Indiana Tribüne, Volume 9, Number 243, Indianapolis, Marion County, 23 May 1886 — Page 3

Kvm's Kirchen. Die Kirchen sind zweifelsohne der l?erorragendste Gegenstand des Interesses, fcm nicht zu sagen der ?!eugier in Nov. Sie sind die Verkörperung der römischkatholischen Idee, der Geschichte und tau sendjährigen Ueberlieferung Noms.Viele der bemerkenswerthen Kirchen Roms lic gen außerhalb, einige innerhalb der Mauern. Die gewöhnlichen Pfarreikir chen, deren rs 365 giebt, je eine für jeden Tag im Jahre, sind über die ganze Stadt zerstreut, und bezeugen die Sorgfält, mit der man darauf bedacht gewesen ist, den Bewohnern 3!om's die vJUli--gion bis an die Thüre zu bringen, und es einem Jeden möglich zu machen, die vorgeschriebenen gottesdienstlichen Handlungen zu vorgeschriebenen Zeiten zu verrichten. Aber auch von. ihnen sind einige neben den sogenannten Basiliken, fei es ihrer Bauart, de Reliquien und Kunstschätze halber, die sie enthalten, der ihres Alters und der Stelle wegen, auf der sie stehen, oder durch die geschichtlichen Erinnerungen und Ueberlieferunzen, die sich an sie knüpfen, von hervorsagendem Interesse. Die sieben Basiliken sind die Haupt iirchen Roms. Man nennt sie so ihrer wirklichen oder eingebildeten Ähnlichkeit mit der heidnischen Basilika halber, dem Gerichtsgebäude der Alten. Es sind: St. Peter", St. Johann Lateran", St. Marie die Größere" und Das heilige Kreuz in Jerusalem" innerhalb und St. Paul" außerhalb der Mauern.

Alle diese Kirchen machen durch ihre Be ileidung mit Marmor und Edelgestein, durch den bildhauerischen Schmuck ihrer Wände, durch die Menge der dargebrachten kostbaren Gaben der Gläubigen, durch den überall sich zeigenden vollendeten architektonischen Geschmack einen au ßerst reichen Eindruck, aber während einige von ihnen die Einfachheit wahren Geschmackes zeigen, gewähren andere den Anblick der Ueberladenheit. Es ist nur natürlich, daß ich die.Befchreibung der vielen Andachtshallen in Rom mit jenem erhabensten aller Bauwerke, mit dem majestätischen St. Peter's Dom beginne. Die St. Peterskirche ist von jedemReifenden in seiner besonderen Weise beschrieben worden, aber Niemand ist bis jetzt im Stande gewesen, ein auch nur einigermaßen annäherndes Bild davon zu geben. Hawthorne entwirst in seinem Scarlet Letter", in dem ihm eigenthümlichen großartigen Style, höchstens ein farbenreiches Bild, und Disraeli giebt in seinem letzten Werke Lothair" eine nur hie? und dort herausgreifende, sehr phantastische Beschreibung. Ich werde nicht unternehmen, was so Vielen fehlgeschlagen ist, denn es ist ganz unmöglich, in Worten den geradezu unbe schreiblichen und verschiedenartigen, ja widerspruchsvollen Eindruck wiedenugeden, den die Kirche in ihrer gigantischen (piej und Schönheit auf die Sinne hervorbringt. Tritt man hinein, so sieht sie groß aus, aber nicht übermäßig groß man sieht Wohl sofort, daß man einen Niesenbau vor sich hat, aber erst nachdem man sie in ihren einzelnen Theilen gesehen und den Bau und den Zweck der Einzelnheilen in architektonischer wie religiöser Hinsicht sich genau zum Bewußtsein gebracht hat und schließlich zum Verständniß des Zweckes des Ganzen gekommen ist, wird man überwältigt von der Idee, daß das ein Werk von Menschenhänden ist. So groß, so wunderbar schön ist es in jeder Beziehung. Und wieder, sobald man sich von den Einzelnheiten und ihrer Stellung zum Ganzen entfernt, sindet man es ganz unmöglich, das Gefühl dieser wirklich vorhandenen Größe zurückzurufen, und das erste Gesühl des verminderten Staunens, einer gewisserma. ßen getäuschten Erwartung, zwingt sich Einem wieder auf, trotz besieren Wissens. Die St. Peterskirche gehört ganz besonders zu den wenigen Dingen, welche gesehen werken müssen, um gewürdigt wer den zu können. Ohne deshalb eine Befchreibung zu versuchen, werde ich mich bemühen, Anhaltspunkte zu geben, aus denen Schlüsse gezogen werden können.' Der Zugang zum St. Peters-Dome geht durch einen Hof oder eine Esplanade von kreisrunder Form, offen an den entgegengesetzten Seiten. Durch die eine Oeffnung tritt man ein, an der gegenüberliegenden ist die Kirche. Dieser Hof umfaßt ungefähr sieben Acre, und wird von einem prachtvollen bedecktenSäulengange eingeschlossen, der 61 Fuß hoch ist. Ungeheue dorische Säulen aus Stein tragen die massive Decke, auf der sich einhundert und zweiundncunzig MarmorStatuen erheben.Hatman den einenHalbkreis dieses Säulenganges durchwandert, so hat man eine Achtel-Meile zurückge legt; und die Kirche selbst hat. eine Länge von mehr als einer Sech ftel-Meile und eine Facade von 372 Fuß Breite. Man stelle sich ein solches Niefengebäude vor, mit der Decke 152 Fuß über dem Fußboden. Die Mauern der Kirche selbst bedecken acht Acre. Der Säulengang enthält 284 Säulen und 83 riesige Träger; in der Kirche sind 748 Pfeiler, 290 Fenster, 890 Statuen, 46 Altäre und 27 Beichtstühle, wo Beichten in 21 verschiedenen Sprachen entgcgenge'.:cmmcn werden, und zahllose Grabgewölbe und herrliche Statuen der berühmten Männer der katholischen Kircbr, hervorgegangen aus der Hand von Thorwaldsen, Eanovq, u. A. Der Grundriß des St. Peters-Domes ist gerade noch einmal so groß, als der der St. Paulskirche in London. An jeder der Seiten bcsinden sich fünf Kapellen, von denen jede selbst eine herrliche Kirche von respcctabler Größe ist und deren jede ihren eigenen Altar enthält. Der Dom hat im Lichten einen Durchmesser von 150 Fuß und von der Diele bis zum Zenith der Kuppel sind es im Lichten über 425 Fuß, die Laterne nicht mitgerechnet. Unter diesem wunderbaren Bogen steht in der Mitte der Baldachin und darunter der 95 Fuß hcheHochaltar, und einerlei, ob man hier die allgemeine Wirkung in's Auge faßt, oder die einzel nen Details, die prachtvolle Bronz;earbeit, den kostbaren Marmor, die Edelsteine, den Gold- und Silberschmuck, Tag und Nacht überstrahlt von dem Lichte von Hunderten von funkelnden Lampen man wird versucht, zu sagen,

daß es ein Machwerk nicht von irdischen Händen sei Unter dem Hochaltar ruhen die Gebeine des Apostels Petrus, davor, umgeben von ewigen Lampen, befindet sich in einerNische die berühmte knieende Statue des Papsteö PiuS VI. von Eanova. Bon all den bemerkenswerthen Bildwerken in der großen Basilika reicht keines an dieses hinan in stiller Anmuth und dem Ausdruck erhabener Ruhe. Der Papst ist dargestellt in seiner Amtstracht, mit gefalteten Händen und dem Gesicht betend himmelwärts gekehrt. r ei r

as Innere der luxqt i reim an Monumenten und herrlichen Gemälden von der Hand der größten Meister, namentlich an den Altären der Kapcllen und der vierhundert und fünfundzwanzig Fuß hohen Kuppel. Man kann hier di? alten Meister jn anscheinend ihren besten Originalen studittn, denn der Führer erzählt Einem nicht immer, daß keines dieser Gemälde Original ist. Auch sind sie weder Leinwand, die vermodert, noch Farben, die bleichen und schimmeln, sondern durchweg unvergängliche Mosaiken von einer Kunst der Zusammenstellung, die das Begriffsvermögen völlig übersteigt. Denn so vollkommen diese Copien in der Wirkung, wie im Detail der Ausführung erscheinen, so scharf und klar, und. doch so zart in ihren Tinten, so wunderbar lebensfrisch im Aus druck die Gemälde von der Gewölbekup pel aus ihrer schwindelnden Höhe auf den Untenstehenden herabschauen tritt man ihnen nahe, so verlieren sie alle ihre Schönheit und allen Farbenglanz und sehen fast aus wie rohe Mauern aus cyclopischen Steinen. Welch' einen Triumph in jeder Hinsicht feiert die Kunst in diesem Gebäude. JnderKup pel befinden sich die Mosaik-Gemälde der vier Evangelisten. Um nun eine Borstellung dir Größe des ungeheuren Gebaudes zu geben und zu zeigen, wie äu ßerst täuschend die Entfernungen sind, und wie ganz unmöglich es ist, solche Maße zu begreifen, will ich zwei Beispiele anführen : Der Evangelist Lucas wird dargestellt, im Begriff zu schreiben, eine Feder in der Hand. Diese Feder ist sieben Fuß lang. Man stelle sich für einen Augenblick ein Gemälde vor, auf dem eine Schreibfeder sieben Fuß lang ist, von welch' ungeheurer Größe muß das Gemälde sein doch wenigstens fünfzig Fuß hoch und zwanzig Fuß breit. Und doch erscheint einem dies Gemälde gar nicht groß, sondern es sieht sich an, wie irgend ein Bild von gewöhnlicher Größe in einer Kirche. Das andere Beispiel seien die Becken am Eingang der Kirche, welche das Weih wasier enthalten. Sie sehen aus wie Weihwafferbecken von gewöhnlicher Größe. Zwei Eherubime tragen die Becken. Man geht an ihnen ohne Staunen in der Entfernung vorbei. Aber wenn man ihnen nahe tritt, entdeckt man, daß das, was man für sehr kleine Eherubime ansah, große Marmorstatuen von sieben Fuß Höhe und Niescnverhältniffen sind. Dreihundert und fünfzig Jahre nahm der Bau des St. Peters-Domes in Anspruch, und vor hundert und fünfzig Iah-j ren hatte er fünfzig Millionen Dollars gekostet. Seit jener Zeit sind manche kostbare Anbauten gemacht, und die jährlichen Unterhaltungskosten betrugen 530.000. Die St. Peterö-Kirche hat wahrscheinlich mehr gekostet, als alle Kirchen aller Confeffionen in den Ver. Staaten zusammengenommen. Dieser große Tempel der Christenheit ist wahrlich eins der Wunder der Welt. Und doch ist man nicht verwundert noch erstaunt, weder wenn man ihn von außen betrachtet, noch dürchpassirt. Ich war einen Monat in Nom, und jeden Tag besuchte ich die St. Peters -Kirche, um mtch stets von Neuem an seiner Schönheit zu laben und jeden Tag neue Merkwürdigkeiten zu entdecken. Er erscheint groß, und doch lange nicht so groß, als er wirklich ist. In unerklärlicher Weise vermindern sich seine Riesenmaße, trotzdem man sie kennt, und die Erkenntniß seiner Größe ist mehr eine Sache des Verstandes, der Schlußfolgerung, als des Eindrucks. Jedenfalls ist die St. Peters-Kirche die bei weitem intereffanteste Kirche und auch das bei weitem intereffanteste Gebäude in Rom so hohes Interesse Einem auch die anderen Basiliken abgewinnen. Wenn die St. Peters-Kirche, als ein großer Tempel der christlichen Kunst erscheintso ist die Kirche di San Giovanni in Laterano ein großer Tempel der römisch-katholischen Kirche, und die St. Paulskirche außerhalb der Mauern ein großer und würdiger Tempel des lebendigen Gottes. Vielleicht ist der von mir hier zwischen diesen drei Kirchen gezogene Unterschied zum Theil hervorgerufen durch die Umstände, unter denen ich sie besuchte, und die sich mir aufdrängenden Gefühle. In der St. Peterskirche wurde mein Geist hauptsächlich gefesselt durch die darin enthaltenen Wunder der Kunst, in der.Lateran-Kirche wurde ich gefangen genommen durch das großartige Eeremv' niell der katholischen Kirche ; denn fünf Kardinäle, mehrere Erzbischöfe und zahlreiche Bischöfe hielten dort Hochamt ad, und der Schmuck der Kirche steht in vollem Einklang mit einem solchen Pomp. In der St. Paulskirche waren ich und meine Begleiter die einzigen Besucher, die ich sehen konnte, und ich war ganz in der Stimmung, den Eindruck der erhabenen Einfachheit ihrer grauen Säulen und bimmclhobcn Gewölbe, deren schönstcr Schmuck in ihrer Schmucklosigkest besteht, auf mich einwirken zu laffen. Die St. Paulskirche ist hauptsächlich berühmt, weil sie angeblich über der Stelle erbaut ist, wo der Apostel Paulus begraben wurde, und seine Gebeine ruhen unter dem Hochaltar. Sie wurde ursprünglich von Constantin dem Großen gebaut, und war vor dem Entstehen der St. Peterskirche wohl die schönste Kirche der Welt. Sie enthält einhundert und achtunddreißig Säulen, vielen antiken Bauten entnommen, aus griechischem Marmor, ägyptischem Granit und Porphyr, und ist auch in anderer Hinsicht von großer Pracht. Besonders interessant sind die aus dem Jahre 440 stammenden Mosaiken, welche den Erlöser und die 24 Aeltesten der Apokalypse darstellen, ferner die Mosaikgemälde der Apostel Petrus und Paulus, und die Ge mälde aller Päpste. Die letzteren wur

den in den großen Mosaikwerkstätten des Vatikans gefertigt und sind große Kunstwerke. Das Gewölje der Kirche ruht auf neunundachtzig riesigen Säulen von grauem Granit, der in 9!ord-Jtalien gekrochen, den Po hinab geflößt, und. dann per Schiff nach 9tom gebracht wurde. Es ist unmöglich, eine eingehendere Beschreibung der hauptsächlichen Kirchen Roms auch nur zu versuchen, aber ein höchst merkwürdiges und intereffantes Gebäude kann ich nicht übergehen die St. Clemens-Kirche. Sie ist von allen

alten Basiliken Roms am besten und zwar ganz nach dem ursprünglichen Bau plane erhalten. Unter ihr, unter der Erde, ist die ursprüngliche Kirche, deren Hieronymus im dritten Jahrhundert Erwähnung thut. Die Gemälde, mit wel chen Hadrian I. sie schmücken ließ, sind noch sichtbar. Im Jahre 1034 wurde sie von Robert Guiscard nabezu zerstört und im Jahre 1108 ließ Paschalis II. die jetzige Kirche über der alten erbauen. Unter der alten aber ist eine dritte Kirche, in vollkommen erhaltenem Zustande, mit Altären, Gemälden und allem Zubebör. Und unter dieser, 70 Fuß unter der Oberfläche, besinden sich roh ausgemauerte Näume, in denen ein Mithras Altar entdeckt wurde, und die zweifelsohne bis zu den Seiten der römischen Republik zurückdatiren. Von nicht geringem Jntereffe ist die Santa Scala, die heilige Treppe. Sie zeigt, tvie aufrichtig die Verehrung ist, welche die Katholiken den Gegenständen entgegenbringen, welche durch irgend welche Verbindung mit dem Leben Christi geheiligt, sind. Die heilige Treppe soll nämlich die Trevve vor dem Hause des Pilatus sein, welche durch die Mutter Constantin'S von Jerusalem nach Rom verpflanzt wurde und seit der Zeit, fünfzehnhundert Jahre lang, ein Gegenstand der besonderen Verehrung seitens der ka tholischen Kirche gewesen ist. Der An olia der treppe, namentlich an ftmtagen während der Fastenzeit und besonders am Charfreitag. mit den Taufenden, welche im Zwielicht der mit verbu chencn Fresken bedeckten Gewölbe auf den Knreen hinaufrutschen, denn Nie mand darf die b?iliae Trevve mit den Füßen berühren ist ein höchst maleri Icher. Auch Luther tam, als er zum zweien Mal nach vkom vorgeladen Wurde, um die hernge Treppe zu besteigen. Langsam rutschte er Stufe für Stufe des harten Steines hinauf, in dem die Kniee der Jlcuigen und Pilger tiefe Spuren hinterlaffen haben. Aber als er. balö oben war, sprang er plötzlich auf, erhob sein Antlitz himmelwärts, wandte sich um und stieg langsam die Treppe wieder hinab. Die Landpartie nach'n Irunewald. Mutter voran 'N Kind muß se tragen ! Dann kommt der Mann, Der zieht 'n Wagen! Dann kommen noch Sechs bis sieben Jöhren ; Ja, schrecklich sich , Lehmann's vermehren ! Js nu erreicht Jruncwaldhaide, Jedes Johr zeicht Kindische Freide: ' Mutter packt auö Zolldicke Stullen, Würze zum Schmaus : ZwceJilkapullen! Nu wird jekaut. Man hört es knirschen! Nun deckt Papier Ringsum das Waldmoos. Und dann geht hier Lustiges Spiel bald los ! Kindergeschrei! Jubeln und singen ! Auch Zankerei, Tanzen und springen ! Sonne sie sinkt ! Wie sie gekommen Wird unbedingt Abschied genommen : Mutter voran, 'N Kind muß sie tragen ! Lehmann kommt dann Vor'm Kinderwagen ! Dann kommen noch Sämmtliche Jöhren, Und eines läßt Klageton hören ! Nante ist's o ! Nemesis jräßlich ! Kirschen und Milch ! Ja, det is häßlich ! Nante er brüllt : Hu! Mutta, Aua!" Vater wird wild, Bald jiebt et Hau! Ah! 'S hilft aber nix! Nemesis jräßlich! Kirschen und Milch, . Pein unermeßlich ! : Schleier der Nacht, Decke die Armen ! Nemesis ach. Habe Erbarmen! Da deckt Papier Sandije Haide ! Ach, Lehmanns, Ihr Zu Eurem Leide - Warft Ihr es fort! Merkt Euch die Lehre: Selbst det Jeringste Achte und ehre ! Im Zenith der Seligkeit. Dame des Hauses : Herr Lieutenant, wie amüsiren Sie sich bei uns? Gut? Lieutenant : Gnädigste pyramidal ! Ich möchte jeder Sektflasche um den Hals fallen ! Angenehme Abwechslung. Erster Passant : Sehen Sie, dort fährt der Baron v. x. mit semer Gemahlin. Die habe ich lange nicht gesehen ; leben die denn noch hier in der Hauptstadt ? Zweiter Passant : Allerdings, zuweilen. Sie leben nämlich theils im Unfrieden, theils hier in Berlin ! Noch ein weiblicher 91 e d a c t e u r. Wir lesen . in der Sera jewocr Bosn. Post" : Fräulein Milena Mrazovic, welche seit Bestehen unseres Blattes als Mitarbeiterin für dasselbe thätig war, ist nunmehr definitiv in den -tah . . ft 1 1 Verband der meoamon eingetreten" Geck: Den möchte ich sehen, der es sicb nickt zur Ebre rechnet, mein Gläubiger zu sein !

Mum-Vum.

Ein Lebensbild. Der Nachfolger Parrin's in der Lei tuna des Theatre Franeai, Jules 1 . r t'-,t . t T -1 - . marene, yar oisyer nog reine biegen heit gehabt, auf diesem neuen Felde seines Wirkens Lorbeeren zu sammeln. Er strebt daher einstweilen darnach, von dem früher erlangten Rufe eines geist vollen und originellen Schriftstellers nichts einzubüßen und denselben durch neue Leitungen noch mehr zu begründen, wozu seine soeben unter dem Titel Jean Mornas" erschienene Novellen-Samm lung zweifellos beitragen wird. Eine der ansprechendsten , Skizzen daraus, welche den obigen Titel führt, wird von der Berl. Ger.-Ztg." folgendermaßen nacherzählt: Das blaffe Kind' lag still in seinem Bettchen und blickte mit seinen durch das Fieber unnatürlich vergrößerten Augen vor sich hin, mit der unheimlichen Starrheit jener Kranken, die bereits wahrnehmen, was die Gesunden nicht sehen. Seine Mutter saß am Fußende und verbiß gewaltsam ihren Schmerz, um nicht laut aufzuschreien, während sie angstvoll und mit gefoltertem Herzen die Fortschritte der Krankheit auf dem abge magerten Gesichtchen verfolgte. Auch der Vater, ein wackerer Arbeiter, drängt nur mit Aufbietung aller Kraft die Thränen zurück, welche ihm in die gerö theten Augen treten wollten. Der kleine Franz, das einzige Kind von Jacques und Madeleine Legrand, zählte erst sieben Jahre. Wie war der allerliebste Blondkopf mit den rosigen Wangen noch vor drei Wochen so lebhaft und lustig gewesen ! Da hatte ihn plötzlich das Fieber ergrissen. Eines Abends hatte man ihn mit Kopfschmerzen und brennenden Handen aus, der Kommunalschule nach Hause gebracht. Seitdem lag er dort in seinem weißen Bettchen, und zuweilen sagte er in seinen Fieberphantasien, wenn er die kleinen, schöngewichsten Schuhe sah, welche die Mutter sorgsam auf ein Brett in der Ecke des Zimmers gestellt hatte : Ihr könnt die Schuhe jetzt nun fortwerfen ! Frünzchen zieht sie nicht mehr an, Fränzchen geht nicht mehr in die SchyW, Nie mehr!" Dann sagte der Vater unwillig: Willst Du wohl stille sein !" und die Mutter verbarg des blaffe Gesicht indem Kopfkiffen, damit derKleine sie nicht wei nen hören sollte. Wieder war eine Nacht vorüber, und hell und klar dran das Licht eines schonen Junimorgens in das kleine Gemach in der 3me des Abbesses. Das Kind hatte während der Nacht nicht phantasirt ; aber seit zwei Tagen schon beunruhigte den Arzt eine befremdliche Ermattung und ciedergeschlagenheit an ihm, die fast einem Sichselbstaufgeben glich, als ob der siebenjährige Knabe bereits des Lebens überdrüssig wäre. Er war müde, still, traurig und wandte sein Köpfchen auf dem Kinen hin und her, ohne etwas zu sich nehmen zu wollen. Kein Lächeln trat mehr aus seine schmalen Lippen, und die verstierten Augen blickten suchend umher, als ob ue irgend etwas in weiter Ferne zu sehen strebten. Dort oben vielleicht !" dachte Madeleine schaudernd. Wenn man ihm Medizin, Brustsyrup oder eine Tasse Suppe geben wollte, so wies er es zurück, wie Alles, was man ihm bot. Willst Du etwas, Fränzchen?" Nein, ich will nichts !" Wir müssen ihn um jeden Preis aus diesem Zustand herausbringen," meinte der Doctor ; denn dieses dumpfe Vegetiren macht mich besorgt. Ihr müßt als Eltern Euer Kind am besten kennen, sucht also etwas ausfindig zu machen, was den kleinen Körper wieder belebt und seme Seele, die schon nach oben strebt, auf die Crd zurückruft." -Damit war er gegangen. Ja, gewiß kannten sie ihrenFranz, die braven Leute. Sie wußten,' wie glück lich der Kleine immer gewesen war, wenn sie ihn Sonntags in die freie Natur ge führt hatten, wo er auf den Wiesen Blumen abpflücken durfte, um nachher mit einem großen Strauß, auf der Schulter des Vaters sitzend, nach Paris hermzu kehren, oder wenn er einmal das Kindertheater in den Champs-Elysees besuchen durfte. Jacques Legrand hatte ihm allerlei Spielsachen gekauft, Bilderbogen, deren Figuren er ausgeschnitten und nun auf dem Bette des Kindes tanzen ließ, um dies lachen zu machen, während er selber am liebsten geweint hätte. Alle Mühe, aber war vergebens, der Kleine blieb gänzlich theilnahmslos, und fragte man ihn : Willst Du ein Pistol, einen Ball oder eine Armbrust V so antwortete er ganz kurzab : Nein!" Auf alles, was man ihm sagte oder versprach, hatte er nur dies ewige: Nein, nein, nein !" so daß die Eltern sich ganz verzweiflungsvoll anschauten. Was möchtest Du denn aber nur haben, Fränzchen V fragte ihn endlich die Mutter. Es muß doch irgend etwas geben, was Du Dir wünschest. Sag' es mir doch, mir, Deiner Mama!" Dabei beugte siz sich zu ihm nieder, und plötzlich sagte das Kind, indem es mit der Hand auf .einen unsichtbaren Gegenstand deutete, zugleich bittend und besehlerisch : Ich will Bum-Bum !" Die arme Madeleine schaute ihren Mann an, als wollte sie sagen : Was will er damit sagen? Phantasirt er etwa wieder?" Sie konnte sich nicht erklaren,was der Kleine mit seinem Bum-Bum" wollte, das er jetzt mit krankhaftem Eigensinn Wiederholte: JaVum-Bum! Vum-Vum! Ich will Bum Bum !" Da wurde auf dem rauhen Gesicht des Arbeiters ein glückliches Lächeln sichtbar Wie das eines Vemrtheilten, der plötzlich eine Möglichkeit der Befreiung wahrnimmt. Er wußte, was Fränzchen meinte, erinnerte er sich doch noch ganz genau an den Osterfonntag, wo er ihn in den Circus geführt hatte. Er hörte noch sein herzliches Lachen, als der prächtige Klown austrat, der einen goldenen Schmetterling auf dem Rücken hatte und

nun bald eine Stallmeister ein Bein' stellte, einen Purzelbaum schlug oder Fizhüte u dem Kronleuchter emporwarf, um sie einen nach dem andern mit dem Kopfe aufzufangen, auf dem sie nun eme Pyramide bildeten. Bei jedem neuen Scherz aber wiederholte er sein BumBum !", das oft von einem Wirbel des Orchesters begleitet wurde. So oft aber dies Bum-Bum!" erscholl, erdröhnte jedesmal der ganze Eircus von Beifall und Gelächter und der

kleine jvranz lachte mit am meisten. Diesen Allerwelts - Lustigmacher Bum-i-w tf-V . 1 t P V Bum wollte das luno jeyen, oanacy sehnte es sich, während es jetzt krank und ohne Kraft aus seinem Bettchen dalag. Am Abend brachte Jacques Legrand ihm einen künstlichen, mit Mechanismus versehenen Klown mit, der alle seine Glieder bewegen konnte und den er zu einem für seine. Verhältnisse sehr theuren Preis in einer Spielwaarenhandlung erstanden hatte. Er hatte a aber gern alle seine Ersparnisse hingegeben, um nur ein einziges Lächeln auf den blassen Lippen seines Lieblings hervorrufen zu können. Fränzchen betrachtete auf einen Au genblick den Klown, als der Vater ihn auf der Bettdecke seine Künste machen ließ, dann sagte er traurig : -Das ist nicht Bum-Bum! Ich will Vum-Bum sehen!" Ach Gott, hätte man ihn nur in feine Decke hüllen und so in den hellerleuchteten Circus tragdn können, um ihm zu sagen : Da, sieh' hin ! Das ging nun leider nicht an. Da kam dem ganz verzweiflungsvoll hin und hersinnenden Va I V ! i. vl rr i rer endlich eme andere oee. ging m den Circus, ließ sich dort die Adresse des Clowns geben und machte sich zu diesem auf den Weg. Zögernd und furchtsam nur stieg er die Treppen in die Höhe, welche zu der Wohnung des Artisten" in einem Hause der Vorstadt Mont martre führten. Es war ja sehr dreist, was er thun wollte; aber kommen nicht Sänger und Schauspieler zu den vornehmen Herrschaften in die Salons, um dort zu singen oder eine Scene aufzuführen ? Vielleicht ließ sich also auch der Clown bewegen, dem kleinen Franz guten Tag zu sayen. Wie würde BumBum ihn wohl empfangen? Aber dort stand garnicht Bum Bum" an der Thür war Mr. Moreno" zu lesen, und das elegante, mit Stahlstichen, Büchern und Kunstgegen ständen geschmackvoll ausgestattete Gemach, in das man ihn führte, schien eher das Empfangs - Zimmer eines Arztes, Advokaten oder dergl. ni sein. Auch den Herrn, der ihn nach seinem Begehr fragte, erkannte er zuerst nicht und drehte verlegen seinen Filzhut zwischen den Fingern. Endlich entschuldigte er sich stotternd und brachte dann stoßweise sein seltsames Verlailgen vor, berichtete von der Krankheit seines Kindes und dessen sehnlichem Wunsche, den bewunderten Vum-Bum noch einmal zu sehen. Er denkt an nichts anderes mehr", schloß er, er sieht Sie immer vor sich wie einen Stern, den er haben möchte und bewundert." Als er geendet hatte, war er blaß geworden und hatte große Tropfen auf seiner Stirn stehen. Er wagte es nicht, den Klown anzuschauen, der seinerseits den Blick nicht von ihm wandte. Was würde Bum-Bum jetzt erwidern, würde er ihn für närrisch halten und an die Luft setzen ? Wo wohnen Sie?" fragte Bum'Bum. O, ganz in der Nähe, in der Nue des Abbesses!" Nun, dann koinmen Sie. Ihr Kleiner will Bum - Bum fehen, und sein Wunsch soll erfüllt werden." Als die Thür sich öffnete, rief Jacques Legrand fröhlich seinem Sohne zu: Nun sei zufrieden, mein Junge, sieh, da ist Bum-Bum !" Ein Freudenschimmer huschte über das Gesicht des Kindes, es richtete sich aus dem Arm der Mutter in die Höhe und wandte den Kopf nach den beiden Eintretenden. Er schien einen Augenblick nachzudenken, wer der Herr neben seinem Vater da wohl sein möge, der ihm zulachtö, den er aber ' nicht kannte, und als man ihm nochmals wiederholte : Da ist Bum-Bum!" schüttelte er traurig mit dem Kopfe und legte sich wieder hin. Nein, nein, das ist nicht Bum-Bum," sagte er, und feine großen, blauen Augen schienen in der Ferne die Gestalt mit den Goldflittern und dem goldenen Schmetterling zu suchen. Der Clown war dicht an das Vettchen herangetreten und richtete auf däs Gesicht des kleinen Kranken einen nachdenklichen und mitleidigen Blick. Dann schaute er auf den ängstlich den Vorgang verfolgenden Vater und die fast verzweifelnde Wiutter und sagte lächelnd : Er hat Recht, das ist auch nicht Bum-Bum!" Dann ging er. Ich werde Vum-Bum nicht mehr wiedersehen !" flüsterte der kleine Franz schmerzlich. Da, noch war keine halbe Stunde verschwunden, wurde plötzlich die Thür aufgerissen, und da stand er in seinem Circus. Costüm, mit dem goldenen Schmetterling auf dem Rücken, der spitzen Mutze auf dem Kops, und dem Alles mit fortreißenden Lachen auf dem weißgepuderten Gesicht : BumBum, der echte Bum-Bum, der BumBum des kleinen Franz war da ! Und des Kind in seinem weißen Bettchen mit vor Freude leuchtenden Augen lachte und weinte zu gleiche? Zeit, klatschte in seine mageren Händchen und rief : DaS ist Bum-Bum, diesmal ist er's ! Bravo, BunBum ! Güten Tag, BumBum !" Als der Doktor heute wiederkam, fand er neben Fränzchens Bett den Klown mit dem weißgevuderten Gesicht sitzen, der das Kind immer und immer wie der lachen machte und ihm dann, wenn er ihm seine Medizin reichte, sagte : So, nun nimm schön, Fränzchen, sonst kommt Vum-Bum nicht wieder." Und das Kind trank. Nun, schmeckts nicht gut?', Sehr gut, ich danke schön, BumBum !" erwiderte Fränzchen ganz glückselig. Herr Doktor," sagte der Clown zu diesem, seien Sie nicht eifersüchtig; aber mir scheint doch, daß meine Gri-

Massen ihm ebenso gut gethan haben als Ihre Recepte !" Der Vater und die Mutter weinten, aber diesmal vor Freude. Und bis der Kleine wieder ausgehen konnte, hielt täglich ein Wagen vor dem ärmlichen Hause deö Arbeiters in der Nue des AbbesseS in der Lorstadt Montmartre, und jedesmal stieg ein in einem Mantel gehüllter Mann heraus, der den Kragen in die Höhe geschlagen hatte und darunter ein Circuskostüm trug. Als das Kind zum ersten Mal ausgehen durfte, fragte der Arbeiter mit zit ternder Stimme den Meister Clown:

Was bin ich Ihnen nun schuldig, mein Herr?" Dieser hielt ihm und seiner Frau die breiten herkulischen Hände hin und saate : ..Einen öändedruck !" Dann preßte er zwei Küsse auf die wieder blühend gewordenen Lippen des Kindes und füate lächelnd birnu : Und die Erlaubniß auf meine Vifitenkarten v setzen : Bum-Bum, DoktorAkrobat und Leibarzt des kleinen Franz!" Die Ziege. Preisgekrönter naturwlsienschaftl chcr Vusstz ds Vcr schülers Willy Hoscnma. Die Ziege, auch Geisbock, lateinisch eapra genannt, ist eines der bemerkens werthesten Tbiere im Haushalte der Natur und der Menschen, und ' liefert dem Letzteren beinahe Alles, was er zum Leben nothwendig hat. Deshalb ist die Ziege auch allgemein geehrt und geachtet und wer es irgendwie kann, der schafft sich eine an, besonders auf dem Lande. Solche Leute, die Zle gen besitzen, nennt man Zigeuner und sind dieselben ebenfalls überall äußerst beliebt. Sie benutzen die Zieae Haupt sächlich zum Ziehen,, wie dies ja auch schon der Name sagt, und zur Fabnka tion der Ziegensteine oder Ziegelsteine, aus welchen sie sich dann ihre Hauser bauen. Im Sommer jedoch, wenn es den Zi geunern zu warm ist, so schlachten sie die jungen Ziegen, die sogenannten Zicklein, und machen aus deren Fellen die berühmte Zickleinwand, woraus sie ihre i frt.si ?ommerreue conztruiren. Schon die alten Römer kannten das Verfahren, aus der Ziege (capra) die so überaus geschätzten Kapern zu gewm nen, welche, in ihrer Form einer großen dunklen Erbse gleichend, eine gesuchte Delikatesse an allen römischen tables d'hotes waren.' Jedoch nicht allein die Kapern verdanken wir der Ziege, sondern eines ihrer Hauptvrodukte ist außerdem noch die Ziegorie (sprich : Cichorie), jene dunkle Masse, durch welche der Kaffee und das Königreich Sachsen einen so unendlich angenehmen Beigeschmack erhal ten haben. Man pflegt daher in letzterem Lande die Ziege auch in ganz besonderer Weise indem man ihr emen eige nen Wald zur ausschließlichen Benutzung angewiesen hat, den bekannten Ziegen Hain. Aui diesem Walde gewinnt Sach sen gleichzeitig die Mittel zu seiner Selbstvertheidlgung, nämlich die Ziegen hainer. Von den Menschen unterscheidet sich die Ziege im Wesentlichen dadurch, daß sie, wenn sie keine Hörner hat, ein Schaf ist, wahrend der Mensch seine Schafbaftigkeit dadurch zu bekunden pflegt, daß er sich Hörner aufsetzen läßt ; jedoch trifft dies nicht immer zu, es giebt auch Schafe ohne Hörner. Das beste Unterscheidungsmittel bleibt schließlich immer zwischen Mensch und Ziege, daß man Letztere melken kann, während kein Mensch aber das ist ja bekannt, weshalb ich meinen Aussatz schließe. Benutzung der Brennessel. Die Brennessel, welche in dem schlech testen Boden fortkommt, weder Wartung noch Pflege bedarf, große' Hitze und strenge Kälte verträgt, ausdauernd ist und eine Höhe von 7 Fuß erreicht, ist für Menschen und Thiere von vielfachem vcuyen. v Sie läßt sich eben so wieder Hanf be arbeiten, und man macht aus ihr das echte Nesseltuch. . Bei ihrer Reife, in der zweiten Hälfte des August, wenn die Blätter abzutrocknen anfangen, die Stengel gelblich oder dunkelroty erschel nen und der Saame leicht von der Hülse losgeht, schneidet man sie mit einer Sichel nahe der Erde ab, zu welcher Ar beit man sich wider das Stechen dieser Pflanze Mit Handschuhen versieht. Man breitet die abgeschnittenen Stengel auf erner Weise aus und läßt sie ein Paar Tage trocknen; dann streift man die Blätter ab, rostet sie, bindet sie m Bun del und läßt sie 6 bis 7 Tage in klarem Jluß- oder Teichwasser weichen. Die fernere Behandlung ist wie beim Hanfe, und die Nessel läßt sich noch viel weiße? als der Hans bleichen. Der reife Nesselsaame ist ein gutes Futter für die Hühner, welche im Winter fleißig danach legen; eben diese Wirkung haben auch die trockenen und jm Wasser gekochten Vtatter. Kocht man noch so hartes Fleisch mit den Blättern der Nessel, so wird es weich, und roheö Fleisch zwischen diese Blätter gelegt, erhalt sich länger als ge wohnlich. Üeberhaupt sind die Blätter für das Vieh fo nahrungsreich als gesund. DaS Rindvieh giebt bei solchem Futter eme gute Milch, es bekommt ein fetteres Fleisch und wird vor vielen Krankheiten gesichert. Durch die Wurzeln der Nessel wird das Land haltbarer gemacht. Auch kann man mit diesen Wurzeln Eier, Garn :c. so schon gelb färben. Von wegen seirler Ver d i e n st e. Warum ist denn der Herr Verlagsbuchhündler . geadelt worden? Weißt, daS ist wegen der Verdienste geschehen, die er an den Schriftstellern gemacht hat. Naiv. Wohlthätigkeitsdame (zur Kleinen, die für ihre kranke Schwester Suppe bolen will) : Liebes Kind, Tu willst Krankensuppe haben: Deine Schwester ist aber aav nicht mehr krank. Ich habe sie gestern gesund auf der Straße gesehen. Die Kleine: Ja, gesund ist meine Schwester schon, aber essen thut sie immer noch.

Die entdüllte Geisterschrift. Abermals ist ein berübmtcs sviritisti

sches Medium entlarvt worden, indem man einem unstjtucke, welches dasselbe mit Hilfe der Geister auszuführen vorgab, auf die Spur kam. Im Hambur ger Fremdenblatt" sinken wir hierüber folgenden Bericht : Vor Kurzem bat der Schriftsteller Karl Freiberr Du Prcl in Muncyen, einer der eifrigsten wissen schaftlichen Vorkämpfer des Spiritismus, m -der Zeitschrift Nord und Süd" erklärt, daß von einzelnen Medien nt verrichtet worden seien, die ohne Mithilfe fl'.Tl.- nr , . ' ..I ' vci vynn ittlioiieu ma;i zu elitären seien, namentlich sei das Kunststück, au? zwei aufeinandergeklappten und vcrsicgel' ren cyieferlasetn eine Schrift erscheinen zu lassen, ein Wunder", wie solches auch der gewiegteste Taschmspieler nicht 4tj maa ü sr i . . ir viiuyui lrnne. eil circa zwois Jahren geht Mr. Slade mit diesen Schiefertafeln auf Kunstreisen und war es auch, der durch dieses SchiefertafelKunststück die letzten Zweifel bei Zöllner zu beseitigen wußte. Seitdem wurden die meinen Zunder der Medien als ganz gewoyntlcyeaschenjpieler'Künstchen entlarvt. Die Geisterschrift in den :usammengeklappten Tafeln blieb aber noch IW i W il w m - Z. em nalyiel. Auch dieses letzte Bollwerk ist jetzt gefallen ! Einer unserer Mitbürger, ver Prajtldigrtateur Herr Ludolph Schradieck. erbot sich, das SckiefertafelKunststück vor Zeugen jedem Medium sofort unter denselben Bedingungen nachzumachen, und richtete diese Aufforderung Q!-.f am.- i rv " ynm ou ui iunll'en. isn r r . SS1 seiner Antwort erklärte. sich dieser Gelebrte für beneat. wenn SSttr Sckradieck vor Zeugen seine Behauptung beweisen ü u u l SC i. . . s t u" r i. k tviinir. ur verwies sperrn cyraviecc an hiesige Spiritisten, und namentlich an Mr. Slade, der sich vor Kurzem einiae Wochen hier aufbielt. err Scbradieck war bereit, vor und nach Slade vor densetven Jeugen und unter denselben Bedingungen das Tafel-Erveriment ni machen. Herr Schradieck wurde aleick am ersten Taae von Mr. Slade's Aufentbalt bierselbst in Begleitung eines Freundes zugew - . - . lauen, wahrscheinlich, wett die hiesigen Freunde des Sviritisten nicbt recktzeitia vor dem Zauberkünstler gewarnt hatten. - . r - L . o gelang es errn schradieck, das Slade'sche Wunder betrachten m können. Er kam, sah und erbot sich dann spä ter, das Kunststück nachzumachen. Als üerrn Sckradieck's Äerauskorderuna be kannt wurde, machte sich Herr Slade von yier, aus dem Staude. Man braucht aber Herrn Slade nicht in eiaener Verson vor sich zu haben, um ihn zu cntlarfCs Tl' r.z . r ?en. vi erijuien yier in amourg verschieden? über allen Zweifel unvarteiische und Vorurtheilslose Leute, die das Sla oe sche Wunder angestaunt haben und sich dasselbe nicht erklären konnten. Mehv: .r. l r l. ... r. r r ic orugeil jpmen ver cyra dieck vor und erklärten schließlich, daß dieser das Schiefertafel Kunststück unter denselben Bedingungen wie Slade volW ( . V . T a.. lenoer oargesteut yave. ier der Änwesenden, unter ihnen der Zauberkünstler, r .i-i... rr f. ... . . r . i rw'M r leyien an einen einsacken -lijcö, ver vorder aenau untersucht worden und derselbe war, den Slade benützt hatte. Der Jauverlunuier naym m die rechte Hand eine unbeschriebene Schiefertafel, auf welcher ein kleiner Griffel lag. Dann mutzten, die Anwesenden ihre Hände aus die Mitte des Tisches legen, und Herr Schradieck selbst gab seine linke dazu. Nun hielt derselbe die Tafel dicht unter den isch, doch so, dan die Halste derselben mit der Hand des Zauberkünstlers den Anwesenden sichtbar blieb. Alsbald ließ sich ein leises berausch hören, die Tafel wurde auf den Tisch aeleat. und mit deutlicher Schrift stand auf derselben die Antwort einer Frage, welche vorher aus die andere eite der ichlesertasel ohne Kenntniß des Künstlers niederaeschrieben worden war. Den schärfsten Beobachtern war s unerklärlich, wie das Kunststück vollbracht wurde, denn beide Hände des Zauberkünstlers, sowie die ganze Figur desselben waren bei bcllem Taaeslickte den Anwesenden sichtbar. Nachdem dasm m w seive Experiment mehrmals wredertzolt, wurden zwei Schiefertafeln zusammengeklappt, nachdem vorher nicht ein Grifet r.-.c c . -. ...is ... . sei, onoern orei, ein roiyer, ein weltzer und ein grüner, hineingelegt worden waren. Die Anwesenden mußten dier.rt- ri . rr r -r. r... ... ?eioe leuung wie sruyer elnneymen, aber diesmal hielt der Künstler die Tafein nicht unter den Tisch, sondern über dem Tisch in freier Luft. Allen sicktbar. Dasselbe unheimliche Geräusch ließ sich vernehmen, und als die Tafel auseinan dergenommen wurde, stand in rothen, grünen und Weißen Schriftzügen auf der r r r r. v r ... einen .iaia nn innipmc, oer roryer von einem der Anwesenden ebne Kenntniß des Zauberkünstlers aufgeschrieben .1. . Ts Ol . . ivorven war. er ewels war von Herrn Schradieck vor Zeugen in vollgiltiger Weise geführt worden, daß er das Slade'sche Geisterwunder, mit welchem dieser Herr seit Jahren ein Vermögen erworden hat, auf ganz natürliche Weise nachmachen könne. Herr Schradieck hat dem Berichterstatter des ..amburaer Fremdenblatt" seine Manipulation in ir ,.ir.. . ..n-1 -r. t. oer Paupliacye ernarr. , eicyr i oas Kunststück nicht und erfordert eine lange Uebung in derHandgeschicklichkeit, welche wohl wenigen Taschenspielern gegeben ist. wesbalb auck das Kunststück viele Jahre hindurch für eine Geister-Offenba rung geyaiten wurde. Das Wasser muft in Ver sien ost meilenweit von den Gebiras r - r j ."P rroaazen n uiurnroiicren canaien na 9 Städten und Dörfern geleitet werden und ist dort ein sehr kostbarer Artikel, ... ' rn r.rr- ai.....rx cj?rj. .:üC..:r. lUK 4)iutvi jiuyu; -pum'u muu,uu. Daher speist man die öffentlichen Bäder in Teheran, der Hauptstadt Persiens, trotzdem sie täglich zahlreich besucht werden, nur alle zwei Wochen mit frischem Wasser. Dem Europäer ist nicht allein der Besuch der Moscheen, sondern auch der der Badeanstalten mit ihrer zweiselr . rs- rrr r, r c yailen zVilliugieil uung unieiiagi, ca er I bei den Versern als ..unrein" vervönt ist. Macht man dem gegenüber auf die Ber r . rr . . r. , : 1 v.a crr -er - r t r icyassenyeii ccs aiv uuincuam, p wird einem entaeanet : ..Wir find rein. und dem Reinen schadet auch unreines r 1 ji Waner nichts."