Indiana Tribüne, Volume 9, Number 158, Indianapolis, Marion County, 27 February 1886 — Page 2

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Ersch ein . FüglN?, NSHi5icZ . HssKtags. eitZzch .TrUstr." kssiet durch Uv Tr8äcrlJ W ntxeroZe, bt onatsg Srili!" Cextl pst J3c$t. Veid, ,ss,i Ifc ?t tl. 9t PoK ,ugej,St !, Eetaat&)a;ts4 16 ?? 8$. Ofsse-? 190&.&?ars!onMlr. Indianapolis, Ind., 27. Februar 1386. N?dn:ond, der sr.dscheinler. Unweit der Grenze von Nord und Südcarolina lebt jetzt in stiller Zurück gezogenheit ein Mann mittleren Al'.ers, der noch vor wenigen Jahren fcer hervorragendste wilde" Schnapsbrenner Nordcarolinas und durch seine Verwe genheit und Schlauheit nicht minder als durch die Güte seines unversteuerten Zaubertranks weithin berühmt war. Dieser Mann ist Louis Nedmond, dessen Leben vom zarten Knabenalter an bis zum Jahre 1881, wo ihn die Bundesbeamten überwältigten, ein beständiger, von zahlreichen Abenteuern durchwobe ner Kampf gegen das Gesetz war' und dessen einiges Handwerkszeug allezeit der Destillirkolben und der Revolver bildeten. Redmond stammt aus einer Familie, die schon seit vielen Generationen auf Waldigen Hügeln Sck'naps brannte ; er selbst aber war entschieden der Größte seines Stammes. Sein erstes Heim war ein Vlockhäuschen am Tennessee Fluß, in SwaiN'Countv, N. C., das nicht nur in sehr malerischer Umgebung, sondern auch für seinen Zweck äußerst vortheilhaft gelegen war. Es hatte eine ähnliche Lage, wie ein mittelalterliches Naubschloß. Von dem Hügrl, auf dessen Spitze es stand, hatte man eine weite Aussicht den Fluß hinauf und hinab,und gleich hinter der Wohnung erhob sich ein dichtbewaldeter, felsiger Berg ; nur ein einziger enger Pfad führte von der Hütte aus durch Felsblöcke und dunkle (Fchluch. ten nach dem Gebirge hinauf. DaS Häuschen enthielt keine Fenster, dagegen drei Gucklöcher. Die Bundesbeamten waren Nedmon'l) allezeit auf den Fersen, aber er spottete ihrer Bemühungen. Eine Masse anderer Mondschcinler, die in derselben Gegend ihr Wesen trieben, wurde einer nach dem andern abgefangen, doch Nedmond schien unnahbar zu sein. Er hatte seine Getreuen in der Nachbarschaft, die ihm stets Warnungssignale gaben und die ihn nöthigensalls mit ihrem Leben vertheidigt hätten ; sein bester Scbutz aber war er selbst. Ein einiges Mal wäre er beinahe von einem Bundesmarschall und dessen Mannschaft ausgl hoben worden. Dieselben nähert? sich nächtlicher Weile dem- Verließ ; sie hörten stine lallende Stimme und überzeugten sich, daß er ausnahmsweise von seinem eigenen Gebräu betrunken war. Jetzt ist der große Moment gekommen, den Ober - Mondscheinler abzufassen," sagten sie sich. Je Drei näherten sich den zwei Eingängen der Hütte, sprengten die Thüre und stürzten hinein. Aber Nedmond war schneller, als sie. Das Einzige, was die enttäuschten Beamten vorfanden, waren die Gattin und die zwei Kinder des Mondscheinlers, ein sehr harmlos ausseheder Gebirgler und eine halb geleerte Kürbisflasche. Alle Winkel wurden durchstöbert, aber man fand nirgends eine Spur von dem Gesuchten und von der Brennerei. Wie man später erfuhr, war Nedmond hurtig und geräuschlos, wie eine Katze, zum Kamin hinausgeschlüpft, auf eine Feleklirpe gesprungen und in dem nächtlichen Gebirge derschwunden. Nedmond war doppelt gefährlich, weil er seinen Krieg gegen das Gesetz nicht nur mit dem Eifer eines Ceschäftsmannes, sondern auch mit der Wuth eines Fanatikers führte. Er konnte es nie & greifen, daß er vsm Erträgniß seiner sauren Arbeit" dem Staate, mit dem er blutwenig zu thun hatte, einen Theil abgeben sollte. Ohne Blut- und Mordthaten ging es in semem Geschäfte auch nicht ab. Er pflegte seinen Schnaps ziemlich regelmäßig auf einem Wagen zu svkarkte, resp, zu den benachbarten Farmern zu bringen, und bei diesen Gelegenheiten spielten sich seine zahlreichen Abenteuer ab. Einmal wurde er dabei vom Hilfs Bundesmarschall Duckworth überrascht, der ihn ohne Haftbefehl beistecken wollte. Nedmond besann sich nicht lange, zog seinen Revolver und erschoß den all;u kecken Häscher. Das war im Jahre 1879. Nach dieser That machte er sich allerdmgs etwas dünne". Er verlegte seine Behausung weiter flußaufwärts und liett ausspren gen, daß er sich der Viehzüchterei für den Markt von uocarotlna zugewandt yaoe. Man alaubte ihm das natürlich nicht. und die beilige Hermandad verfolgte ihm heiß. Zwei Jahre gelang es ihm - w .5 f. "ti indes, ncy oen wuiy?noen ajtin zv ' ' t r -w r rt . entziehen, a5er aucy jcm ag Mte kommen. An seinem neuen Platze mangelte Nedmond der eittano femer umpane. Kein )!acbbar ließ ihm ein ädarnungs iien zukommen, wenn Gefahr diohte. Nedmond war nun ein entlaubter Stamm", der sich zwar aus eigener Kraft m5 wunderbar behauptete, aber schließ-. lich doch den unausgesetzten Arthieben seiner Feinde zum Opfer siel. Eines Tages streifte Nedmond im Gebirge umher, um Eichhornchen zu jagen. Plötz. Wh borte er seine Hunde laut bellen. hn dem Glauben, sie bätten Wild aufzesvürt, eilte er der Stelle nt und lief lr ' . rr x -si:.:ri ... mHtrt in flNC ewa vuuuf vamuu hinein, äur uepwB .tffwn.rn- trmrr ihm ' " i , r r.. ...c..:.4 aber aus der Hand geschossen, und er selbst stürzte, etwa ein Dutzend Kugeln : (. .. ... snSn Sl?rtn tntn ihn nnth im X.tCC, juvwwi. "7" " "7"? iinb die Aerzte erklärten seine Wunden für tödtlich; er selbst aber mgsvcrsuch seiner früheren Spichzesellen fthlgeschlagen war und Dank den Jemühungen seiner Anwälte, blos zu ieriäbriaer öaft im Bundesgefängniß

glaubte an ükrniung uno rauicyie jic? nicht. Als er genügend herge'.tcllt war, Crho tx vrccessirt nachdem ein Befrei

zu Albany verurthellt. Unlängl erwirkte Senator Hampton aus Südcaro lina seine Begnadigung, auf den Grund hin, daß seine Gesundheit völlig gebrochen sei. Nedmond wohnt nun in einer einsa men Hütte, von'der er manchmal sehn süchtig nach dem Schauplatz seiner frühe ren Thätigkeit hinaufschaut. Schlaue Farmerinncn.

Schon vieles ist über die merkwürdige Betriebsamkeit und die Ausdauer der weiblichen Farmer in Dakota geschrieben worden, und beständig werden neue be zeichnende Thatsachen über diese interes sante Menschenclasse bekannt. Das Gesetz schreibt u. A. vor, daß jifce Farmerin, welche mittels sögenannten Vorkaufs 1C0 Acker in BetA1nn irnrnf n inVstri ( 9sl?rtn.i VyMk) littl.lt., HIIIVVtVIIV V AJ . V I V . V auf diesem Landstück wohnen muß. 9!un ist nicht jede dieser Farmerinnen gleich in der Lage, ein Haus für sich allein zu bewohnen. Eine Anzahl benachbarter Farmerinnen ist nun auf einen sinnreichen Plan verfallen, Häuser ge meinschaftlich zu bewohnen unddochobi' gern Gesetz zu genügen. Wie sie das fatu bringen, zeigt folgende Figur: Das kleine Quadrat in der Mitte bebeutet das gemeinsame Haus, die vier übrigen Quadrate bezeichnen die Anwescn von vier Farmennnen. Jede hat 160 Acker, aber alle vier zusammen nur e l n aus. Der Einfall t patentwür d:a. Ausbeutung der Vieljhirten. Wer hätte noch vor Kurzem dars.l ae dacht, daß auch die Hirten des fernen Westens allen Ernstes versuchen würden. sich der Arbeiterbewegung anzuschließen und eine große Organisation zur Beerung lyrer Lage zu vewerkstelllgen i Echten doch selbit sür zahlrelche stadttsche Gewerbe die Zeit zur Organisation noch lange nicht gekommen. &om Kuhjungen" zum Unight of Labor", das schien noch ein sehr weiter Schritt zu sein. Und doch werden jetzt Anstalten getroffen, diesen Schritt zu thun. John H. Sullivan im Westen unter dem Namen Broncho John" als einer der tiich tizsten Hirten bekannt reist gegenwärtig im Osten umher, um die Arbeiterorganisation zu studiren und dann die getoonnenen Erfahrungen im Interesse seiner Kameraden zu verwerthen. In nicht ferner Zeit werden die Knights of Labor" ersucht werden, das Hirtenelement in den Bereich ihrer Organisationsthätigkeit zu ziehen. Bei den eigenthümlichen Arbeits- und Wohnungsverhältnissen der Hirten ist eine Organisirung derselben allerdings eine der schwierigsten Aufgaden, aber man ist fest entschlossen, sie zü lösen. Dieser Tage sprach sich Sulliran gegenüber Vertretern der Presse über seine Mission aus und gab eine einge hende Darstellung der Mühen und Leiden seiner Aerussgenossen. Aus seinen hoch interessanten und direct aus persönlicher Erfahrung fließenden Angaben sei hier das Wesentlichste hervorgehoben : Ueber keine Menschenclasse sind so viele falsche Borstellungen verbreitet, als gerade über die unsere. Zwischen einem wirklichen Kuhjungen" und einem bramarbasirenden Abenteurer wie meine Arbeitsgenossen schon oft in Zeitungen dargestellt worden sind ist ein ebenso großer Unterschied, wie in der Stadt zwischen einem schwer arbeitenden Handwerker und irgend einem Bummler oder Zkausbold. Em breitkrempiger Hut, gefranzte Hosen, ein sechsläusiger Nevolver und eine Schnapsflasche machen noch lange keinen Kubjungen". Ein Mensch, der viele tausend Stück des besten Viehs über die gefährlichsten Pässe, über Schluchten und wilde Ströme u. s. w. bringen und dabei sie beständig zusammenhalten und gegen alle möglichen Feinde wenn nöthig, mit Aufopferung seines Lebens vertheidigen muß, kann kein abenteuernder Trunkenbold oder gar Verbrecher sein. Es giebt keine Classe, die so schwer arbeiten muß und für ihre Dienste so jämmerlich bezahlt wird, als diese. selbst die untersten Arbeitsclassen in den Städten nicht ausgenommen. Wer im fernen Westen ein Verbrecher leben führen will, der wird ganz gewiß kein Kuhjunge". Nichts rentirt sich in den dünn besiedelten Territorien besser, als der Pferdediebstahl. Ein Viehwei denbesitzer hat vielleicht 2000 bis 3000 Stück Pferde, und seine Nachbarn ungefähr ebenso viel. Wenn nun eine Bande Pferdediebe von jeder Weide 3 oder 4 Pferde nimmt, so ist es unwahrscheinlich, daß diese jemals vermißt werden. Ist dies aber doch der Fall, so hält es der Bettder gewöhnlich Nicht der Mühe werth, die Diebe verfolge zu lassen und so den Verlust anderer Pferde zu riskiren. Die Arbeit" einer einzigen Nacht kann drei Pferdedieben -leicht 5300 einbringen. Und solche Charaktere sollten ein Ver gnügen darin finden, sich sür $25 pro Monat als Hirten das Dasein möglichst sauer zu machen i Auch das Kutschen räubertbum blüht im Westen immer noch und ist zwar riskanter, als der Pferdediebstahl, bringt aber häusig mit einem Schlage ein Vermögen ein. Wer dazu Lust hat, wnd sich also gleichfalls nicht dem dornenvollen Hirtenleben zuwenden. Wohl mag es vorkommen, daß e y e m a l i g e Kuhjunaen", nachdem sie in tt sem bewerbe keinen Erfolg gehabt, die Verbrecherlausbahn beschreiten : das wirk liche Hirtenelcment aber steht solchen Dingen völlig fern und ist vielmehr der Schrecken aller Abenteurer der betr. Gegenden. Der Lohn eines ..Kuhjunaen" beträgt h ö ch st e n s 823 monatlich, und die Arbeit dauert im alleraünstigsten Falle 6 Monate. Die ganze Ausstattung, außer , !?. ! - r ii r ri oen Pseroen, muy oer uyzunge tioi stellen, und der Unerfahrene wird erstaunen, wenn er hört, daß diese Ausstattung aus etwa L145 kommt. Wir können nur die allerbesten Ausstattungsstoffe gebrau chen ; jede Sparsamkeit in dieser Rich ! tung wäre thatsachlich Verschwendung. iür die aenannte Summe kann eine

Ausstattung beschasst werden, die merrere Jahre hält. Manche allerdings, dle nicht über eine solche Summe verfügen, lassen sich von dem Weidebesitzer die Sachen auf Credit geben. Dann aber wird ihnen noch erheblich mehr dafür ange rechnet, und es werden ihnen jeden Monat 515 vom Lohne abgezogen, bis der ganze Betrag bezahlt ist ; überdies sindet der Vedauernswelthe häufig schon am Ende der ersten Saison, daß manche der Artikel völlig abgenützt sind und durch neue ersetzt werden müssen ! Das Essen Maisarütze und Speck wird vom

Weidebesitzer geliefert. Dagegen braucht der Hirtenbursche monatlich etwa 85 für Tabak, der von allen Kuhjungen" als däs unerläßlichste Bedürfniß empfunden wird. Am Ende einer sechsmonatigen Arbeitszeit hat er also höchstens 8 120, und damit muß er sich sammt Weib und Kindern (viele Hirtenburschen haben Familien oder müsien ihre Eltern und Geschwister unterstützen) während des ganzen langen und strengen Winters behaupten ! Die 5!uhjungen", die mitunter in Städten auftauchen, sind gewöhnlich junge Leute ; aber es giebt un ter den Hirten auch grauhaarige, runzelige Greise, die von frühester Jugend auf diesem Handwerk ergk ben waren, und weil sie nie etwas ersparen konnten, die furchtbar anstrengende Arbeit nicht aufgeben, bis sie eines Tages dabei todt umfallen. Es ist unter diesen .Verhältnissen kein Wunder, daß bei vielen Hirten ein beständiger Nothstand herrscht, und andere fortwährend einen verzweifelten Kampf gegen die Noth zu führen haben, r was sollen sie thun? Sie sind nicht organisirt, während ihre Arbeitgeber eine der stärksten und . despotischsten Verein!gungen haben, die je gegen das Interesse der Arbeit gegründet wurden. Es ist dies die Nancherö Society", welcher jeder Viehbaron des Landes angehört. Die Bücher dieser Gesellschaft enthalten die Namen sämmtlicher Hirtenburschen von Texas bis hinauf nach dem Territorium Washington (im Ganzen 8,000 bis 10,000). Wenn ikmals ein Hirtenbursche eine Lohnerhöhung verlangt, wird er augenblict lich entlassen und sein Name jedem Viehweidenbesitzer übermittelt. Dieser schlägt dann in feinem Buch den Namen auf und macht einen dicken schwarzen Strich daneben. Wer aus solche Art gebrandmarkt ist, kann nie wieder auf einer Viehweide Beschästigung sinden, er ist im ganzen Lande unmöglich. Dieses System der schwarzen Listen ist erst neuerdings zu unserer Kenntniß gelangt und hat den Entschluß, eine Organisation zu versuchen, vollends zur Zleise gebracht. Ich bin beauftragt, speciell die Hilfe derKnights of Labor" anzurufen. Selbstverständlich muß das Organisationswerk vorerst geheim vor sich geben, bis wir mäcbtiz genug sind. Da unsere Arbeitsgenossen weithin über das Land verstreut sind, so wird beträchtliche Zeit vergehen, bis ras nöthige Einverständniß erzielt ist. Äom Inlandc. n einer öffentlichen Schule on iiuffalo stellte neulich ein Mädchen, .n einer Antwort auf die Frage, wer das Telephon erfunden habe, die bisher gewiß noch nicht allgemein bekannte That fache fest, daß Moses für die Fernsprecherei verantwortlich zu halten ist. In New York starb dieser Tage Kenwarth Philv, ein bekannterund talentvoller Journalist, der seit nahezu 22 Jahren an den bedeutendsten Zeitun en der Metropole beschäftigt war. Sein ihn überlebender Vater ist einer der Nedakteure des Londoner Standard." In Eureka, Nev., wohnen zwei Männer, die sich lediglich vo der Jagd au? Füchse und Schakale ernäh ren und ihr gutes Auskommen dabei sinden. Sie verkaufen jede Fuchshaut mit Leichtigkeit für 5 und jedes Schakalfell für Sl. Außerdem erhalten sie von den Couutybehörden 50 Cents für jeden erlegten Schakal. EinMann, dersichfür eine ganz ungeheuer wichtige Persönlichkeit halten muß, ist der Redakteur und HerAusgeber einer in Ludlow, Ja., erscl-ei--nenden Zeitung. Derselbe kam nämlich neulich mit einer Extraausgabe heraus, um seinen Lesern mitzutheilen, daß seine Frau es für gut gehalten hatte, ihm Familienzuwachs zuzusichern. In Cedar RapidS, Nebr., lebt ein 9jährizes kleines Mädchen, das einmal als leuchtendes Beispiel von den Vorkämpfern der Frauen Emancipation aufgestellt werden mag. Kürzlich schrieb die junge Dame einen niedlichen kleinen Bericht über eine Kinder-Gesellschast für eine der Zeitungen, setzte diesen Bericht selbst auf und las nachher den Korrekturbogen, so daß der Artikel fehlerlos in dem betreffenden Blatte erschien. Ein Landagent inZLashington, Ind., erhielt jüngst aus Obio einen Brief mit einem sonderbaren Anliegen. Der Schreiber ersuchte ihn nämlich, ihm in Davius County, Ind.. eine Farm zu besorgen und außerdem unter den Töchtern des Landes für ihn nach einer brauchbaren Ehcfrau Umschau zu halten. Uns dünkt, dem Manne könnte geholfen werden, zumal seine Zukünftige, wie er schreibt, 20-45 Jahre alt sein darf. EinenPastor inStonington, Conn., haben die Umstände zu einem Universalgenie gemacht. Er verkündigt seiner Gemeinde nämlich nicht nur das Wort Gottes, sondern er sägt auch Holz für die Kirche, hält die Oefen in Ord.mng, läutet die Glocken und waS derartige Vorrichtungen mehr sind. Es giebt unter seinen Gemeindemitgliedern Leute, welche maliciös genug sind, zu behaupten, er wisse Holz besser als Herzen zu bearbeiten. In Newburg, N.I.,zeigt sich zur Zeit eine professionelle Nollschuhläu ferin, die ein ganzes Diadem auS elektrischen Glüblichtern auf dem Haupte trägt. Die Batterie, welche dieses Dia- ', dem mit der nöthigen Elektricität ver- ' sorgt, ist ebenso wie Leitungsdrähte uni ter ihren Kleidern verborgen. Ein leiser ', Druck auf einen Knopf, und das Diadem ! blitzt auf. Es gewährt einen Wunder- , hübschen Anblick, die gewandte Läuferin l im Lichte ihrer Strahlenkrone allerhand - graziöse Eurven machen zu sehen.

n einem amerikanischen Aäse, der kürzlich in der englischen Stadt Ashford zerschnitten wurde, fand sich ein kleines Flüschchen. Dasselbe enthielt , einen Zettel, auf dem folgende Worte !

standen : Wer diesen Brief findet, wird gebeten, die Namen einiger respectabler zungen Damen einzuschicken, die gewillt sind, mit einigen jungen Herren Hierselbst in Correspondenz zu treten. Eugene Hughey, Ashford, Eatt Eo., N. S." Das ist jedenfalls eine ebenso sinnige, wie originelle Art und Weise, Billet' doux zu befördern. Ein schlau eingefädelter Spitzbubenstreich wurde dieserTage durch die New I)orker Polizei vereitelt. Eine an Madijon Ave. wohnhafte junge Dame Maud Little erhielt nämlich durch einen Botemungen folgenden Brief : Kommen Sie, bitte, so schleunig als möglich nach der obigen Adresse, da Herr Little plötzlich hier erkrankt ist und den Wunsch hegt, ein Mitglied seiner Familie um sich zu sehen. Wir haben einen Arzt herbeigeholt, welcher meint, daß es ein schwerer Fall ist. Mit aufrichtiger Theilnahme." Frl. Little kam dieser Brief so verdächtig vor, daß sie ihn der Polizei übergab. Diese legte sich aus die Lauer, sah denn auch bald drei junge Neger in das Haus schleichen und nach kurzer Zeit mit einer Anzahl Bündeln wieder zum Vorschein kommen. Die Spitzbuben wurden verhaftet. In Albany herrscht äugenblicklich ungeheure Aufregung über eine Nachricht aus Washington. Die seine" Gesellschaft in der achtbaren Stadt hatte sich ja, als der jetzige Präsident als Gouverneur d.rt eingezogen war, so viele Mühe gegeben, ihn gesellschaftlich zu erziehen, hatte ihm Whist beigebracht und eine Frau ausgesucht, die er nicht heirathete. Als er dann zum Präsidenten gewählt worden war, hatten sie ihm eine solche Menge Dinners" gegeben, daß er wohl hätte wissen können, was sich aus der Tafel eines Präsidenten schickt und was sich nicht schickt. Und nun kommt die fürchterliche cachricht aus Washington, daß beinahe täglich Pie" in' das Weiße Haus" gebracht werde, der gemeine und gewöhnliche Pie", den jeder Hausknecht ißt ; es ist geradezu Himmel schreiend. Der Neger Joseph Burns aus Martinsburg, W. Va., den neulich Nichter Lynch wegen Mädchenschändung an Leib und Leben strafte, legte, als er zum Tode ging, eine Kaltblütigkeit an den Tag, die selbst seinen unerbittlichen Henkern Respect einflößte. Als man ihm den Strick um den Hals gelegt hatte, fragte man ihn, ob er sich schuldig bekenne. Ja," war die Antwort. Verdienst du die Todesstrafe?" Ja wohl, Leute, ich verdiene sie ; betet für meine arme Seele." Reißt ihn in Stücke! Verbrennt ihn!" heulte der Mob. Bald aber knieten alle nieder, den Neger in der Mitte und beteten lange in brünstig. Mit dem Amen" flog der Neger in die Lust. Als man am nächsten Morgen seine Leiche abnahm, fand man nicht weniger als 50 Kugeln in seinem Leibe, und Ohren und Nase warer ihm abgeschnitten worden. Congreßmann Kleiner hat von einem seiner Eonstituenten einen Brief erhalten, welcher den Beweis lie' fert, daß an einen Abgeordneten manch: mal noch größere Anforderungen gestellt werden, als an eine Zeitungs Redaktion. Der gute Mann- schreibt- an Herrn Kleiner, er möchte doch so gut sein und ihm ein paar kleine weiße Schweine" von der Ehestergattung schicken; er brauche sie nothwendig, habe aber kein Geld, sie zu kaufen, und da er stets ein guter De mokrat gewesen und auch ferner für die Demokraten thun werde, was er könne, so erwarte er die jungen Schweinchen recht bald. Eigentlich ist nun die Idee nicht so dumm, denn wenn durch die Congreßmänncr allerhand Samen :c. vertheilt wird, warum sollen denn nicht auch noch hinter dem botanischen Gar ten" und der Samenabtheilung ein Schweinestall und Hunde, Tauben-- und Hühnerzüchtereien angelegt werden, aus denen die Herren Volkerepräsentanten Spanferkel, seine Hunde :c. an ihre Eonstituenten senden können ? Vom Auslande. Der Pariser Matin" ver öffentlicht in seinem redaktionellen Theil zwei Annoncen mit folgenden einleiten den Worten: Die hier folgenden Annow cen verdanken keineswegs der Phantasie ihre Entstehung. Die Namen der bi treffenden Einsender, die wir kennen und die unsere volle Sympathien besitzen, stellen wir Jedem zur Bersügung, der sich ernstlich sür dieselben interessirt : 1) Eine Person mit historischem Namen und die einer königlichen Familie angehört, wünscht infolge von Vermögensverlusten diesen Namen einer Fabrik, einer Aktiengesellschast oder irgend einem großen komn.erziellen oder finanziellen Unter nehmen gegen eine angemessene Summe zur Verfügung zu stellen. L) Ein Edel mann, der mit einer Dame aus könig- ' licher Familie verheirathet ist, wünscht mit jemcr rau unterkommen m emem und demselben Hause. Er würde am liebsten eine Gutsverwaltung oder die Direktionsstellung in einem industriellen Etablissement übernebmen ; auch würde dem Ehepaar mit einer guten Haushof Meisterstellung in Deutschland oder Ame' rika gedient sein. UeberdieVerhaftungdes Nihilisten Sergei Iwanow werden aus Petersburg folgende Einzelheiten mitgetheilt: Die russische Polizei fahndete schon lange auf ihn und hat deshalb große Summen ausgegeben. Man erwartete in der photographischen Anstalt am Newsky schon lange das Eintreffen eines nihilistischen Führers, und zwar sollte derselbe über Polen eintreffen. Aus Briefen, welche man in der Photogra-phie-Anstalt vorgefunden hatte, ersah man, daß ein Gast erwartet wurde, für Welchen unter irgend einem falschen Namen in einem Eckhause am Newsky Quartier gemiethet war. Man folgerte, daß dies kein anderer sein könne, als der bereits früher angekündigte NihilistenHäuptling, ein Mitglied des vollziehenden Ausschusses. In dem besagten Quartier wurde demnach eine sogenannte Falle eingerichtet, und als am 29. Jan. der Betreffende eintraf, wurde er, ebne Widerstand leisten lu können.

überwältigt und daraus tn einem ge schlossenen Wagen abgeführt. Man hatte sich nicht geirrt, der Verhaftete war der lang gesuchte und in der That gefürchtete Nihilist Sergei Iwanow, ein früherer russischer Offizier, welcher sich längere Zeit in Paris aufgehalten hat. Sergei Iwanow soll als Hauptleiter an allen größern Anschlägen, von demjenigen im Winterpalais 1879 angefangen, theilgenommen haben. Er war ein Ge-

nosse des hingerichteten KaisermörderS Sheljabow und, wie behauptet wird, mindestens ebenso gefährlich wie dieser. Die Polizei soll bei ihm höchst wichtige Papiere gefunden haben. Seine HierHerkunst wird mit einem neu geplanten Anschlag inVerbindunz gebracht. Man vermuthet, daß Iwanow die Nr. I oder wenigstens Nr. II der Partei des Volkswille" ist. Er war nach Sibirien verbannt worden, aber nach Paris entkommen. Die Gensdarmen und son stigen Helfershelfer sollen bereits Belohnungen im Betrage von 3000 Rubel erhalten haben. Die Behörden sollen im Besitze von Photographien auch der übrigen Führer der Partei sein, darunter des bekannten Tichomirow und dreier Juden, welche sich in Frankreich besinden. Die österreichischeRegierung schreibt einen Preis von 1000 Dukaten für die Erfindung eines Mittels aus, welches die Schießarbeit in den Schlagwetter führenden Gruben ersetzt oder ungefährlich macht. Das vorzu schlagende Mittel hat salzenden Bedingungen zu entsprechen : 1) Darf dessen Anwendung, Wirkung oder Explodirung keine Zündung der schlagenden Wetter oder des Kohlenstaubes verursachen. 2) Darf dasselbe keine den Arbeiter in Höherem Maße, als es nach den bis jetzt üblichen Methode der Fall ist, schädigenden Gase nach der Explodirung oder Anwendüng hinterlassen. 3) Darf es bei der Benützung, Anbringung, Ladung, Versetzung, Zündung u. s. w. keine besonders schwierige, gefährliche oder zeitraubende Vorrichtungen oder komplizirte Apparate benöthigcn. 4) Darf es in der Anwenoung uno im Erfolge nicht wesentlich theurer als die bisherigen Sprengmetho den zu stehen kommen. Aus Belgrad schreibt man : Die Wunden, welche der Krieg geschlagen, beginnen allmählich zu heilen. Die zahlreichen Lazarethe haben sich schon sehr vermindert, viele der leich ter Verwundeten sind entlassen worden, und bald werden auch die bis jetzt geschlossenen serbischen Schulen wieder eröffnet werden. Die Hilfskräfte, welche benachbarte Staaten zur Nettung und Pflege der armen Verwundeten gesandt hatten, haben bis auf die Russen Belgrad verlassen. Am 1. Februar konnte auch das von den Deutschen geleitete Hospital den Russen zur weiteren Fürsorge übergeben werden. Die dort bis jetzt beschäftigt gewesenen deutschen Zlräfte, ein Arzt, ein Pfleger und zwei Pflegerinnen vom Augusta-Hospital in Berlin, verließen am Tage darauf das Lazareth, in welchem sie sich durch ihre Umsicht, Sicherheit und Gewandtheit, wie durch ihr freundliches, theilnahmvolles Wesen die Herzen der leidenden Solbaten in vollem Maße gewonnen hatten. Mit aufrichtigem Bedauern und Thränen in den Augen, ja sogar mit Ausbrüchen großen Schmerzes nahmen die dankbaren ttranken von ihnen Abschied. Ueber die Unruhen in Lublin wird der Pos. Ztg." Folgendes berichtet : DerPolizeimeisterNormandzki, welcher vor Kurzem von Kalisch nach Lublin geschickt worden war, hatte vom Gouverneur den Auftrag erhalten, aus Lublin drei Dominikaner, deren Aus Weisung von oben her verfügt worden war, zu verhaften und nach einem anderen Gouvernement zu schaffen. Sonntag, den 3l. Jan., wurde nun Zwecks Ausführung dieses Auftrages das Do minikanerkloster zu Lublin durch Polizei beamte und Gensdarmen besetzt. Das aus der Kirche kommende Volk, welches von der Sache erfahren hatte, begann sich um Kirche und Kloster anzuhäufen, verhielt sich aber bis 11 Uhr Abends ruhig. Als jedoch später der Polizeimeister die Volksmenge durch verschie dene Redensarten reizte, wurde er von derselben aus dem Schlitten gezogen und thätlich insultirt. Aehnlich erging es den Polizeibeamten und Gensdarmen; auch eine Rotte Militär, die auf dem Schauplatz der Unruhen erschien, vermochte nicht viel auszurichten, sodaß es nicht gelang, die Dominikaner zu verhaftiN Um 2 Uhr Nachts rückten jedoch noch drei Rotten Militär an, und es wurde nun Jeder, den diese auf der Straße antrafen, verhaftet, auch vielfach von der Waffe Gebrauch gemacht. Von den um liegenden Dörfern kamen Bauern mit Keulen herbeigeströmt; da aber die Wege nach Lublin mit Militär besetzt waren, so wurden sie nicht in die Stadt gelassen. Um 3 Uhr Nachts hörte endlich das Schießen auf. Es sollen im Ganzen 100 Personen -verhaftet worden sein, von denen jedoch am nächsten Mor gen etwa die Hälfte wieder entlassen wurde. Eine groe Anzahl derselben ist durch Bajonettstiche verwundet worden; zwei haben durch Schußwaffen Verletzun gen davongetragen. Wegen dieser Un ruhen ist gegen die Verhafteten bereits oie gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. Ungefähr3 Millionen Strat jen werden jährlich in den Ver. Staa :en fabricirt ; ob sie alle vollgeschrieben verden, mag dahin gestellt bleiben, jedensalls kommen sie alle zum Verkauf. Mit der Anfertigung sind im Ganzen nur 3 Firmen beschäftigt, die sie in so großarligem Maßstabe betreiben, daß ein ganz ungeheures Capital dazu gehören würde, mit ihnen zu conkurriren. Ein reicher Pflanzer, der im Ehattahoocha River in Georgia anlässig ist, wurde neulich von einem tollen Naulesel in's Bein gebissen. Der Un glückliche hat bereits Spuren von Was 'erscheu gezeigt und gilt als verloren, obvohl er sich mit verzweifelter Macht ,n'S Leben klammert und , Nichts unversucht läßt, das fürchterliche Gift unschädlich zu machen. 9 Merrschaunipfeifen, lange deutsche Pftifen, Cigarrenspitzen etc. bei Wm. Mucho. No. 199 Ost Washington Str.

Politische Anzeigen. Für County-Clklk. AureliuS I. Johce, unttlworfen der Entscheidung der republikanischen Court? Eorvention 1&85.

Jobn 5k. Clinton, unterworfen der Sntschetdung der rexublikanischen Eounty Sonvevtion lS&ti. Tdwärd H Dean, I ntro:fen der Entscheidung dir republikanischen Countu Konvention. Für County'Anditor. ' Jobn W. Vfaff. untermorfe der Entscheidung der republikanischen Eounty Eonvention. Für Shrriff. Henrh H. Vevllle, unterworfen der Entscheidung der republikanische Eount, Eo- ventio !8d. Slicbard Q. olter. nterrsorfen der Entscheidung der republikanischen Eount, Konvention. George H. (Sartev. unterworfen der Entscheidung der ttmokr.ttsche Eount Eonventlon. Für County - Rccorder. Gitßene Saulcy, nntttBorfcn der Entscheidung der rexublikar.i'chk Eountn Convention. HAGAN'S Magnolia Balm is a secret aid to beauty. Many a ladyowes herfreshness to it,who would rather not teil, andtftf carit teil Gebrüder Frenzel, Merchanls National Bank. S.W.Ecke Washington und Meridianstr. & f f a 5 c zu den Niedrigsten Preisen ! Ninder-Wäaen, Voaelkäfige, Staubbürften, Korbwaaren. Maske, größte Answaßl! k8&&yer&0o. 2S UN0 8H Weg WMnaton Strake. Dr. Q. G. Psaff, Qrzt, Qnndarzt Geburtshelfer. vssee : RXadloon Are, SPchft , z Storgtnf vrnn 8 M 9 Ute Xachntttagl von bi 8 Nbr. IUcb ttt 7 til I k. elttbo 282. kSohnnng : 141 PC. Alabama St. Tele?bon 930. Dr. C JC. Everts, DenttHerZahuarzt. lSkachsoig, , ,,. es, Xilmt ..W.-c?cke Washington n. Pennsylvania Qtr. Jdin,ltM. jLSEECKEJi., ZntlsZ BanL - Hans, Eck 8. und Vine Straße, Olnoinnatf, O. WoVkZmchten ach Deutschland, Dtfterntch md der Vcht gefertigt. Gonsularische . L veglndiggn besorgt. Geöfchasteu . s. . ?roxt nd sicher tksslrt. l'J" Vertreter in Zdt,,lti : Philip Bappaport, Ib. 120 Oft arhland Straße.

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