachzimmer sitzen lasten, bis meine Augen sich wieder einigermaßen an das stechende Sonnenlicht gewohnt hatten. Dann führte man mich meinen Angehörigen zu und verschloß das Zimmer. Sie Relckitmna ' d-s MZ.Ks,kn möge mir der Leser ersparen. Ich wußte wohl, daß meine Angehörigen gekommen waren, um mich zu tröstenund zu stärken ... 1 1 . h 1 für die schreckliche mecutwn, die memer wnrMc nW ftrtH muH JA hrn Tröster spielen. Mein Vater und meine Mirwn?n:.sn,n,pnps.tetne iHrfidet tinb Ctn?ftirTt ?rrnnsh W V JllWvWW V k . 92. ' " ten nur in sprachlosem Jammer auf mich zu starren, der schon im Schatten des Todes stand. Drauken wir konnten sie durck das Renlter leben stand das f Peloton von 12 Mann, das mich Punkt 5! Uhr m hto (rhitrtfott hifnrhm inUt . -wrt VWV tV Wir saßen so dicht als möglich beisammen unk kielten uns mt ftanhen kramvshaft umfaßt. Ich that alles Erdenkliche, meine Lieben zu -beruhigen, und aab mir Müke. rn läckeln. e, . . . stattete dem anwesenden Priester nicht, . - r i c r. . ? , e r mir uns zu oeien, oenn rcy roupic, oan seine Morte meinen Anaeböriaen in die Obren klingen würden, wie das Zvallen von Erdschollen auf meinen Sarg. Alle mnnlithm Nnlers,lwn5 - fiWnftvinSo W W Q W W vv - Krackte icb auf. welcke unsere bedanken von meinem Schicksal ablenken konnten. So ost mir ab-r das gerade gelingen wollte, erinnerte das Scklaaen der Ubr au? W Mesimse. ode? 5?utritte vor der Thüre, oder irgend eine Bewegung der Todtenwache draußen -sofort wieder an die schauervolle Wirklichkeit. ' Die kleine Schlaguhr tickte für uns so ,uit,vuk tttui, lüic vajviufciu cuiti Mühle, und sie schlug die halben Stunden ebenso wie di! ganzen) Zehn-haib If-elf-halb zwlf-zwölf-halb eins Sto chnttten de, meallei nenRtange rn un er nner nes, uno wie .fA Am ,a w Hftr ffU, ,ntrt,rt.i ra,ch gmg es dem bittern Ende entgegen! . , v r r . i . r ?a, plotzllcy yonen wlr vqxmt q nayern eme ano veruyrlr vle yur- , , , r a e r c tt'nk-der Schluel drehie sich - ,d,e Thür flog au, und dr uns stand der b'Jel 'et3 I' Unwillkurlicy svrana ich aus, wahrend mein Vater und meine Mutter sich an v , fYT f r i mich klamm'rten. 98ie rasch arbeitet das Denken m solchen Augenblicken! Der f m. r , , . CfW - r 1 V Oberst hatte mir Morgens gesagt, daß man mich bis zur letzten Minute vor 3 Uhr mit memer Famil:e zusammen lassen werde,-tvas bedeutete also sein fruhz. tlges Schemen ? Mein erster Gedanke lnocyren. Eine Minute die uns aber jetzt eine . M . . M 1 L M M Ewigkeit dunrre iranoen wir icyweigend .". C. . (T nt si ... emanoer gegenuv. erwar a k . . . . A a - - & 3 f i y . rere oisenoar, vag riwas ipreryen würde, aber meine Lippen blieben ver siegelt. Endlich zog er langsam ein Stück Pa Pier aus der Rocktasche, entfaltete es und sagte feierlich : -f ' , r r p 0 ..avimn. lD vave loeven oie es t, e l e g r a m m erhalten."

Worte : Fert a Keller " gehört, ver- l"Z o;t. 1 n i C r- r iV v . ?j ri r ö-1! ns badern, auch hter erschütternde Szenen llffim Umwirb? Am in und neben an den Spielsälen ; indessen rch eö wirklich i 92c in und aber- fte es, wie ein langjähriger Besucher

ni a i n c i u : i

war, oan oie enszeir zur die xeur? schwenglichen Gratulationen überboten, heranrückte, und day sie gerne noch vor schien er den Glauben an die Wirklich ?hcr sich dep schaurigen Pstnht entledigen Faktums zu gewinnen : Don-

w " frzrr . K. 1

Dann las er, während ttäi athemlos tauschten. Folgendes vor : Die Vollstreckung des Todesurtheils an Capitän Wm. F. Gordon ist bis auf Weiteres verschoben. Im Auftrage des Präsiden ten." Keiner von uns brachte ein Wort hervor. Sie können noch hier bleiben bis 3 Uhr," fügte der Oberst hinzu; an mich gewandt, dann aber müssen Sie in Ihre Zelle zurück." . Damit ging er hastig weg und schloß die Thür abermals. Mein Vater seufzte lang und schwer auf, dann sank er zu Boden, wo meine Mutter bereits bewußtlos lag. . Das plötzliche ZZerziehen der Todeswolke, das rasche Emporreißen aus einem fürchterlichen Traume, rief eine Erschütterung in mir hervor, daß ich zitterte wie Espenlaub und ohnmachtig war, wie ein klei nes Kind, und so sank auch ich zur Seite meiner Eltern nieder. Um uns

knieten meine Brüder und Schwestern, und der Priester stammelte ein Dankesgebet, von dem ich jedoch kein Wort vernahm. - Mein Todesurtheil . wurde umgewa'r m ; ntt 9lrbt iü? diDauer des Krieges. Es waren fchlimme Tage, aber ich l e b t e ! und was ist aus den zwölf Ofsizieren ystmmt dem Oberst geworden, die mich m Tode verurtheilt hatten? Sie Alle der Na en : kem emzlger hat den Bürgerkrieg überlebt, während mich das Schick al aufbewahrte, um diese Ge rx:x4-7... Vx :l' ' ' schichte zu schreiben. Eine Erinnerung an Wiesbaden. Die Aufhebung der Spielbank hat eine gründliche Verwandlung der Phy. fc,i;,fcf, LnrtÄ i ..v.v.. v..v v;if ;t x. ,,.:?.,r..r. IVUt UitV IWI VVU 14 VIII IVVt ItVH VII 1 : Zementen ge äubert, sür welche das cU(r, hfr q,,.. oz X. su,K rz, J IVVUUjT WH in mirhnnA 11s fwm Anfcimft " , ' . . . w ,Z winnftn s,ck. W e in ll,n fih ? V V VVVVV f w 9W V 9 9 "W1 V erzählt, auch an komischen Vorfällen nicht, von denen der nachfolgende Aufsehen er regte: 1 (5mes Abends erschien m dem Noulet tesaal ein kleiner untersetzter Herr, des sen qanzes Austreten den Kleinstädter errathen ließ, und störte durch lautes Naisonnieren die bis dahin nur durch die monotone Stimme des Bankleiters unterbrochene Stille. Obwohl das verhäng nißvolle a la Porte" n verschiedenen Seilen laut wurde und die Angestellten der Bank begütigend intervenierten, war der kleine Herr doch nicht zu beruhigen, rudern bestand darauf, sich dicht an den a f0, . . o, . . Q o ? ÄJtfi T,rft1I, nnh q,..,. mer neunzehn. Unter allgemeinem GeXrMW J V Y ' 7 lö.chter der Umstehenden schob der Crou pier das Geldstück mit den Worten zu rück : Cela ne suliit liiere, Mon sieur !" " ..Was saat der Franzos?" fragte der Herr einen seiner ?!achbarn. . , Unter einem Gulden darr rncht gesetzt werden," erklärte dieser. ..So, so !" erwiderte der Kleine. Der lumpige Franzos glaubt wohl, ich habe nicht mehr Geld als das ! Warte Franzos, ;ch werde Dir zeigen, was ich kann !" , Sogleich holte er die bekannte Börse wieder hervor, entnahm daraus r.". r rrN.ii-i ci..?wM ..v r ii i v.ri. Jw?n? ben, Mit emem triumphierenden Blicke auf den Croupier, wieder auf Nummer neumeyn. Es war die höchste Zelt. . w r . . . M . . sCl - aIhmVa UiiiM ivIm4a .U.a.4? I inc wvtuuv vwfc- vviut vmua das bekannte: Rieu ne va plus! Die Kugel hatte ihren Laus beendet. Üix nou5, roue, imprv !. nef . der i im 9w:wt v o w v i. ? . . vii.i. a aniieirer, unooou üion yiapoieon flogen auf das Quadrat Nummer neun AON. w , y t MM Der kleine Herr machte rndeffen keme Anstalten, seinen Gewinn an sich zu neh. men.bis endlich jenerNachbar sich an ihn i. i niL - n . irz : - w wenoere : - mn err, weroen doch Nicht so tollkühn sein, eine' so groe Summe nochmals auf derselben Nummer I Xlaar it nSn cl ii" Welche Summe V Nun, Ihr Geld, das auf Nummer neunzehn liegt ! .'2)!eiN 5 ZS Name MklN I " " ! Geld i .Gewiß, mein Herr ! Aber beeilen r-ie neue aiuc vezinnr so I aleich." . Mit beiden Händen zog der Glückliche den Geldhaufen vor sich hin, ohne zu ahnen, daß er die ganze Summe auf vir geicyooen yaiie. . , viun oegann er. eine Handvoll Goldstücke in die. Tasche rollten emiae auf o-.,r,t,-va ' Q:k .r. . den oußboden , !, e schwand , er unter M,MJfcrf ' XT, ' ,"nke kick, n?, an ul . ' -V n vier Mal! Die Bank war Mit circa g gesprengt! ; ? ' ir i i Jnzwischenluchte der kleme dicke Herr s.,.r. Rranlim (Aim, l i v r -d 7 n'&ä) itn Goldstücken, unbekümmert tit .rufe der' nächstsiebenden Her. ren, welche, durch die tnme Häusung mnrhÄ Vlalr ?rat. bemüht w. :hri on seines '.lürk in ffennfniü ? v i im? n -v- , , V viiiiiiii sen. Endlich, al das Spiel be. .f, i-si,. -v HV MIHHMll IV.IV' VV (gckliche und war noch mehr verblüfft, flU mstn m b nwtn Gewinn zeigte. nsangs glaubte er, man loollte ihn sop. ' als aber die Mehrzahl, und nament. fA ht cvnbllrtr:ct:ltcr. rlA :n überwv I 1 nerwetter," platzte er heraus, so was ist mir noch in meinem ganzen Leben nicht ' - 1 " A vassirt ! Wo ist der Franzos ? Er soll I t I . . sn ... r mir sagen, vay oas eto mir wirltlcy, geI hört . - . Ja, a V ertönte es einstimmig. ..')ta," saate er, wenn es so viele vor nehme Herren und Damen sagen, da muß es wohl wahr sein. Aber nun sollen Sie, auch sehen, daß wir bei uns zu , . ' ' , s- . r L ft leben 'winen. ie uns aue meine Gäste !"

cSine Lnltäuscöung. . 1 Cine HmorcSkt von F. lemcr. ..Zimmer m beriethen!" rief Har-

lev Merrion. seinen fnellen Gang un terbreckend und das gemüthliche kleine Haus betrachtend. Es $ ja gar nicht nöthig, daß ich mich nach Dem wot) Wirthshaus begebe, penn ich vielleicht ebenso billig und bequem hier., wohnen kann, und ohne Zweifel viel ruhiger und romantischer." Er klopfte stark Mit dem alten eisernen Klopfer an die Thür. Eine große grau r . . l . 1 . in emem vraunen Zianunlieio offnere schnell. Ich sehe, daß Sie Zimmer zu vermiethen haben," sagte der Wanderer. , tm .r ft . r. . rauiem cargarery ooowin oerracy tete den fremden sehr aufmerksam. Er war groß und ziemlich hübzch, von mittleren Jahren, hatte schwarz melirtes Haar und freundliche hellbraune Augen. Ja," sagte Fräulein Margareth, wir verrniethen Zimmer, und recht hübsche, gemüthliche Zimmer ; das sage ich. Sie sind nicht groß, aber so niedlich wie ein Schächtelchen und sehr nett möblirt; mit einem echten Teppich,' roth und schwarz karrirt, dunkelrothen T'orhängen und einem Lehnstuhl." - D Fräulein, ein Lehnstuhl ist ebenso angenehm für ein Zimmer, als der Son nenfchein für eine Gegend." Und da ist eins mit drei Fenstern, mit " Der Fremde wurde ein wenig ungeouldig über diese weitschweifige Äuseinandersetzung. Lassen Sie mich die Zimmer sehen," sagte er. ' ' Fräulein. Margareth ging voran und entschuldigt sich, daß sie noch im Neg lige sei. Wir haben heut' unseren Backtag," sagte die Jungfer, und unser männliches Volk nämlich meine Brüder Silas und Phineas essen Brot und Pasteten in ganz erstaunlicher , Menge. Manchmal denke ich aber hier sind die Zim mer, mein Herr." Ich werde sie nehmen," sagte Mer rion schnell. Es waren kleine, freundliche. Zimmer. Ich werde für einen Monat vorausbefahlen; mein Name itt Merrion. Meine Koffer kommen mit der Abendpost nach. Jetzt lassen Sie recht schnell Feuer anmachen." Fräulein Margareth ging langsam die Treppe hinunter, um Phineas mit Holz und Kohlen hinaufjuschicken. Du hast wohl d ie Zimmer vermuthet, Tante," fragte Jenny, ihre dicke 9!ichte. Ja, ich habe sie vermietbet, und ich brauche Phineas. Phin! Phin! wo bist Du?" Phineas kam langsam in s Zimmer, erhielt seine Befehle, und war gerade so erstaunt über das Vermiethen wie Jenny. Eine halbe Stunde später saß Harley Merrion, der populäre Schriftsteller, mit seiner umfangreichen Schreibmappe, wel che offen auf dem Tische lag,beimKamitt und wärmte seine Füße an der prasselnden Flamme, athmete den balsamischen Geruch des aufgehäuften Tannenholzes ein und freute sich über das Dämmerlicht des Wintertages. . .! 'i ' Hier ' kann ich mein Äuch zu Ende schreiben ; es sollte eigentlich schon fertig sein," sagte cr zu sich. Also haben Sie einen wirklichen, lebenden Schriftsteller als Miether, Fräu lein Maggie," krächzte die alte Frau Pcrkinö am folgenden Sonntag in der Kirche. Sagen Sie mir doch, wie sieht er aus ? Benimmt er sich wie andere Leute ? Sernanthy Dawe's Onkel kannte auch einmal einen Schriftsteller, welcher die Gewohnheit hatte, immer zu sich selbst zu reden und die fürchterlichsten Geeichter zuschneiden." Pah !" rief Fräulein Goodwin verachtlich, Herr Merrion .ist ganz anders. ein ganzer Herr,' macht nicht mehr Mühe als eine junge Katze; er sitzt und schreibt so friedlich, als es nur sein kann. O, er hat eme komische Gewohnheit an sich, er braucht täglich eine reine Serviette und ißt immer seine Pasteten mit der Gabel, obwobl unsere Meffer ebenso blank geputzt sind wie Silber, auch fließt' er nie seinen Thee in die, Untertasse, . einerlei. wie heiß er ist. Du, mein lieber Himmcl,"sagte Frau Perkins, ..täglich eine reine Serviette ! Das nenn' ich doch eine entsetzlich sinn lose Verschwendung !" 9hm, so scheint es mir auch,"' sagte Fräulein Margareth, aber er ist solch ein angenehmer Gesellschafter, und be zahlt seine Miethe so pünktlich,, daß Jenny und ich beschaffen haben, nichts darüber zu sagen." Die alte Frau Perkins schüttelte noch immer den Kopf darüber. Ja. die Schriftsteller sind ein ganz sonderbares Volk," bemerkte sie nachdenklich. . , Fräulein Goodwin warf den Kopf mit einem trmmphirenden Ausdruck zurück; sie wußte, daß die Wittwe PerkinS auch Zimmer zu vermietben hatte, und in dem Ausrufe der alten Danie lag etwas wie weibliche Eifersucht. Aber Fräulein Margareth war selber nicht wenig neu gierig, zu wiffen, ,was für Beschäftigun gen ihr Miether vornahm. Ich bin begierig zu wisse, was er schreibt und wie es auf dem Papier, aus sieht !" sagte sie zu ihrer Nichte. ,,as gevruns nicyrs an,anre '.wag aie," sagte Jenny ruhig. ..Er hat solch angenehme Manieren," fuhr die Jungfer gedankenvoll fort, hast Du gehört, wie er mich gestern nannte,' als er sagte, daß er seine Eier weicher, gekocht haben möchtet Mein liebes Fräulein Maggie." . .. Jenny lachte. Fräulein Goodwin sichtete sich auf und verschwendete keine vertraulichen Worte mehr an ihre herz lose Nichte. , Sie ist gerade, wie alle andern jun aen Madchen , dachte die gekränkte Tante. Sie denkt, weil eine Person älter ist als achtzehn Jahre, so erweist man'ihr keine Aufmerksamkeit mehr, ich werde es ihr vielleicht noch beweisen können. . Aber der Wunsch, zu sehen, wie es auf dem Papier aussieht", war keines falls in Fräulein Margareth's Herzen erstickt, die ein echter Sprößling von Mutter iva war.

Ich werde hineingu'ken und sollte ich darüber sterben", dachte Pe. ? Und sie beobachtete Herrn Merrion'SvBewegungen wie eine Katze eine Maus bewachen würde. " r. Ihr 'Beobachten wär. eine Zelt lang vergebens.. Herr Merrion hatte feit? un angenehme Art, seine Manuskripte tnd Papiere einzuschließen, wenn er auSging, und ihr Forschen blieb unbelohnt. Eines Tages jedoch ging er fort, um seinen täglichen Spaziergang zu machen, und ließ die Schreibmappe offen auf dem Tifch liegend :: - Gott sei gelobt!" rief die. Jungfrau aus, hier liegt ja seine Schreiberei, 1o wahr ich lebe." ; Sie ging auf ihren Zeben hin, als ob die Wörter Lebendige Kreaturen . und fähig wären, - gehört zu werd?, und

mustert? die offene, kecke Handschrift. Maggie!" war das erste Wort, wel ches sie las. . . . O,Herr deS Himmels V rref sie, ihre Hände theatralisch zusammenschlagend. das kann doch mcht möglich sern, daß er an mich schreibt! was wird Jenny dazu sagen .' ;; ' ' Eme leichte-Skede bedeckte ihr knochrges Gesicht. Sie las weiter Maggie, süve Traumgestalt meines Herzens, wie soll ich Worte finden, die Liebe, welche in meinem Herzen für Dich brennt, zu beschreiben r Fraulem Goodwin sank entzuckt aus den Lehnstuhl zurück, dann erhob sie ihre mattblauen Augen zur Decke. Worte finden !" seufzte die entzückte Jungfer. Na, wenn weiter nichts ist ; . W L. er yar a em 10 macyriges mnowerr, wie zehn Personen zusammen ! ' Der Pfarrer Miller ist nichts gegen ihn, wenn er einmal semen Dampf über yiom oder die Schweiz, oder irgend ein anderes fremdes Land auslant. Er smdet schnell genug Worte, . dafür stehe ich, aber die Liebe ist doch eine, sonderbare Sache ! Juchhe ! Wenn Jenny es nur wüßte, ich glaube, sie würde über Manches anders denken ; ich bin überzeugt,'sie wird es." Fräulem Margareth beugte ' sich - vor und las nochmals das verheißende Blatt durch Wie darf ich denn fragen, ob meine leidenschaftliche Liebe erwiedert wird? Wie darf ich in Dem keusches Ohr rw' sen-" Hier' brach das Manuskript plötzlich ab: die Feder lag daneben, wie He.r Merrion sie gelaffen hatte. , Keusch ! Mein Gott, was heißt denn das V sann Fräulein Goodwm nach. Ganz gewiß eine Schmeichelei, dem Uebrigen nach zu urtheilen. Armer Mensch ! er ist zu schüchtern, um offen zu Wrechen, er will seine Liebe schriftlich erklären. N, das ist eme viel zartere Art, wenn man es überlegt. Mir kommt es vor, als ob seine Hand gestern gezittert hätte, als er mir die angemachten Gur ken zu Mittag reichte !" Es hätte Fraulem Margareth ,n Ver legenheit gebracht,' wenn sie hätte nachher sagen sollen, wie lange sie in dem großen Lehnstuhl mit zusammengefalteten Händen und jauchzendem Her;en gesehen hatte, und von einem lila Seidenkleid, einem Hut. mit Orangenblüthen aufgeputzt, und ' einem goldenen Trauring träumte. Aber plötzlich, mitten in ihren Phantasten, wurde das Knarren', von Herrn Harley Merrion s Stieseln aus der Treppe hörbar. Fräulein Margareth Goodwin sprang erschrocken auf. Wie eine Maus gefangen zu werden. aehörte nicht zu Fräulein Goodwms Plan. Die gewichtigen Fußtritte näher ten sich, und mit dem Instinkt der Selbst Haltung ichoß die alte Jungfer in das große abinet, wo sie, dann zwychen Herrn Merrion's Röcken, . Ueberröcken und anderen Ä!annerkleidern hockte, wo bei ihr Herz beinahe so laut klopfte, wie das Ticken der alten Uhr draußen im Vorsaal. ' Um Alles in der Welt, wie soll ich nun wieder hinauskommen c" keuchte sie, da es ihr emnel, daß Herr Merrion ge wöhnlich in ! seinem Zimmer verweilte. bis die Glocke um sechs Uhr zum Thee läutete. . . . . .... r . i . Durch eine Thürspalte konnte sie ganz deutlich ;sehen, ' wie er längsam seinen Oberrock auszog, seine schweren Stiefel mit gestickten Schuhen vertauschte und die erstarrten Hände an der lustig flak kernden Flamme wärmte. Zuletzt zog er den Tisch näher zu sich heran und überlas gemächlich die von ihm zuletzt, ge schriebenen Zeilen. " . Pah !" murmelte er halblaut, nicht Feuer und Energie genug.' Maggie, süße Traumgestalt meines LebenS! 'Ja, das klingt besser!" - . Er sprang auf, energisch aber leiseldie Worte wiederholend, Maggie, süße Traumgestalt meines Lebens ! Darf ich je hoffen, Dich die meinige zu nennen." Ja", . krächzte eine , leise tönende Stimme. Die Thüren des Cabimt5 flogen auf ' und Fräulein Margareth stürUe auf ihn loS und verbarg ihr Ge sicht an feinern Busenplatz. Ja, mein theuerster Harley ! Ich weiß Alles, und glaube mir, Deine Liebe bleibt nicht un erwidert !" 7,Was-? Liebe? WaS ' wiffen Sie denn? Um Allcs in der- Welt, waS bedeutet das?" - rief Herr ' Merrion aus, durch die Schwere seiner schönen 4ln greiferin auf den Lehnstuhl zurückgewor fen. Sieben Sie auf, Fräulein GoodWin! Gute Seele ! Hören Sie denn nicht, daß der Stuhl kracht ? Jetzt sagen Sie mir die uracye vieles. onvervaren infalls?" " " V . i Fräulein Margareth- versuchte zu schluchzen, aber brachte nur ' einen eigen ihümlich kramvshasten Laut vervor. Ist das nicht ist das nicht ein Lie beebrief an mich?" stotterte sie, indem sie eine ihrer zitternden Hände auf dem verhängnißvollen Bogen Papier ruhen ließ, indeß die andere fest auf ihr- jungfrauliches Herz druckte. -, , - :- -. ; ' Herr Merrion lachte herzlich und herzlos laut heraus. .. ' Ein Liebesbrief? ' Gewiß nicht. Es ist ein Theil meines neuen Bucbes und die Heldin heißt zufällig Maggie Mont resior." - ; ' " ' Fräulein Maggie stieß einen krächzen den Schrei aus. Fallen Sie nur nicht in Ohnmacht, Madam Sie gute Seele", rief der ent setzte Schriftsteller. Gehen Sie kein

hinunter, ehe Sie in Anmacht fallen Z Ich achte und schätze SiVfoch, aber ich bin schon seit zehn Jahren verheirathet und ich fürchte, daß meine 'Zrau Ihr demonstratives Benehmen nicht billigen würde. Ich weiß gewiß, daß ich Jh nen keinen Grund gegeben habe, zu glau ben" Verräther, Schurke!" schrie Fräulein Goodwin. Ich rathe Ihnen, das HauS zu verlassen sogleich !"

Nun, das wäre am Ende das Beste," j C i- l - . r Pi ri 1 . - e m i f5Jie ocr cyrislueuer rroilios, ?eme Papiere sammelnd. Hat sich jemals ein sterblicher sctuzn in, solch' einer Lage be funden, und Keiner von Beiden hat es verschulder !" Als kehrte Herr Merrion in die Stadt zurück. Und als Jenny Goodwin ganz arglos um die Ursach? seiner plötzlichen Abreise fragte, machte ibre Tante eine geheime Andeutung öder eine unerwiderte Liebe, welche der Schriftsteller für sie gesaßt hatte. Davon glaube ich kein Wort: das bildet sich die Tante nur ein. sagte Fräulein Jennys Und Frau Perkins richtete mehr Fra gen an sie, als der ganze Katechismus enthält und hörte mit Kopfschütteln und der ernsten Versicherung, auf: ' Ich habe es immer gesagt und werde es immer sage'n. daß die Büchermacher nichts taugen !" Pariser Hcirathsbüreanx. Aus Paris giebt eiu Eorrefpondent folgende Schilderung von dem Getriebe doniger Heirathsbureaur, indem er ein Erlebniß mittheilt, das er in Gesellschaft eines befreundeten Malers- mit der Be sitzerin einer derartigen Agence raa7 trirnoniale" gehabt. Der Maler hatte sich mit der Dame, einer Madam? d'Z)., scheinbar wegen emes Heirathsgeschaftes in Verbindung gesetzt, und" dieselbe versprach ihm. ihn mit einer jungen, höchst achtbaren Barne bekannt zu machen, die angeblich ein Vermögen einer halben Million Francsbesaß. Der Ort der Zusammenkunft sollte eine Loge in der Großen Oper, die Zeit des 3!endezvous der zweite Zwischenakt sein, und die Vermittlerin verlangte von dem Maler, der sich in Gesellschaft des Schriftstellers befand, daß er den Preis der Loge mit 115 Francs bezahlen solle, weil sie die Damen. einlade müffe. Die beiden Herren verfügten sich an dem bestimmten Tage m die Oper und erblickten thatsäch lich in der ihnen von Frau d'I angegebenen Loge eine junge blaffe, in etwas verblichener Nosaseide prangende Dame, eine' ältere Frau, nach der frappanten Aehnlichkeit zu schließen, ihre Mutter, und drittens Madan d'I. Im ersten Zwischenakte erschien ein sehr anständig aussehender junger Mann in der Loge, welcher von Madame d'I. den Damen vorgestellt wurde. Nach ei ner längeren Konversation, welche bis zum Ende des Zwischenaktes dauerte. empfahl sich der Herr und verließ die Loge. Als der zweite Zwischenakt ge kommen war, statteten der Mal und der Schriftsteller einen Besuch in . der Loge ab. Nach Ende dieses Zwischenaktes entfernten sich die Beiden und hiel ten die Loge scharf im Auge. Im dritten .und vierten Zwischenakte machten zwei weitere Herren in der Loge ihre Aufwartung und wurden den Danien vorgestellt. Nachdem die Aufführung ihr Ende gesunden hatte, folgten die beiden Beobachter der Mutter und der Tochter, die nach der Aussage der Vermittlerin eine halbe Million besitzen sollte. Beim Ausgange trennte sich Madame d'I. von c" . iyren Begleiterinnen uno meg m eine elegante Equipage, während die beiden anderen Damen einen Miethwagen nahrnen. Die beiden Herren thaten desgleichen und folgten ihnen bis zu ihrem in einem ärmlichen Viertel gelegenen Hau se.- Am nächsten Tage stattete ihnen der Schriftsteller eme Besuch ab und stellte uch ihnen m seiner wahren Elgenschaf vor.. Die beiden Frauen bewohnten ein überaus bescheidenes, nothdürftig möb lirtes Logis. Nach langen Bemühun gen gelang es festzustellen,' daß dieselben thatsachlich einer achtbaren, ehemals sehr wohlhabenden Familie v. B. angehör ten, deren Vermögen durch den Gatten der Frau.demVaterdes jungenMädchens, vergeudet worden war. Durch ; Noth und Elend seien sie endlich,, wie Frau v. V. dem Interviewer mittheilte, dazu ge bracht worden, den Anträgen der Ma dame o v), welche Ire zufällig kennen ge lernt hatten, Folge zu leisten. Madame d'N. honorirte sie nämlich per Sit zung in der Oper" und anderen Theatern mit 25 Francs und stellte den Wagen zum und vorn Theater bei. Die Unterneh merin stellte ihnen im Theater während der Zwischenakte mehrere Herren vor. mit denen sie eine Weile - zu plaudern hätten. Damit, sei ihre Thätigkeit zu Ende. Der Sachverhalt war nun klargestellt. Madame d'Z). betrieb seit Iahren diese seltsame, wie man sehen wird, äußerst lukrative Industrie. Sie erhielt von jedem ihrer neuen Klienten' den Preis der Loge und' verdiente also bei rnehraktlgen Opern, wie Wilhelm Tell ", vier- bis fünfhunderlFrancs pro Abend, worauf die ganze . Vermittelung" hin auslief. Das Komischste an der ' Geschichte ist der Umstand, daß Fräulein v. V. einmal ohne Vermittelung der Madame d'Z). die Bekanntschaft eine wohlsituirten. Kaufmannes machte, der, sie heiraten wollte. 'Aus der Pcrtie wur de aber nichts, weil der Brautwerber in Erfahrung brachte, daß Fräulein v. V. mit ihrer Mutter täglich das Theater besuchte ; vor den kostspieligen' Neigungen seiner künftigen Braut schrak der Mann zurück und brach alle Beziehungen zu der Familie ab. ; .' . . ' - : . - Visher war den Angeht rigen des bayerischen Heeres dss Tragen von Kneifern an Stelle von Brillen im Dienste verboten und auch außer Dienst näßten dieselben bei Erweisung von Eh renbezeigungen. abgenommen ' werden Man ist nun anderer Ansicht geworden, indem bestimmt wurde, -daß, auch im Dienste solche Augengläser '"getragen werden dürfen, diese bei Erweisung der Ehrenbezeigung nicht mehr abgenommen werden müffen, jedoch nicht an einem flatternden Bande befestigt sein dürfen

Das Dynamktfleber. Eine unheimliche Kunde verbreitete sich am 12. April wi: ein Lauffeuer in dem fonft so ruhigen Vornt von Ham trg Elbe! und setzte die Gemüther der Ewwohner in eine ungeheure Erregung. Eil? im Hrrschgraben wrhnender Kaufmann bekam ohne jedes Begleitschreiben eine iste ins Haus gefchiö:, welche in rother Farbe H. K. No. 5 UHd eine Fl sche als Bezeichnung trug.' Außerdem Zvar die Kiste theilwelse von ei,em Kuv-

rkrdrayt, welcher an emer Stzlle durch e Siegel verdeckt ica? und denen beide Enden ins Innere fc Kiste fübrrrn. urn-t schlungen. Da der- Empfänger sich nicht1 x - ; v 1 t -1 rr innciie, irgeno wel?? eueuungtN ge macht zu haben, rnukten ibrn die unBeil verkündenden Eigenschaften der Sendung ooppett auffallen, und'e? machte Anzeigebei der Polizei, welche das mysteriöse Ding abholen und auf t'ixt Wiese in der Nähe des Lüb'schen Baumes transportiren ueß, wo es die cacht hindurch vow wei Konstab lern auf das Gewmenbaste. ste bewacht und beobachtetlvurde. Dien--stag corgen um 7 Uhr begaben sich nige Beamte der Polizei mit dem Mecha :t rtr.tT- xv cm.'.f. w.. mn. 4;. jvuuiic au; ver AiZieie. um Die Kiste auf deren Inhalt zu prüfen. Zu--Tl ! w r t . I ging man rer ouenmaicyme Mirelektrischen Batterien m Leibe, aber die erwartete fürchterliche Detonation bliebaus, nicht einmal em leises Geräusch ließ sich vernehmen. Von Neuem wagte man sich an die verhängnißvolle Kiste heran, und befestigte die elektrische Verbindung am anderen Ende, aber auch diesmal erwies sich der Inhalt als unschädlich. Nun entschloß man sich, die Kiste zu offuen. Beyutjam loste der beherzte Me chaniker eine Seite der Kiste, wäbrend die übrigen Herren mit ernsten Gesichtern dem tollkühnen Beginnen aus einiger Entfernung zuiayen. va, als der Deckel zurückklappte, bot sich den Umstehenden ein Anblick, der auch das Herz eines alten Kriegers zum Beben gebracht haben wurde. tlo Flaschen ss. Punschertrakt war der Jnbalt dieser ominösen Kiste. Doch konnte nicht dennoch in der Mitte i.' f.3 1 ru. ra v l Ait. r.. ieniiUjivn ucitanied oie loororrn gende Maschine verborgen liegen 'i Vorsichtig zog man eine Flasche nach der anderen hervor, immer leichter wurden die Herzen der Umstehenden, und als dann die Gewißheit vorlag, daß das Leben auVer aller izesayr ti, entschloß man stcy,. aucy ven nyait der einzelnen Flaschen einer genauen Prüfung zu unterziehen,, aber nun trat der Beamte dazwischen und erklärte, daß dieser Theil der. Untcrsuchung anderen sachverständigen überlassen bleiben müßte. Mit dem Gefühl muthig für das Wohl der Mitbürger'- . .5 r-.- ' m fr e . . as eigene eoen m iefayr gesetzt zu. yaren, gingen die versammelten ausern ant er. Ein Vorschlag im Interesse der Kunst. Täglich werden Hunderte von neuen Bildern geschaffen. Die große Mehrzahl derselben gehört, wie sich Jeder in unseren Kunstvereinen und Ausstellungen . überzeugen kann, tu jener Sorte von Kunstwerken, von denen es bester wäre, sie wären nie entstanden. Schlechte Bil der wirken aber auf den Geschmack verderblich und ebenso schädlich, wie schlechte OT T CT - , r ucyer. zas lonnienoemnacy rorutlaze Freunde der Kunst befferes thun, als alle diese schlechten Bilder aus der Welt zu schassen ! Das' läßt sich, aber nicht decretiren oder durch Gesetze anordnen, und ebenso wenig hilft hier Belehrung oder guter Rath, denn bekanntlich, hält kein Künstler sein Bild für schlecht .und hat der Besitzer auch des miserabelsten Bildes nicht ben Muth und die Selbstüberwindung, ein solches Bild zu vernichten, sondern diese Tausende von schlechten Bildern erben sich wie eine ewige Krankheit" fort. Diesem Uebel kann nur abgeholfen werden durch Gründung eines wahren Kunstverein?,, der über die ganze civilisirte Welt verbreitet, es sich zur Aufgabe macht, alle Ait m t m m icyiecyien noer anzulaufen, um vielerben alsbald zu vernichten. Die Nahmen müßten, weil, in der ökegel das Werth--vollste, von dem Vermchtungsprocesse grundsätzlich ausgenommen werden. Dagegen wäre in jeder größeren Stadt' an einem bestimmten Tage ein großes Auto da Fe zu veranstalten, bei welchem etwa unter Absingung des A!ozatt'schen Ter-. zetts : Stirb durch uns, du Ungeheuer!" die während des Jahres vorn Vereine angekauften Bilder öffentlich verbrannt würden. Die Mittel zum Ankaufe der schlechten Bilder wären aufzubringen:. 1. durch freiwillige Gaben wahrer Kunstfreunde, 2. durch die regelmäßigen Vereinsbeiträge, Z. durch Verloosung der Bilderrahmen und 4. durch Neuegelder der betreffenden Künstler, welche durch Bezahlung derselben ihre Bilder vom Scheiterhaufen erretten könnten, wenn sie sich verpflichten die betreffende Leinwand sofort zu übermalen. . ' Warum küssen sich die Manschen?" Wie viel Stunden ergelnißlosen Nachdenkens hätte sich doch 1 ffiui. r i . e aier iovigeiger er? pari, wenn er lerne der Philosophie geweihten Mußestunden auf das Lesen von Prof. Dr. G. Jäger's Monatsblatt zugleich Bundeszeitschrift des Teutschen Gustav JägerBundes, Organ für Gesundheitspflege und Lebenslehre, verwandt hätte. - In Nr. 4 des 5. Jahrganges genannter Zeitschrift die auf hölzernem Papier gedruckt wird, häUe Hiddigeiger Antwort aus seine bisher ungelöste Frage : 'Warum küffen sich die Menschen?" gefunden. Auf Seite 93 heißt es dort : Hat denn die Natur nicht das Anthropin so auf die Oberfläche gelegt, daß es inOuftforur in die umgebende Atmosphäre gelangt und nicht nur von dem Erzeuger, sondern von Allen, die in seine Nähe kommen, eingeathmet werden muß, und zwar gerade in der Form, in welcher ich (das ist Herr Profeffor Dr. G. Jäger) es empfehle und verwende, nämlich in homöopathischer Verdünnung?"' Endlich, wa rum geschieht es denn anders, wenn die Menschen sich küffen und die Thiere sich lecken ? Was ist denn sonst das anzie hende' Etwas, das Mutter und md, Mann und Frau immer wieder mit Gewalt heranzieht, um sich zu streicheln, in den Haaren zu krauen, zu küffen, ja sogar m beißen, und dabei ui sprechen : ..Du. ! bist süß !