Indiana Tribüne, Volume 9, Number 208, Indianapolis, Marion County, 18 April 1886 — Page 7
Aie Spiritiüen. Einsam und traurig saß ich auf einer Bank im Berliner Thiergarten. Mein Auge schweifte dahin über die weite Fläche des Neuen Sees, auf welchem einige gichtfeste, vergnügungsbedürftige Seelen in gemietheten Gondeln sich umhertummelten, denn es war bereits die Zeit, in welcher die Störche ihre Maßnahmen in Bezug auf ihre Reise nach Afrika zu treffen Pflegen. Mechanisch ftarrte ich auf eine Karte, die ich in der Hand hielt, auf welche? nichts weiter stanq. wie die inhaltsschweren Worte : Elise Vaumann. Ja, es war ihre Visitenkarte, die sie mir bei dem letzten Rendezvous halb im Scherz mit holdem Lächeln in die Hand gedrückt, nachdem ich den heißen Schwur gethan, ihrer nie und nimmer zu vergessen. Nach Art verliebter Seelen ich glaube, so ziemlich jeder meiner geehrten Leser kennt dieses Stadium hatten wir gar nicht an die Möglichkeit gedacht, daß ein tückischer Zufall uns die Gelegenheit rauben könnte, uns je wieder zu sehen. Wir, die wir so ganz im seligen Genuß der Gegenwart lebten, halten ein neues Rendezvous erst dann immer verabredet, wenn das gegenwärtige seinen Abschluß gefunden hatte, fo wollten wir uns gestern Abend an der Normaluhr des Potsdamer Platzes ein famoser Platz zum Warten für Verliebte treffen, aber ein Hollen artiger Wolkenbruch, der die Nothauslasse der Canalisation zur energischsten Thätigkeit zwang, hatte mich und meinen neuen Sommerüberzieher vollständig verhindert, zur festgesetzten Zeit am bewußten Orte zu erscheinen. Da saß ich nun da mit meinen Kenntnissen, wie der Berliner zu sagen pflegt. Wie ich sie gefunden hatte ? Je nun, in einer Großstadt kann man jeden Menschen, mit welchem man in gesellschaftlichen Verkehr tritt, nicht ohne Wei teres auf seinen Stand, seine Verhält nifse k. prüfen. Man sieht sich, man findet sich, man gefällt einander, aber die Vorsicht gebietet, nicht eher aus der Reserve herauszutreten, ehe man sich nicht völlig vergewissert hat, mit wem man es zu thun habe. So war es mir auch gegangen. Wir hatten uns öfters geseYen, sie hatte mir gefallen, mehr gefallen, als je eine junge Dame sich hätte ruhmen können, mir gefallen zu haben ; als nun eines Tages ein flüchtiges Erröthen, welches ihr liebliches Gesichtchen noch reizender erscheinen ließ, mir andeutete, daß auch ich ihrem Herzen nicht gleichgiltig war, da hatte ich mit kühnem Entschluß um die Erlaubniß gebeten, sie begleiten zu dürfen. Nach anfänglichem Sträuben wurde es mir gestattet, wir
plauderten so nett rntt einander und hatUn soviel zu erzählen, daß die persönlichen Verhältnisse von uns Beiden möglichst wenig berührt wurden, so wußte ich nichts weiter von ihr, als daß sie sich und ihre alte Mutter durch Clavierunterricht mühsam ernährte und für Spiritismus schwärmte. Erschrecke nicht, lieber Leser. Glaube mir, es giebt eine außerordentliche Anzahl leidlich gebildeter Menschen, welche auf die Lehren des Spiritismus schwören und von nichts fester überzeugt sind, als von dem Vorhandensein gewisser überirdischer Existenzen, deren geisterhafte Thätigkeiten sich nach dem Tode noch in allerhand bürgerlichen Verrichtungen selbst im Leierkastendrehen, Huteintreiben zc. kundgiebt. Es ist eine unleug bare Thatsache, daß die Sucht und das Interesse, große, überirdische Fragen, die schließlich jedes Menschenherz bewegen, auf diesem mehr wie eigenthümlichen Wege zu lösen, viele Menschen zu enra girten und überzeugten Spiritisten ge macht hat, so auch meine angebetete Elise Baumann. Doch 'was hals Alles, das machte mir die traurige Erkenntniß, nichts weileres von ihren Verhältnissen zu. wissen, den Verlust nur noch schmerzlicher. Von meinen persönlichen Verhältnissen wußte ich ja freilich mehr. Ich wußte, daß ich als wohlbestellter ständiger Hilfsarbeiter im städtischen Bureau Wohl im Stande sei, eine Frau mit nicht allzugroßen An sprächen leidlich zu ernähren, namentlich wenn dieselbe, wie hier im vorliegenden Falle, durch ihr musikalisches Talent zur Unterhaltung der Familie (verzeihe diese Hypothese, lieber Leser) mit beitragen konnte natürlich als Cla Vierlehrerin nur außer dem Hause, das ivar selbstverständlich. ' So saß ich also da, in tiefem Nachdenken versunken und verwünschte meine Dummheit, die mich zum Unglücklichsten aller Sterblichen gemacht hatte, als plötz lich eine laute Stimme mir zurief: Mein Herr, Sie haben einen Heiligenschein!" Trotz meiner gedrückten Stimmung überflog bei dieser sonderbaren Anrede mein Antlitz ein Lächeln. Ich erblickte dicht vor mir einen ältlichen Herrn,welcher mich mit prüfendem Blicke anstarrte und, als er mein ungläubiges Lächeln wahrnahm, wehmüthig in die Worte ausbrach: Sehen Sie, junger Mann, vorhin ent- - strömte ein elektrisches Fluidum Ihrem Kopfe, ich habe es deutlich gesehen, aber jetzt, wo das Lächeln des Unglaubens auf Ihrem Gesichte durch böse Geister erweckt wird, haben Sie den Heiligenschein verleren. Mein Name ist Arthur Schröder, erwiderte ich höflich, bisher habe ich mich um die Menschheit meines Wissens nach noch nicht so verdient gemacht, daß ich einer solchen Auszeichnung würdig . Ware" frelllch verschwlea lch bescheiden. daß meine statistische Zusammenstellung Über die rm zahre 1884 voraekomme nen Processe von Verwandten absteigen 'cer Linie dritten Grades" in ihrer Klarheit und Gediegenheit selbst das Staunen memer Vorgesetzten erregt yatte. ..Mein lieber junger Mann," redete mich der Alte zutraulich an, indem er sich zu mir auf die Bank setzte, Shake sveare sagt, es giebt Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt", alauben Sie mir, es giebt Menschen, deren absonderliche Fähigkeit, Dinge der Außenweltd. h. des Reichs der Geister wayrzuneymen, tonen vnen aus vem Gesicht geschrieben steht. Ein solcher sind Sie, zu Ihrer weiteren Belehrung
wollen Sie vielleicht dieses Schristchen lesen." Damit drückte er mir eine Brochüre in die Hand, welche von einem zum Spiriristenheiligen avancirten amerikanischen Schuster versaßt war, welcher mit Hilfe eines guten Geistes eine neue Wasserdichte Stieselschmiere erfunden hatte und jetzt die neue Welt das Eldorado der Spiritisten mit seinen Wunderthaten in Staunen setzte. Ich dankte verbindlich und wollte mich entfernen, als mir urplötzlich einsiel,daß meine heißgeliebte Elise ja auch eine j Anhängerin dieser Lehre war ; halt, dachte ich, vielleicht kannst du auf diese Weise wieder deine Angebetete sehen. Entschuldigen Sie," sagte ich zu dem alten Herrn, haben Sie vielleicht in Jhrer Spiritistenzemeinde auch eine doch halt, warum sollte ich den Namen verrathen eine Clavierlehrerin ?" 0 gewiß," rief der alte Herr triumphirend, sogar ein reizendes Wesen, welches uns alle durch die Lieblichkeit ibres elektrischen Fluidums bezaubert. 'Noch heute können Sie dieselbe sehen, es ist große Seance beim Geh. Commerzienrath N., kommen Sie, um ein halb sieben beginnt es." Der alte Mann mußte mir angesehen haben, wie sehr mir darum zu thun war, die reizende Clavierlehrerin unter den Spiritisten kennen zu lernen, denn er zog mich derartig heftig mit sich fort, daß ich nolens volens in Rücksicht auf meinen neuen Sommcrüberzieher gezwungen war, seiner mehr a's freundlichen Ein ladung Folge zu leisten. So wanderten wir durch die schattigen Alleen des Thiergartens dem Westen Berlins zu, der Alte in fortwährendem Gespräch über die neuesten ErruTigenschaften des Spiritismus begriffen. In einer der eleganten Straßen in der Nähe des Lützowplatzes vor einer Prachtvollen Villa machten wir Halt.' Der Alte klingelte, ein Diener erschien sofort. Welcher uns schweigend begrüßte und ohne nach Name und Art zu fragen, uns in ein matt erleuchtetes Zimmer führte, in welchem ungefähr zwanzig Personen Herren und Damen anwesend sein mochten. Der Alte ging auf dem am oberen Ende eines mit weißer Decke be legten Tisches sitzenden Wirth des Hau seö zu, sprach einige leise Worte zu ihm, darauf kam er wieder zu mir und forderte mich auf, Platz zu nehmen, die übrige Gesellschaft that desgleichen. Ich saß zwischen zwei Damen, von welchen ich bei der herrschenden matten Beleuchtung leider nicht erkennen konnte, ob dieselben wirklich zum schöneren Geschlechte gehörten. Es blieb mir auch zum Beobachten gar keine lange Zeit, denn der Alte am Ende des Tisches er-
hob sich und begann mit sonorer Stimme also : Meine Damen und Herren, wir sind heute hier versammelt, den Geist unseres vor einem Jahr verstorbenen Freundes, des Geheimen Oberrechnungsrathes M... zu citiren. Soll uns dieses herrliche Unternehmen gelingen, so mache lch vor allem daraus aufmerksam, daß unbedmg ter Glaube an die Lehren des Spiritismus erforderlich ist. Das Vorhandensein auch nur emes einzigen Unglaublgen unter uns wurde den Geist sicher am Erscheinen verhindern. Darum noch einmal, unbedingter Glaube. Vor allem aber fordere ich die Anwesenden auf, die elektrische Kette zu schließen." Wir legten unsere Hände Mit den Flächen auf den Tisch und zwar so, daß sich die Fingerspitzen je zweier benachbarten Hände berührten. Mochte es nun Einbildung sein oder nicht, genug, es kam jene räthselhafte. Stimmung über mich, in welcher der Verstand die Herrschaft mehr und mehr einbüßt und unklare Empsindungen an seine Stelle treten. Jetzt begann einer von den Anwesenden welcher zur rechten Seite des Haus Herrn saß das Schreibmedium, denn ein solches war er, auf die Fragen, wel che ihm vom Hausherrn gestellt wurden, mit hieroglhphischen Buchstaben, die er aus einer Tasel niederschrieb, zu antworten, nachdem der Geist seme Bereitwllliakeit, zu erscheinen, durch dreimaliges Klopfen an den Tisch kundgegeben hatte. Gott sei Dank, ich war also kern Ungläubiger! So erfuhren wir denn gar allerhand wunderliche Einzelheiten aus dem Mim de des verstorbenen Nechnungsrathes über die Verhältniffe im Reiche der Geister, der alte Herr klagte besonders über die theuren Fleischpreise und theilte uns mit, daß er seinem Dienstmädchen zum nächsten Ersten gekündigt habe. ' Man kann sich denken, daß ich besothanen Antworten das Lachen nuri schwer verbeißen konnte, aber der eiserne Ernst, mit welchem die andächtige Gemeinde den Ausführungen des sicher tief in Dalles steckenden Geistes lauschte,' frappirte mich derart, daß auch ich still blieb, um so mehr, als der Alte mir mitgetbeilt hatte, daß nach Anrufung dieses Geistes der Geist meiner Clavier lehrerin, die leider nicht anwesend sei, citirt werden würde. Ich könnte dann ganz genau erfahren, wo sie wohne, ob sie mich liebe und dergleichen ' mehr. Mittlerweile schien der angerufene Geist keine Lust mehr zu haben, sich wie ein aufgegriffener Vagabund ausfragen zu lassen, er verweigerte entschieden jede weitere Auskunft, klopfte zum Abschied wieder dreimal an den Tisch und ent schwand. Jetzt kam mein Begleiter von vorhin wieder auf mich zu, faßte mich bei der Hand, raunte mir zu, daß ich allen Aufforderungen unbedingt Folge leisten müßte, hieß mich alsdann auf ein an der einen Seite des Zimmers befindliches Podium treten und mich auf einen daselbst befindlichen Stuhl niedersetzen. Man kann sich denken, daß ich nicht wenig vor Aufregung zitterte, als mir jetzt die Augen verbunden wurden und der erjitzenve ver ememve mirerltarte, in fünf Minuten würde der Geist meiner Angebeteten erscheinen. Ich sab wie auf Kohlen. Entweder erschien der Geist meiner yolden Schönen wirklich und dann war die Sache sehr sau:. Erstens störte ich sie vielleicht mitten in einer Elavierttunde, die sie mög licherweife eine halbe Meile von hier entfernt gab und dann konnte der ör per doch unmöglich weiter unterrichten
die Leute würden sich das nicht gefallen lassen und ihr jedenfalls kündigen ; vielleicht war sie auch gerade im Theater, in der Pferdebahn oder fönst da, wo die AbWesenheit des Geistes immer von unangenehmen Folgen begleitet zu sein pflegt. 5?urz. mir wurde angst und bange. Harn der Geist aber nicht, so war ich der Geleimte und konnte vergeblich auf meine Holde warten. Doch halt! da ertönt dreimaliges Klopfen, aberdiesmal zart, das man gleich merkte, es kam nicht von einem alten Rech nungsrath. Der Alte hatte mir vorhin vorgeschrieben, ruhig und ausführlich meine Fragen zu stellen, ich begann also : Wer ist da?" . Ich," war die Antwort. Bist Du es ?" fragte ich weiter. NB. Im Reich der Geister herrscht absoluter Duzcomment. Ja," tönte es wieder.
Was bist Du?" Clavierlehrerin." Wie heißt Du?" Kurzes Schweigen. ' Da klang es laut und deutlich : Elise Vaumann." Ich war baff. Bisher hatte ich noch Niemand aus der Gesellschaft den Namen genannt. Freilich hatte ich vergessen, daß ihre Visitenkarte in meinem Ueberzieher, der auf dem Corridor hing, steckte. Werden wir uns wiedersehen?" fragte ich, völlig überzeugt von dem Vorhandensein meiner Geliebten. Ja !" Wann?" In acht Tagen." Lange Zeit, dachte ich bei mir. Doch halt, es gilt alles, also heraus mit der Frage : Liebst Du mich V . . Ja, sehr, theurer Arthur," tönte es laut und vernehmlich. Da kam es über mich mit Allgewalt, ich konnte und wollte nicht länger stillsitzen, wo meine Heißgeliebte zwei Schritte vor mir stand. Nein, länger halt die Menschheit es nicht aus," rief ich mit dem Ritter Hüon aus riß die Binde von meinen Augen und stürzte auf ein Wesen zu, das bei Wie heißt Du?" wiederholte ich. meinem Beginnen entsetzt aufsprang. Fürchterlicher Tumult entstand. Alles stürzte auf mich zu, ein Diener kam mit einer Lampe in das Zimmer geeilt und ich Unzlückswurm erkannte, daß ich eine alte, reichlich vierzigjährige Schachtel in meinen Armen hielt. Wie von Furien gepeinigt, enteilte ich, unter Zurücklassung meines Hutes der mir drohenden Lynchjustiz, indeß die erschreckten Spiritisten mir Flüche nachdonnerten, die sie sicher nicht durch den Verkehr mit Geistern kennen gelernt hatten. In meinem Zimmer angekommen, sank ich erschöpft auf mein Sopha. Mit den Spiritisten war es also nichts. Mein neuer Hut war futsch, meine Geliebte für immer verloren, ich selbst in einer Stimmung, für welche der Ausdruck moralischer Katzenjammer" noch lange nicht ausreichend ist. Was sollte ich anfangen, meine Heiß geliebte wiederzusehen? Sollte ich von früh bis spät in den Straßen Berlins herumlaufen, um sie schließlich doch nicht zu sinden? Doch da siel mir eine aus gezeichnete Idee ein. Spornstreichs eilte c rt . i . icy in oie ujpcornon einer ver gelesen sten Berliner Zeitungen und lieh folgendes Inserat in starker Schrift aufneh men: Ein junger Mann wünscht Clavierunterricht zu nehmen. Nähere Auskunft P....1traße 1(5 in rechts." Voll Seelenruhe und m süßer Hoffnung gewiegt, schlief ich am Abend ein, nicht ahnend, welches Geschick mir für den folgenden Tag bevorstand. Es mochte alnaefahr emhalb sieben Uhr Morgens sein die Hausthür war eben aufgeschlossen worden da stürmte Jemand die Treppe heraus und klint ä . ' a r t gene wie ivaynnnnlg. n der Meinung, daß ein sürchterllches Unglück geschehen sei, sprang ich aus dem Bett und eilte, halbangekleidet, wie ich war, die Thür zu öffnen. Da stand ein mnger, blaßwanaiger Mann vor mir, sah mich mit wehmüthi' gem Btiae an und. begann mit flehender Stimme: Entschuldigen Sie, daß ichSie so früh störe, ich bin Klavierlehrer und komme auf Ihr Inserat hin, daß ich heute Morgen in der Zeitung las. Ich fürchtete, mir könnten Andere zuvorkommen, deshalb komme ich so früh. Vielleicht ber. I. ... . r . ' ginnen wir gieicy oen umerricyt." Ich hatte offen gesagt nicht Lust, mich in Hemdsärmeln an ein Clavier zu seizen, das ich übrigens gar nicht besaß, ick erklärte also mein Bedauern, da ich bereits einen Lehrer hätte, allein die sie henden Worte des jungen Mannes rühr ten mich so, daß ich ihm wenigstens ein Markstück in die Hand drückte, worauf dankend verschwand. Seine Besorgniß, es möchten ihm An dere zuvorkommen, war allerdings mehr wie begründet, denn kaum hatte ich mich wieder zur Ruhe gelegt, als die Glocke von neuem ertönte und diesmal zwei Jünger Apolls sich gleichzeitig in mein Zimmer drängten. Es kostete eine außerordentliche Anstrengung, die beiden jungen Leute zu überzeugen, daß ich für ihre Hilfe bestens danke, eine volle Viertelstunde priesen sie mir ihre ausgezeichnete Lehrmethode, bis ich schließlich die Thür erregt zuwarfund sie nebst zwei anderen inzwischen Erschienenen ijrcrn Schicksal überließ. Unter den Spiritisten war mir thatsächlich wohler gewesen, als jetzt, wo die Beherrscher des Klimperkastens meine Thür blockirten. Unablässig ertönte die Glocke, die ich schließlich festzubinden gezwungen war. Der Briefträger, der früh erschien, brachte mir nicht weniger als vierzig Briefe zwölf darunter unfrankirt in denen sich mir Clavierlebrer zu den denkbar billigsten Preisen," auf AbZahlung" u. f. w. anboten. Nur der eine Brief, den ich suchte, war nicht darunter, der von meiner heißgeliebten Clavierlehrerin. So ging ich mißmuthig auf mein Bureau und verrichtete meine Arbeit, die mir noch nie so langweilig vorgekommen War, wie heute. Die Zahlen tanzten mir vor den Augen, ich hatte gerade die Anzahl der Eheschließungen zwischen , Personen verschiedener ConfeWonen zu
berechnen und fast hätte ich fünfhundertsiebenundachtzig harmlose. Wittwen, die zum zweiten Male in den Stand der heiligen Ehe getreten waren, zu der Anzahl der im Monat März geschlachteten Kälber gerechnet, welche mir aus meinen jüngsten statistischen Berechnungen noch im Gedächtniß geblieben war. Als ich Abends nach Haus kam, sah ich auf dem Tisch ein inzwischen eingelaufeneö Packet liegen, ich öffnete das selbe, eS enthielt meinen bei den Spiritiften zurückgelassenen Hut. Zugleich entfiel demselben em Brief, den ich hastig erbrach. Er lautete: " Geehrter Herr ! Durch Ihr eigenes Verschulden ist der Geist Ihrer Geliebten bei der gestrigen Sitzung in eine andere Person gefahren, umJhnen fürJhre Unbesonnenheit einen Schabernack zu spielen. Nur auf unser dringendes Bitten theilte uns der Geist später noch mit, daß er Elise Vaumann hieße, K straße 12, Hof 1 Treppe links wohne. In der Hoffnung, Sie durch diese Auskunft befriedigt zu haben, zeichnet im Auftrage des Seance-Comites Der Alte. ' '
Fast wollte mir der Verstand wieder stehen bleiben. Augenblicklich setzte ich meinen neuen, ' wiedergefundenen Hut auf und flog mehr als ich ging nach der K straße 12. Auf meine Anfrage beim Portier, wurde mir thatsachlich bcstatigt, daß auf dem Hof eine Treppe links meine heißgeliebte Elise bei ihrer" Mutter wohne und gerade zu Hause sei. Man kann sich den freudigen Schreck memer Geliebten denken, als ich soplötz lich in das Zimmer trat, worin sie soeben mit der Mutter ihr bescheidenes Abendessen verzehrte. Ich erzählte kurz, wie die Sehnsucht nach ihr mich her getrie ben, wie ich unglücklich gewesen wäre in dem Gedanken, sie möglicherweise nie wieder zu sehen, wie ich jetzt überglücklich sei und nie wieder von ihr lassen wolle. Meine Geliebte erhob sich und gestand unter Erröthen ihrer Mutter die Liebe zu mn:,ich legte meme persönlichen Verhältniffe auseinander und als ein süßes Ja wort von ihren Lippen Mir ihre Likbe bestatigte,da brannte der erste süße Kuß der Liebe aus ihrem reuenden Munde. Und weißt Du auch, wie ich Dich ae funden habe, holde Elise V fragte ich, als der erste Tribut der Liebe gezollt war. Nun, theurer Arthurs gewiß durch das Etnwohner-Ai'eldcamt i" O, ich Kameel !" dachte ich bei mir selbst, daran hast du, der berühmte Statistiker, nicht gedacht V Diesen so nahe liegenden Weg hatte ich in unbegreiflicher Verblendung übersehen und den Spiritisten überlassen, die mich durch diesen emfachen Eoup beinahe zum Anhänger ihrer Lehren gemacht hatten. Meiner Geliebten aber erwiderte ich selbstverständliche und verbarg meine Verlegenheit durch zärtliche Umarmung. D ; e Kälte eines Spielers, der im Verluste sitzt, nimmt dem Gewmner die beste Freude. Weml dir das Leben Gutes beut, Schnell zupft dich eine Hand am Kleid, Du glaubst ein Freund, der drob sich freut. Du schaust dich um und siehst den Neid. Errare humanurn est. Frau Kühn liest in der Zeitung : Putzarbeiten werden solid und billigst ausgeführt: Glattke, Mauerstraße 13, im Hinterhause. Sie begiebt sich zu dieser Modistin um sich ihren Winterhut neu aufmuntern zu laffen, ist aber starr, statt der vmernt lichen Putzmacherin, einen Maurer mit Kelle, Richtscheit, Sandkalk und Tünch mörtel, sich gegenüber zu sehen. Aller Anfang ist schwer. A.: Sehen Sie doch, wie der Herr dort so sonderbar geht. Mir scheint, ihm ist irgend ein Kleidungsstück zu eng! 33.: Ja, der hat gestern einen Orden bskommen. den ist er noch Nicht gewohnt ! Aus der Geometriestunde. Sagen Sie einmal, Meier, wo schneiden sich die Linien A B und 0 D? DaS weiß ich leider rncht Herr, Professor ; ich bin nie auf diesen Linien gefahren und daher mit der legend ganz unbekannt ! Ein galanter Arzt. Arzt: Nun, meine Gnädige, womit kann ich dienen Junge Dame : Ach, Herr Dok tor, ich habe immer kalte Füße. Arzt (der Patientin die Garderobe etwas lüf tend): Sehr erklärlich, schöne Frau, Ihre Füße sind zu klein, darum hat das Blut keinen Platz dann. Zweierlei. Ä v e r neu lich sprachen Sie sich doch abfallig über das Spiel unseres neuen Vonvivant aus und jetzt behaupten Sie, er spiele sehr ' . o c fx. ' r sw. . . ' ' ' gur 5 ya, rcy meme siat : O diese Fremdwörter. Also Sie befanden sich auch in dem entgleisten Eisenbahnzuge. Herr Schwa ner, als die Katastrophs eintrat? Ja, ich denke noch mit Entsetzen daran und danke Gott, daß ich unverletzt blieb und mit dem japanischen Schrecken davon kam ! Eine gute Nummer. Erster Eisenbahnpassagier: Was rauchen Sie denn da für eine Cigarre ? Die brennt ja so schlecht. Zweiter Paffagier : Ja, wissen Sie, die Sorte kann ich Ihnen empfehlen; da hat man lange gut daran. Es ist eine äußerst widerstandsfähige Cigarre. Besorgte Mutter. Arzt: Sie verzärteln den Jungen, schicken Sie ihn hinaus zum Schlittschuhlaufen. Mutter : Aber, Herr Doktor, wollen wir nicht warten, bis es wärmer ist. Bekanntmachung. Alles dasjenige Bieh, das mit der Gemeinde behörde wegen Viehseuche in Berührung gekommen ist, ist bis auf Weiteres ein zusperren. Schultheißamt, - Schlaulinger. Was ist einTheater.arzt? Ein Theaterarzt ist ein Mann, der die Leute auf den Brettern von den Brettern in die Bretter bringt. Etwas vom. Schweinehandel. Schweinehändler : Nee, weißt Du, Hansjörg, heute werden wir uns doch über den Preis nicht einig. Außer dem sind mir Deine Schweine auch noch nicht fett genug : ich werde nur morgen 1 mal zvisye.r v?ura.Y, . c . r
Die Sprache hat das Wort.
Eine Plauderei von I. Hoser. Die Sprache ist bekanntlich sehr gesprächia. Wenn sie just einmal über nicyls Anoeres zu iprechen weiß, o v . iir t . e " f I spricht sie über sich selbst. Gern erzaylt sie aus ihrer Lebensgeschichte, obzwar sie über ihre erste Jugend ganz und gar Nichts sicheres zu jagen weip ' erzaytt iyre Aventeuer m sremven wandern, m t c stntr.t.-tr I iyre vrooerungen uno npyanoiungen von wilden und KulturBarbaren u.s.w. Die Sprache, heivt es heute, habe kem eigenes Reich : Philologen behaupten sie gehöre der Naturwissenschaft an. Sie sei wie eine Pflanze, die aus winzigen Keimen r.. i. .r.t jr- r:. ...:t..:i-
iu9 cniiviuie, großwaa?,e, jic? auvoreiie, nerven, aus yaivem uvege tteyen zu vieldann Wieder zusammenschrumpfe und ben. Bei ibnen wird ia der Kamvf
verdorre, Nch umbilde, oder ganz ausncrbe. Sprachen können nicht erfunden rv. . ri c?. a . , " . ' f. I Iveroen. uoer, wer eiil oie uns cciann i ten Sprachen erfunden hätte, der müßte um Einiges gescheidter gewesen sein, als fi. ...i! ir. m. - v jt. 'eis I wir euimen, oie wir uns vom euion den, auf dem Gipfel der Weisheit zu ste Yen. Je mehr eine Sprache ausgearbeitet und verseinert wird, desto schwächlicher t. f? r 'et I wiro ue ; wer oie pracye vereinsacycn will, der nimmt ihre formen und Wörter. Wenn wir in unserer lieben deutschen Sprache nun daran sind, alle frem- ... cnr r r i r .. I oen Wvrier auszuicynelven, o muien i wir anoermeus aus , nachwuchs und Zuwuchs bedacht sein, wir müssen bei hn SUimVrftt S 'l!lkS Wrt lohen w 4vmvvv vv ivvktvv itvyvi tutWi'i. i Mit edem neuen Ausdruck, den Du . - . . rrft sf ror.r 7,i fct2F in TW fiinS(mn lojff " I
vt, i hm ituuvit. vvitvii wm viiiviiir. H
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wvii tu iu tuuirv xtuiiu, ivivit nunti,., . ' . "er cvr r t x ein heimliches Svrecken ist. Es ist aber licher als eme schonungslose Wahrheit.
dock eine 5raae. ob der Mensch in Worten, in Lauten denkt. Nach zneiner Mei- ' nung und Erfahrung denkt er m smnli chen Bildern. Wenn ich an einen fliegenden Vogel denke, so höre ich mit meinetn rtMfttslMt nhr ntihi fei TOnrfer fite enden Vogel," sondern ich sebe mit meinem inneren Auae den Naum und den in ,w . .1 demselben dahinschweöenden Vogel. So . r i f . v. r U. t kommt es auch, cav oie Sprache vor ver Logik und vor einem verständigen Denken . U t 1 i -.' r .p, r l war. oenn vie m oer eete ent levenoen Bilder sind zufällig und werden durch zufällige äußere Eindrücke hervorgerufen. r... ri r...A r.t r-rtx en Ivenigzien beulen Ivoyr faul es ein, zu fragen, wie viel unsere Sprache
eigentlich Wörter haben mochte ? Man- men mpsmoung schweigen tonnen, datz chen dünkt vielleicht die Sprache uner- die Augen des Publikums daffelbe sei schöpflich zu sein, trotzdem sie für Vieles, so klein, wie es wolle auf sie gerichwas sie unbestimmt empfinden und ver- tet sind. Schreiben sie für den Druck,
schwömmen denken, keinen Ausdruck sinden. Ein deutscher Bauernknecht bat kaum viel mehr, als 300 400 Wörter und er kommt damit aus. Sein Dienstgeber hat deren schon etwa fünfhundert, Ein svkann der heutigen Durchschnittsbildung handhabt 40005000 Wörter, eine Vtxau selbstverständlick unter allen Umständen mehr, denn sie macht aus ' rm ........ n r r. ' Anstalt zu Berlin bringt an 4000 Wortzeichen zur Anwendung, ihre Zöglinge einem Aorie zeon. uic Aauo rnrnrnen können also aus der Höhe der Bildung stehen. Die Englander sind selbst in ihrer Sprache reiche eme, sie yaven an i rs rss Cm " l i. W . . . ! iuv,uuu zuuiicr, wovon ver gemeine Mann den zweihundertfünfzigsten Theil bekommt. Auch die deutsche Sprache soll
an 100,000 Wörter zählen ; es gieb: aber serer Seele. Thränen im Alter dagesehr wenige Gelehrte, die im Sprechen cen sind wie Regenschauer im Herbste,
uno cyreioen meyr ais öv.vuv vrau- . i. S jr. . r. r. ..- - 1 nr nsr r. . .. chen. lücii 4uuü Wonern ve treue: man w cw . m v r-rm . t m c f, r w I die semste uno geijtreichlte umeryauung. mW t t L. m. Mtm. . 4km Jt . j m & M j9 X M A A lk A A M mW tm0M, ajk vivincicii muiycii ev 8u4 , jic iyciic den Gelehrtenrang ein nach der Zahl von Wörtern. Ein Doktor von 100 Wörtern, einer von 500, von 1000 Wörtern itUi, tliltl Wll xlJJt UVH XVW CUlM ist schn bchgelahrt ! Bei uns wäre ein t,;-,nhri,r Wnslftf M,on .in nftrn rrn ""i',ö,'w " i7 - 100 Wörtern. nr l jrra . . i X5on oen pracyiauien wixo geagr, hrtfi irrshrsfnrtlirn ?T?,t AFiifSnw rt V M IIV Ut fMHHIIW VHVWVItVUHU Wl 5Wn nb (S5,räST bor fiuWn Wiir seien; doch sind sie bei verschiedenen Völkerschaften gar verschieden. Die Hotilr.in intl b o tLul ! sd-.-J u.u. , die Australier kein L Svrachwuneln snss m tenmm m&l rZr sinn L,s kfmfrT. nr Entwickeln kab.n die jetzt vorhandenen Sprachen eine weitaus längere Zeit bedurft, ais ihr die Weltgeschickte maesteben will mindestens an 12,000 Jahre, man spricht sogar von
100,000 Jahren. Doch wird behauptet, Generals H. Was war er Gedankeine Svracke selbstständia länaer eral im Kaukasus, aus der alten Zeit.
als 1000 Jahre stehen bleibe; uns Deutschen ist Althochdeutsch ohne Stu- . . mm f. m-. t . m dien schon unverttandlich. ver deutsche Sprachstamm indeß habe ein Alter von mindestens 30,000 bis 50,000 Jahren, . . '. Ganz eigenthümlich ist, daß es Völker, stöme aiebt B. in Amerika die l?a. raiben bei welchen die Sprache der l Männer verschieden ist von jener der
Weiber. .Dies kommt vielleicht daher, o, erzayne man mir, eriauoie sich in daß die Vorfahren eines solchen Volks- diesen Tagen in einem der hiesigen Ofstammes einst die Männer eines besiegten Mierscercles ein während emer spiritistiStammes ausgerottet, die Weiber aber schen Sitzung cihrter Geist die nächsten für sich behalten haben, die dann ihre Ereigniffe zu weiagen, Weiter hörte alte Muttersprache zunächst auf die Töch. lch noch Folgendes : Auch im vergange ter vererbten. Bei eimelnen malaviscken nen Jahre fanden ,n demselben Cercle
Stämmen, z. B. auf den Sandwichinseln kommt es vor, daß die Vornehmeren eine andere Sprache sprechen, als die Uner -knen. Das erinnert an die Deutsckn. bei welchen die feine Welt französisch zu s-.n likt. wttkrend fcrtÄ Volk deutsch redet. Weit man nicht recht bestimmen kann, r w r rv . rt , . I m v- -r v-wj -w t m r nitvttv wo ein oivßer laielk ausyorl uno eine Sprache anfängt, so ist auch nicht sicher gestellt, wie viele Sprachen es heutzutage fl L r a St m Ä auf Erden gibt. Die Einen sagen 3000, die Anderen 4000, wieder Andere aar 6000. Sprachstämme hat man 73 ae;äblt. Boltz wein von 300 bekannten Stammsprachen und 6000 Mundarten. Die verbreitetste Kultursprache ist das r r' e r f . L rr nrvi izngiiscye, ue wiro auein von '2)lllllonen Älenschen gesprochen. Von den 1000 Millionen Menschen auf Erden (man macht stets flnx runde Zahlen, auf ihrer 10 oder l00 Millionen mehr oder weniger kommt's gar nicht an) sollen 400 WiN,rm Mnü ixnMh'xn P-hrrtAon Wn.. 4mV V r m w j T v7 ben, 500 Millionen wiederständige und nur 100 Millionen susammensetzende. Wer diese Dinge naher verfolgen will, der schlage einmal den ersten Band von Honegger's Kulturgeschichte auf. Das
apnei uoer oie pracye erzayir man- schreckliche Gesichter? Er hat Seitencherlei, was zu lesen ergötzlich und zu schmenen! Saitenschmenen ? Ack so.
1 teifira Nützlich &
AphortSmcn.
Lon Otto S itutvi. Verstandesmenschen betreten naturae maß den Wea des Zweifels leichter als ri m w " w . )esuytsmenjchen, ader auch mit weniger Gefahr. Denn entweder kehren sie aus Furcht vor den Folgerungen, die sie klar und nüchtern überschauen, bald wieder um, oder üe blicken den Folgen, deren Gewicht sie ebenso wenig überschätzen, r . n t r . . rm ruyig ms Auge uns eyen oen Wea vis ans Ende fort. Jedenfalls enielen sie einen bestimmten Erfola und finden schließlich 3!uhe. Gefüblsmenschen? daaeaen vlleaen. wenn sie überbaupt vomZweifel ergriffen I. ... '.' rm v r. ! u. . . , . . r zwischen Weisel und Glaube weniger im Kopfe als im Herzen gefochten, und . li. .el c r i verlauf! oayer oei oem unoeuimmier., Verschwommenen der Empfindungen nothwendig ohne Entscheidung, Abschluß t ni r - -.,. , . . . uno ner oonuna. r i l im oie em ,vaile kein Gewitte mit wenigen zertrümmerndcn Blitzen und Donnerschlaaen.das den innern Menschen rein fcat und neu em,wenn auch herbstlichem Sonnenschein ? , , r l r .. 5 i ericyiiem, ionoern em rorlwayrenoes Wetterleuchten und Donnerrollen, das die Seele nicht nur Nube kommen läßt und die drückende Schwüle nicht von ihr ' 4 ' nimmt. -Zu trösten vermag allein die Liebe. Ter Kuß schließt die Lippen und . . ' 1 QjnCt CIC wCCi?. cm es4 'III 11 II I II II II VIII J II r lltl IU1L1LLL " v, CX " 5 ' n.-. rj. :ri 7. n. I lu'uut.icc uuue i i u t :nEine aufgehobene Verlobung bedeutet für ein Mädchen dasselbe, wie für I r v r i i . v eine zunge rau oie cyeivung ooer vie Wittwenschaft ; solche Wesen tragen einen Schleier, welcher zwar interessant I tttttCÜt. aver IM U)rUNÖC 000) eiN 'JlON M schleier ist. ;unge aienie, weicye nocy keine e r. . . . n t m . , . r r. achtung sinden, aber den zuversichtliche I Mk. r. !r.. sV. ...fi . f r . ' lauoen an lyre JUlllnsl in sicy nagen, haben in ihrem Treiben und Gebühren r.!Xl Of .a I f l ieiffl riwas uioringilcyes. ennoen ste sich in Gesellschaft oder an öffentlichen Orten, so sprechen sie laut, weil sie daV.! As,kMkk,?! I r.-... M - I m, mn umyt bung erregen und dann in der angenehso wählen sie den Kraftstil gleichsam die laute Sprache der Feder weil sie wiffen, daß sie dadurch am ersten Aufsehen erregen. Gelingt es ihnen später. berühmt zu werden, und dürfen sie mit Grund hoffen, daß dieser Ruhm dauern wird, weil er sich Nicht aus bloße Mache, sondern auf wirkliche Verdienste gründet. so schlagen sie leicht in das Gegentheil I W .. CZA. IJCl v uhcu iiw uiwi meut vu Welt auf, sondern sie würden herzlich froh sein, wenn sich ihnen die Welt etwas we Niger ausorangcn wome. Thränen in der Blüthezeit des Levens sind wie ein erfrischender Regen I r" - . ,m ommer, ne wancrn von bleuem die unter die Sonne eines dauernden Glückes staubig gewordenen Pfade un I . . nrt . oenen oie Winlerlatle aur vem ;vune m m -r wr' solgt. Das Gold ist ein geselliges Wesen, I . unD wo es Nickt seines Gleichen vermu thet, hält es keine Einkehr. Die Blüthen deS Dilettantismus tt. ! ... fr. r .?A?FGuch' I" w" -""V " v.grnc I nr t p rprr ''" I Trinkspruch. I ' ' rv. r, T11-T K. f 3 TJL VT. . an die Glaser, da es schallt! u. aucutyy.d.n, Es stecht ein Vaum im Odenwald Und dieser Baum soll leben ! Ist Euch die Sache auch recht klar ? a amit meine ? '.Ein Baum steht überhaupt nur da! Darum lebe dieser Eine!" I r Ueber eine spiritistische 3 jvicijc ru,,iicyer ssiziere oerichtet der Petersburger Grashdanin" : Was bist Du ? Ich bin der Geist des Was kannst Du sagen? Es wird Krieg geben. Wann ? Im Jahre 1 O O "V Sll) 4 Cm mis C m. s mm . 1 .X. 1?O,'lu 'vcp nicht. Unsere Armee wird bis Kowno zurückkehren, ' eme Schlacht bei Narow ri.nf..c rv c i'Air1. .. . c llaunnoen, emano losiiicy verwunoer Werden, aber dann eine Reihe von Siegen für die russische Armee beginnen. ver lpater5 Zieme Antwort.... fviMtstische Seanccn statt und wurden künftige Kriegsthaten prophezeit. So wurden unter Anderem von dem Geiste die Namen dreier Ofnciere genannt, die angeblich in dem Regiment?, zu dem die Officlere des Cercles gehörten, dienen . . ' sollten, in Wirklichkeit aber in demselben gar nicht eristirten. Selbstverständlich wurde der Geist ausgelacht. Wie groß war aber das Erstaunen desselben Cercles, als im Herbst des verflossenen Iabres , uincicrc m oas Regiment eintraf, le genau die Familiennamen trugen, die r ei,t genannt halte !" 8 schnelle Erhörung Der Herr Pfarrer in Stiefelhausen las auf seiner Filiale draußen nach der PreI L! .1 I t. . f . . . C e.' , vlgi in einem oesvnoeren irchengerek um Stegen angehalten. Wie er sich nun nckch der Predigt in der Sakristei umkleidet, kommt mit fröhlicher Miene der Meßner gesprungen und ruft noch unter der Thür: Herr Pfarrer, Herr Pfarrer '? tr5wl?t lArt'" . SRinZ hr Citn, w w y ww J f fr V V mel verhüten wolle !" ruft da der Herr Pfarrer, ich habe ja nicht einmal einen Regenschirm bei mir !" ?im D rö c ster ' Was feblt denn heute dem Streichberger, der schneidet ja 'drum spielt ;r ch so unrein,
Die AustaltS'Augenkrankheit. Es ist schon mehrfach erwähnt worden,
daß sich in den Waisen und anderen sogenannten Wohlthatigkeitsanstalten New Aorks ein ganz erschreckend hoher Procent satz von augenlranlen Bindern gesunden hat. Man ist berechtigt, von einer sörmlichen Anstalts-Auaenlranlrcit zu fprechen, d. h. von einem Uebel, welches in derartigen Anstalten geradezu erzeugt und gehegt wird. Die N. I. Staatszeit." schreibt neuerdings über diesen Gegen stand : Wenn der statistische vcachweis erbracht wird, daß von je vier Kindern in unsern öffentlichen und halbonentllchen Wohlthätigkeits-, Besierungs-" und Zuchtsanstalten durchschnittlich emes an der sögenannten ägyptischen Auaencntzündung leidet, so liegt die Pflicht des Staates, diesem bedauerlichen Stande der Dinge in den betreffenden Asylen ein Ende zu machen, klar zu Tage. Eine Gcsetzvorläge, welche, von einem augenarztlichen Ausschuß der New Jork Academy of Medicine vorbereitet, dies Ziel anstrebt, gelangte während der vorigen Woche im Senat der Staatslegislatur zur Annahme, und die ihrer Pflichten gegen das Gemeinwohl sich bewußten, gebildeten Mitglieder der Assembly sollten Alles daran sehen, um einen Fehlschlag der humanen Maßregel zu verhüten. Jener Ausschuß von sachverständigen Männern hat 51 Anstalten in der Stadt New Jork und Umgegend untersucht und unter den daselbst untergebrachten 12-, 681 Kindern nicht weniger als 3352 gefunden, deren Augen von der granulösen Bindehautentzündung befallen waren. Die große Gefahr bei diesem Leiden liegt in dem Umstände, daß es, sich schleichend entwickelnd, jahrelang übersehen werden kann. Höchstens leidet der Patient an einem trockenen Gefühl in den Augen, welches ihn zum Blinzeln und Reiben veranlaßt. Das Augenlid ist auch innen kaum roth, an der Umschlags stelle zum Augapfel sieht man aber einen Wulst von Fleischwärzchen, wie wildes Fleisch an Wunden, und weißliche Knötchen, über die ganze Schleimhautfläche verbreitet. Wie beim wilden Fleisch führen diese Körnchen zur Bildung von Narbengewebe und Schrumpfung, hierdurch wird aber die Schleimhaut unfähig, den Augapfel gehörig feucht zu Hai ten, und die Hornhaut wird ernstlich ge fährdet. Sobald Absonderung von der Bindehaut durch Entzündung veranlaßt wird, muß man befürchten, daß durch dieselbe die Krankheit auf gesunde Augen übertragen werden kann. Und gerade diese' specielle Krankheitsform besteht seuchenartig in den Anstalten, welche mit wenigen Ausnahmen überfüllt und zur Ausrottung der Augenpest so gut wie gar nicht vorbereitet sind. Zu dem Mangel an reiner Luft und gehöriger Venti lation gesellt sich als Träger des Ansteckungsstoffs der gemeinschaftliche Gebrauch von Waschbecken, Handtüchern u. f. w., und cs fehlt ebenso an einer Trennung der Kranken von den Gesunden, wie namentlich auch an einer regel mäßigen arztlichen Revision, um Die,bei denen die Krankheit not) nicht zu erkennen war, rasch auszuschließen. Um die gefährliche Ausbreitung der Seuche erkennen zu lassen, folgen hier ein! ge Zahlen, für deren 3!ichtigkeit Aerzte wie die Doktoren C. R. Agnew, Chas. Stedman Bull, David Webster, Gouverneur M. Smith, Richard H. Derby und A. Jacobi sich verbürgen. Von 409 Kindern in der Mädchenabtheilung des römisch-katholischen Waisenhauses leiden 203 an jener Augenkrankeit, in der Knabenabtheilung der nämlichen Anstalt 246 von 375 Kindern. Im Protectorv. besinden sich 2.223 Insassen, von denen 871 augenkrank sind, und im Five PointS House os Jndustch ist das Verbältniß 155 zu 233. In der Ladies' Deborah Nursery 239 zu 50; St.Josephs' Asylum 521 zu 30.; Orphan Asylum Society 193 zu 93; Nurscry and Child's Hospital 525 zu 192 ; He brew Children's Guardian Society 141 zu 52 ; Orphans' Home of the Protestant Episccpal Church 143 zu 72 ; House of Nefuge 752 zu 122, u. f. w. Obgleich die Stadt New ?)ork aus öf fentlichen Mitteln jährlich etwa Ij Mil lionen Dollars für den Unterhalt dieser Kinder hergiebt, die Hälfte dieser An stalten bestreiten ihre Unkosten zum Theil aus freiwilligen Beiträgen, so seht das jetzige Gesetz, anstatt eine Ausbreitung der egyptischen Augenkrankheit möglichst zu verhindern, auf die Ansteckung gewissermaßcn eine Prämie, denn die Stadt zahlt nicht im Verhältniß zu der Zahl gehörig untergebrachter Kinder, sondern einen bestimmten Betrag für jedes Kind, welches ob gesund oder krank, ob 3laum dafür ist oder nicht hineingcpfropft werden kann. Dieser Unfug ist auch der Urgrund dieses Uebels, welches abzustel len die obcngedachte Gesetzvorlage im Auge hat. Ihre Bestimmungen lassen sich kurz in die folgenden Worte ;usam menfassen : Jede incorporirte Gesellschaft im Staat, welche Kinder in Pflege oder Zucht nimmt, soll einen Arzt zur Verfü gung haben, um alle Kinder vor der Aufnahme auf ihre Augen zu untersuchen und jedes kranke Kind entweder zu isoli ren oder abzuweisen. Für jedes Kind, resp. Bett im Schlafsaal ist ein Minimum von 600 Cubikfuß Luft vorgeschrieben, und der Anstaltsarzt hat der Sanitätsbehörde des bezüglichen Districts über den Gesundheitszustand der Kinder monatlich Bericht zu erstatten, damit die Bestimmungen des Gesetzes eventuell crzwungen werden können. An böswillige Unterlassungssünden der AnstaltSbeam ten braucht man hier gar nicht zu denken, aber wer die schablcnenmäßige Verwal tung öffentlicher Asyle und Zufluchtsstät' ten kennt, der weiß auch, wie selbst bei den besten Absichten der Beamten namcntlich Verstöße gecen die Reinlichkeit sich einnisten können, wenn Niemand da ist, der für die Folgen vcnUnreinlichkeit und Fahrlässigkeit eventuell zur VcrantWertung gezogen werden kann. Bei einererühmtheit. Wann sind Sie geboren, Herr Profeffor?" Am 17. Mai 1832 oder 33 genau weiß ich's nicht mehr. Sie finden es aber im Konversationslerikon." - -
