Indiana Tribüne, Volume 9, Number 220, Indianapolis, Marion County, 30 April 1886 — Page 3
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Aachbarskindcr.
Roman von B.V.Z ell. (Fortsesung.) Ja, es war tüchtig beletzt," trium phirte der alte Herr. w!eine Bemü hungen waren also nicht umsonst übrigens kann ich sie von jetzt ab sparen. Die ganze Badegesellschaft wird hinrennen, um das Schönheitswunder immer wieder anzustaunen und wie finden Sie die Dame, mein junger Freund ?" Ich weiß nicht, wen Sie meinen, Herr Justizrath " Richt, wen ich meine ? Sind Sie toll ? Kann ich von Jemand anders sprechen, als von dieser Frau Colonna ? Treiben Sie keine Posten mit mir altem Manne, mich düpiren Sie doch nicht. Sicher sind Sie ebenso enthusiasmirt wie alle die 'Andern. Weldingen war es unmöglich zu antWorten. Ra, sehen Sie jetzt haben Sie kein Wort heuchelnder Verstellung mehr. Ist ja auch nicht anders möglich wer kann diese Frau sehen, ohne sie zu bewundern. Und wenn Sie' nun noch gar wüßten, was ich weiß, lieber Weldingen Sie verehrten Frau Colonna.noch viel höher und zwar nicht um ihrer äußeren Schönheit willen." Und lvas wissen Sie?" fragte Ernst mit dumpfer Stimme. i.an, Ihnen will ich's sagen, obschon es Niemand sonst von mir erfahren soll. Sie sind kein Leichtfuß, wie die Anderen vielleicht können Sie bei Ihren vielen Verbindungen in der Residenz etwas für die Frau thun V Für sie thun ? Ist sie in so bedrängter Lage? Hat sie etwa Ihr Mitleid, Ihre Hilfe angerufen V Die Mitleid und Hilfe anrufen ich sage Ihnen, Meldingen, keine Königin kann stolzer sein ! Sie hat mir nur ihr Vertrauen geschenkt und darauf bin ich stolz. Wer aber die Geschichte dieses Engels kennt, hat von selber den Wunsch, zu helfen." Sie hat Ihnen ihre Geschichte ihre Vergangenheit erzählt ?" fragte Wcldingen stammelnd, mit stockenden Pulsen. Was geht mich ihre Vergangenheit an und zu erzählen ist da auch nicht viel. Man sieht ja daS Elend mit eigenen Augen." Ich hoffe, Sie spannen mich nicht mehr länger auf die Folter," brach eS jetzt leidenschaftlich von deS jungen Man nes Lippen. Vom Elend duser Frau Eolonna weih ich nichts und von ihrem Stolz habe ich noch weniaer bemerkt. Geht eine Frau von Charakter zur Bühne, ohne jede Spur eines Talentes, ohne den göttlichen Drang der berufenen Künstlerin ? Sie will nur ihre Schön heit zur Schau stellen, sich bewundern und diese Bewunderung noch bezahlen las ,'en !" Halten Sie ein," rief der Justizrath streng. Sie wissen nicht, was Sie sprechen, und dürften der Dame die schwach volle Beleidigung noch abKitten. Sie be tritt die Bühne mit Widerwillen, fast mit schauderndem Abscheu, und sie thut eS, um ihren todtkranken Gatten zu er nähren." Ah!" stöhnte Ernst anf. Dieser Direktor Eolonna ist wirklich ihr Gatte ist todtkrank V Ja, Sie voreiliger Mensch ! Schnell ist die Jugend fertig mit. dem Wort ich sagte Ihnen doch, daß Sie mich erst hören sollen, ehe Sie verdammen. Ueb rigenö will ich Lhnen auf Diskretion noch Weiteres anvertrauen. Der Direktor heißt nicht Eolonna es ist das nur ein angenommener Name. Sein wahrer ist Carlos Selden. Ach, ich sehe, auch Sie kennen den Namen vor wenig Jahren noch nannte man ibn in Nordoeutschland als den eines großen Künstlers mit Bewunderung, bis dies entsetzliche - Lkückenmarkleiden den Ar men todt machte kür die Welt. Wie viel Schuld er st i an seinem Unglück trägt, mag ich nu,t untersuchen mir scheint, er wird toll gelebt haben seine Frau freilich verräth keine Silbe davon." Da hatte Ernst endlich Klarheit sie war schrecklich, und doch hätte er dem Ju stizrath jubelnd um den Hals fallen mögen Melitta, sein Heiligenbild, war nicht entweiht, nur noch verklärt durch den Glorienschein deS Martyriums! Und mein Gott sie litt und er, der unter allen Verhältnissen ihr Freund zu bleiben versprochen, war nicht an ihrer Seite sie war im Elend und er half ihr nicht er kam sich plötzlich verabscheuungswürdig vor, nicht werth, auch nur an sie zu denken. Abreisen hatte er wollen, ohne mit einer Silbe zu fra gen, wie sich ihr Schicksal gestaltet, was sie bewogen, die Bühne zu betreten und sie, sie brauchte einen Freund, eine Stütze welch ein Glück, daß er ihr nah war, ihr die helfende Hand bieten konnte. Wo haben die Colonna'S Woh. nung genommen?" fragte er nun hastig den Rath, und dieser, seinen Jdeengang errathend sagte freundlich : Drüben in der Kolonie Sie wissen, man hat da billigere Logis, als hier in der Nähe des Strandes. Fragen Sie nur nach der Wittwe Berger, jedes Kind weist Sie dorthin.. Wir werden unS also dort manchmal begegnen, mein junger Freund ich wußte ja, daß Sie ein edles Herz Habens Nun aber wollen wir heim- Sie noch nicht? Nun, meinetwegen schwärmen Sie die halbe Nackt bei Mondenschein umher, ich bedarf zetzt der Ruhe. Gute . Nacht denn, Sie romantische, Schwärmer!"' ' Die Herren trennten sich. Ernst blieb noch bis Mitternacht am rauschen den Meer, er hatte so viel zu denken, zu sinnen, zu überlegen. Dann suchte auch er endlich die Wohnung und sein Lager auf. . . . - ,. " 23. s,Hier, lieber Herr, ist das Hauö der Wittwe Berger, bei der der Theater direktor wohnt," sagte der kleine, barsü ßige Führer, der Ernst Weldingen am nächsten Vormittag in der Kolonie zu rechtgewiesen. Gehen Sie nur durch den kleinen Garten geradezu ins HauS
gletcy tm orderztmmer woynen tic Fremden." Ernst griff in die Tasche, um dem Kleinen seinen Führerlohn zu verabfolgen, und ging dann pochenden Herzens durch den kleinen, einfach angelegten Blumengarten dem Hause zu. Er zwang sich, gar nicht daran zu denken, daß er in der nächsten Sekunde Melitta gegenüberste hen könne, sondern ging wie ein V!ensch, dem ein eisernes Muß als Triebfeder seines Thuns vorschwebt,wie ein Schwerkranker, der einer schmerzhaften und doch unaufschiebbaren Operation entgegengeht. Als er in den großen, niedrigen Flur des Hauses trat, fand er die Thür gleich zum ersten Zimmer vorn weit offen. Da ihm Niemand entgegentrat und er, um an der zurückgeschlagenen Thür zu klopfen, in das Zimmer hätte treten müs sen, blieb er zögernd im Flur draußen ste hen. Wer kommt ?" fragte jetzt drinnen eine matte Stimme. Sind Sie's, Ohlau, hat denn die Probe noch nicht begow
nen x ES ist ein Fremder," entgegnete Ernst mit vibrirendem Ton. Der Gedanke, im nächsten Moment Carlos Selden, dem Entführer Melitta's, gegenübertreten zu sollen denn nur ihm konnte die Stimme des Fragers angehören , versetzte ihm fast den Athem. Zu wem wünschen Sie?" wurde jetzt drinnen wieder gefragt. Wahrscheinlich ist von der ganzen Familie Berger, welche doch die Bedienung übernom men, wieder einmal Niemand zu sehen, und ich allein im Haus." Ich möchte Frau Colonna spre chen." Meine Frau ist in der Probe. Vieb leicht kann ich Ihnen Auskunft geben bitte, treten Sie ein." . Weldingen stand eine Sekunde später Carlos Seiden gegenüber vielmehr der Ruine des glänzenden, schönen Mannes, den man einst unter diesem Name bewundert. Im Lehnstuhl gebettet, trotz des heißen Augusttages mit wollenen Decken sorgsam umhüllt, ruhte da ein gelähmter Man mit eingefallenen gelbbleichen Gesicht und erloschenen Augen. Nur die dichte Fülle dunkelglänzenden Lockenhaares war von der ganzen Schönheit früherer Tage geblieben. Der Kranke richtete die tiefliegenden Augen mit forschendem Blick auf den Eingetretenen. Ein spöttisches Lächeln zuckte um die bleichen Lippen Wahrscheinlich eine Eroberung, die Melitta gestern Abend gemacht," mochte er denken. Sie wünschen ?" fragte er dann kurz, ohne den Fremden zum Sitzen aufzufor dern. Ernst hatte die erste mächtige Erregung niedergekäuipft. Ein tiefeö Mitleid mit dem gebrochenen Manne erfüllte jetzt fein ganzes weiches Herz und verrieth sich auch in seiner Stimme, als er leise sagte: Ich bin ein Jugendfreund Ihrer Gattin und möchte, da der Zufall uns hier zusammengeführt, die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, mich nach ihrem Ergehen zu erkundigen. Ob Ihnen mein Name t genannt, weiß ich nicht ich bin Ernst Weldingen." Der Kranke hatte bei den ersten Wor ten deS Sprechers msammengezuckt und einen feindseligen Blick auf ihn geworfen. Al& er jedoch den Namen Weldingen hörte, änderte sich sein Gesichtsausdruck sosott. Er hob die müde Hand, um sie Ernst hinzustrecken. Ah wie mich daS freut ! Seien Sie willkommen, mein Herr ! Ob mir Ihr Nne fremd, mögen Sie aus dieser Be grüßung selber schließen was nur Mc mta sagen wird l" '. Ernst legte ohne Widerstreben seine Hand in die deS kranken Mannes. Wo das Schicksal selber gestraft hat, bleibt kein Groll bestehen im Herren eines edlen Menschen, selbst wenn er semem Todfeind gegenübersteht. Dann zog er auf einen Wink Selden'S einen Stuhl herbei und ließ sich darauf nieder. Wie haben Sie uns entdeckt unter dem fremden Namen?" fragte der Andere wieder. Sie sahen Nielitta gestern auf der Bühne, nicht ?" Ernst nickte stumm. Daß Sie gekommen, fuhr Selden fort, kennzeichnet mir am besten Ihre Gesinnung gegen uns. Nach Allem, was mir meine Frau von Ihnen erzählte, habe ich auch gar keine andere' Handlungsweise von Ihnen erwartet, und oft schon habe ich Melitta gerathen, sich an Sie zu wenden, wenn ihr das Herz bang und schwer war, weil sie jeder Nachricht von den Ihren entbehrte. Doch ver mochte sie sich nie dazu zuentschließen. Es ist bei ihr ux fixen Idee geworden, nur dann von ihrem Leben Kunde nach S. gelangen zu laffen, wenn sie von Glück und Glanz iu berichten hat anders will sie für ihre Angehörigen lieber todt gelten. Nun hat meine langandauernde Krankheit leider diese Glücködepesche" er sagte es mit häßlichem, cynischem Lächeln bedeutend verzögert. Melitta wirklich gedulden müffen ich kann ihr nicht helfen." Sie sind schon lange leidend ?" fragte Ernst, nur um Etwas zu sagen. Er hätte Selden stundenlang sprechen lassen mö gen, nur um aus diesem Gespräch den Character des Mannes einigerniaßen kennen zu lernen, für den Melitta Alles geopfert, für den sie jetzt sich selbst hin gab, indem sie durch eine ihr verhaßte Thätigkeit das tägliche Brot für ihn er warb. Endlos lange !" .inte Selden auf. Es kam so plötzlich erst ein Blutsturz auf offener Bühne, dann eine Lähmung. DaS Leben eines Künstlers ist so ausre gend, 'o anstrengend. DeS TageS Stu diurn und Proben, des Abends die Auf regung des Spiels, daS jeden echten Künstler ein Stück seines Selbst, seines Lebens kostet und auch Erfolge, Hul digungen, Beifallsstürme bezahlt man theuer durch die leidenschaftliche Span nung und Erregung, in der sie uns ver fetzen. Nachdem man nun aber TagS und Abends nur Künstler war, fühlt man auch das unbezähmbare Verlangen, einmal Mensch in sein, das Leben zu ge nießen. Dazu bleibt dann blos die Nacht übrig Melitta freilich konnt das nie begreifen. Sie hat eben kein Künstler blut in sich." .Und doch baden Sie ihr die Küyst
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lerlausbahn gestattet, sie vielleicht gar hineingedrängt," schaltete Ernst ein, un. fähig, den Ton des Vorwurfs ganz aus seiner Stimme zu bannen. Der Andere zuckte die Achseln. Was wollen Sie? Die Nothwendig, keit gebot es. Da ich kein Engagement annehmen kann, sind im Moment meine Fähigkeiten nur noch zu verwerthen, indem ich ein Theaterunternehmen von diesem Lehnstuhl aus leite. Wir müffen doch leben." Aber Melitta besitzt ja gar kein Ta lent." Leider!" Sie könnte uns sonst Goldquellen erschließen." Wär's also nicht besser, Sie engagirten eine erste Liebhaberin? Ernst sagte es sehr schüchtern. Er be fand sich da auf einem Gebiet, das ihm völlig fremd war. Selden lächelte tischSie scheinen wenig orientirt über vlc Einnahm? einer Wandertruppe, bester Herr. Wir können keine gute Liebhabe rin bezahlen, und eine mittelmäßige er setzt Melitta durch ihre äußere Erschei nung allein zehnfach. Ich wiederhole es hätte sie nur eine Spur Talent oder Neigung für die Bühne, hätte mein über reich verschwenderischer Unterricht die geringsten Früchte getragen, wäre ihr ein glänzendes Engagement an unserer Hofbühne sicher. Denn das werden Sie zugeben sie hat sich äußerlich prachtvoll entwickelt, ist viel schöner, als da ich sie kennen lernte." Er sagte es halb triumphirend, halb fragend, Ernst empsing den unangenehmen Eindruck davon, als zergliedere ein Maler die Schönheit seines Modells, preise ein Kunstliebhaber den Werth einer besonders günstigen Enverbung. Von Ntelitta's Liebe und Opfermuth sprach Selden kein Wort, ebenso hatte er keine Frage nach dem Ergehen ihrer Angehörigen. Vielleicht wußte man nicht einmal um des alten Obersten Tod. Und was veranlaßte Sie, hierher nach S. zu kommen ?" fragte Weldingen jetzt, jede Bestätigu'.'.g von Melitta's Schönheitsentwicklung vermeidend. Mir scheint, der Ort war für ein Theaterunternehmen wenig glücklich gewählt. Die Insulaner haben leinen Sinn für Kunst genüffe und die Badegäste und Touristen suchen in der Sommerfrische und im Bade gerade Erholung von derartigen Veranügungen." Und doch war der Kursaal gestern überfüllt", lächelte Selben überlegen, wird es heut und während der folgenden Vorstellungen noch viel mehr sein. Uebrigens kamen wir nicht aus freier Wahl hierher. Der Arzt wünschte einen Nordseeausenthalt für mich und ich selbst erhoffte das Beste von einem solchen fühle ich mich doch schon jetzt, nach den wenigen Tagen bedeutend wohler und kräftiger. Vielleicht kann ich zum Win ter schon wieder Engagement annehmen, und wenn ich erst wieder auf den Breitern bin, soll es schnell bergaus gehen und Melitta's Glückstraum sich bald crfüllen." Ernst wandte sich ab. Es war ihm schmerzlich, den siechen Mann, den des Todes Finger schon gezeichnet, von bal diger Genesung, von Glück und Nuhm sprechen zu hören. Stören natürlich mochte er den goldenen Traum deS Ar men um die Welt nicht. Wann kehrt Melitta zurück werde ich sie jetzt erwarten können, oder soll ich am Nachmittag wieder vorsprechen?" fragte er daher, auf ein anderes Thema überspringend. Sie muß bald kommen. Freilich zie bett, sich die Proben auch manchmal ungewöhnlich lange hin, da wir keine geschulte Truppe haben und unser Ensemble erst mühsam schaffen müssen." So kann ich vielleicht inzwischen noch einen Punkt erledigen, den ich in Me litta's Anwesenheit nicht gern berühren möchte. Wir Männer werden uns darin besser verstehen. Sie wissen, Herr Sel den, daß ich ein alter Freund Ihrer Gattin bin und ihr einst so nahe stand wie wie ein Bruder. Sie werden mir da her eine unberufene, aber gutgemeinte Einmischung in Ihre Angelegenheiten verzeihen. ' Ich habe aus Ihrem eigenen Akunde vernommen, daß Ihre pekuniäre Lage nicht die beste und es kann ja auch nicht anders sein, nachdem Sie so lange krank und erwerbsunsähig waren. Kann ich Ihnen irgendwie nützlich sein ? Bitte, verfügen Sie über mich und die geringen Mittel, welche mir zu Gebote stehen. Nicht wahr, Sie zürnen mir nicht sondern machen mir die Freude, mein Anerbieten anzunehmen? VorAl lem aber fordere ich Ihr festes Versprechen, daß Melitta nichts davon erfährt." Er hielt Selben die Hand hin, dieser schlua ein. Sie sind ein edler Mensch, ein echter sireund, Herr Weldingen wahrlich, so rnd nicht anders habe ich Sie mir auch Melitta's Schilderung nach gedacht. Und die gut Sie meine Frau kennen nein, nein, sie darf nichts davon wissen. Könn te doch überhaupt Manches besser sein, wenn Melitta anders wäre sie hat sich in das Künstlerleben nie hineinsinden können. Ebenso wie sie mir jeden Genuß des Daseins mißgönnte, nie begreifen konnte, daß ein Künstler der vielseitigsten Anregung bedarf, um sich auf der Höhe seiner Kunst zu er halten, die Gebilde unserer großen Meister immer wieder vom eigenen, in nersten Herzblut durchströmt, darzustellen, ebensowenig, sage ich, konnte sie selbst " Sie klagen Ihre Frau an?" fragte Ernst streng. Bewahre, ich klage sie nicht an, beklage nur ihre einseitige Auffaffung ge wiffer Dinge und ferner mich selbst, der ich darunter zu leiden hatte. Eine Künstlergattin darf keine Eifersucht kennen ; sie muß einsehen, daß ihr Mann Vielen gehört, daß er seine enthusiasti schen Verehrerinnen nicht zurückstoßen darf, ja, daß er kleine, harmlose Aben teuer mit schönen Frauen, daß er unschuldige Extravaganzen zu seiner Anregung braucht." Und Melitta wollte das nicht ein sehen mochte Ihnen dergleichen harmlose" Zerstreuungen nicht gestat ten ?" sagte Ernst tonlos, mit schwerer Stimme. 3!ein," gab der Andere eifrig zurück, den sonderbaren Ton der Frage völlig überhörend. In den erloschenen Au aen beaann vlödlick) ein unstätesÄeuer
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zu flackern, aus den dierchen Wangen erschienen zwei zirkelrunde rothe Flekken der Künstler, der eitle, sclbstgefällige Mann gedachte der einstigen Triumphe. Sie haben eS ja arg mit mir getrieben, die Frauen," fuhr er hastig fort. Aber was konnte ich dafür Melitta hätte stolz darauf sein können. Aber sie war es nicht sie war es nur auf sich selbst." Melitta eingebildet? Niemals!" Doch, das heißt, mehr unnahbar aber das ist ja dasselbe. Mit meinen Kollegen mochte sie nicht verkehren, auf die Kolleginnen war sie eifersüchtig man nannte sie in unseren Kreisen nur die Fürstin. Sie hat manchen reichen Verehrer, der ihr um Nichts, für einen freundlichen Blick ein Vermögen zu Füßen gelegt hätte, durch ihren unerträglichen Hochmuth in die Flucht ge-jagt-" Ernst war todtenbleich geworden, er sprang auf. Genug, mein Herr, genug oder ich werde wahnsinnig. In welch einen Abgründ lassen Sie mich da blicken welch ein Leben mag Melitta geführt haben ! Akein Gott, so war sie Ihnen bei dieser genialen Auffassung der Ehe wohl auch nur eine vorttberzchende Anregung", deren der Künstler bedürfte so war sie wohl nur gepflückt, um im Kranze Ihrer Eroberungen, deren Duft Sie noch heut berauscht,als schönste Alume zu prangen ? Und sie, wie vertrauensselig. wie vollgläub'-gen Kindessinns gab sie Ihnen das köstliche Gut 'ihrer Liebe, gab sich Ihnen selbst mit all ihrer Schönheit, allen Schätzen ihrer reinen Seele und Sie, Sie haben sie Unglücklich gemacht !" Ganz erstaunt hatte Selden diesen leidenschaftlichen Schmerzensausbruch Weldingen's mit angehört. Jetzt, als dieser schivieg, sagte er mit cynischem Lächeln : Auch hier also dieselbe philiströse Auffassung das darf mich bei Melitta's Freund freilich kaum wundern ! Ob ich meine Frau unglücklich gemacht fragen Sie sie doch selbst ! Ich denke, wer einen Carlos Selden in seiner Glanzepoche sein eigen nannte und deshalb von Tausenden beneidet ward, der kann nie ganz unglücklich werden, auch wenn einmal schwere Zeiten kommen oder wenn es Dissonanzen in der Ehe giebt, die auch in Nichtkünstlerkreisen niemals fehlen. Uebrigens, Herr Weldingen wir werden ja noch oft darüber sprechen. Ich fühle mich Plötzlich sehr matt und Melitta kommt nicht. Vielleicht sprechen Sie doch lieber am Nachmit tag vor. Sie werden einem Kranken verzeihen, wenn cr die Gesetze der Höf-lichkeit-" . Ich gehe schon, mein Herr!" rief Ernst mit erstickte? Stimme, froh, in dieser wilden Aufregung aller Gefühle nicht Melitta begegnen zu müssen. Wir haben nur das Eine noch zu erledigen ich möchte eine kleine Summe zu Ihrer Pfleße ein so großer Künstler muß sich a der Menschheit zu erhalten suchen" dabei wühlte er in seiner Brieftasche um her und legte Alles, was er an Kassenscheinen darin fand er hatte seine ganze Neisekasse zu sich gesteckt auf Selden'S Decke nieder. Nehinen Sie dies vorläusig ich verfüge im Moment nicht übe? mehr." Der Kranke griff hastig ncch den Scheinen und verbarg sie in seiner Brusttasche, dabei mit einigen kurzen Worten Dank murmelnd. Der hochmüthige Künstler schien eher zu geben als zu neh men, indem er die reiche Spende gnädig hinnahm. Ernst hörte den Dank auch gar nicht ; er hatte schon seinen Hut ergriffen und wollte eben das Zimmer verlassen, als sein hastender Fuß plötzlich fest wurzelte Und er wie gebannt stehen blieb. (Fortittzung folgt.) iiJVlrt 44U0iUtlCC. -Italienische Zeitungen berichteten vor etwa vier Monaten von einer unerhörten Lcene, die im Thealer zu Monterubiano staltgesunden hatte. Ein gewisser Marmilli, den dortigen besseren Kreisen angehörig, war wäh rend der Vorstellung von Scribe's Frauenkampf" plötzlich in die Loge des Bürgermeisters, in welcher dieser in Ge sellschaft des Signor Di Scio, des Schwagers Marmilli's, saß, getreten, hatte mit den ruhig gesprochenen Wor ten: Guten Abend, meine Herren!" einen dicken Rohrstock hervorgezogen und mit diesem auf seinen Schwager mit voller Wucht losgeschlagen. Nachdem man dem Di Scio von allen Seiten zu Hilfe geeilt war und den Attentäter un schädlich gemacht hatte, - konnte die bei der Aufregung im Publikum unterbro chene Vorstellung ihren weiteren Verlauf nehmen, und Marmilli war später zu einer empfindlichen Geldstrafe verurtheilt worden. Mehrere Monate sind seitdem vergangen, wieder spielt eine Gesellschaft in dem Theater zu Monte rubiano und wieder sitzt Di Scio in ei ner Loge des ersten Jtanges, und diesmal ist es die Camelien Dame", der daS ganze Haus mit gespannter Aufmerksamkeit zusieht, als plötzlich Mar milli sich mitten in einer Parquetreihe erhebt und einen Revolver hervorziehend mit den Worten : Da, du Schuft!" ihn auf seinen. Schwager abfeuert. In den linken Arm getroffen,' sank dieser blutüberströmt zusammen und befindet sich gegenwärtig noch in großer Lebensae fahr. Schwere Familienconflicte follen es sein, die den Marmilli zu so grimmi ger und blutiger Verfolgung seines Schwagers treiben, aber merwürdiger Weise wählt er sich gerade immer das Theater zum Schauplatz seiner Rache. Doch dürfte er diesmal, nachdem er ge fänglich eingezogen ist, nicht wieder so leichten Kaufes davonkomVWie man der P. C." aus Lemberg schreibt, sind im Monate März 40 Familien mit 117 Personen, welche dem russischenStaatsverbande angehören, und 18 österreichischpolnische Familien in Folge Ausweisung aus Preußen in Galizien eingetroffen. Die. Gesammt zahl der seit dem Herbste 1835 bis Ende März d. I. aus Preußen nach Galizien ausgewanderten Polen beträgt 472 Fa mitten mit 1412 dem russischen Staatsverbände angehörenden Personen . und 163 österreichisch - polnische Familien. Bis auf einige wenige Personen fanden Uusaewiescne in Galizien Unterkunft..
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