Indiana Tribüne, Volume 9, Number 243, Indianapolis, Marion County, 23 May 1886 — Page 4

Jüdiana Tribüne. &oiuitaQ$'-lu$Qdbe. Office: 120 Ost Maryland Str. Der amerikanische Schwarzwald und sein südlicher Abhang. Von E. Btnnlnghoven. Cbadron, Dawes County, Neb., April 1886. Hier im Nordwesten Nebraska's in Dawes County, im White Fluß-Thale, 20 Meilen von der Süd-Grenze des Territöriums Dakota, wo bis Ende Septem-

ber vorigen Jahres nichts weiter als nackte Prairie zu sehen war, ist, seitdem eine Stadt von 2000 Einwohnern entstanden. Auf der Karte wird man ver gebensach Chadron suchen, es entstehen die Stätte im Westen zu schnell, als daß die Kartenzeichner gleichen Schritt ha! ten können. Chadron ist keine Stadt, die wie entsteht so vergeht, sondern hat Aussichten, in fünf Jabren 5000 Einwohner ausweisen zu können. Sie ist der gegenwärtige Endpunkt der Haupt linie der Fremont- und Elkhorn-Valley Bahn, welche Eisenbahngesellschaft hier 200,000 in Bahnhof, Hotel, Maschi- . nen-Werkstätten, Kohlenschuppen u. s. w. angelegt hat. Die Eisenbahnwagen, welche über diese Bahn laufen, sind ebenso elegant, wie die zwischen Chicago und Omaha gebräuchlichen. -Am 1. August vorigen Jahres, als die Bahn das White Fluß Thal erreichte, wurde Ehadron ausgelegt und die ersten Baustellen wurden verkauft. Am 2. August war das Hau serbauen schon im vollem Gange und kann sich heute Chadron nicht nur dauerhafter sondern auch eleganter Geschäftsund Privathäuser rühmen, die einer größeren Stadt würdig wären. Es sind auch nicht lauter Holzbauten, schon sieht man Ziegelsteingebäude und da erst kürzlich noch eine zweite größere Zicgelbrennerei nahe der Stadt angelegt wurde, darf man annehmen, daß ein großer Thei der Holzgebäude solchen von Backsteinen Platz machen wird. Schule und Kirche hat man auch schon und wird in Bälde ein größeres Backstein-Schulge-bäude errichtet werden. Die übliche Anzahl Banken und Zeitungen, deren letztere eine auf gelbem Papier gedtuckt wird, bestehen schon seit Gründung der Stadt. Eine Nollschuhbahn und ein Duhend Saloons, die zugleich SpielHollen und anderes da;u sind, machen glänzende Geschäfte. Wer alkalihaltiges Waffer trinken will, kann für fünf Cents einen Eimer voll erhalten, doch ist ein Gläschen Gerstensaft für fünfzehn Cents vorzuziehen. Jeder, welcher Chadron oder die Schwarzen Berge besucht, wird erwarten, daß er unter Menschen kommt, deren Sitten sich von denen des Ostens durch größere Rohheit unterscheiden. Ein gewiffer Auswurf der Menschheit ist stets an den Grenzen der Civilisation zu finden. Die Ratten haben hier ihr Erscheinen noch nicht gemacht, kommen auch bekanntlich nicht eher, bis Getreidespeicher errichtet werden. Die Umgegend von Chadron ist Wellenförmig und nach Süden zu bergig. Die Stadt liegt auf ebener Thalsohle und erheben sich eine Meile südlich von ihr steile Hügel, die mit Fichten bestanden sind. Für Ackerbau eignet sich die Umgegend Chadrons nicht besonders, da der Boden nicht fruchtbar ist. Er hat eine rötblich gelbe Farbe und scheint zähe zu sein. Jedoch findet man besseren Boden 20 Meilen südwestlich von hier, den Nebenflüßchen des White - Flusies entlang. Das Wasser des White - Flusses sieht aus wie eine dünne, gelbe Lehmbrühe und nicht wie geronnene Buttermilch, wie man mir unterwegs aufbinden wollte. Die Umgegend von Chadron ist überhaupt kein Canaan, wo für den Ackerbauer Milch und Honig fließt ; das ist eher bei Hay Springs zu sinken. Chadron ist aber für die Viehzüchter ein wichtiger Platz. In 80 Tagen wurden von dort 2130 Wagenladungen Rindvieh nach dem Osten versandt. Dann wird Chadron in Bälde ein Bundeslankamt erhalten und glaubt man, daß, he der nächste Winter einrückt, von Grand Island aus eine Concurrenz Bahn Ehadron beglücken wird. Ferner verspricht man sich viel von der Erschließung des Handels mit den Schwarzen Bergen, wo man wöchentlich neue Sil berminen entdeckt. Sind die Schwarzen Berge so reich an kostbaren Mineralien, wie man vorgiebt, und wird infolge dessen Chadron ein Eisenbahnknotenpunkt, so mag es ein zweites Denver werden, das nach der Ansicht einiger Enthusiasten irgendwo da droben" entstehen muß. Von Chadron wurde im December vorigen Jahres eine Zweiglinie der Irernont 6z Elkborn Valley-Bahn nach dem 50 Meilen nördlich im DakotaÄerrito rium am Fuße der Schwarzen Berge lie aende Buffalo-Gav vollendet. Dle Geaend, welche man auf jener Strecke zu seyen bekommt, rn yugelig uno mag m lenweise für Ackerbau tauglich sein. BestimmteS läßt sich nicht sagen, weil die Äckerbauer, welche sich im vorigen Herbste hier niedergelassen haben, noch keine Ernte haben ziehen können. Einige alte Ansiedler, die in der Nähe von BuffaloGap wohnen, wollen bis zu 40 Bushel Sommerweizen vom Acker geerntet ha ben. Daß da, wo der Boden nichts zu wünschen übna lant, das Heinere Ge treibe gut gedeiht, unterliegt keinem Zweifel, da Regen hrnlanguch fallt. Man zeigte mir Proben von dort gewach senem Weizen, Hafer und Gerste, deren Körner sehr plump und schwer waren. Der Bushel hier gezogenen Weizens soll selten weniger wie 70 Pfund wiegen. Der Maisbau hat hier, weil die Gegend zu hoch über dem Meeresspiegel uno r - . -Ltf'r M ' r . . ziemüq wett noroncy uegr, reine Ju kunft. Das Städtchen Buffalo Gap, der vor läusige Endpunkt der Zweigbahn, welche von Ehadron nacy veaowooö fuhren wird, liegt auf einer Fläche, welche im Osten durch hügelige Prairie, im Westen von steilen, mit Fichten bewachsenen Beraen begrenzt wird. Es erhielt seinen Namen von der oberhalb des Städtchens in die Berge auslausenden tiefen

Schlucht, welche früher von einer der größten Büffelheerden als der natürliche Aus- und Eingang der schwarzen Berge benutzt wurde. Das wenige Monate alte Städtchen ist natürlich nur aus Brettern zusammengeschlagen, erfreut sich aber eines lebhaften Klem- und Groß Handels, bat einige geräumige anstatt dige Gasthäuser und nur 14 Saloons a la Chadron. Zur Zeit meiner Anwesenheit war man eifrig mit dem Wegräumen der in der Eile gebauten Bretterhütten und dem Errichten von soliden Gebäuden beschäftigt. Die Einwohnerzahl mag sich auf einige Hundert belaufen, von denen auch eine Anzahl Deutsche sind. Zwölf Meilen von Buffalo Gap besinden sich die in kurzer Zeit berühmt gewordenen heißen Quellen". Man erzählte mir und Schriftstücke bestätigten wunderbare Heilungen, die an Gicht-, Nieren- und Leberkrankheit Leidenden durch Baden in dem heißen Wasser bewirkt wurden. Die hier herumliegenden, aus Stein gehauenen Badewannen beweisen, daß auch die Indianer die Heilkraft dör Quellen erprobt haben. Bis zum Sommer wird ein großes Hotel, welches seht dort im Bau begriffen ist, vollendet sein. Die mäcktigen Strahlen heißen Waffers, welche dem Felsen entquillen, bilden einen kleinen Fluß, wel cher nie zufriert und welcher auch im Winter von Fröschen wimmelt. Vier Meilen weiter seiner Mündung in den Cheyenne-Fluß zu, befinden si'ch die Minne-Kahta-Fälle (Sioux Indianisch für heißes Wasser). Die Scenerie der Umgegend ist schön und interessant. Na hebei ist die merkwürdige Windhöhle, aus welcher Tag und Nacht ein überaus heftiger Luftzug, wie aus einem Blasebälge hervorstößt. Nordwestlich auf Custer City zu liegen die bei Sonnenschein,

durch den an der Oberfläche liegenden Glimmerschiefer (oder Katzensilber) glitzernden Mica-Berge. Die Schwarzen Berge sogenannt, weil sie von ferne durch die Fichten, womit sie dicht bestanden sind, schwarz erscheinen, liegen zum größten Theil im südlichen Dakota und umfassen 225,000 Quadratmellen, von denen sich em ibier tel für Ackerbau und die übrigen drei Viertel für Minenzwecke und Viehweide eignen. Von 57000 Quadratmeilen sind mit Holz, größtentheils von Fichten bestanden. In den Flußthälern sindet man Cedern, Ulmen, Eschen, Eichen, Ahorn, Pappeln u. f. w. Die Berge haben eme Höhe von 46000 Fuß, und erreicht der höchste, der Harvev Peak 8200 Fuß. Die seit Jahren in den Bergen zum Zerstoßen des Erzes errichteten Stampfmühlen sind von Holz gebaut, welches man in der Nähe fällte und gibt es sogar eme Gesellschaft, die sich nicht scheut, täglich von 5 Acre das beste Holz zu schlagen um es als Brennmaterial zu benutzen. Das geschieht nicht etwa auf eigenem Lande, sondern auf Bundeslän dereien und sollte die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Spitzbüberei gelenkt werden, besonders da Kohlen von bester Sorte ganz in der Nähe der Mühlen ohne große Auslagen gegraben werden können. Bis jetzt sind in den Schwarzen Bergen dreißig Stampfmühlen in Betrieb und hat man außerdem Säge- und Rollmahlmühlen. Der Mineralreichthum der Schwarzen Berge ist eine bekannte Thatfache. Hauptsächlich sind es die Zinngruben,die sich immer mehr ausbreiten und die nach dem Urtheile von Sachverständigen auf die Dauer mehr Gewinn abwerfen werden, wie alle Gold- und Silberminen der Schwarzen Berge zusammcngenom men. Ferner ist der werthvolle Glimmerschiefer (mica) in Massen vorhanden. Gold wird in der Umgegend von DeadWood gefunden, während man Silber allerorten zu finden scheint. Außerdem hat man zahlende Kupferminen, auch ist Blei, Eisen, Asbest, Zinnober, Zink und vlidtl vorhanden. Das so seltene Ura-nit-(Pech) Erz, welches zum Färben von Porzellansachen verwandt wird, soll auch gesunden worden sein. Die kleineren Hügel, welche den Rand der Schwarzen Berge bilden, enthalten Gyps, Kalk und prachtvollen Sandstem, der, wenn geschliffen, in allen Farben schillert. Von den durch die Berge ttrstreut liegenden Städtchen sind besonders Deadwood und Rapid City hervorzuher. cn w r r cmrr . . , . cen. eioe yaoen vaerwerie, eieim sches Licht, Telegraphen- und Telephon' Verbindungen mit hundert Meilen im Umkreis liegenden Ortschaften. Die Einwohnerzahl der beiden Städte beläust sich auf je 3000. Die Mineralschule des Territoriums Dakota befindet fich in Rapid City. Die Metropolis der Schwarzen Berge ist nach wie vor Deadwood. Um vom Osten hin zu gelangen, fährt man in 24 Stunden von Omaha oder Blair, Neb., nach Buffalo Gap und nach dem man dort dem Palast-Clsenvaynwa en entstiegen, fahrt man m einer Mit ,emwano überzogenen Kutsche, die mit 4 Pferden oder Mauleseln bespannt ist, über Berge und Tbäler dem Bestimmungsott zu. Bis zum Herbste wird die Fremont Elkhorn Valley-Bahn nach Deadwood vollendet sein unnd wenn dann noch das größte Hinderniß zur bis herlgen Entwickelung der Schwarzen Berge, die östlich davon liegende Sioux r. t. rn t m i m t w nvlaner neiervalion, ver eneoeiung r r r i r . ir . . er ano en wlro, o ueyt zu erwarten. daß noch Mancher im susten wohnende das westliche Fieber bekommt und den amerikanischen Schwarzwald nach Schät zen durchsuchen wird. Wer die interes sante Reise unternimmt, kann den Re volver getrost zu Hause lassen, da ihm rr t. rn r . ,r . iNlemano Boies anryun wno, wenn nicht selbst Veranlassung dazu giebt. (Jll. Stsztg.) Vorth eilhaft. Sie alau ben also, Frau Nachbarin, daß Rüben lraut eme profitable Kost sur meine Km der ist V Und ob ! Um uhn Pfen. nig treibt's Ihnen die ganze Familie aus, daß sie ausschau n wie die Dampf, nudel !" Auch noch Aeraer. Princi pal : Johann, ich begreife Dich wirklich nicht. Wenn ich nun so immerfort auf Dich schelten muß, regt Dich das gar nicht auf ? Johann : Nicht im Ge ringsten, Herr Principal. Dazu ist mein - r . r . w . . royn oocy viel zu ueini

Pariser Briefe.

Ein Studentenball. Paris, 26. April 1876. Warm und mondhell lagert der Abend über dem bewegten Paris, das im Lichte tausendfältiger Kerzen erglänzt. Ueber die Boulevards rollen die Equipagen den verschiedenartigstenBestimmungsorten zu; ein Liedchen vor sich hinsummend, schreiten raschen Schrittes die Habitues dem Klänge der Tanzmusik oder dem Ton der Chansonnetten nach. Es erglänzen die Gasflammen, es schwirren die Stimcken und erklingen die Geigen, im bunten Reigen gleiten die Paare über das glatte Parkett und im Dunkel des Abends ertrinkt die Sorge des Tages ! Auch mein Freund und ich schreiten unter Sternenschein Arm in Arm die Rue Royale hinunter, der Place de la Concorde zu, zur rechten Seite die frisch belaubten Champs-Elysees, zur linken die vereinsamten Tuilerien lassend. Reglos und dunkel liegt die Seine vor uns. In den stillen Wassern spiegeln sich gleich Irrlichtern die flackernden Gasflammen der erleuchteten Ufer wieder und mit leifern Rauschen schließen sich die von schnaubenden Dampfbooten pfeilschnell gezogenen Furchen. Die Seine-Brücke verlassend, schreiten wir am Quai weiter und erreichen den Boulevard Michel, das Centrum des Quartier -Latin, dessen Name die Bedeutung desselben wiedergiebt. Träger der Sorbonne und des College de France, ist er auch Mittelpunkt des Pariser Studentenlebens, da die jungen Musensöhne in den theils winkligen, alterthümlichen Straßen, theils auf dem Boulevard selbst ihre stets wechselnden Standquartiere aufschlagen. Jetzt wird unsere Aufmerksamkeit einem niedrigen Hause zugewendet, vor dem eine ganze Kette Fiaker und PrivatEquipagen hält und über dessen Eingang in hellen Gaslettern die Ueberschrift: Bai Bullier" steht. Wir befinden uns var dem Versammlungsort der Studenten. Sie haben also nichts dagegen, hineinzutreten," fragt mich mein Begleiter, ein junger, lebenslustiger, stets Chansonnetten singender,überaus begabter, leicht' lebiger Franzose und Student der Jurisprudenz. Kommen Sie !" Und plötzlich stehen wir im zugigen Corridor, unsere Billets lösend, dann mit einigen Schritten die wenigen Binfen der Treppe hinab springend, fühlen wir uns schiebend und geschoben mitten im hell erleuchteten Saal, aus dem uns lautes Lachen, Musik und das Geräusch tanzender Paare entgegentönten. Bon join, bon jour, werden wir gleich bei den ersten Colonnen, deren un-, zählige über den ganzen Saal vertheilt sind und die dem Ganzen ein ungemein heiteres Aussehen verleihen, von zwei kleinen, rosigen Französinnen angeredet. Mein junger Freund, den seine Kameraden einfach Petit" nennen, tauscht freundschaftliche shake hands mit ihnen aus, dann aber auf mich weisend, der diesen Räumen noch fremd ist, verabschiedet er sie. Vier schwarze, schwarz bewimperte Augen, mit kunstvoll retouchirten schwarzen Augenbrauen sehen uns nach und fort rauschen am Arm anderer Musensöhne die graciösen Gestalten, deren elegante Toiletten und gefällige Bewegungen nicht ahnen lassen, daß sie Nähterinnen gehören. Der Saal, der von einer Estrade umgeben, von Säulen getragen, mit hohen Spiegeln geschmückt ist, von bunten Laternen und mächtigen Kronleuchtern erleuchtet wird, bietet nichts besonderes Interessantes und erinnert an eines der vielen Sommeretablissements, die man in der Nahe großer Städte findet. Der Brennpunkt dieses Ortes bleibt immer das jugendliche Publikum, das sich, einem Bienenschwärme gleich, summend und herumschwirrend m Saal vertheilt, ein buntes Durcheinander von blauen, rothen, schwarzen, weißen Kleidern, wehenden federn, astor- und Fllzhuten, ein Gewirr von Stimmen, kleinen Lachsalven, Musikklängen und über dem Ganzen der blaue Rauch von taufenden von Cigaretten. WaS nun v fragt der lebendige Franzose, die Estrade betretend, auf der alle Platze besetzt schienen und auf welcher die hundert und abermals hundert Tischchen mit Kaffee-, dock- und Liqueürgläschen bedeckt find. Doch guter Rath ist nicht immer theuer. Wollen Madame nicht ein wenig weiter rücken?" fragt mem junger freund mit liebens würdigem Lächeln, doch ohne den Hut zu ziehen. Und Madame rückt, denn Madame ist Älles gewohnt. Gute Freundschaft !" Die Gläser werden gebracht. Auf Ihre Gesundheit," wendet sich der Franzose an seine niedliche Nachbarin, die ungernrt em Glas ergreift, mir lächelnd mit den spitzen Fingern auf den Arm tippt und ihm augenzwmlernd zutrinkt. Warum so einsam?" fragte mein Begleiter, sein Schnurrbärtchen zwischen den schlanken Fingern drehend. Die Schöne aber erwidert, sie erwarte ihre Freunde, die einen Gang durch den Saal unternommen, eine Vernachlässigung, die sie dadurch zu strafen sucht, daß sie rechts und links lleme Oeilladen wirft. die der Student aller Rechte mit Recht und Verständniß zurückgiebt. Die Ko ketterie, das Scharmützelliefern emes m den Kamvf nebenden üenens, das Pelotonfeuer ausdrucksvoller Augen ist in Frankreich eben nicht nur Vorrecht des schonen, sondern auch des stark genann ten Geschlechts. Gesagt, gethan: Nach einer halben rr.-C v. ? er i lunoe imo vie zerren x. uno ac, vie zurückgekehrten Begleiter der- niedlichen Franzosin, unsere besten Freunde und nach noch einer halben Stunde find sämmtliche lqueurglaschen und Kaffee tassen geleert. Müßig wie immer, er setzt Kaffee und Liqueur oder auch ein bock' dem Franzosen stets alle weite ren Getränke ; man versteht es eben in Paris, der Gesellschaft wegen und nur in Gesellschaft zu nippen", nie aber sieht man n den Restaurants und Ca see's Trinkgelage, wie man deren in Deutschland oder auch m Rußland be merken kann. Die Gewohnheit schon. sich in beständiger Frauengesellschaft zu r. fi l .. . . . :r. i. . ' "

vewegen, i oem tfranzcjen) oer . em un

gemeines Tactgesühl besitzt und der zu nehmen nur das gewohnt ist, was ihm angeboten wird oder was als erlaubt gilt, ein Hemmschuh gegen irgend welche Ausschreitungen. Indessen gewinnt der Schauplatz.stets an Lebhaftigkeit, ohne daß irgendwo die Grenzen einer fast kindischen, specifisch französischen Ausgelassenheit überschritten werden. Beim Klänge des Donau Walzers bilden sich zwischen je vier Saulen kleine Kreise, um die sich lachend die Zuschauer sammeln. Der Tanz beginnt; in tollem Wirbel davonfliegend, fassen die Damen, meist in hellen Promenaden costümen, mit Federhüten aus den hochfrisirten Haaren, ihre Cavaliere um die Taille oder legen ihnen die Hände auf die Schultern. Die Herren thun desgleichen. Unter den Frauen, ie alle rosig und hübsch, frisch und jung aussehen, bemerkt man wenig Typen ; die stark aufgetragene Schminke, die gefärbten Au genbrauen und glänzenden Toiletten haben die Individualität zu Gunsten der Mode verwischt. Origineller sind die Herren, die, theils in Ueberziehern,theils in schwarzen Röcken oder Vestons, mit Filz- oder Kastorhüten auf dem Kopf, wehenden Cravatten oder zierlich geschlungenen Shlipsen mit oder ohne Handschuhen, alle ein Princip zu -verfolgen scheinen, vollkommene Zwanglosigkeit. Eh bien, dansbns", wendet fich jetzt eine Schöne mit bezauberndem Lächeln an meinen Begleiter. Ein verachwngsvoller Blick aus den schwarzen Augen Petit's straft die kecke Bittstellerin und, sich zu mir wendend, erklärt mir der Franzose, daß es gegen die Etikette des Bai Ballier gehe, wenn die Damen, die sich sonst jede Freiheit erlauben dürften, die Herren zum Tanz aufforderten... Von der Hitze des Saales ermüdet, verlassen wir diesen, wie auch unsere neu erworbenen Freunde, die sich dem Tanz zu widmen gedenken und betreten eine Art von Wintergarten, der dicht an den Tanzsaal stößt. Von kleinen Grotten umringt, bietet dieser glasüberdeckte Raum den verschiedenen Pärchen angenehme Ruheplätzchen, verlockt er ein noch jugendliches Herz zu schwärmerischen Gefühlen. Doch, wer verlangt hier danach, fragt man sich unwillkürlich, einen Blick über die bunte Menge schweifen lassend. Im lebenslustigen, leichtlebigen Paris wird 'nicht geschwärmt, man faßt das Leben von der heitersten Seite auf, man lacht, man tanzt, man singt auf den Boulevards, aber man schwärmt nicht.

Mit dieser etwas entnüchternden Betrachtung setzen wir uns in eine kleine Grotte, die, von elektrischem Licht beleuchtet, em Tischchen und zwei Bänke enthält. Ein Blick in die angrenzende Grotte genügt, um unsere kleine Gesährtin von der Estrade und einen der Musensohne zu bemerken. Jetzt schallt em lautes Graroon !" aus dem poetischen Nest. Er ruft's mit . wichtiger Miene . ' r i r ' ert r - uno zieyl sem Porremonnaie yeraus. Uarson !" Eiligst stürzt dieser herbei, sein zweifelhast reines Brett schwingend, die Serviette über dem Arm. MornieuH" L'addition !" Die Kleine scheint ein wenig verlegen, der Kellner bringt die Rechnung 30 Frcs. Wie, woher 30 Frcs. für zwei voeks und eine Limonade V Der in die GeHeimnisse des Etablissements Bullier offenbar noch nicht vollständig Eingeweihte fragt es mit Erstaunen. Mademoiselle ....hat noch von vergangenen Abenden einiges zu bezahlen." Ah!" die schwarzäugige Nachbarin hat augenscheinlich in letzter Zeit unliebenswürdige Cavaliere, vielleicht auch keine gehabt und deshalb eine Rechnung anwachsen lassen, die sie spater dann einem Großmüthigen vorzulegen gedachte. Mit geheimem Seufzer werden also die 30 Frcs. entrichtet, dann aber sugt der Betreffende für weitere Fälle die sauersüße Phrase hinzu : Die bocks dem allgemein acceptirten Abkommen nach nur für den Abend !" Ja, Paris erfordert eine Kunstfertigkeit selbst im Ansetzen" und weshalb auch nicht i Durch die Klänge der schonen Helena" in den Saal aelockt. mucken wir uns noch für einen Äugenblick unter die Zuschauer, um der Quadrille, die sich in eine Unmasse kleiner Carrees getheilt, zu zuschauen. Der Metropole berühmter Tanzmeister, Herr Petipa, hätte von den Touren, die hier ausgeführt werden, freilich keme einzige als solche anerkannt, denn unter Lachen, Schelten und Einan der-Ueberholen entstehen die tollsten und sonderbarsten, durch kleine Soll herbeigeführten Verwickelungen. Der ganze Saal ist nichts weiter als ein buntes, sich bewegendes Chaos, als ein Bild übermüthigster Ungebundenheit und ausgelassenster Laune ! Endlich verlassen wir die heitere Gesellschaft und besteigen einen Fiaker. Sternenklar spannt der Himmel seinen dunklen Mantel über Paris aus, erftischend umweht uns die kühle Nachtlufr. In meine Polster zurückgelehnt und desfen gedenkend, aus welch' eigenthümliche Weise sich hier Jugendlichkeit und Frot sinn, Sorglosigkeit und Ungebundenheit schwesterlich die Hand reichen, werde ich plötzlich durch lauten, vom Trottoir hertönenden Gesang eines nach der Melo die der Cbansonnette lZauciszon de Lion" gesungenen Liedes in meinen Gedanken unterbrochen. Mein Freund bricht in schallendes Gelächter aus. Ich wende mich um ; inmitten einer Gruppe heimkehrender Studenten ragt auf der Schulter eines der Mvsensöhne eine kleine kecke Bewohnerin des quartier latin über alle anderen hinweg, mit nervigen Händchen auf dem Castorhut ihres liebenswürdigen Trägers den Tact zur Chansonnette schlagend. ölessieurs s'il yous plait", intervenirt jetzt ein herzutretender Sergeant. das geht nicht." Und Mademoiselle springt gehorsam herunter. Wir aber rufen unserm Fiaker zu: Codier, avancez!" Parisis. Gemüthlich. Präsident : Zeuge Dorfmoser!. Was können Sie über den Leumund des Anaeklaaten saaen? Zeuge: Ja wissen S', Euer Gnad'n, er : s .f.v ..:i. v: sn.nm i u mv iiu ein nun vit -nvn uuv flueb Nit a'rad einer von die Schlechte sten... wissen S', so halt Einer wie wir wei!" .

Das HauS Darwins. London, Ende April. Wir waren ein kleiner Trupp von Touristen und hatten genug Tage in der englischen Metropole zugebracht, um gründlich zu wissen, daß sie größer und raucherfüllter sei als irgend eine andere Stadt, die wir kannten, daß man aber auch irgend welche Summe von Zeit zu Zeit verleben könnte, ohne alle Gegenstände der Wißbegierde und Schaulust zu erschöpfen und England vollständig kennen zu lernen. In London hat England seine Waarenhäuser und Kaufläden, seine Kunstsammlungen und Waffen. Hier ist zs, wo seine Reichen Unterhaltungen je der Art sinden, und seine Armen jsich in wahren Schmutzhöhlen verbergen, hier gibt das Land seinen Edelsten die letzten Ruhestätten; aber nach den Heimstätten, den Lomes der Engländer, den Plätzen des Komforts, wo jene Edlen groß geworden, muß man zumeist Umschau halten außerhalb der lärmenden, krummen und vielnamigen Straßen und den Blick dem Lande zuwenden. Mit solchen Ab-

sichten kann man fast nach jeder Richtung ' t-s"l . . r w , . in as nano wanoern ; wir aoer yaen uns vorgesetzt, die einstige Heimstätte eines der größten Denker der Menschheit aufzusuchen, der gerade vor vier Jahren zu Grabe getragen worden. Wir beschlössen. Down, die Heimath Darwin's, in der Grafschaft Kent zu sehen, die so reich ist an woblkultivirten Ländereien, schönen Wohnsitzen and sorgfältig gehal' tenen Straßen, und wir hatten uns vorgenommen, den größten Theil des Weges zu Fuß zurückzulegen. Es ist oft gesagt worden, die Engländer liebten bei Fußpartien stille Pfade durch Wiesen und schattige Parks und vermieden gerne die Landstraßen. Wenn dem so ist, behält wenigstens in diesem Theile des Landes jeder Grundbesitzer dieses Privileg für sich, denn nur zu häusig sindet man Tafeln aufgestellt, welche die Warnung enthalten, daß Jeder, der diesen oder jenen Feldweg betritt, sich einer gerichtlichen Verfolgung aussetze. Indeß gibt es angenehme Ausnahmen von dieser Regel, denn hie und da ist der Park eines stolzen Aristokraten" doch allen anständig gekleideten Personen geöffnet, der mehr liberal ist, als sein Nachbar, ein Parvenu, dessen Börse größer ist als sein Stammbaum. Ebenso find auch die meist, wilden und wenig einladenden Gemeindeländereien, Commöns genannt, dem Publikum offen, aber unter der Obhut einer besonderen Polizei, welche dort fleißig patrouillirt, das Dekorum wahrt und darauf sieht, daß Niemand verbotene Wege wandle. Ein solches Stück Gemeindeland nächst Kenton, auf einem Hügel, der einen Rückblick auf London gestattet, war das erste, welches wir von diese? Art sahen. Nur wenig davon war zum Ackerbau versucht, und zumeist zeigten sich Ginster, Haidekraut und Brombeersträuche. Mun tere Kindergruppen . pflückten di? harten und sauren Brombeeren, während altere Leute hie und da im Schatten der Gesträuche saßen und sich in ihrer Weife unterhielten. Man hat dort auch versucht, einige künstliche Teiche anzulegen. bestimmt, der Umgebung Wasser zu liefern, und es ist strenge verboten, darin zu baden, aber das Wasser ist derart mit Schilf angefüllt, daß ein Bad auch ohne dieses Verbot dort kaum begehrenswerth sein dürfte. Bald gelangten wir in das bescheidene Don Down und fanden von allen dortigen Schänken die ;um Royal George" am wenigsten abschreckend. Schankwirthschaften sind sehr zahlreich m diesem Theile des Landes, aber aus den Schilden derselben findet ,nan meistens das Wort Entire." Das bedeutet so viel,' daß man daselbst eigentlich nur Getränke erhält, was auch die Gerüche, die diese Wirthschaften umgeben, sowie des Abends die vielen lärmenden Gäste scon anzudeuten scheinen. Daß sie für die Bequemlichkeit von Reisenden nicht eingerichtet find, erfuhren wir sofort. und man hat oft viele Meilen zurückzu legen, ehe man em wirkliches Hotel ftndet. Der Aufwärter im RoyalGeorge" erwies sich außerordentlich 'mittheilsam. Was ihm am schwersten auf dem Herzen lag, war, wie er sagte', das Unglück für den Ort", daß Mr. Darwin in London begraben worden. Er behauptete, wenn man den Gentleman betreffs seiner Beerdigung selber hätte zu Rathe ziehen können, würde er sicher den Friedhof in Down vorgezogen haben, und wenn sich ein so merkwürdiges Grab da befände, würde der Rohal George ein blühendes Geschäft fein, während eö jetzt dort, besonders rm Wmter, pau genug ser. Er erging sich sehr eifrig über die Vereh rung, die Mr. Darwin bei allen Dorfbewohnern gefunden, über seine Wohlthä tigkeit gegen Arme, von denen er gar sehr vermißt werde. Indem er durch em Fenster aus die Felder zeigte, erzählte er, wie oft der Gentleman dort sich ergangen, fast, immer den Blick auf den Boden geheftet, als ob er etwas beobachte oder suche, das er Nicht zu ftn den im Stande zu sein schien, obwohl er Tag für Tag darnach forschte. Wir dachten, daß dies vielleicht geschehen sei, . . p r ....... -.r. ... " als er seme unrerzucyungen uoer prägen anstellte, die er rn seinem letzten Werke unter dem Titel : Vegetabilischer Moder und Regenwürmer" erörterte. Ueher seme personliche Erscheinung meinte der Aufwärter : Wir fanden in seinem Aussehen mchtS besonderes ierkwurdiges, erst als sein Ruf sich hier verbreitete, fiel unS feine hohe Stirne und sein langer Bart auf." Das Haus Darwin's steht eine kurze Strecke vom Mittelpunkte des Dorfes entfernt ; es ist ein viereckiges, steinernes Haus, groß und von komfortablem Aussehen, und großentheils mit Reben, eist virginischen Waldreben überdeckt. Eine Mauer, die den dazu gehörigen Garten umgiebt, ist sehr hoch, aber so dicht mit Epheu überwachsen,' daß das Steinwerk nur hier und da sichtbar wird. Ein hübsches Dienstmädchen beantwertete an der Küchenthür sehr freundlich unsere Fragen betreffs der Familie und erklärte, dah nach dem Wunsche der Frau Darwin im Hause, das sie bewohne. Alles so bleibe, wie es seit vielen Jahren gewesen. Alles erschien unS heiter und anheimelnd. Die Thüren kanden uns offen und auch der Haushund

nr verhielt fich schweigsam. Wl5 besuchten dann Mr. Parslow, der durch vierzig Jahre der Kellermeister und Lettiener DarwinS gewesen. ' Er erhielt Kern diesem eine Pension von fünfzig Pfd. Star?, jährlich und eine Cottage als Wohnung kurz vor dem Tode des großen Naturforschers. Parslow empfing uns, wie ein Gentleman gekleidet, in einem Besuchszimmer, das mit Portraits der Familie Darwin ausgeschmückt ist. Er sprach mit warmem Gefühl von seinen Beziehungen zu dem großen Manne. Mr. Darwin war sehr gesellig," erzählte er, er scherzte gerne und war oft geradezu lustig. Er war ein guter Gatte, guter Vater und ein sehr vortrefflicher Herr. Keiner seiner Diener war weniger als 5 Jahre bei ihm, und die Köchin, welche als ganz junges Mädchen in's Haus kam, ist jetzt alt und grau. ' Für uns sprach das natürlich auch sehr zu Gunsten der Frau Darwin, die, 1803 geboren, um ein Jahr älter war als ihr Gatte, sie hieß als Mädchen Emma Wedgewood und war eine Tochter des weltbekannten Fabrikanten der feinen Steingutgeschirre, die seinen Namen tragen. Von den zehn Kindern Darwin's leben noch zwei Töchter und fünf Söhne, von denen einre, ein Rechtsanwalt, sich-durch besondere Begabung auszeichnete, aber aus Rücksichten aus seine schwache Gesundheit seinen Beruf aufgeben mußte. In Bezug auf die Kränklichkeit, an der Charles

Darwin m semen letzteren Jahrcn litt, erzählte uns Parslow, der Vater des Gelehrten, ein Arzt, habe sie einer sehr verlängerten Seekrankheit zugeschrieben, an der sein Sohn während seiner Reise um die Welt litt ; diese rief eine Magenkrankheit hervor, von welcher er niemals genas, obgleich sie zu Zeiten milder war. Darwin stand jeden Morgen Punkt halb Sieben auf und machte einen Spaziergang, während dessen Parslow sein Frühstück bereitete, welches er allein und in'.nier hastig aß, worauf er studirte, bis die Familie gefrühstückt hatte, und dann las ihm Frau Darwin die Zeitung vor. Den ganzen übrigen Tag, mit Ausnahme eines Spazierganges in der Dauer einer Stunde vor dem Diner und eines zweiten Ganges vor dem Nachtmahl, brachte er in seinem Stubirzimmer zu, wo er auch zuweilen, eine Zigarette rauchend, auf dem Sopha lag, und seine Gattin ihm dabei vorlas. Seine Werke schrieb er selbst nieder, und nur wenn er die Manuskripte zur Veröffentlichung bringen wollte, ließ er sie für die Druckerei kopiren. An sein Studirzimmer stoßen eine Bibliothek und ein Gewächshaus. Bei seinen Studien ließ fich Darwin oft Gewächse in Töpfen von seinem Gärtner bringen, die dann an verschiedenen Theilen mit weißen Bändchen markirt wurden. Kinder schienen seine Arbeiten nicht zu stören, obgleich das Haus voll war von ihnen und mancher Vierspänner voll von London kam, wo die kleinen Darwins viele Kousins hatten. Parslow erzählte, es seien an manchen Morgen dreißig Paar Kinderschuhe zu putzen geWesen und sein Herr habe dann stets für einen Aushelfer gesorgt. Während einer Zeit, die sich durch langen Regenmangel und Noth .ans Wasser sehr bemerkbar machte, schaffte Darwin ein Pferd und Wasserwagen an und ließ aus weiter Ferne Wasser holen, das er an Arme vertheilte. Von der Leichenfeier erzählte Mr. Parslow, welchen mächtigen Eindruck sie auf Alle gemacht, die derselben in der Wcstminster-Abtei beiwohnten.. Und obgleich auch er bedauerte, daß das Grab seines Herrn außerhalb Down sei. konnte er doch nicht vergessen, daß ein Grab, wie Darwin es erhalten, zu den höchsten Auszeichnungen gehört, die England seinen großen Todten bietet. O stern, das heuer seine späteste Osterngrenze erreicht hat, ist nach der folgenden gereimten Osterregel für jedes kommende Jahr bequem (?) zu berechnen; jür ihre Richtigkeit, wenn auch nicht für die bekannte Vräsig'sche Fixizkeit" dabei, steht ein bewährter Mathematiker ein : Man dividirt die Zahl vom Jahr, Wofür man Ostern sucht, durch 19 4 und 7, Die Reste werden 1 ja 0 sogar a", d", o" genannt, zur Seite hinge- , schrieben. Der Rest mit a" bezeichnet wird Mit 10 darauf muliiplizirt; Zum Produkt sollst Du 20 und 3. .adte ren. Was kommt, durch 30 dividiren. Und nennen serner 6" den Rest,. Den diese Theilung übrig läßt. ' Hieraus addire 2 mal d" ü 4 mal c" und 6 mal d", Thu' 3 hinzu, wofern sich um Ein Jahr aus vor'gem Säkulum Die Rechnung dreht. Hingegen viere. Wenn aus dem laufenden; die SuWtt dividire Durch 7 dann. Nenn' e" den Nest und merk' ih an. Die Summe nun der beiden letzten Re ste. Bezeichnet.," und e, gezählt zu 20 und 2, Thun im sovielten März den Tag dir kuad zum Feste. Probatum ist das Ding und immer Fehl Dabei. Wenn März mit seinem Maß von Tagen Das Faeitdort nicht ganz umspannt. So wird (kaum nöthig scheint's zu sagen). Was überschießt, April genannt." VluS zweiter Hand. In eines Jünglings Herzen Lodert die Liebe hell; Sie ist eine hohe Dame Und er ein armer Gesell ; Im grünen Fichtenwalde Sucht er die verlorene Ruh' Und ruft : O flüstert Ihr Wipfel, Das Lied meiner Liibe ihr zu !" Und ehe ein Jahr verflossen, Da waren die Stämme gefüllt ; Das Holz zermalmt, geschlissen. Ging als Papier in die Welt. D'rauf druckte ein Verleger Seiner Lieder ersten Band, Und so empsing die Geliebte Seine Seufzer aus zweit Hand.

Ein sensationeller Gattengiftmord ??Oceß, Der Eentral-K?ninalgerichtshof in London war mit eimm Giftmsrdproceß beschäftigt, der das öentliche Interesse im höchsten Grade in Anspruch nahm. Frau Adelaide Bartlett war angeklagt, ihren Gatten in de? Neujahrsnacht mit Eflorofcrm vergiftet zu haben. Die arztliche Untersuchung nach dem Tode hatte nämlich Spuren dieses Giftes im Magen deS Verstorbenen ergeben. Ob Frau Bartleit ihrem Gatten das Chloroform eingegeben, oder cb derselbe aus Versehen oder absichtlich das Gift selbst eingenommen hatte, sollte die Schlußverhandlung vor den Geschworenen klarstellen. Gegen den Geistlichen George Dyson, welcher der Angeklagten das Chloroform verschasst hatte, und der wegen Mithilfe an dem angeblichen Verbrechen ebenfalls verhaftet worden war, wurde bald nach Beginn der Schwurgerichtsverlandlung die Anklage fallen gelassen. Mr. Bartlett war Besitzer mehrererKo-lonialwaaren-Geschäfte ; er war ein son derbarer Mann, in dessen Kopf es nicht immer mit rechten Dingen zugehen mochte. Die Ansichten des ' 40jährigen Mannes waren mitunter geradezu lächer lich. Die Liebe zwischen ihm und seiner Frau sollte nur eine platonische sein ; sie sollten sich blos lieben wie ein Bruder seine Schwester". Auch hatte er die sixe Idee, daß er sowie seine Frau unter dem Einfluß eines Magnetiseurs ständen, und er sagte, daß sie unter diesem Einflüsse Thaten begehen, welche gegen 'die Vernunft und den gesunden Menschenverstand gehen. Außerdem bildete er sich ein daß er Würmer im Halse habe, und was dergleichen Hallucinationen mehr waren. Er hätte nie einschlafen können wenn ihm feine Frau die große Zehe nicht gekitzelt hätte, und deshalb mußte die arme Frau Tag und-Nacht an seinem Krankenlager sitzen und seine Zehe mit ihren Händen umklammer: halten. Einige Tage vor seinem Tode ließ er sich 18 oder 19 Zähne ausziehen. An einem anderen Tage weinte er, wie sich seine Frau in seiner Gegenwart ausdrückte, aus Freude, daß er so glücklich sei." Mr. Dyson, ein 23jähriger wesleyanischer Geistlicher,-dessen Kapelle Mr. und Mrs. Bartlett zu besuchen pflegten, war ein intimer Hausfreund der beiden Eheleute. Im Oktober vorigen Jahres verfaßte Mr. Bartlett fern Testament, in welchem er den größten Theil seines Vermögens seiner Frau vermachte und Dyson zu einem seiner Testameatsvollstrecke? einsetzte. Zwischen Dyson und Mrs. Bartlett herrschte ein intimes Verhältniß, welchem Mr. Bartlett jedoch allen Vorschub zu leisten schien ; ja, öster sogar wurde unter den Dreien die Frag einer eventuellen Heirath des Mr. Dyson mit Mrs. Bartlett besprochen. Gegen die Angeklagte, die eine Französin von Geburt ist, lagen starke Verdachtsgründe vor. Sie hatte sich vier Tage vor dem Tode ihres Mannes Chloroform heimlich verschasst ; auch wußte sie, daß ihr Gatte beabsichtigte, nach Neujahr sein Testament zu Gunsten seines Vaters abzuändern. Andererseits war die Annahme nicht ausgeschlossen, daß der Verstorbene das Chloroform als Mittel gegen die Schlaflosigkeit, an der er litt, eingenommen. Der Vertheidiger der Angeklagten suchte darzuthun, daß Mr. Bartlett Selbstmord verübt habe, angeblich aus Verweiflnng darüber, daß ihm seine Gattin in der verhännißvollen Neujahrs nacht entschieden die ehelichen Pflichten - gekündigt hatte. Der Staatsanwalt trat dieser Ansicht zwar entgegen, vermochte aber keine entschiedenen Beweise für die Schuld der Angeklagten beizubringend Unter diesen Umständen schloß die Ver Handlung mit der Freisprechung der Angeklagten, die, als sie den Wahrspruch de? Jury vernahm, in Ohnmacht siel. Funken ba u;in. Der Fu n kenbaum ist eine Vambusart, welcher auf' den Inseln des Südmeeres wächst und der sich für die Insulaner als ein stets bereites Funkenfeuerzeug bewährt, wel ches ebenso sicher Feuer erzeugt, wie däs Streichzündhölzchen. Dabei ist nichts einfacher, als der Gebrauch dieses vegetslen Feuerzeuges. Der Insulaner , nimmt ein Stück dieses kostbaren Bam-. bus in der Länge von drei Fuß, dann galtet er es in zwei Theile. In der Mitte der ersten Hälfte macht er einen Riß, einen Schlitz. Die zweite Hälfte wird zu einer breiten und dünnen Klinge geschnitten. Die erste Hälfte legt er da--rauf horizontal auf Späne desselben Holzes, die er unter de Schlitz legt. Die zweite Hälfte wird dann in die Ritze ge steckt und von dem Insulaner rasch nach' Oben und Unten bewegt, wie eine Säge In wenigen Augenblicken sprühen dieFunken hervor und die Späne- entzünden sich. Dieser entzündbare BabuS ifl.d Karimara der Philippinen, d. h. der tunken oder Feuerstein. In der Nach

barschast des Karimara wachsen andere fremde Bäume, welche seine Rolle auf eine sehr merkwürdige Weise ergänzen. Einer vo ihnen ist der Dammara, wel cher den Eingeborenen als. Fackel dient. Diese Fackeln halten ungefähr 4 Stunden aus, und Wal das Material im lieberflusse vorhanden ist, ist; der Preis der Fackel fast illusorisch. Diese veaetale Fackel ist cylindrisch, von einer Länge von 20 Zoll und der Dicke unserer Fak keln. In den Cylinder bringt man das duftende Harz des Dammara, iselcher ge wissermaßen das Licht oder die Wachskerze repräsentirt. Was den Cylinder selbst anlangt, der für die Fackel oder den Leuchter gelten kan, so giebt eS nichts Primitiveres oder Oekonomischeres, denn er besteht ganz einfach aus einem Blatte der Sagopalme, welches in spiraler Form eng zusammengerollt ist. Da diese vege tabilische Enveloppe, die mit dem Harze des Dammara gefüllt ist, zu Kohle wird, so muß man in dem Maße, als die Sub stanz sich verzehrt, Sorge tragen, den verbrannten Theil, wie bei unseren Lichtern, zu beseitigen. Dies geschieht leicht mit Hilfe zweier Stäbchen von hartem Buchsbaum, dem Nyak, welche sich wie die Klingen einer Scheere kreuzen und als Putzscheere dienen. So haben wir also einen Feuer-Apparat, den uns selbst die Pflanzen und Bäume liefern